Archiv für Dezember 2017

FAUSTRECHT: NAZI-URGESTEIN BESINGT RASSENKRIEG UND NATIONALSOZIALISMUS

Quelle: Allgäu Rechtsaußen

Faustrecht, das Neonazi-Urgestein aus dem Allgäu, besingt Rassenkrieg und Nationalsozialismus. Gleichzeitig ist die Band ein Bindeglied der örtlichen Szene zu internationalen militanten Neonazistrukturen.

Die Band Faustrecht gründete sich 1994 um ihren Sänger Norbert »Nogge« Lecheler aus Mindelheim und entstammt dem Umfeld der verbotenen Skinheads Allgäu. Während ihrer nicht einmal einjährigen legalen Existenz ist die Kameradschaft durch eine massive Gewaltwelle aufgefallen, die neben ihrer nationalsozialistischen Ausrichtung nach Auffassung des bayerischen Innenministeriums Vereinszweck war und zum Verbot führte.

Ein Skinhead-Magazin aus der Szene zitierte damals ein Mitglied der Band, das bei den Skinheads Allgäu im Vorstand war:

»Als Blood and Honour-Band singen wir für die Erhaltung der weißen Rasse und der Bekämpfung des internationalen Großkapitals, der Rückbesinnung auf deutsche Werte und Tradition, wie Volksgemeinschaft und treue zum Vaterland.«

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9./10.12.2017 Berlin: Zweimal rechtsrockaffine Konzerte in Friedrichshain und Lichtenberg?

Quelle: RASH Berlin-Brandenburg

Morgen Abend soll mitten in Berlin-Friedrichain ein stark bräunliches Oi-Konzert im „Abgedreht“ (https://www.facebook.com/abgedreht.klub/) stattfinden (siehe: https://www.facebook.com/events/1728252917468665/?ti=cl). Wir bitten Euch alle dem Abgedreht auf Ihrer Facebook-Seite mal ordentlich die Meinung zu sagen! Das Konzert gehört definitiv abgesagt! Smash the RAC! Infos zur Band findet Ihr u.a. hier und hier.

Am Samstag soll in der „Bunten Kiste“ am Roederplatz in Lichtenberg übrigens ein weiteres rechtsoffenes/RAC-affines Konzert stattfinden. Die „Do Oi! Yourself-Crew“ lädt zum mittlerweile 6.Mal zum Tanze ein (siehe: https://www.facebook.com/events/125195058219336/?ti=cl). Wie bereits in der Vergangenheit sollen auch dieses mal wieder Rechtsrockfreunde auf der Bühne stehen. „The Repeaters“ sind auf ihrem Facebookprofil mit T-Shirts von einschlägigen RAC-Kapellen wie „Condemned 84″ oder „Short Cropped“ zu sehen. Die Band „Schuldspruch“ aus Berlin hatte wiederum keine Problem in der Vergangenheit Rechtsrockkonzerte mit Bands wie „Bombecks“, „Martens Army“ oder den „Roials“ zu spielen. Auch hier rufen wir unsere Leser*innen dazu auf Beschwerdemails an die „Bunte Kiste“ oder die Lokalpolitik zu schreiben! Kein Raum für Rechtsrock und Mimikri-Nazis – nirgendwo!

Der V-Mann „Nias“ – Teil einer gescheiterten Strategie?

Quelle: Antifainfoblatt

An einem Samstag im März 2000 gelang dem Landeskriminalamt Berlin eine außergewöhnlich erfolgreiche Durchsuchung. In der Wohnung des Deutschland-Chefs von „Blood & Honour“ (B&H), Stephan Lange, fanden Polizisten fast die komplette Korrespondenz der „Division“ Deutschland.1 Zum ersten Mal fiel der Poli­zei auch eine Satzung der Neonazi-Gruppe in die Hände, deren Mitglieder sich als die „Elite der Bewe­gung“ verstanden. In Langes VW-Bus stellte das LKA zudem 1.500 Hefte der damals neuen Ausgabe des Magazins der B&H-„Division“ Deutschland sicher. Darin: Ein langes Interview mit Thorsten Heise und ein Gespräch mit dem Autor der „Turner Diaries“ William Pierce. Neofaschisten aus zig Ländern schrieben in dem Heft, was sie zum neuen Jahrtausend sagen wollten. Der „Thüringer Heimatschutz“ zitierte dabei aus Adolf Hitlers „Mein Kampf“: „Wer leben will, der kämpfe…“

