Archiv der Kategorie 'Grauzone'

Morrissey ist jetzt ein alter, ideenloser Verschwörungstheoretiker

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Sein neues Album „Low in High School“ zeigt, wie aus dem coolen Arbeiterjungen aus Manchester, der gegen das Establishment aufbegehrte, ein Apologet des Rechtspopulismus werden konnte.

Steven Patrick Morrissey hatte einen Traum. Er träumte davon, eines Tages neben der Flagge Großbritanniens stehen zu können und sich nicht schämen, sich nicht wie ein Rassist fühlen zu müssen. Er träumte davon, dass seine Landsleute eines Tages die Schnauze voll haben würden von Labour und von den Tories, den großen Volksparteien.

Das war 2004, die Solokarriere des ehemaligen Smiths-Sängers lag da schon ein paar Jahre lang brach. „Irish Blood, English Heart“, der Song zum Traum, war Morrisseys großer Comeback-Hit. Weiter problematisch fand man das damals nicht. War ja immer noch derselbe Morrissey, der Margaret Thatcher einst den Tod auf der Guillotine gewünscht hatte, der Retter der verlorenen Teenager der Achtzigerjahre, der Arbeiterjunge aus Manchester, der gegen das Establishment aufbegehrte – was bis vor nicht allzu langer Zeit ja noch ein linker Kampf war.

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Grauzonen – Bildungsmaterial zu rechten Lebenswelten

Quelle: a.i.d.a. Archiv

Die „Agentur für soziale Perspektiven“ hat mit „Grauzonen – Rechte (jugendliche) Lebenswelten in Musik und im Sport“ einen über 400 Seiten starken Ordner als methodisch-didaktische Handreichung herausgegeben, der eine Auseinandersetzung mit den Thematiken in unterschiedlichen Kontexten (schulisch und außerschulisch) ermöglicht.

Von Igor Netz

Die anhaltenden gesellschaftlichen Rechtstendenzen finden in unterschiedlichen Bereichen ihren Niederschlag. Nicht zuletzt sind davon jugendliche Subkulturen betroffen. Das Phänomen von rechten jugendlichen Lebenswelten ist bei weitem nicht neu. Für die Bundesrepublik kann es ungefähr in die Zeit der Adaption der britischen Skinhead-Bewegung datiert werden. Die ersten Skinheads waren nicht unbedingt rechts. Die Mehrzahl begriff sich als unpolitisch oder als sogenannte Sharp-Skins (Skinheads Against Racial Prejudice). Vor allem das dem Skinhead-Kult immanente Bild von viriler Männlichkeit dürfte jedoch ein Andocken an rechtsgesinnte Inhalte erleichtert haben. Früh gründeten sich auch rechte Bands wie „Endstufe“ (1981), „Böhse Onkelz“ und „Kraft durch Froide“ (1982, mit dem Schlagzeuger Andreas Pohl, der unter anderem in der neonazistischen „Nationalistischen Front“ aktiv war). Auch der Fußball bietet mit Nationalismus, Männlichkeitskult und Homophobie sowie einer ausgeprägten Gruppenidentifikation unterschiedliche Angebote, die Brücken zu rechten Weltbildern sein können.

Das Team des Vereins „Agentur für soziale Perspektiven“ (ASP) hat mit „Grauzonen – Rechte (jugendliche) Lebenswelten in Musik und im Sport“ einen über 400 Seiten starken Ordner als methodisch-didaktische Handreichung herausgegeben, der eine Auseinandersetzung mit den Thematiken in unterschiedlichen Kontexten (schulisch und außerschulisch) ermöglicht. Die Herangehensweise der Autor_innen, die selbst als Antifaschist_innen aktiv sind, ist durch eigene Affinitäten zu Sport- und Musiksubkulturen geprägt. Ein Zugang, der in der vorliegenden Publikation für ein hohes Maß an Kompetenz spricht.

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Wie die ‚Bild‘-Zeitung eine Massenschlägerei unter Linken erfand

Quelle: Vice

„Sie dachten, es wären Rechte: Linke verprügeln aus Versehen Linke!“, berichtete die Bild-Zeitung am Sonntag. Stattgefunden haben soll die Massenschlägerei Freitagnacht in Leipzig-Connewitz, das als linksautonomes Zentrum der Stadt gilt. „20 Vermummte mit Schlagstöcken und Pfefferspray“ – mutmaßlich Linke – hätten eine Gruppe von sechs Personen angegriffen – ebenfalls mutmaßlich Linke – und das alles aufgrund eines Missverständnisses. Die skurrile Meldung wurde auf Facebook über 20.000 Mal geteilt, auch vom AfD-Bundestagsabgeordneten Jens Maier. Er wittert die Antifa dahinter und kommentierte: „In […] Leipzig herrscht seit Längerem die rote SA.“ Maiers Berliner AfD-Kollege Carsten Ubbelohde schrieb auf Twitter: „Solche Geschichten kann man sich nicht ausdenken … #Antifa“. Kann man sich eben doch, denn der Bild-Bericht ist mehr als fraglich.

