Antisemitismus im Rap: Jungs, hört auf, eure Lines zu verharmlosen!

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Dass Künstler inzwischen Antisemitismus und Islamismus nutzen, um zu schocken, ist logisch. Es ließe sich aber ändern: Hörer und Rapper müssen die Musik endlich ernst nehmen.

Seit der Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang kursiert ein Missverständnis, über das sich unterschiedliche Seiten merkwürdig einig sind: Antisemitismus sei Bestandteil der Hip-Hop-Kultur. Die einen formulieren diese Feststellung als Kritik; die anderen wollen damit die beiden Rapper verteidigen. Als Außenstehender könne man das nicht verstehen. Auch Felix Blume alias Kollegah äußerte sich entsprechend. Aber egal, wie man es wendet, das ist Bullshit. Zu viele, die jetzt darüber reden und schreiben, haben zu wenig Ahnung von Rap.

Im Deutschrap wurden antisemitische Inhalte erst mit dem Aufstieg von Rappern wie Bushido und Haftbefehl, also seit etwa zehn Jahren, sichtbar. Kool Savaş, seit den 1990ern Pionier des Battle-Rap in Deutschland, rappt zwar trans-, homo- und frauenfeindlich, aber nicht antisemitisch. Man könnte fragen, warum sich darüber – außer Alice Schwarzer – so wenige aufgeregt haben. Fest steht aber: Die Behauptung, dass Antisemitismus eben Bestandteil des Rap sei, stimmt einfach nicht. Dieser Trend ist relativ neu.

Weiterlesen

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Google Bookmarks
  • Identi.ca
  • RSS
  • MySpace
  • PDF