Archiv für August 2018

Rechter Terror in Berlin-Neukölln

Quelle: Antifa Infoblatt

Seit zwei Jahren terrorisiert eine Handvoll Neonazis in Berlin linke und zivilgesellschaftliche Projekte und Aktivist_innen mit Anschlägen. Schwerpunkt der Taten liegt im Bezirk Neukölln.
Die Polizei wirkt überfordert und stellt die Verfahren reihenweise ein.

Den Auftakt bildete ein Brandanschlag auf den Neuköllner Wagenplatz „Kanal“ im Mai 2016. An sechs Stellen bricht nahezu zeitgleich Feuer aus, während die Bewohner_innen in ihren Wägen schliefen. Es gelang die Brandherde schnell zu löschen, der Schaden blieb überschaubar. Einen halben Monat später werden das Auto einer Aktivistin in Rudow angesteckt und in derselben Nacht Scheiben in Gropiusstadt und Nord-Neukölln eingeschmissen. Es folgen in den kommenden Monaten ähnliche Aktionen gegen Lokalpolitiker_innen, Aktive aus örtlichen Initiativen und linke Aktivist_innen. Scheiben von Wohnungen werden eingeworfen, PKWs angezündet und an Hauswände Drohungen gesprüht. Die zeitlichen Abstände wurden dabei immer geringer, die Ziele in den Nächten immer mehr. So wurden am 12. Dezember 2016 nicht nur zwei Wohnungen mit Farbflaschen und zwei weitere mit Steinen attackiert, es wurde auch versucht, ein Feuer am linken Café „K-Fetisch“ zu legen, das sich im Erdgeschoss eines Wohnhauses befindet. Der Tod von Menschen wurde dabei billigend in Kauf genommen.

Tatmotiv Antikommunismus. Anschläge auf linke Parteistrukturen

Erst mit der wachsenden öffentlichen Thematisierung der Angriffe stieg der Druck auf Politik und Polizei, die schließlich Ende Januar 2017 auf Betreiben des Innensenators die Ermittlungsgruppe „RESIN“ (Rechte Straftaten in Neukölln) einrichtete. Ergebnisse gibt es bislang keine, auch hörten die Anschläge nicht auf. In vielen Fällen wurden die Ermittlungen sogar schon eingestellt. Bis heute wurden seit Mai 2016 von der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin“ (MBR) 51 Angriffe gezählt. Davon sind 16 Brandanschläge, zumeist auf PKWs. Der letzte Fall war eine Drohsprüherei an ein Wohnhaus im Mai 2018. Der Großteil der Taten fand in Neukölln statt.

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RechtsRock-Großevents – Top oder Flop?

Quelle: Antifa Infoblatt

Die Saison neonazistischer Groß-Konzerte wurde 2018 mit dem „Schild & Schwert-Festival“ in Ostritz (Sachsen) eingeläutet. An BesucherInnenzahlen wie im Juli 2017 in Themar konnte jedoch nicht angeknüpft werden. Woran das liegen könnte und warum RechtsRock dennoch ein verbindendes Element der rechten Szene bleibt, wird nachfolgend skizziert.

Momentaufnahme und Tendenzen im rechten Konzert-Geschehen

Seit der weitgehend störungsfreien Durchführung des „Rock gegen Überfremdung II“ am 15. Juli 2017 in Themar haben extrem rechte Großveranstaltungen Hochkon­junktur. Als politische Kundgebung angemeldet, ist es den Behörden bisher nicht gelungen, diese zu unterbinden. Selbst Umweltschutzgesetze und restriktive Auflagenbescheide verfehlten ihre Wirkung. Stattdessen produzierte man Publicity für die Neonazis und Häme gegen die lokale Zivilgesellschaft.

Unterschiede

Angefangen bei den TeilnehmerInnenzahlen, sind zwischen den Events deutliche Unterschiede erkennbar. Während sich rund 6.000 Neonazis zum „Rock gegen Überfremdung II“ einfanden, zog das „Rock für Identität“ Ende Juli 2017 in Themar „nur“ 1.000 Neonazis an. 1.300 Personen nahmen im Oktober 2017 am „Rock gegen Links“ teil und das im April 2018 durchgeführte „Schild & Schwert-Festival“ in Ostritz kann auf maximal 1.500 BesucherInnen zurückblicken. Die kürzlich im Juni veranstalteten „Tage der nationalen Bewegung“ in Themar zogen am zweiten Veran­staltungstag wiederum knapp 2.300 Neonazis an.

