Archiv der Kategorie 'Blood & Honour/Combat 18 (Terrormachine)'

[HH] Abtrimo: Über das rechte Netzwerk einer Hamburger Band

Eine kurzer Blick auf die rechte Skinheadszene Norddeutschlands – von Blood & Honour über das NSU-Umfeld bis heute
Die Band „Abtrimo“ und das folgend aufgeführte Umfeld stehen hier nur exemplarisch für eine Teilstruktur in einem über Jahre gewachsenen, internationalen Netzwerk bestehend aus vielen Bands, Gruppen und Einzelpersonen der extremen Rechten. Dennoch soll anhand der Bandvorstellung ein Teil des militanten Rechtsrock-Netzwerks Norddeutschlands skizziert werden.

Die Hamburger Band „Abtrimo“ wurde im Dezember 2010 gegründet. Die erste Demo-CD erschien 2012 mit Hilfe des Neonazis Jan Greve über dessen Label und Onlineversand „Skinhead Service“. Ein Jahr zuvor spielten sie bereits das erste Konzert. Es folgten vier weitere Veröffentlichungen und über 20 Konzerte bis heute.

Abtrimo Nienhagen Soltmann, Koschnick, Oest, H&P Mitglied, Tesch, MalinaGemeinsam mit der Hamburger Neonaziband „Likedeelers“ veröffentlichte „Abtrimo“ 2012 ein Album unter dem Titel: „Norddeutscher Untergrund… Der erste Streich!“. Die Anlehnung an die Symbolik und Namensgebung des „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU), die ihre Morde in einem Video mit der Comic Figur Paulchen Panther als „Streiche“ verharmlosten, könnte daher auch als eine Art Sympathiebekundung der Band zu der rechten Terrorgruppe NSU verstanden werden.

Weiter zeigt auch der aktuellste Sampler „4 gewinnt“ der Bands „Abtrimo“, „Ungebetene Gäste“, „Überzeugungstäter Vogtland“ sowie „Alte Schule“ die gemeinsamen, ideologischen Gewaltfantasien. Auf dem Sampler wird dies beispielhaft im Song „F.D.G.K“ der Band „Alte Schule“ deutlich, wobei der szeneintern verwendete Code für „Für Deutschland, gegen Kanaken“ steht. Die von der Band selbst zensierten Text-Stellen werden in der Aufnahme durch Schussgeräusche ersetzt. Auch in der 2014 bei „Oldschool Records“ veröffentlichten, bereits indizierten, EP „Hammonia“ propagiert „Abtrimo“ rassistische Gewaltphantasien.
Gemeinsam mit dem Potsdamer RechtsRock-Musiker Uwe „Uwocaust“ Menzel veröffentlichte die Band das Lied „Gewalt regiert uns alle“ und spielte im Mai 2016 mit ihm, „Faustrecht“ und der japanischen RAC-Band „Aggroknuckle“ ein Konzert in Staupitz in Sachsen.

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Braunes Spektakel mit „Lunikoff“

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

03.08.2016 – Am 20. August soll eine Open-Air-Veranstaltung „Rock gegen Überfremdung“ mit einschlägigen Bands sowie Rednern aus verschiedenen Neonazi-Gruppierungen stattfinden.

Konspiratives Event mit Rechtsrock und Rednern (Screenshot)
Es heißt zwar nur ungenau Mitteldeutschland, doch ist davon auszugehen, dass die für den 20. August angekündigte Open-Air-Veranstaltung „Rock gegen Überfremdung“ einmal mehr in Thüringen stattfindet, wo sich in diesem Jahr ein Rechtsrock-Auftritt an den anderen reiht. Neben einer Liste von Bands gibt es auch mehrere seit Monaten angekündigte Redner aus verschiedenen Lagern des rechten Spektrums. Eine Anfrage durch die Aufklärungsinitiative „Thüringen Rechtsaussen“ hat ergeben, dass bezüglich des Konzertortes der „Raum Weimar“ mitgeteilt wurde. Die Vorverkaufsgelder werden übrigens auf das Privatkonto von David H. aus Saalfeld erbeten. Dieser wird der seit Jahresbeginn aktiven Gruppierung „Anti-Antifa Ostthüringen“ zugerechnet.

Musikalisch werden beworben: „Die Lunikoff-Verschwörung“ mit Michael Regener, dem früheren Kopf der verbotenen Band „Landser“ aus dem Raum Berlin, dazu „Uwocaust“ alias Uwe Menzel und „Frontfeuer“ (beide Brandenburg), „Tätervolk“ (Mecklenburg-Vorpommern/Berlin) sowie die aus der Schweiz stammende Combo „Treueorden“, die ab und an auch von deutschen Musikern unterstützt wird. Ihrem ersten Tonträger haben die Eidgenossen den Titel „SA voran“ gegeben. „Frontfeuer“ war die ebenso wie „Die Lunikoff-Verschwörung“ zuletzt auch bei dem vom NPD-Funktionär Patrick Weber (Betreiber des Germania-Versands) zu verantwortenden Rechtsrock-Festival „In.Bewegung“ am 16. Juli im thüringischen Sondershausen angekündigt, spielte aus nicht öffentlich gemachten Gründen allerdings nicht. Dafür musste der rechte Liedermacher Frank Rennicke dann länger in die Saiten greifen.

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„Rock gegen Überfremdung“: Saalfelder Messerstecher organisiert Openair-Konzert mit kriminellen Neonazis

Via „Thüringen Rechtsaussen“:

Ein weiteres Freiluftkonzert der Neonazi-Szene wird zur Zeit für den 20. August 2016 in Thüringen vorbereitet. Neben einem parteiübergreifenden Rednerprogramm werden fünf Bands angekündigt. Einer der Veranstalter ist ein Messerstecher, welcher der neugegründeten „Anti-Antifa Ostthüringen“ zugehörig ist, Redner kommen aus einer verbotenen militanten Nazi-Gruppe und einem Netzwerk von Holocaust-Leugnern, als Headliner soll ein Sänger auftreten dessen vorherige Band gerichtlich zur kriminellen Vereinigung erklärt wurde, Verbindungen gibt es auch zum Ballstädt-Verfahren.

