Archiv der Kategorie '"Autonome Nationalisten"'

„Live in Sachsen“ mit „Lunikoff“

Via der „Blick nach Rechts“:

Neonazis aus Dortmund und Baden-Württemberg laden zu einem Musikevent am 5. September ins Vogtland ein.

Sachsen kommt nicht zur Ruhe. Für den 5. September mobilisieren radikale Kräfte der Partei „Die Rechte“ zu einer „Großveranstaltung unter freiem Himmel“ auf das Gelände der NPD-Frau Beatrix Rink in Neuensalz im Vogtland. Ab 14.00 Uhr (bis Mitternacht) laden die Landesverbände Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen in den Ortsteil Zobes ein. Dort wählte 2014 jeder vierte Einwohner die NPD. Jetzt aber beherbergt das Ehepaar Rink die Konkurrenz.

Anmelder ist der Dortmunder Neonazi Christoph Drewer, als Versammlungsleiter werden Nazi-Hooligan Nils Larisch aus Leipzig und der ehemalige Vordenker der „Autonomen Nationalisten Dortmund“ Alexander Deptolla, angegeben. Das Thema lautet: „Heraus zum Tag der deutschen Zukunft 2016 – Freiheit für Horst Mahler“. Es werden 700 bis 1000 Gäste erwartet. Bei schlechtem Wetter wollen die Veranstalter ein Zelt aufbauen, drei Bierwagen sollen für Stimmung sorgen. Der Eintritt ist mit 25 Euro vorgesehen und die Organisatoren wollen einen Shuttle-Service von einem großen Parkplatz in Plauen nach Zobes einrichten.

Zur musikalischen Unterhaltung treten die „Lunikoff Verschwörung“ aus Berlin sowie die sächsischen Bands „Sachsonia“, „Tätervolk“ und „Überzeugungstäter“ an. Aus Brandenburg soll „Uwocaust“ alias Uwe Menzel anreisen. Menzel stand ebenso wie „Lunikoff“ alias Michael Regener dem Chemnitzer „Blood&Honour“-Netzwerk nahe. Eintrittskarten für die Feier „Live in Sachsen“ werden seit dem 17. August von PC Records in Chemnitz angeboten. Bei den letzten beiden Großveranstaltungen im sächsischen Zobes gab es kaum Proteste.

Quelle

„Autonome Nationalisten“ hinter Gittern

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Vor dem Landgericht Stuttgart sind mehrere Rädelsführer der „Autonomen Nationalisten Göppingen“ zu teils langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte Haftstrafen zwischen 18 und 33 Monate gefordert, die Verteidigung mehrheitlich auf Freispruch plädiert.

Seit Januar stehen die vier Neonazis zwischen 23 und 34 Jahren wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung vor Gericht, ihnen wird unter anderem Volksverhetzung, gefährliche Körperverletzung und eine Reihe von Sachbeschädigungen vorgeworfen. Wegen rechtsextremer Propaganda, Hetze, Drohungen und Angriffe auf politische Gegner hat das Landgericht Stuttgart die Angeklagten nun zu Haftstrafen zwischen einem Jahr und zwei Monaten und zwei Jahre und vier Monaten verurteilt, zwei Verurteilungen sind Bewährungsstrafen. Die Richterin sprach von einer „rechtsextremen Vereinigung“, die ausländerfeindlich und antisemitisch sei und den Nationalsozialismus verherrliche. Dazu gehörten auch die systematische Einschüchterung und gezielte Attacken gegen politische Gegner. Unter anderem hätten die „Autonomen Nationalisten Göppingen“ (ANG) dazu aufgerufen „das Filstal zu nazifizieren und braun zu halten“. Sie waren besonders in den Jahren 2012 und 2013 aktiv und hätten für einen „Ausnahmezustand“ in Göppingen gesorgt.

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Haftstrafen für AN-Rädelsführer?

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

gegen vier Neonazis wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung vor dem Landgericht Stuttgart hat die Staatsanwältin Haftstrafen von unter drei Jahren gefordert. Die Angeklagten sollen Rädelsführer der 2014 verbotenen Gruppe „Autonome Nationalisten Göppingen“ gewesen sein.
Die vier Angeklagten sollen sich ab 2010 als Mitglieder und Rädelsführer bei den „Autonomen Nationalisten Göppingen (AN Göppingen) beteiligt haben. Ihre Tätigkeit war aus Sicht der Staatsanwaltschaft darauf gerichtet, Straftaten zu begehen. Sie sollen darüber hinaus Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet, Sachbeschädigungen begangen und gegen das Versammlungsgesetz verstoßen haben.