Auf den Konzerten fanden sich dabei Neonazis aus allen Altersklassen ein. Für die Jüngeren bedeutet der öffentliche Charakter vor allem eine einfache Handhabe. Tickets können im Vorverkauf erworben werden, Veränderungen im Line-Up lassen sich bequem über die sozialen Netzwerke verfolgen. Dazu kommt, dass es keiner starken Anbindung an die organisierte Szene bedarf, um an Konzerten wie in Themar teilnehmen zu können. Gleichzeitig ist dies sicher auch ein Grund für die rege Teilnahme älterer Neonazis. Meist im familiären Alltag eingebunden sind diese Events eine unkomplizierte Möglichkeit, Teil der Neonazi-Szene zu bleiben, ohne etwas dafür tun zu müssen. Sicher, Ausflüge zu angemeldeten Konzerten ziehen immer Personalien-­Feststellungen, Auflagen und nicht zuletzt ein enormes Presseaufgebot mit sich, doch für Neonazis, die noch nicht oder nicht mehr stark an die Szene angebunden sind, spielt das offensichtlich keine Rolle.

Für Journalist_innen bot sich auf allen Events ein ähnliches Bild: Oft unbekannte Neonazis, einheitlich gekleidet in Tommy Frencks „Druck 18“-Verkaufsschlager, den „Division-Füge-hier-dein-Bundesland-­ein“-­T-Shirts. In Ostritz hätte man meinen können, die TeilnehmerInnen wollten die Aufmerksamkeit zuspitzen, indem Klamotten präsentiert wurden, die hart an der Grenze zum Strafbaren waren. Dadurch wurde teilweise erreicht, dass die berichtenden großen Formate ihr im Vorfeld gezeichnetes Bild eines „ultimativen Nazi-Festes an Hitlers Geburtstag“ bestätigt bekamen. Dass Veranstalter Thorsten Heise ähnlich ultimativ mobilisierte und viele Medien dies übernahmen, sollte unbedingt von kritischen Journalist_innen reflektiert werden. Höhepunkt der Selbstdarstellung war schließlich die Pressekonferenz am ersten Tag des Events, der bis zu zwanzig Journalist_innen beiwohnten. Damit bot man Heise eine Bühne, auf der er sich als wortgewandter, biederer Konzertveranstalter darstellen konnte. Die Erkenntnis, dass das zweitägige Festival vor allem als Treffpunkt des in Deutschland verbotenen „Blood & Honour“-Netzwerkes und dessen bewaffnetem Arm „Combat 18“ genutzt wurde, ging dabei im Getümmel unter.

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International besetztes NSBM-Spektakel

Quelle: Blick nach Rechts

23.08.2018 – Ende August findet die vierte Auflage des zweitägigen Festivals „Apocalyptic Rites“ in Finnland statt. Einen Auftritt hat auch die deutsche Kultband „Absurd“.

In der neonazistischen Black Metal-Szene hat die deutsche Band „Absurd“ Kultcharakter. Ihr Bekannt- und Beliebtheitsgrad ist dabei international. Die Combo um ihre charismatische 42-jährige Führungsfigur Hendrik Möbus tritt bei der vierten Auflage des Festivals „Apocalyptic Rites“ am 31. August und 1. September in Finnland auf.

Dass der genaue Ort nicht öffentlich beworben wird, hat seine Gründe, denn es sind nicht nur „Absurd“, sondern auch etliche andere Bands, die nationalsozialistisches Gedankengut gutheißen und propagieren. Die Lokalität soll nach Angaben der Veranstalter nahe der internationalen Urlaubermetropole Tahko etwa 50 Kilometer vom Flughafen Kuopio liegen. In der Organisation des zweitägigen Meetings sind offenkundig NSBM-Musiker eingebunden.

Mit Sturmhauben maskiert auf der Bühne

In den vergangenen Jahren spielten lediglich finnische Bands auf dem Festival. So traten dort beispielsweise 2016 die einschlägigen NSBM-Combos „Goatmoon“ und „Horna“ auf. In diesem Jahr sind unter anderem die finnischen Bands „Aryan Hammer“, „Pagan Skull“, „Marder“ sowie „Circle of Dawn“ mit von der Partie. „Marder“ tritt in ganz Europa bei „Hammerskins“ wie „Blood&Honour“-Veranstaltungen auf. „Circle of Dawn“, die mit Sturmhauben maskiert auf die Bühne gehen, spielten bereits im April zusammen mit „Absurd“ in Norditalien beim jährlichen „Hot Shower“-Festival. (bnr.de berichtete) Einer, der dort als Strippenzieher fungiert, ist Il Colonnello, Sänger bei „Frangar“. Die Italiener gehören in Finnland ebenfalls zum Line-Up. Sie haben aktuell auf dem neuen Album der französischen Band „Baise Ma Hache“ mitgewirkt. Weiterer nichtfinnischer Act bei „Apocalyptic Rites“ ist das Musikprojekt „Zyklon SS“ des Briten Hal Hutchinson.

Bereits seit geraumer Zeit wird ein weiterer „Absurd“-Auftritt beworben. Möbus & Co. sollen am 16. Dezember neben anderen deutschen Bands beim „Asgardsrei“-Festival in Kiew aufspielen. Dort ebenfalls dabei: „Frangar“.