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Französische Rechtsrocker auf Tour

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

14.07.2016 – Halle/Saale – Am heutigen Donnerstag hat sich kurzfristig die französische Band „In Memoriam“ für ein Konzert in Halle an der Saale angekündigt. Der genaue Konzertort wird nicht preisgegeben.

Die Combo gehört in Frankreich zu musikalischen Veteranen einer nationalistisch-patriotischen Ausrichtung, die zugleich viele Anhänger in der stramm rechten Szene wie auch speziell innerhalb der rechtsintellektuellen „Identitären Bewegung“ hat. Zwischenzeitlich hatte sich die Band fast zehn Jahre lang aufgelöst, ist aber seit 2012 wieder aktiv. Sie gab beim jährlichen Festival samt Kampfsportevent „Tana delle Tigri“ von der elitären Kulturfaschismus propagierenden Organisation „Casa Pound“ in Italien ihr Comeback. Genau dort trat sie auch in diesem Jahr am 21. Mai bei der mittlerweile achten Auflage der besagten Festivalreihe in Rom auf.

„In Memoriam“ hatte 1999 im Kosovokrieg für Serbien Partei ergriffen und spielte live in Belgrad. Bei einem Blick auf die Facebook-Seite der französischen Rechtsrocker findet sich auch eine Huldigung für den im Mai 1994 während einer mit Ausschreitungen verbundenen neonazistischen Demonstration in Paris zu Tode gekommenen Sebastien Deyzieu, der seitdem in der rechten Szene als Märtyrer gilt und an dessen Tod in Frankreich jedes Jahr mit Aktionen und Bekundungen erinnert wird.

Anfang des Jahres trat das Sextett auf Einladung der rechtsgerichteten flämischen Initiative mit dem so unverfänglich klingenden Namen „Identität, Musik & Kultur“ in Belgien auf, die im Dezember 2014 bereits den deutschen rechtsextremen Liedermacher Frank Rennicke für ein Gastspiel eingeladen hatte. Nach der geplanten heutigen Stippvisite in Sachsen-Anhalt wollen die Franzosen am morgigen 15. Juli bei einem rechtsgerichteten Tagesfestival in Brno/Tschechien spielen, wiederum einen Tag später sind sie in Kepa bei Zytno bei einem auch über „Blood&Honour“ beworbenen dreitägigen international besetzten Festival in Polen angekündigt. Für die dortige vierte Festivalausgabe findet sich am morgigen 15. Juli auch die rechtsextreme Hooligan-Band „Kategorie C“ aus Bremen im Programm. (hf)

Quelle

Neonazi-Konzert „In Bewegung“: Hass, Hetze und eine Kinderhüpfburg

„MDR Thüringen“ berichtet:

Neonazi-Konzert „In Bewegung“Hass, Hetze und eine Kinderhüpfburg
Die NPD rief, und Hunderte Neonazis kamen zum Rechtsrock-Konzert „In Bewegung“ in Sondershausen. Was die Organisatoren als Familienfest verkaufen, ist ein Hass-Konzert, das Geld in die Kassen der extremen Rechten spülen soll.

Man trifft sich diesmal im Industriegebiet. Rund 300 Rechtsextreme haben sich am Sonnabend auf dem umzäunten Platz im Norden von Sondershausen eingefunden. Sie sitzen auf Bierbänken in der Sonne. Auf der Bühne verbreiten Redner und Rechtsrockbands im Wechsel Hass und Hetze. Auf der anderen Seite des Platzes ist eine kleine Kinderhüpfburg aufgebaut. Aus mehreren Bundesländern sind heute Neonazis angereist. Es ist die schon die vierte größere Neonazi-Open-Air-Veranstaltung in Thüringen in diesem Jahr.
Draußen kontrolliert die Polizei Neonazis auf verbotene Symbole. Waffen und Alkohol sind auf dem Platz verboten. Wer sich NS-verherrlichende Tattoos abklebt, darf passieren. Eine Gruppe junger Neonazis aus Sachsen-Anhalt verlässt die Polizeikontrollen. Kurz vor dem Einlass beschimpfen sie Journalisten, die das Geschehen fotografieren. Die Kontrollen wirken grotesk: Draußen müssen Besucher ihre T-Shirts mit dem Schriftzug „HKNKRZ“ für „Hakenkreuz“ abkleben. Drinnen werden diese T-Shirts verkauft, und Besucher laufen mit den frisch erworbenen Oberteilen herum.

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Rechtsrock-Events am Wochenende

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

21.06.2016 – Für einen Auftritt am kommenden Samstag „live in Ostsachsen“ bewirbt unter anderem auch die international agierende „Blood&Honour“-Bewegung vier ostdeutsche Bands.

Hassmusik am Samstag in Ostsachsen; (Screenshot)
Der genaue Veranstaltungsort für den 25. Juni wird nicht genannt. Angekündigt werden dafür „Selbststeller“ aus Riesa, „Barricades“ aus Sachsen-Anhalt, „Endless Struggle“ mit Bandmitgliedern verschiedener östlicher Bundesländer sowie „Sista Bataljen“. Das letzte bekannt gewordene Rechtsrock-Konzert in Ostsachsen fand im vergangenen Dezember in der Kleinstadt Niesky statt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Abgeordneten der Linken hervor.