Weiter: http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/haftstrafen-f-r-an-r-delsf-hrer

Mit Neo-Nazis, die vegan kochen, stimmt einiges nicht

Via „Vice Magazin“:

Seit einiger Zeit läuft auf YouTube die „Balaclava Küche“–Neo-Nazis, die vegan kochen. Sie haben viel Spaß, machen Witze und drehen unscharf: Ein bisschen Holocaust-Witz hier und Phrasendreschen über „natürliche Selektion“ dort.

Sie verwenden Tofu und Agavendicksaft vom Bio-Markt und Club Mate scheinen sie auch zu mögen.

Kochen können sie nicht, da wird schon mal rohe Hefe in das Hauptgericht gebröselt. Es wird Butter mit Margarine verwechselt und die Kiwi-Sauce mit Kurkuma gewürzt. „Auberginen? So sehen die aus? Ich dachte, die sehen ganz anders aus.“

Was sind das nur für Leute?

Nach Informationen des Antifaschistischen Infoblattes handelt es sich vermutlich bei einem der beiden um den Neo-Nazi Patrick Kruse (AIB 106, 01.2015, S. 25, Online nicht verfügbar).

Patrick Kruse ist Anfang 20 und war Teil der inzwischen verbotenen Nazi-Verbindung Besseres Hannover und Erfinder des Abschie-bären. Es gibt eine ganze Reihe von Verbrechen, die man ihm vorwirft. Gestanden hat er unter anderem den Angriff auf einen Bundestagsabgeordneten der Grünen, Sven-Christian Kindler. Kruse hatte ihn „Vaterlandsverräter“ geschimpft, ihn geschubst, geschlagen und bedroht und ist dann davongelaufen. Verurteilt wurde er zu einem Jahr Bewährung und 100 Sozialstunden.

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Was bleibt von den „Autonomen Nationalisten“?

Via „Antifaschistisches Infoblatt“:

Wo sind sie hin, die „Autonomen Nationalisten“? Vor ein paar Jahren noch waren die „AN“ der große Hype im parteifernen Neonazismus. Doch mittlerweile schmücken sich immer weniger Kameradschaften mit dem einst so hippen Label. Ist die Mode vorbei, kommt etwas Neues, geht es back to the roots? Lief sich das Modell tot oder war es so erfolgreich, dass es sich selbst überflüssig gemacht hat?

Schenkt man vielen aktuellen Aufklä­rungsbroschüren „gegen Rechts“ Glauben, dann sind die „Autonomen Nationalisten“ (AN) weiterhin ein ganz neues und ganz großes Ding im bundesdeutschen Neonazismus. Zu lesen sind sachlich völlig zutreffende Ana­ly­sen: zum Style der AN gehören der „schwarze Block“ als Stilelement auf Demonstrationen, eine experimentierfreudige, theorieferne und praxisorientierte, vor allem nach Systemantagonismus strebende Haltung, kombiniert mit einem umfassenden Symbolklau bei der radikalen Linken und aus der Popkultur. Als AN-Anhängsel sorgten jüngst zudem die als besonders ausgefuchst geltenden „Nipster“ (für Nazi-Hipster) für mediale Aufmerksamkeit. Doch blickt man auf die tatsächliche Rolle der AN im gegenwärtigen Neonazismus, so findet man vor allem: fast nichts.

Krisenerscheinungen des Neonazismus

Der Neonazismus insgesamt befindet sich in einer Krise. Die NPD zerreibt sich zwischen laufendem Verbotsverfahren, Wahlschlappen und internen Querelen. Auch die „Freien Kameradschaften“ sind viel weniger präsent und entfalten wesentlich geringere politische Handlungsfähigkeit als noch vor wenigen Jahren. Ausstrahlungsstarke Demonstrationen mit tausenden teilnehmenden Neo­nazis sind mittlerweile zu einer Seltenheit geworden, was nicht nur aber auch auf antifa­schistische Blockadeaktionen zurück­zufüh­ren ist. Diese Krise hat auch die AN, als eine Strömung innerhalb der Kame­­rad­schafts­szene, mit erfasst.

