Archiv der Kategorie 'Darkwave, Gothic, Neofolk...'

Neofolk im rechten Umfeld

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

10.03.2017 – Griechenland (Athen) – In der griechischen Hauptstadt soll am Freitag und Samstag nächster Woche eine Zweitauflage des Festivals „Tenebrae De Profundis“ (Aus der Tiefe der Nacht) stattfinden.

Ein zweitägiges Neofolk-Festival am 17. und 18. März in Athen stellt auch diverse Künstler auf die Bühne, die in der Vergangenheit auf Events mit Strahlkraft bis weit hinein in den neurechten Dunstkreis aufgefallen sind. So soll unter anderem „Darkwood“, ein Musikprojekt um Henryk Vogel aus Dresden, bei der Zweitauflage der Veranstaltung unter dem Motto „Tenebrae De Profundis“ (Aus der Tiefe der Nacht) auftreten. Dazu gesellen sich mit „Sol Invictus“ und Andrew King britische Vertreter, die in ihren Beiträgen an historische rechte Kulturphilosophen wie Julius Evola und Ezra Pound erinnern und deren Gedankengut hoch halten. Es passt somit durchaus ins Bild, dass Tony Wakeford von „Sol Invictus“ früher Mitglied bei der National Front war.

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Neofolk-Event strahlt stark nach rechts

07.10.2016 – Beim international besetzten „Runes & Men“-Festival Mitte Oktober in Leipzig treten wieder Bands und Musiker mit Affinität zu rechtem Gedankengut auf.

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Neofolk und Darkwave auf rechtslastiger Spur

Via der „Blick nach Rechts“:

09.06.2016 – Zum wiederholten Mal ist Leipzig am 25. Juni Schauplatz für ein Konzertereignis aus der Neofolk- und Dark Wave-Szene. Die lockt bekanntlich auch immer wieder ein rechts-esoterisch eingestelltes Publikum an.

Unter dem Titel „Fire & Sun“ wird auf das Gelände vom Schloss Knauthain geladen – ohne Abendkasse und nur mit Internetvorbestellung. Im dortigen Schlosspark gab es bereits am 20. Juni des Vorjahres ein entsprechendes Happening. Die im Leipziger Line-Up aufgelistete Band „Of The Wand And The Moon“ (Dänemark) machte zuletzt Schlagzeilen in den USA. Ende März und Anfang April war sie auf Nordamerika-Tour unterwegs zusammen mit „Die Weiße Rose“ (Dänemark), dem dänischen Bandmix-Projekt „Vril Jäger“, das aus den beiden erstgenannten Combos besteht und offenbar namentlich angelehnt ist an das angeblich von der Wehrmacht betriebene geheime NS-Flugscheibenentwicklungsprogramm, sowie den US-Gruppen „Blood & Sun“ und „Kama Rupa“, einem Nebenprojekt der NS-Blackmetal Band „Grafvolluth“. Unterstützt wurden sie vom rechtsorientierten Musikblog „Heathen Harvest“. Die Tour lief unter dem Motto „Operation Equinox“, wobei auffälligerweise der Leipziger Veranstalter unter „Equinoxe Organization“ firmiert.

Die Dänen von „Of The Wand And The Moon“ um Kim Larsen kennen sich in Leipzig bestens aus, gastierten sie dort doch erst am 15. Mai zum wiederholten Male beim Wave-Gotik-Treffen. 2011 begleitete Larsen die britischen Pioniere des völkischen Neofolks „Death In June“ um Douglas Pearce, von denen mehrere Tonträger indiziert wurden. Keine kritische Reflektion zu Vorhaltungen bezüglich rechter Nähe, ja eine nicht stattfindende Abgrenzung sowie mitunter eine zwielichtige Ästhetik auf der Bühne haben in den vergangenen Jahren immer wieder zu Protesten im Vorwege von Konzerten der Dänen und zu Absagen geführt, auch wenn sich Larsen und Co. zumindest textlich und musikalisch an die nordische Mythologie anlehnen und sich damit eher unangreifbar machen.

