Archiv der Kategorie '"Der III. Weg"'

Rechtsrock mit dem III. Weg

Quelle: Blick nach Rechts

04.07.2018 – Am Samstag soll im thüringischen Kirchheim eine Veranstaltung mit brauner Musik und Rednern stattfinden.

Die neonazistische Splitterpartei „Der III. Weg“ begibt sich unter die Veranstalter einer Eventcharakter-Angebotspalette. Dazu offeriert man am 7. Juli im thüringischen Kirchheim („Erfurter Kreuz“) unter dem Motto „Jugend im Sturm“ den bekannten Mix aus Rechtsrock, Action, Geselligkeit und Indoktrination. Erwartet werden laut Anmeldung lediglich 300 Besucher. Der Veranstaltungsort ist den Organisatoren wohlbekannt, fanden doch bisher alle Bundesparteitage des „III. Wegs“ dort statt.

Beworben werden für Samstag Kampfsport, Armdrücken, Aktions- und Infostände, Reden, Rechtsrock und braune Balladen sowie eine Podiumsdiskussion mit den beteiligten Musikern über die Rolle von Rechtsrock. Dazu stellen die Veranstalter die Frage „Subkultur oder Propagandawaffe?“ Dieser Diskurs startete im Nachgang zur großen Rechtsrock-Veranstaltung „Rock gegen Überfremdung“ im Vorjahr im thüringischen Themar. Seitens des „Der III. Wegs“ kritisierte man mit elitärer Attitüde das Neonazi-Spektakel, zu dem mehr als 6000 Besucher kamen, als vorrangig kommerzielle Interessen verfolgendes Saufgelage unter nationalem Anstrich.

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Beschlagnahmung von Neonazi-Treffpunkt in Oberprex ist rechtmäßig

Quelle: BR

Die Enteignung des ehemaligen Neonazi-Treffpunkts in Oberprex im Landkreis Hof ist rechtmäßig. Das hat das Verwaltungsgericht Bayreuth nun entschieden. Die Klage der Hausbesitzerin ist damit abgewiesen.

2014 hatte das Innenministerium das rechtsextreme „Freie Netz Süd“ verboten. In diesem Zusammenhang wurde auch ein Haus im oberfränkischen Oberprex (Lkr. Hof), das als Treffpunkt diente, geschlossen und beschlagnahmt. Dagegen hatte die Hausbesitzern geklagt. Die Klage gegen den Freistaat Bayern wurde am Verwaltungsgericht Bayreuth aber abgewiesen. Die Hausbesitzerin könnte nun einen Antrag auf Zulassung der Berufung beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München stellen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann begrüßte das Urteil: „Es stärkt uns im Kampf gegen den Rechtsextremismus.“

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„Der III. Weg“ International

Quelle: Antifainfoblatt

Die Neonazi-Partei »Der III. Weg« unterhält gute Beziehungen ins Ausland – auch in Staaten wie Syrien und den Libanon. Dabei profitiert die Organisation teilweise von Verbindungen, die Aktivisten des verbotenen »Freien Netzes Süd« geknüpft haben.

Lange hat die neonazistische Kleinstpartei »Der III. Weg« nicht gewartet, um ihre ersten Auslandsbeziehungen aufzunehmen. Bereits kurz nach ihrer Gründung im September 2013 hat die Organisation erste Kontakte in andere Staaten geknüpft, darunter insbesondere in die osteuropäischen Länder Tschechien und Ungarn sowie nach Griechenland. So hat sich die Partei am 15. Februar 2014 prominent an einem Aufmarsch im tschechischen Karlovy Vary (deutsch Karlsbad) beteiligt, wo als Ersatz für die jährlichen Aktionen in Sachsen ein »Trauermarsch« unter dem Motto »Ein Licht für Dresden« durchgeführt wurde. Als Redner waren damals die Führungskader Tony Gentsch und Matthias Fischer sowie der Parteivorsitzende Klaus Armstroff aufgetreten.

Es blieb nicht der einzige Kontakt, den die Neonazis ins Ausland gesucht haben. Schon im Januar desselben Jahres hatte sich eine Delegation – ebenfalls unter der Begleitung von Armstroff – am sogenannten Imia-Marsch in Griechenland beteiligt. Die Demonstration wird von der neofaschistischen Partei »Chrysi Avgi« (Goldene Morgenröte, griechisch Χρυσή Αυγή) augerichtet und gilt als einer der größten Aufmärsche Europas. Sie bezieht sich auf den territorialen Streit zwischen Griechenland und der Türkei um die gleichnamige Insel, bei dem 1996 drei Mitglieder einer griechischen Hubschrauberbesatzung ums Leben gekommen waren. Die Goldene Morgenröte nutzt diesen Vorfall seit 1997 für ihre politischen Zwecke.