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Dortmund-Dorstfeld: Vom Hausbesetzer- zum Neonazi-Kiez?

Das „Vice“-Magazin schreibt:

Dortmund war früher mal als Bierstadt und qualmendes Industrie-Loch bekannt. Heute schafft es die Stadt neben dem Dauerthema Fußball vor allem wegen seiner Neonazi-Szene in die Weltöffentlichkeit. Ein großer Teil dieser Neonazis wohnt im Stadtteil Dorstfeld. Sie selbst bezeichnen das Viertel gerne als Neonazi-Kiez und auch viele Medien zeichnen das Bild eines Stadtteils mit Führerbunker-Athmosphäre und einer No-Go-Area für Leute mit Verstand oder dunkler Hautfarbe. Was ist dran an Dortmund-Dorstfelds schlechtem Ruf?

Seit Mitte der 2000er geht es bergab mit dem Ruf des Stadtteils. Der Grund: Immer mehr Neonazis aus der Szene der „Autonomen Nationalisten“ haben sich hier über die Jahre angesiedelt. Auch einige prügelnde und saufende Nazi-Skinheads haben sich hier in ein paar Straßenzügen eingenistet. Um mir anzuschauen, ob Dortmund-Dorstfeld seinen schlechten Ruf wirklich verdient hat, bin ich dort ein wenig spazieren gegangen und habe mich mit Anwohnern unterhalten.

Als ich in der Innenstadt in die U-Bahn steige, habe ich schon ein etwas mulmiges Gefühl. Immerhin wohnen in Dorstfeld einige der durchaus gewaltbereiten Neonazis, die mich kennen und am liebsten tot sehen würden. Auch in der Vergangenheit wurden in dem Stadtteil immer wieder Journalisten verfolgt und bedrängt, die über die rechte Szene dort berichten wollten.

Dorstfeld liegt im Westen der Dortmunder Innenstadt, die Fahrt mit der U-Bahn dauert nur ein paar Minuten. Etwa auf halber Strecke fährt die Bahn an einem bunt angesprühten Gebäude vorbei, in dem sich heute ein Jugendzentrum befindet. Bis 2012 war hier das „Nationale Zentrum“ der Dortmunder extremen Rechten. Als der „Nationale Widerstand Dortmund“ verboten wurde, war auch der Ort für wöchentliche Kameradschaftsabende und den nationalen Suff weg. Heute erinnern nur noch einige gelbe Farbspritzer an der Fassade an die alten Bewohner des Erdgeschosses und die regelmäßigen Farbbeutel-Angriffe von Antifas.

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Die Nazi-Hipster von Blockupy

Das „Vice“-Magazin schreibt:

Gestern brannte Frankfurt. Und Schuld daran waren „linke Krawallmacher“ und Demonstranten, wie sich die Medien schnell einig waren. Tatsächlich gehört das Blockupy-Bündnis grundsätzlich zum linken Spektrum und genau wie zu anderen Terminen im bundesdeutschen und internationalen Kalender versammeln sich zu den entsprechenden Demonstrationen neben Menschen mit tatsächlichem Anliegen auch Krawalltouristen, die einfach nur irgendwas kaputt machen wollen. Aber Kritik am Kapitalismus kommt nicht nur von links. Die Proteste am Mittwoch hatten vermutlich auch rechstradikale Teilnehmer. Im Vorfeld hatte der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill schon davor gewarnt. Aber wer sind die Neonazis bei Blockupy und was unterscheidet ihren Antikapitalismus vom Rest der Blockupy-Bewegten?

Eine Gruppe namens „Freies Netz Hessen“ hatte seit Längerem dazu aufgerufen, an den Protesten teilzunehmen und twitterte dann Bilder und Kommentare von den Demos.

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Innenminister verbietet „Autonome Nationalisten Göppingen“

Via „Störungsmelder“:

Die „Autonomen Nationalisten Göppingen“ zählten in den letzten Jahren zu den umtriebigsten Neonazi-Gruppen in Deutschland. Heute Morgen wurde die Neonazi-Gruppe vom Innenminister verboten.

Ziel der „Autonomen Nationalisten Göppingen“ sei der „Kampf gegen das derzeitige politische System durch einen revolutionären radikalen und konsequenten Wandel der Politikform“ gewesen, teilte das Innenministerium Baden-Württemberg am Morgen mit. Außerdem wollte die Vereinigung sogenannte national befreite Zonen errichten.

