Archiv der Kategorie 'Hammerskins'

Neonazi-Netzwerk in Bayern: „Blood and Honour“ aktiv trotz Verbot

„Blood and Honour“ gilt als die weltweit bekannteste Neonazi-Organisation. In Deutschland ist das Netzwerk seit dem Jahr 2000 verboten. Doch zusammen mit der Terrorgruppe „Combat 18″ sind die Rechtsextremen in Bayern wieder aktiv.

Sie wollen den totalen Rassenkrieg. „Combat 18″ – unter diesem Namen schlossen sich europaweit jahrelang gewaltbereite Neonazis zusammen. Die Rechtsextremen waren Teil des Netzwerks „Blood and Honour“, auf deutsch: „Blut und Ehre“. Der bayerische Verfassungsschutz bestätigt auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks, dass die Neonazi-Organisationen im Freistaat wieder Fuss gefasst haben.

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Hammerskin-Konzert in Frankreich

Am Samstag, den 18.03.2017, versammelten sich über tausend Neonazis unter dem Motto „Defend Europe“ zu einem Rechtsrock-Konzert in einer Sporthalle in Heudicourt-sous-les-Côtes am Lac de Madine im Nordosten von Frankreich. Das Konzert organisierten die „Hammerskins“ mit Unterstützung durch das Neonazi-Netzwerk „Blood & Honour“. Deutsche und französische „Hammerskins“ schleusten hunderte Neonazis über Belgien nach Frankreich. Neben „Heiliger Krieg“ (Württemberg), „Division Germania“ (Mönchengladbach), „Blitzkrieg“ (Chemnitz) und „Squadron“ (Großbritannien) trat als Headliner die australische Band „Fortress“ auf.

Die „Blood & Honour“-Band „Fortress“ veröffentlichte ihr erstes Album 1992 bei dem deutschen Label „Rock-O-Rama Records“. Der „PC-Records“- Betreiber Yves Rahmel aus Chemnitz bewertete „Fortress“ am 16.12.2016 folgendermaßen: „Die kann man ruhig in einem Zug mit Skrewdriver nennen. Legendär und man schaut Vorraus der Dinge die da kommen!“. Auch der „Hammerskin“ Robert Kiefer schrieb begeistert: „Neue Kollektion von der Kultband Fortress aus Australien! Meiner Meinung nach einer der besten Bands überhaupt! Kann mich noch an ein Konzert 1999 bei Koblenz von ihnen erinnern! Tolle Zeit, tolle Musik!“

Aus einem Gespräch zwischen dem „Hammerskin“ und V-Mann Roland Sokol und dem Neonazi Michael „Mike“ Hansen geht hervor, dass Sokol bereits 2014 begann, den Auftritt der Band „Fortress“ zu planen. Hansen lebt seit Anfang 2013 in den USA, kommt ursprünglich aus Offenbach und war dort bei „Blood & Honour“ Hessen organisiert.

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Nach Auseinandersetzung mit Neonazi – Hausdurchsuchungen in Berlin

Heute morgen drangen Beamte des Berliner Staatsschutzes in mindestens zwei Wochnungen in Kreuzberg und Mitte ein. Im Raum steht der Vorwurf der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung zum Nachteil des Neonazis Peter Brammann. Brammann, Sänger der Neonaziband Deutsch, Stolz, Treue (D.S.T.), soll laut Durchsuchungsbeschluss im Dezember 2015 in der Köpenicker Straße »mittels eines gefüllten Strumpfes (…) diverse Prellungen« erlitten haben.

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Siehe auch: DNA-Entnahme verweigert – Interview mit einem Beschuldigten

„Bullenschubser“? Umschubsen! – Informationen zur rechten Berliner Skinhead-Szene und darüber hinaus

konspiratives Konzert der Band „Bullenschubser“, zusammen mit „Schusterjungs“ im März 2017
Seit rund 8 Jahren bewegt sich die Berliner Oi-Punk Band „Bullenschubser“ auch in der linken Subkultur Berlins. Mal als Bühnenact im Kreuzberger Binuu, oft als gern gesehene Kundschaft im Core-Tex und zum Saufen im „Abgedreht“ in Friedrichshain. Seit ihrer Gründung wird ihnen immer wieder eine Nähe zur sogenannten Grauzone, wie auch zur extrem rechten RAC-Szene (Rock Against Communism) nachgesagt, die allerdings bisher nur schwammig belegt werden konnte. Aufgrund anstehender Konzerte der Band in Berlin und Potsdam möchten wir im Folgenden Informationen zur Band offen legen, damit KonzertveranstalterInnen und Läden den „Bullenschubsern“ auch argumentativ eine Absage erteilen können.

