Archiv der Kategorie 'Blood & Honour/Combat 18 (Terrormachine)'

„Flak“ und „Rommel“ bei B&H-Ritual in Bulgarien

Quelle: Blick nach Rechts

13.11.2017 – Ende November veranstaltet die bulgarische „Blood&Honour“-Sektion in Plovdiv einen Fackelmarsch sowie zwei Rechtsrock-Konzerte an zwei aufeinander folgenden Tagen an – gelistet dafür sind auch deutsche Musiker.

„Flak“ bei „Blood&Honour“ in Bulgarien; (Screenshot)
Es gibt in der bulgarischen Neonazi-Szene zwei seit vielen Jahren regelmäßig zelebrierte Ritualtermine: Zum einen den seit 2003 stattfindenden so genannten Lukov-Marsch im Februar in Sofia, der den früheren Nationalistenführer und mit Hitler kollaborierenden Hristo Lukov (1887-1943) huldigt, zum anderen einen Fackelmarsch in Plovdiv „gegen das Diktat von Neuilly“ (Friedensvertrag nach dem Ersten Weltkrieg 1919). In Plovdiv ist die „Blood&Honour“-Sektion Bulgarien für die Veranstaltung verantwortlich und verknüpft die Zusammenkunft stets mit einem Musikevent. So wird es dieses Jahr gleich zwei Konzerte geben, zunächst am 24. November und dann nach besagtem Marsch am 25. November.

Zunächst wird ein Konzert von Flak-Solist Philipp „Phil“ Neumann (Bonn) sowie dem sächsischen Liedermacher „Rommel“ angekündigt. Am Folgetag sollen dann vier Bands aufspielen, darunter „Flak“. Außerdem werden die seit 20 Jahren aktiven „Whitelaw“ aus dem britischen Nottingham, „Copy Rinka“ aus Bulgarien und die bislang noch nicht in Erscheinung getretene Combo „Weiße Revolutionäre“ beworben.

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Neonazi-Musikszene im Allgäu im Aufwind

Quelle: Störungsmelder

Die RechtsRock-Szene im Allgäu ist weiter im Aufwind, die Zahl der Konzerte steigt. Ein Grund ist der Erwerb eigener Immobilien, die der Szene neuen Freiraum verschaffen.

Bereits in den 1980er-Jahren erkannte der britische Neonazi-Musiker Ian Stuard Donaldson die Bedeutung einer rechten Erlebniswelt und Subkultur für Rekrutierung, Bindung und Ideologisierung der Neonaziszene und gründete Blood&Honour in Großbritannien. Inzwischen ist aus dem in Deutschland zwar seit dem Jahr 2000 verbotenen aber weiter aktiven Zusammenschluss ein international aktives Netzwerk geworden, das mit jahrzehntelanger Erfahrung ein Millionengeschäft mit teils konspirativ organisierten Neonazikonzerten betreibt. Das Netzwerk ist in der Lage auch illegale Tonträger sowie Aufrufe und Anleitungen für eine terroristische Durchsetzung neonazistischer Ideologie zu verbreiten. Der NSU wurde aus Blood&Honour-Strukturen heraus unterstützt und ging aus dieser Szene hervor.

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NSU-Kontext: Kooperierte die rechte Band „Noie Werte“ mit der Polizei?

Quelle: Telepolis

Der Untersuchungsausschuss von Baden-Württemberg stößt in den Reihen von Neonazis auf weitere Merkwürdigkeiten – Kontaktaufnahmen des Verfassungsschutzes

Die Vernetzung von Rechtsextremisten aus Chemnitz und Baden-Württemberg ist beachtlich – und immer beachtlicher wird, dass an den Knotenpunkten Personen von Geheim- und Sicherheitsdiensten saßen. Im NSU-Untersuchungsausschuss in Stuttgart taten sich dazu neue Fragen auf: Kooperierte die rechts-nationale Musikgruppe „Noie Werte“ mit dem Staatsschutz? Und was wollte das Bundesamt für Verfassungsschutz von Andreas Graupner, einer der Verbindungsleute der Szenen in Sachsen und Baden-Württemberg?