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SS-Veteran und brauner Liedermacher

Für kommenden Samstag ist ohne nähere Ortsangabe im Großraum Leipzig ein „Zeitzeugenvortrag“ angekündigt. Im Anschluss daran spielt „FreilichFrei“ auf.

Am 5. Mai soll es im Großraum Leipzig einen „Zeitzeugenvortrag“ des Bielefelders Klaus Grotjahn (Jahrgang 1928) geben, der der 11. SS-Freiwilligen Panzergrenadierdivision „Nordland“ angehörte. Seine biografischen Erlebnisse gibt es seit Ende 2014 auch in Taschenbuchform, unter anderem als Hörbuch-Version vertrieben durch den Versand von Opos Records aus Lindenau.

Schilderungen, als er 1945 in russische Kriegsgefangenschaft geriet, verbreitete er bereits 2005 in der rechtslastigen Wochenzeitung „Junge Freiheit“. 2015 gastierte er im „Thinghaus“ der NPD in Grevesmühlen. 2016 war Grotjahn bei der Splitterpartei „Der III. Weg“ in Berlin als Vortragsredner eingeladen, im Folgejahr bei der „Burschenschaft Thuringia“ in Braunschweig. Als musikalischer Gast wird am 5. Mai zudem „FreilichFrei“, bürgerlich Maik Krüger, aus Zwickau angekündigt, der nach eigenen Angaben bereits am vergangenen Samstag in Mittelsachsen in die Saiten gegriffen hat.

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„Neonazis“ bei der La-Familia-Fight-Night? Unisportzentrum beendet Zusammenarbeit

Quelle: Du bist Halle

Vor fünf Jahren stand die „La Familia Fight-Night“ schon einmal in den Schlagzeilen. Es gab zwei Brandanschläge auf den damaligen Veranstaltungsort, die Eissporthalle. Damals ging es, so hatte es die Polizei vermutet, um Auseinandersetzungen im Rockermilieu.

Und auch in diesem Jahr sehen sich die Veranstalter Kritik ausgesetzt. Diesmal kommt sie von einem Antifa-Bündnis. Das erklärt, dass sich unter den 32 Kämpfern mindestens fünf Neonazis befinden würden. Diese seien teilweise an den Angriffen auf den Leipziger Stadtteil Connewitz vor zwei Jahren beteiligt gewesen. Ein Sportler sei bis mindestens 2016 einer der führender Kader der neonazistischen Partei „Der III. Weg“ in Bayern gewesen, bewege sich seitdem im Umfeld der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ (IB).

Auch am Titel „Krieger des Nordens“ stören sich die Kritiker. Diese deute „auf ein seltsames Verständnis europäischer Geschichte hin, lässt aber reichlich Spielraum zur Interpretation. Diesen gibt es aber nicht mehr, wenn neonazistische Gewalttäter als vermeintlich neutrale Sportler präsentiert werden und sich als überlegene „Krieger des Nordens“ inszenieren können. “

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Rechtsstreit um Neonazi-Immobilie

Quelle: Der Blick nach Rechts

20.04.2018 – Das Verbot des Neonazi-Netzwerks „Freies Netz Süd“ beschäftigt erneut die Justiz. Im Juni muss das Verwaltungsgericht Bayreuth entscheiden, ob die begleitende Beschlagnahmung des Anwesens „Oberprex 47“ samt „Final-Resistance-Versand“ ebenfalls rechtmäßig war.

Nach langwierigen Vorermittlungen wurde im Juli 2014 das neonazistische Netzwerk „Freies Netz Süd“ (FNS) verboten. Die bayerischen Behörden erkannten in der militanten Vereinigung eine Nachfolgeorganisation der „Fränkischen Aktionsfront“ (FAF), die ihrerseits 2004 zerschlagen wurde. Zudem hätte das FNS eine Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus aufgewiesen sowie die „aggressiv-kämpferischen Bestrebungen“ fortgesetzt, die damals für das Verbot der FAF ausschlaggebend waren. (bnr.de berichtete) Neben dem Netzwerk samt Vermögen betraf die Maßnahme auch die Immobilie „Oberprex 47“ im Landkreis Hof und den „Final-Resistance-Versand“, der unter derselben Adresse ansässig war. Beide wurden organisatorisch dem FNS zugerechnet.

