Archiv für Oktober 2017

Widersprüchliche Wahrnehmungen

Quelle: Lotta-Magazin

Die RechtsRock-Szene zwischen Stagnation und Professionalisierung

RechtsRock gilt als eines der wichtigsten Ausdrucks- und Kommunikationsmittel der extremen Rechten in „jungen Jahren“. Welche Bedeutung hat die Musik aktuell noch für die neonazistische Szene? In diesem Artikel werden einige Schlaglichter auf den derzeitigen Zustand der RechtsRock-Szene geworfen und insbesondere das Geschehen in NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz unter die Lupe genommen.
Während der Nazi-Rock ab Mitte der 1990er Jahre wegen seiner aggressiven Vernichtungsphantasien und den spektakulären Bildern dutzender den Hitlergruß zeigender Neonazis auf Konzerten als Jugendproblem verharmlost im Fokus der Medien stand, hat das öffentliche Interesse für neonazistische Musik in letzter Zeit nachgelassen. Aktuell stehen die Erfolge der AfD und die Herausbildung einer „neuen sozialen Bewegung von rechts“ stärker im Mittelpunkt gesellschaftlicher Auseinandersetzungen mit der extremen Rechten.

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Die neonazistische Musik-Szene: Transnational wie nie

Quelle: Infoportal Meck-Pomm

Von London bis Porto, von Athen bis Helsinki – jede Woche finden europaweit Neonazi-Konzerte statt. Mal kommen nur hundert Zuschauer, mal sind es mehrere tausend. Und oft stehen deutsche Bands auf der Bühne.

Die Rechtsrock-Szene ist gut vernetzt und bietet eine lukrative Einnahmequelle sowohl für Musikverlage als auch für Organisationen wie Blood & Honour oder neonazistische Kameradschaften. Bei keinem anderen Bereich des Rechtsextremismus haben internationale Verbindungen größere Relevanz als bei der Musik. Wie und warum funktioniert diese Zusammenarbeit in einer nationalistischen Szene? Wie weit reichen die Netzwerke? Und welche Ziele haben sie?

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Zu rechts für’s Oi-Konzert

Quelle: Der Blick nach Rechts

12.10.2017 – Wegen ihrer Verbindungen in Neonazi-Kreise wurde die Band „Southern Rebels“ am Donnerstag von einem Konzert in Augsburg ausgeladen. Die Skinhead-Rocker sollten am 21. Oktober zusammen mit unpolitischen und Grauzone-Bands ein Konzert in Augsburg geben.

14 Euro sollte es kosten, das „Herbst GrOIl Konzi“. Auf der Facebook-Seite des Veranstalters des Konzerts in der Augsburger Kradhalle heißt es, auf „Antifa und Naziköpfe können wir verzichten“. Telefonisch darauf angesprochen, dass die „Southern Rebels“ Verbindungen in Neonazi-Kreise unterhielten, sagte der Veranstalter Tobias L. am Donnerstag zunächst, dass ihm die Teilnahme zwei der Bandmitglieder an einem Neonazi-Konzert bekannt sei. Diese seien damit konfrontiert worden und hätten sich schriftlich vom Rechtsextremismus distanziert. Trotzdem werde er die Vorwürfe gegenüber der Band prüfen und dann über eine mögliche Absage entscheiden.

Wenige Minuten nach dem Telefonat teilte L. über seinen privaten Facebook-Account mit, man habe „über mehrere Ecken erfahren das eine Unserer Bands in der Rechten Ecke Aktiv ist das wollen und tolerieren wir nicht“. (Fehler im Original) Man habe die Band aus dem Programm genommen. Wenig später schreiben die „Southern Rebels“ auf Facebook: „Aufgrund medialer Hetze und dem schlechten Ruf unseres Labels wurden wir ausgeladen!“ Ein weiteres Konzert mit den „Southern Rebels“ ist am 8. Dezember in Berlin geplant.