Im Landtag in Stuttgart geht es noch immer um die ungeklärten Hintergründe des Polizistenmordes von Heilbronn im April 2007. Nach Überzeugung der Ermittler vor dem Auffliegen des NSU im November 2011 müssen mindestens vier bis sechs Personen an der Tat beteiligt gewesen sein. Darunter möglicherweise die beiden toten mutmaßlichen Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Wie tief und wie genau sie verwickelt waren, ist unklar. Die Bundesanwaltschaft (BAW) und auch der BaWü-Ausschuss halten sie für die alleinigen Täter, was jedoch nicht haltbar ist. Im Gegensatz zur BAW geht der Ausschuss davon aus, dass die zwei bei der Tat Unterstützer hatten. Die sucht er im Kreis von Rechtsextremisten.

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Siehe auch:
Band im Fokus: NSU-Ausschuss beleuchtet rechtsextreme Musik
Noie Werte“-Musiker zu Rechtsrock-Vergangenheit befragt

DROHUNG MIT TERRORGRUPPE COMBAT 18

Quelle: Allgäu rechtsaußen

Sonthofen, 29.1.16. Im Rahmen von Streitigkeiten wird mit der militant-terroristischen Neonazi-Gruppe Combat 18 gedroht, die Staatsanwaltschaft Kempten erkennt keine Straftat und stellt das Verfahren ein.

Das teilte die Strafverfolgugnsbehörde am 7.11.17 auf Anfrage mit. Verfahrensgegenstand waren die Vorwürfe Beleidigung und Bedrohung . Hinsichtlich des Vorwurfs der Beleidigung wurde durch die geschädigte Person ein Strafantrag nicht gestellt. Der Tatbestand der Bedrohung war tatbestandlich nicht gegeben, weshalb das Verfahren im April 2016 eingestellt wurde.

Dennoch führt das bayerische Staatsministerium des Innern die Tat in einer Aufstellung zu den Aktivitäten von Combat 18 (C18) in Bayern in einer Antwort auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Katharina Schulze vom 9.2.2017.

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Neonazis reanimieren Terrorgruppe „Combat 18″

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Der bewaffnete Arm der verbotenen rechtsradikalen Organisation „Blood and Honour“ ist offenbar wieder aktiv. Anlass für ein Ermittlungsverfahren sieht die Bundesanwaltschaft aber nicht.

Von Reiko Pinkert und Jan Lukas Strozyk
Unter dem Namen „Combat 18″ hatten sich europaweit jahrelang gewaltbereite Neonazis zusammengeschlossen – auch in Deutschland, bis die Gruppe hierzulande zerschlagen wurde. Seit mittlerweile vier Jahren scheint „Combat 18″ in Deutschland jedoch wieder aktiv zu sein. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor.

Nach Recherchen des NDR und der Süddeutschen Zeitung liegen den Ermittlungsbehörden zahlreiche Hinweise zu Aktivitäten der Gruppe vor. „Combat 18″ gilt als der bewaffnete Arm der europaweit tätigen Neonazi-Gruppe „Blood & Honour“. Letztere Gruppierung ist in Deutschland seit dem Jahr 2000 verboten.

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Internationaler Rechtsrock mit „Blood&Honour“

Quelle: Blick nach Rechts

02.11.2017 – In Slownien soll am 11. November ein Rechtsrock-Event mit dem deutschen Liedermacher „Barny“ sowie britischen und serbischen Gruppen stattfinden.

„IZ Revolta“, die serbische B&H-„Hausband“; (Screenshot)
Die „Blood& Honour-Sektion“ Slowenien bewirbt ohne genaue Ortsangabe ein Konzert am 11. November, bei dem Geld für inhaftierte Gesinnungsfreunde eingespielt werden soll. Mit von der Partie soll auch der Liedermacher „Barny“ sein, bürgerlich Mirko Szydlowski. Der Mittdreißiger trat dieses Jahr unter anderem schon im Februar auf Einladung von „Die Rechte“ auf, aber auch bei der Sonnenwendfeier Ende Juni auf dem Hof des NPD-Mannes Joachim Nahtz in Eschede. Er stand in der Vergangenheit bereits mehrfach bei Veranstaltungen, die von „Hammerskins“ in Europa organisiert wurden, auf der Bühne.