Rechtsextremes Sportmeeting in Sachsen

Quelle: Blick nach Rechts

Am 15. September soll wieder das „Ostsächsische Sport- und Familienfest“ stattfinden. Werbung macht dafür unter anderem der niedersächsische NPD-Führungskader Gianluca Bruno.

Aus Sicht zahlreicher Rechtsextremisten bedarf es in der täglichen Auseinandersetzung mit dem System und dem politischen Feind nicht nur eines gesunden Geistes, sondern auch eines gesunden und durchtrainierten Körpers. Für Letzteres soll körperliche Ertüchtigung sorgen. Nicht nur selbst organisierte rechte Kampfsport-Events haben daher Kultur, sondern auch eigene Sportfeste. Zum dritten Mal soll es jetzt am 15. September das „Ostsächsische Sport- und Familienfest“ geben.

Beworben wird es unter anderem vom niedersächsischen NPD-Führungskader Gianluca Bruno. Nähere Einzelheiten über die Wettkämpfe oder die angebotenen Freizeitmöglichkeiten sind öffentlich nicht zu erfahren. Auch die genaue Örtlichkeit wird nicht benannt. Vieles spricht dafür, dass man sich in Ostritz versammelt. Bruno gilt als enger Weggefährte des stellvertretenden NPD-Bundesvorsitzenden Thorsten Heise.

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NPD feiert ihre Immobilie

Quelle: Blick nach Rechts

Eisenach – Die NPD lädt für Samstag in ihre thüringische Parteizentrale in Eisenach ein.

Die NPD will am 1. September in ihrer Parteizentrale im thüringischen Eisenach feiern. Als Anlass wird die die vierjährige Präsenz der Landespartei in der Immobilie „Flieder Volkshaus“ genommen. In der dortigen Landesgeschäftsstelle ist auch der langjährige NPD-Kader Patrick Wieschke beheimatet. Er ist im Eisenacher Stadtrat Vorsitzender der dreiköpfigen NPD-Fraktion. Beworben wird für den 1. September familienfreundlich ein Kinderprogramm, Kulinarisches und abends eine Disco.

Zum wiederholten Mal lädt man bereits zum Plattenteller-Tanz in das wegen seines äußeren Farbanstrichs der Fassade so genannte „Flieder Volkshaus“ ein. Aber auch immer wieder werden die Räume für Live-Konzerte genutzt. Zuletzt trat dort der braune Barde Frank Rennicke im Rahmen eines Vortragabends mit einem Teilnehmer des Zweiten Weltkrieges auf. Entsprechende Veranstaltungen mit Kriegsveteranen haben in der rechten Szene momentan Hochkonjunktur.

Am 2. Juni wurde in der Thüringer NPD-Zentrale ein Kinderfest angeboten. Für den 15. September wird seit vielen Wochen ein Benefiz-Liederabend der rechten Szene in Eisenach beworben. Die Vorläuferveranstaltungen haben auch im „Flieder Volkshaus“ stattgefunden. Wieschke betreibt unter identischer Adresse noch ein Buch-Antiquariat mit Versanddienst. (hf)

Ersatzveranstaltung nach Rechtsrock-Verbot

Quelle: Blick nach Rechts

Die dritte Auflage der von den Initiatoren so genannten Reihe „Rock gegen Überfremdung“ im thüringischen Mattstedt ist am Samstag zwar ausgefallen, ein Ersatzkonzert hat eineinhalb Autostunden entfernt dann aber doch beim Neonazi Tommy Frenck in Kloster Veßra stattgefunden. Dort haben sich allerdings weitaus weniger Besucher eingefunden.

Zuletzt frohlockte die rechte Szene, dass ihnen über das Versammlungsrecht solche Art von Musikveranstaltungen, die mit wenigen angemeldeten Redebeiträgen zu politisch stationären Kundgebungen deklariert werden, nicht untersagt werden können. Im Fall Mattstedt, wo mit mehreren Tausend Besuchern zu rechnen war, wurden nun aber erstmals per Eilentscheidung über das Verwaltungsgericht in Weimar Eigentumsrechte über die Versammlungsfreiheit gestellt. Die Landgemeinde Ilmtal-Weinstraße hatte das mehreren Privateigentümern gehörende Areal zum Schutz vor möglichen Beschädigungen sichergestellt und in amtliche Verwahrung genommen.

Sehr kurzfristig wurde den Veranstaltern um Anmelder Steffen R. nebst allen potenziellen Besuchern ein Betretungsverbot der Industriebrache auferlegt. Das sorgte dafür, dass nicht einmal die vor Ort aufgebaute Bühne samt Technik mehr abgebaut werden durfte. Der Abbau soll nun erst am heutigen Montag erfolgen. Bei R. handelt es sich um einen ehemaligen NPD-Kreistagskandidaten, der ansonsten eher die Öffentlichkeit scheut. Er gehört zum Zirkel der selbst ernannten „Turonen“, die sich auf die Ausrichtung und Durchführung von Rechtsrock-Konzerten konzentriert haben. Nicht R. verbreitete dann die Nachricht der Konzertabsage, sondern Sebastian Schmidtke, der NPD-Bundesorganisationsleiter.

