Archiv für Januar 2018

„Seit 1992 ein Spitzel“

Quelle: NSU-Watch Brandenburg

Ein Interview mit Rechtsanwalt Christoph Kliesing über den NSU-Untersuchungsausschuss in Potsdam und die Anwerbung des brandenburgischen Neonazi-V-Manns Carsten Szczepanski. Er wurde am 11. Januar 2018 als Zeuge im Brandenburger Untersuchungsausschuss gehört.

Christoph Kliesing kennt den Brandenburger Neonazi-V-Mann Carsten Szczepanski seit 25 Jahren. Als Nebenklagevertreter war der Berliner Rechtsanwalt für den nigerianischen Lehrer Steve Erenhi tätig, der im Mai 1992 in Wendisch-Rietz von Neonazis fast ermordet worden war. Anführer der rassistischen Meute war Carsten Szczepanski, spätestens ab 1994 und bis zu seiner Enttarnung im Jahr 2000 unter dem Decknamen „Piatto“ V-Mann des Brandenburger Verfassungsschutzes. Rechtsanwalt Kliesing hält es für eine dringende Aufgabe des derzeitigen Potsdamer NSU-Untersuchungsausschusses zu klären, ob Szczepanski nicht schon vor 1994 für einen staatlichen Dienst arbeitete. Die bisherige Arbeit des Ausschusses kritisiert er als unzureichend.

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Rechtslastige „Nacht der Subkulturen“

Quelle: Allgäu Rechtsaußen

Im Juni sollen Bands mit rechtsradikalen Verbindungen auf einer Tattoo Convention auftreten. Ein Organisator war Nazi-Skinhead der ersten Stunde. Inzwischen habe er sich einer unpolitischen Szene zugewandt.

»Durch die Tattoo-Convention haben wir viele Menschen an einen Ort zusammengeführt und da wollten wir in diesem Rahmen einfach etwas Gutes tun und diese Chance nutzen«, erklärte Thorsten Krekeler zwei Wochen nach der ersten zusammen mit seiner Frau Michaela Krekeler organisierten Tattoo Convention in der Alsfelder Hessenhalle im Juni 2017 gegenüber Oberhessen Live. Insgesamt zwei Spendenboxen sollen die Veranstalter im letzten Jahr zum Sammeln von Spenden auf ihrem Tattoo Event verteilt haben. Die dadurch gesammelten 800 Euro übergab man öffentlichkeitswirksam der Kinderkrebshilfe Strahlemännchen e.V.

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Neonazis passen Journalisten ab

Quelle: Allgäu Rechtsaußen

Neonazis passen Journalisten ab, drohen und tauchen später bei einem davon zu Hause auf.

Am Montag, den 22. Januar, passte mehr als ein halbes Dutzend Neonazis Journalisten an der Außenstelle Memmingerberg des Amtsgericht Memmingen ab. Der Sänger der bekannten Neonaziband Faustrecht, Norbert »Nogge« Lecheler, und Anhänger der rechtsradikalen Skinheadkameradschaft Voice of Anger verfolgten zwei Reporter von Allgäu ⇏ rechtsaußen beim Verlassen des Gerichtsgebäudes während weitere Neonazis sich vor dem Gebäude aufgebaut hatten und photographierten.

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Arisches Blut.mp3

Quelle: taz

Seit Jahren tobt im Reservistenverband ein erbitterter Streit. Es geht um rechtsextreme Musikdateien und die Rolle des Verfassungsschutzes.

BERLIN/SCHWERIN taz | Angenommen, Sie sind Chef. Und dann finden Sie bei einem Ihrer Mitarbeiter Hunderte Dateien rechtsextremistischer Musik. Wollen Sie diesen Mann weiter für sich arbeiten lassen? Nein – oder?
So ein Mitarbeiter soll Thomas K. sein. Er arbeitet für den Reservistenverband in Mecklenburg-Vorpommern. Am 23. Januar 2014 schließen Kollegen eine Festplatte K.s an ihren Computer an, um Fotos zu suchen. Sie können sie nicht finden. Also starten sie eine Software, mit der sich Dateien wieder herstellen lassen. Auf K.s Datenträger taucht ein riesiges Verzeichnis auf, insgesamt über 240.000 Dateinamen. Darin: Adresslisten des Reservistenverbands, Bilder von Verbandsveranstaltungen, private Fotos und Filme, zum Beispiel: Asterix erobert Rom. Nicht die privaten Daten sind brisant. Brisant ist die kaum enden wollende Liste mutmaßlich rechtsextremistischen Inhalts.

