Archiv der Kategorie '"Der III. Weg"'

Rechtsrock-Ikone als Zugpferd

20.01.2017 – Weidenthal – Die bekannte Neonazi-Sänger Michael Regener hat für den „III. Weg“ eine Parteihymne mit dem Titel „Der 3. Weg marschiert“ eingesungen.

Der frühere Sänger der verbotenen Rechtsrock-Kultband „Landser“ aus Berlin, Michael Regener, besser bekannt unter seinem Szene-Namen „Lunikoff“, soll offenbar das Interesse aus dem rechten Musikspektrum an der rechtsextremen Kleinstpartei „Der III. Weg“ ankurbeln. Neuerdings wird eine Parteihymne mit dem Titel „Der 3. Weg marschiert!“ beworben, die Regener eingesungen hat. Neben Textilien, Kalender, Aufklebern, Büchern, Flugblättern und anderen Utensilien mit dem Partei-Emblem findet sich das Tondokument im Versand des „III. Wegs“, der seinen Sitz in Weidenthal (Landkreis Bad Dürkheim) beim Bundesvorsitzenden Klaus Armstroff hat.

Armstroff war vor der Parteigründung Ende September 2013 bereits als NPD-Funktionär aktiv. „Der III. Weg“, der dazu aufruft, Waren aus Israel zu boykottieren, mobilisiert aktuell zur Teilnahme am Neonazi-Gedenkmarsch am 18. Februar in Würzburg unter dem Motto „Ein Licht für Dresden“. (bnr.de berichtete) Der 51-jährige Regener hatte sich in der Vergangenheit auch von der NPD für Auftritte einladen lassen. (hf)

Quelle

Obskure Gedenkaktion

Via der „Blick nach Rechts“:

bundesweit an rund 70 Orten aufgestellt – hinter der Aktionskampagne steckt ein rechtsextremer Musiker.

Bereits im dritten Jahr in Folge hat es am 13. Juli bundesweit im rechten Lager die Aktionskampagne „Schwarze Kreuze“ gegeben, bei der dazu aufgerufen wurde, vermeintliche „deutsche Opfer“ von angeblicher Ausländergewalt namentlich durch schwarze Holzkreuze mit Inschriften oder daran befestigten Zetteln zu kennzeichnen und sie damit in die öffentliche Erinnerung zu bringen. Dahinter steckt die Forderung nach einem so genannten „Volkstrauertag für deutsche Opfer“. Initiiert wurde die Idee als eine Fortsetzungsform der rechtsextremen Volkstod-Kampagne vom Berliner Neonazi-Rapper Patrick Killat alias „Villain051“, der auch in diesem Jahr wieder mit einer entsprechenden Propaganda-Videobotschaft im Internet die Werbetrommel rührte. Dazu wurde diesmal über die sozialen Medien eine eigene Informations- und Mitteilungsseite eingerichtet.

Die Aktionsform hat sich wohl auch deshalb etabliert, weil sie mit vergleichsweise geringem Aufwand und selbst von Einzelpersonen umzusetzen ist. Teilnehmende rechte Kameradschaften beziehungsweise manch ein Orts- oder Kreisverband einer rechtsextremen Partei dürften sich wohl erhoffen, dass damit mit anschließender „Öffentlichkeitsarbeit“ mehr Aktionsfähigkeit vorgegaukelt werden könne als mit einer nur zahlenmäßig schlecht besetzten Kundgebung oder Demonstration. Bei der bekommt nämlich in der Regel sowieso die Seite der Gegenproteste die „bessere Presse“ und größere Aufmerksamkeit.

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Braune Folklore

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Am 30. April soll in Erfurt ein extrem rechter Liederabend stattfinden, einen Tag später, am 1. Mai, will dann die Neonazi-Partei „Die Rechte“ in der thüringischen Landeshauptstadt aufmarschieren.

Für den Vorabend des 1. Mai werden drei musikalische Acts angekündigt, die in den Räumlichkeiten der „Volksgemeinschaft Erfurt e.V.“ geplant sind. Die Veranstaltung ist mit dem Hinweis „privat“ deklariert. Zur in der Szene zunehmend angesagten rechtsextremen Folklore wollen „FreilichFrei“, „Freya“ und der auf leisere Töne umgesattelte Rechtsrock-Act namens „Neubeginn“ beitragen. Letztere in Sachsen gegründete Band tauchte zuletzt auf Samplern auf, die sowohl dem international aufgestellten Netzwerk „Blood&Honour“ wie auch der „Hammerskin“-Bewegung zuzurechnen sind.

Unter dem Künstlernamen „FreilichFrei“ ist ein in Zwickau beheimateter Barde unterwegs. Er macht keinen Unterschied bei seinen Veranstaltern. Er tritt bei der NPD ebenso auf wie bei der „Rechten“ oder beim „III. Weg“. Mit „Freya“ gab es am 23. Oktober des Vorjahres im thüringischen Ballstädt einen gemeinsamen Auftritt im von Neonazis bewohnten so genannten „Gelben Haus“. Der Song „Das Haus wird abgerissen“ bescherte dem Sachsen im vergangenen Jahr eine Hausdurchsuchung und weitere Beschlagnahme-Razzien bei diversen rechtsextremen Versandhändlern. Anlass war der Text mit Sympathiebekundungen für das NSU-Trio. Der Urheber sprach selbst von einem ironischen Satire-Beitrag.

