Nur „rechts, nicht radikal“

Quelle: Telepolis

Hamburg: Nach der Explosion eines Sprengsatzes an einer S-Bahn-Station wurde ein in den 1990ern als Totschläger verurteilter Neonazi als Tatverdächtiger festgenommen

Am vergangenen Sonntag kam es an der S-Bahnstation Veddel im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg zu einer Explosion. Dabei ging die Scheibe des Wartehäuschens zu Bruch und unterdessen meldete sich ein Mann bei der Polizei, der eine Verletzung erlitt. Laut Spiegel Online wurde der vermutliche Täter inzwischen verhaftet. Dabei soll es sich um einen 1992 als Totschläger verurteilten Neonazi handeln.

Die Beschreibung des damaligen Opfers weist auf den Fall Gustav Schneeclaus hin: Der Kapitän wurde am 18. März 1992 von zwei Neonazis, mit denen er getrunken hatte und in Streit geraten war, so sehr misshandelt, dass er den Verletzungen erlag. Als Täter wurden seinerzeit der Tostedter Stefan S. und der Hamburger Stephan K. ermittelt. Während Stefan S. nach der Haft in der Neonazi-Szene aktiv war, blieb Stephan K. laut Polizeiangaben nur dem Alkohol treu – bis er am vergangenen Sonntag in einem Stadtteil mit einem Migrantenanteil von mehr als 70% einen Sprengsatz detonieren ließ. Zumindest wird er dieser Tat verdächtigt.

Um was es sich konkret bei dem Sprengsatz handelt, ist nicht bekannt. Die Rede war von einem „Polenböller“. Diese sollen für gewöhnlich 2 – 3 g Schwarzpulver enthalten, der am Sonntag explodierte enthielt jedoch 50 g. Augenzeugen sprachen auch von Nägeln, die auf dem Boden am Explosionsort gefunden worden seien.

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