Für das LKA Berlin kam der Fund dieser Beweismittel zu einem scheinbar perfekten Zeitpunkt – die Bundesanwaltschaft hatte gerade in jener Phase angeregt, konstatiert gegen „Blood & Honour“ als Bande vorzugehen. Um die weiteren Ermittlungen abzusprechen, kamen im Juni 2000 Vertreter verschiedener Behörden in einem Büro der Berliner Staatsanwaltschaft zusammen. Das Treffen von BKA-­Beamten, Bundesanwälten, Berliner Verfassungsschützern und Staatsanwälten wäre der ideale Anlass gewesen, um mit Hilfe der neuen Erkenntnisse einen großen Schlag gegen „Blood & Honour“ zu planen.

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Finnland: Über 2000 Neonazis auf Fackelmarsch zum 100. Unabhängigkeitstag

Quelle: Sören Kohlhuber

Der 100. Unabhängigkeitstag von Finnland wurde von mehr als 2.000 Rechten in einem großen Fackelmarsch zelebriert. Zuvor demonstrierten bereits 300 Neonazis gemeinsam mit der Kameradschaft NMR (Nordische Widerstandsbewegung), mit den „Soldiers of Odin“ und „Blood & Honour Finland“. Ebenfalls vor Ort war eine Abordnung der JN, rund um den Dresdner Maik Müller.
Gegen beide Märsche richtete sich eine Demonstration von rund 2.700 Antifaschisten.
Bis auf eine Gewahrsamnahme am Start des NMR-Marsches und verbalen Austausch eine ruhige Veranstaltung. Die Polizeikräfte mussten ihre Gummischrot-Gewehre nicht einsetzen.

Bilder auf Flickr.

It‘s getting hot in Helsinki“. Heute morgen brannten Autos von führenden Neonazis in einem Vorort von Helsinki (Vantaa) direkt an einer Bar. In der Bar planten Neonazis ein Konzert für Mittwochabend – direkt nach dem Fackelmarsch. Siehe Artikel hier

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Exzess – umtriebige Neonazis aus einem rockerähnlichen Milieu

Quelle: Don‘t call it music

2010 in Strausberg bei Berlin ins Leben gerufen, ist “Exzess” aus der Rechtsrock-Szene heute nicht mehr wegzudenken. Dies mag nicht nur an ihren relativ professionellen Musikproduktionen liegen, sondern vor allem an ihrer Verbindung zu Neonazi-“Bruderschaften” wie den Berliner “Vandalen”, der “H8” aus Thüringen und Brandenburg sowie deren Nachfolger “Turonen/Garde 20”.

Sänger und Bassist von “Exzess” ist Tobias V., der in Strausberg das bandeigene Label “Exzess-Records” und die Autowerkstatt “Carofol” betreibt und in seiner Freizeit Kampfsport macht. Patrick A., Schlagzeuger bei “Exzess”, kandidierte bei den Kommunalwahlen 2008 für die rechten Partei “Deutsche Volksunion” (DVU).

An der Gitarre steht Daniel K. aus Fredersdorf-Vogelsdorf. Er ist Mitglied des Brandenburger Ablegers der 2006 in Thüringen gegründeten “Bruderschaft” “H8”. Ähnlich wie das in Deutschland verbotene “Blood & Honour”-Netzwerk und die “Hammerskins” tut sich die “H8” durch die Organisation von Nazikonzerten und die Vermarktung rechter Bands hervor. Die elitäre und martialische Selbstdarstellung dieser “Bruderschaften” übte in den vergangenen Jahren eine hohe Anziehungskraft innerhalb der Neonazi-Szene aus. Dadurch gewann man auch im Rechtsrock-Geschäft an Bedeutung – und Musiker, Produzenten und Händler als Mitglieder.

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Endless Struggle – Wehrmachtsverherrlichung aus Sachsen

Quelle: Don‘t call it music

Mit drei CDs in den Jahren 2013, 2014 und 2015 legte die sächsische NS-Hardcore-Band “Endless Struggle” – nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Streetpunk-Band aus den USA – einen fleißigen Start hin. Worin ihr “endloser Kampf” besteht, verrät die Band mit ihren Liedern. Diese handeln größtenteils vom Zweiten Weltkrieg, glorifizieren die Wehrmacht und tischen geschichtliche Lügen auf – etwa dass im Februar 1945 bei den alliierten Bombardements auf Dresden 300.000 Menschen starben.

