NSU-Unterstützer in Franken?

Quelle: Blick nach Rechts

15.01.2018 – In ihren Plädoyers im NSU-Prozess in München wiesen Vertreter der Nebenklage eindringlich auf eklatante Aufklärungslücken hin. Auch der Schwerpunkt Nürnberg mit drei rassistisch motivierten Morden und einem Anschlag rückte noch einmal in den Blickpunkt.

Wenn der NSU-Prozess im Sommer 2018 mit dem offiziellen Fazit endet, für die rechtsextreme Terrorzelle, die zehn Morde, drei Anschläge und zahlreiche Raubüberfälle mit vielen Verletzten, waren im Kern nur Beate Zschäpe sowie die beiden verstorbenen Haupttäter Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos verantwortlich, dann sollten wichtige Hinweise und Indizien, die auf ein breiteres neonazistisches Mitwisser- und Unterstützerfeld verweisen, dennoch nicht in Vergessenheit geraten. Neun Ermittlungsverfahren sind in dieser Sache bei der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe noch anhängig, kaum jemand aber rechnet damit, dass es zur Anklage kommen wird. Doch wird das Netzwerk nicht enttarnt und ausreichend darüber aufgeklärt, könnten militante Neonazis es als Sieg werten. Der rechte Terror geht weiter.

Kontinuitäten sind ohnehin erkennbar. Auch nach dem Auffliegen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ bildet Bayern das Zentrum rechtsterroristischer Aktivitäten. Von zehn Morden des NSU wurden fünf in dem Bundesland, davon allein drei in Nürnberg verübt. Der erste Sprengstoffanschlag 1999 und die erste Erschießung 2000 fanden hier statt. Letzte Woche ging die Nebenklagevertreterin, Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz, in ihrem Plädoyer vor dem Oberlandesgericht München insbesondere auf mögliche Zusammenhänge zwischen NSU und der Neonazi-Szene der fränkischen Stadt ein. Sie warf die Frage auf, ob es sich bei der Motivation zum Töten nicht nur um Rassismus und Hass, sondern auch um Rache gehandelt haben könnte?

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