In Slowenien ebenfalls dabei das Duo „Ken & Brad“. Bei Erstgenanntem handelt es sich um Ken McLellan, Kopf von „Brutal Attack“, eine der bekanntesten britischen Rechtsrock-Bands. Er hat übrigens auch schon Aufnahmen zusammen mit „Barny“ eingespielt. Weiterhin ist Unterstützung aus Serbien vorgesehen. So wird „Vlada“, ehemals bei der 2002 gegründeten RAC- und NSBM-Band „Battle Flag“, angekündigt. Im Repertoire besagter Combo findet sich mit dem Titel „46 Years Of Pain“ auch eine Huldigung an Rudolf Heß. Außerdem sind „IZ Revolta“, die serbische B&H-„Hausband“, eingeplant. (hf)

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ZU BESUCH BEIM NAZI-KONZERT MIT FAUSTRECHT

Quelle: Allgäu rechtsaußen

Heute vor genau zehn Jahren: Faustrecht reist aus dem Allgäu nach Belgien und spielt ein Konzert bei Blood and Honour Vlaanderen. Wir veröffentlichen exklusive Videomitschnitte und wagen einen Streifzug über das Neonazi-Fest.

»Wir sind Faustrecht aus dem Allgäu«, schreit der Frontmann der Band seinem Publikum in Belgien entgegen, streckt den rechten Arm zum Hitlergruß und setzt nach: »Hail Victory!« Dann beginnt die Rechtsrock-Band ihren ersten Song zu spielen. Es ist der 27. Oktober 2007.

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Das NSU-Unterstützernetzwerk in Sachsen

Quelle: Endstation Rechts

Auch sechs Jahre nach der Enttarnung des NSU sehen Beobachter die bisherigen Ergebnisse kritisch: Nicht weitreichend genug seien die Erkenntnisse und Konsequenzen der Ermittlungen und Untersuchungsausschüsse. Aus diesem Grund wurde nach umfangreicher Recherchearbeit nun die Broschüre „Unter den Teppich gekehrt – Das Unterstützungsnetzwerk des NSU in Sachsen“ des Kulturbüros Sachsen veröffentlicht.

Mindestens zehn Morde, ein Bombenanschlag, unzählige Raubüberfälle, die Tatorte verteilt über ganz Deutschland – das ist die Bilanz des NSU. Bei vielen ungeklärten Gewaltverbrechen steht die rechte Terrorzelle weiterhin unter Verdacht. Die Täter konnten scheinbar jahrelang unerkannt und von den Behörden unbehelligt agieren. Aber wie war dies möglich? Um dieser Frage nachzugehen, produzierte das Kulturbüro Sachsen in aufwendiger Recherche die Broschüre über das Netzwerk und Umfeld des NSU.

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Rechtsrock in Kundgebungs-„Verpackung“

Quelle: Blick nach Rechts

24.10.2017 – Unter dem Motto „Rock gegen Links“ findet am Samstag im südthüringischen Themar erneut ein braunes Musik-Spektakel mit angekündigten Rednern statt. Gelistet sind für das Event neun einschlägige Szene-Band, davon zwei aus Übersee.

Bereits am 28. Oktober soll es im thüringischen Themar (Landkreis Hildburghausen) wieder ein Rechtsrock-Meeting geben. Für den Titel „Rock gegen Links“ zeichnet unfreiwillig eine aus dem Zusammenhang gerissene unbedachte Äußerung von SPD-Justizminister Heiko Maas verantwortlich. Die Zusammenkunft am Samstag wurde als politische Kundgebung angemeldet, stellt von der Aufmachung aber nichts anderes dar als eine Konzertveranstaltung mit mehreren einschlägigen Szene-Bands, zu denen auch „Fortress“ aus Australien und „Blue Eyed Devils“ aus den USA gehören.

