Archiv der Kategorie 'Antifaschistische Aktionen und Veranstaltungen zu Grauz'

„Grauzonen — Rechte (jugendliche) Lebenswelten in Musik und im Sport“

Quelle: Antifa Infoblatt

Die anhaltenden gesellschaftlichen Rechtstendenzen finden in unterschiedlichen Bereichen ihren Niederschlag. Nicht zuletzt sind davon jugendliche Subkulturen betroffen. Dabei ist das Phänomen von rechten jugendlichen Lebenswelten ist bei weitem nicht neu. Für die Bundesrepublik kann es ungefähr in die Zeit der Adaption der britischen Skinhead-Bewegung datiert werden. Dabei waren die ersten Skinheads nicht unbedingt rechts. Die Mehrzahl begriff sich als unpolitisch oder als sogenannte Sharp-Skins (Skinheads Against Racial Prejudice). Vor allem das dem Skinhead-Kult immanente Bild von viriler Männlichkeit dürfte jedoch ein Andocken an rechtsgesinnte Inhalte erleichtert haben. Früh gründeten sich auch rechte Bands wie „Endstufe“ (1981), Böhse Onkelz und „Kraft durch Froide“ (1982, mit dem Schlagzeuger Andreas Pohl, der unter anderem in der neonazistischen „Nationalistischen Front“ aktiv war). Auch der Fußball bietet mit Nationalismus, Männlichkeitskult und Homophobie sowie einer ausgeprägten Gruppenidentifikation unterschiedliche Angebote, die Brücken zu rechten Weltbildern sein können. Beide Lebenswelten, also die sportbezogene und die musikalische, sollten jedoch nicht nur auf ihre Problemstellungen reduziert werden.

Das Team des Vereins „Agentur für soziale Perspektiven“ (ASP) hat mit „Grauzonen – Rechte (jugendliche) Lebenswelten in Musik und im Sport“ einen über 400 Seiten starken Ordner als methodisch-didaktische Handreichung herausgegeben, der eine Auseinandersetzung mit den Thematiken in unterschiedlichen Kontexten (schulisch und außerschulisch) ermöglicht. Die Herangehensweise der Autor_innen, die sich selbst als Antifaschist_innen aktiv sind, ist durch eigene Affinitäten zu Sport- und Musiksubkulturen geprägt. Ein Zugang, der in der vorliegenden Publikation für ein hohes Maß an Kompetenz spricht.

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Warum wir nach Ostritz fahren..

Quelle: Undogmatische Radikale Antifa Dresden

Am 20. und 21. April wollen (Neo-)Nazis aus ganz Deutschland, Tschechien und Polen mit einem Festival den Geburtstag Hitlers feiern. Dabei wird zusätzlich zu den üblichen Bands aus dem Blood & Honour Umfeld auch einiges Anderes geboten. Neben Merch und Propaganda gibt es eine Tattoo Convention und bei einem Ableger des Nazi-Kampfsportevents „Kampf der Nibelungen“ kann die eigene Männlichkeit und das archaische Weltbild unter Beweis gestellt werden. Das Nazifestival in Ostritz, bei dem mit mehreren tausend (Neo-)Nazis gerechnet wird, schickt sich an dieses Jahr einer der zentralen Momente, nicht nur für die deutsche (Neo-)Naziszene, zu werden. Dabei sind die Akteure keine Unbekannten. So können wir festhalten, dass wir Ostritz in eine Reihe mit anderen Großveranstaltungen wie den (Neo-)Nazikonzerten in der Schweiz oder Themar stellen können, die auf ein neues Selbstvertrauen innherhalb der Szene schließen lässt. Dieses Selbstvertrauen führen wir zurück auf die Enttabuisierung menschenverachtender Einstellungen und die Normalisierung von rassistischen Übergriffen, Äußerungen und anderen reaktionären Verhaltensweisen, die durch den gesamtgesellschaftlichen Rechtsruck Alltag geworden sind. Obwohl diese Verschärfung unserer Beobachtung nach nicht direkt dazu führte, dass (Neo-)Nazistrukturen großen personellen Zulauf bekommen oder sich in größeren Mobilisierungszahlen niederschlägt, hat sich trotzdem gezeigt, dass (Neo-)Nazis ihre Politik immer selbstverständlicher in öffentlichen Veranstaltungen, im offenen Raum ausleben. Durch solche Events wird es immer niedrigschwelliger möglich ihre internationale Vernetzung voranzutreiben. Einen Anhaltspunkt dafür sehen wir auch in der Absage des (Neo-)Nazikonzerts in Wroclaw, welches parallel zum Schild und Schwert Festival hätte stattfinden sollen. Trotz einiger ideologischer Differenzen, mobilisieren die polnischen (Neo-)Nazis nun nach Ostritz. Diese Nazievents dienen aber nicht nur der Selbstbespaßung, sondern spülen große Mengen an Geld in (Neo-)Nazistrukturen wie zum Beispiel Blood & Honour und schlussendlich in terroristische Strukturen wie den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU).

