Archiv für August 2018

RECHTSROCK UND HITLERGRÜSSE AM OSTSEESTRAND

Quelle: Exif-Recherche

Wie sozialen Netzwerken zu entnehmen ist, fand am vergangenen Samstag, den 5. August 2018, in der Ostseestrandbar „Na’bitte“ in Dahme (Schleswig-Holstein) ein öffentlich beworbenes Neonazikonzert statt. Die Mitglieder der Band sind allesamt bekannte Neonazis, die auch in anderen Rechtsrock-Bands spielen: Marco Eckert, «Combat 18»-Mitglied aus Grube in Ostholstein und Musiker der C18-Band «Oidoxie» spielt an der Gitarre, am Schlagzeug sitzt Falk Pirnke aus Nordkirchen, ehemaliges Bandmitglied von «Oidoxie». Frontmann der Band ist Patrick Janssen aus Potsdam, der als Sänger der neonazistischen Band «Faust» bekannt ist. Am Bass findet sich Dirk Mewis aus Wismar, der zugleich Mitglied der Band «Vidar» ist.
Die Band «Gehasst-Verdammt-Vergöttert» versucht sich in sozialen Medien als unpolitisch darzustellen um so ein größtmögliches Publikum zu erreichen. Für ihre Auftritte greifen sie dennoch gerne auf ihr Neonazinetzwerk zurück. So spielten sie beispielsweise am 28. Oktober 2017 in der „Parkgaststätte“ in Lindenau. Betreiber der Gaststätte ist Sebastian Raack, Inhaber der bedeutenden Neonazilabels «OPOS Records» und «Greifvogel Wear».
Die politische Ausrichtung von «Gehasst-Verdammt-Vergöttert» erschließt sich bereits bei der Wahl des Logos, das den Zahlencode „28“ darstellt, was für «Blood & Honour» steht. Neben der Bandbesetzung war auch das Publikum des Konzerts an der Ostsee deutlich neonazistisch geprägt. Auf Videos des Konzerts ist mehrfach der offen gezeigte Hitlergruß zu erkennen. Unter den Gästen befanden sich neben diversen, lokalen Akteuren der extremen Rechten auch Mitglieder von «Combat 18», wie Martin Krause aus Bad Sülze und Alexander Michels aus Malchin. Ebenso waren Lars Bergeest und «MC Bandidos»-Mitglied Alexander Hardt anwesend. Auch der Betreiber des NS-Hardcore Labels «GWT Produktionen / Leveler Records» und zudem Bandmitglied und Initiator zahlreicher, neonazistischer Musikprojekte, Frank Haack, war mit seiner Partnerin Marie Dorant vor Ort.

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Organisation und internationales Netzwerk: „Combat 18“ in NRW und Hessen