Bei dem Konzert in der Augsburger Kradhalle am 21. Oktober sollten dem ursprünglichen Flyer nach die „Southern Rebels“ aus Landsberg, die wegen umstrittener Auftritte – etwa im Thüringer Rechtsrock-Lokal „Skinhouse Menfis“ – als Grauzone-Band geltende Gruppe „Lammkotze“ aus Baden-Württemberg sowie die Streetrock-Band „Promilleritter“ aus Neu-Ulm und die „Sachsenjungs“ aus Freiberg spielen. Die Punkrock Band „Die Römer“ aus Friedberg sollte ebenfalls performen, hat ihren Auftritt aber einen Monat vor dem Konzert laut Veranstalter wegen beruflicher Gründe abgesagt. Auch die „Sachsenjungs“ tauchen auf einer aktualisierten Version des Konzert-Flyers nicht mehr auf, dafür sollen „Hardfive“ einspringen.

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Martialische „NS Black-Metal“-Töne

Quelle: Blick nach Rechts

09.10.2017 – In Kiew in der Ukraine findet kurz vor Weihnachten unter dem Titel „Asgardsrei“ ein Spektakel mit sechs NSBM-Bands statt, organisiert von dem Szene-Label „Militant-Zone“. Mit dabei ist auch die einschlägige Kultband „Absurd“.

Am 16. Dezember soll es in Kiew zu einem europäischen „Gipfeltreffen“ von sechs einschlägigen NSBM-Bands kommen. Wie bereits im Vorjahr versammeln sich dort Musiker der Richtung „National Socialist Black Metal“ unter dem Veranstaltungstitel „Asgardsrei“, der identisch ist mit einer Veröffentlichung der Thüringer Band „Absurd“ aus dem Jahr 1999.

Es verwundert nicht wirklich, dass „Absurd“ dieses Jahr zum dortigen Line-Up gehört. Hendrik Möbus als Ikone der Band besuchte vergangenes Jahr ebenfalls kurz vor Weihnachten das eintägige Festival in der ukrainischen Hauptstadt. Ihm zu Ehren spielten Bands auf der Bühne „Absurd“-Stücke. Die Thüringer Combo hat sich in den vergangenen Jahren sehr rar gemacht, spielte nur sehr selten live. Seit langem wird daher auch immer wieder über die häufiger wechselnde Besetzung spekuliert, ob Hendrik Möbus nun der Kopf ist, oder doch sein älterer Bruder Ronald das Sagen hat.

Der heute 41-jährige Hendrik Möbus, als „Satansmörder von Sondershausen“ bekannt, war in der Vergangenheit rechtskräftig zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Er wurde zunächst vorzeitig mit der Auflage einer Bewährung aus der Haft entlassen, fiel dann mit neonazistischen Handlungen und rassistischen Äußerungen auf, weshalb die Bewährung widerrufen wurde. Hendrik Möbus flüchtete vor seiner erneuten Inhaftierung zu William Pierce von der rechtsextremen „National Alliance“ in die USA. Mit einem Asylantrag dort scheiterte er, wurde nach Deutschland ausgeliefert und saß dann eine Reststrafe ab.

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Ein Neo­nazi war ein Jahr lang Rich­ter in Ober­fran­ken

Quelle: Braune Soß aus Nordbayern

Die Kanz­lei von MAIK BUNZEL, ei­nem jun­gen Rechts­an­walt, be­fin­det sich im bran­den­bur­gi­schen Cott­bus. Auf ei­ner Home­page wird für seine Ex­per­tise im Straf- und Ver­kehrs­recht ge­wor­ben. In ei­nem kurz ge­fass­ten Le­bens­lauf wird un­ter an­de­rem auf seine ein­jäh­rige Tä­tig­keit als Rich­ter am Amts­ge­richt im ober­frän­ki­schen Lich­ten­fels hin­ge­wie­sen. Wie konnte es dazu kom­men, dass ein Neo­nazi ein Jahr lang un­ge­stört als Rich­ter in Ober­fran­ken ar­bei­tete?

