Battle-Rap, Antisemitismus und AfD – Staiger zum Echo-Drama um Kollegah & Farid Bang

Quelle: Noisey

Nein, er kenne keine Tabus, sagte Oliver Polak vor vier Jahren in einem Interview, darauf angesprochen, dass bestimmte Personen seine Vergewaltigungswitze in seinem Stand-up-Comedy-Programm nicht lustig finden würden – zum Beispiel Frauen, aber die würde er halt zum Lachen zwingen. In einem Kommentar für Die Welt erklärte der Comedian am 14. April nun, dass es ihm in der aktuellen Diskussion um Kollegahs und Farid Bangs Echo-Gewinn nicht um die Auschwitz-Zeile im Track „0815″ geht. „Ich weiß, was Satire ist, ich weiß, was Stand-up ist, und ich verstehe auch die künstlerische Funktionsweise von Battle-Rap“ – aber so wie das bei Kollegah insgesamt abgelaufen ist (auch mit Bezug auf seine Musikvideos), gehe es halt nicht, denn das sei „Antisemitismus […], das Protegieren von Judenhass“.

Campino, nach eigenen Worten ebenfalls Fachmann in Sachen Provokation, erklärte bei der diesjährigen Echoverleihung vor laufender Kamera, wo die Grenzen der Sittlichkeit verlaufen und erntete dafür stehende Ovationen vom Publikum, das froh war, dass wenigstens einer was gesagt hat. Empfindsame Polizisten würden das mit der Grenzziehung übrigens vielleicht anders sehen und an Textzeilen wie „Wir schießen zwei, drei, vier, fünf Bullen um“ erinnern, die aus dem Track „Bonnie und Clyde“ von den Toten Hosen stammen, der ja immerhin auf einer wahren Geschichte beruht und in diesem Sinne vielleicht auch das Moralempfinden bestimmter Personenkreise verletzt.

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