Sänger von “Endless Struggle” ist René W., Frontmann der NSHC-Band “Brainwash” und Betreiber des Kleidungslabels “Dryve by Suizhyde”. Den Bass spielt Michael L., Mitbetreiber des neonazistischen Musiklabels und Versandhandels “OPOS Records” und Mitglied zahlreicher anderer Nazibands, darunter “Moshpit”, “Hope for the Weak” und ebenfalls “Brainwash”.

Am Schlagzeug sitzt ein weiterer Multifunktionär der rechten Musikszene: Ron P. aus dem sächsischen Flöha, der auch in den Nazibands “Heiliges Reich”, “Killuminati”, “Kraftschlag” und “Sköll Dagaz” mitwirkt, bei Reiko Sch. Projekt “Moiler” mit auf der Bühne steht und zur NSBM-Band “Permafrost” gehörte. Ron Robert P. hat kein Problem damit, in der Öffentlichkeit mit einem “Hail Victory”-Shirt herumzulaufen.

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„Weiße Weihnacht“ mit „Lunikoff“

Quelle: Blick nach Rechts

Murnau – Der NPD-Bezirk Oberbayern kündigt für den 18. Dezember einen „Vortrags- und Liederabend“ in Murnau an.

Alle Jahre wieder: Der NPD-Bezirksverband Oberbayern lässt es sich einmal mehr nicht nehmen, in der Adventszeit zu einer „Weißen Weihnacht“ nach Murnau einzuladen. Am 18. Dezember soll der Berliner Sänger Michael Regener, szenebekannt als „Lunikoff“ und früherer Kopf der Band „Landser“, auf dem Anwesen von NPD-Funktionär Matthias Polt auftreten. Als Redner ist der Landesvize der Bayern-NPD Axel Michaelis angekündigt.

Gekoppelt ist die Veranstaltung stets mit einem selbst ernannten „Sonderverkauf“ im Ladengeschäft des dortigen Onlinehandels „Versand der Bewegung“. Das geschäftliche Interesse an dem Termin wird gar nicht versucht zu kaschieren. Regener, dessen Tonträger zum Sortiment bei Polt gehören, kennt die Örtlichkeiten sehr gut. Im Juli 2015 trat er dort bereits ebenso zu einem Liederabend auf wie auch im Mai des vergangenen Jahres. (hf)

Quelle

Isoliert und trotzdem vernetzt – Rechtsrock im Landkreis Barnim (Brandenburg)

Quelle: Don‘t call it music

Im Brandenburger Landkreis Barnim existiert seit über zehn Jahren eine kleine, aber aktive rechte Musikszene. Das bekannteste Projekt aus der Region ist die Band “Preußenfront” aus Bernau. Ihr Sänger Kai H. gehörte bis Mitte der Zweitausender Jahre der “Deutschen Volksunion” (DVU) an und spielte mit seiner Band auch auf Kundegebungen und Sommerfesten der Partei.

Die Verbindung zwischen Rechtsrockszene und DVU ist in Brandenburg nichts Ungewöhnliches. Auch Klaus M., der bis heute sein Gelände in Schorfheide bei Finowfurt für Konzerte der rechten Szene bereitstellt, war ein wichtiger Ansprechpartner der Partei, bis er vor knapp fünf Jahren den Landesvorsitz der rechten Kleinstpartei “Die Rechte” in Brandenburg übernahm.

Am Bass stand bei “Preußenfront” Kai Hs Bruder Steffen H., der lokalen Kameradschaftsstrukturen entstammt. “Preußenfront” galt als Lokalmatador, schaffte es – vermutlich aufgrund ihrer öden, beliebig wirkenden Rechtsrock-Musik – jedoch nicht, auf den “großen Bühnen” der Szene aufzutreten. Aus “Preußenfront” wurde später “Klänge des Blutes”, bis auch diese Band sich im Jahr 2015 auflöste. Höhepunkt ihrer musikalischen “Karriere” war ein Beitrag auf einer Solidaritäts-CD für den jährlich stattfindenden Naziaufmarsch “Tag der deutschen Zukunft” sowie ein Auftritt auf Siegfried Borchardts Geburtstagsfeier im Jahr 2013.

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Faust – Böhse Onkelz für Arme

Quelle: Don‘t call it music

Die vor rund 15 Jahren gegründete Nazi-Band “Faust” war im Rechtsrock-Bereich in den letzten Jahre sehr gefragt. Gesang und Melodie erinnern an die Band “Böhse Onkelz”. Inhaltlich versucht “Faust” mit doppeldeutigen Texten “progressiv” zu wirken, wodurch eine Hörerschaft auch außerhalb der rechten Szene gewonnen werden konnte.