Das Verbot selbst erlangte inzwischen Rechtskraft, nachdem der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München eine entsprechende Klage der Neonazis abwies. In ihrem Urteil waren die Richter zu dem Schluss gekommen, dass das FNS zutreffend als Verein eingestuft wurde und als solcher verboten werden konnte. Die Neonazis hatten zuvor die Vereinseigenschaften bestritten, indem sie ihr Netzwerk lediglich als „Netzseite“ ausgegeben hatten. Doch mit der Entscheidung ist die juristische Auseinandersetzung, die das Verbot seither begleitet, noch nicht beendet.

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Gesunder Geist, gesunder Körper und 32 Tonnen nicht-verzollter Tabak

Quelle: Runter von der Matte

Informationen und Einschätzungen zum Turnier des „Kampf der Nibelungen“ auf dem „Schild & Schwert“-Festival in Ostritz

Um ein „ultimative Politik Festival“ – wie der Veranstalter das zweitägige Neonazi-Event im April 2018 betitelt – tatsächlich attraktiv wirken zu lassen, muss auch der Aspekt des Kampfsports untergebracht werden.

Dass dafür niemand anderes als die bundesweit bestens vernetzte Neonazi-Kampfsportorganisation „Kampf der Nibelungen“ in Frage kommt, sollte in der extrem rechten Szene spätestens seit Herbst 2017 offensichtlich sein. In Kirchundem in Nordrhein-Westfalen zog das jährlich seit 2013 stattfindende Kampfsportturnier unter dem Label „Kampf der Nibelungen“ an die 800 Neonazis aus ganz Europa an. Ein Novum für solch ein konspirativ organisierte Event im deutschsprachigen Raum und auch ein Zeichen dafür, dass Kampfsport und Fitness nicht nur im gesellschaftlichen Mainstream im Trend liegen, sondern auch in der Neonazi-Szene an Faszination gewinnen konnte.

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Braune Kampfsport-Events

Quelle: Der Blick nach Rechts

06.04.2018 – Für den 9. Juni wird mit martialischer Rhetorik eine Kampfsport-Veranstaltung in Sachsen beworben. Kampfpaarungen soll es auch beim „Schild & Schwert-Festival“ Ende April im sächsischen Ostritz geben.

Martialische Kampfsport-Veranstaltung im Juni; (Screenshot)
Ob auf der Matte oder im Ring, reine Kampfsportveranstaltungen der extrem rechten Szene finden immer mehr Zulauf. Das wachsende Interesse spiegelt nun auch ein Event am 9. Juni in Sachsen wider, das den Namen „Tiwaz“ trägt – die nordische Rune für den Gott Tyr als Symbol für Mut, Ruhm und Kraft.

Der genaue Ort der Zusammenkunft wird nicht preisgegeben. Neben Freefight-Kämpfen soll es am 9. Juni auch Boxduelle geben. Für das braune Spektakel wird bereits im Vorwege mit martialischer Rhetorik die Werbetrommel gerührt. Da heißt es beispielsweise „Frauen vergießen Tränen, Männer vergießen Blut!“

„Fleisch aus Stahl geschaffen“

Mehrere rechte Szenelabel, die Sportbekleidung und entsprechende Ausrüstung anbieten, unterstützen die Organisatoren. Dazu gehören Black Legion (Martin Seidel, Cottbus), Greifvogel Wear (Sebastian Raack, Lindenau), Pride France (Tomasz Szkatulski aus Frankreich) und Wardon. Ebenfalls werden die auch von den „Hammerskins“ mitorganisierte Veranstaltungsreihe „Kampf der Nibelungen“ aus dem Raum Dortmund sowie der Sonnenkreuzvertrieb von Frank Kraemer aus Eitorf als Unterstützer genannt. Auch Wardon mit seiner Maxime des sportlichen Körperkults in Anlehnung an den Nationalsozialismus bedient sich der martialischen Sprache und schreibt auf seiner Facebook-Seite: „Für Wardon ist es eine Selbstverständlichkeit, dort Unterstützung zu leisten, wo Fleisch aus Stahl geschaffen wird.“ Pride France-Gründer Szkatulski, selbst Kampfsportler, kündigt bereits an: „Pride France come with fighter“.

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Verfassungsschutz: Deutsche Neonazis haben Kontakte zu britischen Terroristen

Quelle: Vice-Magazin

Mehrere Mitglieder von „National Action“ sitzen inzwischen in Haft.

