Enttäuschung und Entsetzen

Quelle: Neues Deutschland

Die Einwohner im thüringischen Themar sehen sich mit einem weiteren Neonazi-Konzert konfrontiert

Es sind zwei Gefühle, die diesen Abend in Themar prägen; einen Abend, an dem wieder viele Menschen in ein Gemeindezentrum in die Mitte des Ortes gekommen sind, um darüber zu reden, wie die Lage in der Stadt ist, in der im Sommer die größte Neonazi-Musikveranstaltung in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges stattfand. Etwa 6000 Rechtsextreme aus ganz Europa waren im Juli nach Themar gekommen und hatten sich so sehr am Hassrock berauscht, dass mitten in der Nacht Hunderte Neonazis den rechten Arm nach oben warfen und »Sieg Heil« brüllten, während Polizisten – von denen zu wenige vor Ort waren – zusahen und zuhörten.

Dass wieder so viele Menschen – es dürften etwa 100 sein – in das Gemeindezentrum gekommen sind, dürfte auch damit zusammenhängen, dass sich bewahrheitet, was viele unmittelbar nach diesem Konzert vorausgesagt hatten: Solange man ihnen nicht entschlossen entgegentritt, werden die Rechten immer wieder nach Themar kommen; vor allem, weil ihnen dort ein Grundstückseigentümer eine große Wiese zur Verfügung stellt. Nun, für den 28. Oktober, ist erneut ein Rechtsrock-Konzert an genau diesem Ort angemeldet. Nach Angaben des Landratsamtes Hildburghausen, in dessen Zuständigkeit Themar liegt, rechnet der Veranstalter mit etwa 750 Teilnehmern; wobei es sich von selbst versteht, dass auch dieses Hasskonzert wieder unter dem Deckmantel der Versammlungsfreiheit als politische Kundgebung aufgezogen wird.

Weiterlesen
Siehe auch: Erneut Rechtsrock-Konzert in Themar geplant

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Google Bookmarks
  • Identi.ca
  • RSS
  • MySpace
  • PDF