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…Im Zweifel für mich!

Krawallbrüder und ihr Umfeld:

Eine der bekanntesten und kommerziell erfolgreichsten Bands aus der Skinheadszene sind seit Jahren die Krawallbrüder. Neben dumpfen Männlichkeitskult, Sexismus und Hedonismus wird ihnen auch seit Jahren Verbindungen zu Neonazis vorgeworfen oder zumindest keine eindeutige Positionierung. Aber was ist da eigentlich dran?

Die Krawallbrüder gründeten sich 1993 im Saarland unter dem Namen Frontal, benannten sich nach einer Ermittlung vom VS, da es eine offen neonazistische Band namens „Frontal“ gab dann in „Krawallbrüder“ um. Laut eigener Aussage gab es in der Gründungszeit Kontakte zu rechten Skinheads in Saarlouis, von welchen sich zwar später distanziert wurde, Verbindungen ins teils rechtsextreme Milieu bestehen aber nach wie vor. So fungierten beispielsweise Frei.Wild. Als Vorband der Krawallbrüder und auf dem Label „KB-Records“ des Frontsängers Pascal sind diverse rechte Bands zu finden die personelle Beziehungen in Blood&Honour Strukturen pflegen. Die Band selbst spendet regelmäßig an linke Vereine, propagiert in ihren Texten aber eben auch den Zusammenhalt einer Szene, wo es egal ist wie jemand politisch drauf ist, womit eben Neo-Faschist*innen in die Hände gespielt wird.

Auf dem Label „KB-Records“ sind beispielsweise die „Prolligans“. Die Prolligans können als eine Vorzeigeband der Grauzone bezeichnet werden, auf ihreer Erstveröffentlichung „Allzeit Bereit“ die als kostenlose Beilage bei Bestellung bei KB-Records dabei war, heißt es im Song „Prolligans“ noch:

„Wir Vereinigen Punks Und Skinheads Mit Zünftigen Parolen Wir Ziehen Durch Die Gassen –Unser Hobby Nazis Versohlen Hier Kommt Die Volle Dröhnung Der Suff Ist Unser Leben Das Aroma Der Verwöhnung – Jetzt Lassen Wir Die Bude Beben“

wenige Jahre später wird allerdings mit der schwedischen Blood&Honour-Band Pitbullfarm aufgetreten und Sänger Norbert tritt in Shirts dieser Band ebenfalls auf.

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Stomper 98 – Konzert in Herrenberg – Fuck the Greyzone!

Quelle: Indymedia

Im Jugendhaus Herrenberg soll am 17. Oktober ein Konzert mit der Band Stomper 98, die der Grauzone zuzuordnen ist, stattfinden. Der Veranstalter behauptet, dass sich die Band in Interviews vollständig von ihrer rechten Vergangenheit entfernt haben soll und die aufgeführten Beweise, dass sie sich nach wie vor in einem rechten Sumpf bewegen seien veraltet. Die ursprünglichen Auslöser für die Debatte um Stomper 98 mögen vielleicht einige Jahre zurück liegen, von einem Abwenden von der rechten Wertewelt ist die Band aber noch weit entfernt.

Stomper-Sänger Sebastian Walkenhorst pflegte noch bis lange nach seinem Ausstieg aus der aktiven Neonaziszene Kontakte zu Rechten. Walkenhorst hat sich zwar von faschistischen Strukturen losgesagt, sich den Rückweg dorthin aber nie verbaut, was in der Regel durch klare Distanzierung und Offenlegen von Informationen geschieht. Das heißt, dass Kontakte, vor allem über die Musikszene, nach wie vor bestehen. Ab 2008 tauchten immer wieder Fotos von Stomper- Mitgliedern mit Anhängern des rechten Musiksumpfes auf (Bspw. Walkenhorst mit Endstufe-Sänger oder Flacke mit Faschistin Heidi S.).

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„Skinhead Way of Life“ und Nazi-Inhalte: Die Band „Smart Violence“

Quelle: Lotta-Magazin

In den vergangenen Jahren erfreuten sich RechtsRock-Bands, die sich stilistisch an Metalcore und Hardcore orientierten, einer großen Beliebtheit in der Szene. Die nordrhein-westfälische Band „Smart Violence“ hält hingegen weiterhin den Skinhead-Kult hoch und möchte zurück zu den angeblichen „glory days of R.A.C.“ Ihre Songtexte drehen sich aber nicht nur um den „Skinhead Way of Life“, sondern sind ebenso deutliche Bekenntnisse zur neonazistischen Ideologie.