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Bürgermeister wehren sich gegen Neonazi-Festival

Quelle: Spiegel Online

„Wer Menschenrechte infrage stellt, ist hier nicht willkommen“: Am Geburtstag Adolf Hitlers soll ein Neonazi-Festival im Osten Sachsens stattfinden. Dagegen protestieren jetzt 40 Bürgermeister.

„Wir wollen und wir brauchen in der Oberlausitz kein rechtsextremes Festival! Nicht in Ostritz, nicht anderswo! Wer Menschenrechte infrage stellt, Bezüge zu einem verbrecherischen System herstellt, wer Demokratie und Pluralismus bekämpft – der ist hier nicht willkommen, dem soll unsere Region kein Zuhause werden“, heißt es unter anderem.

Die Erklärung wurde auch dem sächsischen Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) überreicht, der im Landkreis Görlitz unterwegs war. Kretschmer hatte sich bereits vor ein paar Tagen dafür ausgesprochen, das Rechtsrockfestival nicht tatenlos hinzunehmen.

Zu dem Festival auf einem Privatgrundstück werden 800 Teilnehmer erwartet. Die Zahl rechtsextremer Konzerte in Deutschland hat zuletzt stark zugenommen und ist so hoch wie seit dem Jahr 2005 nicht mehr.

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Fachtag: Rechte Musik – Marschmusik am rechten Rand

Quelle: Der Blick nach Rechts

Die braune Musikindustrie beschränkt sich heute nicht mehr nur auf den klassischen Rechtsrock-Bereich. In den letzten Jahren wurde das Segment rechter Musikstile zunemend erweitert, um auch verstärkt andere Zielgruppen zu erreichen. Die Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München (Firm) zu einem Fachtag zum Thema „rechte Musik“ ein. Hierbei sollen die einzelnen Musikgenres mit ihren Protagonistinnen und Protagonisten sowie deren Verbindungen zu verschiedenen Neonazi-Gruppierungen genauer betrachtet werden.

Mittwoch, 18. April, 9.00 bis 16.00 Uhr

Ort: Feierwerk Orangehouse, Hansastraße 39, 81373 München

Anmeldungen bis zum 10. April 2018 an: firm@feierwerk.de

Nähere Infos

Termin:
18.04.2018 09:00 – 16:00

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Debatte um Nazi-Treff in Wurzach

Quelle: Allgäu Rechtsaussen

Petition fordert konsequentes Einschreiten der Behörden gegen Veranstaltungen in Neonazi-Immobilie. Zeitgleich sagt Stadt Bad Wurzach nach Gegenwind aus der CDU eine Informationsveranstaltung über die rechtsradikale Szene ab.

»Wir mussten in den vergangenen Jahren auch hier in der Region viel zu oft erleben, zu welchen Taten rechte Gruppen und Einzelpersonen fähig sind, wenn man ihrer rassistischen und menschenfeindlichen Propaganda freien Lauf lässt«, erklärte die Initiative gegen Rassismus Westallgäu am Donnerstag.

Deshalb unterstütze die Initiative, die nach ihrer Selbstdarstellung für ein gleichberechtigtes und solidarisches Miteinander aller Menschen eintritt, eine am Mittwoch vom Bündnis Links im Allgäu (LiA) gestartete Petition unter dem Titel »Kein Nazi-Treff in Wurzach« und ruft zur Teilnahme und Unterstützung auf:

»Weder in Talacker noch sonstwo in der Region dürfen wir zulassen, dass sich rechte Strukturen ausbreiten und verfestigen und somit die Grundlage für weitere Gewalt und Hetze gelegt wird.«

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RECHTS ROCKT NICHT!