Es gibt Urlauber, die ihre Sorgen zu Hause lassen und einfach nur entspannen wollen. Und dann gibt es andere, die ihre allerschlechtesten Qualitäten mit auf die Reise nehmen – nennen wir sie Hasstouristen. Zu letzterer Gruppe gehören die Mitglieder der britischen Neonazi-Gruppe „National Action“, die am 1. Mai 2016 ins sächsische Plauen fuhren. Gemeinsam mit etwa 900 Neonazis nahmen sie an einer Kundgebung der rechtsextremen Kleinpartei „Der III. Weg“ teil. Im Laufe der Veranstaltung attackierten einige der Rechten Polizisten und Gegendemonstranten mit Pyrotechnik, Steinen, Flaschen und Fahnenstangen. Zwei Mitglieder der britischen Gruppe, die gegen Juden, Schwule und Ausländer hetzt, zeigten im gleichen Monat im Krematorium der KZ-Gedenkstätte Buchenwald den Hitlergruß und verbreiteten Fotos davon im Netz.

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Neonazi-Ritual in Budapest

Quelle: Blick nach Rechts

Budapest – Für das Balladenkonzert am 9. Februar in Budapest zum Auftakt des diesjährigen braunen „Tages des Ehre“ ist der deutsche Liedermacher „Phil“ von „Flak“ angekündigt. Der ursprünglich beworbene Auftritt der Gelsenkirchener Combo „Sturmwehr“ wurde indes abgesagt.

Der jährlich von der rechten Szene Ungarns begangene „Tag der Ehre“ mit jeweils europäischer Beteiligung erfährt zum wiederholten Mal im von der „Blood&Honour“-Sektion Ungarn organisierten Musikprogramm auch einen deutschen Beitrag. Angekündigt wird der Liedermacher „Phil“ von „Flak“ aus dem Rheinland. Der seit längerem beworbene Auftritt der Band „Sturmwehr“ wurde hingegen abgesagt.

Am 9. Februar soll ein Balladenkonzert in Budapest den Auftakt zum diesjährigen Neonazi-Gedenktag bilden. Neben dem Bonner Philipp Neumann von „Flak“ werden die „Dixie Freedom Fighters“ aus Ungarn beworben. Einen Tag später stehen dann mehrere Rechtsrock-Bands auf der Bühne.

Vorgesehen war auch die Gelsenkirchener Combo „Sturmwehr“, doch Bandgründer Jens Brucherseifer sagte den Auftritt jetzt kurzerhand ab – wegen „interner Unstimmigkeiten“. Er fügt hinzu: „Bei Martin und meiner Wenigkeit geht es jedoch trotzdem munter weiter.“ Mit Martin ist Martin Böhne gemeint. Akustik-Auftritte als Duo werden nicht gecancelt. Demzufolge fehlt es der Band vorerst an einem Schlagzeuger, der Part, der zuletzt von Patrick Gerstenberger ausgefüllt wurde.

Zum internationalen Rechtsrock-Programm am 10. Februar in Budapest gehören unter anderem die Bands „Sokyra Peruna“ aus der Ukraine, „Nemini Parco“ aus Spanien sowie „Feher Vihar“ und „Töretlen Hittel“ aus Ungarn.

Beim „Tag der Ehre“ wird alljährlich die Schlacht um Budapest von 1945 unter Beteiligung der deutschen Wehrmacht und der Waffen SS gegen Truppen der Roten Armee heroisiert. Neben den Konzerten gehören ein Gedenkmarsch und eine Gedenkfeier mit zuletzt weit über 1000 Teilnehmern zum Ritual der rechtsextremen Szene. In den vergangenen Jahren nahmen auch Abordnungen von NPD und „Der III. Weg“ an dem braunen Meeting am zweiten Februar-Wochenende teil. (hf)

Quelle

Ein Neonazi als Kickboxtrainer

Quelle: Antifa Recherche Potsdam & Umland

Eindrücklich beschreibt die aktuelle Kampagne „Runter von der Matte – Kein Handshake mit Nazis“, wie die neonazistische Kampfsportszene aufgestellt ist und wie wichtig es ist, wachsam zu bleiben, wenn Rassist_innen und Neonazis Kampfsport betreiben. Vorstellungen wehrhafter Männlichkeit und völkisch-rassistisch imaginierter Körperkult – so können Neonazis ihre sportlichen Aktivitäten ideologisch aufladen und sich einen „tieferen“ Sinn einreden.

Gerade Kampfsport oder Kampfkünste sowie Selbstverteidigungstechniken können, durch die Propagierung einer vermeintlichen „Überfremdung“, dem „Schutz des eigenen Volkes“ oder der „Verteidigung“ wahlweise Deutschlands oder Europas, popkulturell und niedrigschwellig politisch instrumentalisiert werden. Unter dem Deckmantel des Sportes können so neonazistische Modelabels Geld verdienen und auf Kampfsportevents der Neonazi- Szene wird sich vernetzt.