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136 Immobilien unter Kontrolle von Neonazis

Quelle: Schaumburger Nachrichten

Vom Gasthaus bis zum Festivalgelände: Rechtsextreme sollen in Deutschland 136 Immobilien kontrollieren. Diese Zahl veranschlagt die Bundesregierung in einem Bericht. Politiker der Linken sprechen von rechtsfreien Räumen für Tausende Neonazis.

Berlin. Das Gasthaus „Goldener Löwe“ im thüringischen Kloster Veßra bietet ganz besondere „Geburtstagsangebote“. An einigen Tagen kosten Schnitzel und Brötchen mit Hackbuletten jeweils „nur 8,88 Euro“. Avancen dieser Art fallen bevorzugt auf den 20. April – den Geburtstag Adolf Hitlers. Der Preis fürs „Führerschnitzel“ spielt auf den ehemaligen deutschen Diktator an. Die „8“ markiert in Neonazi-Kreisen den achten Buchstaben im Alphabet. Zweimal „8“ bedeutet zweimal „H“ – das Kürzel für den Führergruß „Heil Hitler“.

Das weiße, mittelalterlich anmutende Fachwerkhaus, in dem Ex-NPD-Mitglied Tommy Frenck seine Adolf-Hitler-Gedächtnis-Burger anbietet, findet sich auf einer Liste mit 136 Immobilien, über die Neonazis und Rechtsextremisten laut Bundesinnenministerium (Stand: 31. Dezember 2017) frei verfügen und die sie für politische Zwecke nutzen können.

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Persilschein für KC-Auftritt

Quelle: Blick nach Rechts

25.01.2018 – Aachen/Hückelhoven – Das Verwaltungsgericht Aachen hat entschieden, dass ein Verbot eines Auftritts der rechtsextremen Bremer Hooligan-Band „Kategorie C“ (KC) bei den „Outlaws“ im Grenzland zwischen Aachen und Mönchengladbach formal rechtswidrig war.

Die Stadt Hückelhoven (Kreis Heinsberg) hatte Ende April 2017 ein im Ortsteil Baal im Clubhaus des „Outlaws MC Heinsberg“ geplantes Konzert der Band aus Bremen verboten. Das Verbot war nach einer Klage des örtlichen „Outlaws“-Präsidenten vor dem Verwaltungsgericht Aachen in einem Eilverfahren zuerst bestätigt worden. Das Verbot wurde indes in einem Hauptsacheverfahren weiter angefochten. Das Verwaltungsgericht entschied nun, dass die Verfügung formal mangelhaft und nicht ausreichend begründet gewesen sei.

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„Sturmwehr“ im „Zuchthaus“

Quelle: Blick nach Rechts

Hamm – Ausgerechnet am 27. Januar – dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust – soll im „Zuchthaus“ in Hamm ein Neonazi-Konzert stattfinden.

Die Gruppe „haekelclub590 – antifaschistisches jugendbündnis hamm“ weist aktuell darauf hin und hat zugleich die Kopie einer bis dahin nur in der rechtsextremen Szene selbst verbreiteten Einladung publiziert. Schon am 26. Dezember 2017 hatte jedoch eine bekannte Rechtsextremistin aus Ostdeutschland die Ankündigung nach bnr.de-Recherchen öffentlich über den Kurznachrichtendienst Twitter weiterverbreitet. Demnach soll im „Zuchthaus“ ein „Balladenabend“ anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Räumlichkeiten in Hamm stattfinden. Auftreten sollen zwei Musiker der Rechtsrock-Band „Sturmwehr“ sowie ein oder mehrere weitere Musiker unter dem Label „Der Knappe“.

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Entsteht in Memmingen ein Treff für Neonazis?

Quelle: Bayerischer Rundfunk

Um eine privat betriebene Gartenschänke am Gelände des Kleingartenvereins Memmingen rumort es. Vor zwei Jahren wurde das Haus an ein Mitglied der Neonazi-Gruppe „Voice of Anger“ verkauft – auch die Stadt konnte das nicht verhindern.