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Patrick Danz: Neonazi-Aktivist und RechtsRocker

Die „Antifaschistische Recherche_Potsdam//Umland“ schreibt:

Der Pots­da­mer Patrick Danz zählt zu den wich­ti­gen Akteur_innen der loka­len Neo­nazi– und RechtsRock-Szene.
Sowohl in sei­ner Rolle als Sän­ger der Neo­na­zi­band Preus­sen­stolz [1] als auch in Bezug auf seine sons­ti­gen Akti­vi­tä­ten in der Szene, hat er eine gut gefüllte Neonazi-Vita vor­zu­wei­sen.

Aktu­ell arbei­tet er in einem „Netto“-Supermarkt am Stern, nahe einer Geflüchtetenunterkunft.

Fei­ern, Kon­takte knüp­fen, sich organisieren

In der Groß­raum­disko „Music­park“ in Tel­tow war Patrick Danz ab 2007 immer wie­der als Gast anzu­tref­fen. An die­sem Ort war es für Neo­na­zis bis Mitte 2011 mög­lich, unge­stört und im ver­trau­ten Kreis zu fei­ern und sich zu ver­net­zen. Zahl­rei­che Neo­na­zis aus Pots­dam und der gesam­ten Region waren dort regel­mä­ßig anzu­tref­fen und prä­sen­tier­ten sich und ihre Gesin­nung offen und selbst­be­wusst. (Neo)Nationalsozialistische Sym­bole und Schrift­züge auf T-Shirts oder als Tat­toos wur­den im „Music­park“ von allen Besucher_innen und den Betreiber_innen des Clubs akzep­tiert.

Bei Patrick Danz zeu­gen seine zahl­rei­chen Tat­toos, wie das Por­trait eines Wehr­macht­sol­da­ten, die Abbil­dung eines Bom­bers der deut­schen Wehr­macht und die Abbil­dung eines SS-Dolch mit dem Spruch „Meine Ehre heißt Treue“ [2], von (s)einer den Natio­nal­so­zia­lis­mus ver­harm­lo­sen­den und ver­herr­li­chen­den Ein­stel­lung. Regel­mä­ßig trägt er Klei­dung neo­na­zis­ti­scher Labels oder mit ent­spre­chen­den Aufdrucken.

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Die Neonazi-Szene in Nordhausen – Teil 2

„Thüringen rechtsaussen“ berichtet:

der Neonazi-Szene in Nordhausen. Da nun weitere Aktionen der Szene folgten, setzen wir unsere Bestandsaufnahme zur aktuellen personellen Zusammensetzung der Szene fort.

Neben den neuen Akteuren, die sich als Front-Figuren der neonazistischen „Volksbewegung Nordthüringen“ hergeben, standen im letzten Artikel besonders Alexander Lindemann und Dennis Witzenhause im Fokus. Am 29. Januar 2016 fand nun in der „Friedenseiche“ in Nordhausen im Stadtteil Salza ein weiteres Treffen der „Volksbewegung“ statt. Laut Polizeiangaben nahmen ca. 45 Personen an dem Treffen teil. Wie der MDR berichtet, ging das Auto eines Teilnehmers während der Veranstaltung in Flammen auf. Wie interne Korrespondenzen der Szene zeigen, wurde die Veranstaltung erneut von der lokalen Neonazi-Szene organisiert, welche früher als „Aktionsgruppe Nordhausen“ auftrat und sich in den letzten Monaten immer weiter unter dem Label der „Europäischen Aktion“ sammelt. Dabei auch Funktionäre, die bereits vor einigen Jahren in der Neonazi-Szene aktiv waren, sich aber in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen zurückhielten.

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„Der III. Weg“ in Berlin – Eine Einschätzung

„Indymedia Linksunten“ berichtet:

Im März 2015 gab die Neonazipartei „Der III. Weg“ bekannt, in Berlin einen Stützpunkt gegründet zu haben. Anders als in anderen Bundesländern, wie zum Beispiel Bayern, Brandenburg und Thüringen, ist der Berliner Stützpunkt personell überschaubar und hat bisher keine wahrnehmbaren öffentlichen Aktivitäten entfaltet. Seinen Platz im Gefüge der Berliner Neonaziszene hat der Stützpunkt noch nicht gefunden. Die Äußerungen auf der Internetseite zeugen jedoch davon, dass „Der III. Weg“ mit seinem Organisierungsversuch in Berlin auf Langfristigkeit setzt. Grund genug also, eine erste Einschätzung zu wagen.