Quelle: Rechts rockt nicht!

Im ostsächsischen Ostritz soll am 20. und 21. April 2018 das neonazistische Festival „Schild und Schwert“ stattfinden. Im „Hotel Neißeblick“ werden zwei Tage lang eine Vielzahl an Rechtsrockbands aus dem „Blood & Honour“-Umfeld, ein Kampfsport-Event und jede Menge Merchandise dafür sorgen, dass mehrere tausend Nazis zusammenkommen. Sowohl das Datum als auch der Ort sind nicht zufällig gewählt. So können hunderte Nazis bereits am 20. April, dem Geburtstag Adolf Hitlers, gemeinsam zu „Balladen“ „feiern“, bevor am Samstag eine Vielzahl einschlägiger „Blood & Honour“-Bands spielen sollen. Mit dem „Hotel Neißeblick“ wird auf eine Immobilie zurückgegriffen, die schon in der Vergangenheit für Veranstaltungen der NPD und der AfD genutzt wurde.

Organisiert wird das Festival vom rechten Multifunktionär Thorsten Heise aus Thüringen. Heise gilt in der Naziszene als Bindeglied zwischen „Freien Kameradschaften“ und der NPD. Er suchte Mitte der 2000er den Schulterschluss zwischen parteiunabhängigen Nazis und der NPD, trat dafür selbst in die NPD ein und ist mittlerweile Landesvorsitzender in Thüringen. Doch damit nicht genug. Heise hat auch beste Kontakte in die Rechtsrockszene. So betreibt er einen bekannten Versände für neonazistische Musik, vor allem von Bands aus dem „Blood & Honour“-Umfeld. Er ist einer der Organisationen der „Schulhof-CD“ der NPD gewesen und organisierte zuletzt in Thüringen den so genannten „Eichsfelder Heimattag“.

Für 45 Euro bekommt das zahlende Publikum, erwartet werden weit über 1000 Teilnehmende, eine komplette neonazistische Lebenswelt geboten. Neben dem Musikprogramm stehen mehrere Freefight-Kämpfe auf dem Programm, daneben soll es eine Tattoo-Convention geben, politischen Reden und natürlich reichlich Bier. Unter dem Deckmantel der politischen Versammlung soll ein kommerzielles Konzert- und Nazilifestyle-Event etabliert und die Kassen der Szene aufgefüllt werden. Mit der Wahl des kleinen 2.500-Einwohner*innen-Ortes an der deutsch-polnischen Grenze hoffen die Organisatoren auf ein störungsfreies Festival. Für zwei Tage soll mit der schieren Masse des anreisenden Publikums eine temporäre nationalbefreite Zone entstehen und etwaige Widerstände ausgebremst werden. Wenn das gelingt ist anzunehmen, dass sich die NPD künftig regelmäßig in Ostritz einfindet. Bereits im Oktober hat Heise eine weitere Veranstaltung angemeldet.

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23.3.2018 Dosto/Bernau: One Step Ahead & The Spartanics

Diesen Freitag im Dosto in Bernau: Um 22.°° Uhr spielen One Step Ahead​ und The Spartanics ein Solikonzert für Verfahrenskosten.

Vorher gibt es um 19.°° Uhr einen Vortrag des Apabiz über die AfD in Berlin und Brandenburg:
Zwischen Nationalkonservatismus und völkischem Nationalismus

Die Alternative für Deutschland sitzt in mehreren Landtagen und kommunalen Gremien, unter den MandatsträgerInnen und FunktionärInnen finden sich sowohl Polit-Profis als auch absolute Parlamentsneulinge. Nach dem Sieg von Frauke Petrys´ nationalkonservativem Flügel im Kampf um die Parteispitze treten die ParteiaktivistInnen noch deutlicher mit extrem rechten Positionen in Erscheinung. Sowohl im Brandenburger als auch im Berliner Verband gibt es ParteiaktivistInnen mit rechter Biografie und Nähe zur extrem rechten Szene. Also alles verkappte Nazis, konservative Nationalisten oder einfach nur Parteiverdrossene mit einem Hang zu Rassismus?