Eigentlich wollte der Kleingartenverein selbst die Gartenschänke vor zwei Jahren kaufen, doch dafür reichte das Geld nicht. Dann griffen die Mitglieder von „Voice of Anger“ das Angebot auf. Voice of Anger gilt als Skinhead-Kameradschaft, die 2002 in Memmingen gegründet wurde. Seitdem hat sich die Gruppierung innerhalb der rechtsextremistischen Szene etabliert.

Bundesgerichtshof erklärte Verkauf an Skinheads für rechtmäßig
Der Verkauf an die Voice of Anger-Gruppe gefiel daher fast niemandem in Memmingen. Zuerst gab es einen massiven Rechtsstreit zwischen den Rechten und der Stadt. Am Ende entschied der Bundesgerichtshof, und zwar gegen die Stadt.

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Tagung zu rechtsextremistischer Musik in Rostock

Quelle: Nordkurier

Rechtsextremistische Musik ist laut Experten immer schwieriger als solche zu identifizieren. Auf einer Tagung in Rostock diskutieren Fachleute über neue Entwicklungen in der Szene.

Experten aus ganz Deutschland diskutieren am Freitag und Samstag in Rostock auf einer Fachtagung über neue Entwicklungen in der rechtsextremistischen Musikszene. Die Stile der Musik hätten sich ausdifferenziert, dies erschwere es, ihren ideologischen Gehalt zu erkennen, erklärte Musikprofessorin Yvonne Wasserloos von der Rostocker Hochschule für Musik und Theater (HMT).

Zu der Tagung „Rechtsextremismus – Musik und Medien” erwarten die Organisatoren rund 70 Teilnehmer, unter anderem aus Musikwissenschaft und -pädagogik, Politik- und Geschichtswissenschaft.

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NSU-Unterstützer in Franken?

Quelle: Blick nach Rechts

15.01.2018 – In ihren Plädoyers im NSU-Prozess in München wiesen Vertreter der Nebenklage eindringlich auf eklatante Aufklärungslücken hin. Auch der Schwerpunkt Nürnberg mit drei rassistisch motivierten Morden und einem Anschlag rückte noch einmal in den Blickpunkt.

Wenn der NSU-Prozess im Sommer 2018 mit dem offiziellen Fazit endet, für die rechtsextreme Terrorzelle, die zehn Morde, drei Anschläge und zahlreiche Raubüberfälle mit vielen Verletzten, waren im Kern nur Beate Zschäpe sowie die beiden verstorbenen Haupttäter Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos verantwortlich, dann sollten wichtige Hinweise und Indizien, die auf ein breiteres neonazistisches Mitwisser- und Unterstützerfeld verweisen, dennoch nicht in Vergessenheit geraten. Neun Ermittlungsverfahren sind in dieser Sache bei der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe noch anhängig, kaum jemand aber rechnet damit, dass es zur Anklage kommen wird. Doch wird das Netzwerk nicht enttarnt und ausreichend darüber aufgeklärt, könnten militante Neonazis es als Sieg werten. Der rechte Terror geht weiter.

Kontinuitäten sind ohnehin erkennbar. Auch nach dem Auffliegen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ bildet Bayern das Zentrum rechtsterroristischer Aktivitäten. Von zehn Morden des NSU wurden fünf in dem Bundesland, davon allein drei in Nürnberg verübt. Der erste Sprengstoffanschlag 1999 und die erste Erschießung 2000 fanden hier statt. Letzte Woche ging die Nebenklagevertreterin, Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz, in ihrem Plädoyer vor dem Oberlandesgericht München insbesondere auf mögliche Zusammenhänge zwischen NSU und der Neonazi-Szene der fränkischen Stadt ein. Sie warf die Frage auf, ob es sich bei der Motivation zum Töten nicht nur um Rassismus und Hass, sondern auch um Rache gehandelt haben könnte?

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„Sturmwehr“ im „Zuchthaus“

Quelle: Blick nach Rechts

Hamm – Ausgerechnet am 27. Januar – dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust – soll im „Zuchthaus“ in Hamm ein Neonazi-Konzert stattfinden.