Ein baye­ri­scher Rich­ter mit Rechts­rock-Ver­gan­gen­heit und gu­ten Kon­tak­ten zur Neo­nazi-Szene
MAIK BUNZEL ver­legte im Ok­to­ber 2013 sei­nen Erst­wohn­sitz nach Bay­ern, und zwar ins ober­frän­ki­sche Main­leus. Von da an ar­bei­tete er als Amts­rich­ter in Lich­ten­fels, zu­stän­dig vor al­lem für Zi­vil­strei­tig­kei­ten. Am 26. Fe­bruar 2014 teilte der bran­den­bur­gi­sche Ver­fas­sungs­schutz, der den Um­zug BUNZELS of­fen­sicht­lich re­gis­triert hatte, dem baye­ri­schen Ver­fas­sungs­schutz seine Er­kennt­nisse über die ex­trem rechte Kar­riere des Man­nes mit. Die baye­ri­sche Po­li­zei wurde sei­tens des Po­li­zei­prä­si­di­ums Ebers­walde eben­falls ent­spre­chend in­for­miert. BUNZEL lan­dete so­mit in den ent­spre­chen­den Staats­schutz-Dateien.
In der ge­heim­dienst­li­chen „Er­kennt­nis­mit­tei­lung“ aus Bran­den­burg wur­den BUNZELS Ak­ti­vi­tä­ten in der ex­trem rech­ten Szene be­schrie­ben: Seine Mit­glied­schaft in der mitt­ler­weile ver­bo­te­nen neo­na­zis­ti­schen WIDERSTANDSBEWEGUNG SÜDBRANDENBURG, seine „Kon­takte in die na­tio­nale und in­ter­na­tio­nale rechts­ex­treme Szene“. Mit sei­ner Band HASSGESANG war er auf ver­schie­de­nen neo­na­zis­ti­schen Schul­hof-CDs ver­tre­ten ge­we­sen. Ent­spre­chende ex­trem rechte Ton­trä­ger seien im Juni 2007 in Wun­sie­del so­wie in Cham, im Sep­tem­ber 2009 in Kro­nach so­wie im Fe­bruar 2013 in Hös­bach ver­teilt wor­den.

In Bran­den­burg war die Nazi-Band HASSGESANG mit ih­rem Front­mann MAIK BUNZEL den Be­hör­den wohl be­kannt. Ent­spre­chende Ein­träge fin­den sich in den dor­ti­gen Ver­fas­sungs­schutz-Be­rich­ten von 2006 bis 2013. Ge­gen „den Ur­he­ber“ der Hass­ge­sang-CD „Bis zum letz­ten Trop­fen Blut“ ist im Jahr 2008 ein Ur­teil des Amts­ge­richts Cott­bus we­gen öffent­li­cher Auf­for­de­rung zu Straf­ta­ten und Volks­ver­het­zung in Höhe ei­ner Geld­strafe von 60 Ta­ges­sät­zen er­gan­gen. Dazu passt: Noch im Jahr 2013 wurde die „Hassgesang“-CD „Ge­ne­ra­tion, die sich wehrt“ in den Teil A der In­di­zie­rungs-Liste der Bun­des­prüf­stelle für ju­gend­ge­fähr­dende Me­dien auf­ge­nom­men.

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Dos­sier: Bran­den­bur­ger Neo­nazi Sven Sch.

Quelle: NSU-Watch Brandenburg

Sven Sch., Jahr­gang 1978, ist ein bran­den­bur­gi­scher Neo­nazi und war Funk­tio­när des mi­li­tan­ten Blood-&-Honour-Netzwerkes. Er gab In­for­ma­tio­nen un­ter an­de­rem an das bran­den­bur­gi­sche Lan­des­kri­mi­nal­amt wei­ter und un­ter­hielt ein en­ges Ver­hält­nis zur Po­li­zei. In der Neo­na­zi­szene wurde er in der Folge als Ver­rä­ter ge­mie­den. Er war ver­netzt mit Neo­na­zis aus Pots­dam und Um­ge­bung, die im Ver­dacht stan­den, an den An­schlä­gen der Na­tio­na­len Be­we­gung be­tei­ligt ge­we­sen zu sein.

Sven Sch. galt bis zum Ver­bot von Blood & Ho­nour im Jahr 2000 als ein An­füh­rer der Sek­tion Bran­den­burg und zu­dem als „Kas­sen­wart“ der Dach­or­ga­ni­sa­tion Blood & Ho­nour Deutsch­land. Bei ei­ner Durch­su­chung sei­ner Woh­nung in Bork­walde (Pots­dam-Mit­tel­mark) wurde ein Spar­buch mit 73.000 D-Mark si­cher­ge­stellt – die „Kriegs­kasse“ von Blood & Ho­nour Deutsch­land.

