Die im Dunkeln sieht man nicht – Eine Geschichte über den Rechtsextremismus in Dortmund seit 1982

Quelle: Ruhrnachrichten

Karfreitag 1982. Der Tag wurde ausgewählt, weil Karfreitag „der Hund begraben ist“. Es soll sich ein „Eliteclub“ gründen.
„Elite“ steht extra fett ganz oben auf der Einladung. So, dass auch wirklich jeder versteht, um was es geht. Der geplante Club soll keine Satzung haben, es gilt nur ein Satz: „Stehenbleiben und draufhauen.“ Prügelelite.
Es wird offenbar höchste Zeit für eine solche Gründung. „Damit die Schalker und die Rheinlandschweine endlich einen vor die Fresse bekommen. DIE REDEN BALD NICHT MEHR VON DEN DORTMUNDER FEIGEN KINDERN UND LÄUFERN. UNSER RUF MUSS ENDLICH WIEDER AUFPOLIERT WERDEN!“ Die 29 Ausrufezeichen, die hier im Original den Großbuchstaben folgen, lesen sich wie ein Kommentar eines Wutbürgers im Internet. Aber es ist das Jahr 1982, das Internet braucht noch nicht einmal Windeln, so klein ist es damals. Man schreibt noch Briefe. Und diesen hier, damit man endlich wieder mit Stolz durch die Straßen ziehen kann.

Damit alle wieder wissen, wer die Herren sind im Land, wird für den Karfreitag 1982 um „17 Uhr MEZ“ in die Kneipe Kronenquelle in der Dortmunder Nordstadt geladen. In mangelhaftem Deutsch und mit kindlichen Oberarmzeichnungen. Die Auflage von 30 Exemplaren geht an ausgewählte Personen. Zwei (Marko und Uwe) sind entschuldigt. Einer (Uwe) ist in England, der andere (Marko) ist im Knast. Aber für alle anderen ist das hier, steht da auf dem Zettel, „der letzte Versuch, ENTGÜLTIG!“.

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