Frontmann der Band ist bis heute der nahe Potsdam wohnhafte Patrick J.. Er ist sowohl im Bereich Rechtsrock als auch in der Black-Metal-Szene musikalisch aktiv. So spielte er u.a. bei der “Blood & Honour”-Band “Kraftschlag” um Jens-Uwe A., bei “Quadriga” aus Berlin und bei “Phönix”, einem recht jungen Projekt diverser Nazi-Musiker aus Deutschland.

Im NS-Black-Metal-Bereich singt J. bei der Band “Camulos” und war bei der Gruppe “Yggdrasil” aktiv, die sich später in “Frozen Abyss” umbenannte. Bei “Camulos” spielen ebenso Paul M. aus der Nähe von Zwickau sowie Alexander K. aus dem Erzgebirge mit. M. ist mit seinem NSBM-Soloprojekt “Leichenzug” bekannt und wirkt auch bei etlichen Rechtsrock-Bands mit. Kies betreibt das Label “Fog of the Apocalypse Records” und den “Angeldust-Mailorder”.

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Ralf S. soll Wehrhahn-Anschlag monatelang vorbereitet haben

Quelle: RP-Online

Düsseldorf. Bei einem Sprengstoff-Anschlag in Düsseldorf am S-Bahnhof Wehrhahn wurden vor 17 Jahren zehn Schüler schwer verletzt. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den im Januar festgenommenen Ralf S. erhoben.

Er hat das Verbrechen von langer Hand geplant. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass Ralf S. über Monate vorbereitet hat, was am 27. Juli 2000 am Eingang zum S-Bahnhof Wehrhahn geschah. In der Anklage, die am Montag dem Gericht vorgelegt wurde, ist die Rede von mehreren Monaten, in denen S. den Anschlag vorbereitete, bei dem an jenem Sommertag neun Menschen teils schwer verletzt und das ungeborene Baby einer Schwangeren getötet wurden.

Laut Anklage hatte S. sich schon Ende 1999 über die ausländischen Schüler einer Sprachschule empört, die gegenüber seines Militarialadens an der Gerresheimer Straße unterrichtet wurden. 17 Jahre nach der Tat ist es der Kripo gelungen, mindestens einen Mann aus der damaligen Neonazi-Szene ausfindig zu machen, der in S.‘ Auftrag die Besucher des Deutschkurses einschüchtern sollte. Als die Sprachschüler sich dagegen mit einer demonstrativen Aktion wehrten, war das laut Anklage die Initialzündung für einen perfiden Plan.

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Spuck-Attacke auf Juden kommt Neonazi teuer zu stehen

Quelle: Tagesanzeiger

Ein Neonazi soll wegen Rassendiskriminierung für 28 Monate ins Gefängnis. Der einschlägig vorbestrafte Mann soll in Zürich-Wiedikon einen Juden bespuckt und beschimpft haben.

Der Vorfall im Juli 2015 sorgte für Schlagzeilen: Eine rund 20-köpfige Gruppe Rechtsradikaler hatte in Wiedikon auf offener Strasse einen orthodoxen Juden angegriffen. Die Männer hatten in und um eine Bar beim Manesseplatz einen Polterabend gefeiert. Dabei soll der Rädelsführer, ein einschlägig vorbestrafter Neonazi, einen orthodoxen Juden bespuckt und beschimpft haben. Beim heute 30-jährigen Beschuldigten handelt es sich um Kevin G.*, der im Zürcher Unterland wohnt. Er ist als Frontmann der rechtsradikalen Rockband Amok bekannt geworden.

Laut Anklageschrift, die dieser Zeitung vorliegt, hatte der Beschuldigte zwar Alkohol getrunken, er war nach eigenen Angaben «in angeheitertem Zustand», jedoch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte. Er bespuckte den orthodoxen Juden auf dem Trottoir der Uetlibergstrasse dreimal, «um seiner Verachtung Ausdruck zu verleihen». Er traf den Juden am Hut, im Gesicht und im Schulterbereich.

Dann verfolgte er den Juden, der schnell davonging und rief ihm «Scheissjude», «Wir werden euch alle vergasen», «Wir schicken euch nach Auschwitz» nach. Dabei streckte er den Arm zum Hitlergruss aus und rief «Heil Hitler». Später versuchte er, den Juden zu schlagen, wurde jedoch von Passanten daran gehindert.