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Braune „Böhse Onkelz“-Cover-Band

Quelle: Blick nach Rechts

Die Onkelz-Cover-Band „Gehasst.Verdammt.Vergöttert.“ spielte am vergangenen Wochenende auf dem Metal-Festival „Megalith“ in Grevesmühlen. Die Musiker sind bekannt aus einschlägigen Rechtsrock-Combos wie „Oidoxie“, „Faust“ oder „Vidar“ und haben teilweise Verbindung zum „Combat 18“-Netzwerk.

Am vergangenen Wochenende fand zum zweiten Mal das Metal-Open-Air „Megalith“ in Grevesmühlen statt. Im Vorfeld wurde in diesem Jahr die „Böhse Onkelz“-Cover-Band „Gehasst.Verdammt.Vergöttert.“ beworben. In ihrem öffentlichen Auftritt versucht sich die Band unpolitisch zu geben. Allerdings weisen die einzelnen Mitglieder von „Gehasst.Verdammt.Vergöttert.“ allesamt Verbindungen in die braune Szene auf. Falk P. (Schlagzeug) spielte bei den Rechtsrock-Combos „Oidoxie“ und „Strafmaß“ mit. „Oidoxie“ steht in enger Verbindung zu „Combat 18“. Marco E. (Gitarre) ist ebenfalls bei „Oidoxie“ dabei und wirkte bei den Bands „Sturmwehr“ und „Words of Anger“ mit. Mit „Oidoxie“ trat er am 10. Februar bei einem Liederabend in der Landesgeschäftsstelle der NPD in Eisenach auf. Die Veranstaltung sollte ein Solidaritätsabend für den NSU-Unterstützer André Eminger sein.

Im Juni 2016 marschierte E. gemeinsam mit einer Gruppe um den Briten William Browning, einem der führenden „Combat 18“-Köpfe, beim „Tag der deutschen Zukunft“ 2016 in Dortmund. Patrick J., Frontmann der Onkelz-Cover-Band, ist bei der Neonazi-Combo „Faust“ dabei. Er musizierte auch bei der inzwischen aufgelösten Band „Kraftschlag“, die eine große Nähe zum „Blood&Honour“-Netzwerk aufwies. Der Wismarer Dirk M., der den Part am Bass übernommen hat, war Mitglied bei der Neonazi-Band „Vidar“. Es lässt sich also durchaus behaupten, dass es sich bei „Gehasst.Verdammt.Vergöttert.“ um einen Zusammenschluss aus einschlägigen Rechtsrock-Bandmitgliedern mit teilweiser Verbindung zum „Combat 18“-Netzwerk handelt.

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Konspiratives „Oi!“-Konzert floppt

Quelle: Blick nach Rechts

Neonazis veranstalten in Sachsen ein „Oi!“-Sommerkonzert. Doch das Versteckspiel um den Veranstaltungsort kostet Publikum.

Am Samstagabend führten Neonazis ein Rechtsrock-Konzert mit den „Prolligans“ im „Dancehouse Zeche II“ in Neukirchen im Landkreis Leipzig durch. Zunächst war nur bekannt, dass es irgendwo in Sachsen stattfinden sollte. Eine bekannte Anhängerin der Bornaer Neonazi-Szene, die als Veranstalterin auftrat, gab sich viel Mühe, den genauen Ort des Gigs geheim zu halten.

Selbst die Sicherheitsbehörden sollten monatelang im Dunkeln tappen. Bis zum Tag vor dem Konzert war nur bekannt, was die Veranstalter selbst im Internet veröffentlichten, wie eine Sprecherin des sächsischen Innenministeriums auf Anfrage mitteilte. Auch bei der politischen Einordnung des Events tat sich das Ministerium schwer: „Ob es sich bei dieser Veranstaltung um ein rechtsextremistisches Konzert handelt, kann gegenwärtig noch nicht abschließend beurteilt werden“, hieß es im Juni auf Anfrage. (bnr.de berichtete)

Erst rund 24 Stunden vor Konzertbeginn erhielten zahlende Gäste eine Telefonnummer. Anrufern wurde ein Treffpunkt mitgeteilt: Getränkemarkt Donat, Borna. Dort sollte es kurz vor Eröffnung des Konzertgeländes weitere Informationen geben. Doch nur weniger als 50 Personen trafen auf dem Parkplatz ein. Beobachter rechneten damit, dass deutlich mehr Teilnehmer anreisen würden. Auch die Veranstalter dürften mit erheblich mehr Resonanz gerechnet haben. Kurz vor Ende des Kartenvorverkaufs wurde sogar die Konspirativität gelockert, um noch einige Kurzentschlossene zur Teilnahme bewegen zu können.