Die Gruppe „haekelclub590 – antifaschistisches jugendbündnis hamm“ weist aktuell darauf hin und hat zugleich die Kopie einer bis dahin nur in der rechtsextremen Szene selbst verbreiteten Einladung publiziert. Schon am 26. Dezember 2017 hatte jedoch eine bekannte Rechtsextremistin aus Ostdeutschland die Ankündigung nach bnr.de-Recherchen öffentlich über den Kurznachrichtendienst Twitter weiterverbreitet. Demnach soll im „Zuchthaus“ ein „Balladenabend“ anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Räumlichkeiten in Hamm stattfinden. Auftreten sollen zwei Musiker der Rechtsrock-Band „Sturmwehr“ sowie ein oder mehrere weitere Musiker unter dem Label „Der Knappe“.

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Grüne: Verbotenes Neonazi-Netzwerk organisiert Ostritzer Festival mit

Quelle: Sächsische Zeitung

Zu den Organisatoren des geplanten Festivals „Schild und Schwert“, zu dem die NPD am 20. April, dem Geburtstag Adolf Hitlers, nach Ostritz einlädt, soll auch das verbotene „Blood and Honour“-Netzwerk gehören. Das berichtet die sächsische Partei Bündnis 90/Grüne. Deren Landtagsabgeordneter Valentin Lippmann hatte dazu eine Kleine Anfrage an Sachsens Innenministerium gestellt. „Die Antworten von Innenminister Roland Wöller (CDU) legen offen, dass dem Innenministerium die Zugehörigkeit einiger Bands, Interpreten und Redner beim Neonazi-Festival in Ostritz zum verbotenen ‚Blood and Honour‘-Netzwerk bekannt ist“, schreiben die Bündnisgrünen. „Blood and Honour“ ist ein weltweites Netzwerk von Neonazis, das mit „Combat 18“ auch über einen bewaffneten Arm verfügt. Ziel des Netzwerkes sei es, neonazistische Bands miteinander zu koordinieren und die nationalsozialistische Ideologie zu verbreiten, so die Grünen. In Deutschland ist „Blood and Honour“ seit 2000 verboten.

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Rechtes Gedankengut in sozialen Berufen

Quelle: Emanzipatorische Antifa Potsdam

Vor wenigen Wochen wurde die Öffentlichkeit darauf hingewiesen, dass Personen mit einem rassistisch geprägten Menschenbild in sozialen, staatlich geförderten Einrichtungen in Potsdam tätig sind bzw. waren. Erzieher*innen, die sich nicht von Neonazis abgrenzen können oder wie im aktuellen Fall, Sozialarbeiter*innen, die eng mit der neonazistischen Szene verbunden sind.

Auch wir wollen darauf aufmerksam machen und die Ignoranz, das Hinnehmen dessen bzw. das Stillschweigen der Öffentlichkeit anmahnen. Warum ist das so wichtig? Ein kurzer Rückblick in die letzten 15 Jahre:

In Potsdam und Umgebung liefert der Jugendclub Fahrland ein aussagekräftiges Beispiel für eine mehrjährige akzeptierende Jugendarbeit mit Neonazis. Die Auswirkungen sind noch heute spürbar. So entstand in den Jahren 2005 bis 2010 im Jugendclub Fahrland eine Neonazi-Generation, die zum Teil heute noch aktiv ist. Dazu gehören Personen wie Dustin Sch., einer der Köpfe hinter der Gruppierung “Freies Potsdam”, aber auch Paddy B., Benjamin Oe. [1] und viele weitere.

Der frühere Jugendclubleiter und heutige Geschäftsführer des Treffpunkt Fahrlands e.V. Thomas L. hat in der Vergangenheit die Heranwachsenden lieber in Schutz genommen. Er äußerte während einer Beiratssitzung im September 2007, “dass es in Fahrland mehr Probleme mit Linken als mit Rechten gäbe. Zudem seien die rechten Jugendlichen in seinem Club alle gewaltfrei, würden durch ihre Anwesenheit ‚nicht absichtlich‘ andere Jugendliche verdrängen und ‚uns nicht für ihre Interessen‘ ausnutzen” [2]
Diese weitverbreitete Meinung ist in unseren Augen nicht akzeptabel. Gegenüber Neonazis muss immer klare Kante bewiesen werden, sei es auf der Straße oder im Jugendclub! Verantwortlich dafür sind wir alle!