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Braune Live-Musik auf dem Vormarsch

Quelle: Blick nach Rechts

Für die rechtsextreme Szene haben Musikveranstaltungen nach wie vor große Bedeutung. In den ersten neun Monaten dieses Jahres ist deren Anzahl deutlich angestiegen.

Im dritten Quartal des laufenden Jahres gab es bundesweit an jedem zweiten Tag mindestens ein Rechtsrock-Konzert beziehungsweise eine Veranstaltung von Neonazis mit Live-Musik. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung hervor. Demnach fanden im Bundesgebiet zwölf Rechtsrock-Konzerte und 22 neonazistische Liederabende statt sowie 23 sonstige Veranstaltungen wie Kundgebungen und Aufmärsche mit Live-Musik von rechtsextremen Bands und Liedermachern. Wegen der noch nicht eingearbeiteten Nachmeldungen dürfte die Gesamtzahl derartiger Veranstaltungen noch steigen.

Neben nicht veröffentlichten „vertraulichen Informationen“ der Verfassungsschutzbehörden hat die Bundesregierung zu mehr als der Hälfte der gesamten Veranstaltungen offene Informationen vorgelegt. Danach fanden die meisten Rechtsrock-Konzerte, Liederabende und Veranstaltungen mit brauner Live-Musik in Thüringen statt, am zweithäufigsten wurden sie in Sachsen durchgeführt.

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Braune Saubermänner

Quelle: Blick nach Rechts

Die Zahl von sozialen Kümmerer-Aktionen aus dem rechten Lager ist zuletzt massiv angestiegen. So werden Weihnachtsfeiern für Kinder veranstaltet, unter dem Motto „Deutsche helfen Deutschen“ Spendensammlungen und Verteilaktionen für Bedürftige und Obdachlose organisiert.

Gerade in der Vorweihnachtszeit wollen Neonazis oder rechtsextreme Gruppen ihr Image aufpolieren und Anhänger unter Bedürftigen rekrutieren. Zugleich soll aber auch suggeriert werden, dass der Staat, und damit ist zugleich immer „das System“ gemeint, auf seinen unterschiedlichen Ebenen keine verlässliche Sozialarbeit leistet und auch die etablierten Wohlfahrtsverbände und Kirchen dies nur bedingt schaffen. Wenn plötzlich Weihnachten propagiert wird, so ist das zugleich auch die Botschaft, christliche Werte über die anderer Religionen zu stellen.

Bereits beim Thema Kindesmissbrauch schaffte es die rechte Szene, sensible Aufmerksamkeit für sich zu verbuchen. Ähnlich perfide werden Kinder nun auch in der Adventszeit instrumentalisiert. So lud der thüringische NPD-Funktionär Patrick Wieschke am 2. Dezember in Eisenach in die dortige Parteizentrale zur jährlichen Kinderweihnachtsfeier ein. Im Anschluss daran konnten sich die Erwachsenen an den Ausführungen des langjährigen Neonazis Meinolf Schönborn und den Balladen der Rechtsrock-Band „Faust“ erfreuen. (bnr.de berichtete) Ein Parteilogo tauchte bei den Einladungsaufrufen nirgends auf. Und auch die Gaststätte „Titanic“ in Neumünster, Treffpunkt der rechten Szene, in der zuletzt immer wieder Parteiveranstaltungen der NPD stattgefunden haben, bleibt sich treu und präsentiert wie in Jahren zuvor den Nikolaus, „um unsere lieben Kleinen zu verwöhnen“.

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OSS-Führung rechtskräftig verurteilt

Quelle: Blick nach Rechts

Das Urteil gegen die rechtsterroristische Vereinigung „Oldschool Society“ (OSS) ist rechtskräftig. Im März verurteilte der 8. Strafsenat des Münchner Oberlandesgerichts (OLG) das Führungsquartett der OSS zu mehrjährigen Haftstrafen. Die zwei als Rädelsführer verurteilten Neonazis waren per Revision gegen das Urteil vorgegangen. Mitte November hat der Bundesgerichtshof das letzte der Rechtsmittel verworfen.