Den Mitgliedern der Neonazi-Gruppe sei am Morgen die Verbotsverfügung zugestellt wurden und gleichzeitig kam es zu Hausdurchsuchungen bei mehreren Mitgliedern der Gruppierung. Nach Informationen des Innenministeriums laufen außerdem Verfahren gegen Mitglieder der „Autonomen Nationalisten“ wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung. „Wir dulden in Baden-Württemberg keine rechtsextremistischen Vereinigungen, die in Programm, Vorstellungswelt und Gesamtstil eine Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus aufweisen. Sie sollen wissen, dass wir auf ihre Umtriebe die passenden Antworten haben“, kommentierte Innenminister Reinhold Gall das Verbot.

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„Ansgar Aryan“-Model outet sich als NSU-Sympathisant

Via „Endstation Rechts“:

Vor dem Landgericht München müssen sich derzeit Beate Zschäpe und vier ihrer Mitverschwörer verantworten. Zwei weitere mutmaßliche NSU-Terroristen – Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos – entzogen sich einer rechtsstaatlichen Verhandlung durch Selbstmord. Ausgerechnet das BKA-Fahndungsfoto eines der beiden Mörder verwendet ein Thüringer Neonazi als Facebook-Profilbild. R. gilt als Weggefährte des bayerischen Neonazi-„Hipsters“ Patrick Schröder, für dessen Modelabel „Ansgar Aryan“ er als Model posiert.

Ihm stoße besonders sauer auf, dass „sich die Partei [die NPD, Anm. der Red.] sofort von Ralf Wohlleben distanziert“ habe, obwohl der frühere thüringische NPD-Vize als unschuldig gelte. Die Untersuchungshaft des Spitzenkaders sei ohnehin ein „schlechtes Argument für die Öffentlichkeit“. Gleichzeitig dürften weitere Gewalttäter im Amt bleiben, obwohl diese Ermittlungen verschwiegen hätten.

Mit diesem Facebook-Kommentar schaltete sich Marcus R. [so sein Facebook-Name] in die Facebook-Diskussion um die Zukunft von Patrick Wieschke ein. Gegen den (Noch)-Chef der NPD im Freistaat werden in diesen Tagen Rücktrittsforderungen der Basis laut. Einige seiner bisherigen Anhänger werfen dem 33-jährigen Neonazi, der u. a. wegen Anstiftung zu einer Sprengstoffexplosion vorbestraft ist, vor, die Wahlniederlage Mitte September mitverschuldet zu haben. Unmittelbar vor dem Urnengang hatte ein linkes Rechercheportal Ermittlungsakten über die dunkle Vergangenheit des einstigen NPD-Bundesvorstandsmitgliedes veröffentlicht.

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Lifestyle für Veget-Arier – jung, hip, rassistisch

Via „Die Welt“:

Bloß ein brauner Sommertrend? Wenn sich Nazi mit Hipster trifft, entsteht der Nipster. Der neueste Zombie im Katalog der Modetorheiten macht im Netz und auf der Straße mobil. Eine Popkulturgeschichte.

Göring zu Hitler: „Mein Führer, dieser Versailler Vertrag ist nicht mehr zu ertragen. Das deutsche Volk ist ausgeblutet, verarmt und verzweifelt.“ Hitler rückt seine Ray-Ban zurecht, streicht sich das T-Shirt mit ironischem Aufdruck („Organic Germanic“) glatt und setzt eine kokette Miene auf: „Na und? Dafür tragen nun alle diese über-schicken Vintage-Klamotten.“

Der Witz stammt aus dem Comic „Hipster Hitler“. In ihrem vor zwei Jahren auf Englisch erschienen Buch zeichnen James Carr und Archana Kumar den „Führer“ als ein introvertiertes Modeopfer, den Zweiten Weltkrieg als eine Auseinandersetzung entgegengesetzter Schnurrbart-Moden und den Nationalsozialismus als einen Lifestyle genozidal veranlagter Veget-Arier.

Der schwarze Humor, mit dem sie sich der braunen Vergangenheit nähern, beruht auf der Zusammenführung zweier gegensätzlicher Attitüden: dem humorfreien Pathos der NS-Ideologie aus dem Zeitalter der Extreme mit der post-ideologischen und radikal-narzisstischen Hipster-Mentalität des frühen 21. Jahrhunderts, in der Selbstironie zur Grundhaltung geronnen ist.