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Ein Neonazi als Kickboxtrainer

Quelle: Antifa Recherche Potsdam & Umland

Eindrücklich beschreibt die aktuelle Kampagne „Runter von der Matte – Kein Handshake mit Nazis“, wie die neonazistische Kampfsportszene aufgestellt ist und wie wichtig es ist, wachsam zu bleiben, wenn Rassist_innen und Neonazis Kampfsport betreiben. Vorstellungen wehrhafter Männlichkeit und völkisch-rassistisch imaginierter Körperkult – so können Neonazis ihre sportlichen Aktivitäten ideologisch aufladen und sich einen „tieferen“ Sinn einreden.

Gerade Kampfsport oder Kampfkünste sowie Selbstverteidigungstechniken können, durch die Propagierung einer vermeintlichen „Überfremdung“, dem „Schutz des eigenen Volkes“ oder der „Verteidigung“ wahlweise Deutschlands oder Europas, popkulturell und niedrigschwellig politisch instrumentalisiert werden. Unter dem Deckmantel des Sportes können so neonazistische Modelabels Geld verdienen und auf Kampfsportevents der Neonazi- Szene wird sich vernetzt.

Auch in Potsdam sind Ausprägungen dieser Szene, oft gemischt aus Neonazis, Sicherheitsgewerbe und Rocker-Strukturen, zu beobachten. In der Vergangenheit fanden in der Stadt mehrere Events mit Beteiligung dieser Mischszene statt. Aber auch in einem vermeintlich seriöseren Milieu, dem universitären Kontext, ist es Neonazis möglich, sich entsprechend zu betätigen – als Trainer ist beispielsweise der langjährige Neonazi Tom F. im Zentrum für Hochschulsport der Universität Potsdam engagiert. Hier leitet er jeden Dienstag und Freitag Kickbox-Kurse.

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Eine verfestigte Szene

Quelle: Lotta-Magazin

Neonazismus in Hamm – ein aktueller Überblick

Behörden und Lokalmedien sind sich einig: Die Neonazi-Szene im westfälischen Hamm befinde sich auf dem Rückzug. Dabei haben sich lediglich die Schwerpunkte der Szene verschoben. Statt Parteiaufbau setzt man aktuell auf die Festigung einer rechten Erlebniswelt. In keiner anderen NRW-Stadt fanden in den letzten zwei Jahren so viele Rechtsrock-Events statt.

Hamm galt viele Jahre als Neonazi-Hochburg. Diesen Ruf begründete seit 2003 die „Kameradschaft Hamm“ (KSH) mit einer umfangreichen Demonstrationspolitik und zahlreichen Gewalttaten (vgl. LOTTA #43, S. 24-25). Nach ihrem Verbot im August 2012 schlossen sich die Neonazis der Partei „Die Rechte“ (DR) an, die ihnen ein Dach zur Fortsetzung ihrer Aktivitäten bot. Der aktuelle NRW-VS-Bericht bezeichnet den DR-Kreisverband Hamm nun als „deutlich weniger aktiv”. Der Inlandsgeheimdienst begründet seine Einschätzung damit, dass die DR am 3. Oktober 2016 keine Demonstration durchgeführt hat. In den Vorjahren waren bis zu 300 Neonazis zum Einheitstag in Hamm aufmarschiert. Auch 2017 fiel der Aufmarsch aus. Der DR-Funktionär und vormalige KSH-Führer Sascha Krolzig hatte im September sämtliche bereits vorliegenden Anmeldungen für die kommenden sieben Jahre zurückgezogen. Daraufhin meldete der lokale Westfälische Anzeiger: „Demo abgeblasen: Rechte Szene zieht sich aus Hamm zurück.“ Die Polizei Hamm sekundierte, es sei hinsichtlich rechter Gewalt „total ruhig“ geworden.