Unterschiedliche Konzepte

„Bullenschubser“ waren in den letzten Jahren immer auf die Sympathie verschiedener linker, subkultureller Clubs angewiesen, denn ihr Ruf eilte ihnen immer voraus. Anders erklärt sich der Auftritt im Kreuzberger Club „BiNuu“ im Oktober 2015 nicht, wo sich „Bullenschubser“ mit den „Thee Flanders“ die Bühne teilen konnten. Gesponsert war die Veranstaltung vom Core Tex, eine Kreuzberger Instanz der Hardcore und Punk-Szene. Dass diese Möglichkeit für die Band eine seltene Chance für eine große Bühne darstellt, lässt die Historie der Auftrittsmöglichkeiten vermuten. Denn wenn selbst die kleinen, oft unbekannten Locations nicht herhalten können, verlässt sich die Band vor allem auf Orte wie das Berliner „Blackland“ – welches bereits durch Auftritte diverser rechter Metalbands bekannt geworden ist – oder weicht auf ein Konzept der extremen Rechten aus: konspirativ organisierte Konzerte, wo die BesucherInnen entweder durch eine Info-Nummer wenige Stunden vor dem Konzert vom Ort des Geschehens erfahren, oder wie im Falle des „Bullenschubser“-Konzerts am 18. März 2017 durch den Kauf eines Tickets.

Ähnlich wurde es mit einer Veranstaltung im Sommer 2016 gehalten. Angekündigt wurden die Bands „Condemned 84“, „Schusterjungs“, „Voice of Hate“, „Anti Clockwise“ und als Haus-und Hof Band der Veranstaltung: „Bullenschubser“. Das Konzert konnte schlussendlich gut besucht und ungestört in Brandenburg über die Bühne gehen. Hinter der Veranstaltung stand eine Konzertgruppe die sich „Oi! The new (old) breed“ nennt und maßgeblich von Tim (Breyer/Müller als Pseudonym bei Facebook) , Bassist bei „Bullenschubser“, und einem „Tom Köhler“ initiiert wurde. Die konspirative Organisation hatte Gründe, betrachtet man das Line-Up des Abends genauer:

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Ein »Hammerskin« an der Club-Tür

Freitagnacht auf der Braunschweiger Partymeile: Aus einem der Clubs dringt Musik von HipHop über Alternative bis Rock. Das Publikum bunt gemischt wie die Musik, viele Studierende, ein paar Hipster. Wer rein will der muss hier heute an einem Türsteher vorbei. Er wirkt kräftig, eher klein, die Haare kurz geschoren, auffällig bunte Tätowierungen ziehen sich bis über den Hals und die Hände. Was die meisten Besucher*innen wohl kaum ahnen: Dennis Kiebitz, der an diesem Abend vor dem »Lindbergh Palace« steht, ist Mitglied der »Hammerskins«, einer der „gefährlichsten Neonazi-Organisationen überhaupt“ (ZEIT Online).

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Braune Geburtstagsparty

03.01.2017 – Großbritannien (Coventry) – Am 28. Januar soll im britischen Coventry eine „Birthday-Party“ mit Rechtsrock-Bands aus Deutschland, Finnland und Schweden stattfinden.
Für das Rechtsrock-Event am 28. Januar in Coventry (West Midlands) ist auch die Stuttgarter Combo „Kommando Skin“ gelistet, die seit 1999 unter dem Namen aktiv ist. Neben einer schwedischen Band wurde zudem die finnische Gruppe „Mistreat“ aus Kouvola eingeladen. Diese hat sich bereits 1988 gegründet. Die Finnen waren am 1. Oktober 2016 der Haupt-Act beim „Hammerfest“ der US-amerikanischen „Hammerskin“-Bewegung in Georgia. (hf)

Quelle

Rechtsrock-Event mit B&H und „Hammerskins“

16.11.2016 – Am Samstag soll an nicht näher bezeichnetem Ort in Norditalien ein Konzert mit acht europäischen Neonazi-Bands stattfinden – mit dabei sind auch die deutschen Combos „Blitzkrieg“ und „Frontfeuer“.