Rechtsanwalt Jan P. hielt eine Haftstrafe von fünf Jahren für seinen Mandanten für überzogen. Er legte für den „Vizepräsidenten“ der Gruppe, Markus W., Revision gegen das Urteil des Münchner Staatsschutzsenates ein. Damals sagte P. dem „blick nach rechts“, er habe „Sorge, dass die Beobachtung und Begleitung der OSS durch den Verfassungsschutz nicht ausreichend berücksichtigt wurde“. Die Mindeststrafe für Rädelsführer einer terroristischen Vereinigung liegt bei drei Jahren. (bnr.de berichtete) Der Bundesgerichtshof (BGH) erkannte allerdings keine Rechtsfehler an dem Urteil und verwarf das Rechtsmittel auf Antrag des Generalbundesanwalts einstimmig als offensichtlich unbegründet, wie die Pressestelle des BGH gegenüber bnr.de bestätigte. Das Karlsruher Gericht erkannte keine Rechtsfehler an dem Urteil aus München.

Auch der „Präsident“ der OSS, Andreas H., ging gegen das Urteil vor. Sein Verteidiger, Michael R., hielt das Urteil für fehlerhaft: „Der Innenminister de Maizière hat das Urteil als Zeichen der Entschlossenheit des Rechtsstaats begrüßt. Mir wäre ein Zeichen des Rechtsstaats deutlich lieber gewesen“, begründete der Rechtsanwalt seine Entscheidung damals. Gegen Hafterleichterungen für seinen Mandanten zog er das Rechtsmittel allerdings zurück, bevor es zu einer Entscheidung kommen konnte. Damit bleibt es bei viereinhalb Jahren Haft für den ehemals selbstständigen Maler aus Augsburg.

Die „Schriftführerin“ der Truppe, Denise G., muss drei Jahre und zehn Monate Haft absitzen, „Pressesprecher“ Olaf O. wurde zu drei Jahren verurteilt und ist inzwischen aus dem Gefängnis entlassen.

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“Kraft durch Froide” – Stumpf ist Trumpf

Quelle: Don‘t call it music!

Die Berliner Rechtsrock-Band “Kraft durch Froide” wurde offiziell 1982 gegründet und gehört damit zu den dienstältesten Bands im rechten Musikbusiness. In ihrer Ur-Besetzung war die Band aber nur bis 1987 aktiv. Dann löste “Kraft durch Froide” sich auf, da ihr damaliger Schlagzeuger Andreas P. nicht nur u.a. Mitglied der später verbotenen Neonazi-Organisation “Nationalistische Front”, sondern auch alkoholabhängig war. Angeblich war die politische Betätigung P.s den anderen Bandmitgliedern zu weit rechts, woraufhin sich die Gruppe auflöste.

Im Jahr 1999 soll dann die Neugründung stattgefunden haben, erste Auftritte bestritt die Band aber erst ab 2014. Den Gesang übernimmt nun Andreas R. aus Berlin, der noch zur Originalbesetzung der Band gehört. Rene Sch. aus Köthen spielt Gitarre, der Brandenburger “Gessi” den Bass. Holm G. aus Magdeburg sitzt am Schlagzeug.

Rene Sch. war bis 1996 Sänger der Band “Kampfzone” aus Sachsen-Anhalt und wirkte auch bei den Bands “Open Violence” und “Last Riot” mit. Holm G. spielte ursprünglich in der nicht-rechten Oi-Band “Restrisiko” und war Mitbegründer des Labels “Bandworm Records”. Später gehörte er den Nazi-Bands “Commieknockers” bzw. “Strongside” sowie “Last Riot” an und sitzt aktuell auch bei der Naziband “Barricades” aus Sachsen-Anhalt am Schlagzeug.

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Painful Life – NS-Hardcore vom Dorf

Quelle: Don‘t call it music!

Seit 2007 ist “Painful Life” aus dem Bördekreis (Sachsen-Anhalt) eine treibende Kraft innerhalb der selbsternannten “NSHC”-Szene. Die explizite Zugehörigkeit zu dieser Nische der rechten Musikszene scheint den Neonazi-Musikern wichtig zu sein. Schon 2009 war “Painful Life” auf Konzerten anzutreffen, bei denen beispielsweise veganes Essen angeboten wurde. Ähnlich wie die Verwendung linker Styles durch die “Autonomen Nationalisten” war das damals nicht unumstritten. Tatsächlich fand die NSHC-Szene samt ihrem Lifestyle in den letzten Jahren vor allem unter den jüngeren Neonazis Gehör. Heute versteht sich diese Szene als “Speerspitze der nationalen Bewegung”. “Painful Life” und das Umfeld der Band waren an dieser Elitenbildung maßgeblich beteiligt.

