Archiv der Kategorie '"Anti-Antifa"'

In den Fußstapfen der verbotenen KAL

17.03.2017 – Fast fünf Jahre nach dem Verbot der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) haben Neonazis den Wiederaufbau von Strukturen unter Tarnlabels umgesetzt und werben wieder verstärkt Jugendliche an. In Aachen spitzt sich ein Konflikt zwischen Nazigegnern sowie Neonazis und Hooligans dabei zu.

Ausgangspunkt für den aktuellen Konflikt scheint ein Angriff von zwei Neonazis auf Schüler in Aachen am Rande des linksalternativ geprägten Frankenberger Viertels gewesen zu sein. Die Angegriffenen engagieren sich offenbar in der linken Szene. Antifaschisten zufolge fand die Attacke am 2. November 2016 in einer Schulpause statt. Einer der Angreifer wurde kurz darauf an einer benachbarten Schule mittels Sprühaktionen „geoutet“ und bedroht. Dieser junge Neonazi feixte mit zwei anderen „Kameraden“ am 9. November am Rande des Pogromnachtnacht-Gedenkens. Er selbst mischte sich sogar provokativ unter die Mahnwache, sodass die Situation fast zu einer wilden Schlägerei zwischen ihm und Antifaschisten eskaliert wäre. Die Polizei sprach gegen den Störer einen Platzverweis aus.

Rund um Weihnachten und dem Jahreswechsel versuchten Neonazis, im besagten Viertel ihr Revier beziehungsweise ihren „Nazi-Kiez“ mit Aufklebern von „Syndikat 52“ (S52), der „Identitären Bewegung“ (IB) und der „Identitären Aktion“ (IA) sowie „Anti-Antifa“-Schmierereien zu markieren. Das nahe gelegene „Autonome Zentrum“ (AZ), ein Treffpunkt für Nazigegner, wurde beklebt und mit Hakenkreuzen beschmiert. In einem anonym via Internet publizierten Bericht wurde darauf hingewiesen, dass Anfang Januar zudem zwei mit Schlagstöcken bewaffnete Neonazis AZ-Besucher, die gerade das linke Zentrum verließen, angegriffen hätten. Anfang März „outeten“ dann im Gegenzug Antifaschisten den jungen Schüler und dessen beide „Kameraden“: Den aus Düsseldorf stammenden Sebastian „Seppel“ L. sowie Timm M., Sohn eines bekannten Neonazis und Gastsänger für den braunen Musiker „Makss Damage“.

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blick.zurück – Rechter Terror in Potsdam oder „nur“ eine Nationale Bewegung?

Via „Inforiot“ – Sehr lesenswerter Artikel vom „Antifaschistisches Pressearchiv Potsdam“:

Min­des­tens vier­zehn Anschläge und Pro­pa­gan­da­ak­tio­nen inner­halb eines Jah­res. Bekenner_innenschreiben mit, auf den Natio­nal­so­zia­lis­mus bezo­ge­nen, her­ge­lei­te­ten his­to­ri­schen Datie­run­gen. Men­schen­ver­ach­tende Dro­hun­gen und Anschläge gegen­über der Jüdi­schen Gemeinde, der Kam­pa­gne gegen Wehr­pflicht, Haus­pro­jek­ten, Imbis­sen und kul­tu­rel­len Anti-Neonazi-Veranstaltungen – und keine der Täter_innen wur­den bis­her ermit­telt.

Wie kann das sein?

Nach der Beob­ach­tung der Ermitt­lun­gen im Kom­plex des Natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Unter­grund – NSU – muss die Frage gestellt wer­den, ob nicht auch an die­ser Stelle, in der Auf­ar­bei­tung und Ermitt­lung gegen die Natio­nale Bewe­gung, Infor­ma­tio­nen durch staat­li­che Behör­den zurück­ge­hal­ten und ver­tuscht wur­den.

Spä­tes­tens heute, fünf­zehn Jahre nach dem letz­ten bekann­ten Anschlä­gen der Natio­nale Bewe­gung am 30. Januar 2001, ist es an der Zeit, eine Auf­ar­bei­tung der Ereig­nisse um die selbst ernannte neonazistisch-militante Grup­pie­rung Natio­nale Bewe­gung zu for­cie­ren. Einen Anfang wol­len wir mit die­sem Text machen. Weil die Infor­ma­ti­ons­lage über die Natio­nale Bewe­gung und das sie umge­bende neo­na­zis­ti­sche Umfeld unein­deu­tig und teils wider­sprüch­lich ist, kön­nen wir keine Gewähr für die hier dar­ge­stell­ten Infor­ma­tio­nen über­neh­men. Der Arti­kel fußt auf Recher­chen in den Archi­ven des Anti­fa­schis­ti­schen Pres­se­ar­chiv Pots­dam (APAP) und des Anti­fa­schis­ti­schen Pres­se­ar­chiv und Bil­dungs­zen­trum Ber­lin (APABIZ).

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„Der III.Weg“

Das „Antifa Infoblatt“ schreibt:

Ein Produkt der Krise des „Nationalen Widerstandes“?

