136 Immobilien unter Kontrolle von Neonazis

Quelle: Schaumburger Nachrichten

Vom Gasthaus bis zum Festivalgelände: Rechtsextreme sollen in Deutschland 136 Immobilien kontrollieren. Diese Zahl veranschlagt die Bundesregierung in einem Bericht. Politiker der Linken sprechen von rechtsfreien Räumen für Tausende Neonazis.

Berlin. Das Gasthaus „Goldener Löwe“ im thüringischen Kloster Veßra bietet ganz besondere „Geburtstagsangebote“. An einigen Tagen kosten Schnitzel und Brötchen mit Hackbuletten jeweils „nur 8,88 Euro“. Avancen dieser Art fallen bevorzugt auf den 20. April – den Geburtstag Adolf Hitlers. Der Preis fürs „Führerschnitzel“ spielt auf den ehemaligen deutschen Diktator an. Die „8“ markiert in Neonazi-Kreisen den achten Buchstaben im Alphabet. Zweimal „8“ bedeutet zweimal „H“ – das Kürzel für den Führergruß „Heil Hitler“.

Das weiße, mittelalterlich anmutende Fachwerkhaus, in dem Ex-NPD-Mitglied Tommy Frenck seine Adolf-Hitler-Gedächtnis-Burger anbietet, findet sich auf einer Liste mit 136 Immobilien, über die Neonazis und Rechtsextremisten laut Bundesinnenministerium (Stand: 31. Dezember 2017) frei verfügen und die sie für politische Zwecke nutzen können.

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