Die Band Smart Violence gründete sich 2012 und brachte noch im selben Jahr die Demo-CD „hard hitting skinhead rock“ bei Old School Records, einem der führenden deutschen Label für RechtsRock, heraus. Die Bandmitglieder sind keine Szene-Neulinge, sondern können zum Teil auf jahrelange Erfahrung im neonazistischen Musik-Bereich zurückgreifen. Der Kern der Band besteht aus ehemaligen Mitgliedern der 2002 gegründeten Angry Boot Boys. In Interviews erklärte Smart Violence, sie habe sich gebildet, weil Angry Boot Boys eine längere Pause absolvieren würde. Aufgelöst hätte sich die Band aber nicht.

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Zu rechts für’s Oi-Konzert

Quelle: Der Blick nach Rechts

12.10.2017 – Wegen ihrer Verbindungen in Neonazi-Kreise wurde die Band „Southern Rebels“ am Donnerstag von einem Konzert in Augsburg ausgeladen. Die Skinhead-Rocker sollten am 21. Oktober zusammen mit unpolitischen und Grauzone-Bands ein Konzert in Augsburg geben.

14 Euro sollte es kosten, das „Herbst GrOIl Konzi“. Auf der Facebook-Seite des Veranstalters des Konzerts in der Augsburger Kradhalle heißt es, auf „Antifa und Naziköpfe können wir verzichten“. Telefonisch darauf angesprochen, dass die „Southern Rebels“ Verbindungen in Neonazi-Kreise unterhielten, sagte der Veranstalter Tobias L. am Donnerstag zunächst, dass ihm die Teilnahme zwei der Bandmitglieder an einem Neonazi-Konzert bekannt sei. Diese seien damit konfrontiert worden und hätten sich schriftlich vom Rechtsextremismus distanziert. Trotzdem werde er die Vorwürfe gegenüber der Band prüfen und dann über eine mögliche Absage entscheiden.

Wenige Minuten nach dem Telefonat teilte L. über seinen privaten Facebook-Account mit, man habe „über mehrere Ecken erfahren das eine Unserer Bands in der Rechten Ecke Aktiv ist das wollen und tolerieren wir nicht“. (Fehler im Original) Man habe die Band aus dem Programm genommen. Wenig später schreiben die „Southern Rebels“ auf Facebook: „Aufgrund medialer Hetze und dem schlechten Ruf unseres Labels wurden wir ausgeladen!“ Ein weiteres Konzert mit den „Southern Rebels“ ist am 8. Dezember in Berlin geplant.

Bei dem Konzert in der Augsburger Kradhalle am 21. Oktober sollten dem ursprünglichen Flyer nach die „Southern Rebels“ aus Landsberg, die wegen umstrittener Auftritte – etwa im Thüringer Rechtsrock-Lokal „Skinhouse Menfis“ – als Grauzone-Band geltende Gruppe „Lammkotze“ aus Baden-Württemberg sowie die Streetrock-Band „Promilleritter“ aus Neu-Ulm und die „Sachsenjungs“ aus Freiberg spielen. Die Punkrock Band „Die Römer“ aus Friedberg sollte ebenfalls performen, hat ihren Auftritt aber einen Monat vor dem Konzert laut Veranstalter wegen beruflicher Gründe abgesagt. Auch die „Sachsenjungs“ tauchen auf einer aktualisierten Version des Konzert-Flyers nicht mehr auf, dafür sollen „Hardfive“ einspringen.

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Grauzone in besetztem Haus in Luckenwalde

Quelle: Neues Deutschland

Rätselhaftes Rechtsrockkonzert im linksalternativen Projekt Trebbe 12

Am Haus Nummer 12 ist die Trebbiner Straße in Luckenwalde besonders schmal, da sie durch ein Baugerüst verengt wird. Es stehen aber keine Arbeiter auf dem Gerüst, um einen der zahlreichen Schäden am Gebäude auszubessern. Vielmehr scheint es darum zu gehen, lockere Steine oder Dachziegel daran zu hindern, auf die Fahrbahn zu poltern und einen Unfall auszulösen.

Am Hauseingang befindet sich kein klassisches Klingelschild. Stattdessen ist ein Zettel angenagelt, auf dem zwölf Namen stehen, wobei ein weiblicher Name durchgestrichen und durch einen männlichen Namen ersetzt ist. Links vom Eingang steht eine kleine Seitentür einen Spalt breit offen. Der Blick fällt in einen dunklen, fast kahlen Raum. Es könnte gut sein, dass dort die Konzerte stattfinden, die im Internet angekündigt sind.