Die Berliner Situation

Die Berliner Neonaziszene war über etwa 20 Jahre hinweg von Kameradschaftszusammenhängen dominiert. Die NPD (und die DVU erst recht) waren den meisten Neonazis zu bieder und angepasst und das obwohl mit Personen wie Eckart Bräuniger, Uwe Meenen und Udo Voigt immer schon ein klarer Bezug zum historischen NS vorhanden war. Erst mit dem drohenden Verbot der dominanten Kameradschaftsstruktur „Nationaler Widerstand Berlin“ (NW Berlin) änderte sich das Berliner Gefüge. Führende Aktivisten von „NW Berlin“ waren schon vorher in die NPD eingetreten und übernahmen zentrale Posten. So wurde Sebastian Schmidtke – Kopf von „NW Berlin“, Anmelder der meisten „NW Berlin“-Aufmärsche und Verantwortlicher für „NW Berlin“-Publikationen – im Jahr 2012 Berliner NPD-Vorsitzender. Björn Wild – zentraler Aktivist von „NW Berlin“ – übernahm im selben Zeitraum die Berliner JN.
Die Fraktion der Neonazis, denen die NPD zu bieder und die Kameradschaften zu „autonom“ waren, gründete den „Frontbann 24“, in dem sich schnell das Spektrum der Glatzen-Kneipen-Neonazis sammelte. Schon der Name der Kameradschaft bezog sich auf eine 1924 gegründete Auffangorganisation für Mitglieder der nach dem fehlgeschlagenen „Hitlerputsch“ verbotenen SA, die Neonazis traten auf Aufmärschen mit Uniformähnlicher Kleidung und dem Reichsadler als Logo auf. Genauso aggressiv aber strategielos waren dann auch die Aktivitäten des „Frontbanns“. Nach dessen Verbot 2009 gründeten diese Neonazis um Uwe Dreisch, Gesine Schrader und Patrick Krüger den Berliner Kreisverband von „Die Rechte“. Der Berliner Ableger dieses westdeutschen Auffangbeckens für Neonazis aus verbotenen Kameradschaften hat jedoch seither keine nennenswerte Aktivität entfaltet.
All diese parteilichen Organisierungsversuche sind scheinbar nicht ausreichend und so wagt nun die aus Südwestdeutschland stammende Partei „ Der III. Weg“ einen weiteren Anlauf.

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Brandgefährlich: Die Partei „Der III. Weg“ in RLP, NRW und Hessen

Das „Lotta-Magazin“ schreibt:

2015 brennen in der Bundesrepublik wieder (bewohnte) Unterkünfte von Geflüchteten, auch in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen. In allen drei Bundesländern ist die Partei Der III. Weg aktiv. Sie hat das Thema Flüchtlinge zu ihrem Schwerpunkt gemacht. In RLP werden Der III. Weg und die Anschläge mittlerweile sogar öffentlich in Verbindung gebracht. Was verbirgt sich also hinter dieser Partei?

„Wir von der Partei ‚Der III. Weg‘ leisten weiterhin politischen Widerstand, können aber Deutsche verstehen, die darüber hinaus aktiv sind.“ Mit diesen Worten ließ sich Klaus Armstroff, Vorsitzender von Der III. Weg im Mai diesen Jahres auf der Internetseite der Partei zitieren. Nur wenige Tage zuvor hatten Unbekannte eine geplante Flüchtlingsunterkunft im rheinland-pfälzischen Limburgerhof angezündet. Genau dort hatten Armstroff und seine Partei mehrfach Kundgebungen abgehalten und rassistische Flyer verteilt. Und auch danach hielt die Partei ihre Füße nicht still: Der III. Weg ging erneut auf die Straße und hetzte gegen Flüchtlinge, die noch gar nicht angekommen waren.

Das Erschreckende: Limburgerhof ist kein Einzelfall. Im Januar diesen Jahres griffen Unbekannte mit Farb-Pistolen eine Unterkunft in Porta Westfalica (NRW) an. Auch dort hetzte die Neonazi-Partei im Vorfeld gegen Asylsuchende. Bereits im Dezember 2014 kündigte sie an, dort „in den kommenden Wochen […] mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen auf die zunehmende Asylantenwelle und die Verausländerung unserer Heimat aufmerksam [zu] machen.“ Am Abend des 14. September 2015 warfen Unbekannte schließlich mehrere Molotowcocktails auf eine Unterkunft in der Stadt, in der sich 37 Menschen aufhielten. Einer der Brandsätze verfehlte das Küchenfenster nur knapp und zündete an der Hauswand. Bundesweite Aufmerksamkeit erregte die Partei im Juli mit einer digitalen Karte bei googlemaps, in der Standorte von Flüchtlingsunterkünften eingezeichnet waren. Kritiker_innen warfen der Partei vor, Gewalttäter_innen damit Anschlagsziele zu liefern.

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„Der III.Weg“

Das „Antifa Infoblatt“ schreibt:

Ein Produkt der Krise des „Nationalen Widerstandes“?