Ebenfalls für den 25. Juni wird „Naziradau im Bratwurst-Gau“ beworben. Eine genaue Örtlichkeit fehlt, doch der Hinweis auf die Bratwurst weist den Weg nach Thüringen. Dort sollen „Ex Umbra In Solem“, die erst einen kleinen Demo-Tonträger veröffentlicht haben, die 1997 in Berlin gegründete Combo „Legion of Thor“ (L.O.T.), die aus dem Raum Zürich kommende Band „Amok“ um den verurteilten Sänger Kevin Gutmann, die dem B&H-Netzwerk zugerechnet werden kann, sowie die mit Legion of Thor befreundeten „D.S.T.“, das Kürzel für die Berliner Band „Deutsch, Stolz, Treue“ um Peter Marko Brammann, auftreten. (hf)

Quelle

Das Spektrum der neonazistischen Bruderschaften

Das „Antifa Infoblatt“ schreibt:

Derzeit aktive neonazistische Bruderschaften tragen Namen wie „Brigade 8“, „Blood Brother Nation“, „Midgards Wächter“, „Sons of Asgard“, „Wodan Bruderschaft“, „Bru­derschaft H8“, „Road Crew“ oder „Sturm­gruppe 44“. Manche bestehen aus einem halben Dutzend Personen, andere haben Hunderte Mitglieder und Supporter. Manche werden so schnell von der Bildfläche verschwinden, wie sie erschienen sind, andere gibt es seit über 20 Jahren. Nachfolgend betrachten wir unterschiedliche Facetten des Modells Bruderschaft und stellen Gruppen vor, die dafür exemplarisch stehen.

Die bedeutendste Gruppe in diesem Spektrum sind zweifellos die Hammerskins, die sich als Skinhead-Bruderschaft und Elite der gesamten Neonaziszene verstehen. Das AIB hat in den vergangenen Ausgaben wiederholt ausführlich über Hammerskins berichtet.1

Rechtsrock und Terror seit über 20 Jahren — Die Vandalen

Die älteste rockerähnliche Neonazi-Bruderschaft, die Wert darauf legt, kein MC zu sein, sind die Berliner „Vandalen — Ariogermanische Kampfgemeinschaft“.
Gegründet 1982 in Ostberlin treten sie seit jeher in Kutten auf. Der Kreis aktiver Mitglieder dürfte derzeit nicht mehr als 20 Personen betragen und dennoch sind die Vandalen im neonazistischen Spektrum hochgeachtet und enorm einflussreich. Seit über 20 Jahren betreiben sie das Geschäft mit neonazistischer Musik und die Vermarktung von Bands wie „Landser“, „Tätervolk“, oder „Die Lunikoff Verschwörung“ — Bands, in denen jeweils mindestens ein Vandale mitwirkt.

„Landser“ existierte von 1992 bis 2001 als Untergrund- und Kultband der Szene und gab sich das Image der „Terroristen mit E-Gitarre“. Bandleader war der Vandalen-Gründer Michael „Lunikoff“ Regener, der heute mit der Band „Die Lunikoff Verschwörung“ auftritt. Zusammen mit „Blood & Honour“-Aktiven bildeten die Vandalen bis in die 2000er Jahre eine klandestine und kriminelle Struktur zur Herstellung und Verbreitung illegaler Neonazimusik, die im Rechtsrock-Business einmalig gewesen sein dürfte: Aufnahmen der CDs in Tonstudios in Kanada oder Skandinavien, Verschiffung tausender CDs beispielsweise nach Holland, deren Schmuggel nach Deutschland und die flächendeckende Verbreitung über regionale Gewährsleute. 2001 wurde das System von der Polizei ausgehoben, 2003 wurden die Bandmitglieder von Landser verurteilt, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben.

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Neonazis im Hamburger Rotlichtmilieu

Via „Antifa Infoblatt“:

Seit jeher berichtet das Antifaschistische Infoblatt (AIB) über Personen aus der Neonaziszene, die im Kontext krimineller Milieus, allen voran dem Rotlichtmilieu auftauchen. Immer wieder wurde auf die diversen Gefahren dieser Mischszene hingewiesen, etwa den Zugang zu Waffen, die Nutzung finanzstarker klandestiner Infrastruktur sowie den Schutz durch und den Zugriff auf ein äußerst gewaltbereites Personenpotential.

Rocker haben ihren Platz in den neonazistischen Lebenswelten gefunden und stehen seit Jahren Pate für nach außen informell wirkende Organisierungsmodelle der Szene. Wie wenig persönliche Brüche ein Wechsel vom Neonazi-Aktivisten zum Mitglied krimineller Organisationen erfordert, haben wir mehrfach skizziert. Trotzdem sollen grundlegende Gemeinsamkeiten dieser scheinbar gegensätzlichen Welten an dieser Stelle genannt werden.

Neonazis fordern Gesetzesverschärfungen und einen starken Staat gegen organisiertes Verbrechen, oft jedoch nur im Zusammenhang mit Tätern nicht-deutscher Herkunft. Dass Delikte wie Drogenhandel, Menschenschmuggel, Schutzgelderpressung, Vergewaltigung und Förderung der Prostitution zum Kerngeschäft deutscher Motorradclubs (MC) zählen, wird ignoriert. Die Wertevorstellungen sind in vielen Punkten nahezu identisch: Patriarchale Rollenbilder, die Gültigkeit des Rechts des Stärkeren, das hierarchische Prinzip von Befehl und blindem Gehorsam — welches zu Loyalität verklärt wird — und eine Gewaltaffinität einen die Milieus mehr, als diese je öffentlich eingestehen würden. Die „Outlaw“-Gebärde krimineller MCs lässt sich in der Praxis unkompliziert mit der Ablehnung des als illegitim angesehenen Staates seitens der Neonazis vereinbaren. Das Verschmelzen geschäftlicher und subkultureller Interessen macht die Welt der MCs zur Mischszene. Dazu kommen Verflechtungen in die Hooligan- und die Kampfsportszene. Szenen, in denen ähnliche Werte und Codes existieren, wodurch Überschneidungen mit Neonazis zwar nicht zwangsläufig hervorgerufen, aber begünstigt werden.