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Rekrutierung in der Nazi-Szene: Musik als Einstiegsdroge

Quelle: „taz“

Auf Rechtsrock-Konzerten rekrutiert die Neonazi-Szene ihren Nachwuchs. Aktuelle Zahlen zeigen, dass diese Taktik beunruhigend erfolgreich ist.

BERLIN taz | Auch 2018 setzt die extreme Rechte auf Musikveranstaltungen als Lockmittel für potenziellen Nachwuchs. Ihre Events sind regelmäßig gut besucht, und das auch die von noch unbekannten Neulingen. Aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linkspartei geht hervor, dass sich der Trend zu größeren Konzerten in der rechten Szene fortsetzt. Insgesamt fanden im ersten Halbjahr 2018 131 Musikveranstaltungen statt, zu denen vor allem Konzerte und Liederabende gerechnet wurden. 13.000 Besucher wurden insgesamt gezählt, die Zahlen könnten wegen Nachmeldungen aber noch nach oben korrigiert werden.

Wegen der hohen Anzahl an Menschen, die sie anzogen, sind die gut 50 Konzerte besonders beunruhigend. Denn damit zeigt sich, dass die Nazi-Szene weiterhin im Großveranstaltungsbereich aktiv ist – und das erfolgreich. Im Rahmen dieser Veranstaltungen kam es zusätzlich zu zahlreichen Straftaten, die von verfassungswidrigen Kennzeichnungen bis hin zu Sachbeschädigung, Körperverletzung und Volksverhetzung reichten. Außerdem wurden im ersten Halbjahr 2018 66 Tonträger aus der Szene aufgrund der Verherrlichung oder Verharmlosung von Nationalsozialismus und Krieg oder wegen Rassismus auf den Index gesetzt.

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Neonazi-Urgestein „Faustrecht“

Quelle: Blick nach Rechts

Einem Gerichtsurteil zufolge besingt die Band Rassenkrieg und Nationalsozialismus.

Die Band „Faustrecht” ist ein Neonazi-Urgestein, das Rassenkrieg und Nationalsozialismus besingt. Das geht aus einem Urteil des Landgericht Kempten vom 30. Juli 2018 hervor, dessen schriftliche Begründung vor Kurzem vorgelegt wurde. Norbert „Nogge” Lecheler hatte versucht, einem Journalisten diese Behauptung gerichtlich untersagen zu lassen und dadurch die Verbreitung einer Broschüre zu unterbinden, die über die Neonazis-Szene im Allgäu informiert. Die Klage des „Faustrecht“-Sängers entwickelte sich zum Eigentor.

„Faustrecht” als missverstandene linke Musikgruppe? Oder gar unpolitisch? Szene-Anwalt Alexander Heinig, der Lecheler vertreten hat, suggeriert das in einem Schriftsatz an das Landgericht Kempten. „Aufgrund von Stücken wie dem oben genannten ‚Klassenkampf‹ ist die Band auch innerhalb der rechten Szene immer wieder Anfeindungen ausgesetzt, weil teilweise behauptet wird, dass es sich bei ihnen ja eigentlich um ‚Linke‹ handele“, schrieb der Ex-Rechtsrocker für seinen Mandanten. Der Text des Stückes stehe „im direkten Widerspruch zur nationalsozialistischen Ideologie“, behauptet der Anwalt. Tatsächlich seien sogar „die meisten Lieder der Band nicht politischer Natur“.

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Rechtsrock hat Konjunktur

Quelle: Blick nach Rechts

Die Zahl der Rechtsrock-Veranstaltungen in Deutschland bleibt auf hohem Niveau. Durchschnittlich fand im ersten Halbjahr 2018 bundesweit an mindestens jedem zweiten Tag ein Neonazi-Konzert statt.

Insgesamt 131 Rechtsrock-Konzerte mit mehr als 13.000 Besuchern haben die Behörden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gezählt. Das teilte das Bundesinnenministerium auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag mit. Außerdem wurden zwei geplante Konzerte von der Polizei verboten, drei solcher Veranstaltungen im Vorfeld verhindert, heißt es in der Antwort. Im Vorjahreszeitraum zählten die Behörden 148 Konzerte der rechtsextremen Szene, im gesamten Jahr 2017 nahmen etwa 29.700 Personen an 296 braunen Konzertveranstaltungen im Bundesgebiet teil.

Allein im zweiten Quartal dieses Jahres registrierten die Behörden demnach 95 Straftaten im Zusammenhang mit rechten Musikveranstaltungen. Als Maßnahmen gegen den zunehmenden Einfluss der Neonazi-Musik wurden im ersten Halbjahr 66 Tonträger indiziert. Gründe für die Indizierung waren unter anderem gewaltverherrlichende Inhalte und die Verherrlichung des Nationalsozialismus. Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag Ulla Jelpke kritisierte ein fehlendes „abgestimmtes Vorgehen der Behörden in Bund und Ländern (…), um diesem Treiben der Naziszene wirksam etwas entgegenzusetzen“.