Als Veranstalter agiert Patrick Schröder, NPD-Funktionär aus dem oberpfälzischen Mantel, Betreiber des Szeneportals FSN.tv und verantwortlich für das Modelabel Ansgar Aryan. Jüngst war Schröder noch Besucher am Stand des Antaios-Verlags auf der Frankfurter Buchmesse. Die für Themar angekündigten Reden unter anderem von NPD-Bundesorganisationsleiter Sebastian Schmidtke aus Berlin und dem als „Mic Revolt“ bekannten NS-Rapmusiker und der Partei „Der III. Weg“ zuzurechnende Michael Zeise aus dem nahen Apolda bilden bei dem Treffen nur den formalen Rahmen. Im Fokus steht augenscheinlich die Musik und die Szene-Vermarktung mit etlichen Verkaufsständen. Nicht von ungefähr werden in der Bewerbung der Veranstaltung PC Records aus Chemnitz, Front Records aus Lossatal bei Leipzig und Rebel Records aus Cottbus als Unterstützer genannt.

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Rechtes Terrornetzwerk „Combat 18“ bei RechtsRock-Konzert in Themar eingebunden

Quelle: Haskala

Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, hatte mit mehreren Kleinen Anfragen die im Juli 2017 stattgefundenen RechtsRock-Konzerte in Themar detailliert thematisiert. Sie erklärt dazu: „Dass bei dem RechtsRock-Konzert am 15. Juli in Themar auch ‚Combat 18‘ in die Helferstrukturen eingebunden war, beweist erneut den Charakter der Veranstaltung: die Vernetzung der militanten Neonazi-Szene aus Deutschland und Europa.“ Bei Combat 18 handelt es sich um eine neonazistisch-terroristische Organisation, die als bewaffneter Arm von „Blood & Honour“ gegründet wurde und nach dem Prinzip des führerlosen Widerstands (Leaderless Resistance) – ähnlich wie der NSU – agiert, ergänzt König-Preuss. Blood & Honour wurde im Jahr 2000 in Deutschland verboten.

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Siehe auch: Rechte Offensive in der Provinz

…Im Zweifel für mich!

Krawallbrüder und ihr Umfeld:

Eine der bekanntesten und kommerziell erfolgreichsten Bands aus der Skinheadszene sind seit Jahren die Krawallbrüder. Neben dumpfen Männlichkeitskult, Sexismus und Hedonismus wird ihnen auch seit Jahren Verbindungen zu Neonazis vorgeworfen oder zumindest keine eindeutige Positionierung. Aber was ist da eigentlich dran?

Die Krawallbrüder gründeten sich 1993 im Saarland unter dem Namen Frontal, benannten sich nach einer Ermittlung vom VS, da es eine offen neonazistische Band namens „Frontal“ gab dann in „Krawallbrüder“ um. Laut eigener Aussage gab es in der Gründungszeit Kontakte zu rechten Skinheads in Saarlouis, von welchen sich zwar später distanziert wurde, Verbindungen ins teils rechtsextreme Milieu bestehen aber nach wie vor. So fungierten beispielsweise Frei.Wild. Als Vorband der Krawallbrüder und auf dem Label „KB-Records“ des Frontsängers Pascal sind diverse rechte Bands zu finden die personelle Beziehungen in Blood&Honour Strukturen pflegen. Die Band selbst spendet regelmäßig an linke Vereine, propagiert in ihren Texten aber eben auch den Zusammenhalt einer Szene, wo es egal ist wie jemand politisch drauf ist, womit eben Neo-Faschist*innen in die Hände gespielt wird.

Auf dem Label „KB-Records“ sind beispielsweise die „Prolligans“. Die Prolligans können als eine Vorzeigeband der Grauzone bezeichnet werden, auf ihreer Erstveröffentlichung „Allzeit Bereit“ die als kostenlose Beilage bei Bestellung bei KB-Records dabei war, heißt es im Song „Prolligans“ noch:

„Wir Vereinigen Punks Und Skinheads Mit Zünftigen Parolen Wir Ziehen Durch Die Gassen –Unser Hobby Nazis Versohlen Hier Kommt Die Volle Dröhnung Der Suff Ist Unser Leben Das Aroma Der Verwöhnung – Jetzt Lassen Wir Die Bude Beben“

wenige Jahre später wird allerdings mit der schwedischen Blood&Honour-Band Pitbullfarm aufgetreten und Sänger Norbert tritt in Shirts dieser Band ebenfalls auf.