Die Neonazi-Partei „Der III. Weg“ ersetzte nach einer Razzia gegen das „Freie Netz Süd“ (FNS) dessen Strukturen und etablierte sich bis zu dessen Verbot als unangefochtene Aktionsplattform in Bayern. Nun dehnt „Der III. Weg“ seinen Aktionsraum zusehends bundesweit aus. Der Artikel beleuchtet die Entstehungsgeschichte, alt bekannte Strippenzieher innerhalb der Führungsriege und die Ausbreitung, gemessen an Relevanz und Einflussnahme.

von Johannes Hartl, Inforiot.de, Haskala.de und AIB

Der Gründung der Partei durch Klaus Armstroff — ehemals Mitglied des rheinland-pfälzischen Landesverbands der NPD — sind langjährige Streitigkeiten voraus­gegangen. So endete der Richtungsstreit zwischen dem völkisch-orientierten Flügel um Armstroff und seiner Ehefrau Dörthe Armstroff (ehemals Landes­vorsitzende der NPD-RLP) auf der einen Seite und einer eher „subkulturell“ ausgerichteten Fraktion um Sascha Wagner und dem heutigen NPD-Landesvorsitzenden Markus Walter auf der anderen, im Sommer 2013 mit dem Rückzug des Armstroff-Flügels aus der NPD. Kurze Zeit später, im September 2013, rief Armstroff den „Der III. Weg“ in Heidelberg ins Leben. Neben ihm als Parteivorsitzenden finden sich mit Matthias Herrmann als Stellvertreter und René Rodriguez-Teufer als Beisitzer zwei langjährige Kader des „Aktionsbüro Rhein-Neckar“ im Parteivorstand wieder. Als Schatz­meister fungiert Christian Steup, ehemaliger NPD-Funktionär und vormals Schatz­meister der als kriminelle Vereinigung eingestuften „Kameradschaft Westerwald“ (vgl. AIB Nr. 70).

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Neonazis vertreten Neonazis – Die Anwälte im Ballstädt Verfahren, eine Übersicht

Via „Thüringen rechtaussen“:

Landgericht Erfurt haben eine lange Geschichte in der extrem rechten Szene, auch die Mehrheit ihrer Verteidigerinnen und Verteidiger gehört zu den bei Neonazis beliebten „Szene-Anwälten“ oder ist selbst in der extremen Rechten aktiv.

Rechtsanwalt Olaf Klemke

So ist es auch bei den Wortführern der Verteidigung beim Verhandlungsauftakt, Olaf Klemke und Dirk Waldschmidt, die sich durch Befangenheitsanträge gegen den Richter und die Strafkammer hervortaten. Der 1964 geborene Klemke aus Cottbus befürchtet bei der Vertretung des Neonazis Matthias Pommer im Prozess in zeitliche Schwierigkeiten zu kommen. Denn er ist ebenfalls der Anwalt von Ralf Wohlleben, der sich momentan vor dem OLG München im NSU Prozess verantworten muss.

In der Öffentlichkeit rühmt sich Klemke damit, „schon eine Reihe solcher Verfahren gemacht“ zu haben – er meint damit beispielsweise die rechtliche Vertretung in Verfahren gegen die „Skinheads Sächsische Schweiz“, gegen die Angeklagten im “Blood & Honour Division Deutschland” Fortführungsverfahren bis 2011 oder die Täter im Gubener Hetzjagd-Prozess. Klemke wird in der extrem rechten Szene geschätzt und fühlt sich dort offenbar auch wohl.

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Gericht bestätigt FNS-Verbot und legt Teile der militanten Neonazistruktur offen

Der „Störungsmelder“ berichtet:

Am 2.7.2014 wurde der Kameradschaftsverbund „Freies Netz Süd“ durch das bayerische Innenministerium verboten und aufgelöst. Es handele sich um eine Ersatzorganisation der bereits 2003 verbotenen „Fränkische Aktionsfront“. 41 Personen legten gegen das Verbot Klagen ein. Diese scheiterten wenig überraschend am 4. Senat des Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Die Urteilsbegründung ist aufschlussreich: Sie legt Teile der Struktur des militanten Neonazinetzwerks erstmals öffentlich dar.

Von der „Aktionsfront“ zum „Freien Netz“

Die „Fränkische Aktionsfront“ (FAF) hatte ihren Schwerpunkt im Großraum Nürnberg und wurde 2004 verboten. Die Gründe: „Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus“ und „zunehmend aggressive Agitation“.

Neu gegründet nannte sich der Zusammenhang zunächst „Nationale Sozialisten Franken“ (NSF), dann „Freies Netz Süd“ (FNS) – jeweils enthält die Abkürzung die Wortkombination NS – und orientierte sich nach Informationen von a.i.d.a. neben der FAF am sächsischen Kameradschaftsverband „Freies Netz“. Die Behörden vereitelten die Fortführung damals, wie a.i.d.a. weiter berichtet, nicht. Sie bestritten gar eine Kontinuität. Erst dadurch konnte das Netzwerk zur wohl bedeutendsten Struktur der Neonazis in Bayern werden.