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„Chesters“ in Kreuzberg: Erneut rechtsextreme Party-Veranstaltung geplant

„Indymedia Linksunten“ schreibt:

Nachdem erst vor einigen Wochen, im Dezember 2015, der bekennende Nazi Sacha Kohn im „Chesters“ in Berlin-Kreuzberg aufgetreten ist, ist nun am gleichen Ort die nächste rechte Veranstaltung in Vorbereitung. Am 20.02.2016 (facebook.com/ChestersBerlin/events) soll hier erneut eine Party des Zusammenhangs „Verlorenes Berlin“ stattfinden. Was manche im Dezember schon ahnten, scheint sich nun zu bestätigen: Die Abgrenzung des Chesters-Bosses von rechten Umtrieben war anscheinend nur formal gemeint, und das „Chesters“ ist weiterhin, sei es aus kommerziellen oder ideologischen Gründen, gerne bereit, auch rechten und rechtsextremen Strukturen Räume in Kreuzberg 36 zur Verfügung zu stellen. Für die rechte Veranstaltung am 20.02.16 wird weiter auf der Chesters-Facebookseite geworben. Wir sollten auch nicht vergessen, dass Sacha Kohn bei weitem nicht das erste Nazi-Konzert war, das im Chesters stattgefunden hat.

Zu der Gruppe „Verlorenes Berlin“

Die Gruppe „Verlorenes Berlin“ ist eine Gruppe, die in Berlin Veranstaltungen mit Musik aus dem Bereich Dark Wave, Neofolk etc. durchführt. Eine solche Veranstaltung hat die Gruppe auch am 17.11.2015 im Chesters in Kreuzberg (Glogauer Straße) durchgeführt.

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Neonazi-Konzert in Kreuzberg – Leider kein Einzelfall

„Berlin rechtsaußen“ berichtet:

Am Samstag, den 12. Dezember, fand im Kreuzberger Club „Chesters“ ein neonazistisches Konzert statt. Sacha Korn, über den bereits mehrfach auf „Berlin rechtsaußen“ berichtet worden war, präsentierte seine neue CD. Schon zuvor gab es 2015 in dieser Lokalität Veranstaltungen, mit denen ein extrem rechtes Publikum angesprochen wurde.

Ein Beitrag von Frank Metzger (apabiz)

Der Club „Chesters“ in der Kreuzberger Glogauer Straße ist unscheinbar. Lediglich die Leuchtreklame an der Hofeinfahrt verweist auf den im Hinterhof gelegenen Club in unmittelbarer Nähe des Görlitzer Parks. Auch das Interieur sowie die Facebook-Seite sind unverdächtig. Die Ankündigungen für die offensichtlich eigens organisierten Partys richten sich an ein tanz- und feierwütiges Publikum: Reggae&Dancehall, Hip-Hop und R&B, Synth-Pop und Electro stehen unter anderem auf dem Programm. Doch andere Veranstaltungen, die im „Club zum Mieten !!“ – so die Selbstbezeichnung – stattfinden und nicht im offiziellen Programm des „Chesters“ gelistet sind, haben es in sich.

Sacha Korn erfolgreich klandestin

Am Samstag, den 12. Dezember, etwa fand hier das Konzert des neonazistischen Musikers Sacha Korn und seiner gleichnamigen Band statt, das bereits über etliche Wochen ohne Ortsangabe angekündigt worden war. Erstmals fiel der bis dahin gänzlich unbekannte Musiker im Jahr 2011 auf, als Songs auf einer NPD-Schulhof-CD und Interviews und Berichterstattungen in extrem rechten Publikationen wie etwa der „Zuerst!“ und der „Hier und jetzt“, einem zentralen Organ der Jungen Nationaldemokraten (JN), erschienen.(1) Heute scheint Sacha Korn über beste Kontakte in extrem rechte Strukturen zu verfügen, spielte unter anderem Konzerte mit der Neonazi-Hooligan-Band „Kategorie C“(2) und beim neurechten „Zwischentag“.(3) Darüber hinaus ist er Werbepartner der extrem rechten Bekleidungs-Marke Erik&Sons.

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„In Stahlgewittern“: Einblicke in die rechte Neofolk-Szene

Via „Antifa-Infoblatt“:

Für den 28. März 2015 kündigte die Band „Allerseelen“ ein Konzert in Berlin-Kreuzberg an. Halb-konspirativ organisiert war der Ort erst 24 Stunden vor Konzertbeginn zu erfahren, allerdings auch nur, wenn man das rund 40 Euro teure Ticket erwarb. Trotz dem medialen Interesse in den Tagen vor dem Konzert und einer erhöhten Aufmerksamkeit seitens antifaschistischer Initiativen konnten „Allerseelen“ gemeinsam mit „The Grimsel Path“ ungestört im Kreuzberger Club „Chesters Inn“ in der Glogauer Straße im kleinen Kreise auftreten.