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Private „Viking-Party“ am Wochenende

Quelle: Blick nach Rechts

13.08.2018 – Sonneberg – Am kommenden Samstag soll es im „Großraum Oberfranken/Südthüringen“ ein Konzert mit „Nordwind“ und einer weiteren Band geben. Treffpunkt ist vorab im thüringischen Sonneberg.

Unplugged-Auftritt von „Nordwind“ am Samstag; (Screenshot)
Für den 18. August bewirbt die aus dem Großraum Nürnberg kommende Rechtsrock-Band „Nordwind“ um Ronald H. einen eigenen Unplugged-Auftritt in Südthüringen, wofür in Sonneberg ein Vorab-Treffpunkt bekannt gemacht wird. Neben dem Quartett „Nordwind“ soll noch ein weiterer nicht benannter Act aufspielen. Das Ganze wird als private „Viking-Party“ deklariert, für die ein kleiner Spendenbeitrag zu entrichten ist.

Die Auftritts-Location wird offenbar nicht zum ersten Mal bemüht. Bereits für den 26. Mai war für Sonneberg mit identischem Treffpunkt eine „Soli-Veranstaltung für Kameraden aus der Ostmark“ vorgesehen, die aber kurzfristig durch die Behörden verboten wurde. Dadurch fiel das Gastspiel des rechten Liedermachers „Oiram“ aus Sachsen, bürgerlich Mario Albrecht, sowie von der Band „Napola“ aus. Letztere hatte bereits im August 2017 bei einem Konzert in Sonneberg aufgespielt.

Die umtriebige Neonazi-Aktivistin Angela Schaller kündigt zudem bereits für den Monat September einen Auftritt des Liedermachers „FreilichFrei“, der Künstlername von Maik Krüger aus Zwickau, im Raum Sonneberg an, ohne den genauen Tag zu benennen. Außerdem soll dort dann der braune Liedermacher Axel Schlimper, früherer Gebietsleiter Thüringen der im vergangenen Jahr selbst aufgelösten „Europäischen Aktion“, das Vorprogramm bestreiten. (hf)

Quelle

RECHTSROCK UND HITLERGRÜSSE AM OSTSEESTRAND

Quelle: Exif-Recherche

Wie sozialen Netzwerken zu entnehmen ist, fand am vergangenen Samstag, den 5. August 2018, in der Ostseestrandbar „Na’bitte“ in Dahme (Schleswig-Holstein) ein öffentlich beworbenes Neonazikonzert statt. Die Mitglieder der Band sind allesamt bekannte Neonazis, die auch in anderen Rechtsrock-Bands spielen: Marco Eckert, «Combat 18»-Mitglied aus Grube in Ostholstein und Musiker der C18-Band «Oidoxie» spielt an der Gitarre, am Schlagzeug sitzt Falk Pirnke aus Nordkirchen, ehemaliges Bandmitglied von «Oidoxie». Frontmann der Band ist Patrick Janssen aus Potsdam, der als Sänger der neonazistischen Band «Faust» bekannt ist. Am Bass findet sich Dirk Mewis aus Wismar, der zugleich Mitglied der Band «Vidar» ist.
Die Band «Gehasst-Verdammt-Vergöttert» versucht sich in sozialen Medien als unpolitisch darzustellen um so ein größtmögliches Publikum zu erreichen. Für ihre Auftritte greifen sie dennoch gerne auf ihr Neonazinetzwerk zurück. So spielten sie beispielsweise am 28. Oktober 2017 in der „Parkgaststätte“ in Lindenau. Betreiber der Gaststätte ist Sebastian Raack, Inhaber der bedeutenden Neonazilabels «OPOS Records» und «Greifvogel Wear».
Die politische Ausrichtung von «Gehasst-Verdammt-Vergöttert» erschließt sich bereits bei der Wahl des Logos, das den Zahlencode „28“ darstellt, was für «Blood & Honour» steht. Neben der Bandbesetzung war auch das Publikum des Konzerts an der Ostsee deutlich neonazistisch geprägt. Auf Videos des Konzerts ist mehrfach der offen gezeigte Hitlergruß zu erkennen. Unter den Gästen befanden sich neben diversen, lokalen Akteuren der extremen Rechten auch Mitglieder von «Combat 18», wie Martin Krause aus Bad Sülze und Alexander Michels aus Malchin. Ebenso waren Lars Bergeest und «MC Bandidos»-Mitglied Alexander Hardt anwesend. Auch der Betreiber des NS-Hardcore Labels «GWT Produktionen / Leveler Records» und zudem Bandmitglied und Initiator zahlreicher, neonazistischer Musikprojekte, Frank Haack, war mit seiner Partnerin Marie Dorant vor Ort.