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[HH] Abtrimo: Über das rechte Netzwerk einer Hamburger Band

Eine kurzer Blick auf die rechte Skinheadszene Norddeutschlands – von Blood & Honour über das NSU-Umfeld bis heute
Die Band „Abtrimo“ und das folgend aufgeführte Umfeld stehen hier nur exemplarisch für eine Teilstruktur in einem über Jahre gewachsenen, internationalen Netzwerk bestehend aus vielen Bands, Gruppen und Einzelpersonen der extremen Rechten. Dennoch soll anhand der Bandvorstellung ein Teil des militanten Rechtsrock-Netzwerks Norddeutschlands skizziert werden.

Die Hamburger Band „Abtrimo“ wurde im Dezember 2010 gegründet. Die erste Demo-CD erschien 2012 mit Hilfe des Neonazis Jan Greve über dessen Label und Onlineversand „Skinhead Service“. Ein Jahr zuvor spielten sie bereits das erste Konzert. Es folgten vier weitere Veröffentlichungen und über 20 Konzerte bis heute.

Abtrimo Nienhagen Soltmann, Koschnick, Oest, H&P Mitglied, Tesch, MalinaGemeinsam mit der Hamburger Neonaziband „Likedeelers“ veröffentlichte „Abtrimo“ 2012 ein Album unter dem Titel: „Norddeutscher Untergrund… Der erste Streich!“. Die Anlehnung an die Symbolik und Namensgebung des „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU), die ihre Morde in einem Video mit der Comic Figur Paulchen Panther als „Streiche“ verharmlosten, könnte daher auch als eine Art Sympathiebekundung der Band zu der rechten Terrorgruppe NSU verstanden werden.

Weiter zeigt auch der aktuellste Sampler „4 gewinnt“ der Bands „Abtrimo“, „Ungebetene Gäste“, „Überzeugungstäter Vogtland“ sowie „Alte Schule“ die gemeinsamen, ideologischen Gewaltfantasien. Auf dem Sampler wird dies beispielhaft im Song „F.D.G.K“ der Band „Alte Schule“ deutlich, wobei der szeneintern verwendete Code für „Für Deutschland, gegen Kanaken“ steht. Die von der Band selbst zensierten Text-Stellen werden in der Aufnahme durch Schussgeräusche ersetzt. Auch in der 2014 bei „Oldschool Records“ veröffentlichten, bereits indizierten, EP „Hammonia“ propagiert „Abtrimo“ rassistische Gewaltphantasien.
Gemeinsam mit dem Potsdamer RechtsRock-Musiker Uwe „Uwocaust“ Menzel veröffentlichte die Band das Lied „Gewalt regiert uns alle“ und spielte im Mai 2016 mit ihm, „Faustrecht“ und der japanischen RAC-Band „Aggroknuckle“ ein Konzert in Staupitz in Sachsen.

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Memorial für „Hammerskin“-Kultfigur

04.10.2016 – Für Samstag ist in „Mitteldeutschland“ ein Gedenk-Konzert für den 1994 verstorbenen Rechtsrock-Musiker Joe Rowan angekündigt.

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Aktive rechte Szene im Ländle

Via der „Blick nach Rechts“:

Personenpotenzial in Baden-Württemberg stagniert zahlenmäßig – die Zahl der Straf- und Gewaltdelikte ist stark angestiegen.

Die Personenzahl, die der Verfassungsschutz Baden-Württemberg dem Rechtsextremismus zurechnet, liegt unverändert bei rund 1800. Dem aktuellen Jahresbericht zufolge gelten 810 Rechtsextremisten als gewaltorientiert. Die Zahl der Demonstrationen der rechtsextremen Szene ist unter vornehmlicher Konzentration auf das Flüchtlingsthema von 12 auf 17 angewachsen, zehn davon unter maßgeblicher NPD-Beteiligung. Allerdings ist die Teilnehmerzahl bei den Zusammenkünften rückläufig und liegt meist im mittleren zweistelligen Bereich. Deutlich angestiegen um rund zwei Drittel sind die rechtsextrem motivierten Straftaten mit 1484 Vorfällen (2014: 865), die rechtsextremen Gewaltdelikte haben sich mit 73 Vorkommnissen, darunter neun Gewalttätigkeiten auf Asylbewerberunterkünfte, verdreifacht (2014: 23).

