Neonazis planen erneut „Gedenkmarsch“ in Remagen

Quelle: Störungsmelder

Am Samstag planen Neonazis einen „Gedenkmarsch“ in Remagen. Weil dort zum Ende des Zweiten Weltkriegs ein Gefangenenlager der Alliierten existierte, treffen sich einmal im Jahr Rechtsextreme in dem Ort in Rheinland-Pfalz. Zahlreiche Organisationen rufen auch in diesem Jahr zu Protesten gegen die Veranstaltung auf. Am Abend soll es offenbar zudem ein Rechtsrockkonzert in Westdeutschland geben.

Bereits zum neunten Mal treffen sich Neonazis in diesem Jahr zu ihrem geschichtsrevisionistischen Aufmarsch in Remagen. In der Vergangenheit wurde dieser von Gruppierungen aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen organisiert. Auch Neonazis des ehemaligen „Aktionsbüro Mittelrhein“ beteiligten sich an der Organisation. Die Gruppe stand bis vor kurzem in Koblenz vor Gericht. Ihnen war die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Körperverletzung und Sachbeschädigung vorgeworfen worden. Im Sommer platzte der Prozess nach mehr als 300 Verhandlungstagen wegen der „überlangen Verfahrensdauer“. Wie es weiter geht, ist noch unklar.

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Rechtsrockkonzert angekündigt
Für den Abend bewerben Neonazis zudem ein Rechtsrockkonzert in Westdeutschland. Auftreten sollen die Bands „Germanium“, „Blitzkrieg“, „Exzess“ und „Barbarossa“. Wo das Konzert stattfinden soll, ist unklar. Wie für die Szene üblich, bewerben die Bands das Konzert, ohne den genauen Veranstaltungsort anzugeben. Die Veranstaltung scheint jedoch in der Nähe von Remagen geplant zu sein. So ruft die Band „Germanium“ dazu auf, „zuerst zum Gedenkmarsch nach Remagen, dann zum Konzert“ zu fahren. Ob die Veranstalter des Gedenkmarsches auch das Konzert organisieren, ist ebenfalls unklar. Das erscheint jedoch unwahrscheinlich, denn die Organisatoren des „Gedenkmarsches“ legten in der Vergangenheit viel Wert auf „Disziplin“ und den elitären Charakter der Versammlung. Im Anschluss auf einem Konzert zu feiern, passt eigentlich nicht zu diesem Selbstverständnis.

Auch die Behörden kennen den genauen Vertanstaltungsort des Neonazi-Konzertes wohl nicht. Die zuständige Polizeidirektion in Mayen teilte auf Anfrage des ZEIT ONLINE Störungsmelders mit, sie wisse von der Ankündigung, könne aber derzeit noch keine näheren Auskünfte geben. Zuerst hatte der Blick nach Rechts über das geplante Konzert berichtet.

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