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Wie sich Veganer von rechts instrumentalisieren lassen

Das „Vice Magazin“ schreibt:

Vor ein paar Tagen machte ein Video die Runde durch Nachrichtensendungen und Reportageformate. Zu sehen waren zwei Typen, die unter Sturmmasken vegan kochen. Fast nur anhand von Accessoires und kurzen Bemerkungen ist zu erkennen, dass die beiden Neo-Nazis sind. Und wieder war die Welt um einen Beweis für die Existenz des ominösen „Nipsters“ reicher. Wenn man sich die Videos (es gibt mehrere) tatsächlich anschaut, bleibt irgendwie unklar, ob das ganze tatsächlich echte Neo-Nazi-Propaganda ist, oder eher ein (verdammt) schlechter Scherz. So dermaßen dämlich werden angebliche „Hipster“-Accessoires wie Club Mate und eine neonfarbene Sonnenbrille (2006 hat angerufen, es will New Rave zurück) ins Bild gebracht, dass man fast meinen könnte, es handele sich um eine vegane Folge von Sendung mit der Maus für Nazis.

Es ist natürlich klar, dass diese Videos nichts mit den meisten Veganern zu tun haben und ihr einziger Sinn ist, auf platte und dumpfe Art, neue Gesinnungsgenossen zu rekrutieren, weil man eben weiß, dass Veganer politisch interessiert und (scheinbar) irgendwie cool sind. Das wäre etwas anders, würde man diesen beiden Schwachmaten eine eigene Kochshow geben, sagen wir mal auf dem Vegan Vegetarischen Straßenfest in Berlin, dieses Wochenende. Soweit ist es Gott sei Dank noch nicht gekommen, aber leider kommen einem trotzdem einige Zweifel, wenn man sich das Line-up der Veranstaltungen, die dieses Wochenende stattfinden, mal genauer anschaut.

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Die veganen Nazi-Hipster kommen

Via „Störungsmelder“:

Neonazis, die vegan kochen und Club Mate trinken – das klingt erst mal absurd. Aber ein kleiner Teil der rechtsextremen Szene sorgt mit solch skurrilen Auftritten für viel Aufregung. Was steckt tatsächlich hinter den Nazi-Hipstern?

Es sind junge Männer, die vor der Kamera herumalbern. Sie kochen vegan und nehmen sich nicht zu ernst. Dazu kommen Gäste, es wird viel gelacht. An diesem Format erscheint wenig berichtenswert, gibt es doch unzählige ähnliche Kanäle auf YouTube. Aber diese Amateur-Kochshow ist anders. Es sind Neonazis, die dort im Hitlerstellvertreter Rudolf-Hess-Shirt hinter den Töpfen stehen. Wer genau hinschaut, sieht die rechtsextremen Poster im Hintergrund. Die Gastgeber sind mit Sturmhauben vermummt, die Gäste einschlägig bekannt und man schiebt kichernd Szeneparolen hin und her, die nur Eingeweihte verstehen.

Betrieben wird der Kanal mutmaßlich von Mitgliedern der rechtsextremen Szene Niedersachsens aus dem Umfeld der gerade erst verbotenen Kameradschaft Besseres Hannover. Auch auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Tumblr und Instagram gibt es eine Präsenz aus diesem Kreis. Hier verbinden die Rechtsextremen Straight-Edge-Chic (Kein Alkohol, kein Fleisch, keine Drogen) mit zeitgemäßem Design, Ästhetisierung von Gewalt und nationalsozialistischer Propaganda.

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„Nazi-Hipster“ Patrick Schröder hat Ärger mit dem Gesetz

„Endstation Rechts“ schreibt:

Kaum ein Neonazi war in den letzten Monaten derart in den Medien präsent wie der bayerische NPD-Funktionär Patrick Schröder. Überregionale Zeitungen wie die Süddeutsche widmeten dem geschäftstüchtigen „Nazi-Hipster“ ein Porträt, der amerikanische „Rolling Stone“ sah in ihm den Vorreiter einer modernisierten Bewegung, SPIEGEL TV drehte einen Beitrag. Langsam aber scheint sich das Blatt zu wenden. Ein geplatztes Konzert kratzt genauso an seinem Image wie ein Ordnungswidrigkeitsverfahren der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien, die Schröder ein Bußgeld aufbrummte.