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„III. Weg“-Chef Armstroff bleibt im Amt

Die Neonazi-Partei „Der III. Weg“ hat ihren Vorsitzenden Klaus Armstroff im Amt bestätigt.
„In harmonischer Atmosphäre“ hätten die Mitglieder beim zweiten Parteitag des „III. Weges“ am vorigen Samstag zudem einen stellvertretenden Vorsitzenden sowie die Beisitzer im Gesamtvorstand gewählt, teilte die Partei via Facebook mit. Angaben über die weiteren Vorstandsmitglieder machte die Partei nicht. Auch der Ort des Geschehens blieb ungenannt. Stattdessen berichtet der „III. Weg“, dem Parteitag habe sich „ein umfangreiches kulturelles Programm unter dem Motto ,Bismarcks Erbe – unserer Auftrag’ mit viel Musik, Tanz, dem Fest-Redner Pierre Krebs sowie einem Handwerkermarkt und einem umfangreichen Kinderprogramm“ angeschlossen. Eine der ersten Amtshandlungen des wiedergewählten Vorsitzenden war ein Glückwunschschreiben, das Armstroff an die griechische Neonazi-Partei „Chrysi Avgi“ und ihren „Führer“ Nikolaos Michaloliakos richtete. Armstroff gratulierte nach der Wahl des neuen griechischen Parlaments, bei der „Chrysi Avgi“ mit rund sieben Prozent drittstärkste Partei geworden war, Michaloliakos zum „guten Abschneiden“. „Es wird nicht mehr all zu lange dauern, dann wird Hellas sich wieder seiner wahren Werte und Stärke besinnen und mit der Chrysi Avgi an der Spitze die politischen Verhältnisse in Griechenland grundlegend ändern“, schrieb Armstroff und endete mit den Worten: „Griechenland erwache!“

via bnr: „III. Weg“-Chef Armstroff bleibt im Amt

[P] Von Anti-Antifa- zur Babyfotografin – Melanie Witassek aka „Charlotte Friedrich“

Via „Antifaschistische Recherche_Potsdam//Umland“:

Schlafende (weiße) Babys, strahlende (blauäugige) Kleinkinder, glückliche (heterosexuelle) Hochzeitspaare und weichgezeichneter Kitsch ohne Ende – so der erste Eindruck beim Besuch der Facebook-Seite der Auftragsfotografin „Charlotte Friedrich“. [1] Unter diesem Pseudonym arbeitet die Neonazistin Melanie Witassek (geboren 1985) nun seit mindestens dreieinhalb Jahren in Potsdam, Berlin und Umgebung.

Im Frühjahr 2001 – im Alter von 15 Jahren – wird sie im Zuge der Veröffentlichung einer Studie der Universität Potsdam zu rassistischen Einstellungen in den neuen Bundesländern von einem Journalisten interviewt. Dadurch wird sie erstmals einer interessierten Öffentlichkeit bekannt. Bereits damals äußerte sie sich rassistisch, als sie angab jeglichen Kontakt zu „Fremden“ zu meiden und weiter: „They’re different,“ she said. „There are too many of them here. I don’t like them.“ [2]

Kurze Zeit später erfolgte dann die Orientierung an die Neonaziszene der Brandenburger Landeshauptstadt. Der Weg von der konsensfähigen Ablehnung alles vermeintlich Fremden, getarnt in Begriffen wie Angst und Besorgnis, hin zur aktiven Praxis, die sich in einem Anschluss an eine neonazistische Szene zeigte, war ein kurzer. Schnell wurde sie zu einem Teil dieser Szene und hatte Kontakt zu den „ganz Großen“ – dazu zählen die wichtigen Neonazis der RechtsRock-Szene wie Martin Rollberg und dem mutmaßlichen NSU-Mitwisser und Szenegröße Uwe Menzel. Aber auch zum ehemaligen Mitarbeiter der Neonazi-Szenekneipe „Zum Henker“ Danny Leszinski der ebenso wie Menzel dem „Blood & Honour“ Netzwerk zu zu rechnen ist. Mit Leszinski war sie im Jahr 2003 beim jährlichen Nazi- und Neonazigroßaufmarsch in Halbe. [3] Melanie Witassek 2003 im „A.C.A.B“-T-Shirt und gegrüßt von Martin Rollberg aka „William“ im Booklet des Album „Ausser Kontrolle“ von Bloodshed.Im Jahr 2003 veröffentlichten Menzel und Rollberg zusammen mit weiteren Neonazis ihr erstes Album („Ausser Kontrolle“) der gemeinsamen Band „Bloodshed“. In diesem wird Melanie Witassek abgebildet und von Martin Rollberg aka „William“ gegrüßt. [4]

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Neonazi-Partei “Der III. Weg” plant Bundesparteitag am 19. September in Thüringen

„Thüringen rechtsaussen“ schreibt:

Wie schon 2014 plant die Neonazi-Partei “Der III.Weg” auch in diesem Jahr ihren Bundesparteitag in Thüringen auszurichten. Nach den Parteiformalien ist auch ein extrem rechtes Kulturevent zum Gedenken an den Gründer des Deutschen Reichs vorgesehen.