Mit unverändert 410 Mitgliedern ist die NPD aktiv, darunter 70 Angehörige ihrer Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN). Der Landesverband spielt im NPD-Ranking eine untergeordnete Rolle, denn kein Parteigänger aus Baden-Württemberg ist stimmberechtigtes Mitglied im Bundesvorstand. Durch intransparentes Verhalten, wechselnde Bezeichnungen und namentliche Dopplungen bleibt die von der NPD ausgewiesene Zahl von 20 Kreisverbänden nicht verifizierbar, dazu existieren noch einige wenige Ortsverbände. Der JN-Stützpunkt Heilbronn ging mit einer „Berufsverbote stoppen“-Kampagne an die Öffentlichkeit. Thematisiert wurde dabei, dass vier Aktivisten mit rechter Gesinnung ihren Arbeits- beziehungsweise Ausbildungsplatz verloren hätten.

Die Neonazi-Partei „Die Rechte „unter dem Landesvorsitz von Manuel Mültin zählt unverändert 80 Zugehörige. Sie verfügt über zwei Kreisverbände und regionale Schwerpunkte im Raum Karlsruhe, Pforzheim sowie im Enz-Kreis. Die Partei „Der III. Weg“ hat mittlerweile über 30 Mitglieder und damit 20 neue Anhänger. Die Parteiangaben sind stets mit Vorsicht zu behandeln. Als Beispiel gilt die angeblich auf Oktober 2015 datierte Gründung des Stützpunktes Württemberg, dessen Internetseite allerdings bereits viel früher mit Texten bestückt wurde.

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Rechtsrock-Events am Wochenende

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

21.06.2016 – Für einen Auftritt am kommenden Samstag „live in Ostsachsen“ bewirbt unter anderem auch die international agierende „Blood&Honour“-Bewegung vier ostdeutsche Bands.

Hassmusik am Samstag in Ostsachsen; (Screenshot)
Der genaue Veranstaltungsort für den 25. Juni wird nicht genannt. Angekündigt werden dafür „Selbststeller“ aus Riesa, „Barricades“ aus Sachsen-Anhalt, „Endless Struggle“ mit Bandmitgliedern verschiedener östlicher Bundesländer sowie „Sista Bataljen“. Das letzte bekannt gewordene Rechtsrock-Konzert in Ostsachsen fand im vergangenen Dezember in der Kleinstadt Niesky statt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Abgeordneten der Linken hervor.

Ebenfalls für den 25. Juni wird „Naziradau im Bratwurst-Gau“ beworben. Eine genaue Örtlichkeit fehlt, doch der Hinweis auf die Bratwurst weist den Weg nach Thüringen. Dort sollen „Ex Umbra In Solem“, die erst einen kleinen Demo-Tonträger veröffentlicht haben, die 1997 in Berlin gegründete Combo „Legion of Thor“ (L.O.T.), die aus dem Raum Zürich kommende Band „Amok“ um den verurteilten Sänger Kevin Gutmann, die dem B&H-Netzwerk zugerechnet werden kann, sowie die mit Legion of Thor befreundeten „D.S.T.“, das Kürzel für die Berliner Band „Deutsch, Stolz, Treue“ um Peter Marko Brammann, auftreten. (hf)

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Das Spektrum der neonazistischen Bruderschaften

Das „Antifa Infoblatt“ schreibt:

Derzeit aktive neonazistische Bruderschaften tragen Namen wie „Brigade 8“, „Blood Brother Nation“, „Midgards Wächter“, „Sons of Asgard“, „Wodan Bruderschaft“, „Bru­derschaft H8“, „Road Crew“ oder „Sturm­gruppe 44“. Manche bestehen aus einem halben Dutzend Personen, andere haben Hunderte Mitglieder und Supporter. Manche werden so schnell von der Bildfläche verschwinden, wie sie erschienen sind, andere gibt es seit über 20 Jahren. Nachfolgend betrachten wir unterschiedliche Facetten des Modells Bruderschaft und stellen Gruppen vor, die dafür exemplarisch stehen.

Die bedeutendste Gruppe in diesem Spektrum sind zweifellos die Hammerskins, die sich als Skinhead-Bruderschaft und Elite der gesamten Neonaziszene verstehen. Das AIB hat in den vergangenen Ausgaben wiederholt ausführlich über Hammerskins berichtet.1

Rechtsrock und Terror seit über 20 Jahren — Die Vandalen

Die älteste rockerähnliche Neonazi-Bruderschaft, die Wert darauf legt, kein MC zu sein, sind die Berliner „Vandalen — Ariogermanische Kampfgemeinschaft“.
Gegründet 1982 in Ostberlin treten sie seit jeher in Kutten auf. Der Kreis aktiver Mitglieder dürfte derzeit nicht mehr als 20 Personen betragen und dennoch sind die Vandalen im neonazistischen Spektrum hochgeachtet und enorm einflussreich. Seit über 20 Jahren betreiben sie das Geschäft mit neonazistischer Musik und die Vermarktung von Bands wie „Landser“, „Tätervolk“, oder „Die Lunikoff Verschwörung“ — Bands, in denen jeweils mindestens ein Vandale mitwirkt.