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Punkbands rechter Coleur

Quelle: Blick nach Rechts

21.08.2017 – Am Samstag soll in Elbertrebnitz bei Leipzig ein international besetztes Musikspektakel unter der Bezeichung „Sham 2017“ beziehunsweise „Oi! The New Breed“ stattfinden.

Fanzine aus dem Umfeld von RAC-Punks und -Skinheads; (Screenshot)
Die eintägige Punkveranstaltung unter den beiden Namen „Sham 2017“ und „Oi! The New Breed“ am 26. August wird seit November vergangenen Jahres beworben. Bei den dort auftretenden Bands, die sich gerne einen unpolitischen Anstrich geben, fällt seit Jahren auf, dass sie immer wieder mit Musik-Acts die Bühne teilen, die aus ihrer Sympathie für eine rechte Orientierung kein Blatt vor den Mund nehmen oder gar offen unter dem RAC-Banner (Rock Against Communism) unterwegs sind. Ursprünglich sollte das Meeting im Raum Nordhausen stattfinden. Weil das aber auf Widerstände stieß, soll es nun in einem Gasthof in Elstertrebnitz bei Leipzig über die Bühne gehen.

Kurz vor dem Termin müssen die Organisatoren allerdings eine Absage in Kauf nehmen. Die Allgäuer Combo „Prolligans“, von der Bandmitglieder auch bei Rechtsrock-Bands wie „Faustrecht“, „Hard As Nails“ oder „Smart Violence“ mitwirken oder aktiv waren, cancelt wegen gesundheitlicher Probleme den geplanten Gig. Zum international besetzten Bühnen-Line-Up am Samstag zählen weiterhin „Schusterjungs“ aus Weißenfels, die 1986 in Stockholm gegründeten „Agent Bulldogg“, „Anti Clockwise“ aus Magdeburg und „Haymaker“ aus Prag. Bei den Tschechen spielt auch Tim Steinfort mit, der bis zu deren Auflösung in der niederländischen Combo „Discharger“ Musik machte, die sich ebenfalls dem Vorwurf ausgesetzt sah, sich nicht von rechten Bands distanziert zu haben. Die „Schusterjungs“ traten bereits in Brügge in der Kneipe „De Kastelein“ auf, die es inzwischen nicht mehr gibt. Dort fanden immer wieder Konzerte mit Bands des „Blood&Honour“-Netzwerks statt.

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„Skinhead Way of Life“ und Nazi-Inhalte: Die Band „Smart Violence“

Quelle: Lotta-Magazin

In den vergangenen Jahren erfreuten sich RechtsRock-Bands, die sich stilistisch an Metalcore und Hardcore orientierten, einer großen Beliebtheit in der Szene. Die nordrhein-westfälische Band „Smart Violence“ hält hingegen weiterhin den Skinhead-Kult hoch und möchte zurück zu den angeblichen „glory days of R.A.C.“ Ihre Songtexte drehen sich aber nicht nur um den „Skinhead Way of Life“, sondern sind ebenso deutliche Bekenntnisse zur neonazistischen Ideologie.

Die Band Smart Violence gründete sich 2012 und brachte noch im selben Jahr die Demo-CD „hard hitting skinhead rock“ bei Old School Records, einem der führenden deutschen Label für RechtsRock, heraus. Die Bandmitglieder sind keine Szene-Neulinge, sondern können zum Teil auf jahrelange Erfahrung im neonazistischen Musik-Bereich zurückgreifen. Der Kern der Band besteht aus ehemaligen Mitgliedern der 2002 gegründeten Angry Boot Boys. In Interviews erklärte Smart Violence, sie habe sich gebildet, weil Angry Boot Boys eine längere Pause absolvieren würde. Aufgelöst hätte sich die Band aber nicht.