Der Altbau Trebbiner Straße 12, szenetypisch kurz Trebbe 12 genannt, soll seit dem Jahr 2000 besetzt sein. Es findet sich der Hinweis, dass die Bewohner bis heute keinen Mietvertrag haben. Es gibt auch eine alte Ankündigung, wonach am 23. Mai 2009 ein NPD-Aufmarsch an dem Haus vorbeiziehen wollte. Dies sei »nicht nur eine Provokation, sondern eine direkte Kampfansage von rechts«, hieß es. In den letzten Wochen habe es in Luckenwalde vermehrt Übergriffe auf Linke, Punks und Hausbewohner gegeben, in den vergangenen Jahren immer wieder auch Angriffe auf die Trebbe 12. Kreativer Widerstand sei gefragt, um den NPD-Aufmarsch nicht durchzulassen. Wenn genug Gegendemonstranten am Bahnhof erscheinen, »werden die ›Kameraden‹ gar nicht erst aussteigen«, hoffte die Hausbesetzerszene, die zu einer solchen Gegendemonstration mobilisierte.

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Oi!-Punk mit rechtsgerichtetem Anlitz

15.03.2017 – Berlin – Am Samstag soll an unbekanntem Ort in „Ostberlin“ ein Szenekonzert der Oi! und Streetpunk-Community stattfinden. Aufgelistet sind auch Bands aus dem RAC-Umfeld.

Werbung für das Oi! Punk-Spektakel am Samstag; (Screenshot)
Es standen nur 100 Tickets zur Verfügung, eine Abendkasse gibt es nicht, die Nachricht „ausverkauft“ ließ nicht lange auf sich warten: Für den 18. März wird seit Jahresbeginn ein Szenekonzert der Oi!- und Streetpunk-Community in „Ostberlin“ beworben, bei dem es aber eine unübersehbare offene Toleranz für nationale und rechtsgerichtete Gesinnung gibt. Das verdeutlicht das Line-Up der Bands.

Aufgelistet werden die 2009 gegründeten „Bullenschubser“ aus der Hauptstadt, die ihren neuen Tonträger präsentieren wollen. Das Quartett zeichnet für die Kartenvergabe verantwortlich und pflegt Freundschaften in RAC-Kreise (Rock Against Communism). Im RAC-Umfeld tummeln sich ebenfalls seit Jahren die „Schusterjungs“ aus Weißenfels (Sachsen-Anhalt). Die Band besitzt unter anderem Kontakte zur Rechtsrock-Combo „Abtrimo“ aus Hamburg, mit der sie konspirativ vorbereitet im Februar des Vorjahres in Friedland (Mecklenburg-Vorpommern) auftrat. Als dritte jetzt vorgesehene Band ist „Skinfront“ benannt, die ebenfalls in Weißenfels beheimatet ist. Die immer noch erwähnte Berliner Gruppe „Bierballistik“ hingegen hat ihren Auftritt inzwischen abgesagt. (hf)

Quelle

„Bullenschubser“? Umschubsen! – Informationen zur rechten Berliner Skinhead-Szene und darüber hinaus

konspiratives Konzert der Band „Bullenschubser“, zusammen mit „Schusterjungs“ im März 2017
Seit rund 8 Jahren bewegt sich die Berliner Oi-Punk Band „Bullenschubser“ auch in der linken Subkultur Berlins. Mal als Bühnenact im Kreuzberger Binuu, oft als gern gesehene Kundschaft im Core-Tex und zum Saufen im „Abgedreht“ in Friedrichshain. Seit ihrer Gründung wird ihnen immer wieder eine Nähe zur sogenannten Grauzone, wie auch zur extrem rechten RAC-Szene (Rock Against Communism) nachgesagt, die allerdings bisher nur schwammig belegt werden konnte. Aufgrund anstehender Konzerte der Band in Berlin und Potsdam möchten wir im Folgenden Informationen zur Band offen legen, damit KonzertveranstalterInnen und Läden den „Bullenschubsern“ auch argumentativ eine Absage erteilen können.

Unterschiedliche Konzepte

„Bullenschubser“ waren in den letzten Jahren immer auf die Sympathie verschiedener linker, subkultureller Clubs angewiesen, denn ihr Ruf eilte ihnen immer voraus. Anders erklärt sich der Auftritt im Kreuzberger Club „BiNuu“ im Oktober 2015 nicht, wo sich „Bullenschubser“ mit den „Thee Flanders“ die Bühne teilen konnten. Gesponsert war die Veranstaltung vom Core Tex, eine Kreuzberger Instanz der Hardcore und Punk-Szene. Dass diese Möglichkeit für die Band eine seltene Chance für eine große Bühne darstellt, lässt die Historie der Auftrittsmöglichkeiten vermuten. Denn wenn selbst die kleinen, oft unbekannten Locations nicht herhalten können, verlässt sich die Band vor allem auf Orte wie das Berliner „Blackland“ – welches bereits durch Auftritte diverser rechter Metalbands bekannt geworden ist – oder weicht auf ein Konzept der extremen Rechten aus: konspirativ organisierte Konzerte, wo die BesucherInnen entweder durch eine Info-Nummer wenige Stunden vor dem Konzert vom Ort des Geschehens erfahren, oder wie im Falle des „Bullenschubser“-Konzerts am 18. März 2017 durch den Kauf eines Tickets.