Sch. war im Jahr 2000 an der Ver­brei­tung der il­le­gal pro­du­zier­ten und kon­spi­ra­tiv ver­trie­be­nen CD „Ran an den Feind“ der Neo­nazi-Band Land­ser be­tei­ligt. Er hatte 500 CDs zum Wei­ter­ver­trieb be­stellt. Den Druck des Book­lets die­ser CD hatte der Ver­fas­sungs­schutz-V-Mann Toni Stad­ler or­ga­ni­siert. Im glei­chen Jahr war Sch. an der Ar­beit für den „Bran­den­burg-Sam­pler“ von Blood & Ho­nour mit Bran­den­bur­ger und Ber­li­ner Neo­nazi-Bands be­tei­ligt. An­fang 2000 war Sven Sch. zu­sam­men mit Ste­fan Rietz und Dirk H., zwei wei­te­ren Bran­den­bur­ger Blood-&-Honour-Ak­ti­vis­ten auf dem Weg zu ei­nem Neo­nazi-Kon­zert in Schwe­den fest­ge­nom­men wor­den.

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Dos­sier: Neo­nazi-Mu­si­ker Uwe Men­zel

Quelle: NSU-Watch Brandenburg

Uwe Men­zel ist ein 1974 ge­bo­re­ner Pots­da­mer Neo­nazi, der seit den 1990er Jah­ren als Mu­si­ker in di­ver­sen Rechts­rock­bands (u.a. Pro­is­sen­heads, Uwo­caust) tä­tig ist und eine Schlüs­sel­fi­gur in der bran­den­bur­gi­schen Rechts­rock­szene ein­nimmt. Seit An­fang der 1990er Jahre be­wegt er sich in der neo­na­zis­ti­schen Szene.

1993 grün­dete er die Band Pro­is­sen­heads, in der er als Sän­ger fun­gierte und die eine der ers­ten bran­den­bur­gi­schen Rechts­rock­bands war, die im Rah­men der „ak­zep­tie­ren­den So­zi­al­ar­beit“ ei­nen Pro­be­raum in ei­nem städ­ti­schen Ju­gend­club nut­zen konnte. In­ner­halb we­ni­ger Jahre er­spielte sich die Band ei­nen ho­hen Be­kannt­heits­grad in der Bun­des­re­pu­blik, was auch die Ver­net­zung in an­dere Städte för­derte. Gute, teils freund­schaft­li­che Kon­takte be­stan­den seit spä­tes­tens 1997 zu den säch­si­schen Blood-&-Honour-Füh­rungs­fi­gu­ren Jan Wer­ner und Tho­mas Starke, also wich­ti­gen Un­ter­stüt­zern des NSU-Trios. Men­zel soll ein häu­fi­ger Gast bei Blood-&- Ho­nour-Kon­zer­ten in Chem­nitz und Um­land ge­we­sen sein. So war er über diese Ver­bin­dung auch in das fi­nan­zi­ell er­trag­rei­che trans­na­tio­nale Be­zie­hungs­ge­flecht neo­na­zis­ti­scher Mu­sik­netz­werke ein­ge­bun­den. Im April 1997 sollte in Buf­falo (USA) ein Kon­zert mit ver­schie­de­nen Neo­nazi-Bands, un­ter an­de­rem mit der US-Gruppe Blue Eyed De­vils statt­fin­den. Dazu reiste eine Gruppe deut­scher Neo­na­zis an, zu der ne­ben An­dreas Graupner, Jens Schaar­schmidt, Tho­mas Starke und auch Uwe Men­zel ge­hör­ten. Die­sem Be­such folgte ein Ge­gen­be­such. Im Som­mer 1997 spiel­ten die Pro­is­sen­heads und die Blue Eyed De­vils ge­mein­sam in An­klam. Ein Mit­glied der Blue Eyed De­vils, Wade Mi­chael Page, er­schoss 2012 in ei­nem Sikh-Tem­pel sechs Men­schen aus ras­sis­ti­schen Mo­ti­ven.