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Gegen Rechtsrock und NS-Verherrlichung am Shoah-Gedenktag

Quelle: haekelclub590

Am 27. Januar findet in Hamm zum wiederholten Mal ein Rechtsrockkonzert in den Räumlichkeiten der Neonazis im Kentroper Weg 18 statt. Der haekelclub590 ruft an diesem Tag zu 19 Uhr im Wendehammer des Kentroper Wegs zu einer Kundgebung gegen Neonazis, Menschenverachtung und NS-Verherrlichung am Shoah-Gedenktag auf.

Angekündigt ist für 20 Uhr ein “Balladenabend”, bei welchem die Bands „Sturmwehr“ und „Der Knappe“ auftreten. 1

Für „Sturmwehr“ ist dies der Auftakt einer Deutschlandtour, aber auch einige Konzerte im Ausland sollen folgen. So sind sie für den „Day of Honour“ angekündigt – einer neonazistischen Veranstaltung, welche die „Schlacht um Budapest“ im Jahre 1944 verklärt. Organisiert wird das Konzert in Budapest von dem seit 2000 in Deutschland verbotenen „Blood & Honour“ Netzwerk. 2 „Sturmwehr“ ist momentan eine der aktivsten Neonazi-Bands. Sie tritt einerseits als Liedermacher-Duo bestehend aus den beiden langjährigen Neonazis Jens Brucherseifer aus Gelsenkirchen und Martin Böhne aus Hamm auf. Sie spielt ebenso auch als vollständige Band mit Patrick Gerstenberger (ebenfalls aus Hamm) am Schlagzeug. Sturmwehr spielten in dieser Konstellation zum Beispiel beim „Rock für Identität“ am 29. Juni 2017 vor ca. 1000 Neonazis in Themar. Das Konzert erfuhr medial aufgrund diverser Straftaten, wie dem Zeigen des Hitlergrußes und seinem NS-verherrlichenden Charakter viel Aufmerksamkeit. 3

Allein im letzten Jahr fanden im Kentroper Weg 18 mindestens vier Rechtsrockkonzerte und zwei Vortragsveranstaltungen statt. Den Start machte ein Vortrag des NPD-Politikers Olaf Rose am 15. Januar. Am 16. April feierten die Neonazis eine „Ostarafeier“ 4, bei der Martin Böhne auftrat. Zwei Wochen später hielt Dieter Riefling einen Vortrag und die Bands „Reichstrunkenbold“ und „FreilichFrei“ traten auf. Im September fand ein Konzert mit Livemusik statt und am 21. Oktober traten die Bands „Blutlinie“ und wieder „Reichstrunkenbold“ auf. 5

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Neonazi treibt doppeltes Spiel in Lindenau

Quelle: rbb

Er unterstützt Kindergärten im brandenburgischen Lindenau und besitzt einen Pizza-Lieferdienst. Doch gleichzeitig betreibt Sebastian Raack ein Musiklabel für Rechtsrock und vertreibt Kleidung, auf der unter anderem „Ich liebe NS“ zu lesen ist. Der Verfassungsschutz ist alarmiert.

Zum Videobeitrag hier.

Risse ins Gebilde rechter Lebenswelten

Interview: Sascha Schmidt sprach für »der rechte rand« mit Michael Weiss
Magazin „der rechte rand“ Ausgabe 168 – September 2017

Mit der Broschüre »Versteckspiel – Lifestyle, Symbole und Codes von Neonazis und extrem Rechten« – aktuell in der 1­4. Auflage – hat der Verein »Agentur für soziale Perspektiven« (ASP) sehr erfolgreich dazu beigetragen, die rechte Symbolwelt verständlich zu machen. Seit einigen Jahren arbeitet die ASP an einem Projekt zum Thema »Grauzonen – rechte Lebenswelten in Musikkulturen und im Sport«. Über die Ziele und Vorhaben des Projekts sprach Sascha Schmidt für »der rechte rand« mit Michael Weiss von der ASP.

drr: Was versteht ihr unter dem Begriff »Grauzone« und was waren die Beweggründe sich diesem Thema zu widmen?