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Organisation und internationales Netzwerk: „Combat 18“ in NRW und Hessen

Quelle: Lotta-Magazin

Was lange als Vermutung im Raum stand, ist mittlerweile Gewissheit: In Deutschland ist erneut eine Organisation unter dem Namen „Combat 18 Deutschland“ (C18) aktiv, die Teil eines internationalen Netzwerkes ist, das sich 2012 unter der Parole „Reunion 28“ neu aufstellte. Internes Material und weitere umfangreiche Recherchen machen einen detaillierten Blick auf die C18-Sektionen in NRW und Hessen möglich.
Combat 18 transportiert über seinen Namen und seine gewaltvolle Geschichte das Image der reinen Lehre des Nationalsozialismus, des „Untergrundes“ und des „bewaffneten Kampfes“. Die Gruppe gründete sich Anfang der 1990er Jahre in England und übernahm dort schnell die Kontrolle über die Organisation Blood & Honour (B&H). Ihr Anführer William „The Beast“ Browning gelangte durch das Rechtsrock-Business zu einigem Wohlstand, aber ökonomische Interessen ordnete er seiner Politik unter. Diese war stets am terroristischen Konzept des „Leaderless Resistance“ ausgerichtet. Browning stand hinter einer Reihe von C18-Veröffentlichungen, in denen es von Morddrohungen nur so wimmelte und in denen neben Listen potenzieller Anschlagsziele auch Anleitungen zum Bombenbau abgedruckt waren, kommentiert durch Sätze wie: „Now you have the technology so bomb the bastards“. C18 kann in England mit einer Serie von Brandbombenanschlägen und körperlichen Angriffen auf Gegner*innen in Verbindung gebracht werden. Combat 18 wurde in der Folge ein internationales Label für Rechtsterrorismus und eine Inspirationsquelle für Neonazis, die sich über ihre Bezugnahme auf C18 als militanter Kern der Szene stilisierten.
William Browning ist eine Legende des Combat 18. Und er ist einer der Anführer des 2012 neu strukturierten Combat 18 und unverzichtbar für die Legitimation dieses Netzwerks. Brownings Bezüge nach Deutschland reichen bis in die Mitte der 1990er Jahre zurück, als er intensive Kontakte zu Thorsten Heise pflegte. Heise und Browning woben in der Folge ein internationales Netz von B&H/C18-Gruppen, die in Konkurrenz zu einem anderen Teil von Blood & Honour traten. Zum Browning-Heise-Flügel zählten die Division von B&H/C18 in Skandinavien sowie die Aktiven von B&H in den Niederlanden und die BelgierInnen von B&H Vlaanderen, die 2006 wegen Vorbereitung von Terroranschlägen verhaftet wurden (vgl. LOTTA #60, S. 58f).
Auch im Rahmen des 2012 neu strukturierten C18-Netzwerks tritt Thorsten Heise immer wieder in Erscheinung. 2015 besuchte er den Divisionsleiter von Combat 18 Serbien und trat mehrfach auf Veranstaltungen des Schweizer C18-Ablegers auf. Am 28. Juli 2016 lud Blood & Honour Scandinavia zu seinem Sommerfest im schwedischen Sölvesborg. Nach einer Rede von Heise trat unter dem Namen Division Voran der Liedermacher Martin Krause aus Bad Doberan (bei Rostock) auf. Krause ist festes Bandmitglied von Oidoxie aus Dortmund. Eben dort waren im Juni 2016 Browning und Heise beim Aufmarsch zum „Tag der deutschen Zukunft“ zugegen, um sie herum bewegten sich zahlreiche Neonazis, die bereits in den 2000er Jahren mit Combat 18 in Verbindung gebracht werden konnten. Dies wurde von antifaschistischen BeobachterInnen als Hinweis auf ein internationales C18-Treffen an dem Wochenende gedeutet (vgl. LOTTA #64, S. 24ff).

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Nazis passen Journalisten ab

Quelle: Allgäu Rechtsaussen

Neonazis verfolgen Journalisten, drohen und tauchen später bei einem davon zu Hause auf. Im Vorfeld forschte der Sänger von Faustrecht den Termin aus.

Vor Kurzem berichteten wir über eine Unterlassungklage des Sängers von Faustrecht gegen unseren Chefredakteur Sebastian Lipp. Das Gericht ließ den Rechtsradikalen abblitzen und bestätigte vollumfänglich unsere Ansicht: Das Nazi-Urgestein Faustrecht besingt Rassenkrieg und Nationalsozialismus.

In einem Nebenaspekt hat das Gericht der Klage allerdings stattgegeben. Der Journalist darf nun eine gewisse Situation, in der er dem Kläger begegnete, nicht mehr auf die Art und Weise beschreiben, wie es in einer ersten Version dieses Artikels vom 24. Januar 2018 geschah. Ansonsten ist das Gericht auch hier unserer Auffassung gefolgt und hat sie ausdrücklich bestätigt. Daher überarbeiten wir diesen Beitrag entsprechend und veröffentlichen ihn erneut, nachdem wir ihn kurzzeitig aus dem Netz nehmen mussten.