Gerhard Petak, alias „Kadmon“ bzw. „Helmstatt“, ist Sänger und kreativer Kopf der seit 1987 bestehenden österreichischen Formation „Allerseelen“. Am Bass ist Marcel Petri und Christien H. am Schlagzeug. Musikalisch angesiedelt zwischen Neofolk, Dark Wave und Military Pop vertont die Band Esoterisches und Okkultes, dessen Ursprung nicht selten im Nationalsozialismus zu finden ist. Mit dem Album „Gotos=Kalanda“ kombiniert das Projekt um Petak Ambient-Klänge mit Texten des gleichnamigen Gedichtzyklus’ des SS-Brigadeführers Karl Maria Wiligut. Wiligut, Leiter des Archivs im Rasse- und Siedlungshauptamt des Dritten Reichs, war federführend an der Entwicklung der mystischen Seite der SS beteiligt, etwa durch den Entwurf des Totenkopfrings oder die Umgestaltung der Wewelsburg.1

Auch die bei Neonazis beliebte „Schwarze Sonne“, welche als Bodenornament im ­sogenannten Nordturm der Wewelsburg eingelassen ist, ziert jenes Album. „Allerseelens“ fünftes Album „Neuschwabenland“ bezieht sich durch den Titel auf die gleichnamige Expedition der Nationalsozialisten in der Antarktis.2 Besonders die mystische Seite des Natio­nalsozialismus scheint Petaks kreative Quelle zu sein. In vielen seiner Werke sind Bezüge zu Leni Riefenstahls Film „Das Blaue Licht“ erkennbar. Das Cover der Single „Alle Lust will Ewigkeit/Traumlied“ zeigt Riefenstahl in Gestalt des Mädchens „Junta“, die Hauptprotagonistin des Films. Die Platte selbst ist mit der „Schwarzen Sonne“ gestal­tet. Riefenstahl, welche nach der Machtübernahme 1933 enge Vertraute von Joseph Goebbels war und Propaganda-Filme wie „Triumph des Willens“ produzierte, beschreibt Petak als „wunderschöne und starke Frau“ und stand laut eigener Aussage vor einigen Jahren mit ihr in Korrespondenz. Die Idee Riefenstahls, „Das Blaue Licht“ neu zu vertonen, setzte er allerdings nie um.3

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Wave Gotik Treffen 2015: Ein Walzer im Konzentrationslager?

Die „LIZ“ schreibt:

Die Sonne scheint, die Parks füllen sich mit schwarzen Farben, es ist Pfingsten, es ist „Wave Gotik Treffen“ – Zeit in Leipzig. Tage des Flanierens und der großen Bildergalerien in den Gazetten, die das organisierten Schaulaufen rings um die Konzertnächte in der nachrichtenarmen Zeit bereitwillig spiegeln. Bekannte und obskure Bands haben sich die Macher auch 2015 wieder eingeladen und ein bisschen Tabubruch muss nach der „Schwarzen Sonne“ auf der Campingkarte 2009 offenbar auch 2015 mal wieder sein. Dieses Mal geht es um das SS-Konzentrations- und Vernichtungslager im polnischen Majdanek. Eine gleichnamige Band lädt jedenfalls mit deutlichen Texten auf dem WGT am Samstag zum Walzer.

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Christoph Seidl (AfD) hört Nazimetal?!

„end of road“ schreibt:

Christoph Seidl, „liberaler Vorzeigedemokrat“, Anti-Flüchtlingsprotestler und AfD-Spitzenmann in Bremen-Nord, hat einen ganz interessanten Musikgeschmack… Halgadom ist eine „neuheidnische“, „germanische“ Folk/Metal-Band, die aus neofaschistischen Musikern (Frank Krämer u.a.) besteht, die wiederum in den etwas bekannteren Nazibands Stahlgewitter und Absurd spielen.

