Archiv der Kategorie 'Honour & Pride'

Drahtzieher im braunen Netz: Marvin Vogelsang

„Recherche38″ schreibt:

Der 26-jährige Braunschweiger Marvin Vogelsang gilt als einer der einflussreichsten Personen der Neonazi-Szene in der Region. Vogelsang gehört zur NPD-Jugend »Junge Nationaldemokraten« (JN), ist im Rechtsrock-Netzwerk »Honour & Pride« aktiv und war Mitbegründern der neonazistischen »Aktionsgruppe38« und des „Kreisverbandes Braunschweiger Land“ der Partei »Die Rechte«.

Vogelsang agiert dabei meist als Drahtzieher im Hintergrund, kümmert sich z.B. um die Organisation und die Finanzen der Gruppen und Räumlichkeiten in Vereinsheimen und ähnlichem für Treffen, Veranstaltungen, Partys, Liederabende und Rechtsrockkonzerten an. In der Öffentlichkeit, z.B. bei rechten Aufmärschen oder Kundgebungen, tritt er eher selten in Erscheinung. Marvin Vogelsang studiert derzeit an der TU Braunschweig und ist dafür von seinem Arbeitgeber, einem Großunternehmen aus der Region, freigestellt.

Von der »Kontaktgruppe« über die »AG38« zur Partei »Die Rechte«

Im Herbst 2011 entstand die »Kontaktgruppe Braunschweig«, die zum Ziel hatte die „gemeinsame Freizeitgestaltung“ und den „Austausch zwischen „Kameraden/innen aus der Umgebung“, z.B. durch ein monatliches „Kameradschaftstreffen“ zu befördern. Sie sollte dazu dienen, die zu dieser Zeit eher lose und unstruktierte rechte Szene und die vereinzelten Aktivisten und Sympathisanten in der gesamten Region besser zu vernetzen. Zur »Kontaktgruppe« wurden Personen eingeladen, die der organisierten Neonaziszene und deren Umfeld angehörten, aber auch Personen, die bis dahin eher der sogenannten Grauzone zwischen „unpolitischer“ Oi-Skinhead/Punkszen und der eher subkulturell geprägten Nazimusikszene zugerechnet wurden. Die »Kontaktgruppe« hatte eine Internetseite (www.kontaktgruppe-bs.net), deren Inhaber laut Auskunft des Providers Marvin Vogelsang war. Er verwaltete auch die Facebook-Gruppe, über die die »Kontaktgruppe« sich vernetzte. Marvin Vogelsang soll außerdem zur Gruppe »BS Aktiv« gehört haben, die bis auf einen Aufkleber, der eine Gruppe vermummter vor dem Denkmal des Herzogs Carl Wilhelm Ferdinand zeigte, nicht weiter auffiel.

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Ein Ausstieg ohne Trennung?

Via „Vereinsmafia Halle“:

Das Vereins-Lenkungszentrum (ViLZ) stellt fest: „Jetzt wird geleakt.“
Ein Ausstieg ohne Trennung?

Der selbst ernannte „Ex“-Nazi Zwän L. verweist immer wieder gerne auf die, von ihm so genannte ‪#‎Lügenpresse‬, zumindest dann, wenn es seiner Meinung oder Darstellung nutzt. So gibt er den ‪#‎Systemmedien‬ auch gerne Interviews, wenn er bspw. Elefanten füttert oder selbst für Motive abgemahnt wird. Oder eben, wenn er über seine, vermeintlich harmlose Vergangenheit in der rechten Szene redet.
Das tat er im Jahr 2013 auch und sprach, anonymisiert als „der groß gewachsene“[sic] ‚Henning Weber‘ mit der Mitteldeutschen Zeitung[1].

Dort konnte er die, von ihm mitgeführte ‚Blood & Honour‘-Sektion in Sachsen-Anhalt(mit 40 Personen eine der größten Gruppierungen der neonazistischen Organisation in der Bundesrepublik) kleinreden und so ganz nebenbei raushalten, dass er mit Mailorderversand und Läden in Leipzig und Halle ganz gut an der rechtsextremen Szene verdiente. Ein lustiges „Räuber und Gendarm“-Spiel, mehr nicht, soll dem Leser vorgegaukelt werden.