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Widersprüchliche Wahrnehmungen

Quelle: Lotta-Magazin

Die RechtsRock-Szene zwischen Stagnation und Professionalisierung

RechtsRock gilt als eines der wichtigsten Ausdrucks- und Kommunikationsmittel der extremen Rechten in „jungen Jahren“. Welche Bedeutung hat die Musik aktuell noch für die neonazistische Szene? In diesem Artikel werden einige Schlaglichter auf den derzeitigen Zustand der RechtsRock-Szene geworfen und insbesondere das Geschehen in NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz unter die Lupe genommen.
Während der Nazi-Rock ab Mitte der 1990er Jahre wegen seiner aggressiven Vernichtungsphantasien und den spektakulären Bildern dutzender den Hitlergruß zeigender Neonazis auf Konzerten als Jugendproblem verharmlost im Fokus der Medien stand, hat das öffentliche Interesse für neonazistische Musik in letzter Zeit nachgelassen. Aktuell stehen die Erfolge der AfD und die Herausbildung einer „neuen sozialen Bewegung von rechts“ stärker im Mittelpunkt gesellschaftlicher Auseinandersetzungen mit der extremen Rechten.

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Die neonazistische Musik-Szene: Transnational wie nie

Quelle: Infoportal Meck-Pomm

Von London bis Porto, von Athen bis Helsinki – jede Woche finden europaweit Neonazi-Konzerte statt. Mal kommen nur hundert Zuschauer, mal sind es mehrere tausend. Und oft stehen deutsche Bands auf der Bühne.

Die Rechtsrock-Szene ist gut vernetzt und bietet eine lukrative Einnahmequelle sowohl für Musikverlage als auch für Organisationen wie Blood & Honour oder neonazistische Kameradschaften. Bei keinem anderen Bereich des Rechtsextremismus haben internationale Verbindungen größere Relevanz als bei der Musik. Wie und warum funktioniert diese Zusammenarbeit in einer nationalistischen Szene? Wie weit reichen die Netzwerke? Und welche Ziele haben sie?

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Martialische „NS Black-Metal“-Töne

Quelle: Blick nach Rechts

09.10.2017 – In Kiew in der Ukraine findet kurz vor Weihnachten unter dem Titel „Asgardsrei“ ein Spektakel mit sechs NSBM-Bands statt, organisiert von dem Szene-Label „Militant-Zone“. Mit dabei ist auch die einschlägige Kultband „Absurd“.

Am 16. Dezember soll es in Kiew zu einem europäischen „Gipfeltreffen“ von sechs einschlägigen NSBM-Bands kommen. Wie bereits im Vorjahr versammeln sich dort Musiker der Richtung „National Socialist Black Metal“ unter dem Veranstaltungstitel „Asgardsrei“, der identisch ist mit einer Veröffentlichung der Thüringer Band „Absurd“ aus dem Jahr 1999.

Es verwundert nicht wirklich, dass „Absurd“ dieses Jahr zum dortigen Line-Up gehört. Hendrik Möbus als Ikone der Band besuchte vergangenes Jahr ebenfalls kurz vor Weihnachten das eintägige Festival in der ukrainischen Hauptstadt. Ihm zu Ehren spielten Bands auf der Bühne „Absurd“-Stücke. Die Thüringer Combo hat sich in den vergangenen Jahren sehr rar gemacht, spielte nur sehr selten live. Seit langem wird daher auch immer wieder über die häufiger wechselnde Besetzung spekuliert, ob Hendrik Möbus nun der Kopf ist, oder doch sein älterer Bruder Ronald das Sagen hat.

Der heute 41-jährige Hendrik Möbus, als „Satansmörder von Sondershausen“ bekannt, war in der Vergangenheit rechtskräftig zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Er wurde zunächst vorzeitig mit der Auflage einer Bewährung aus der Haft entlassen, fiel dann mit neonazistischen Handlungen und rassistischen Äußerungen auf, weshalb die Bewährung widerrufen wurde. Hendrik Möbus flüchtete vor seiner erneuten Inhaftierung zu William Pierce von der rechtsextremen „National Alliance“ in die USA. Mit einem Asylantrag dort scheiterte er, wurde nach Deutschland ausgeliefert und saß dann eine Reststrafe ab.

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Dos­sier: Bran­den­bur­ger Neo­nazi Sven Sch.