Und am nächsten Tag gehts zum Halbfinale im AOK-Landespokal Brandenburg mit dem SV Babelsberg 03​ nach Neuruppin! Forza SVB!

Rechtsextreme, rassistische, antisemitische sowie sexistische Äußerungen werden nicht geduldet.
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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Am 21. April auf nach Ostritz zum #platznehmen!

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ ruft zum Protest gegen das Neonazifestival in Ostritz am 21. April auf und organisiert eine Anreise mit Reisebussen zu „Rechts rockt nicht!“ Vom 20. bis 22. April soll im „Hotel Neisseblick“ eines der größten Nazifestivals in Europa mit dem Titel „Schild und Schwert“ stattfinden.

„Im Landkreis Görlitz, zu dem Ostritz gehört, wurde die AfD zur Bundestagswahl stärkste Kraft. Michael Kretschmer, jetziger Ministerpräsident, verlor dort sein Mandat an die blauen Nazis“, so Juliane Nagel (MdL, Die Linke). „Die gegenwärtige Entwicklung in Sachsen ist das Ergebnis jahrelanger ignoranter CDU Politik. Sie hat nicht nur die Augen vor dem Problem zunehmend etablierter Nazistrukturen verschlossen, sondern antirassistisches Engagement kriminalisiert und Demokratiebildung massiv vernachlässigt.“

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Klage wegen Neonazi-Konzert in Gera

Quelle: mdr Thüringen

Der Geraer Stadtrat Peter Jähnert (Die Linke) klagt gegen seine Stadt. Hintergrund ist das im Sommer 2017 genehmigte Neonazifestival „Rock für Deutschland“. Jähnert wirft der Stadtverwaltung vor, nicht ernsthaft geprüft zu haben, ob es sich bei dem Festival um eine politische Kundgebung oder ein kommerzielles Konzert handelte.

Zusammen mit der Grünen Landtagsabgeordneten Madeleine Henfling hatte Jähnert selbst am 1. Juli 2017 eine politische Kundgebung angemeldet – am selben Ort, an dem das Rechtsrockkonzert stattfinden sollte. Die Stadt verwies Jähnert mit seiner Veranstaltung an eine andere Stelle. Der Grund: „Rock für Deutschland“ habe ein Erstanmelder-Recht. Der Linke-Stadtrat hatte auf den Bescheid der Stadt bereits mit Klage im Eilverfahren reagiert und war gescheitert. Nun soll der Streit mit einer so genannten Feststellungsklage am Verwaltungsgericht Gera geklärt werden.

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16. Februar Leipzig: Infoveranstaltung „Subcultural Records – Musik für unpolitische Neonazis“/ Fischladen


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Neonazi-Konzerte 2018: Eine Herausforderung für die Zivilgesellschaft

Quelle: mdr Thüringen

„Hass und Kommerz“ lautet der Titel einer neuen Broschüre zum Thema Rechtsrockkonzerte, die die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (Mobit) am Dienstag in Erfurt vorgestellt hat. 59 rechtsextreme Musikveranstaltungen zählten die Berater im Jahr 2017, fünf mehr als im Vorjahr.
Ein Mann sitzt an einem Tisch und liest in einer Broschüre.

Mobit-Sprecher Stefan Heerdegen sagte MDR THÜRINGEN am Rande einer Podiumsdiskussion, Politik, Behörden und Thüringer Zivilgesellschaft stünden auch in diesem Jahr vor großen Aufgaben. „Ich denke schon, dass mit dieser Vielzahl an Aktivitäten, die da gemacht werden, das geht ja auch über Rechtsrock hinaus, das sind ja auch Demonstrationen, Infostände, dass das drauf angelegt ist, die zivilgesellschaftliche Gegenwehr zu erlahmen.“ Es handle sich um ein Kräftemessen, sagte Heerdegen. Politik und Behörden müssten entschiedener gegen die Konzerte vorgehen, es drohe eine Normalisierung antidemokratischer Haltungen durch die rechtsextreme Eventkultur im Freistaat. „Es ist immer gut, wenn Politik sich vornimmt was gegen Neonazismus und auch Rechtsrockkonzerte zu tun.“ Es dürfte aber ein weiter Weg sein, all das, was an professioneller Struktur auf Seiten der Neonazis gewachsen sei, auch wieder zurückzudrängen. In Arnstadt und Themar sind für 2018 Großevents angemeldet. In Themar plant die rechtsextreme Szene sogar ein zweitägiges Festival.