Die Vorbereitungen liefen seit Wochen auf Hochtouren. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate wollte der umtriebige Patrick Schröder in der kleinen mittelfränkischen Gemeinde Scheinfeld ein Rechtsrock-Konzert mit einschlägig bekannten Bands auf die Beine stellen. Die Premiere des „Live H8“ im Oktober letzten Jahres verbuchte der Betreiber der Neonazi-Modemarke „Ansgar Aryan“ als Erfolg; Gut 1.000 musikbegeisterte Neonazis feierten damals in der Provinz. Während die örtlichen Behörden vielfältige Kritik einstecken mussten – sie hatten die Öffentlichkeit erst spät informiert –, schoben die zuständigen Stellen den Bemühungen des NPD-Nachwuchsmannes dieses Mal einen Riegel vor. Nachdem eine Brandschutzbegehung in der Diskothek „Nachtwelt“ angesetzt worden war, zogen die Organisatoren ihre Anmeldung überraschend zurück. Die kurzfristige Absage sorgte in der Szene für böses Blut, denn die Eintrittskarten mussten im Voraus bezahlt werden: für 25 Euro das Stück.

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Nazi-Mode: Was ist eigentlich ein „Nipster“?

Der „NDR“ berichtet:

Springerstiefel und Bomberjacke – das war einmal. Längst haben Neonazis ihr modisches Repertoire erweitert. Erst kopierten sie die Dresscodes der Linken, nun übernehmen sie auch noch den Style der „Hipster“, „Nipster“ oder auch „Nazi-Hipster“ nennt man nun Rechtsextreme mit urbanem Lifestyle – die also Jutebeutel tragen, Hip-Hop hören und vegan kochen.

Für das Kulturjournal hat sich Michel Abdollahi, Reporter für kulturelle Kuriositäten, beim alljährlichen Neonazi-Aufmarsch in der niedersächsischen Kleinstadt Bad Nenndorf umgeschaut und macht den Style-Check: Was trägt der moderne Nazi vorn heute?

Zum Videobericht gehts hier.

Palituchtragende Nazis in Che-Guevara-Shirts mit Jutebeuteln voll linksdrehendem Joghurt

Via „Jungle World“:

Der »Nipster« geistert durch die Presse. Können Nazis hip sein?

Die Geschichte beginnt mit einer Fotografie vom 18. Januar dieses Jahres in Magdeburg. Abgebildet ist ein lässig an die Wand gelehnter bärtiger Mann, der in den folgenden Wochen internationale Bekanntheit erlangen sollte. Eigentlich wollte der Urheber des Bildes den Teilnehmer eines Naziaufmarsches demaskieren, doch der dabei zufällig mit abgelichtete Jutebeutel schlug weit über Antifakreise hinaus Wellen.

Bei Facebook und Twitter war man sich noch am selben Abend einig: Man hatte es mit einer bis dahin unbeschriebenen Spezies zu tun, einer Kreuzung zwischen Nazi und Hipster. Der »Nipster« war geboren. Als Beleg dafür wurde in erster Linie der selbstironische Unterton des ulkigen Aufdruckes seiner Tasche herangezogen. In handgeschriebenen Lettern war dort zu lesen: »Bitte nicht schubsen, ich habe einen Joghurt im Beutel.« Der Spruch »Bitte nicht schubsen, ich habe einen Joghurt im Rucksack« stammt aus der Feder des Künstlerduos Katz und Goldt, das für die Titanic und Intro arbeitet. Nun könnte man in Betracht ziehen, dass durchaus auch Nazis über den infantilen Humor der Urheber lachen könnten. Da aber die abgebildete Person auch Bart, geweitete Ohrlöcher und rote Converse-Allstars trägt, schien die Beweislage gesichert.

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Nazi-Hipster: Rechts und trendy

Via „Deutschland-Radio Kultur“:

Unter einem „Nazi-Hipster“ versteht man Rechtsextreme mit urbanem Lifestyle – die also Jutebeutel tragen, Hip-Hop hören und vegan kochen. Der Stilwandel sei ein wahrer Trend in der rechten Szene, meint der Politologe Jan Schedler von der Ruhr-Universität Bochum.