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Rechtsextreme Bruderschaften

Die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet:

Ein NPD-Funktionär aus dem Rems-Murr-Kreis ist auch in der militanten Nazi-Szene aktiv.

Stuttgart – Im März klingelte es bei 16 Neonazis in zehn Bundesländern gleichzeitig an der Haustür. Die Beamten durchsuchten deren Wohnungen und beschlagnahmten Propagandamaterial und Waffen. Es war eine Aktion gegen die rechtsextreme Szene. Im Visier der Staatsdiener: die „Weisse Wölfe Terrorcrew“ (WWT), zu der sich 2008 Anhänger der Neonazi-Band „Weisse Wölfe“ zusammengeschlossen hatten. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte die Gruppe am Tag der Razzien auf Grundlage des Vereinsgesetzes verboten. Die Vereinigung agiere „offen und aggressiv gegen unseren Staat und unsere Gesellschaft, gegen Migranten und Andersdenkende“, erklärte der Minister.

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11.06.2016: Wiedermal Rechtsrock in Schleswig-Holstein

„Recherche Nord“ schreibt:

Am Samstag, den 11. Juni 2016 fand in Schleswig-Holstein ein Konzert der Rechtsrockband „Kategorie C“ statt. Etwa 50 bis 60 Anhänger*Innen der Neonaziszene versammelten sich zu diesem Zweck in der Gemeinde Koberg. Nahezu ungestört konnte die Veranstaltung durchgeführt werden.

Zahlreichen Anhänger*Innen der parteifreien Neonaziszene waren am vergangenen Samstag in Koberg zugegen. Über einen Schleusungspunkt an der Raststätte Gudow wurden diese zu dem etwa 25 Kilometer entfernten Veranstaltungsort im Kreis Herzogtum Lauenburg geleitet. Darunter auch der Hamburger Neonazifunktionär Torben Klebe, welcher in der norddeutschen Neonaziszene beileibe kein Unbekannter ist. Bekleidete er doch bis zum Jahr 2014 den Landesvorsitz der NPD-Hamburg. Der 1976 geborene Klebe gehörte ferner bis zum Jahr 2000 zu den Führungskräften der im Jahr 2000 verbotenen Kameradschaftsgruppe „Hamburger Sturm“ sowie des im gleichen Jahr verbotenen Neonazi-Netzwerks „Blood & Honour“ (B&H). Dieses, in mehreren europäischen Ländern legal fortbestehende Netzwerk, verfolgt das Ziel neonazistische Ideologie mittels Musik und Konzertveranstaltungen gezielt zu verbreiten.

Neben Neonazifunktionären wie Torben Klebe dürfte auch die Anwesenheit weiterer Szenegrößen eine gewisse Anziehungskraft auf die anreisenden Neonazis ausgeübt haben. Zu diesen dürften die Bandmitgliedern der Rechtsrockgruppe „Nahkampf“ gezählt werden. Deren Bandmitglieder sind mit denen der Rechtsrock- und Hooligan-Band „Kategorie C“ zum Teil deckungsgleich. So tritt der Bremer Neonazi Hannes Ostendorf als Sänger beider Formationen zumeist lautstark in Erscheinung, zuletzt im Mai 2016 auf dem sogenannten „Eichsfeldtag“, einer regelmäßig stattfindenden Neonaziveranstaltung im nördlichen Thüringen.

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Unschuldig?

Das „Lotta-Magazin“ berichtet:

Neonazi-Musiker gründen Deutschrock-Band

„Schuldig“ ist nicht etwa eine weitere „unpolitische“ Band auf dem boomenden Deutschrock-Markt, sondern ein von Mitgliedern der Rechtsrock-Bands „Extressiv“ und „Strafmass“ gegründetes Projekt. Ein „Schuldig“-Auftritt bei der „1. Lüner Deutschrock Nacht“ wurde deshalb kürzlich wieder abgesagt.
„Sänger mit Neonazi-Vergangenheit“, titelten die „Ruhrnachrichten“, nachdem das linke Journalismus-Projekt „Sechel“ erstmals über die politischen Hintergründe der „Schuldig“-Musiker berichtet hatte. Neben dieser Band sollten am 22. Februar im städtischen Kulturzentrum „Lükaz“ in Lünen (Kreis Unna/NRW) noch eine „Böhse Onkelz“-Coverband und ein „Special Guest“ auftreten. Da „Schuldig“ nach eigenen Angaben auch Veranstalter des Konzertes war, wurde die gesamte Veranstaltung abgesagt. Seitdem präsentiert sich die Band als den „Lügen“ von Antifa und Lokalpresse ausgesetztes Opfer.
Besondere Mühe, ihre Gesinnung zu verbergen, hat sich die erst Mitte 2015 gegründete Band nicht gegeben. So posierte Schlagzeuger Falk Harry Pirnke auf einem Bandfoto ganz offen in einem T-Shirt der Neonazi-Marke „Ansgar Aryan“ mit dem Aufdruck „Volksgemeinschaft statt New World Order“. Umso mehr verwundern die zwischen Trotz und Weinerlichkeit chargierenden Statements der Band nach der Konzertabsage. „Wir hätten uns den falschen Sänger ausgesucht […] Falsch! Wir haben uns den richtigen Sänger ausgesucht“, betonte sie nach der Absage auf ihrer Facebook-Seite. Ihr Sänger habe „mehr Mut und Rückgrat bewiesen als diese kleinen Politikermitläufer oder ‚Journalisten‘ (…) indem er sich offen zu seiner VERGANGENHEIT (…) geäußert“ habe. „Schuldig“-Sänger Denis Zadow (27) aus Herne erklärte seinerseits, ausgestiegen zu sein: „Jedem, der ein wenig Griebs [sic!] im Kopf hat, sollte aufgefallen sein, dass ich nicht mehr in der rechten Szene aktiv bin.“

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„Day of Glory“ in dritter Auflage

Via der „Blick nach Rechts“:

Division lädt am Samstag zu einem Rechtsrock-Meeting mit internationalen Bands.