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12.2.2018 Fanladen Babelsberg: Subcultural Records – Musik für unpolitische Neonazis

Die Ultrash Festival Crew und Black Cat Tapes präsentieren Euch in Zusammenarbeit mit dem Watchblog Allgäu Rechtsaußen folgende Veranstaltung zum Thema Grauzone & Rechtsrock:

„Seit einiger Zeit biedern die »Prolligans« und ihr Label »Subcultural Records« sich an eine vermeintlich unpolitische Skin-Szene an. Dabei ist das Label nicht mehr als ein Tarnverein für den Nazi-Mailorder »Oldschool Records« und die Band ist eng verzahnt mit der Neonaziszene im Allgäu in Südbayern, die Kontakte zum Nazi-Netzwerk Blood&Honour
unterhält, das auch den NSU hervorbrachte.

Es ist ein Beispiel von vielen. Seit jeher versuchen Nazis, (Oi-)Skinkultur politisch zu besetzen. »If the kids are united…« war aber nie ein Angebot an die Faschos. Damit das so bleibt und die Arschlöcher künftig von unseren Konzis und aus unseren Läden fliegen, wollen wir über ihre Machenschaften und ihr Netzwerk aufklären.“

Mehr zum Thema hier: https://allgaeu-rechtsaussen.de/tag/subcultural-records/

FB-Event

SCHEISZ AUF EUREN Oi! Vol.1

Am 10.2.2018 gibt sich in der Factory in Magdeburg die Creme de la Creme der „unpolitischen“ Oi!-Fraktion die Klinke in die Hand. Unter dem Namen „Oi! for you“ findet dort ein Festival statt, alles organisiert von der Spirit from the street-Crew. Dort sollen neben Rotz und Wasser, Pöbel und Gesocks, Durstige Nachbarn und weiterem Abschaum auch die Band Krawallbrüder aufspielen. Eigentlich dachte ich, dass KB schon unter die Kategorie „Deutschrock“ fällt, dem ist scheinbar nicht so. Da spielen also die Krawallbrüder, die doch selber von sich behaupten, unpolitisch zu sein, in der Factory in Magdeburg. Waren es denn nicht Teile von KB, die gerne mal mit N**** nach Spanien fahren und sich dort auch noch mit den Nasen fotografieren lassen? Man kann sich also selber schon vorstellen, was am 10.2. in der Factory zu erwarten ist: ein Tummelplatz für die ganzen ach so „unpolitischen“ Oi!- und Deutschrock-Fans.
Es wird aber sicher noch einige geben, die darauf keinen Bock haben, Menschen, die keinen Lust darauf haben, sich besoffene Macker anzuschauen, die irgendwas vom „wahren Skinheadkult“ faseln oder einem erzählen, dass Oi! „schon immer unpolitisch“ gewesen sei. Diejenigen, die keinen Bock auf diese Scheisze haben, sind recht herzlich dazu eingeladen, am 10.2.2018 ins LiZ (Libertäres Zentrum) nach Magdeburg zu kommen, denn dort steigt das „Scheisz auf euer‘n Oi!“-Festival. Weitere Infos folgen hier in Kürze.
Bands:
ONE STEP AHEAD (AFA HC-PUNK)
NASTY MATTER (Polit HC-PUNK)
KELLERASSELN (Polit Speed-Punk)
SELBZTJUSTIZ (Riotpunk)
Außerdem wird es eine Mobi-Veranstaltung geben zum Naziaufmarsch am 10. u. 17.3.2018 in Dessau und geplanten Gegenaktivitäten – „Make Dessau nazifrei again „!
In diesem Sinn: Alerta Antifascista, Smash the Greyzone!
Mit freundlicher unterstützung von:
#InfoladenSalbkeMagdeburg
SAVE THE SCENE FESTIVAL
Riot Bike Records
Rash Berlin Brandenburg
True Rebel Store
Opór Streetwar
Streetwar Records