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Extrem rechtes Konzert in Kreuzberg geplant

„Berlin rechtsaußen“ schreibt:

Das Neofolk-Projekt „Allerseelen“ ist für seine Vertonungen von SS-Lyrik bekannt geworden. Nun ist ein Auftritt am 28. März in Kreuzberg geplant

Von Österreich nach Berlin-Kreuzberg: das avantgardistische Neofolk-Projekt „Allerseelen“ aus Österreich will am 28. März (Sonnabend) ein Konzert in Berlin-Kreuzberg spielen. Dies geht aus einer Ankündigung hervor, die derzeit auf Facebook und Tumblr kursiert. „Allerseelen“ gehören seit Jahrzehnten zum extrem rechten Flügel der Neofolk-Szene. Auf einem Albumcover ist das SS-Symbol der „Schwarzen Sonne“ abgebildet. Auch einen Gedichtzyklus des SS-Gruppenführers und „Ariosophen“ Karl Maria Wiligut hat „Allerseelen“ vertont.
Das nun anberaumte Konzert in Berlin wird halbkonspirativ organisiert. Es gibt keine Abendkasse und der Konzertort wird vorab nicht bekannt gegeben. Wer vorher Tickets kauft, werde 24 Stunden vor dem Auftritt über die genauer Location informiert, heißt es in der Ankündigung lapidar. Im entsprechenden Facebook-Eintrag ist vermerkt, dass das Konzert in Kreuzberg stattfinden solle.
Es ist damit zu rechnen, dass das Konzert eine große Anzahl von extrem rechten Neofolk-Fans nach Kreuzberg locken wird. Durch die Verheimlichung des Veranstaltungsortes soll die störungsfreie Abwicklung eines extrem rechten Events im linksalternativ geprägten Stadtbezirk (oder auch in einem Nachbarbezirk) ermöglicht werden. Möglicherweise sind sich die Verantwortlichen des geplanten Veranstaltungsorts über den Charakter des Konzerts nicht im Klaren.

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Das Spiel mit den Symbolen

Via „analyse & kritik“:

Wie Überidentifikation in der Popmusik von einer subversiven Strategie zum Vehikel rechter Botschaften wurde

Es war einmal: Pop und Rock als Ausdruck eines linken Lebensgefühls, des Widerstands gegen konservative Eltern und überkommene gesellschaftliche Strukturen. Die Enkel_innen des rebellischen Nachkriegskindes Pop haben die Suche nach Emanzipation aufgegeben. Inzwischen findet im Mainstream der Minderheiten von Metalcore bis Helene Fischer alles seinen Platz. Pop ist Establishment, inklusive Deutschrock in Schwarz-Rot-Gold. Dass es eindeutig rechte Bands gibt, verwundert wenig. Noch gefährlicher aber, weil uneindeutiger und verführerischer, ist die sogenannte »Grauzone«: Man gibt sich betont unpolitisch, hat aber keine Probleme mit rechtem Gedankengut und rechten Fans.

Eine Subkultur, die sich besonders anfällig für Grauzone-Bands zeigt, ist die sogenannte schwarze Szene mit Subgenres wie Industrial und Neofolk. Hier einzelne Namen durchzukauen, ist müßig. Produktiver ist es, zu ergründen, welche künstlerischen Strategien das Entstehen einer Grauzone bis hin zur gezielten Unterwanderung durch die »Neue Rechte« ermöglicht haben.Ein besonderes Augenmerk muss dabei auf der Strategie der Überidentifikation oder Überaffirmation liegen, die scheinbar zustimmende Verwendung rechter oder bürgerlicher Symbole oder Handlungen, die einst als subversive Kommunikationsstrategie begann. Wie konnte gerade sie zur Einflugschneise für rechtes Gedankengut werden?

Als Strategie einer subversiven linken Praxis hatte die Überidentifikation in den 1990er Jahren viele Fans. Reader über die Kommunikationsguerilla waren das heiße Ding, die US-Aktivistengruppe The Yes Men wurden zu Politstars. So kehrten Spaß und Subversion zurück in die politische Praxis – bis der Mainstream aufsprang und z.B. das Verfremden von Markenlogos überall stattfand. Die Waffe der Überidentifikation wurde stumpf.