Ähnlich wurde es mit einer Veranstaltung im Sommer 2016 gehalten. Angekündigt wurden die Bands „Condemned 84“, „Schusterjungs“, „Voice of Hate“, „Anti Clockwise“ und als Haus-und Hof Band der Veranstaltung: „Bullenschubser“. Das Konzert konnte schlussendlich gut besucht und ungestört in Brandenburg über die Bühne gehen. Hinter der Veranstaltung stand eine Konzertgruppe die sich „Oi! The new (old) breed“ nennt und maßgeblich von Tim (Breyer/Müller als Pseudonym bei Facebook) , Bassist bei „Bullenschubser“, und einem „Tom Köhler“ initiiert wurde. Die konspirative Organisation hatte Gründe, betrachtet man das Line-Up des Abends genauer:

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Braunzonenkonzert in links-besetztem Haus?

Am 11.03.2017 sollen drei Bands mit zweifelhaften Hintergrund in dem besetzten Haus „Trebbe 12“ in Luckenwalde (Brandenburg) auftreten. Sie stammen aus Magdeburg, Bremerhaven, Wismar und spielten auch schon in dem besetzten Haus. Beworben wird das Konzert unter anderem vom ungarischen Ableger des neonazistischen Musiknetzwerks „Blood & Honour.“

Die Trebbe 12

Die „Trebbe 12“, in der Trebbiner Straße in Luckenwalde, wurde im Jahr 2000 von Jugendlichen und jungen Erwachsenen besetzt. Die Nutzerschaft der „Trebbe 12“ rühmt sich damit, dass man weiterhin keinen Vertrag und somit noch einen Besetzerstatus habe. Neben einem Konzertraum und einer Kneipe hat das Objekt Wohnräume für bis zu 20 Menschen.
Inzwischen scheint man sich vom ursprünglich linken Anspruch des alternativen Lebens und des Freiraums „emanzipatorischen Austausches“, wie es auf der Webseite heißt, distanziert zu haben. Bei vergangenen Konzerten gab man Flugblätter als Werbemittel heraus, auf denen vor politischer Unkorrektheit gewarnt wurde. Gleichzeitig nutzte man das antifaschistische Symbol, bei dem ein Hakenkreuz in einen Mülleimer entsorgt wird, und erweiterte es um das kommunistische Symbol dem Hammer und der Sichel. Sie beziehen dabei Position gegen sog. „Extremismus“, bzw. sehen sich als ein Raum, der frei von Politik sein soll.
Ebenfalls teilt der Facebook-Account der „Trebbe 12“ Inhalte von rechten und verschwörungstheoretischen Facebook-Seiten, wie „KenFM“, „Der Wächter“, „Freie Medien“ oder Texte, die sich gegen sog. „Linksfaschisten“ richten.

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Drahtzieher im braunen Netz: Marvin Vogelsang

„Recherche38″ schreibt:

Der 26-jährige Braunschweiger Marvin Vogelsang gilt als einer der einflussreichsten Personen der Neonazi-Szene in der Region. Vogelsang gehört zur NPD-Jugend »Junge Nationaldemokraten« (JN), ist im Rechtsrock-Netzwerk »Honour & Pride« aktiv und war Mitbegründern der neonazistischen »Aktionsgruppe38« und des „Kreisverbandes Braunschweiger Land“ der Partei »Die Rechte«.

Vogelsang agiert dabei meist als Drahtzieher im Hintergrund, kümmert sich z.B. um die Organisation und die Finanzen der Gruppen und Räumlichkeiten in Vereinsheimen und ähnlichem für Treffen, Veranstaltungen, Partys, Liederabende und Rechtsrockkonzerten an. In der Öffentlichkeit, z.B. bei rechten Aufmärschen oder Kundgebungen, tritt er eher selten in Erscheinung. Marvin Vogelsang studiert derzeit an der TU Braunschweig und ist dafür von seinem Arbeitgeber, einem Großunternehmen aus der Region, freigestellt.

Von der »Kontaktgruppe« über die »AG38« zur Partei »Die Rechte«

Im Herbst 2011 entstand die »Kontaktgruppe Braunschweig«, die zum Ziel hatte die „gemeinsame Freizeitgestaltung“ und den „Austausch zwischen „Kameraden/innen aus der Umgebung“, z.B. durch ein monatliches „Kameradschaftstreffen“ zu befördern. Sie sollte dazu dienen, die zu dieser Zeit eher lose und unstruktierte rechte Szene und die vereinzelten Aktivisten und Sympathisanten in der gesamten Region besser zu vernetzen. Zur »Kontaktgruppe« wurden Personen eingeladen, die der organisierten Neonaziszene und deren Umfeld angehörten, aber auch Personen, die bis dahin eher der sogenannten Grauzone zwischen „unpolitischer“ Oi-Skinhead/Punkszen und der eher subkulturell geprägten Nazimusikszene zugerechnet wurden. Die »Kontaktgruppe« hatte eine Internetseite (www.kontaktgruppe-bs.net), deren Inhaber laut Auskunft des Providers Marvin Vogelsang war. Er verwaltete auch die Facebook-Gruppe, über die die »Kontaktgruppe« sich vernetzte. Marvin Vogelsang soll außerdem zur Gruppe »BS Aktiv« gehört haben, die bis auf einen Aufkleber, der eine Gruppe vermummter vor dem Denkmal des Herzogs Carl Wilhelm Ferdinand zeigte, nicht weiter auffiel.