Auch in Potsdam sind Ausprägungen dieser Szene, oft gemischt aus Neonazis, Sicherheitsgewerbe und Rocker-Strukturen, zu beobachten. In der Vergangenheit fanden in der Stadt mehrere Events mit Beteiligung dieser Mischszene statt. Aber auch in einem vermeintlich seriöseren Milieu, dem universitären Kontext, ist es Neonazis möglich, sich entsprechend zu betätigen – als Trainer ist beispielsweise der langjährige Neonazi Tom F. im Zentrum für Hochschulsport der Universität Potsdam engagiert. Hier leitet er jeden Dienstag und Freitag Kickbox-Kurse.

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Braunes Happening in der ostdeutschen Provinz

Quelle: Blick nach Rechts

Am 20. und 21. April soll unter dem Namen „Schild- & Schwert-Festival“ eine Veranstaltung in der Oberlausitz stattfinden – auf der Agenda stehen Kampfsport, Rechtsrock sowie politische Ansprachen. Maßgeblicher Kopf des Neonazi-Events ist der umtriebige Thüringer NPD-Funktionär Thorsten Heise.

Erst Themar in Thüringen, demnächst Ostritz in der Oberlausitz von Sachsen: Immer öfter wird die ostdeutsche Provinz Schauplatz für Großveranstaltungen der braunen Szene. Die rechnet sich aus, dass in weitgehend ländlichen Gegenden ein zivilgesellschaftlicher Gegenprotest überschaubar bleibt. Beide Orte zählen gerade einmal knapp 3000 Einwohner. Seit kurzem wird die zweitägige Veranstaltung „Schild & Schwert-Festival“ am 20. und 21. April 2018 propagiert, die auf dem Gelände des Hotels „Neißeblick“ in Ostritz (Landkreis Görlitz) unmittelbar an der polnischen Grenze stattfinden und eine Fortsetzung am 2. und 3. November finden soll. Dass der erste Termin des offiziell bei den Ordnungsbehörden angemeldeten Meetings auf Hitlers Geburtstag fällt, dürfte dabei keinesfalls Zufall sein.

Als Kopf der Veranstaltung entpuppt sich der umtriebige Thorsten Heise, seines Zeichens Thüringer Landesvorsitzender und Bundesvize der NPD, der sich bestens darauf versteht, erlebnisorientierten Neonazis ein mit Rechtsrock-Musik garniertes Programm zu präsentieren, wie er es seit 2011 bereits jährlich beim so genannten „Eichsfeldtag“ im thüringischen Leinefelde praktiziert. Der zuständigen Versammlungsbehörde liegt für 2018 derzeit noch keine Anmeldung für einen „Eichsfeldtag“ im kommenden Jahr vor.

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Killuminati – Nazis auf der Suche nach dem wahren Übel

Quelle: Don‘t call it music

“Wir sind Sklaven dieser geheimen Macht und der Volkstod, er kommt schleichend über Nacht. Wir sind Sklaven dieser Machenschaft. Illuminaten, Weltbrandstifter, einfach ekelhaft.” – wer den Namen dieser Naziband für einen Zufall hielt, wird mit diesen Textzeilen eines besseren belehrt. Der Hass auf Juden, die Rede vom “Weltvergifter”, “wahren Übel” und “Völkerfeind”, der “die Fäden zieht”, ist bei “Killuminati” Programm. In einem Interview fügt der Sänger hinzu, dass “das Finanzsystem den wahren Feind” darstelle “und eben nicht ein paar wildgewordene Salafisten und Glaubenskrieger in diesem Land”. PEGIDA und andere rassistische Bewegungen würden lediglich “den Sprössling einer Unkrautpflanze” abschneiden, die Musiker hingegen wollen die eingebildete jüdische Weltverschwörung an der Wurzel packen.

Das “Jetzt sind wir da” betitelte Erstlingswerk der Rechtsrock-Band erschien im Jahr 2014 beim Nazilabel “OPOS Records”, ein Jahr später folgte der erste Liveauftritt. Die Mitglieder der Gruppe sind jedoch schon seit Jahren in der neonazistischen Musikszene aktiv. Die Texte von “Killuminati” singt Steven A. aus Eisenach. A. ist auch Sänger und Gitarrist der Thüringer Naziband “Hermunduren” und zählt zur “Crew 38”, einer Vorfeldorganisation des weltweiten Neonazi-Netzwerks “Hammerskins”.

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Braune Saubermänner

Quelle: Blick nach Rechts

Die Zahl von sozialen Kümmerer-Aktionen aus dem rechten Lager ist zuletzt massiv angestiegen. So werden Weihnachtsfeiern für Kinder veranstaltet, unter dem Motto „Deutsche helfen Deutschen“ Spendensammlungen und Verteilaktionen für Bedürftige und Obdachlose organisiert.