Michael Weiss: Es gab mehrere Beweggründe. Einerseits populäre Bands wie »Frei.Wild«, die mit völkisch-nationalistischen Positionen auftreten. Andererseits die Beliebigkeit, die in so manchen Zentren herrscht, die sich als »gegen rechts« verstehen, beispielsweise in der Auswahl der Bands. Das plakative Bekenntnis »Gegen Nazis« dient Bands und VeranstalterInnen zunehmend als Schutzmantel, unter dem man reaktionäre Männlichkeitsideale, unverblümten Sozialchauvinismus und autoritäre Gesellschaftskonzepte propagiert oder diesen zumindest Raum gibt. Zu lange hat sich antifaschistische Kritik darauf fokussiert, die eindeutigsten Zitate vorzuführen und anhand von Facebook-Bildern skandalisieren zu wollen, wie angeblich nicht rechte Personen zusammen mit Neonazis feiern. Wir wollten es aber genau wissen: Was führt die verschiedenen Spektren und Leute eigentlich zusammen, was sind deren gemeinsame Nenner? Wir haben uns angesehen, was die zentralen Bezugspunkte in den rechten Lebenswelten sind und wie diese dort besetzt sind, zum Beispiel Heimat, Ehre oder Tradition.

Vom Begriff »Grauzonen« haben wir uns schnell verabschiedet. Er verwässert mehr als er erklärt. Das vermeintlich Uneindeutige, das der Begriff »Grauzonen« suggeriert, ist vielfach als rechts einzuordnen. Doch es ist keine stringente Ideologie, sondern ein System von Normen, Werten und Verhaltensweisen, das von vielen Menschen als »ganz natürlich« und keinesfalls als politisch verstanden wird. Der Begriff »Rechte Lebenswelten« ist präziser. Und sehr vieles, was wir seit 2010 in den rechten Lebenswelten in Musik- und Fußballkulturen analysieren, lässt sich ebenso in der PEGIDA-Bewegung erkennen.

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Anschlag in Hamburg-Veddel – Der Täter

Quelle: „Der rechte Rand“

Der mutmaßliche Bombenleger vom S-Bahnhof Veddel bewegte sich schon Mitte der 1980er Jahre im Umfeld der später verbotenen Neonazipartei FAP.

Am späten Nachmittag des 17. Dezember 2017 explodierte am S-Bahnhof Hamburg Veddel ein Sprengsatz, der in einer Tüte auf dem Bahnsteig abgestellt war. Ein Mann erlitt durch die Explosion ein Knalltrauma, eine Glasscheibe ging zu Bruch. Die Polizei nahm am folgenden Tag den 51-jährigen Stephan Kronbügel als Tatverdächtigen fest, das Amtsgericht Hamburg erließ Haftbefehl.

Das Motiv der Tat ist bisher unklar – aber ein rechter Hintergrund liegt nahe, denn der mutmaßliche Täter kommt aus der militanten Neonazi-Szene und auf dem Veddel wohnen viele Menschen mit Migrationshintergrund. Schon Mitte der 1980er Jahre war Kronbügel in der Szene aktiv, wie »der rechte rand« nachweisen kann.

Ein Foto aus dem Archiv des antifaschistischen Magazins »der rechte rand« belegt, dass Kronbügel schon Mitte der 1980er Jahre Kontakt zu der gewalttätigen »Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei« (FAP) hatte. Bei einem Polizeieinsatz am 4. Oktober 1986 wurde der damals 20-Jährige in der FAP-Parteizentrale in Hannover aufgegriffen und kontrolliert. Die FAP war offen nationalsozialistisch und gewalttätig und wurde 1995 verboten.

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Braune Versammlung mit Liedermacher

Quelle: „Blick nach Rechts“

16.01.2018 – Kloster Veßra – Im Gasthaus „Goldener Löwe“ des Neonazis Tommy Frenck in Kloster Veßra in Südthüringen findet am 19. Januar eine politische Versammlung mit musikalischem Part statt.

Unter dem Label der Wählervereinigung „Bündnis Zukunft Hildburghausen“ ist kommenden Freitag im südthüringischen Kloster Veßra im Landkreis Hildburghausen eine Veranstaltung angekündigt. Beworben wird dafür auch der Liedermacher „Axel“ . Bei dem Musiker handelt es sich mutmaßlich um Axel Schlimper, Gebietsleiter Thüringen der holocaustleugnenden „Europäischen Aktion“ . Der 30-jährige Neonazi Frenck ist seit 2009 Kreistagsabgeordneter im Landkreis Hildburghausen. (bnr)

Quelle