Quelle: Lotta-Magazin

Was lange als Vermutung im Raum stand, ist mittlerweile Gewissheit: In Deutschland ist erneut eine Organisation unter dem Namen „Combat 18 Deutschland“ (C18) aktiv, die Teil eines internationalen Netzwerkes ist, das sich 2012 unter der Parole „Reunion 28“ neu aufstellte. Internes Material und weitere umfangreiche Recherchen machen einen detaillierten Blick auf die C18-Sektionen in NRW und Hessen möglich.
Combat 18 transportiert über seinen Namen und seine gewaltvolle Geschichte das Image der reinen Lehre des Nationalsozialismus, des „Untergrundes“ und des „bewaffneten Kampfes“. Die Gruppe gründete sich Anfang der 1990er Jahre in England und übernahm dort schnell die Kontrolle über die Organisation Blood & Honour (B&H). Ihr Anführer William „The Beast“ Browning gelangte durch das Rechtsrock-Business zu einigem Wohlstand, aber ökonomische Interessen ordnete er seiner Politik unter. Diese war stets am terroristischen Konzept des „Leaderless Resistance“ ausgerichtet. Browning stand hinter einer Reihe von C18-Veröffentlichungen, in denen es von Morddrohungen nur so wimmelte und in denen neben Listen potenzieller Anschlagsziele auch Anleitungen zum Bombenbau abgedruckt waren, kommentiert durch Sätze wie: „Now you have the technology so bomb the bastards“. C18 kann in England mit einer Serie von Brandbombenanschlägen und körperlichen Angriffen auf Gegner*innen in Verbindung gebracht werden. Combat 18 wurde in der Folge ein internationales Label für Rechtsterrorismus und eine Inspirationsquelle für Neonazis, die sich über ihre Bezugnahme auf C18 als militanter Kern der Szene stilisierten.
William Browning ist eine Legende des Combat 18. Und er ist einer der Anführer des 2012 neu strukturierten Combat 18 und unverzichtbar für die Legitimation dieses Netzwerks. Brownings Bezüge nach Deutschland reichen bis in die Mitte der 1990er Jahre zurück, als er intensive Kontakte zu Thorsten Heise pflegte. Heise und Browning woben in der Folge ein internationales Netz von B&H/C18-Gruppen, die in Konkurrenz zu einem anderen Teil von Blood & Honour traten. Zum Browning-Heise-Flügel zählten die Division von B&H/C18 in Skandinavien sowie die Aktiven von B&H in den Niederlanden und die BelgierInnen von B&H Vlaanderen, die 2006 wegen Vorbereitung von Terroranschlägen verhaftet wurden (vgl. LOTTA #60, S. 58f).
Auch im Rahmen des 2012 neu strukturierten C18-Netzwerks tritt Thorsten Heise immer wieder in Erscheinung. 2015 besuchte er den Divisionsleiter von Combat 18 Serbien und trat mehrfach auf Veranstaltungen des Schweizer C18-Ablegers auf. Am 28. Juli 2016 lud Blood & Honour Scandinavia zu seinem Sommerfest im schwedischen Sölvesborg. Nach einer Rede von Heise trat unter dem Namen Division Voran der Liedermacher Martin Krause aus Bad Doberan (bei Rostock) auf. Krause ist festes Bandmitglied von Oidoxie aus Dortmund. Eben dort waren im Juni 2016 Browning und Heise beim Aufmarsch zum „Tag der deutschen Zukunft“ zugegen, um sie herum bewegten sich zahlreiche Neonazis, die bereits in den 2000er Jahren mit Combat 18 in Verbindung gebracht werden konnten. Dies wurde von antifaschistischen BeobachterInnen als Hinweis auf ein internationales C18-Treffen an dem Wochenende gedeutet (vgl. LOTTA #64, S. 24ff).

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Nazis passen Journalisten ab

Quelle: Allgäu Rechtsaussen

Neonazis verfolgen Journalisten, drohen und tauchen später bei einem davon zu Hause auf. Im Vorfeld forschte der Sänger von Faustrecht den Termin aus.

Vor Kurzem berichteten wir über eine Unterlassungklage des Sängers von Faustrecht gegen unseren Chefredakteur Sebastian Lipp. Das Gericht ließ den Rechtsradikalen abblitzen und bestätigte vollumfänglich unsere Ansicht: Das Nazi-Urgestein Faustrecht besingt Rassenkrieg und Nationalsozialismus.

In einem Nebenaspekt hat das Gericht der Klage allerdings stattgegeben. Der Journalist darf nun eine gewisse Situation, in der er dem Kläger begegnete, nicht mehr auf die Art und Weise beschreiben, wie es in einer ersten Version dieses Artikels vom 24. Januar 2018 geschah. Ansonsten ist das Gericht auch hier unserer Auffassung gefolgt und hat sie ausdrücklich bestätigt. Daher überarbeiten wir diesen Beitrag entsprechend und veröffentlichen ihn erneut, nachdem wir ihn kurzzeitig aus dem Netz nehmen mussten.

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Siehe auch: Neonazi will Berichterstattung über Faustrecht unterbinden – Gericht lässt ihn abblitzen

Wachsender Rechtsextremismus in Brandenburg

Quelle: Blick nach Rechts

Insgesamt fanden in Brandenburg fünf Rechtsrock-Konzerte sowie sieben braune Liederabende statt. Zwei Konzerte wurden verhindert. In dem Bundesland existieren 20 aktive Bands sowie 13 Liedermacher. Die kanadische Rechtsrock-Combo „Stonehammer“ wird inzwischen als brandenburgische mit Sitz im Landkreis Oder-Spree geführt. Dazu gehört vornehmlich der Sänger „Griffin“ (David Allen Surette). Zu den aktivsten Bands zählen „Frontalkraft“ und „Hausmannskost“ (beide Cottbus) sowie „Confident of Victory“ (Raum Oberspreewald-Lausitz), dazu noch „Uwocaust“ samt Verstärkung, die sich zum einen „Helfershelfer“, ein anderes Mal „RAConquista“ nennt. Unter den Liedermachern tritt „Toitonicus“ (Landkreis Havelland) auch als „Preußen.Wut“ oder „Thomas“ auf. Etwas verwirrend der Liedermachername „AK – Solingen (47)“, der aber aus Cottbus kommt.