Der Sänger von “Painful Life” ist Stefan “Willi” W. Er kommt aus dem Raum Angern und war dort schon vor über zehn Jahren aktiv. Heute ist W. auch Mitglied der Gruppe “Wardon 21”, die den “Straight Edge”-Lifestyle propagiert und die rechte Szene motivieren möchte, sich körperlich zu betätigen und Drogen abzulehnen. Damit fördere man die “Wehrhaftigkeit des Volkes”. Mit “Wardon 21” nahm W. im Jahr 2017 an den rechten Kampfsportturnieren “Kampf der Nibelungen” in Kirchhundem (Nordrhein-Westfalen) und “Force et Honneur” in Frankreich teil.

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Dennis “Denny” S. – von der Skinhead-Krake zum NS-Hardcore-Kid

Der am 19. November 1973 geborene und im Raum Mansfeld (Sachsen-Anhalt) lebende Dennis S. war in den Neunzigern vor allem als Sänger der “unpolitischen” Oi-Band “Kampfzone” bekannt. Gemeinsam u.a. mit Holm G. (Schlagzeug) bestritt “Denny” zahlreiche Konzerte in der Grau- und Braunzone.

Holm G. war früher bei der Oi-Band “Restrisiko” aktiv und an der Gründung des Labels “Bandworm Records” aus Magdeburg beteiligt, stieg allerdings nach einiger Zeit aus dem Vertrieb aus. Später spielte G. bei “Last Riot” um Rene S. aus Köthen und – zusammen mit Dennis S. – bei der Naziband “Commieknockers”, die sich bald in “Strongside” umbenannte. Aktuell sitzt Holm G. bei der Berliner Naziband “Kraft durch Froide” am Schlagzeug.

Dennis S. wirkte auch in den Bands “Hässlich” und “Hate Soldiers” mit. “Hate Soldiers” war die Band von Marcel M. (Gesang), dem Bruder des bekannten Neonazis Enrico M., auf dessen Grundstück in Allstedt-Sotterhausen bis heute ein Großteil der Rechtsrock-Konzerte in Sachsen-Anhalt stattfinden. Der Band soll auch der örtliche NPD-Kommunalwahlkandidat Maik R. angehört haben. Die “Hate Soldiers” lösten sich 2008 auf, weil der Schlagzeuger Christian K. eine mehrjährige Haftstrafe antreten musste. Er hatte sich im Januar 2007 an einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Sangershausen beteiligt, im Anschluss an eine Feier bei Enrico Marx.

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Ein identitäres Haus in Halle

Quelle: Antifainfoblatt

Juni 2017: Auf den Seiten der rechten Initiative „Ein Prozent für unser Land“ und der rechten Zeitschrift „Sezession“ wird ein „Hausprojekt“ angekündigt. Neben dem „Institut für Staatspolitik“ (IfS) in Schnellroda und der „Bibliothek des Konservatismus“ in Berlin soll es einen weiteren Anlaufpunkt für die sogenannte ‚Neue Rechte‘ geben. Für Renovierung, Sicherheit und laufende Kosten wird um Spenden geworben. Es handelt sich um einen viergeschossigen Altbau in der Adam-Kuckhoff-Straße in Halle, direkt gegenüber des Steintorcampus der Martin-Luther-Universität. Mit Dorian Sch., Mario Müller, Melanie Schmitz und Florian M. will ein Großteil der Führungsriege der identitären „Kontrakultur Halle“ zukünftig dort wohnen und wirken.

Gastbeitrag von „Sachsen-Anhalt Rechtsaussen“

Der Gründer der Titurel-Stiftung, Helmut Englmann aus Johannesberg (Unterfranken), ist seit Januar 2017 Eigentümer des Hauses. Die Stiftung fungiert vor allem als Förderinstrument des IfS. Als Ansprech­partner tritt Andreas Lichert (Funktionär der AfD und des Vereins für Staatspolitik) auf, die Domain ist auf das IfS registriert, als administrativer Ansprechpartner wird Götz Kubitschek angegeben. Neben dem Sammeln von Unterstützungsgeldern wurden durch die Stiftung auch ’neurechte‘ Autoren gefördert. Das Haus dient zudem als Sitz einer Werbeagentur, der „Mosaik Kommunikation“. Als Unternehmensdach fungiert hier die Lichert GmbH von Andreas Lichert, die Web-Domain der Agentur ist auf Simon Kaupert registriert.