„Landser“ existierte von 1992 bis 2001 als Untergrund- und Kultband der Szene und gab sich das Image der „Terroristen mit E-Gitarre“. Bandleader war der Vandalen-Gründer Michael „Lunikoff“ Regener, der heute mit der Band „Die Lunikoff Verschwörung“ auftritt. Zusammen mit „Blood & Honour“-Aktiven bildeten die Vandalen bis in die 2000er Jahre eine klandestine und kriminelle Struktur zur Herstellung und Verbreitung illegaler Neonazimusik, die im Rechtsrock-Business einmalig gewesen sein dürfte: Aufnahmen der CDs in Tonstudios in Kanada oder Skandinavien, Verschiffung tausender CDs beispielsweise nach Holland, deren Schmuggel nach Deutschland und die flächendeckende Verbreitung über regionale Gewährsleute. 2001 wurde das System von der Polizei ausgehoben, 2003 wurden die Bandmitglieder von Landser verurteilt, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben.

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Neonazis im Hamburger Rotlichtmilieu

Via „Antifa Infoblatt“:

Seit jeher berichtet das Antifaschistische Infoblatt (AIB) über Personen aus der Neonaziszene, die im Kontext krimineller Milieus, allen voran dem Rotlichtmilieu auftauchen. Immer wieder wurde auf die diversen Gefahren dieser Mischszene hingewiesen, etwa den Zugang zu Waffen, die Nutzung finanzstarker klandestiner Infrastruktur sowie den Schutz durch und den Zugriff auf ein äußerst gewaltbereites Personenpotential.

Rocker haben ihren Platz in den neonazistischen Lebenswelten gefunden und stehen seit Jahren Pate für nach außen informell wirkende Organisierungsmodelle der Szene. Wie wenig persönliche Brüche ein Wechsel vom Neonazi-Aktivisten zum Mitglied krimineller Organisationen erfordert, haben wir mehrfach skizziert. Trotzdem sollen grundlegende Gemeinsamkeiten dieser scheinbar gegensätzlichen Welten an dieser Stelle genannt werden.

Neonazis fordern Gesetzesverschärfungen und einen starken Staat gegen organisiertes Verbrechen, oft jedoch nur im Zusammenhang mit Tätern nicht-deutscher Herkunft. Dass Delikte wie Drogenhandel, Menschenschmuggel, Schutzgelderpressung, Vergewaltigung und Förderung der Prostitution zum Kerngeschäft deutscher Motorradclubs (MC) zählen, wird ignoriert. Die Wertevorstellungen sind in vielen Punkten nahezu identisch: Patriarchale Rollenbilder, die Gültigkeit des Rechts des Stärkeren, das hierarchische Prinzip von Befehl und blindem Gehorsam — welches zu Loyalität verklärt wird — und eine Gewaltaffinität einen die Milieus mehr, als diese je öffentlich eingestehen würden. Die „Outlaw“-Gebärde krimineller MCs lässt sich in der Praxis unkompliziert mit der Ablehnung des als illegitim angesehenen Staates seitens der Neonazis vereinbaren. Das Verschmelzen geschäftlicher und subkultureller Interessen macht die Welt der MCs zur Mischszene. Dazu kommen Verflechtungen in die Hooligan- und die Kampfsportszene. Szenen, in denen ähnliche Werte und Codes existieren, wodurch Überschneidungen mit Neonazis zwar nicht zwangsläufig hervorgerufen, aber begünstigt werden.

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Rechtsextreme Bruderschaften

Die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet:

Ein NPD-Funktionär aus dem Rems-Murr-Kreis ist auch in der militanten Nazi-Szene aktiv.

Stuttgart – Im März klingelte es bei 16 Neonazis in zehn Bundesländern gleichzeitig an der Haustür. Die Beamten durchsuchten deren Wohnungen und beschlagnahmten Propagandamaterial und Waffen. Es war eine Aktion gegen die rechtsextreme Szene. Im Visier der Staatsdiener: die „Weisse Wölfe Terrorcrew“ (WWT), zu der sich 2008 Anhänger der Neonazi-Band „Weisse Wölfe“ zusammengeschlossen hatten. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte die Gruppe am Tag der Razzien auf Grundlage des Vereinsgesetzes verboten. Die Vereinigung agiere „offen und aggressiv gegen unseren Staat und unsere Gesellschaft, gegen Migranten und Andersdenkende“, erklärte der Minister.