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Ein Neo­nazi war ein Jahr lang Rich­ter in Ober­fran­ken

Quelle: Braune Soß aus Nordbayern

Die Kanz­lei von MAIK BUNZEL, ei­nem jun­gen Rechts­an­walt, be­fin­det sich im bran­den­bur­gi­schen Cott­bus. Auf ei­ner Home­page wird für seine Ex­per­tise im Straf- und Ver­kehrs­recht ge­wor­ben. In ei­nem kurz ge­fass­ten Le­bens­lauf wird un­ter an­de­rem auf seine ein­jäh­rige Tä­tig­keit als Rich­ter am Amts­ge­richt im ober­frän­ki­schen Lich­ten­fels hin­ge­wie­sen. Wie konnte es dazu kom­men, dass ein Neo­nazi ein Jahr lang un­ge­stört als Rich­ter in Ober­fran­ken ar­bei­tete?

Ein baye­ri­scher Rich­ter mit Rechts­rock-Ver­gan­gen­heit und gu­ten Kon­tak­ten zur Neo­nazi-Szene
MAIK BUNZEL ver­legte im Ok­to­ber 2013 sei­nen Erst­wohn­sitz nach Bay­ern, und zwar ins ober­frän­ki­sche Main­leus. Von da an ar­bei­tete er als Amts­rich­ter in Lich­ten­fels, zu­stän­dig vor al­lem für Zi­vil­strei­tig­kei­ten. Am 26. Fe­bruar 2014 teilte der bran­den­bur­gi­sche Ver­fas­sungs­schutz, der den Um­zug BUNZELS of­fen­sicht­lich re­gis­triert hatte, dem baye­ri­schen Ver­fas­sungs­schutz seine Er­kennt­nisse über die ex­trem rechte Kar­riere des Man­nes mit. Die baye­ri­sche Po­li­zei wurde sei­tens des Po­li­zei­prä­si­di­ums Ebers­walde eben­falls ent­spre­chend in­for­miert. BUNZEL lan­dete so­mit in den ent­spre­chen­den Staats­schutz-Dateien.

In der ge­heim­dienst­li­chen „Er­kennt­nis­mit­tei­lung“ aus Bran­den­burg wur­den BUNZELS Ak­ti­vi­tä­ten in der ex­trem rech­ten Szene be­schrie­ben: Seine Mit­glied­schaft in der mitt­ler­weile ver­bo­te­nen neo­na­zis­ti­schen WIDERSTANDSBEWEGUNG SÜDBRANDENBURG, seine „Kon­takte in die na­tio­nale und in­ter­na­tio­nale rechts­ex­treme Szene“. Mit sei­ner Band HASSGESANG war er auf ver­schie­de­nen neo­na­zis­ti­schen Schul­hof-CDs ver­tre­ten ge­we­sen. Ent­spre­chende ex­trem rechte Ton­trä­ger seien im Juni 2007 in Wun­sie­del so­wie in Cham, im Sep­tem­ber 2009 in Kro­nach so­wie im Fe­bruar 2013 in Hös­bach ver­teilt wor­den.

In Bran­den­burg war die Nazi-Band HASSGESANG mit ih­rem Front­mann MAIK BUNZEL den Be­hör­den wohl be­kannt. Ent­spre­chende Ein­träge fin­den sich in den dor­ti­gen Ver­fas­sungs­schutz-Be­rich­ten von 2006 bis 2013. Ge­gen „den Ur­he­ber“ der Hass­ge­sang-CD „Bis zum letz­ten Trop­fen Blut“ ist im Jahr 2008 ein Ur­teil des Amts­ge­richts Cott­bus we­gen öffent­li­cher Auf­for­de­rung zu Straf­ta­ten und Volks­ver­het­zung in Höhe ei­ner Geld­strafe von 60 Ta­ges­sät­zen er­gan­gen. Dazu passt: Noch im Jahr 2013 wurde die „Hassgesang“-CD „Ge­ne­ra­tion, die sich wehrt“ in den Teil A der In­di­zie­rungs-Liste der Bun­des­prüf­stelle für ju­gend­ge­fähr­dende Me­dien auf­ge­nom­men.