Die Neonazi-Partei „Der III. Weg“ ersetzte nach einer Razzia gegen das „Freie Netz Süd“ (FNS) dessen Strukturen und etablierte sich bis zu dessen Verbot als unangefochtene Aktionsplattform in Bayern. Nun dehnt „Der III. Weg“ seinen Aktionsraum zusehends bundesweit aus. Der Artikel beleuchtet die Entstehungsgeschichte, alt bekannte Strippenzieher innerhalb der Führungsriege und die Ausbreitung, gemessen an Relevanz und Einflussnahme.

von Johannes Hartl, Inforiot.de, Haskala.de und AIB

Der Gründung der Partei durch Klaus Armstroff — ehemals Mitglied des rheinland-pfälzischen Landesverbands der NPD — sind langjährige Streitigkeiten voraus­gegangen. So endete der Richtungsstreit zwischen dem völkisch-orientierten Flügel um Armstroff und seiner Ehefrau Dörthe Armstroff (ehemals Landes­vorsitzende der NPD-RLP) auf der einen Seite und einer eher „subkulturell“ ausgerichteten Fraktion um Sascha Wagner und dem heutigen NPD-Landesvorsitzenden Markus Walter auf der anderen, im Sommer 2013 mit dem Rückzug des Armstroff-Flügels aus der NPD. Kurze Zeit später, im September 2013, rief Armstroff den „Der III. Weg“ in Heidelberg ins Leben. Neben ihm als Parteivorsitzenden finden sich mit Matthias Herrmann als Stellvertreter und René Rodriguez-Teufer als Beisitzer zwei langjährige Kader des „Aktionsbüro Rhein-Neckar“ im Parteivorstand wieder. Als Schatz­meister fungiert Christian Steup, ehemaliger NPD-Funktionär und vormals Schatz­meister der als kriminelle Vereinigung eingestuften „Kameradschaft Westerwald“ (vgl. AIB Nr. 70).

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[FFM] Vertuscht und Verschwiegen: Neonazistischer Mordanschlag auf Linke im Jahr 2000

Verdammt gute und lesenswerte Recherche u.a. zu „Blood & Honour“– und „Combat 18″-Strukturen in Hessen:

Im September 2000 gab es in Frankfurt einen Mordanschlag auf Linke. Dank glücklicher Umstände explodierte der unter einem Auto angebrachte Sprengsatz nicht. Fast 15 Jahre später berichtete die Frankfurter Rundschau erstmals öffentlich von den Ereignissen. Nun zeichnen wir in diesem Hintergrund-Papier die Aktivitäten militanter Neonazis zu dieser Zeit im Rhein-Main-Gebiet nach, beleuchten das politische und soziale Umfeld der von dem Anschlag Betroffenen und erheben schwere Vorwürfe gegen Polizei und Staatsanwaltschaft.

Der neonazistische Mordanschlag auf Linke in Frankfurt im Jahr 2000 und was wir dazu zu berichten haben … Einblicke in den Neonazi-Untergrund im Raum Frankfurt.

Der Mordanschlag im September 2000

Die Frankfurter Rundschau berichtete am 15. Mai 2015 in dem Artikel „Der Anschlag”: In den ersten Septembertagen des Jahres 2000 gab es in Frankfurt am Main einen neonazistischen Mordanschlag auf drei Menschen. Am PKW einer Antifaschistin und eines Antifaschisten hatten Unbekannte zwei Stangen mit metallischem Natrium (im Folgenden: Natriumstangen) angebracht, die in Verbindung mit Wasser hochexplosiv reagieren. Die Betroffenen – Bastian, Ulrike (Namen geändert) und ihr wenige Monate altes Kind – hätten bei einer Explosion wenig Überlebenschancen gehabt.

Mindestens 100 Kilometer waren Bastian, Ulrike und ihr Baby am 3. September 2000 mit den unter der Auspuffanlage ihres Autos befestigten Natriumstangen gefahren, bis diese entdeckt wurden. Sie hatten Glück im Unglück. Es regnete nicht während ihrer Fahrt, die Straßen waren feucht aber ohne Pfützen. Ein Magnet, der am Auspuff angebracht war, lässt vermuten, dass die TäterInnen neben den Natriumstangen weiteres Material befestigt hatten, das während der Fahrt abgefallen war – möglicherweise ein Gefäß mit Wasser, das, wäre es am heißen Auspuff durchgeschmort, Wasser freigesetzt und die Explosion ausgelöst hätte.

Sehr dürftige polizeiliche Ermittlungen

Heute wie damals spricht alles für einen neonazistischen Anschlag auf Linke. Dennoch – oder gerade deshalb: Die Ermittlungen des Frankfurter Staatsschutzes zu dem Mordanschlag waren äußerst dürftig. Es stellt sich die Frage: Konnten sie nicht, wollten sie nicht oder sollten sie nicht? Offenbar ergänzten sich beim Frankfurter Staatsschutz Inkompetenz, Ignoranz und Unwillen.

Obwohl der Polizei zwei Wochen nach dem Anschlag klar war, dass die Natriumstangen bei einer Explosion „das Auto mehrfach zerfetzt” hätten (Zitat siehe Frankfurter Rundschau), ermittelte sie nur wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und nicht wegen eines geplanten Tötungsdeliktes. Das ist absurd. Doch konnten so der Ermittlungsaufwand geringer gehalten und die Akten schneller geschlossen werden. Bereits im Januar 2001 – nicht einmal fünf Monate nach dem Anschlag – wurden die Ermittlungen eingestellt. Auch verfolgte die Polizei in den Ermittlungen lediglich (und unvollständig) den Weg der Natriumstangen und die Frage, wer diese gestohlen und an wen weitergegeben hatte. Naheliegenden Fragen wurde nach unserem Erkenntnisstand nicht nachgegangen:

Welche Neonazistrukturen könnten für diesen Anschlag verantwortlich sein? Wer hatte die Motivation, das Knowhow, das Konzept, um diesen Anschlag durchzuführen? Und wer hatte zugleich einen „Zugang” zu den Betroffenen?