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Nazis, Rocker, Hammerskins

Der „Störungsmelder“ berichtet:

Zuletzt wurden Konzerte im Neonazitreffpunkt „Thinghaus“ in Grevesmühlen noch untersagt. Jetzt scheinen die Behörden Rechtsrock-Veranstaltungen wieder zu genehmigen. Am Samstag den 04.06.2016 fand dort ein Konzert mit mehreren Nazi-bands statt. Unter dem Motto „Thingtanz“ spielten die Gruppen „Hausmannskost“ und „Exzess“ aus Brandeburg, sowie „Timebomb“ aus Schleswig-Holstein vor rund 100 Rechtsextremen.

Der mehrfach vorbestrafte Neonazi Sven Krüger organisierte die Veranstaltung und gab sich Mühe alles nach Vorschrift durchzuführen. Gegen 15 Uhr kontrollierte die Polizei gemeinsam mit dem Organisator das Gebäude um sicherzustellen, dass alle notwendigen Auflagen erfüllt sind. Ebenfalls zu der Zeit anwesend waren vier Mitglieder des Rockerclubs „MC Gremium Schwerin“. Nach der gemeinsamen Begehung des Gebäudes setzten sich diese auf ihre Motorräder und fuhren davon.

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Rechtsoffene Skinhead-Musikszene

Via der „Blick nach Rechts“:

03.06.2016 – Berlin – Am 18. Juni steht ein größeres Konzert mit rechtslastigen beziehungsweise rechtsgerichteten Skinhead-Bands in Berlin an, das bereits seit Mitte Januar beworben wird.

Als Zugpferd soll an dem Samstag die britische Combo „Condemned 84“ dienen. Ferner angekündigt werden „Schusterjungs“ (Weißenfels), „Bullenschubser“, „Voice of Hate“ (beide Berlin) sowie „Anticlockwise“ (Magdeburg). Gern gerieren sich Skins dieser Ausrichtung als unpolitisch, stellen lediglich ihre Aufmüpfigkeit und ihren Saufspaß in den Vordergrund.

Die besagten Bands zeigen sich allerdings als rechtsoffen, grenzen sich gegenüber eindeutigen Rechtsrock-Bands nicht ab, teilen die Bühne mit diesen, weshalb man sie der so genannten „Grauzone“ zuordnet. In der eigenen kleinen Szene gibt es Magazine und Internetportale wie etwa das bei Facebook einlesbare „Love of Oi–Skinheadzine“ aus Hessen. Dort wird beispielsweise gepostet: „Rechts ist immer richtig…, denn rechts ist das Gaspedal“.

Bezeichnend ist auch, dass der genaue Ort des anstehenden Konzerts, das offenbar unter freiem Himmel stattfinden soll und bereits für die Nachmittagsstunden angesetzt ist, nicht publik gemacht wird. Seit einigen Wochen heißt es, die Veranstaltung sei ausverkauft. Dies erfährt man beispielsweise auch beim Adler-Versand aus Diekholzen (Landkreis Hildesheim), der sich mit seinem Onlinevertrieb genau auf dies besondere Skin-Publikum spezialisiert hat.

„Condemned 84“ aus Ipswich existieren seit 1980. Die Briten positionieren sich rassistisch und gegen die Punkbewegung. Sie suchen die Nähe zu RAC-Bands („Rock Against Communism“) und tauchen im Umfeld von „Hammerskins“ auf. Für den 23. Juli kündigen sie erstmals einen Auftritt in der Schweiz an. (hf)

Quelle

Rechtsrock an verschiedenen Orten

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

17.05.2016 – Gleich mehrere braune Musik-Events sollen am 28. Mai stattfinden. Beim so genannten „Eichsfeldtag“ steht der Ort Leinefelde fest, doch die Thüringer NPD um den Mitorganisator Thorsten Heise hat für ihr Treffen reichlich Konkurrenz.