Weitere Aktivitäten des “III.Weg” in Thüringen

Seit der größeren Neonazi-Demonstration am 1. Mai in Saalfeld trat die Partei “Der III. Weg” in Thüringen bislang mit Flugblattverteilungen im Umland von Jena, sowie in Saalfeld und Rudolstadt in Erscheinung. Zu Letzt fanden Verteilaktionen in Hermsdorf, Eisenberg und Stadtroda gegen Flüchtlinge statt. Insbesondere das vom mutmaßlichen NSU-Helfer Ralf Wohlleben mitbegründete “Freie Netz Jena” rühmte sich mehrfach mit der Verteilung von Flyern der Partei und schloss eigene Texte wiederholt mit der Parole “Mit dem ‚III.Weg‘ in eine sichere Zukunft!” ab. Auf der Seite des FN Jena, die vom Jenaer Neonazi Nico Metze mitbetrieben wird, hieß es auch, dass der “III. Weg” ein notwendiger “Hebel” für die Neonazi-Szene sein könne: “Werden wir nicht bald den Hebel ansetzen, der unser Volk vor der Auslöschung bewahrt, dann wird das deutsche Volk bald verloren sein”. Nach einer Wanderung im Juni veranstaltete der “Stützpunkt Thüringer Wald / Ost” nach eigenen Angaben Ende August ein extrem rechtes Kulturwochenende mit Vorträgen und Lagerfeuerromantik. Siehe auch unser Beitrag vom Juli 2015 zum “III. Weg” in Thüringen.

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Rechte Hegemonie in Bückeburg

Das „Antifa Infoblatt“ berichtet:

Schon im vergangenen Jahr (vgl. AIB Nr. 103) berichteten wir über die Kleinstadt Bückeburg im Landkreis Schaumburg in Niedersachsen, in dem über Jahrzehnte hinweg neonazistische Strukturen ungestört agieren konnten. Anlass für den letzten Artikel war zum einen die Einbindung aktionsorientierter rechter Jugendlicher in die örtliche Neonaziszene, zum anderen die Strategie von Polizei, Stadtverwaltung und Gerichten, linke Jugendliche zu kriminalisieren und Neonaziaktivitäten als Randproblem zu verharmlosen.

Ein kurzer Abriss: Seit 2006 organisieren rechte Strukturen aus dem Raum Schaumburg, Minden und Ostwestfalen den alljährlichen Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf. Im Rahmen dieses Events konnten Markus Winter (vgl. AIB Nr. 79) und andere Kader aktionsorientierte Jugendliche in die Arbeit des „nationalen Widerstands“ einbinden. So formierte sich 2008 die „Aktionsgruppe Bücke­burg“. Die Neonazi-Kader der Region organisierten ideologische Schulungen und Partys für den Nachwuchs und festigten so die rechten Strukturen. Im Jahr 2011 gründe­ten sich die „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ (AN-Bbg). Diese wirkten durch ihr Auftreten im Stil der „Autonomen Nationalisten“ mit der Adaption von linken Kleidungsstilen und Aktionsformen anziehend auf viele Jugendliche. Gleichzeitig änderte sich die Qualität der Aktionen der AN-Bbg. Einschüchterungen, Bedrohungen und gewalttätige Übergriffe auf nicht-rechte junge Menschen wurden zum Alltag an den Schulen und im öffentlichem Raum. Durch das militante Auftreten der Neonazis wurde die Innenstadt von Bückeburg zu einer „No Go Area“ für viele alternative Jugendliche. Aktionen, wie der Beschuss von deren Wohnhäusern mit Stahlkugeln sowie PKW-Jagden in den Abendstunden festigten diesen Zustand. Die Stärke der AN-Bbg wirkte anziehend auf viele Schüler_innen, die rechte Szene erlangte jugendkulturelle Hegemonie.

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Neonazi René Hagedorn aus dem Knast entlassen – III. Weg Stützpunkt Vogtland wieder komplett

Die „AntifarechercheCrew Vogtland“ schreibt:

Nach 15 Monaten Haft kehrt nun der Neonazi Rene Hagedorn aus Oelsnitz/Vogtland aus dem Gefängnis zurück.

Als René Hagedorn (einst Administrator der Seite „Widerstand Oelsnitz“ und häufiger Gast auf regionalen Nazidemos) Mitte/Ende Juni 2014 von seiner Arbeitstelle “SGT – Sicherheitsglastechnik Oelsnitz (Vogtl.) GmbH” abgeführt wurde, war sein näheres Umfeld erschüttert. Zu diesem zählt neben Thomas “Maulwurf” Heyer und Marcus Wawra auch Karsten Singer und Tony Gentsch. Da das Knastsystem wohl nur beim netten Nachbarn von neben funktioniert ist klar, dass Hagedorn politisch gefestigter, schon bald wieder zur aktiven Szene gehört.

Am Donnerstag (10.9.) fand eine Willkommensparty für Hagedorn statt, bei der sich in „Michel`s Rockbar“ einem stadtbekannten Nazitreff in Plauen die lokale Belegschaft des III. Weg gemeinsam die Kante gab.

Anwesend waren laut Facebookfotos u.a. Ronny Götze, Thomas Heyer, Tony Gentsch, Rico Döhler, René Hagedorn und Ramona Gratzer. Nur einen Tag später verkündete der „III. Weg“ quasi als Willkommensgeschenk, dass der jährliche Aufmarsch zum 1. Mai im kommenden Jahr erneut in Plauen stattfinden wird.

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„III. Weg“ in Berlin bedeutungslos

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

11.09.2015 – Nur wenige Berliner Neonazis organisieren sich laut Erkenntnissen des Berliner Senats in der Kleinstpartei „Der III. Weg“. Der „Stützpunkt Berlin“ ist nicht nur klein, er entfaltet auch kaum Aktivitäten.