Das international aufgestellte „Blood&Honour“-Netzwerk schmiedet weiter grenzüberschreitend an Rechtsrock-Veranstaltungen. Kann die rechte Szene mit einer Verbindung von Kampfsport und einer Tattoo-Messe darüber hinaus geschäftstüchtig agieren, dann kombiniert sie auch schon einmal die jeweilige Event-Ausrichtung. Praktiziert wird genau dies am 11. Juni in Frankreich, wenn die rege B&H-Division „Hexagone“ an nicht genau bezeichnetem Ort zum selbst ausgerufenen „Day of Glory“ einlädt – mit deutscher musikalischer Beteiligung.

In Deutschland seit dem Jahr 2000 verboten, konnte B&H in Frankreich bisher vergleichsweise freizügig Neonazis eine Organisationsmöglichkeit mit Aktivitäten für eine eigene Erlebniswelt bieten. Nun aber hat es Ende März eine größere Razzia gegen die B&H-Zusammenhänge gegeben. Gleich in acht Regionen gab es Hausdurchsuchungen. Dabei wurden elf Gewehre sowie mehrere Hieb- und Stichwaffen entdeckt und beschlagnahmt. Diverse Festnahmen waren die Folge. Das dürfte für etliche B&H-Aktivisten zu Anklagen führen.

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„National befreite Zone“ mit Hilfe der Polizei

Der „Störungsmelder“ berichtet:

Berichterstattung über die extrem rechte Szene und ihre Strukturen kommt ohne lang angelegte Recherchen sowie Hintergrundwissen und -berichte nicht aus. Weil die Akteure der Szene aber die Öffentlichkeit scheuen, stehen besonders Fachjournalisten in ihrem Visier. Doch nicht nur rechte Attacken erschweren deren Arbeit, teilweise macht sich die Polizei zu Erfüllungsgehilfen der Neonazis. Jüngstes Beispiel: der extrem rechte Eichsfeldtag im nordthüringischen Leinefelde.

„Jetzt provozieren Sie doch nicht!“ – wer als Fachjournalist mit Presseausweis die Aktivitäten der extrem rechten Szene beobachtet und dokumentiert, kennt wahrscheinlich diesen Spruch von Polizisten. Kaum ein Aufmarsch oder Konzert vergeht, an dessen Rand die Journalisten sich nicht gegen polizeiliche Zurechtweisungen wehren müssen, um ihrer Arbeit nachgehen zu können. So auch beim mittlerweile sechsten „Eichsfeldtag“, einem Rechtsrock-Open Air, das die NPD Eichsfeld um den mehrfach vorbestraften Neonazi Thorsten Heise einmal im Jahr auf einem Sportplatz im Süden der Stadt Leinefelde veranstaltet.

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Drei Tage Hassmusik

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

31.05.2016 – Vom 17. bis 19. Juni ist im brandenburgischen Finowfurt ein so genanntes „Sonnentanz-Festival“ mit zahlreichen braunen Bands geplant – angekündigt sind 350 bis 500 Teilnehmer.

Zahlreiche Neonazi-Bands mit so genannten „Sonnentanz-Festival“ in Finowfurt; Photo: bnr.de/H.K.
Rechtsrock hat seine bekannten Anlaufstellen, wo Ordnungsbehörden und Polizei sich nicht selten mit Untersagungen schwer tun: Eine davon ist in den vergangenen Jahren immer wieder das Grundstück von Klaus Mann im brandenburgischen Finowfurt gewesen. Dort soll nun vom 17. bis 19. Juni das sogenannte „Sonnentanz-Festival“ stattfinden, eine Anspielung auf das bereits von Nationalsozialisten und nunmehr von Rechtsextremisten missbrauchte Brauchtum, die Sommersonnenwende zu feiern.

Bei Anfragen zum seit geraumer Zeit beworbenen Hassmusik-Spektakel mit internationalen Musik-Acts hat sich herausgestellt, dass offenbar Robert Wolinski organisatorisch dahinter steckt. Dieser gehört dem NPD-Landesvorstand in Brandenburg an und ist für die Partei Stadtverordneter in Velten (Oberhavel). Er gilt als gut vernetzt in der neonazistischen Musikszene. Nur selten kommt heraus, wer hinter den oft genug konspirativ vorbereiteten Konzerten steckt. Wolinski war aber der Initiator eines unangemeldeten Rechtsrock-Meetings im November 2014 in Greifswald, das von rund 500 Besuchern angesteuert und schließlich von der Polizei unterbunden wurde. Dabei kam es zu gewalttätigen Tumulten. Der 28-jährige NPD-Kader ist wegen diverser Aktivitäten polizei- und justizbekannt. Bereits im September des Vorjahres wollte Wolinski die rechte Hooligan-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ in Finowfurt auftreten lassen. Nach behördlichem Verbot zog der NPDler aber seine Anmeldung zurück. Als er jüngst seinen Geburtstag bei der Familie Mann mit musikalischer Umrahmung feiern wollte, war die Polizei schneller und untersagte das unangemeldete Vorhaben, nachdem in sozialen Medien kurzfristig öffentliche Teilnahmeaufrufe aufgetaucht waren.