Im Wechsel mit politischen Reden (unter anderem Thorsten Heise als stellvertretender NPD-Landesvorsitzender selbst) sollen am 28. Mai Bands oder Solo-Interpreten beim „Eichsfeldtag“ die Bühne auf dem Sportplatzgelände in Leinefelde betreten. Angekündigt wird „Oidoxie“ aus Dortmund mit neuer CD im Gepäck, um die es in der jüngeren Vergangenheit ruhig geworden war. „Tätervolk“ aus Mecklenburg-Vorpommern wird neben „Söhne Potsdams“ beworben. Das nach Brandenburgs Metropole benannte Musikprojekt war in den vergangenen Jahren in der rechten Szene als eine Samplerreihe bekannt, von der vier verschiedene Tonträger erstellt wurden. Als Solist ist der NPD-Hausbarde Frank Rennicke aus dem mittelfränkischen Leutershausen ebenso dabei wie Jens Brucherseifer als Kopf der Band „Sturmwehr“ aus Gelsenkirchen.

Seit mehreren Monaten wird der Auftritt von drei Bands unter dem markigen Titel „Die Nordmark rockt!“ propagiert. Allen voran steht dabei die neue Band „Randgruppe Deutsch“ aus Schleswig-Holstein. Sie hat just ihre Debüt-CD herausgebracht. Hinter dem neuen Projekt stehen bekannte Namen der rechten Musik-Szene wie etwa der frühere „Kraftschlag“-Schlagzeuger Holger Ingwersen und der bei den „Hammerskins“ aktive Andreas Lohei, früher Sänger und Bassist bei „Endlöser“ (Bremen). Die Norddeutschen haben bereits Ende Januar mit dem Vorverkauf begonnen. Wo genau sie mit der Band „Ungebetene Gäste“ aus Mecklenburg-Vorpommern am 28. Mai auftreten wollen, haben sie noch nicht bekannt gemacht. Auf alle Fälle soll noch eine dritte Überraschungsband mit hinzustoßen.

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Patrick Danz: Neonazi-Aktivist und RechtsRocker

Die „Antifaschistische Recherche_Potsdam//Umland“ schreibt:

Der Pots­da­mer Patrick Danz zählt zu den wich­ti­gen Akteur_innen der loka­len Neo­nazi– und RechtsRock-Szene.
Sowohl in sei­ner Rolle als Sän­ger der Neo­na­zi­band Preus­sen­stolz [1] als auch in Bezug auf seine sons­ti­gen Akti­vi­tä­ten in der Szene, hat er eine gut gefüllte Neonazi-Vita vor­zu­wei­sen.

Aktu­ell arbei­tet er in einem „Netto“-Supermarkt am Stern, nahe einer Geflüchtetenunterkunft.

Fei­ern, Kon­takte knüp­fen, sich organisieren

In der Groß­raum­disko „Music­park“ in Tel­tow war Patrick Danz ab 2007 immer wie­der als Gast anzu­tref­fen. An die­sem Ort war es für Neo­na­zis bis Mitte 2011 mög­lich, unge­stört und im ver­trau­ten Kreis zu fei­ern und sich zu ver­net­zen. Zahl­rei­che Neo­na­zis aus Pots­dam und der gesam­ten Region waren dort regel­mä­ßig anzu­tref­fen und prä­sen­tier­ten sich und ihre Gesin­nung offen und selbst­be­wusst. (Neo)Nationalsozialistische Sym­bole und Schrift­züge auf T-Shirts oder als Tat­toos wur­den im „Music­park“ von allen Besucher_innen und den Betreiber_innen des Clubs akzep­tiert.

Bei Patrick Danz zeu­gen seine zahl­rei­chen Tat­toos, wie das Por­trait eines Wehr­macht­sol­da­ten, die Abbil­dung eines Bom­bers der deut­schen Wehr­macht und die Abbil­dung eines SS-Dolch mit dem Spruch „Meine Ehre heißt Treue“ [2], von (s)einer den Natio­nal­so­zia­lis­mus ver­harm­lo­sen­den und ver­herr­li­chen­den Ein­stel­lung. Regel­mä­ßig trägt er Klei­dung neo­na­zis­ti­scher Labels oder mit ent­spre­chen­den Aufdrucken.

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Mehr als nur Kameraden – Das Modell und Label der Bruderschaft

Das „Antifaschistische Infoblatt“ schreibt:

Als neonazistische Bruderschaften benennen wir Männerbünde, die sich selbst als Bruderschaften verstehen und deren Mitglieder zumindest mehrheitlich Neonazis sind. In der Regel sind dies Gruppen mit dem Style und Habitus von Motorradclubs (MCs). Zur Zeit existieren in Deutschland Dutzende derartige Bruderschaften mit insgesamt vielen hundert „Members“. Einzelne von ihnen bestehen aus einer Handvoll Personen, andere expandieren bundes- und europaweit. Manche betreiben eine strenge Mitgliederauslese, andere verbreiten ihre Mitgliedspatches über Soziale Netzwerke. Das Modell und Label der Bruderschaft bedient augenscheinlich die Bedürfnisse vieler Neonazis, die der Jugendkultur und dem Bewegungsaktivismus entwachsen und in ihrer eigenen Szene nach Distinktion trachten.