Im ersten halben Jahr seit seiner Gründung ist es dem so genannten „Stützpunkt Berlin“, dem Regionalableger der Neonazi-Partei „Der III. Weg“, nicht gelungen, an Relevanz in der rechtsextremen Szene der Hauptstadt zu gewinnen. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine kleine Anfrage im Abgeordnetenhaus hervor, in der sich die Grünen-Politikerin Clara Herrmann zu der Partei informierte. Demnach sind dem „Stützpunkt Berlin“ und seinem Umfeld lediglich „Personen im unteren zweistelligen Bereich“ zuzuordnen.

Öffentlichkeitswirksame Aktivitäten werden keine entfaltet. Einzige Ausnahme bildeten Flugblattverteilungen kurz nach der Gründung im April in den Berliner Ortsteilen Marzahn, Hellersdorf, Pankow und Buch. Danach begnügten sich die Berliner Anhänger des „III. Wegs“ ausschließlich mit internen Vortragsveranstaltungen: Im Mai wurde eine „Rechtsschulung“ zu „repressiven Maßnahmen des Staates“ durchgeführt, im Juni eine „Parteivorstellung“ und im Juli ein Vortrag zur griechischen „Chrysi Avgi“.

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Hooligan-Truppe verhindert Integrationsfest

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

13.09.2015 – Neonazi-Hooligan-Aufmärsche in Hamburg und Bremen wurden verboten. Tausende Menschen protestierten gegen die geplanten Aufzüge. Doch ein interkulturelles Familienfest in Kirchweyhe konnten die Rechten ungehindert stören.

Das Polizeiaufgebot am Samstagvormittag in Bremen war riesig. Vor der Stadthalle parkte eine lange Reihe von Wasserwerfern neben Panzerräumfahrzeugen. Die Bundespolizei fuhr großzügig auf, Einsatzkräfte aus Schleswig-Holstein kamen den Hanseaten zur Hilfe. Nachdem das Bundesverfassungsgericht das Verbot des für Hamburg geplanten „Tags der deutschen Patrioten“ am 12. September bestätigt hatte, wurde bekannt, dass die gewaltbereiten Neonazi-Hooligans an die Weser ausweichen wollten. Per Twitter mobilisierten unter anderem „Die Rechte“ Sachsen oder die „Aktionsgruppe Nordheide“ nach Bremen.

Bereits früh am Morgen versammelten sich die ersten aus den Reihen der Neonazi-Bruderschaft „Nordic 12“ am Hauptbahnhof. Sie trafen sich mit Aktivisten aus dem Nordwesten Niedersachsens darunter die Neonazistin Daniela Bliesener, die sich bei Facebook mit „88“-Shirt präsentiert und später fleißig Filme mit dem Handy drehte. Anhänger der Pforzheimer Hooligantruppe „Beserker“ kamen hinzu. Mitglieder der berüchtigten Bremer „Standarte“ oder von der Band „Kategorie C“ ließen sich nicht blicken. Laut Recherchen der „taz“ waren zuvor vonseiten der Behörden gegen 500 Hooligans Meldeauflagen verhängt worden. Anscheinend hielten sich die meisten daran. Auch die Anführer von „Die Rechte“ Dortmund blieben zuhause. Als bekannt wurde, dass die extremen Rechten in Bremen für Mittag eine Eildemonstration angemeldet hatten, handelten die Behörden sofort und sprachen ein Verbot aus – zudem gab es ein Betretungsverbot für Teilnehmer. Ankommende Neonazis und rechte Hooligans wurden abgewiesen. Ein kleiner Teil der bereits anwesenden Gruppen wurde auf dem Domshof in Bremen festgesetzt und später mit einem Bus der BSAG zum Hauptbahnhof kutschiert. Unter ihnen war auch der Neonazi Markus Privenau, der zur Partei „Die Rechte“ in Bremen gezählt wird. Überall liefen HoGeSa und „Gemeinsam Stark“-Fans durch die Stadt. Unklar schienen deren Pläne.

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Hemmungslos, gewaltbereit – rechtsradikale Propaganda

Die „Berliner Morgenpost“ berichtet:

Die Asyldebatte treibt Rechte auf die Straße, auch die neue Partei „Der III.Weg“. Verfassungsschützer sind alarmiert

Die Lautsprecherboxen knarzen, als Maik Eminger auf der Bühne steht und ins Mikrofon brüllt. Er hetzt gegen Ausländer, warnt vor „Überfremdung des deutschen Volkes“, wettert gegen Kapitalisten. Vor ihm jubeln Neonazis, darunter Mitglieder der NPD, Rechte aus der Schweiz und Tschechien, Anhänger freier Kameradschaften und der Neonazi-Partei „Die Rechte“. Auch dabei ist eine Gruppe, die erst seit diesem Jahr im Fokus der Öffentlichkeit steht: „Der III. Weg“.