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Braune Balladen mit „Blood&Honour“

Via der „Blick nach Rechts“:

01.06.2016 – Schweden (Stockholm) – Die „Blood&Honour“-Division Schweden hat sich für kommenden Samstag diverse neonazistische Liedermacher und Musiker eingeladen.

Bestandteil des Balladenprogramms am 4. Juni an nicht genau bezeichnetem Ort ist auch der häufig in dem skandinavischem Land auftretende Barde namens „Barny“. Hinter dem Künstlernamen verbirgt sich eigentlich Mirko Szydlowski aus Chemnitz. Er ist in Jena geboren und seit 2005 mit seiner Gitarre auf braunen Bühnen unterwegs. Immer wieder sucht er dabei auch die Nähe des international operierenden B&H-Netzwerks. So zog es ihn zum Beispiel im Vorjahr auch zu der niederländischen B&H-Sektion.

Ebenso angekündigt wird für den 4. Juni der Sänger und Gitarrist „Muke“ von „Mistreat“ aus dem finnischen Kouvola. Auch die Schweden von „Vit Legion“ (Weiße Legion) sollen auftreten. Bei der Band aus Västeras war der nach einem Streit auf der Straße mit einer Gruppe jugendlicher Migranten im Dezember 2000 mit 17 Jahren verstorbene Daniel Wretström Schlagzeuger. In der rechten Szene ist Wretström seither zu einem Märtyrer aufgestiegen. Zwei Tonträger der Band heißen „1000 Kugeln“ und „Rock Against Zionismus“. Aufgelistet wird auch die Band „The Honkies“. Ferner wird geheimnisvoll von einem German Guest Singer gesprochen, ohne dass dessen Namen preisgegeben wird. (hf)

Quelle

Neo-Fascist Show Being Held This Weekend in New York City as Police Commissioner Attacks Hip Hop Community

„Idavox“ schreibt:

We will be fair and say the NYC Oi! Fest wasn’t on the Commissioner’s radar, but if he wants to go after a musical gathering because it celebrates thuggery and violence, let’s see him talk about a gathering of Nazis and fencesitters, and we might actually believe he means it!

In the wake of the shooting at Irving Plaza at a concert by hip hop artist T.I. that left one dead, New York City Police Commissioner William Bratton attacked not just the perpetrators, but the entire hip hop community calling rappers “basically thugs, that basically celebrate violence they did all their lives.” It was a broadside that angered many hip hop fans and continued a long-standing riff between them, the Black community and police. Ironically, his remarks came just days before a Memorial Day Weekend concert that will feature some bands and musicians, regardless of ethnicity, that have been a part of neo-Nazi circles either directly or by association with others who have, some particularly violent.

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And: NYC OI! FEST RETURNS TO NEW YORK CITY WITH NEW KIND OF HATE
NAZI SKINHEAD CONCERT TO BE HELD AT BLACK BEAR BAR IN BROOKLYN
Shut Down the pro-Nazi, RAC “Oi Fest” tonight at the Black Bear!
Skinheads Sieg Heiled At A Williamsburg Bar This Weekend

[P] „Rosarot, so kam der Tod“ – Potsdamer Neonazis als NSU-Mitwissende?

Die „Antifaschistische Recherche Potsdam/Umland“ schreibt:

Ungefähr ein Jahr vor der Selbstenttarnung des NSU im November 2011 veröffentlichte die RechtsRock-Band Gigi und die braunen Stadtmusikanten den Song „Döner-Killer“, in dem mutmaßliches Täter_innenwissen der NSU-Morde offenbart und sich über die Betroffenen und Opfer der Taten lustig gemacht wird. [1] Bereits ein Jahr zuvor erschien der Song „Rosarot“ der Band Aryan Brotherhood – verantwortlich dafür ist der Potsdamer Neonazi und RechtsRocker Uwe Menzel. Der Text des Liedes weist mehrere mögliche Andeutungen und Wissen über die Aktivitäten des NSU auf.

Menzel, militanter Neonazismus, Rechtsterrorismus und der NSU

Der Potsdamer Neonazi und RechtsRocker Uwe MenzelUwe Menzel ist nach eigenen Angaben seit spätestens 1990 in der neonazistischen Szene aktiv. Schnell wurde er zu einer zentralen Figur in der Potsdamer, Brandenburger und bundesweiten RechtsRock-Szene. Er gründete mehrere Bandprojekte, koordinierte und organisierte Konzerte und Vertriebswege für neonazistische Musik und gilt seit spätestens 1997 als Gesicht der brandenburgischen Sektion von Blood&Honour. Dabei präsentierte er sich jedoch nie in offizieller Funktion im Namen dieser neonazistischen Struktur. Ab 1993 war Menzel mit einer seiner bekanntesten Band, die er ab 1995 Proissenheads nannte, aktiv. Aufnahmen wurden über das Label Movement Records des Chefs des sächsischen Blood&Honour Ablegers Jan Werner veröffentlicht, die Band trat auf etlichen Blood&Honour-Konzerten auf. Jan Werner gilt als direkter Unterstützer des NSU-Kerntrios. Er versuchte beispielsweise über die Brandenburger V-Person Piatto, alias Carsten Szczepanski, eine Waffe für Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt zu besorgen. [2] Menzel und Werner pflegten nicht lediglich geschäftliche Beziehungen sondern eine Freundschaft. Sie verreisten zusammen, z.B. in die USA, und besuchten sich bei Veranstaltungen und Konzerten. Es ist unwahrscheinlich, dass Menzel von den Unterstützungsaktivitäten Werners für das untergetauchte Trio gar nichts mitbekam.