Im Abschlussgespräch vor der Einstellung der Ermittlungen gab der Ermittlungsführer des Frankfurter Staatsschutzes gegenüber Bastian, Ulrike und ihrem Anwalt offen zu verstehen, dass es keine organisierten Neonazistrukturen im Frankfurter Raum gäbe, denen ein derartiger Anschlag zuzutrauen sei. Nicht nur antifaschistische Recherchen zeigen etwas ganz anderes, auch die Polizei wusste es zu diesem Zeitpunkt besser. Deswegen muss nun insbesondere aufgearbeitet werden, warum die Polizei bestimmte Fakten und ihnen vorliegende Erkenntnisse nicht in die Ermittlungen einführte.

Wir wissen nicht, wer Bastian, Ulrike und ihr Kind beinahe getötet hätte. Die nachfolgende Abhandlung soll dazu dienen, die Hintergründe und Milieus zu beleuchten, die in diesem Anschlag eine Rolle gespielt haben könnten. Es gab zu dieser Zeit im Rhein-Main-Gebiet militante Neonazistrukturen, die Waffen beschafften, paramilitärische Gruppen bildeten, Untergrundkonzepte verfolgten und in entsprechende Netzwerke eingebunden waren. Ihnen war der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Fachhochschule (FH) Frankfurt, in dem Bastian mitarbeitete, als „antifaschistische Institution” bekannt und verhasst. Diese Neonazistrukturen wollen wir nach unserem Kenntnisstand offenlegen.

Zur Zeit finden in Wiesbaden die Sitzungen des Untersuchungsausschusses zum Mord des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) am 6. April 2006 an Halit Yozgat in Kassel statt. Von den Expertinnen und Experten, die in den bisherigen Sitzungen gehört wurden, konnten bislang allenfalls die Journalistin Andrea Röpke und der Journalist Dirk Laabs Fachwissen einbringen. Andere Expertisen – gerade der Behörden – überboten sich mit steilen Thesen darüber, dass es in Hessen in den frühen 2000er Jahren keinen militanten Neonaziuntergrund und beispielsweise auch keine Kontakte hessischer Neonazis nach Thüringen in das weitere Umfeld des NSU gegeben habe. Ein Blick alleine in das militante Neonazimilieu im Raum Frankfurt um das Jahr 2000 widerlegt dies eindrücklich.

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Der vollständige Text als PDF: Vertuscht und Verschwiegen: Der neonazistische Mordanschlag auf Linke in Frankfurt im Jahr 2000
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[P] Von Anti-Antifa- zur Babyfotografin – Melanie Witassek aka „Charlotte Friedrich“

Via „Antifaschistische Recherche_Potsdam//Umland“:

Schlafende (weiße) Babys, strahlende (blauäugige) Kleinkinder, glückliche (heterosexuelle) Hochzeitspaare und weichgezeichneter Kitsch ohne Ende – so der erste Eindruck beim Besuch der Facebook-Seite der Auftragsfotografin „Charlotte Friedrich“. [1] Unter diesem Pseudonym arbeitet die Neonazistin Melanie Witassek (geboren 1985) nun seit mindestens dreieinhalb Jahren in Potsdam, Berlin und Umgebung.

Im Frühjahr 2001 – im Alter von 15 Jahren – wird sie im Zuge der Veröffentlichung einer Studie der Universität Potsdam zu rassistischen Einstellungen in den neuen Bundesländern von einem Journalisten interviewt. Dadurch wird sie erstmals einer interessierten Öffentlichkeit bekannt. Bereits damals äußerte sie sich rassistisch, als sie angab jeglichen Kontakt zu „Fremden“ zu meiden und weiter: „They’re different,“ she said. „There are too many of them here. I don’t like them.“ [2]

Kurze Zeit später erfolgte dann die Orientierung an die Neonaziszene der Brandenburger Landeshauptstadt. Der Weg von der konsensfähigen Ablehnung alles vermeintlich Fremden, getarnt in Begriffen wie Angst und Besorgnis, hin zur aktiven Praxis, die sich in einem Anschluss an eine neonazistische Szene zeigte, war ein kurzer. Schnell wurde sie zu einem Teil dieser Szene und hatte Kontakt zu den „ganz Großen“ – dazu zählen die wichtigen Neonazis der RechtsRock-Szene wie Martin Rollberg und dem mutmaßlichen NSU-Mitwisser und Szenegröße Uwe Menzel. Aber auch zum ehemaligen Mitarbeiter der Neonazi-Szenekneipe „Zum Henker“ Danny Leszinski der ebenso wie Menzel dem „Blood & Honour“ Netzwerk zu zu rechnen ist. Mit Leszinski war sie im Jahr 2003 beim jährlichen Nazi- und Neonazigroßaufmarsch in Halbe. [3] Melanie Witassek 2003 im „A.C.A.B“-T-Shirt und gegrüßt von Martin Rollberg aka „William“ im Booklet des Album „Ausser Kontrolle“ von Bloodshed.Im Jahr 2003 veröffentlichten Menzel und Rollberg zusammen mit weiteren Neonazis ihr erstes Album („Ausser Kontrolle“) der gemeinsamen Band „Bloodshed“. In diesem wird Melanie Witassek abgebildet und von Martin Rollberg aka „William“ gegrüßt. [4]

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Neonaziprovokation gegen Flimvorführung im „Haus der Kulturen“

„Recherche 38″ berichtet:

Eine Gruppe von rund 20 Neonazis hat nach Angaben des Bündnis gegen Rechts Braunschweig versucht eine Filmvorführung der AG gegen Rechts des Stadtjugendrings zu stören. Diese zeigte im städtischen „Haus der Kulturen“ den Dokumentar-Film „Blut muß fliessen – Undercover unter Nazis“, der über das konspirative Milieu von Rechtsrock-Konzerten informiert: „Die Neonazis, darunter Mitglieder der ‚JN Braunschweig‘, des Hildesheimer Kreisverbandes von ‚Die Rechte‘, sowie eine handvoll BRAGIDA-Anhänger, wurden allerdings von der Polizei daran gehindert das Haus der Kulturen zu betreten. Daraufhin zogen die Neonazis in einer ‚Spontandemonstration‘ mit rechten Parolen und Transparenten durch die Nordstadt. Ihre Versammlung lösten sie in der Ludwigstraße vor dem Haus eines JN-Aktivisten auf. AnwohnerInnen berichteten davon, dass die Neonazis auch rassistische Parolen, wie ‚Ausländer raus‘ skandierten.“

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Anschlag auf Fürther Gewerkschaftsbüro: Waren es Neonazis?

„Nordbayern.de“ berichtet:

Polizei ermittelt in alle Richtungen

FÜRTH – In der Nacht zum Donnerstag ist ein Fenster des GEW-Büros in der Fürther Luisenstraße mit einem Backstein beschädigt worden. Es ist nicht das erste Mal. Die GEW vermutet Neonazis hinter der Tat.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, der vorwiegend Lehrerinnen und Lehrer angehören, engagiert sich im Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Bündnissprecherin Ruth Brenner ist gleichzeitig Vorsitzende der GEW in Mittelfranken.

Links zum ThemaZimmerbrand in Pflegeheim, Personen evakuiert. Roth: Fünf Zimmer nach Brand im Pflegeheim zerstört Downburst richtet in Bamberg schwere Schaeden an Dunkle Wolken, enormer Schaden: Downburst fegt über Bamberg hinweg Alle Polizeimeldungen des Tages
„Der gezielte Angriff reiht sich in eine Vielzahl von Anschlägen gegen aktive Antifaschisten innerhalb der letzten Jahre ein, von denen kein einziger aufgeklärt worden ist“, teilt die GEW mit.

Es ist nach 2008 und 2010 das dritte Mal, dass Scheiben des Büros demoliert wurden. Nach dem ersten Anschlag habe es ein Bekennerschreiben auf einer Anti-Antifa-Homepage gegeben.

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„Legitime Violence“ aus Quebec

„RASH München“ haben folgendes recherchiert:

Eigentlich waren wir gerade in einer Recherche über die Facebookseite „Skins & Punx Action Tour“ und deren Ableger „Scheiß auf Smash Grey Scum“ vertieft, als wir sahen das „Scheiß auf Smash Grey Scum“ einen Link der Band „Legitime Violence“ geteilt hat. Hinter dem Link verbarg sich das Musikvideo zum „Legitime Violence“-Song „Anti RASH Action“. In dem Video [1] sieht mensch die Band bei einem Konzert das sie mit „Le Vilains“ als Vorband bestritten. Die belgische RAC-Combo „Le Vilains“ löste sich 2012 auf. Als wir kanadische Genoss_Innen um Informationen zur Band fragten, meinten diese das es eine typische graue Oi!-Band sei. Da wir über „Legitime Violence“ nichts fanden beschlossen wir die Recherche um die „Skins & Punx Action Tour“ für´s erste Ruhen zu lassen und uns um „Legitime Violence“ zu kümmern.

Im Video zu „Anti RASH Action“ sieht mensch eine „Quebec Stompers“-Flagge. Schnell stellte sich heraus das die „Quebec Stompers“ die Gruppe um „Legitime Violence“ ist. Die „Quebec Stompers“ präsentieren sich als unpolitische Gruppe in der jede_r einen Platz hat. So zeigt sich die Band in ihren Musikvideos ebenfalls. Da kommt es dann schon einmal vor das Menschen mit Migrationshintergrund gezeigt werden. Das wahre Bild sieht allerdings anders aus! Konzerte mit Neonazi-Bands wie „Endstufe“ oder ein anderes Konzert für „Blood & Honour Hexagon“. „Hexagon“ kommt aus dem altgriechischen und bedeutet Sechseck. Französische Neonazis verwenden „Hexagon“ als Synonym für Frankreich, es soll eine Anspielung auf die Form Frankreichs sein. Auch unser allseits geliebter Wattie von „The Exploited“ hatte keine Skrupel diese Band bei einem Gig in Quebec als support zu buchen. Als jedoch herauskam das „Legitime Violence“ an einem Überfall auf eine Bar in der meist Antifaschist_Innen anzutreffen sind beteiligt waren, wurde der Support gecancelled. Trotzdem erhielten sie freien Eintritt, hatten Zugang zum Backstage-Bereich und konnten mit „The Exploited“ ein paar Stunden verbringen. Das zeigt sich auch in ihrem Musikvideo zu „Rock´N´Roll“. [2]

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Unbekannte schossen auf Parteibüro der Piraten in Dortmund

Die „WAZ“ schreibt:

Schüssen auf ein Wahlkreis-Büro der Piratenpartei in Dortmund will die Polizei derzeit nicht von einem „Anschlag“ sprechen. Ein Schreiben aus rechtsextremistischen Kreisen lässt auf die mutmaßlichen Täter schließen.