Ein Propagandavideo der Splitterpartei preist die Demonstranten später als „volkstreue Kräfte“. Die Polizei muss an diesem Tag Tränengas einsetzen. Maik Eminger, der Redner bei dem Aufmarsch, ist vorbestraft, gehört zu den führenden Neonazi-Kadern und gilt als maßgeblicher Organisator der Partei „Der III.Weg“. Sein Bruder, André Eminger, ist mitangeklagt im Münchner NSU-Terrorprozess. Es ist das Milieu, in dem die Neonazi-Gruppe agiert.

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Björn Brusak – kein „besorgter Anwohner“ sondern ein Rassist

Die „Antifaschistische Recherchegruppe Frankfurt Oder“ berichtet:

Ein Teil der bun­des­deut­schen Bevöl­ke­rung zeigt die­ser Tage wie­der das Gesicht des „besorg­ten“ Deut­schen, der sich um Heim, Fami­lie und sein Land sorgt und dabei Hass und Gewalt gegen Geflüch­tete und deren Unterstützer*innen rich­tet. So auch in Frank­furt (Oder), wo die von Neo­na­zis domi­nierte Gruppe „Frankfurt/Oder wehrt sich“ seit Januar bereits vier­mal auf Demons­tra­tio­nen und Kund­ge­bun­gen gegen deren Unter­brin­gung in der Stadt auf­mar­schierte. Einer der regel­mä­ßig an die­sen Ver­samm­lun­gen teil­nimmt und des öfte­ren dort als Red­ner auf­tritt ist der in Brieskow-Finkenheerd woh­nende Neo­nazi Björn Brusak.

Der Ton macht die Musik

Björn Brusak ist eini­gen Frankfurter*innen eher bekannt als Ehren­amt­li­cher des Ame­ri­can Football-Vereins „Red Cocks“, in dem er bis min­des­tens 2013, u.a. als Jugend­trai­ner, aktiv war. Das er sich neben­bei poli­tisch extrem recht ori­en­tierte zei­gen seine Akti­vi­tä­ten als Lie­der­ma­cher. Zum ers­ten Mal als sol­cher auf­fäl­lig gewor­den ist er am 9. August 2013 in der von Neo­na­zis belieb­ten Frank­fur­ter Eck­kneipe „Die Bier­bar“ in der Ber­li­ner Straße. Dort hatte er bei einem Geburts­tags­abend volks­ver­het­zende Lie­der, u.a. der als kri­mi­nelle Ver­ei­ni­gung ver­bo­te­nen Band „Land­ser“ und des Neonazi-Liedermachers Frank Ren­ni­cke, gespielt.1 Die dar­auf­hin ein­tref­fende Poli­zei unter­sagte das Kon­zert und lei­tete ein Straf­ver­fah­ren wegen Ver­stoß des § 130 StGB, sowie wegen Ver­wen­dung von Kenn­zei­chen ver­fas­sungs­wid­ri­ger Orga­ni­sa­tio­nen gem. § 86a StGB ein. Am 25. Februar 2015 musste er sich des­we­gen vor Gericht ver­ant­wor­ten.

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Umtriebige Szene im Weserbergland

Via der „Blick nach Rechts“:

01.09.2015 – Nach dem Mordanschlag auf Flüchtlinge im niedersächsischen Salzhemmendorf (Kreis Hameln-Pyrmont) sitzen zwei Rechtsextremisten und eine Frau in Haft. Kurz nach der Tat sprach die Polizei von „keinen Erkenntnissen über eine gefestigte rechte Szene“ in der Region – ein üblicher Reflex im Weserbergland, wenn es um Neonazi-Strukturen geht.

Neonazis der „Aktionsgruppe Weserbergland“ bei einem Aufmarsch in Dortmund; Photo: Julian Feldmann
Ganz knapp haben am vergangenen Freitag eine Mutter und ihre drei Kinder einen Brandanschlag auf ihre Wohnung in der 10 000-Einwohner-Gemeinde Salzhemmendorf überlebt. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei hatten drei Personen einen Brandsatz durch ein Fenster geworfen. Im Nebenraum schlief die Familie. Nur dem Zufall, dass der Molotowcocktail nicht zerbrach, und den wachen Augen eines Nachbarn, der sofort die Feuerwehr alarmierte, ist es zu verdanken, dass niemand verletzt wurde. Insgesamt leben in dem Gebäude, einer ehemaligen Schule, 40 Menschen, darunter 31 Asylbewerber.

Bereits in einer ersten Pressekonferenz am Tattag behauptete der Chef der Hamelner Polizei, Ralf Leopold, vor bundesweitem Publikum, dass es im Landkreis Hameln-Pyrmont keine rechte Szene gäbe. Im Weserbergland existieren jedoch seit Jahren rechtsextreme Strukturen, die regelmäßig auch mit Gewaltakten an die Öffentlichkeit treten. Und noch am Freitagabend konnten die Ermittler drei dringend tatverdächtige Personen festnehmen, darunter zwei Rechtsextremisten aus Salzhemmendorf. Gegen das Trio wird nun wegen gemeinschaftlich begangenen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung ermittelt. Die Beschuldigten, die sich gegenüber der Polizei bereits zu der Tat äußerten, sitzen seit Samstag in Untersuchungshaft. (bnr.de berichtete)

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Siehe auch: Region Hameln – Ein Raum ohne Rechtsextreme?