Als Probenraum konnte Proissenheads bis 1998 einen städtischen Jugendclub in Potsdam nutzen. Bis dahin weigerte sich die Stadtverwaltung, in Person von Jann Jakobs, damals Jugendamtsleiter und Jugendstadtrat und heute Oberbürgermeister, und zuständige Sicherheitsbehörden die Nutzung eines städtischen Raumes durch organisierte und gewalttätige Neonazis zu unterbinden. Später teilte sich Proissenheads einen Proberaum mit der als kriminelle Vereinigung verbotenen Band Landser im Potsdamer Stadtteil Bornstedt. Der Landser-Schlagzeuger Christian Wenndorf war zuvor nach Potsdam gezogen und spielte auch in Menzels Bands Proissenheads und Aryan Brotherhood mit.

Neben seiner organisatorischen Tätigkeit für die neonazistische Szene war Menzel auch als ideologischer Tonangeber maßgeblich. Offen geäußerter Rassismus und Antisemitismus, verbalisierte Vernichtungsfantasien und propagierter „Rassekrieg“ sorgten schnell für Ehrfurcht und Bewunderung in der organisierten RechtsRock-Szene und darüber hinaus. [3]

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Blood&Honour Vorarlberg

Via „Indymedia Linksunten“:

In der Nacht des vergangenen Sonntags (22.05.) erschoss der Neonazi Gregor Schallert im vorarlbergischen Nenzing 2 Menschen beim Fest eines Motorradclubs, mit einem serbischen Kalashnikov-Nachbau. Ein zweites, identisches Modell befand sich noch im Kofferraum seines Wagens. Von vielen Medien wird diese Tat zu einem Beziehungsstreit verklärt. Zwar wird in den meisten Berichten auf die rechtsextreme „Vergangenheit“ Schallerts hingewiesen, allerdings tut sich die österreichische Medienlandschaft und Öffentlichkeit dann doch zu schwer den Kontext der Tat als politischen zu benennen. Denn, wenn ein Neonazi sich, trotz bestehendem Waffenverbot, 2 Sturmgewehre besorgen kann und damit 2 Menschen erschießt, dann sollte das einige Fragen aufwerfen. Eine öffentliche Debatte über rechtsextreme Organisierung und Gewalt sollte die Folge sein.

Gute Beiträge sind auf Blick nach rechts und Stoppt die Rechten erschienen.

Wir wollen hier versuchen die Entstehungsgeschichte bis zum vorläufigen Zerfall der B&H-Division Vorarlberg nachzuzeichnen, sowie eine Einschätzung über die aktuelle Reorganisierung der Gruppe abzugeben, welche sich derzeit auch im Umfeld der neofaschistischen „Identitären“ herumtreibt. Klar ist, dass Gregor Schallerts Amoklauf in Nenzing nicht aus dem Nichts kam.

Gründung von B&H Vorarlberg

1996 gab es in Vorarlberg erste Organisationsversuche rechter Skinheads. Die „Skinheads Vorarlberg – Verein zur Erhaltung der kulturellen Merkmale der Skinheadbewegung“ wurden allerdings nach knapp einem halben Jahr wegen „Verbreitung von nationalsozialistischem Gedankengut“ wieder aufgelöst.

Ab 1997 gab es die Idee einer eigenen Blood & Honour Division Vorarlberg. Die Umsetzung dauerte „wegen eines längeren Knastaufenthalts“ (vgl. BH Fanzine Nr. 1) allerdings noch bis Ende 1998.

In Österreich existierten Ende 1999 Sektionen von Blood & Honour in Vorarlberg, Tirol, und Wien. Zudem zählte sich Blood & Honour Südtirol zur Blood & Honour – Division Österreich.

Die Tiroler Divison löste sich auf nachdem ein führender Aktivist nach Italien ausgeliefert wurde. Und die Division Südtirol wurde von den Behörden zerschlagen.

Zwischen den beiden übrigen Divisionen krieselte es recht bald. 2002 kam es in Wien und Vorarlberg zu Hausdurchsuchungen, bei denen das noch unveröffentlichte Blood & Honour Fanzine Nr. 3 beschlagnahmt wurde (Auflage 1500 Stück). In Folge dessen beschuldigten die Vorarlberger ihre Wiener Kameraden, Namen von Vorarlbergern an die Polizei weitergegeben zu haben.

Am 26.7.2003 krachte es dann bei einem Faschokonzert in Oberösterreich und die beiden Gruppen prügelten sich gegenseitig ins Krankenhaus.

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NSU: Das Neonazi-Nest von Zwickau

Die „Frankfurter Rundschau“ schreibt:

Was wusste ein V-Mann aus Zwickau über den NSU? Erkenntnisse von Sicherheitsbehörden deuten erneut auf eine besondere Nähe von Geheimdienstinformanten zum Terrortrio. Nächste Woche widmet sich der Bundestags-Ausschuss dem neuen Fall.

Zwickau, Oktober 1991. Hundert Neonazis greifen ein Flüchtlingsheim an, schlagen auf Bewohner mit Zaunlatten ein, zünden Vorhänge und Betten an. Einer in dem Mob ist ein bulliger Typ mit dem Spitzname „Manole“. Zehn Jahre später sorgt seine Zwickauer Abrissfirma auf Baustellen mehr als einmal für Aufsehen. Die Truppe besteht aus Neonazis, Hooligans, Schlägertypen. Ihr Chef heißt eigentlich Ralf Marschner und ist damals zugleich V-Mann „Primus“ des Bundesamtes für Verfassungsschutz.

Erkenntnisse aus Sicherheitskreisen machen deutlich, wie nah der V-Mann damals dem direkten Umfeld des „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) war, wie die Frankfurter Rundschau erfuhr. Einer seiner früheren Mitarbeiter glaubt gar, die mutmaßlichen NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zu jener Zeit bei der Arbeit in der Firma gesehen zu haben.