Gerade in der Vorweihnachtszeit wollen Neonazis oder rechtsextreme Gruppen ihr Image aufpolieren und Anhänger unter Bedürftigen rekrutieren. Zugleich soll aber auch suggeriert werden, dass der Staat, und damit ist zugleich immer „das System“ gemeint, auf seinen unterschiedlichen Ebenen keine verlässliche Sozialarbeit leistet und auch die etablierten Wohlfahrtsverbände und Kirchen dies nur bedingt schaffen. Wenn plötzlich Weihnachten propagiert wird, so ist das zugleich auch die Botschaft, christliche Werte über die anderer Religionen zu stellen.

Bereits beim Thema Kindesmissbrauch schaffte es die rechte Szene, sensible Aufmerksamkeit für sich zu verbuchen. Ähnlich perfide werden Kinder nun auch in der Adventszeit instrumentalisiert. So lud der thüringische NPD-Funktionär Patrick Wieschke am 2. Dezember in Eisenach in die dortige Parteizentrale zur jährlichen Kinderweihnachtsfeier ein. Im Anschluss daran konnten sich die Erwachsenen an den Ausführungen des langjährigen Neonazis Meinolf Schönborn und den Balladen der Rechtsrock-Band „Faust“ erfreuen. (bnr.de berichtete) Ein Parteilogo tauchte bei den Einladungsaufrufen nirgends auf. Und auch die Gaststätte „Titanic“ in Neumünster, Treffpunkt der rechten Szene, in der zuletzt immer wieder Parteiveranstaltungen der NPD stattgefunden haben, bleibt sich treu und präsentiert wie in Jahren zuvor den Nikolaus, „um unsere lieben Kleinen zu verwöhnen“.

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Ein identitäres Haus in Halle

Quelle: Antifainfoblatt

Juni 2017: Auf den Seiten der rechten Initiative „Ein Prozent für unser Land“ und der rechten Zeitschrift „Sezession“ wird ein „Hausprojekt“ angekündigt. Neben dem „Institut für Staatspolitik“ (IfS) in Schnellroda und der „Bibliothek des Konservatismus“ in Berlin soll es einen weiteren Anlaufpunkt für die sogenannte ‚Neue Rechte‘ geben. Für Renovierung, Sicherheit und laufende Kosten wird um Spenden geworben. Es handelt sich um einen viergeschossigen Altbau in der Adam-Kuckhoff-Straße in Halle, direkt gegenüber des Steintorcampus der Martin-Luther-Universität. Mit Dorian Sch., Mario Müller, Melanie Schmitz und Florian M. will ein Großteil der Führungsriege der identitären „Kontrakultur Halle“ zukünftig dort wohnen und wirken.

Gastbeitrag von „Sachsen-Anhalt Rechtsaussen“

Der Gründer der Titurel-Stiftung, Helmut Englmann aus Johannesberg (Unterfranken), ist seit Januar 2017 Eigentümer des Hauses. Die Stiftung fungiert vor allem als Förderinstrument des IfS. Als Ansprech­partner tritt Andreas Lichert (Funktionär der AfD und des Vereins für Staatspolitik) auf, die Domain ist auf das IfS registriert, als administrativer Ansprechpartner wird Götz Kubitschek angegeben. Neben dem Sammeln von Unterstützungsgeldern wurden durch die Stiftung auch ’neurechte‘ Autoren gefördert. Das Haus dient zudem als Sitz einer Werbeagentur, der „Mosaik Kommunikation“. Als Unternehmensdach fungiert hier die Lichert GmbH von Andreas Lichert, die Web-Domain der Agentur ist auf Simon Kaupert registriert.

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Don‘t Call it Music!

Der Adventskalender, der besonderen Art:

Für die einen ist es eine lukrative Einnahmequelle, für die anderen Aufputschmittel und Einstiegsdroge in die Neonazi-Szene. Dieser Adventskalender wird die erste Seite beleuchten: Musiker, Labels und Versände, die jene Musik produzieren und verteiben, welche oft verharmlosend „Rechtsrock“ genannt wird und zu oft als Begleitmusik zu Mord und Totschlag dient.

Tobias Wirth – dem “Ödi” wird’s nie öde

By Don‘t Call it Music! on December 1, 2017

Der am 8. September 1986 geborene und in Helmbrechts (Oberfranken) wohnhafte Neonazi Tobias W.,, genannt “Öddi” oder “Ötti”, ist seit mindestens zehn Jahren in verschiedenen Nazibands in Bayern und Sachsen aktiv.