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Neonazikonzerte 2018: Eine Herausforderung für die Zivilgesellschaft

Quelle: MDR Thüringen

„Hass und Kommerz“ lautet der Titel einer neuen Broschüre zum Thema Rechtsrockkonzerte, die die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (Mobit) am Dienstag in Erfurt vorgestellt hat. 59 rechtsextreme Musikveranstaltungen zählten die Berater im Jahr 2017, fünf mehr als im Vorjahr.
Ein Mann sitzt an einem Tisch und liest in einer Broschüre.
Mobit-Sprecher Stefan Heerdegen
Bildrechte: MDR/Johanna Hemkentokrax
Mobit-Sprecher Stefan Heerdegen sagte MDR THÜRINGEN am Rande einer Podiumsdiskussion, Politik, Behörden und Thüringer Zivilgesellschaft stünden auch in diesem Jahr vor großen Aufgaben. „Ich denke schon, dass mit dieser Vielzahl an Aktivitäten, die da gemacht werden, das geht ja auch über Rechtsrock hinaus, das sind ja auch Demonstrationen, Infostände, dass das drauf angelegt ist, die zivilgesellschaftliche Gegenwehr zu erlahmen.“ Es handle sich um ein Kräftemessen, sagte Heerdegen. Politik und Behörden müssten entschiedener gegen die Konzerte vorgehen, es drohe eine Normalisierung antidemokratischer Haltungen durch die rechtsextreme Eventkultur im Freistaat. „Es ist immer gut, wenn Politik sich vornimmt was gegen Neonazismus und auch Rechtsrockkonzerte zu tun.“ Es dürfte aber ein weiter Weg sein, all das, was an professioneller Struktur auf Seiten der Neonazis gewachsen sei, auch wieder zurückzudrängen. In Arnstadt und Themar sind für 2018 Großevents angemeldet. In Themar plant die rechtsextreme Szene sogar ein zweitägiges Festival.

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Hass und Kommerz – Broschürenvorstellung & Podiumsdiskussion

Quelle: Mobit Thüringen

Neue Broschüre der Mobilen Beratung in Thüringen MOBIT

MOBIT erfasst seit 2007 aus öffentlich zugänglichen Quellen Informationen zu Konzerten mit extrem rechten Inhalten und veröffentlicht diese in einer jährlichen RechtsRock-Chronik. In den letzten beiden Jahren hat die Zahl der Konzerte in Thüringen einen bundesweiten Höchststand erreicht. Vor allem die regelmäßig stattfindenden Großevents zeigen, welch enormes Mobilisierungspotential die Szene in Thüringen hat. 2017 fand mit dem „Rock gegen Überfremdung II“ das bundesweit größte RechtsRock-Event der vergangenen Jahre statt – etwa 6000 Neonazis reisten dafür aus ganz Deutschland sowie weiteren europäischen Ländern an. In unserer neuen Broschüre zeichnen wir die Entwicklung der letzten 11 Jahre nach und befassen uns darüber hinaus mit den Funktionen von RechtsRock für die Szene. Weitere Themen, wie bspw. der Umgang mit RechtsRock-Veranstaltungen in stark betroffenen Regionen werden ebenso in einem der Gastbeiträge behandelt.

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Nazis tanzen Stadt auf der Nase herum

Quelle: Antifa Hamm

In Hamm feierten vergangenen Samstag über hundert Neonazis ungestört im Vereinsheim des Schützenvereins Hamm-Süden. Hamm bleibt damit Nazi-Partyhochburg Nordrhein-Westfalens.

Ausgerechnet am offiziellen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus stieg in Hamm eine Neonazi-Feier mit über hundert Gästen. Es ist das zwölfte Neonazi-Konzert, das innerhalb der vergangenen zwei Jahre in Hamm stattfand. In keiner anderen Stadt Nordrhein-Westfalens veranstalten Neonazis so viele Konzerte. Die rechte Szene kann vor Ort problemlos Konzerte, Vorträge oder Schulungen organisieren – und die Stadt schaut tatenlos zu.

