„Seit 1992 ein Spitzel“

Quelle: NSU-Watch Brandenburg

Ein Interview mit Rechtsanwalt Christoph Kliesing über den NSU-Untersuchungsausschuss in Potsdam und die Anwerbung des brandenburgischen Neonazi-V-Manns Carsten Szczepanski. Er wurde am 11. Januar 2018 als Zeuge im Brandenburger Untersuchungsausschuss gehört.

Christoph Kliesing kennt den Brandenburger Neonazi-V-Mann Carsten Szczepanski seit 25 Jahren. Als Nebenklagevertreter war der Berliner Rechtsanwalt für den nigerianischen Lehrer Steve Erenhi tätig, der im Mai 1992 in Wendisch-Rietz von Neonazis fast ermordet worden war. Anführer der rassistischen Meute war Carsten Szczepanski, spätestens ab 1994 und bis zu seiner Enttarnung im Jahr 2000 unter dem Decknamen „Piatto“ V-Mann des Brandenburger Verfassungsschutzes. Rechtsanwalt Kliesing hält es für eine dringende Aufgabe des derzeitigen Potsdamer NSU-Untersuchungsausschusses zu klären, ob Szczepanski nicht schon vor 1994 für einen staatlichen Dienst arbeitete. Die bisherige Arbeit des Ausschusses kritisiert er als unzureichend.

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