Das Dortmunder Wahlkreisbüro der Landtagsabgeordneten Birgit Rydlewski, Hanns-Jörg Rohwedder und Torsten Sommer von der Piratenpartei ist in der Nacht zu Dienstag offenbar von Rechtsex­tremisten beschossen worden. Die Dortmunder Polizei bestätigte auf Anfrage, dass es Einschusslöcher in der Frontscheibe des Wahlkreisbüros gebe und eine Metallkugel gefunden worden sei. Außerdem untersuche man ein Drohschreiben, das per E-Mail an mehrere Institutionen und Personen in Dortmund versendet worden sei.

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Gewalteskalation in Bitterfeld: Geplanter Anschlag auf Alternatives Kulturwerk?

Die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtet:

Die Polizei nimmt am Sonntag vor dem Kulturwerk zwei Männer fest. Bei der Durchsuchung findet die Polizei „relevante“ Gegenstände. Angeblich handelt es sich um Flaschen mit Aufbau sowie Flüssigkeit und einen Baseballschläger.

Im Zusammenhang mit der Gewalteskalation in Bitterfeld hat die Polizei in der Nacht zum Sonntag zwei Männer festgenommen. Bei einer Fahrzeugdurchsuchung in der Nähe des Alternativen Kulturwerks (AKW) seien „relevante Gegenstände“ gefunden worden, so Maik Strömer, Sprecher der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost. Auch die Staatsanwaltschaft in Dessau-Roßlau ist involviert. Doch Fragen zu den Gegenständen und den Vorwürfen gegen die festgenommenen Personen wollte Strömer nicht beantworten. Auch die Staatsanwaltschaft äußerte sich am Montag nicht. Es stünden im Zusammenhang mit den Festnahmen weitere Maßnahmen an, so Strömer. Mehr könne er dazu nicht sagen, um den Erfolg der Ermittlungen nicht zu gefährden. Weitere Informationen sollen heute bekannt gegeben werden.

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Ultra lernresistent

Die „Jungle World“ schreibt:

Drei Beispiele aus den vergangenen Wochen zeigen: Die deutsche Polizei verharmlost weiter die drohende Gefahr durch rechte Hooligans, verfolgt lieber Antifaschisten und verbietet »Fahnen von Juden«.

Es ist schon typisch, wie sich der Pressesprecher der Polizei Bremen, Dirk Siemering, gegenüber der Tageszeitung Weser-Kurier äußerte: »Da haben sich zwei gewaltbereite Gruppen gesucht und gefunden.« Nazis gegen Antifas, rechts gegen links – was sich vor zweieinhalb Wochen rund um das 102. Nordderby in der Fußball-Bundesliga zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV zutrug, passt einmal mehr in das Weimar-Narrativ von der sich gegenseitig aufschaukelnden Gewalt der politischen Extreme.

Dabei deutet vieles daraufhin, dass die Polizei selbst mit ihrer von Unkenntnis und Hau­drauf-Mentalität geprägten Einsatztaktik die Eskalation erst ermöglichte. Was war passiert? Zeugenaussagen zufolge waren nach Spielende etwa 15 Personen aus der weitgehend antirassistischen Bremer Ultraszene in Richtung Stadion gelaufen. Sie hatten die Partie in einer Kneipe verfolgt, wollten nun aber vor der Arena ihre Freunde treffen. Auf dem Weg dorthin kamen sie an der Kneipe »Verdener Eck« vorbei, wo sich 40 bis 50 Bremer Hooligans aufhielten, darunter bekannte Größen aus der Neonazi-Szene der Hansestadt. Nach Informationen der Taz waren unter anderem »Captain Flubber«, einer der Organisatoren von »Hooligans gegen Salafisten« (Hogesa), Hannes Ostendorf, der Sänger der rechten Band »Kategorie C«, und Mirco Hornstein von »Nordsturm Brema« dort. Die Nazi-Hools griffen die Ultras körperlich an, diese flüchteten. Auf dem Weserdeich vor dem Stadion wurden sie dann von Polizisten eingekesselt. Das bestätigte Daniel Behm, ein Mitarbeiter des Bremer Fanprojektes, gegenüber Spiegel Online.

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Anschlag auf das Auto einer aktiven Nazigegnerin

Der „Störungsmelder“ berichtet:

In der Nacht auf den ersten Mai wurde das Auto einer Nazigegnerin aus Schwabach angegriffen. Der oder die Täter zerstörten Fensterscheiben und Autoreifen. Die Initiative für Demokratie gegen Rechtsextremismus vermutet Neonazis hinter dem Anschlag und hat ein Spendenkonto eingerichtet.

Zum mittlerweile vierten Mal wurde das Auto von Christel Hausladen-Sambale angegriffen. Bei den vergangenen Anschlägen schmierten die Täter Hakenkreuze auf das Auto und zerstörten die Scheiben. In der Nacht zum ersten Mai schlugen die Angreifer wieder zu: Diesmal zerstörten sie erneut die Fensterscheiben und zerstachen alle Autoreifen. Die Polizei geht von einem Sachschaden in Höhe von 3000€ aus. Einen Ermittlunsgerfolg konnte die Polizei bislang noch nicht vorweisen.

Christel Hausladen-Sambale lässt sich von dem Anschlag aber nicht einschüchtern und will auch weiter aktiv gegen Rassismus vorgehen. Als Ortsvorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) und Sprecherin der lokalen Initiative für Demokratie gegen Rechtsextremismus, war sie in den letzten Monaten verstärkt gegen neonazistische Aufmärsche von Nügida und Pegida Nürnberg auf die Straße gegangen und trat als Rednerin auf.

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Rechtsradikale Sprühereien in Burladingen

Die „Hohenzollerische Zeitung“ berichtet:

Mauern gesprüht, so auf die Wände des Polizeipostens und des Alb-Lichtspielkinos. Anlass war offenbar ein Film über die Nazi-Szene, der kürzlich im Kino lief.