Das Spiel mit den Codes

Schon immer nutzen Neonazis das Label „Bruderschaft“. Zwei bekannte Beispiele sind die Hammerskins, die sich als internationale Skinhead-Bruderschaft verstehen, und die Arische Bruderschaft, die der NPD-Funktionär Thorsten Heise ab 1999 als seine Hausmacht aufbaute.

Um eine Clique oder Kameradschaft zur Bruderschaft werden zu lassen, wird ein entsprechendes Emblem entworfen und in der internen Kommunikation der Terminus des „Kameraden“ durch die Anrede „Bruder“ ersetzt. In der Regel folgt die zumindest teilweise Übernahme des Rockerstyles: Lederwesten, sogenannte Kutten, mit den Emblemen der Gruppe und Abzeichen, die den Träger als deren „Präsidenten“, „General“ (Brigade 8) oder „Leitwolf“ (Hardcore Crew) ausweisen. Oft befinden sich auf den Kutten Patches mit Codes und Kürzeln, die sich Außenstehenden nicht erschließen und die Exklusivität der Gruppe deutlich machen sollen. Gängig ist das aufgenähte Treueversprechen. „HFFH“ meint „Hammerskins Forever — Forever Hammerskins“ in Anlehnung an das Hells Angels-Kürzel „AFFA“ („Angels Forever — Forever Angels“). Oft kopiert man den Organisationsaufbau der Motorradclubs gleich mit: Es gibt eine Führungsebene, die Members, Prospects (Mitgliedsanwärter) und das Umfeld der Supporter. Die Aufnahme in die nächsthöhere Ebene geschieht nach klaren Regeln und Ritualen.

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Antifaschistische Intervention in Kreuzberg

Via „Indymedia Linksunten“:

Gestern Nacht fand eine antifaschistische Offensive in der Umgebung der Köpi 137 statt. Es wurde eine brennende Straßensperre errichtet und ein angrenzendes Hostel mit Farbe markiert.

Der Besuch galt Peter Marko Brammann. Brammann (Köpenicker Str. 45) ist ein Stück Scheiße, was unweit eines der weit über Berlin hinaus bekanntesten und berühmtesten linken Freiräume wohnt. Fast schräg gegenüber der Köpi. Neben einem luxussanierten Wohnprojekt für reiche StudentInnen wohnt seit Jahren einer der Köpfe der Rechtsrock Szene in Berlin.

Seit den 90ern tritt Brammann mit der Band „Deutsch, Stolz, Treue“ (D.S.T.) auf Nazikonzerten auf. Spätestens ab 2002 führten Ermittlungen der Berliner Bullen dazu, dass die Band nur noch unter dem neuen Namen „X.x.X“ auftrat. 2005 fanden Durchsuchungen im gesamten Bundesgebiet statt. Es wurden 5000 Versandfertige CDs und diverser Merchandise beschlagnahmt. Bei den Durchsuchungen, die auch in Wismar stattfanden, fanden die Bullen eine scharfe Pumpgun.

2003, fand ein Ereigniss in Peter seinem Leben statt, was noch ein zweites mal passieren sollte. Bei einem Nazikonzert wurde er von einer Flasche seiner eigenen Kamerade getroffen und erblindete auf dem einen Auge.

2009 fand ein Prozess gegen Brammann und seinen Bruder Alexander Brammann statt, wo wegen Volksverhetzung eine Verurteilung zu Bewährungsstrafen stattfand.

2011 fand bei Peter Marko Brammann und seiner damaligen Freundin Daniela Moritz eine weitere Hausdurchsuchung statt. Beschlagnahmt wurden wieder tausende CDs.

2014 befand sich Brammann mit seiner Band im Südelsass auf einem Nazikonzert, einen Tag vor Hitlers Geburtstag. Hier spielten unter anderem: Devils Project, Legion of Thor, Tätervolk, Kraftschlag und Sniper auf der Bühne.

Brammann und seine Freundin Moritz waren unter anderem auch Moderatoren des mittlerweile abgeschalteten Naziforums „Thiazi.net“. Unter dem Pseudonym „Beobachter“ und „G.Girl“ waren sie bekannte Moderatoren. Erst 2015 endete der Thiazi-Prozess.

Es gibt keine Hood für Nazis!

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