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Leipzig und Dresden: Rechte Dark Wave – Konzerte

„Indymedia Linksunten“ berichtet:

Ein kurzer Hinweis. Am nächsten Wochenende sollen in Leipzig diverse Dark Wave Bands auftreten: Fire + Ice, Rome, Of The Wand And The Moon, Die Weisse Rose, Spiritual Front, OWLS, Jasmin Ramsden, Jordan Reyne. (xxx.facebook.com/RunesMenFestival)

Organisiert wird dieses „Runes & Men Festival“ wieder von der „Equinoxe Organisation“ in Leipzigs „Theater Fabrik Sachsen“, einem notorischen Auftrittsort rechter Industrial- und Dark Wave Bands.
Auf eindeutig rechten Internet-Seiten wird für die Konzerte in Leipzg geworben. Einige der Bands sind rechts, rechtsaffin oder sind in der Vergangenheit immer wieder aufgefallen mit rechten Bands und auf rechten Konzerten zu spielen.

Die „Equinoxe Organisation“ (xxx.facebook.com/EquinoxeOrg und xxx.equinoxe-organization.com) will auch am Samstag den 13. Dezember 2014 in Dresden ein Konzert mit Death in June, Solblot und Camerata Meolanense veranstalten.

Auf ihrer Facebook-Site nutzt die „Equinoxe Organisation“ ein abgewandeltes Hakenkreuz als Banner.

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Siehe auch: Runen und Männer, Kunst ist Kunst? oder die Normalisierung faschistischer Ästhetik in Leipzig
Dernière Volonté: Rechtes Konzert in Berlin-Friedrichshain

Runen und Männer, Kunst ist Kunst? oder die Normalisierung faschistischer Ästhetik in Leipzig

Ein Nachtrag zur Debatte um verschiedene Neofolk-Konzerte mit eindeutig rechten bis neonazistischen Hintergrund im vergangenen Jahr in der Leipziger „Theaterfabrik“:

Am 4. und 5. Oktober wird in der Theaterfabrik Leipzig das Festival „Runes & Men” stattfinden. Ein weiterer Anlass für einen eingehenden Blick auf die rechte Neofolkszene, ihre Netzwerke und Locations. Ein weiterer Anlass die Absage derartiger Kulturveranstaltungen zu fordern und an die gesellschaftliche Verantwortung von Kultur zu appellieren.

Nachdem in der Theaterfabrik rechtsoffenen Neofolk-Bands schon des öfteren eine Bühne geboten wurde, soll dies im Rahmen von „Runes & Men“ geballt geschehen. Schon der Name des Festivals ist Programm: „Runes & Men“ (1) ist der Titel eines der bekanntesten und beliebtesten Songs von Death in June (DIJ), die wiederum eine der zentralen rechten Neofolk-Bands ist (2). Im Refrain des Liedes heißt es u.a.: „I drink a German wine And drift in dreams of other lives And greater times“. (“Ich trinke einen deutschen Wein und schwelge in Träumen von anderen Leben und besseren Zeiten.”)

Beim ersten „Runes & Men“-Festival im Dezember 2012 in Dresden gab sich die Band mit ihren von „größeren, deutschen Zeiten“ träumenden Frontman Douglas Pearce auch selbst die Ehre (3) . Ein Jahr zuvor war die Band im Rahmen ihrer Tour zum 30. Jubiläum ebenfalls in Dresden aufgetreten, damals aber noch konspirativ organisiert. Auf solche Heimlichkeit glaubt die Szene inzwischen offenbar verzichten zu können.

In Leipzig wird Death in June zwar fehlen, doch das Line-up dürfte Fans neurechter Ideen und faschistischer Ästhetik nichtsdestotrotz hinreichend Grund zur Freude bieten. Auf der Bühne wollen sich an jenem Oktoberwochenende u.a. die Bands Sol Invictus, Darkwood und Sonne Hagal ein Stelldichein geben, Bands, die in der rechten Neofolkszene wohlbekannt und -beliebt sind. Alle drei Bands präsentierten in der Vergangenheit immer wieder ästhetische und inhaltliche Anleihen an den Faschismus, die nicht kritisch kontextuiert und kommentiert wurden. So schaffen sie eine Grauzone, die Anknüpfungspunkt sowohl für Menschen mit romantisch-antimodernen Weltbild als auch für Neonazis ist. Musik und Bühnenshows verschaffen diesen Identifikations- und Vergemeinschaftsungsangebote – von elitären Überlegenheitsphantasien bis hin zu reaktionären und autoritären Utopien.
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Neofolk-Band für Rechtsintellektuelle

Via der „Blick nach Rechts“:

Ein für dieses Wochenende nahe Potsdam geplantes Konzert von „Fire&Ice“ ist kurzfristig abgesagt. Für Mitte Oktober wird aber in Leipzig bereits das Festival Runes&Men beworben – mit einschlägigen Gruppen und Affinität zu rechtem Gedankengut.