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Rechtsrock wieder mal konspirativ

Quelle: Junge Welt und Allgäu rechtsaußen

Knapp drei Monate nach dem Großevent in Themar trafen sich 250 braune Musikfans bei Seibranz

Etwa 250 Neonazis haben sich am Samstag auf einem konspirativ organisierten Rechtsrockkonzert in der Nähe von Seibranz im baden-württembergischen Landkreis Ravensburg getroffen. Bis kurz vor dem Event blieben die Pläne geheim – bis das Neonaziwatchblog Allgäu rechtsaußen ein intern verteiltes Flugblatt veröffentlichte und auf einen »Schleusungspunkt« an der A 96 südwestlich von Memmingen hinwies.

Zu Beginn des als Geburtstagsfeier getarnten Konzerts auf einem privaten Anwesen zwischen Bad Wurzach und Leutkirch im Allgäu griff ein bekannter Anhänger der Neonazikameradschaft »Voice of Anger« einen Journalisten an, verletzte diesen leicht und beschädigte seine Kamera. Anwesende Polizisten fesselten den Angreifer und verhinderten Schlimmeres. Die Polizei kontrollierte die Anreise der Neonazis und stellte laut ihrer Pressemeldung von Sonntag mehrere verbotene Waffen sowie verfassungsfeindliche Symbole fest. Während der Veranstaltung hätten aber keine indizierten Liedtexte oder andere Straftaten festgestellt werden können, hieß es.

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Siehe auch: NEONAZIKONZERT IN SEIBRANZ AUFGEFLOGEN
SAMSTAG: NEONAZIKONZERT IM ALLGÄU?

„Road To Valhalla“ in Norditalien

Quelle: Blick nach Rechts

04.10.2017 – Die „Veneto Fronte Skinheads“ organisieren für Samstag ein Gedenkkonzert für die verstorbene Rechtsrock-Ikone Ian Stuart Donaldson.

Bereits seit 1986 existiert die mehrere hundert Anhänger zählende rechtsextreme Gruppierung „Veneto Fronte Skinheads“ (VFS), die es sich zu einer ihrer maßgeblichen Aufgaben gemacht hat, Rechtsrock-Konzerte in Norditalien zu organisieren und durchzuführen. Dazu gab es von Anfang an Verquickungen mit der international operierenden „Blood&Honour“-Bewegung und in den letzten Jahren auch einen Schulterschluss mit den „Hammerskins“. Es verwundert nunmehr nicht, wenn am 7. Oktober ein Gedenkkonzert zu Ehren des B&H-Gründers und „Skrewdriver“-Sängers Ian Stuart Donaldson auf die Beine gestellt wird, der am 24. September 1993 bei einem Autounfall verstarb und seither als Ikone in der rechten Szene verehrt wird. Dazu wird dem Event das Motto „Road To Valhalla“ verpasst. Der genaue Ort in Norditalien wird nicht beworben.

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ZUSCHLAG FÜR NAZI-KAMERADSCHAFT VOICE OF ANGER

Quelle: Allgäu rechtsaußen

Voice of Anger erhält den Zuschlag für die ehemalige Gartenschänke in Buxach-Hart bei Memmingen. Das Gebäude wurde zwar von Unbekannten niedergebrannt, dürfte aber nun von den Neonazis wieder aufgebaut werden, die damit einen Treffpunkt für das internationale militante Blood and Honour-Netzwerk im Allgäu etablieren könnten.

Das Grundbuchamt Memmingen darf die Grundbucheintragung von Brois G. als Erbbaurechtsinhaber des Grundstücks an der Schrebergartenanlage in Buxach-Hart bei Memmingen nicht länger verweigern. Eine entsprechenden Beschluss gab der am Bundesgerichtshof in Karlsruhe heute bekannt. Mit der Entscheidung vom 29. Juni hebt der V. Zivilsenat den Beschluss des Oberlandesgerichts München vom 29. September 2016 sowie die Zwischenverfügung des Grundbuchamtes am Amtsgericht Memmingen vom 4. Mai auf, mit denen die Eintragungen ins Grundbuch verweigert wurden.

Damit könnte es Voice of Anger – der immerhin größten noch aktiven bayerische Nazi-Skinhead-Gruppe gelingen, in der Region auch wieder Neonazi-Konzerte zu organisieren – und einen Treffpunkt für das verbotene Blood and Honour-Netzwerk zu etablieren.

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