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Abgeordnete über Abwehr rechter Bands: „Es geht nicht um Verbot oder Zensur“

Quelle: taz

Die Bremer Bürgerschaftsabgeordnete Kai Wargalla will jenseits von Verboten eine Regelung, um rechtsradikale Inhalte bei Konzerten zu unterbinden.

taz: Wenn man vertraglich festlegt, dass verfassungsfeindliches Auftreten von Musikgruppen nicht möglich sein soll, öffnet das ja ein weites Feld: Das könnte genauso gut linke, anarchistische Bands treffen.

Kai Wargalla: Tut es ja nicht. Wir reden hier bei Freiwild über eine Grauzonen-Band, bei der man einfach mal die Texte angucken muss, um zu sehen, dass sie nationalistisch und antisemitisch sind. Ich finde nicht, dass wir das in irgendeiner Weise unterstützen sollten.

Grauzone ist ein gutes Stichwort: In einer Grauzone ist es schwer festzustellen, ob nur die Grenzen des guten Geschmacks überschritten werden oder Schwerwiegenderes.

Das mag für die Fans schwer zu erkennen sein, es ist aber eindeutig, dass Freiwild mit nationalistischen und antisemitischen Symbolen und Bildern spielt. Das ist der Unterschied, den anscheinend viele nicht verstehen wollen: Dass es natürlich nicht um ein Verbot geht. Denn ein Verbot kommt nur bei strafrechtlich relevanten Dingen infrage. Unterhalb dieser Schwelle wird nichts verboten. Das ist total in Ordnung. Das bedeutet aber nicht, dass diese Band nicht völkisch und antisemitisch ist. Das erkennt man, das ist vielfach belegt, das muss man als Land nicht unterstützen.

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Tagung zu rechtsextremistischer Musik in Rostock

Quelle: Nordkurier

Rechtsextremistische Musik ist laut Experten immer schwieriger als solche zu identifizieren. Auf einer Tagung in Rostock diskutieren Fachleute über neue Entwicklungen in der Szene.

Experten aus ganz Deutschland diskutieren am Freitag und Samstag in Rostock auf einer Fachtagung über neue Entwicklungen in der rechtsextremistischen Musikszene. Die Stile der Musik hätten sich ausdifferenziert, dies erschwere es, ihren ideologischen Gehalt zu erkennen, erklärte Musikprofessorin Yvonne Wasserloos von der Rostocker Hochschule für Musik und Theater (HMT).

Zu der Tagung „Rechtsextremismus – Musik und Medien” erwarten die Organisatoren rund 70 Teilnehmer, unter anderem aus Musikwissenschaft und -pädagogik, Politik- und Geschichtswissenschaft.

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Gegen Rechtsrock und NS-Verherrlichung am Shoah-Gedenktag

Quelle: haekelclub590

Am 27. Januar findet in Hamm zum wiederholten Mal ein Rechtsrockkonzert in den Räumlichkeiten der Neonazis im Kentroper Weg 18 statt. Der haekelclub590 ruft an diesem Tag zu 19 Uhr im Wendehammer des Kentroper Wegs zu einer Kundgebung gegen Neonazis, Menschenverachtung und NS-Verherrlichung am Shoah-Gedenktag auf.

Angekündigt ist für 20 Uhr ein “Balladenabend”, bei welchem die Bands „Sturmwehr“ und „Der Knappe“ auftreten. 1

Für „Sturmwehr“ ist dies der Auftakt einer Deutschlandtour, aber auch einige Konzerte im Ausland sollen folgen. So sind sie für den „Day of Honour“ angekündigt – einer neonazistischen Veranstaltung, welche die „Schlacht um Budapest“ im Jahre 1944 verklärt. Organisiert wird das Konzert in Budapest von dem seit 2000 in Deutschland verbotenen „Blood & Honour“ Netzwerk. 2 „Sturmwehr“ ist momentan eine der aktivsten Neonazi-Bands. Sie tritt einerseits als Liedermacher-Duo bestehend aus den beiden langjährigen Neonazis Jens Brucherseifer aus Gelsenkirchen und Martin Böhne aus Hamm auf. Sie spielt ebenso auch als vollständige Band mit Patrick Gerstenberger (ebenfalls aus Hamm) am Schlagzeug. Sturmwehr spielten in dieser Konstellation zum Beispiel beim „Rock für Identität“ am 29. Juni 2017 vor ca. 1000 Neonazis in Themar. Das Konzert erfuhr medial aufgrund diverser Straftaten, wie dem Zeigen des Hitlergrußes und seinem NS-verherrlichenden Charakter viel Aufmerksamkeit. 3