Mehrere Burladinger Gebäude wurden in der Nacht von Montag auf Dienstag mit rechtsradikalen Parolen und Nazisymbolen besprüht, darunter das Rathaus, das Alblichtspielkino und der Polizeiposten. Da der „Verdacht einer politisch motivierten Straftat besteht“, haben Kriminalbeamte der Polizeidirektion Rottweil, Abteilung Staatsschutz, die Ermittlungen aufgenommen.

Dass das Alb-Lichtspielkino besonders hart betroffen ist, dürfte im Zusammenhang mit einer Filmvorführung stehen, die dort vor Wochenfrist stattfand. Gezeigt wurde die Dokumentation „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“. Damals ließ sich kein Sympathisant der rechten Szene oder Fan der Rechtsrockszene, um die es in dem Streifen geht, am Kino sehen, obwohl man durchaus damit gerechnet hatte. Wie der anwesende Regisseur des Filmes, Peter Ohlendorf, sagte, komme es vor, dass sich rechte Diskutanten bei einer Aufführung Gehör verschaffen wollen. Warum auch nicht? Man lebe schließlich in einer Demokratie.

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Farb-Attacke auf Wohnhaus von Fürther Antifaschisten

Der „Störungsmelder“ schreibt:

Mittwoch ist das Haus einer Fürther Familie beschmiert worden, die sich gegen Rassismus engagiert. Seit Jahren beschädigen Neonazis das Eigentum von fränkischen Nazigegnern. Bislang konnte noch kein Täter dingfest gemacht werden.

„Nachdem sich die Familie an Aktionen des Fürther Bündnisses gegen Rechtextremismus und Rassismus beteiligt, sich immer gegen Nazis und Rassisten stellt, liegt es nahe, dass der Anschlag von Neonazis begangen wurde“, schreibt das Fürther Bündnis gegen Rechts in einer Pressemitteilung. Schon im Mai 2012 wurde der politisch aktiven Familie ein Tierkadaver in den Briefkasten gesteckt, die Antifaschistische Linke Fürth ging damals von einer rechtsmotivierten Tat aus.

In Bayern, vornehmlich in der Region Mittelfranken, kommt es immer wieder zu Anschlägen auf das Eigentum von Antifaschisten, auf Gewerkschaftsbüros und linke Treffpunkte. In Fürth entstand in den vergangenen Jahren bislang ein Sachschaden von über 40.000 € durch Neonazigewalt. Die Polizei konnte bislang noch keinen Ermittlungserfolg verbuchen und tappt weiterhin im Dunkeln. Ruth Brenner, Sprecherin vom Fürther Bündnis gegen Rechts fordert in ihrer Erklärung die zuständigen Behörden auf, „alles zu tun um diese Straftaten aufzuklären, damit sich auch Antifaschisten endlich sicher fühlen können in der angeblich sichersten Großstadt Bayerns“.

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NBG: Nazi Dan Eising spitzelte in linker Szene

Via „ART Nürnberg“:

Vergangenen Sommer versuchte der Neonazi Dan Eising in der Nürnberger linken Szene zu spitzeln. Die Anti-Antifa-Tätigkeiten flogen auf. Parallelen gibt es zu einem weiteren Fall des Spitzelversuchs durch einen Nazi in München. Eising ist jetzt Anmelder von „Nügida“ und war bei einem Angriff auf die Demo zum Internationalen Frauenkampftag am 07.03.2015 in Nürnberg dabei.

+++ Zum Geschehen:

Im Juli 2014 tauchte der bis dahin szeneintern nicht bekannte Neonazi Dan Eising bei einer offenen linken Gruppe in Nürnberg auf. In der Gruppe hat er nicht viel über sich erzählt, er wolle in der Zukunft aber eine Ausbildung beginnen und sich politisch links engagieren.
Als die offene Gruppe ihn zu einem Flüchtlingsstraßenfest mitnehmen wollte wurde er von Leuten erkannt und erzählte daraufhin eine abenteuerliche Geschichte.
Er wolle aus der rechten Szene austeigen, habe aber massive Ängste vor seinen alten Nazi-FreundInnen. Zusätzlich jammerte Eising von einer Aussteigerhilfe, die ihn nicht richtig betreuen würde.
Die offene Gruppe warf Eising daraufhin aus ihren Zusammenhängen.
Eine weitere linke Umfeldgruppe nahm ihn nach Absprachen bei sich auf um ihm beim vermeintlichen Ausstieg zu helfen. Durch die Naivität seiner neuen Bezugspersonen gelang es Eising in Treffpunkten der Nürnberger Szene herumzuschnüffeln. Er erzählte er wäre 6 Jahre lang im Freien Netz Süd(FNS) aktiv gewesen (siehe unten) und hätte sich seine Nazitattos entfernen lassen.
Bis dato war die aktive linke Szene in Nürnberg zu keinem Zeitpunkt in die Thematik involviert.
Als die Geschichte auch linke AktivistInnen erreichte, sollte Eising vorerst keinerlei Kontakte mehr in die Szene und keinerlei Zugang zu linken Lokalitäten erhalten. Eising wurde die Sache dann aber schnell zu heiß. Er wäre zu einem Ausstiegsgespräch bereit, möchte aber seine „alten Kameraden nicht verraten“. Ab diesem Zeitpunkt war die Sache erledigt. Wenige Wochen später tauchte Eising dann wieder bei Naziaufmärschen auf, zum Beispiel beim „Heldengedenken“ in Wunsiedel im November 2014.