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Krawallbrüder und ihre Nazifreunde – Heute, morgen, für immer!

Via „Indymedia Linksunten“:

Vor ca. einem Jahr tauchten Bilder auf, die abermals bewiesen, dass die „Krawallbrüder“ alles andere als eine unpolitische Band sind. Bassist Sven Scherer und Gitarrist Florian Wunn pflegten allen Beteuerungen zum Trotz noch im Jahr 2012 so enge Kontakte zu offensichtlichen Nazis aus dem Saarland, dass sie mit diesen gemeinsam einen Urlaub verbrachten. Die Lüge, mit Nazis nichts am Hut zu haben, war endgültig widerlegt1. Seitens der Abgelichteten erfolgte hierzu keine Stellungnahme, keine Richtigstellung und auch kein Dementi. Es ist also anzunehmen, dass die Bilder echt sind und die Verbindungen zu saarländischen Nazis weit in die aktive Zeit der „Krawallbrüder“ hineinreichen.

Vernehmt die Stimme die ihr liebt

von der man sehr sich distanziert

habt ihr die Märchen schon gehört?

Scheinheilig die Gerüchte streuen

denen die Grundlage entbehren

wer bist du und wer willst du sein, in einem Haufen von Verlierern?

(Krawallbrüder – Uns‘re Lieder – Euer Halt)

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„Drecksband“: Ruhrbarone machen Abmahnung durch Frei.Wild öffentlich

„Endstation Rechts“ berichtet:

Der Volksmund sagt, wer austeilt, muss einstecken können. Frei.Wild, eine Südtiroler Rockband mit Hang zum pathetischen Nationalismus, teilt zweifelsfrei verbal gerne aus. Fühlen sich die vier Musiker allerdings selbst auf den Schlips getreten, werden in ihren Namen Anwälte tätig. Die Ruhrbarone wurden nach eigenen Angaben für einen Artikel abgemahnt, der die Funktion Frei.Wilds für den Musikpreis „Echo“ thematisiert.

Der „Echo“ sei, konstatiert Stefan Laurin bei den Ruhrbaronen, „die Karikatur eines Musikawards“. Ohne die jährlich wiederkehrenden Skandale um die italienische Musikband Frei.Wild, die in diesem Jahr erstmals den Preis in der Kategorie „Rock / Alternativ National“ gewannen, sei das Interesse an der Auszeichnung gering. Tatsächlich fiel vor wenigen Tagen der Aufschrei klein aus. Während vor drei Jahren zahlreiche Musiker und Bands nach der Bekanntgabe der Nominierung der umstrittenen Deutschrocker einen Boykott ins Spiel gebracht hatten, gaben sich die anderen ausgezeichneten Künster auf der „Echo“-Bühne vergleichsweise handzahm. Dessen ungeachtet brachte etwa der Berliner Kulturstaatssekretär und Ex-Musikmanager Tim Renner bei Facebook seinen Missmut zum Ausdruck: „Puh. Freiwild einen Echo zu geben ist wie mit der AfD koalieren“, schrieb der frühere Geschäftsführer der „Universal Music GmbH“.

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Who the fuck is BRUTTO

„Indymedia Linksunten“ schreibt:

Der Krieg im Donbass zerreißt nicht nur die Ukraine, sondern spaltet die Menschen in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Auf Seiten der sogenannten Volksrepubliken kämpfen nicht nur russophile Ukrainer*innen und russischen Soldat*innen, sondern auch internationale Unterstützer*innen aus der ganzen Welt. Unter ihnen sind Neonazis, Antifaschist*innen, Kommunist*innen, Fußballfans und militante Patriot*innen aus verschiedenen Ländern.