Unter den jüngeren Neonazis habe sich durchgesetzt, „dass man sich eben am Zeitgeist orientiert, dass im Vordergrund steht, für welche Ideologie man eintritt und dass das eigene Auftreten da dann eben nicht von so großer Bedeutung ist“, sagte er am Dienstag im Deutschlandradio Kultur.

Aus Gesprächen mit einem Aussteiger aus der rechten Szene wisse er, dass in Nazi-WGs Altäre mit Hitler-Büsten und SA-Dolchen aufgebaut würden, „wo daneben die Hip-Hop-CDs von Aggro Berlin standen“, so Schedler. „Die kriegen das offenbar persönlich recht gut zusammen, was für uns zurecht natürlich sehr befremdlich ist.“

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Heil Hipster: The Young Neo-Nazis Trying to Put a Stylish Face on Hate

Via „Rolling Stone“:

Inside the tote-bag friendly, „Harlem Shake“-happy world of Germany’s „nipsters“

It’s a rainy Sunday evening in May, in the town of Weiden, in northeastern Bavaria, and Patrick Schroeder, whom the German press has dubbed the „Nazi-hipster,“ is preparing for his big webcam entrance. As the opening sequence for his weekly Internet TV show, FSN.tv, plays silently in the background, he ties a bandana stitched with the slogan „H8″ around his mouth and fiddles with his mouse. A map of Germany in 1937 hangs on the wall above him.

It’s hard to get the timing for the intro „just right,“ he explains, and once the graphics stop playing, he strides into frame and raises his arm, curling his hand into a fist and wishing his viewers, a few hundred members of Germany’s extreme right, a lovely evening. He calls this gesture his „professional wrestling entrance move,“ which he claims was inspired by WWE-style theatrics, though it also, not inconveniently, looks a bit like a heil Hitler Nazi salute.

Schroeder is 30 years old, about six feet tall, with the boxy musculature of an MMA fighter, his blond hair shaved except for a jaunty strip along the top of his head. He’s dressed all in black, wearing armbands slightly reminiscent of those favored by vintage Avril Lavigne and speaks quickly and loudly, with a strong Bavarian lilt. When he laughs, his upper right lip rises up, making him look both threatening and insecure. „If the Third Reich was so bad, it would have been toppled,“ he argues, before the filming begins. „Every half-intelligent person knows there is no system where everything was bad.“

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Siehe auch: Käsekuchen aus Neuschwabenland
In einer Online-Sendung kochen deutsche Nazis mit veganen Zutaten aus dem Abfallcontainer..

„Über die Maas, über Schelde und Rhein“ – Hintergründe des „Blood & Honour“-Konzerts am 19. April 2014 im Elsass

Via „Autonom Antifa Freiburg“:

Am 19. April 2014 spielten sieben Nazibands am Vorabend von Hitlers Geburtstag im südelsässischen Dorf Oltingue. Das Nazikonzert war seit Monaten in einschlägigen Foren und auf Facebook beworben worden. Doch nicht einmal 300 Nazis machten sich an diesem Samstag auf den Weg Richtung Dreiländereck – ungewöhnlich wenige für ein Konzert dieser Größenordnung. Abgesehen von der miserablen Qualität der Soundanlage und der viel zu großen Halle konnte das Konzert ohne Probleme stattfinden. Nach einer antifaschistischen Veröffentlichung auf Indymedia linksunten und einer darauf folgenden Agenturmeldung von Agence France-Presse fragte der Vizechef der konservativen Oppositionspartei UMP, Roger Karoutchi, in einem offenen Brief den französischen Premierminister Manuel Valls, wie es sein könne, dass „200 Nazis in einem öffentlichen Saal einer französischen Gemeinde ungestraft Hitler feiern“. Die Medien in Deutschland und der Schweiz berichteten anschließend über den Nachklang des Nazikonzerts in Frankreich, doch die entscheidenden Fragen nach den Hintergründen wurden nirgendwo gestellt: Wer hat das Konzert organisiert? Wer sind die Verantwortlichen?