Tobias W. entstammt dem “Kameradschaftbund Oberfranken”. Innerhalb der Musikszene scheint er sowohl der Bruderschaft der “Hammerskins” als auch dem in Deutschland verbotenen “Blood & Honour”-Netzwerk nahezustehen. Wirth war in den letzten Jahren bundesweit auf vielen Neonazi-Aufmärschen anzutreffen, etwa am 1. Mai 2009 in Weiden oder am 1. Mai 2017 in Gera. Der Aufmarsch in Gera wurde von der Neonazi-Partei “Der III. Weg” organisiert. Ein Großteil von W. politischem Umfeld ist in den Reihen dieser Partei zu finden.

Wirth arbeitet bei der Firma HelLaTec (“Helmbrechtser Laminier Technik GmbH”) und trainiert Kampfsport im “Martial Mates Gym” in Hof. Er nahm u.a. 2016 an der “NAGA Grappling Championship” in Limburg teil. Auch auf Seminaren des “Shuri Gym” in Plauen wurde er gesichtet.

Seine musikalische Laufbahn begann Wirth 2005 mit der Band “Braune Brüder” aus dem Raum Hof, bei der der “Hammerskin” Tony Gentsch an der Gitarre stand. Gentsch war Kader des verbotenen “Freien Netz Süd” und ist derzeit “Gebietsleiter” der Neonazi-Partei “III. Weg”. Die Band trat fast ausschließlich im regionalen Rahmen auf, größtenteils im Umfeld der Kameradschaften “Braune Teufel Vogtland/Alcoholocaust” um David Köckert, “Schwarzer Orden Vogtland” um Olaf Martin und des “Kameradschaftsbund Hochfranken”, in dem Gentsch ebenfalls aktiv war.

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Rechtsrock in Kundgebungs-„Verpackung“

Quelle: Blick nach Rechts

24.10.2017 – Unter dem Motto „Rock gegen Links“ findet am Samstag im südthüringischen Themar erneut ein braunes Musik-Spektakel mit angekündigten Rednern statt. Gelistet sind für das Event neun einschlägige Szene-Band, davon zwei aus Übersee.

Bereits am 28. Oktober soll es im thüringischen Themar (Landkreis Hildburghausen) wieder ein Rechtsrock-Meeting geben. Für den Titel „Rock gegen Links“ zeichnet unfreiwillig eine aus dem Zusammenhang gerissene unbedachte Äußerung von SPD-Justizminister Heiko Maas verantwortlich. Die Zusammenkunft am Samstag wurde als politische Kundgebung angemeldet, stellt von der Aufmachung aber nichts anderes dar als eine Konzertveranstaltung mit mehreren einschlägigen Szene-Bands, zu denen auch „Fortress“ aus Australien und „Blue Eyed Devils“ aus den USA gehören.

Als Veranstalter agiert Patrick Schröder, NPD-Funktionär aus dem oberpfälzischen Mantel, Betreiber des Szeneportals FSN.tv und verantwortlich für das Modelabel Ansgar Aryan. Jüngst war Schröder noch Besucher am Stand des Antaios-Verlags auf der Frankfurter Buchmesse. Die für Themar angekündigten Reden unter anderem von NPD-Bundesorganisationsleiter Sebastian Schmidtke aus Berlin und dem als „Mic Revolt“ bekannten NS-Rapmusiker und der Partei „Der III. Weg“ zuzurechnende Michael Zeise aus dem nahen Apolda bilden bei dem Treffen nur den formalen Rahmen. Im Fokus steht augenscheinlich die Musik und die Szene-Vermarktung mit etlichen Verkaufsständen. Nicht von ungefähr werden in der Bewerbung der Veranstaltung PC Records aus Chemnitz, Front Records aus Lossatal bei Leipzig und Rebel Records aus Cottbus als Unterstützer genannt.

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„Europa gemeinsam verteidigen“