Was wusste V-Mann Marschner über die damals gesuchten Neonazis, die in Zwickau wohnten? Zählte er zum Kreis ihrer Unterstützer? Und gingen die Ermittler solchen Hinweisen ausreichend nach? Damit befasst sich ab kommender Woche der zweite NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages.

Aufzuklären gibt es weiter viel: Bis heute ist es den Ermittlern etwa nicht gelungen, zu rekonstruieren, wie die Terroristen in den Jahren 2000 und 2001 an die Tatorte ihrer ersten Morde in Nürnberg, München und Hamburg gelangten. Später nutzten sie dafür geliehene Wohnmobile und Fahrräder. Aber wer stellte ihnen davor Fahrzeuge zur Verfügung oder nahm sie vielleicht im Auto mit? Bis heute ist ungeklärt, wie groß das Netzwerk der Helfer war, wie viele etwas wissen und bis heute stillhalten.

Ab dem Sommer 2000 wohnten die mutmaßlichen NSU-Mitglieder in der sächsischen 90000-Einwohner-Stadt Zwickau – bis zu ihrer Selbstenttarnung Ende 2011 ohne Probleme. In der Szene dort war V-Mann „Primus“, bis er 2007 die Stadt fluchtartig verließ, lange eine zentrale Figur: Gewalttätig, Inhaber von einschlägigen Läden, in Geschäfte mit verbotener Neonazi-Musik involviert. Er streitet ab, die drei damals gekannt oder gar unterstützt zu haben.

Ins Visier der Ermittler geriet Marschner nach 2011 dennoch: Für sein Unternehmen lieh er zur fraglichen Zeit 2001 mehrmals Autos bei einer Firma, die später auch der NSU nutzte. Seine Truppe war damals zudem in München und Nürnberg auf Baustellen eingesetzt – also in den Städten, in denen die Terroristen ihre ersten von zehn Morde begingen.

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Verurteilter „Objekt 21″-Neonazi, Waffentransporteur und NSU-Ausschusszeuge tritt am 27. Mai in Kloster Veßra als Liedermacher auf

„Thüringen Rechtsaussen“ berichtet:

Südthüringer Neonazis Tommy Frenck kündigt für den 27. Mai 2016 einen Liederabend mit dem Liedermacher „Reichstrunkenbold“ an. Hinter dem Namen steht der aus Hessen stammende Neonazi Philip Tschentscher, der auch in Thüringen aktiv war und in Verbindung mit dem kriminellen österreichischen Neonazi-Kulturverein „Objekt 21″ im Januar 2014 zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt wurde.

„In Buchenwald, in Buchenwald, da wird kein Jude richtig alt“

Das Netzwerk „Objekt 21″ sammelte Waffen, darunter auch ein AK 47 Sturmgewehr, eine Skorpion Maschinenpistole und Pistolen, eine abgesägte Schrotflinte und 10 kg Sprengstoff. Die Gruppe verbreitete NS-Ideologie und machte auch Rotlichtgeschäfte. Tschentscher wurden in Österreich NS-Wiederbetätigung und Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen, auch weil er die deutsch-österreichische Grenze eine Pistole schmuggeln wollte. Er ist seit den 90er Jahren in der extrem rechten Szene aktiv, zog 2002 nach Erfurt, trat auch als Redner der „Kameradschaft Frei­heits­kämpfer Erfurt“ bei Veranstaltungen wie „Süd-Westthüringer Runden freier Nationalisten” in Dillstädt auf und war Betreiber des Kameradschaftspostfachs in Erfurt. Er war organisatorisch bei der Hilfsgemeinschaft für nationale politische Gefangene und deren An­gehörige (HNG) und anderen Vereinen aktiv, gilt auch als langjähriger Vertrauter von Manfred Roeder. Über weitere Aktivitäten berichtete auch das Magazin LOTTA. Tschentscher war als Liedermacher und fahrender Devotionalienhändler, CD und Waffenhändler in Österreich, Italien und Deutschland unterwegs, das Cover seiner ersten CD 2009 „Viel Asche um Nichts“ bildete auf dem Cover ein KZ-Krematorium ab, die Texte strotzten vor Antisemitismus, Rassismus und NS-Verherrlichung, riefen direkt zum Mord auf. Die im Folgejahr erschienene CD „Der Untergrund stirbt nie“ mit Hakenkreuz-Cover enthält neben Liedern wie „Arisches Kind“ den Bonustrack „live in der Waffenschmiede“ , der im Konzert­raum von Objekt 21 aufgenommen wurde. Im mit SS-Runen verzierten Keller trällerte Tschentscher dort Sätze wie „In Buchenwald, in Buchenwald, da wird kein Jude richtig alt. Fiederallala, fiederallala, fiederallalalala“ oder „Nach Bergen-Belsen fährt unser Reisebus. Wir fahren nach Bergen-Belsen. Die Öfen sind voll, die Stimmung ist toll“. Der Organisation Objekt 21 wurden etwa 150 Neonazis zugerechnet, mehrere Verbindungen habe es nach Thüringen insbesondere zur dem nun im Ballstädt Prozess angeklagten Neonazis. Nach seiner Festnahme im Sommer 2013 sagte er im selben Jahr als Zeuge beim Prozess gegen Objekt 21-Mitglieder im oberösterreichischen Wels aus und rief den Angeklagten zu „Lasst euch nicht unterkriegen, Jungs. Alles für Deutschland!“. Weitere Thüringer die wegen Objekt 21 inhaftiert wurden, waren Andreas Potyra und Steffen Mäder. Letzterer organisiert inzwischen auch Solidaritätskonzerte für die Angeklagten aus dem Ballstädt-Prozess.

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