Es gab wie zu erwarten Nazis aus Südbaden und dem Elsass, die vor Ort das Konzert organisierten. Angeleitet wurden sie von «Blood & Honour»-Nazis mit Überschneidungen zu «Furchtlos & Treu» aus Stuttgart und den «Autonome Nationalisten Göppingen». Einnahmen des Konzerts sollten an ein Nazihaus im thüringischen Ballstädt gespendet werden, bei dem es Überschneidungen zum «Objekt 21» in Oberösterreich gibt. Unterstützung gab es aus den Niederlanden, die Bands kamen aus Deutschland, Finnland und den USA. Die Nazis diskutierten auf der Website nationale-revolution.net, dem inoffiziellen Nachfolger von thiazi.net. Im Herbst soll der Prozess gegen die Verantwortlichen von thiazi.net in Rostock beginnen. Die bisher bekannten «Thiazi»-ModeratorInnen kamen aus ganz Deutschland, inzwischen konnten weitere in Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen, Brandenburg, Berlin, Hamburg und Südengland identifiziert werden. Darunter der Sänger der Naziband «Deutsch, Stolz, Treu», die auch bei dem Konzert spielte, der Gründer der «Kampfgruppe Priem», eine Kita-Mitarbeiterin und CDU-Kandidatin aus Brandenburg und ein Nazi mit Kontakten zu «Combat 18 Pinneberg». Von «Combat 18» schließlich führt die Recherche zum Bassisten von «Oidoxie», dem Hauptorganisator des Konzerts: Alexander Gorges. Der Thüringer lebt mittlerweile in der Schweiz und organisiert Nazikonzerte von Frankreich bis Ungarn. Und nie ist der Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“ weit entfernt.

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„SS-Siggi“ und die braunen Geister

Via der „Blick nach Rechts“:

20.06.2014 – Siegfried Borchardt, unter seinesgleichen eine Galionsfigur der Szene und neu gewählter Stadtrat in Dortmund, sorgt für Medienberichte, die dem „Die Rechte“-Gründer und Chef Christian Worch offenbar missfallen. Der will am liebsten nicht mehr Vorsitzender sein – oder seine Partei auf Linie bringen.

In Dortmund steht ein Mann vor dem Rathaus und genießt den Auftritt seines Lebens. Dutzende Journalisten sind da – seinetwegen. Kameras werden auf ihn gerichtet. Mikrofone ihm entgegengestreckt. Eigentlich spricht man in der Szene ja nicht mit der „Feindpresse“. Doch dieser besondere Tag verlangt nach einer Ausnahme. „Ich bin Nationaler Sozialist“, sagt Siegfried Borchardt also in die Kamera. „Und wenn das kompatibel ist, was der Nationalsozialismus gesagt hat, dann ist das in Ordnung.“

Was genau womit kompatibel sein soll, damit es für ihn in Ordnung ist, erklärt er nicht. Muss er auch nicht: Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Borchardt als Neonazi bekannt. „SS-Siggi“ nennen sie ihn nicht nur in der Szene. Ihm gefällt das nicht so ganz. Er will sozusagen zwischen unterschiedlichen Brauntönen differenzieren: Lieber würde er es hören, so verrät er, wenn man ihn „SA-Siggi“ riefe. An diesem Tag wird der 60-Jährige an seiner ersten Sitzung als Ratsmitglied in Dortmund teilnehmen. 2100 Stimmen hat „Die Rechte“ bei der Kommunalwahl am 25. Mai in der Ruhrgebietsmetropole geholt, 1,0 Prozent, genug für ein Mandat.

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Schlag gegen Rechts-„Autonome“

Via „Blick nach Rechts“:

Göppingen – Ermittler in Baden Württemberg haben einen Schlag gegen die „Autonomen Nationalisten Göppingen“ gelandet. Am Mittwoch durchsuchten Beamte des Landeskriminalamtes und der Polizei 19 Wohnungen, vier Neonazis wurden festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die „Autonomen Nationalisten Göppingen“ wegen des Verdachts, eine kriminelle Vereinigung gebildet und zur Durchsetzung ihrer verfassungsfeindlichen Ziele seit 2010 zahlreiche Straftaten begangen zu haben. Dazu gehören Straftatbestände wie Sachbeschädigungen, gefährliche und vorsätzliche Körperverletzungen, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Volksverhetzung, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und Verstöße gegen das Waffengesetz. Außerdem wird Anhängern der „Autonomen Nationalisten Göppingen“ vorgeworfen, im März 2013 einen Informationsstand des Aktionsbündnisses „Kreis Göppingen nazifrei“ angegriffen haben. Die Neonazis sollen an dem Stand Personen verletzt haben, als sie versuchten, Transparente gewaltsam zu entwenden.

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Siehe auch: Rädelsführer einer kriminellen Vereinigung? Die Rechte-Landeschef verhaftet