Nach kurzfristigen Auftrittsabsagen in Potsdam wird bereits der nächste Bühnentermin in Leipzig verkündet: Die britische Musikgruppe „Fire&Ice“ gehört zu den einschlägigen Vertretern des Neofolk und Darkwave, die ihr Programm auch schon mal inhaltlich mit neonazistischen Betrachtungen anreichern, sich sonst aber bewusst im spirituellen Dunstkreis von nordischer Mythologie, Heidentum, Esoterik und Okkultismus bewegen. Ihre aktuelle „Fractured-Europe-Tour“, die sie in dieser Woche bereits nach Norwegen, Schweden und Russland führte, wird dabei auf einschlägigen Internetportalen der rechtsintellektuellen Szene beworben.

Ein entsprechendes Publikum besucht dann die Konzerte der Band, deren Kopf Ian Read zudem in Interviews schon mehrfach mit provozierenden Aussagen im Hinblick auf eine Affinität zum rechten Gedankengut aufgefallen ist. Read pflegte immer wieder eine Zusammenarbeit mit der ebenso umstrittenen Band „Death In June“, für die er bei einer Veröffentlichung das Horst-Wessel-Lied eingesungen hat.

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Konzerte nach Warnung der Antifa abgesagt

Via „PNN“:

Die Auftritte einer umstrittenen englischen Band waren im Marquardter Schloss und in der Kirche des Ortsteils geplant. Nach Hinweisen der Antifa wurden sie nun abgesagt.

Potsdam – Große Aufregung im Marquardt: Nach einer Warnung der Antifa vor vermeintlichen Neonazi-Konzerten im Raum Potsdam sind zwei dort für das Wochenende geplante Auftritte abgesagt worden. Die Veranstaltungen waren für Samstag und Sonntag in der Kirche und im Schloss Marquardt geplant – die Absagen bestätigte am Montag der für die vorgesehene Vermietung mitzuständige frühere Ortsvorsteher Wolfgang Grittner.

Was war passiert? Am Montagmittag hatte die Gruppe Antifaschistisches Pressearchiv Potsdam (Apap) eine Mitteilung ins Internet gestellt: „Neonazikonzert am 5./6. Juli für den Raum Potsdam angekündigt“. Bezogen wurde sich auf eine Ankündigung der englischen Band „Fire & Ice“, die gerade durch Europa tourt und in Städten wie Oslo, Moskau oder London auftritt. Für Potsdam/ Berlin waren Auftritte in „geheimen historischen Orten“ vorgesehen, die den Besuchern kurz vorher mitgeteilt werden sollten. „Die Karten werden auf 100 Stück begrenzt sein, um der Größe des Ortes und der vertraulichen Stimmung zu entsprechen“, hieß es auf der Internetseite.

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Neonazikonzert am 5./6. Juli für den Raum Potsdam angekündigt

Das „Antifaschistische Pressearchiv Potsdam“ schreibt:

Für den 5. und 6. Juli 2014 bewirbt die neonazistische Band „Fire & Ice“ momentan zwei Konzerte für die Region Berlin und Potsdam. Zusammen mit der Band „Knotwork“ ist die englische Neofolk-Band „Fire & Ice“ gerade auf ihrer gemeinsamen „Fractured Europe Tour“.

Über ihre Facebook-Seite und ihren Blog wird mitgeteilt, dass die Locations, vermutlich um es möglichen Gegenprotesten schwerer zu machen, erst wenige Tage vor den Konzerten per Mail den Teilnehmenden mitgeteilt werden.

Ian Read, Frontmann der 1991 gegründeten Band „Fire & Ice“, kann zu den Gründungsfiguren des Neofolk gezählt werden und ist begeisterter Anhänger einer neonazistischen Bewegung, die sich für Odinismus, nordische Mythologie, Runen, Heidentum, Magie sowie Esoterik und Okkultismus interessieren. Er wirkte unter anderem bei der neonazistischen Band „Death in June“ mit und sang auf ihrer Veröffentlichung das Horst-Wessel-Lied ein. In Interviews kommt sein kruder Meinungsmix aus Überlegenheitsprojektionen, Verschwörungsideologie und sekundärem Antisemitismus besonders klar zum Tragen.