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Siehe auch: Neonazi will Berichterstattung über Faustrecht unterbinden – Gericht lässt ihn abblitzen

Wachsender Rechtsextremismus in Brandenburg

Quelle: Blick nach Rechts

Insgesamt fanden in Brandenburg fünf Rechtsrock-Konzerte sowie sieben braune Liederabende statt. Zwei Konzerte wurden verhindert. In dem Bundesland existieren 20 aktive Bands sowie 13 Liedermacher. Die kanadische Rechtsrock-Combo „Stonehammer“ wird inzwischen als brandenburgische mit Sitz im Landkreis Oder-Spree geführt. Dazu gehört vornehmlich der Sänger „Griffin“ (David Allen Surette). Zu den aktivsten Bands zählen „Frontalkraft“ und „Hausmannskost“ (beide Cottbus) sowie „Confident of Victory“ (Raum Oberspreewald-Lausitz), dazu noch „Uwocaust“ samt Verstärkung, die sich zum einen „Helfershelfer“, ein anderes Mal „RAConquista“ nennt. Unter den Liedermachern tritt „Toitonicus“ (Landkreis Havelland) auch als „Preußen.Wut“ oder „Thomas“ auf. Etwas verwirrend der Liedermachername „AK – Solingen (47)“, der aber aus Cottbus kommt.

„Böhse-Onkelz“-Cover-Konzert in der „Parkgaststätte“

„Exzess“ ist nicht nur ein Bandname einer seit vielen Jahren aktiven Combo aus dem Raum Strausberg (Landkreis Märkisch-Oderland), sondern auch ein Label für Musikproduktionen. Mit dem Musiklabel Rebel Records und der Kampfsport-Marke „Black Legion“ werden von Cottbus aus Geschäfte gemacht. Hinter „Fylgien“ verbirgt sich nicht nur ein Liedermacher-Pseudonym, sondern auch ein Versandhandelsname aus Templin (Landkreis Uckermark). OPOS Records steht für „One People One Struggle“. Der Betreiber Sebastian R. hat sich in Lindenau (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) niedergelassen. Er ist dort noch in einer „Parkgaststätte“ und einer „Pizzeria 18“ involviert, dazu Mitstreiter eines Hotels in Ortrand (Oberspreewald-Lausitz). Neben OPOS wird noch die Kampfsportmarke „Greifvogel-Wear“ offeriert, bei entsprechenden Events werden eigene Greifvogel-Eskadron-Kämpfer benannt. R. war bis zum Verbot im Jahr 2000 Kontaktperson für die Organisation „Blood&Honour“. Inzwischen pflegt er Verbindungen zu den „Hammerskins“.

Am 28. Oktober fand in der „Parkgaststätte“ ein „Böhse Onkelz“-Cover-Konzert mit der Band „28“ statt. Drei der Musiker sind sonst für die Rechtsrock-Combos „Faust“ und „Oidoxie“ tätig. Die „Hammerskins“ in Brandenburg sind bundesweit inzwischen zum sogenannten Vollmitglied aufgestiegen. Als Treffpunkt dient ein Kleingarten in Rathenow (Landkreis Havelland), der im August 2017 auch für einen Liederabend mit „Flak“ herhalten musste.

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Brücke in die Neonazi-Szene

Quelle: Blick nach Rechts

07.08.2018 – Die Gruppe „Martens Army“ ließ bislang Berührungsängste mit Rechtsrock-Bands zwar vermissen, galt aber nicht als rechtsextrem. Mitte September wollen die „Oi!“-Rocker ein Konzert mit den Band „Prolligans“ und „Oi!ropäer“ ausrichten.

Am 15. September wollen „Martens Army“ zusammen mit den „Prolligans“ und „Oi!ropäer“ in Thüringen auftreten. Die Tickets sollten dem Flyer nach auf 150 limitiert sein. Doch schon nach rund zehn Tagen erwägen „Martens Army“ das Kontingent zu erhöhen, nachdem bereits 100 Karten für die so genannte „Night of Oi!“ in Sondershausen verkauft worden sein sollen, wie mitgeteilt wird.

„Wir sind eine junge bühnenhungrige Oi-Punk Band aus dem schönen Sondershausen“, heißt es harmlos auf einer Website über die „Oi!ropäer“. Man habe Spaß an der Musik und wolle Menschen damit begeistern. Bier soll es auch geben, Geld stehe nicht im Vordergrund. Allerdings erschien das jüngste Album von „Oi!ropäer“ beim Musiklabel „Subcultural Records“. Das Projekt versucht offenbar gezielt, eine sich als nicht-rechts verstehende Musikszene mit Neonazi-Bands zusammen zu bringen. Dahinter steht der Allgäuer Plattenproduzent Benjamin Einsiedler, der auch das einschlägige Neonazi-Label „Oldschool Records“ betreibt und zugleich als Führungsfigur der größten bayerischen Skinhead-Kameradschaft „Voice of Anger“ gilt. (bnr.de berichtete)

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