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Und wieder mal Neukölln

von Sven Kames
Magazin „der rechte rand“ Ausgabe 166 – Mai 2017

Revival der militanten Anti-Antifa? In Berlin gibt es eine Serie von Anschlägen auf Alternativprojekte und Autos und Wohnungen von Linken. Das Vorgehen erinnert an ähnliche Vorfälle vor einigen Jahren.

»Rote Drecksau« prangt in riesigen Lettern auf der Fassade eines Mietshauses in Berlin-Neukölln. Daneben ist der Name eines Hausbewohners gesprayt, das Klingelschild mit roter Farbe markiert. Die Botschaft dieser Drohaktion im Februar ist klar: »Pass bloß auf, wir wissen, wo du wohnst!« Solche Sprühaktionen hat es seit dem Jahresende 2016 in mehreren Wellen in Berlin gegeben. Meist traf es Häuser im Stadtteil Neukölln, manchmal auch im Wedding, in Schöneberg oder in Kreuzberg. Das Muster der nächtlichen Aktionen ähnelt sich genauso wie die Wortwahl und die Schriftbilder.
Doch diese Drohgebärden gehören zu den harmloseren Taten, die derzeit von Neonazis in Neukölln begangen werden. Deutlich beunruhigender als die Sprühereien sind die Brandstiftungen und weitere schwerwiegende Angriffe. So wurde im Februar das Auto einer gegen Rechts engagierten Historikerin in Brand gesteckt und brannte aus. Ähnliches ereignete sich Mitte Januar: Nachts wurde das Auto einer antifaschistisch aktiven Neuköllner SPD-Abgeordneten angezündet. Ebenfalls im Januar gab es einen Brandanschlag auf das Auto eines Buchhändlers. In der gleichen Nacht brannte das Auto eines gegen Neonazis aktiven Gewerkschafters.
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Siehe auch: „Sinkende Hemmschwellen“

Don‘t Call it Music!

Der Adventskalender, der besonderen Art:

Für die einen ist es eine lukrative Einnahmequelle, für die anderen Aufputschmittel und Einstiegsdroge in die Neonazi-Szene. Dieser Adventskalender wird die erste Seite beleuchten: Musiker, Labels und Versände, die jene Musik produzieren und verteiben, welche oft verharmlosend „Rechtsrock“ genannt wird und zu oft als Begleitmusik zu Mord und Totschlag dient.

Tobias Wirth – dem “Ödi” wird’s nie öde

By Don‘t Call it Music! on December 1, 2017

Der am 8. September 1986 geborene und in Helmbrechts (Oberfranken) wohnhafte Neonazi Tobias W.,, genannt “Öddi” oder “Ötti”, ist seit mindestens zehn Jahren in verschiedenen Nazibands in Bayern und Sachsen aktiv.

Tobias W. entstammt dem “Kameradschaftbund Oberfranken”. Innerhalb der Musikszene scheint er sowohl der Bruderschaft der “Hammerskins” als auch dem in Deutschland verbotenen “Blood & Honour”-Netzwerk nahezustehen. Wirth war in den letzten Jahren bundesweit auf vielen Neonazi-Aufmärschen anzutreffen, etwa am 1. Mai 2009 in Weiden oder am 1. Mai 2017 in Gera. Der Aufmarsch in Gera wurde von der Neonazi-Partei “Der III. Weg” organisiert. Ein Großteil von W. politischem Umfeld ist in den Reihen dieser Partei zu finden.

Wirth arbeitet bei der Firma HelLaTec (“Helmbrechtser Laminier Technik GmbH”) und trainiert Kampfsport im “Martial Mates Gym” in Hof. Er nahm u.a. 2016 an der “NAGA Grappling Championship” in Limburg teil. Auch auf Seminaren des “Shuri Gym” in Plauen wurde er gesichtet.

Seine musikalische Laufbahn begann Wirth 2005 mit der Band “Braune Brüder” aus dem Raum Hof, bei der der “Hammerskin” Tony Gentsch an der Gitarre stand. Gentsch war Kader des verbotenen “Freien Netz Süd” und ist derzeit “Gebietsleiter” der Neonazi-Partei “III. Weg”. Die Band trat fast ausschließlich im regionalen Rahmen auf, größtenteils im Umfeld der Kameradschaften “Braune Teufel Vogtland/Alcoholocaust” um David Köckert, “Schwarzer Orden Vogtland” um Olaf Martin und des “Kameradschaftsbund Hochfranken”, in dem Gentsch ebenfalls aktiv war.

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