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JN-Zeltlager, Marsch und Lehrer-CD

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

05.02.2015 – Anfang 2015 bieten die Neonazis in Mecklenburg-Vorpommern ein volles Programm: Vom Neujahrsempfang, über eine JN-CD für Lehrer bis hin zum „Tollense-Marsch“.

„Mutige Kameraden“ trafen sich zum zwölften Mal im Februar unter der Führung von David Petereit zum 40 Kilometer-Marsch, „um die eigenen Grenzen auszuloten“, wie es in einer internen Einladung mal hieß. In diesem Jahr beteiligten sich an der Wanderung um den Tollense-See bei Neubrandenburg allerdings weitaus weniger Personen als im Vorjahr. Beobachter sprechen von etwa zwei Dutzend Marschierern, 2014 waren es laut Polizei noch 72. Unter den wenigen, die den NPD-Abgeordneten Petereit durch die Kälte begleiteten, befanden sich neben dem Greifswalder „Anti-Antifa“ Marcus Gutsche, dem ehemaligen NPD-Kandidaten Stefan Zahradnik aus Bad Doberan oder dem Ex-Anhänger der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ), Friedrich Tinz, auch zwei Bremer Neonazis. Henrik Ostendorf, der als führend beim NS-Büchlein „Ein Fähnlein“ gilt und sich an der Organisation der „HoGeSa“-Demonstrationen in Köln und Hannover beteiligte, war ebenso wie der ehemalige Verdener NPD-Aktivist Daniel Fürstenberg, jetzt Hooligan in Bremen, dabei.

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Rechter Terror in der antifaschistischen Analyse

Ein sehr wichtiger Beitrag des „Antifaschistischen Infoblattes“ im Rahmen der Analyse des Rechten Terrors:

Im NSU-Komplex gibt es mehrere zentrale Fragen, mit denen sich unabhängige Antifaschist_innen dringender denn je auseinandersetzen müssen, um der bislang sehr wirkmächtigen Erzählung des Generalbundesanwalts, der Geheimdienste und der Polizei entgegen zu treten: Denn Strafverfolger und Geheimdienste propagieren entgegen aller Fakten und einschlägigen Zeugenaussagen unbeirrt den Mythos vom isolierten Trio, von dessen terroristischen und mörderischen Aktivitäten kein einziger der zahllosen Unterstützer_innen informiert gewesen sei, und stellen den NSU-Komplex als ein singuläres, schon jetzt abgeschlossenes Ereignis ohne Wiederholungsgefahr dar.

Um der staatstragenden Erzählung wirksam entgegen zu treten, müssen wir aber nicht nur die erweiterte Einzeltäter-Theorie der Strafverfolgungs- und Geheimdienstbehörden, die in Deutschland seit dem Oktoberfest-Attentat 1981 zum staatstragenden Mantra und Mythos geworden ist, sondern auch unsere eigenen Erzählungen, Analysen und Thesen zu rechtsterroristischen Netzwerken, Strategien und Aktionen der letzten zwanzig Jahre auf den Prüfstand stellen. Nicht nur, weil es beim Streit um die Frage, wer die öffentliche Deutungshoheit über den NSU-Komplex gewinnt — inklusive der Entstehungsgeschichte des NSU-Netzwerkes und der staatlichen Verantwortung dafür — , auch um die entscheidende Frage nach der Anerkennung rechtsterroristischer Gewalt in Deutschland und Rassismus als einer zentralen Ursache von Staatsversagen im NSU-Komplex geht. Sondern, weil es am Ende dieses Streits auch darum gehen wird, aus den Fehlern der eigenen antifaschistischen Analysen seit 1990 zu lernen und so vielleicht zu verhindern, dass wir rechten Terror nochmals nicht erkennen.

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Kai Dalek und Didier Magnien – Geschichten aus dem bayerischen Geheimdienstsumpf

Das „aida-Archiv“ schreibt:

In den 1990er Jahren wurde Kai Dalek, seit 1987 Mitarbeiter des bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz, zu einem der einflussreichsten Neonazis in Süddeutschland. Didier Magnien, ebenfalls Mitarbeiter des bayerischen Verfassungsschutzes, war um die Jahrtausendwende in terroristische Aktivitäten der französischen und deutschen Neonaziszene verstrickt.

KAI DALEK – DER AUFHETZER

Der 1964 in Berlin geborene Kai Markus Dalek zog 1987 aus privaten Gründen ins oberfränkische Marktrodach-Oberrodach. In Berlin soll er für den dortigen Verfassungsschutz die linke Szene ausgespäht haben. Die dortige Behörde übergab ihren Mann nun ordnungsgemäß an die bayerischen Kolleg_innen. Wegen seiner „nationalen Einstellung“ zogen es diese vor, den Spitzel zukünftig in der rechten Szene einzusetzen. Bei Dalek dürfte es sich also nicht um einen klassischen „V-Mann“, sondern um eine Art „verdeckten Ermittler“ („VE“) des Verfassungsschutzes handeln. Der erste Weg führte den Agenten in die „Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front“ (GdNF) Michael Kühnens, die sich als „Arm der nationalsozialistischen Bewegung der neuen Generation in der Tradition der SA“ verstand. Bei öffentlichen oder internen Veranstaltungen der militanten Neonaziszene hatte er meistens seine Videokamera dabei und machte Aufnahmen, was ihn schnell zu einer bundesweit bekannten Figur machte. 1989 und 1990 gehörte Dalek schon zum Vorbereitungskreis der ersten Rudolf-Hess-Gedenkmärsche in Wunsiedel.

