Die Mercedes-Nazis von Ostritz

Quelle: Krautreporter

Rund 1.000 Rechtsextreme haben in einer sächsischen Kleinstadt an der polnischen Grenze Adolf Hitlers Geburtstag gefeiert. In Ostritz waren aber nicht nur die Klischeenazis unterwegs, die Säufer und Schläger. Sondern auch intelligente Kader, die über Kampfsport und Konzerte hinausdenken. Zwei dieser Mercedes-Nazis habe ich inkognito kennengelernt:
„Ach, da bist du ja wieder!“, sagen die beiden Chemnitzer Neonazis und strahlen mich an, als wären wir zusammen zur Schule gegangen. Es ist ein Uhr nachts, und die beiden sind mit ihrem roten Mercedes mit dem Heckspoiler und den BBS-Felgen von der Polizei angehalten worden, die schon das ganze Wochenende über einen Checkpoint am ehemaligen Grenzübergang von Görlitz nach Zgorzelec in Polen eingerichtet hat. Oft sind es ziemlich dicke Mercedes-Wagen. Es sind die dummen Nazis, die mit dem Zug anreisen, weil sie prügeln und saufen wollen. Die intelligenten Nazis fahren Mercedes, sind nüchtern, hervorragend mit Gesichtslotion versorgt, und natürlich ist bei ihnen nichts im Kofferraum zu finden.

„Na, haste’s dir mal angeguckt?“, fragt mich der größere der beiden Nazis, und meint das „Schild und Schwert“-Festival im 18 Kilometer entfernten Ostritz, bei dem sich rund 1.000 Rechtsextreme versammelt haben, um Adolf Hitlers Geburtstag zu feiern. Mehr als 1.000 Bürger und zugereiste Antifaschisten protestierten dagegen. Für rund 1.000 Polizisten bedeutet das auch in dieser Samstagnacht, immer noch in der Region im Einsatz zu sein, genervt, sonnenverbrannt, dehydriert.

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