Doch liest man mehrerlei dabei heraus. Ausgestiegen ist Liebich nie. Er ließ nur seine Aktivitäten ruhen. Denn auch jetzt glaubt Zwän L. „sich auf einer Mission gegen Multikulti, korrupte Politiker und für einen „deutschen Volksstaat““ und gegen die ‪#‎Vereinsmafia‬, wie man an seinen Aktivitäten um die ‪#‎Montagsdemoinhalle‬ sieht. Und auch jetzt hält er weiterhin an Freundschaften zu den Kameraden von jetzt und einst fest, nicht nur in sozialen Netzwerken, sondern auch ganz real.

So besuchte er am 17.Mai des vergangenen Jahres ein Konzert unter dem Motto ‚Noise of Germany‘ mit auch in unpolitischen Skinhead-Kreisen nicht unumstrittenen Bands, wie der britischen Band ‚Condemned 84′, deren, auf rechten Musiklabels produzierte Platten er bereits mit seinem UltimaThule-Versand verkaufte[2].

Dort saß er, gewissermaßen als Ehrengast, auf der Bühne, gemeinsam mit Ronny Wätzel, dem Veranstalter und Neonazi aus dem Umfeld von ‚Honour&Pride‘[3], einer Organisation, die sich nicht nur mit ihrem Logo an der mittlerweile verbotenen ‚Blood&Honour‘ orientiert, geschützt von dem als Security eingesetzten Kopf von Honour&Pride in Sachsen-Anhalt und ebenfalls als Konzertveranstalter für Neonazi-Bands aktiven, Oliver Malina[4].

Selbst die Polizei sprach später von 50, als solche erkennbare Neonazis.

Falls der erklärte ‚Aussteiger‘ Zwän sich nicht mehr daran erinnern kann, hier präsentieren wir ein paar Bilder, die er sich zur Erinnerung gerne einrahmen kann.

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KS: Michel Friedrich und die „Hardcore Crew Cassel“

„Indymedia Linksunten“ berichtet:

Nachdem am 28.07.2015 der vom Kasseler Neonazi Michel Friedrich geplante Waffendeal durch die Autonome Antifa Freiburg aufgedeckt wurde, wollen wir einige Details zu seiner Person und seinem Umfeld ergänzen. Wir wollen damit zeigen, dass Friedrich nicht isoliert handelt, sondern sich bis heute in einem Netzwerk aus organisierten Neonazis bewegt und derzeit darum bemüht ist, in Kassel eine neue Gruppe aufzubauen. Am Ende steht für uns bis heute die unbeantwortete Frage, wer in Kassel den NSU unterstützt hat und ob Friedrich dabei eine Rolle spielte.

Michel Friedrich (*1985 in Meiningen) gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Kameradschaft Sturm 18 Cassel, die er sich in Form eines Tattoos auf dem Bauch hat verewigen lassen. Mit der heutigen Trinker-Gruppe um Bernd Tödter (Hintergrund #1, #2, #3) hatte Sturm 18 damals wenig zu tun. Friedrich ist als rechtsmotivierter Straftäter bekannt und unterhält enge Kontakte zu Personen der regionalen Nazi-Szene, z.B. Mike Sawallich und dem mittlerweile enttarnten V-Mann des Hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz Benjamin ‚Gemüse‘ Gärtner.

Derzeit ist Friedrich darum bemüht, die Hardcore Crew Cassel (HCC) aufzubauen. Mit ihren Kutten versucht die HCC sich zumindest die Optik eines Rocker-Clubs zu geben, wenn sie auch bisher kein offizieller MC ist. Friedrich selbst bezeichnet sich als ihr Leitwolf.