Quelle: NSU-Watch Brandenburg

Sven Sch., Jahr­gang 1978, ist ein bran­den­bur­gi­scher Neo­nazi und war Funk­tio­när des mi­li­tan­ten Blood-&-Honour-Netzwerkes. Er gab In­for­ma­tio­nen un­ter an­de­rem an das bran­den­bur­gi­sche Lan­des­kri­mi­nal­amt wei­ter und un­ter­hielt ein en­ges Ver­hält­nis zur Po­li­zei. In der Neo­na­zi­szene wurde er in der Folge als Ver­rä­ter ge­mie­den. Er war ver­netzt mit Neo­na­zis aus Pots­dam und Um­ge­bung, die im Ver­dacht stan­den, an den An­schlä­gen der Na­tio­na­len Be­we­gung be­tei­ligt ge­we­sen zu sein.

Sven Sch. galt bis zum Ver­bot von Blood & Ho­nour im Jahr 2000 als ein An­füh­rer der Sek­tion Bran­den­burg und zu­dem als „Kas­sen­wart“ der Dach­or­ga­ni­sa­tion Blood & Ho­nour Deutsch­land. Bei ei­ner Durch­su­chung sei­ner Woh­nung in Bork­walde (Pots­dam-Mit­tel­mark) wurde ein Spar­buch mit 73.000 D-Mark si­cher­ge­stellt – die „Kriegs­kasse“ von Blood & Ho­nour Deutsch­land.

Sch. war im Jahr 2000 an der Ver­brei­tung der il­le­gal pro­du­zier­ten und kon­spi­ra­tiv ver­trie­be­nen CD „Ran an den Feind“ der Neo­nazi-Band Land­ser be­tei­ligt. Er hatte 500 CDs zum Wei­ter­ver­trieb be­stellt. Den Druck des Book­lets die­ser CD hatte der Ver­fas­sungs­schutz-V-Mann Toni Stad­ler or­ga­ni­siert. Im glei­chen Jahr war Sch. an der Ar­beit für den „Bran­den­burg-Sam­pler“ von Blood & Ho­nour mit Bran­den­bur­ger und Ber­li­ner Neo­nazi-Bands be­tei­ligt. An­fang 2000 war Sven Sch. zu­sam­men mit Ste­fan Rietz und Dirk H., zwei wei­te­ren Bran­den­bur­ger Blood-&-Honour-Ak­ti­vis­ten auf dem Weg zu ei­nem Neo­nazi-Kon­zert in Schwe­den fest­ge­nom­men wor­den.

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Dos­sier: Neo­nazi-Mu­si­ker Uwe Men­zel

Quelle: NSU-Watch Brandenburg

Uwe Men­zel ist ein 1974 ge­bo­re­ner Pots­da­mer Neo­nazi, der seit den 1990er Jah­ren als Mu­si­ker in di­ver­sen Rechts­rock­bands (u.a. Pro­is­sen­heads, Uwo­caust) tä­tig ist und eine Schlüs­sel­fi­gur in der bran­den­bur­gi­schen Rechts­rock­szene ein­nimmt. Seit An­fang der 1990er Jahre be­wegt er sich in der neo­na­zis­ti­schen Szene.