„Der Einblick“

Auch am Rande linker Demonstrationen tauchte Dalek mit seiner Kamera auf und übernahm 1990 die Leitung des „Antikommunistischen Aktionsbündnis“ (ANTIKO) in den Kreisen der GdNF. Die von Dalek und Co. propagierte Anti-Antifa-Kampagne sollte politische Gegner_innen bekämpfen und zugleich die eigene, zersplitterte Szene einigen. Hinter den Kulissen sorgte Dalek tatkräftig dafür, die Anti-Antifa-Aktivitäten der Neonazis auf ein neues Level zu heben: Der Geheimdienstler schleuste in Nürnberg eine „Nationale Block“-Aktivistin ins Umfeld des antifaschistischen Archivs Abidoz ein. Norman Kempken, Eberhard Hefendehl und Anderen half er, zum Jahreswechsel 1992/1993 die 40seitige Broschüre „Der Einblick“ zu veröffentlichen. Unter dem Titel „Organisiert die Anti-Antifa“ listeten sie 250 Antifaschist_innen und linke Einrichtungen auf, um diesen, so hieß es im Vorwort, „unruhige Nächte [zu] bescheren“. Die Herausgeber_innen des antifaschistischen Standardwerks „Drahtzieher im braunen Netz“ brachten die furchtbaren Konsequenzen der „Anti-Antifa-Kampagne“ in ihrem Buch 1996 auf den Punkt: „Gezielte Jagden und Mordversuche an aktiven Antifaschist_innen gehören in einigen Regionen bereits zum Alltag“.

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Anti-Antifa vom Amt

Die „Junge Welt“ schreibt:

NSU-Prozeß: Rolle des bayerischen V-Mannes Kai Dalek gerät ins Blickfeld. Er sammelte Daten politischer Gegner und kannte engste Kameraden der Hauptverdächtigen

Anwälte der Nebenklage haben im Münchner Prozeß um die Mord- und Anschlagsserie des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) Beweisanträge zur Verstrickung bayerischer Neonazis inklusive eines weiteren V-Mannes angekündigt. Ein »Führungskamerad« war Kai Dalek, der im Sold des Bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz stand. Das erklärte der Zeuge Tino Brandt, der seinerseits eine Leitungsfunktion im »Thüringer Heimatschutz« (THS) hatte. 1994 wollte der Inlandsgeheimdienst in Thüringen den damals 19jährigen Brandt für eine V-Mann-Tätigkeit gewinnen – und war damit auch erfolgreich. Den Anwerbeversuch meldete Brandt nach eigener Aussage zeitnah dem elf Jahre älteren Dalek, der als Administrator des »Thule-Netzes« eine Schlüsselfigur in der bayerischen Neonaziszene war. Das »Geheimnis« des angehenden V-Mannes blieb also im Geheimdienstmilieu.

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(Dossier) Kategorie C- Eine Rechtsrockband

Via „Indymedia Linksunten“:

Aufgrund den immer wiederkehrenden medialen Diskussionen um die Band „Kategorie C / Hungrige Wölfe“, ob sie nun eine unpolitische Hooligangruppe ist oder ob sie „nur“ rechtsoffen sei, präsentieren wir im Folgenden ein paar neu recherchierte Einblicke in die Umtriebe jener Band um Hannes Ostendorf aus Bremen.

Der Fokus dieser Recherche sollen nicht die schon existierenden Infos sein, welche bei kurzer Suche im Internet zu finden sind. Alleine diese sollten zwar reichen, um die Band klar und deutlich in den Bereich des Rechtsrocks zuordnen zu können, jedoch meinen KritikerInnen, besonders die der Fanszene um „Kategorie C“, dass es sich bei der Band um eine unpolitsche Hooligan-Band handle. Frei nach der immer wieder benutzen Zeile eines KC-Songs: „Fußball ist Fußball und Politik ist Politik“.

Wie konform diese Parole nun aber in Realität von der Band gelebt wird, oder besser gesagt, wie widersprüchlich diese Aussage von Seiten KCs ist, wird die folgende Recherche zeigen.Nebst den konspirativ organisierten Konzerten in Deutschland, welche nicht zuletzt immer wieder von einschlägigen Neonazi-und Hooligan-Gruppierungen veranstaltet werden, sind Kategorie C auch international beliebt.
Diese Sammlung von Tatsachen um die Band KC dienen der Information und sollten als solche auch verbreitet werden.

Schweden- „Rac‘a'Billy“ und Kuggnäs-Festival

Seit einigen Jahren – Bilder belegen den Auftritt der Band im Jahr 2008 – spielen Kategorie C als einer der internationalen Acts auf dem Kuggnäs-Festival im schwedischen Nyköping. Das Festival, welches auf dem Gelände eines Motorrad – und Oldtimer-Clubs stattfindet, lädt jährlich etliche Grauzone und Rechtrockbands aus Schweden und Europa ein. So spielten Kategorie C in 2012 gemeinsam mit einer der dienstältesten RAC (Rock against Communism)- Bands Schweden: Ultima Thule. Jene Band, die auf dem Kuggnäs ihr 30-Jähriges feierte, ist nicht nur für ihre Viking-Rockballaden bekannt, in denen es um nordische Mythen und Götter geht, sondern fällt vor allem durch ihre ultra-nationalistischen und xenophoben Liedtexte auf.

Im Jahr 2013 spielten KC, gemeinsam mit Grauzone und Rechtsrockbands wie Pressure 28, Folkheim, Volund Smed und Agent Bulldog auf dem Festival. Dieses Jahr waren KC nicht dabei, dafür gabs Ersatz von der sächsischen Rechtsrockband Selbsteller.

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