Das Clubhaus der HCC befindet sich im Industriegebiet außerhalb Kassels, in der Industriestr. 18A, Kaufungen, in einer alten Kartbahn. Dort finden vereinzelt Techno-Parties und mittlerweile regelmäßig offene Kneipenabende statt. Im August 2014 wurde ein Sommerfest mit Konzert und Besuchern aus dem ganzen Umland veranstaltet. Im Juni 2015 feierte Friedrich im Clubhaus seinen 30. Geburtstag. Zu den Gästen gehörte unter anderem Harald Rödiger, der in den letzten Jahren im ganzen Bundesgebiet auf Nazi-Demonstrationen gesehen wurde und als Mitglied der Arischen Bruderschaft um Thorsten Heise regelmäßig Orga- und Security-Aufgaben auf Veranstaltungen übernimmt. Zu den Geburtstagsgästen gehörte auch Lukas Lange, der zum Sturm 18-Umfeld gehört und zuletzt durch seine enge Verbindung zur vermeintlichen “Terrorzelle” Oldschool Society aufgefallen war. Lange ist Mitglied im Witzenhäuser Rolling Danger MC und dort nicht der einzige Neonazi.

Eine weitere Gruppe der Hardcore Crew gibt es in Uslar (Niedersachsen, LK Northeim). Eines der Mitglieder fiel als Besucher des Honour & Pride Open Air in Nienhagen (2014) auf. Ebenfalls dort war Anika Bolle aus Hamburg, die auch zum Freundeskreis von Friedrich gehört.

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Von Sicherheitsbehörden kaum beobachtet: Neonazis nutzen deutschlandweit 250 Immobilien

Via „Endstation Rechts“:

Laut Angaben der Bundesregierung haben Neonazis bundesweit derzeit Zugriff auf 250 Immobilien. Statistisch erfasst werden diese aber nicht. Außerdem gehen die Sicherheitsbehörden nicht von einer strategischen Zusammenarbeit zwischen Neonazis und Rockerclubs aus – trotz aller Berichte über sogenannte Mischszenen.

„Immobilien spielen als Treffpunkte, Veranstaltungs-, Tagungs-, und Schulungsorte in rechtsextremen Milieus, ebenso wie in Milieus organisierter Bandenkriminalität oder der Mafias, eine wichtige strukturelle Rolle“, stellt die Grünen-Bundestagsabgeordnete Monika Lazar gleich zu Beginn ihrer Kleinen Anfrage „Beschlagnahme und zivilgesellschaftliche Weiterverwendung von durch rechtsextreme Gruppen und kriminelle Netzwerke genutzte Immobilien“ (pfd-Dokument) fest. Diese Einschätzung teilen die Sicherheitsbehörden offenbar nur ansatzweise. Eine bundesweite statistische Erfassung von Immobilien, die durch Rechtsextremisten genutzt werden, führt das Bundesinnenministerium in seiner Antwort aus, erfolge gegenwärtig nicht. Deshalb sei „eine Aufschlüsselung nach einzelnen Bundesländern oder Jahren nicht möglich“, heißt es seltsam teilnahmslos in dem Schreiben weiter.

Begründet wird dies mit dem gesetzlichen Auftrag des Verfassungsschutzes. Denn Szene-Immobilien fielen nicht darunter. Dementsprechend erfolge auch keine objektbezogene Erfassung von Straftaten. Zwar lägen zu einzelnen Objekten wie dem „Nationalen Jugendzentrum“ und dem Carl-Arthur-Bühring-Haus“ [NPD-Bundesparteizentrale, der Verfasser] in Berlin, dem Bürgerbüro und dem „Thing-Haus“ in Mecklenburg-Vorpommern, dem „Nationalen Jugendblocks e.V.“, dem „Nationalen Zentrum“ der NPD und dem Vertrieb „PC Records“ in Sachsen sowie dem Fachwerkhof Kutz in Thüringen „Erkenntnisse über das Verwenden von verfassungswidrigen Kennzeichen, Volksverhetzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung vor“, eine „Gesamtauswertung“ könne jedoch nicht vorgenommen werden.