„Böhse-Onkelz“-Cover-Konzert in der „Parkgaststätte“

„Exzess“ ist nicht nur ein Bandname einer seit vielen Jahren aktiven Combo aus dem Raum Strausberg (Landkreis Märkisch-Oderland), sondern auch ein Label für Musikproduktionen. Mit dem Musiklabel Rebel Records und der Kampfsport-Marke „Black Legion“ werden von Cottbus aus Geschäfte gemacht. Hinter „Fylgien“ verbirgt sich nicht nur ein Liedermacher-Pseudonym, sondern auch ein Versandhandelsname aus Templin (Landkreis Uckermark). OPOS Records steht für „One People One Struggle“. Der Betreiber Sebastian R. hat sich in Lindenau (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) niedergelassen. Er ist dort noch in einer „Parkgaststätte“ und einer „Pizzeria 18“ involviert, dazu Mitstreiter eines Hotels in Ortrand (Oberspreewald-Lausitz). Neben OPOS wird noch die Kampfsportmarke „Greifvogel-Wear“ offeriert, bei entsprechenden Events werden eigene Greifvogel-Eskadron-Kämpfer benannt. R. war bis zum Verbot im Jahr 2000 Kontaktperson für die Organisation „Blood&Honour“. Inzwischen pflegt er Verbindungen zu den „Hammerskins“.

Am 28. Oktober fand in der „Parkgaststätte“ ein „Böhse Onkelz“-Cover-Konzert mit der Band „28“ statt. Drei der Musiker sind sonst für die Rechtsrock-Combos „Faust“ und „Oidoxie“ tätig. Die „Hammerskins“ in Brandenburg sind bundesweit inzwischen zum sogenannten Vollmitglied aufgestiegen. Als Treffpunkt dient ein Kleingarten in Rathenow (Landkreis Havelland), der im August 2017 auch für einen Liederabend mit „Flak“ herhalten musste.

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Brücke in die Neonazi-Szene

Quelle: Blick nach Rechts

07.08.2018 – Die Gruppe „Martens Army“ ließ bislang Berührungsängste mit Rechtsrock-Bands zwar vermissen, galt aber nicht als rechtsextrem. Mitte September wollen die „Oi!“-Rocker ein Konzert mit den Band „Prolligans“ und „Oi!ropäer“ ausrichten.

Am 15. September wollen „Martens Army“ zusammen mit den „Prolligans“ und „Oi!ropäer“ in Thüringen auftreten. Die Tickets sollten dem Flyer nach auf 150 limitiert sein. Doch schon nach rund zehn Tagen erwägen „Martens Army“ das Kontingent zu erhöhen, nachdem bereits 100 Karten für die so genannte „Night of Oi!“ in Sondershausen verkauft worden sein sollen, wie mitgeteilt wird.

„Wir sind eine junge bühnenhungrige Oi-Punk Band aus dem schönen Sondershausen“, heißt es harmlos auf einer Website über die „Oi!ropäer“. Man habe Spaß an der Musik und wolle Menschen damit begeistern. Bier soll es auch geben, Geld stehe nicht im Vordergrund. Allerdings erschien das jüngste Album von „Oi!ropäer“ beim Musiklabel „Subcultural Records“. Das Projekt versucht offenbar gezielt, eine sich als nicht-rechts verstehende Musikszene mit Neonazi-Bands zusammen zu bringen. Dahinter steht der Allgäuer Plattenproduzent Benjamin Einsiedler, der auch das einschlägige Neonazi-Label „Oldschool Records“ betreibt und zugleich als Führungsfigur der größten bayerischen Skinhead-Kameradschaft „Voice of Anger“ gilt. (bnr.de berichtete)

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