Die sogenannte Anti-Terror-Operation (ATO) unter Führung der regulären Truppen der Ukrainischen Armee auf der anderen Seite wird von ukrainischen Nationalist*innen und internationalen Freiwilligen unterstützt. Unter ihnen befinden sich Nationalist*innen aus verschiedenen osteuropäischen Staaten, Neonazis, Antifaschist*innen, nationalistische Anarchist*innen und Fußballfans. Im Zuge des Bürgerkrieges im Osten der Ukraine driftet der gesamte Osten zunehmend in einen patriotisch chauvinistischen Mainstream, in dem die Front zwischen kremlloyalen Unterstützer*innen einer vermeintlich aggressiv imperialen „Russischen Welt“ sowie den Unterstützer*innen des anti-imperialen Freiheitskampfes der ukrainischen Nation verlaufen soll. Dieser Konflikt spaltet nicht nur das politische Spektrum, sondern ist längst in der Popkultur angekommen. Die belarussisch-ukrainische Band BRUTTO, die am 9. Juni 2016 im Hangar 49 in Berlin und am 10. Juni 2016 im Hamburger Rockklub Logo spielen will, bilden hierbei ein gefährliches Scharnier zwischen nationalistischem Mainstream und militanten Patriot*innen. Aus diesem Grund soll an dieser Stelle über die Band, ihre Verbindungen und Sympathien, ihren Hintergrund und die Organisator*innen der Mini-Tour berichtet werden.

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Stellungnahme zur Ausladung von THE VEGGERS vom TOO DRUNK TO POGO II von Punkfilmfest Booking

Wir dokumentieren:

Wir haben uns entschlossen die südkoreanische Band THE VEGGERS vom TDTP II auszuladen. Hauptgrund für diese Entscheidung ist, das die Band in Südkorea mit einer eindeutig rechten südkoreanischen Band(Name bekannt) mehr als einmal zusammen bei Konzerten gespielt hat.
Uns ist bewusst, das die Szene in Südkorea sehr klein ist und mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, aber unser Selbstverständnis von Punk beinhaltet einen klaren Standpunkt für Antifaschismus. Konzerte mit rechten Bands sind nun einmal eindeutig Grauzone und deshalb nicht akzeptabel, insbesondere da THE VEGGERS wohl eindeutig wussten, das sie mit einer rechten Band zusammen auftreten.
Uns ist auch klar das wir hier in Deutschland/Europa aus einer viel älteren Punkszene kommen, die auch erst lernen musste (und leider auch immernoch muss), das patriotische, nationalistische und rechte Bands/Menschen nichts in der Punkszene zu suchen haben.
Wir hoffen das diese Ausladung auch einen Lerneffekt für die Band (und auch andere Bands aus aller Welt) hat, wer mit Nazis, Rassisten, Nationalisten, Patrioten feiert, kann nun mal nicht in linken Räumen auftreten.

Für Kritik und Diskussionen sind wir gerne offen!

Ist das noch RASH oder kann das weg?

„RASH München“ schreibt:

Liebe Genoss_Innen, im folgendem Artikel geht es um die Facebookseite „R.A.S.H. – Red and Anarchist Skinheads“ [1] und ihren mehr als fragwürdigen Auftritt. Ein von dieser Seite geteilter Link, führte zu einem Video der Band „Volxsturm“. Die Band „Volxsturm“ spielte in vergangenen Jahren mit Bands wie „7er Jungs“ [2], „Trabireiter“ [3] sowie mit „KrawallBrüder“ mit denen sie sich auch dieses Jahr auf dem „Spreewaldrock Festival“ die Bühne teilen [4]. Außerdem tragen die Bandmitglieder von „Volxsturm“ gerne mal Merch von RAC-Bands wie „Last resort“ und „Warzone“ [5][6]. Ein anderer Link der über die Seite verbreitet wurde, führte zu einem Lied von „The Exploited“. Was von Wattie und seiner Kapelle zu halten ist, dürfte seitdem sie die Blood & Honour Band „Legitime Violence“ bei einem Konzert in Montreal hofierte glasklar sein [7]. Die Band „Boot Party“ deren Song „Working Class revolt“ über die selbsternannte RASH-Seite geteilt wurde, nahmen ein Album bei „DIM Records“ auf. Bei diesem Label sind derzeit unter anderem die Nazipunks von „Midgards Söner“ unter Vertrag. Nazibands wie „Endstufe“, „Nordwind“ als auch „Faustrecht“ standen ebenfalls bei „DIM Records unter Vertrag. „Boot Party“ nahmen bei „Vulture rock records“ auch ein paar Scheibchen auf, genauso wie die Rechtsrocker von „Ultima Thule“.

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Das Grüne Haus in Suhl – ein alternatives Hausprojekt südlich des Rennsteigs

Via „Alerta Südthüringen“:

existiert das Grüne Haus in Suhl als ein Treffpunkt für Punks, Antifaschist_innen und andere alternative Jugendliche und Erwachsene. Seitdem gab es immer wieder Probleme im Haus, sowohl finanzielle, als auch politische, die das Weiterbestehen des weitestgehend einzigen Hausprojektes dieser Art südlich des Rennsteigs in Frage stellten. Den neusten Höhepunkt der politischen Probleme gab es am 7. August 2015.