Allein im letzten Jahr fanden im Kentroper Weg 18 mindestens vier Rechtsrockkonzerte und zwei Vortragsveranstaltungen statt. Den Start machte ein Vortrag des NPD-Politikers Olaf Rose am 15. Januar. Am 16. April feierten die Neonazis eine „Ostarafeier“ 4, bei der Martin Böhne auftrat. Zwei Wochen später hielt Dieter Riefling einen Vortrag und die Bands „Reichstrunkenbold“ und „FreilichFrei“ traten auf. Im September fand ein Konzert mit Livemusik statt und am 21. Oktober traten die Bands „Blutlinie“ und wieder „Reichstrunkenbold“ auf. 5

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Risse ins Gebilde rechter Lebenswelten

Interview: Sascha Schmidt sprach für »der rechte rand« mit Michael Weiss
Magazin „der rechte rand“ Ausgabe 168 – September 2017

Mit der Broschüre »Versteckspiel – Lifestyle, Symbole und Codes von Neonazis und extrem Rechten« – aktuell in der 1­4. Auflage – hat der Verein »Agentur für soziale Perspektiven« (ASP) sehr erfolgreich dazu beigetragen, die rechte Symbolwelt verständlich zu machen. Seit einigen Jahren arbeitet die ASP an einem Projekt zum Thema »Grauzonen – rechte Lebenswelten in Musikkulturen und im Sport«. Über die Ziele und Vorhaben des Projekts sprach Sascha Schmidt für »der rechte rand« mit Michael Weiss von der ASP.

drr: Was versteht ihr unter dem Begriff »Grauzone« und was waren die Beweggründe sich diesem Thema zu widmen?

Michael Weiss: Es gab mehrere Beweggründe. Einerseits populäre Bands wie »Frei.Wild«, die mit völkisch-nationalistischen Positionen auftreten. Andererseits die Beliebigkeit, die in so manchen Zentren herrscht, die sich als »gegen rechts« verstehen, beispielsweise in der Auswahl der Bands. Das plakative Bekenntnis »Gegen Nazis« dient Bands und VeranstalterInnen zunehmend als Schutzmantel, unter dem man reaktionäre Männlichkeitsideale, unverblümten Sozialchauvinismus und autoritäre Gesellschaftskonzepte propagiert oder diesen zumindest Raum gibt. Zu lange hat sich antifaschistische Kritik darauf fokussiert, die eindeutigsten Zitate vorzuführen und anhand von Facebook-Bildern skandalisieren zu wollen, wie angeblich nicht rechte Personen zusammen mit Neonazis feiern. Wir wollten es aber genau wissen: Was führt die verschiedenen Spektren und Leute eigentlich zusammen, was sind deren gemeinsame Nenner? Wir haben uns angesehen, was die zentralen Bezugspunkte in den rechten Lebenswelten sind und wie diese dort besetzt sind, zum Beispiel Heimat, Ehre oder Tradition.

Vom Begriff »Grauzonen« haben wir uns schnell verabschiedet. Er verwässert mehr als er erklärt. Das vermeintlich Uneindeutige, das der Begriff »Grauzonen« suggeriert, ist vielfach als rechts einzuordnen. Doch es ist keine stringente Ideologie, sondern ein System von Normen, Werten und Verhaltensweisen, das von vielen Menschen als »ganz natürlich« und keinesfalls als politisch verstanden wird. Der Begriff »Rechte Lebenswelten« ist präziser. Und sehr vieles, was wir seit 2010 in den rechten Lebenswelten in Musik- und Fußballkulturen analysieren, lässt sich ebenso in der PEGIDA-Bewegung erkennen.

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