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Braun statt Schwarz? Rechte Tendenzen in Dark Wave, Industrial und Neofolk

Veranstaltungstipp für Freitag den 13.6.2014:

Braun statt Schwarz? Rechte Tendenzen in Dark Wave, Industrial und Neofolk

Individualität, Selbstverwirklichung, Toleranz: Die meisten Anhänger der „Schwarzen Szene“ würden diese Ideen für sich in Anspruch nehmen. Das klingt nach einem „linken Lebensgefühl“ – rechtes Gedankengut würde man hier nicht vermuten. Doch reaktionäre und menschenverachtende Tendenzen können eine szenespezifische Gestalt annehmen, die erst entschlüsselt werden muss.

Ein Portrait der Schwarzen Szene zeichnet deren Entwicklung von den unkommerziellen Anfängen bis zum Eingang in den Mainstream und die Ausdifferenzierung in zahlreiche Sub-Szenen nach. Diskutiert werden die – durchaus widersprüchlichen – Einstellungen, Weltbilder und ästhetischen Präferenzen, die Teile der Szene anfällig machen für anti-emanzipatorische Inhalte: modernitätskritische Innerlichkeit, das als „Tabubruch“ inszenierte Spiel mit völkischer Symbolik sowie die Ästhetisierung von Krieg und Nationalismus.

DemoZ
Wilhelmstr. 45/1
71638 Ludwigsburg

Braun statt Schwarz? – Rechte Tendenzen in Dark Wave, Industrial und Neo-Folk

Braun statt Schwarz? – Rechte Tendenzen in Dark Wave, Industrial und Neo-Folk

Individualität, Selbstverwirklichung, Toleranz: Die meisten Anhänger der „Schwarzen Szene“ würden diese Ideen für sich in Anspruch nehmen – das klingt nach einem irgendwie „linken Lebensgefühl“. Rechtes Gedankengut würde man hier nicht vermuten. Doch reaktionäre und menschenverachtende Tendenzen können in einer szenespezifischen Gestalt auftreten, die nicht immer leicht zu entschlüsseln ist.

Ein Portrait der Schwarzen Szene zeigt deren Entwicklung von den unkommerziellen Anfängen bis zum Eingang in den Mainstream und die Ausdifferenzierung in zahlreiche Sub-Szenen. Diskutiert werden die – durchaus widersprüchlichen – Einstellungen, Weltbilder und ästhetischen Präferenzen, die Teile der Szene anfällig machen für anti-emanzipatorische Überzeugungen: modernitätskritische Innerlichkeit, das bewusst im Unklaren gehaltene Spiel mit völkischer Symbolik sowie die Ästhetisierung von Krieg und Nationalismus.

15.01.2014 / 20 Uhr / Art Canrobert / Karlstr.23 Rastatt / inputrastatt.wordpress.com

Boxen: Die Propaganda-Show des russischen Ritters

Via „Publikative.org“:

Der “Machtkampf in Moskau” ist entschieden: Wladimir Klitschko erteilte Alexander Povetkin eine Lehrstunde. Das macht Klitschko noch sympathischer, denn er besiegte einen Boxer, der eine nationalistische Show abzog – unter dem Jubel des Publikums.

Der Kampf am Samstag ist wie erwartet verlaufen: Alexander Povetkin hatte keine Chance gegen seinen Gegner Wladimir Klitschko. Dieser dominierte ihn in allen zwölf Runden; zwang seinem Gegenüber wie gewohnt seine Art zu kämpfen aus. Man hätte Povetkins Ecke gerne geraten, die Vaseline auch auf dem Hinterkopf aufzutragen, um das Herunterdrücken des Kopfes im Infight durch Wladimir zu erschweren.

So weit war es nichts Neues, nichts Unerwartetes. Es dauerte nur länger. Alexander Povetkin bewies immerhin Standvermögen, selbst nach drei Niederschlägen in einer Runde, schaffte er es über die volle Zeit zu gehen.

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[USA] Antifa smasht Infrastruktur bei Nazikonzert in San Francisco

„Indymedia Linksunten“ berichtet:

Am Freitag, den 13. September haben Antifas, die sich the Antifacist Toilet Smasher Brigade nennen, einen wichtigen Teil der Infrastruktur der Konzerthalle Mezzanine in San Francisco zerstoert, um das Konzert der faschistischen und rassistischen Band Death in June, die an dem Tag dort spielen sollte, zu verhindern.