1993 grün­dete er die Band Pro­is­sen­heads, in der er als Sän­ger fun­gierte und die eine der ers­ten bran­den­bur­gi­schen Rechts­rock­bands war, die im Rah­men der „ak­zep­tie­ren­den So­zi­al­ar­beit“ ei­nen Pro­be­raum in ei­nem städ­ti­schen Ju­gend­club nut­zen konnte. In­ner­halb we­ni­ger Jahre er­spielte sich die Band ei­nen ho­hen Be­kannt­heits­grad in der Bun­des­re­pu­blik, was auch die Ver­net­zung in an­dere Städte för­derte. Gute, teils freund­schaft­li­che Kon­takte be­stan­den seit spä­tes­tens 1997 zu den säch­si­schen Blood-&-Honour-Füh­rungs­fi­gu­ren Jan Wer­ner und Tho­mas Starke, also wich­ti­gen Un­ter­stüt­zern des NSU-Trios. Men­zel soll ein häu­fi­ger Gast bei Blood-&- Ho­nour-Kon­zer­ten in Chem­nitz und Um­land ge­we­sen sein. So war er über diese Ver­bin­dung auch in das fi­nan­zi­ell er­trag­rei­che trans­na­tio­nale Be­zie­hungs­ge­flecht neo­na­zis­ti­scher Mu­sik­netz­werke ein­ge­bun­den. Im April 1997 sollte in Buf­falo (USA) ein Kon­zert mit ver­schie­de­nen Neo­nazi-Bands, un­ter an­de­rem mit der US-Gruppe Blue Eyed De­vils statt­fin­den. Dazu reiste eine Gruppe deut­scher Neo­na­zis an, zu der ne­ben An­dreas Graupner, Jens Schaar­schmidt, Tho­mas Starke und auch Uwe Men­zel ge­hör­ten. Die­sem Be­such folgte ein Ge­gen­be­such. Im Som­mer 1997 spiel­ten die Pro­is­sen­heads und die Blue Eyed De­vils ge­mein­sam in An­klam. Ein Mit­glied der Blue Eyed De­vils, Wade Mi­chael Page, er­schoss 2012 in ei­nem Sikh-Tem­pel sechs Men­schen aus ras­sis­ti­schen Mo­ti­ven.

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Rechtsrock wieder mal konspirativ

Quelle: Junge Welt und Allgäu rechtsaußen

Knapp drei Monate nach dem Großevent in Themar trafen sich 250 braune Musikfans bei Seibranz

Etwa 250 Neonazis haben sich am Samstag auf einem konspirativ organisierten Rechtsrockkonzert in der Nähe von Seibranz im baden-württembergischen Landkreis Ravensburg getroffen. Bis kurz vor dem Event blieben die Pläne geheim – bis das Neonaziwatchblog Allgäu rechtsaußen ein intern verteiltes Flugblatt veröffentlichte und auf einen »Schleusungspunkt« an der A 96 südwestlich von Memmingen hinwies.

Zu Beginn des als Geburtstagsfeier getarnten Konzerts auf einem privaten Anwesen zwischen Bad Wurzach und Leutkirch im Allgäu griff ein bekannter Anhänger der Neonazikameradschaft »Voice of Anger« einen Journalisten an, verletzte diesen leicht und beschädigte seine Kamera. Anwesende Polizisten fesselten den Angreifer und verhinderten Schlimmeres. Die Polizei kontrollierte die Anreise der Neonazis und stellte laut ihrer Pressemeldung von Sonntag mehrere verbotene Waffen sowie verfassungsfeindliche Symbole fest. Während der Veranstaltung hätten aber keine indizierten Liedtexte oder andere Straftaten festgestellt werden können, hieß es.

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Siehe auch: NEONAZIKONZERT IN SEIBRANZ AUFGEFLOGEN
SAMSTAG: NEONAZIKONZERT IM ALLGÄU?

„Road To Valhalla“ in Norditalien

Quelle: Blick nach Rechts

04.10.2017 – Die „Veneto Fronte Skinheads“ organisieren für Samstag ein Gedenkkonzert für die verstorbene Rechtsrock-Ikone Ian Stuart Donaldson.

Bereits seit 1986 existiert die mehrere hundert Anhänger zählende rechtsextreme Gruppierung „Veneto Fronte Skinheads“ (VFS), die es sich zu einer ihrer maßgeblichen Aufgaben gemacht hat, Rechtsrock-Konzerte in Norditalien zu organisieren und durchzuführen. Dazu gab es von Anfang an Verquickungen mit der international operierenden „Blood&Honour“-Bewegung und in den letzten Jahren auch einen Schulterschluss mit den „Hammerskins“. Es verwundert nunmehr nicht, wenn am 7. Oktober ein Gedenkkonzert zu Ehren des B&H-Gründers und „Skrewdriver“-Sängers Ian Stuart Donaldson auf die Beine gestellt wird, der am 24. September 1993 bei einem Autounfall verstarb und seither als Ikone in der rechten Szene verehrt wird. Dazu wird dem Event das Motto „Road To Valhalla“ verpasst. Der genaue Ort in Norditalien wird nicht beworben.

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