Quelle: Lotta-Magazin

Grenzüberschreitende Kooperationen der deutschen Neonazi-Szene

Verschiedene Spektren der extremen Rechten arbeiten grenzüberschreitend in Europa zusammen, sei es auf Parteienebene im Europaparlament oder im subkulturellen Bereich in der RechtsRock-Szene. Auch Neonazi-Strukturen wie „Die Rechte“ und „Der III. Weg“ aus Deutschland pflegen Kontakte ins europäische Ausland.
Für europäische Parteien und Strukturen aus dem neonazistischen Spektrum war jahrelang insbesondere die NPD ein wichtiger Partner in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. In den 2000er Jahren war es die Europäische Nationale Front (ENF), in der sich in wechselnden Konstellationen verschiedene neonazistische und neofaschistische Parteien aus Europa vernetzten. Auch die NPD zählte zu den langjährigen Mitgliedsorganisationen der ENF, die in erster Linie durch gemeinsame Treffen und Konferenzen in Erscheinung trat. Regelmäßig europaweit ausgerichtete Treffen organisierte die NPD mit den sogenannten Europakongressen ihrer Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN). Schon Mitte der 1990er Jahre fanden diese Zusammenkünfte mit europä-ischen Partnerorganisationen statt. Der letzte Europakongress wurde am 09./10. Oktober 2015 in Riesa durchgeführt. Gekommen waren Vertreter_innen neofaschistischer Organisationen aus Tschechien, Finnland, Italien, Belgien, Kroatien, Norwegen, Polen, Rumänien, Serbien und Spanien.
Die bundesweit zunehmend an Bedeutung verlierende NPD/JN versucht auf europäischer Ebene aktuell noch über ihren Europaabgeordneten Udo Voigt und den NPD-„Auslandsbeauftragten“ Jens Pühse in der ENF-Nachfolgeorganisation Alliance for Peace and Freedom als internationaler Player aufzutreten. Daneben sind es in der deutschen Neonazi-Szene insbesondere die Kleinstparteien Die Rechte und Der III.Weg, die einen Austausch ins europäische Ausland — vor allem durch Besuche europaweit wichtiger Aufmärsche — pflegen (vgl. Lotta #60, S. 22-24).

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Martialische „NS Black-Metal“-Töne

Quelle: Blick nach Rechts

09.10.2017 – In Kiew in der Ukraine findet kurz vor Weihnachten unter dem Titel „Asgardsrei“ ein Spektakel mit sechs NSBM-Bands statt, organisiert von dem Szene-Label „Militant-Zone“. Mit dabei ist auch die einschlägige Kultband „Absurd“.

Am 16. Dezember soll es in Kiew zu einem europäischen „Gipfeltreffen“ von sechs einschlägigen NSBM-Bands kommen. Wie bereits im Vorjahr versammeln sich dort Musiker der Richtung „National Socialist Black Metal“ unter dem Veranstaltungstitel „Asgardsrei“, der identisch ist mit einer Veröffentlichung der Thüringer Band „Absurd“ aus dem Jahr 1999.

Es verwundert nicht wirklich, dass „Absurd“ dieses Jahr zum dortigen Line-Up gehört. Hendrik Möbus als Ikone der Band besuchte vergangenes Jahr ebenfalls kurz vor Weihnachten das eintägige Festival in der ukrainischen Hauptstadt. Ihm zu Ehren spielten Bands auf der Bühne „Absurd“-Stücke. Die Thüringer Combo hat sich in den vergangenen Jahren sehr rar gemacht, spielte nur sehr selten live. Seit langem wird daher auch immer wieder über die häufiger wechselnde Besetzung spekuliert, ob Hendrik Möbus nun der Kopf ist, oder doch sein älterer Bruder Ronald das Sagen hat.

Der heute 41-jährige Hendrik Möbus, als „Satansmörder von Sondershausen“ bekannt, war in der Vergangenheit rechtskräftig zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Er wurde zunächst vorzeitig mit der Auflage einer Bewährung aus der Haft entlassen, fiel dann mit neonazistischen Handlungen und rassistischen Äußerungen auf, weshalb die Bewährung widerrufen wurde. Hendrik Möbus flüchtete vor seiner erneuten Inhaftierung zu William Pierce von der rechtsextremen „National Alliance“ in die USA. Mit einem Asylantrag dort scheiterte er, wurde nach Deutschland ausgeliefert und saß dann eine Reststrafe ab.

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Braune Klänge am Lagerfeuer

Quelle: Blick nach Rechts

14.09.2017 – Bei einem „Balladenabend“ im Harz sollen am 23. September „F.i.e.L.“ (Fremde im eigenen Land) aus Mecklenburg-Vorpommern sowie Sänger Phil (Philipp Neumann) der Combo „Flak“ aus Nordrhein-Westfalen aufspielen.

Der genaue Ort des musikalischen Happenings wird nicht veröffentlicht, dafür aber der Hinweis, dass es ein Lagerfeuer geben soll. Bei dem Treffen soll eine Versteigerungsaktion zugunsten der rechtsextremen Knast-Initiative „Gefangenenhilfe e.V.“ erfolgen. Die Organisation mit Sitz in Stockholm hat sich die Betreuung von inhaftierten Gesinnungsgenossen und deren Angehörigen auf ihre Fahnen geschrieben. Immer wieder taucht ein so genannter „Freundeskreis Gefangenenhilfe“ mit Informationsständen auf, so beispielsweise bei einer Zusammenkunft der Neonazi-Partei „Der III. Weg“ am 29. Juli in Zwickau, wobei auch „Hermunduren“ aus dem Raum Eisenach aufspielte.

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