Das Grüne Haus ist im Zuge einer Hausbesetzung Anfang der 90er Jahre in der Meininger Straße in Suhl entstanden. Dieses besetzte Haus wurde jedoch kurze Zeit später geräumt. Daraufhin stellte die Stadt den Besetzer_innen ein anderes Gebäude in der Werner-Seelenbinder-Straße zur Verfügung, in dem sie zwei Jahre verbleiben konnten. Hier gründete sich auch der Verein „Alternativer Jugendkreis e.V.“, kurz AJK. 1992 kam es in Suhl zu einer großen Straßenschlacht, da im Vorfeld einige Punks von Nazis krankenhausreif geprügelt wurden. Nachfolgend wurde auch das Haus in der Werner-Seelenbinder-Straße geräumt. Es folgten Demonstrationen und andere Protestformen, wie das Rumasseln im Suhler Stadtzentrum. Damit konnte genug Druck auf die Stadtverwaltung aufgebaut werden, sodass die alternativen Jugendlichen ein Haus in der Gothaer Straße 105 bekamen, sozusagen als Vereinssitz des AJK, das „Grüne Haus“, welches auch noch heute besteht.

Weiter: http://www.autistici.org/agst/alerta/06-das-gruene-haus-suhl.html

Wir müssen endlich einsehen, dass Nazis auf Hardcore-Shows gehen

Via „Vice“-Magazin:

Hardcore ist ein bisschen wie der Pausenhof einer Sonderschule für verhaltensauffällige Jugendliche mit ADHS. Jeder hängt nur in seiner Gruppe rum, findet alles außerhalb dieser zum Kotzen und jede noch so kleine Diskussion, sei es über Bands, Moshen oder Skinny Jeans, hat das Potential so zu eskalieren, dass der Pausenaufsicht nichts anderes übrig bleibt, als die streitenden Gruppen mit Ritalin-Gasgranaten zu trennen. Nur auf eins konnte man sich trotz aller Anfeindungen immer irgendwie einigen: Nazis sind scheiße. Im Jahr 2016 bekommt man aber immer öfter das Gefühl, dass diese einstige Bastion der Gemeinsamkeit nur noch im sogenannten „früher“ existiert, von dem dir alte Menschen erzählen, wenn sie nicht gerade Mittagsschlaf machen oder verwirrt im generationenfreundlichen Edeka mit der Lupe die Zutaten der Maggi-Linsensuppe studieren.

Dass sich auf größeren Hardcore-Veranstaltungen immer mehr rechtsgesinnte Menschen befinde, war bisher nur ein vages Gefühl, was ab und zu durch Hörensagen von Freunden und Bekannten bestätigt wurde, die davon erzählten, dass einige HC-Bands zwar gerne „Refugees Welcome“ brüllen, auf ihrem Dorf aber ohne größere Probleme mit Nazis an der Tanke hängen und Bier trinken. Dieses nicht greifbare Gefühl erfuhr am 11. Januar leider traurigen Zuspruch. Der Tag markiert den vorläufigen Ekel-Höhepunkt der neurechten Bewegung in Deutschland. Während „Wir sind ja keine Nazis“-LEGIDA zusammen mit Kategorie C-Frontmann Hannes Ostendorf in der Leipziger Innenstadt die Werte von Kartoffelland verteidigte, zogen 250 Nazis aus der Hooligan-Szene ins linksalternative Connewitz, um dort einen kompletten Straßenzug zu zerlegen und Wohnhäuser mit Feuerwerkskörper zu beschießen, wodurch teilweise kleinere Brände entstanden.

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Musik und nationale Identität: Wie deutsch kann Pop sein?

Via „BR“:

Popmusik aus Deutschland. Deutscher Pop. Pop mit deutschen Texten. Deutschpop. Komisches Wort. Wann wird aus einem deutschsprachigen Lied ein Lied über Deutschland, und wann wird aus diesem ein Lied, das Deutschland als imaginierte Gemeinschaft suggeriert? Ein Generator über die Wandlung der deutschen Popmusik zum identitären Angebot.

Popmusk mit deutschen Texten ist Deutschpop? All die Genres und Subgenres des Pop – Beat, Rock, Heavy Metal, Reggae, Punk, HipHop, Indie… deutscher Text dazu, und fertig ist Deutschpop?

Deutschpop ist Popmusik mit deutschen Texten, bei denen das Deutschsein irgendwie wichtig ist. Deutschpop kann alles mögliche sagen, er sagt aber immer gleichzeitig: Schau her, wie deutsch ich bin. Im Hintergrund wehen da immer schwarz-rot-gelbe Fähnchen. Mal ein bisschen trist im Smog der Stadt, mal begeistert im Wind.

Also nationaler Pop? Oder schon Nationalpop? Nationalpop für eine Popnation vielleicht. Musik für eine Nation, die sich vor allem über Popkultur versteht. Musik für Popnationalisten? Popmusikalischer Nationalismus? Im schlimmsten Fall.
Jedenfalls: identitär.

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