Folgender Artikel wurde auf indybay.org gefunden und uebersetzt.

Am Freitag, den 13., sind wir, die A.T.S., dem oeffentlichen Aufruf gefolgt, das Konzert der britischen Naziband Death in June zu verhindern. Ein paar Tage zuvor wurde ein Schreiben veroeffentlich, indem dem Veranstalter des Konzerts, das Mezzanine in San Francisco, mitgeteilt wurde, dass entweder sie das Nazikonzert absagen oder Antifaschisten werden es tun.

Die Konzertveranstalter vom Mezzanine hatten eine Wahl. Sie waren darueber informiert, dass Death in June eine faschistische und rassistische Band ist und haben sich trotz dieses Wissens dazu entschieden dieser Band eine Buehne zu bieten.

Wir haben daher ihre Toiletten, als einen wichtigen Teil der Infrastruktur, zerstoert, und zwar so, dass die Reperatur sie mehrere zehntausend Dollar kosten wird.

Dies war keine Racheaktion, sondern eine Warnung an alle Clubbesitzer, welche Konsequenzen die Unterstuetzung faschistischer Bands fuer sie hat.

Wir sehen die Tatsachte, dass der offen schwule Musiker Douglas Pearce mit Regenbogenflaggen auftritt und gleichzeitig die Exsistenz schwuler deutscher SA Soldaten betont als einen Schlag ins Gesicht von Holocaustueberlebenden und als Beleidigung der Erinnerung an die vielen homosexuellen Opfer der deutschen Nazivergangenheit und -gegenwart.

Kein Vergeben! Kein Vergessen!

Schoenen Freitag, den 13., ihr Arschloecher!

The Antifacist Toilet Smasher Brigade (die Antifaschistischen Toiletten Zerstoeren)

Denn Antifaschismus ist nicht Gay wie der faschistische Douglas Pearce, sondern Queer im Sinne von Fight Back!

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[Berlin-Friedrichshain] Zur Absage eines rechten Konzerts auf dem RAW-Gelände

„Recherche & Aktion“ berichtet:

Vom Ende der Ausgelassenheit – Aus gege­benen Anlass noch ein paar Worte zur Absage eines Kon­zerts der rechten „Military-Pop“-Band „Der­nière Volonté“, das vor genau einer Woche auf dem RAW-Gelände in Berlin-Friedrichshain hätte statt­finden sollen.

Die Absage ging nicht klanglos über die Bühne, es folgte eine Reihe von Stel­lung­nahmen und Debatten in ein­schlä­gigen Kom­men­tar­spalten und Foren. Ließt man dabei die Erklä­rungen der Veranstalter_innen, sucht man Ansätze einer dif­fe­ren­zierten Aus­ein­an­der­set­zung mit der ent­ge­gen­ge­brachten Kritik ver­ge­bens. Auch in den Kom­men­taren domi­nieren Abwehr­re­ak­tionen: Von einem „Mei­nungs­diktat“ ist die Rede und von „anonyme[n] politische[n] Extre­misten“, die das Kon­zert ver­hin­dert hätten [1], gar „mas­sive Dro­hungen durch Auto­nome Kräfte“ werden fabu­liert. [2]

Wir können uns zwar nur schwer aus­malen, welche Panik die Ver­öf­fent­li­chungen im Hause „Cere­mo­nies Berlin“ aus­ge­löst haben müssen: Nachdem der Ver­an­stal­tungsort das Kon­zert kurz­fristig abge­sagt hatte, im Zuge der auf­kei­menden Dis­kus­sion kurz­zeitig gar der „gute Ruf“ auf dem Spiel stand, finden wir es trotzdem etwas schwach, wie sich die Veranstalter_innen nun aus der inhalt­li­chen Debatte davon­stehlen. Anstelle sich dazu zu äußern, wie man in Zukunft mit rechten Künstler_innen umzu­gehen gedenkt, sti­li­siert man sich gekonnt zum Opfer:

„Die Absage des Kon­zerts erfolgte unter mas­sivem Druck der Antifa auf die Konzert-Vernue und uns als Ver­an­stalter. Eine Durch­füh­rung unge­achtet dieser Dro­hungen hätte eine poten­zi­elle Gefahr (im schlimmsten Falle auch kör­per­liche) für die Betei­ligten bedeutet. Das können und wollen wir nicht ver­ant­worten.“[3]

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