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Die »Division-Wolfsburg« der »Berserker Deutschland«: HOGESA-Supporter und BRAGIDA-Anhänger unterm Hakenkreuz

„recherchere38.info“ berichtet:

Die »Berserker Pforzheim« sind bei den zurückliegenden Versammlungen der »Hooligans gegen Salafisten« (HOGESA) immer wieder durch ihre besondere Aggressivität in den Fokus von Polizei und Öffentlichkeit geraten. Nun gibt es auch in Wolfsburg einen Ableger der Gruppierung, der sich »Division-Wolfsburg – Berserker Deutschland« nennt. Die »Division Wolfsburg, der eine handvoll Anhänger des VFL Wolfsburg angehören, steht dem »Bündnis deutscher Hools“ (BDH) nahe. Laut (mehr…)

JN-Liederabend mit »Blood & Honour«-Musiker Ken McLellan und »Gassenraudi«

Und nochmal „Recherche38″:

Am morgigen Samstag, den 7. Februar, soll nach anonymen Hinweisen ein konspirativ organisierter Liederabend der »Jungen Nationaldemokraten« (JN) im “Raum Braunschweig/Peine” stattfinden. Auftreten soll demnach Ken McLellan von der britischen »Blood & Honour«-Band »Brutal Attack« und der Braunschweiger Barde »Gassenraudi«. Mit dem Liederabend sollen Spenden für den durch einen Brand in Mitleidenschaft geratenen Hof des NPD-Anhängers Joachim Nahtz in Eschede gesammelt werden. Der Hof dient Neonazis regelmäßig als Versammlungsort, z.B. für Sonnwendfeiern.

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Hitlergrüße und NS-Parolen: Innenansicht eines Rechtsrockkonzertes

„Recherche38″ hat mal wieder hervorragende Arbeit geleistet:

An einem unbekannten Ort, irgendwo in Braunschweig oder Umgebung fand vermutlich Ende 2013 ein Neonazikonzert statt. Eingeladen zu dem Konzert, das unter dem Motto “German British Friendship, Hail 28 Vol. 3” stattgefunden haben soll, war nur ein ausgewählter Kreis von ein paar Dutzend Anhängern des in Deutschland verbotenen Rechtsrocknetzwerk »Blood & Honour«. Aufgetreten sind dort die britischen »Blood & Honour«-Bands »Blackout«, »Section 88« und »Gentlemen Thugs«. Offensichtlich blieb das Konzert auch den Behörden verborgen. Laut dem Niedersächsischen Innemnminister sei im Zeitraum vom 01.07.2013 bis 30.06.2014 den Behörden nur ein extrem rechtes Konzert bekannt geworden, welches im Juli 2013 im Landkreis Celle stattgefunden hatte.

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Neues von den schleswig-holsteinischen B&H-Strukturen

Via „Indymedia Linksunten“:

Bereits mehrfach berichteten wir über die „Blood and Honour“-Strukturen aus dem nördlichen Ostholstein. Aufbauend auf einen Überblick über die Zusammenhänge und einem Artikel zu grenzüberschreitender Beziehungspflege rund um das „Blood and Honour“-Netzwerk, die NPD und den NSU, wollen wir an dieser Stelle einige aktuelle Informationen über die Protagonist_innen und ihr Umfeld darstellen. Bei der Lektüre sollte auch stets im Hinterkopf behalten werden, dass „Blood and Honour“ in Deutschland seit dem Jahr 2000 verboten ist und die Behörden scheinbar als einzige die Fortführung der verbotenen Strukturen nicht sehen wollen, obwohl der Fortbestand der alten Netzwerke oft nicht einmal kaschiert wird.
Insgesamt lief das Jahr 2014 für den aktiven Kern der schleswig-holsteinischen Rechtsrockszene eher schlecht. Verurteilungen, Motivationsverlust und Intrigen schienen vor allem ein Bedürfnis gestärkt zu haben: Statt brotlosem Idealismus für die neonazistische „Sache“ soll endlich auch etwas verdient werden. Wo die neonazistischen Netzwerke dabei nützlich sind, werden sie weiterhin gern genutzt, wo nicht, wird auch auf profanere Geschäfte zurückgegriffen.

Motivationsverlust und ein bisschen Verrat bei „Words of Anger“
Als musikalisch beste Band galt die ostholsteinische Combo „Words of Anger“ noch nie. Aber in einer Szene, in der Konzerte konspirativ organisiert sind, Anhänger_innen oft weite Strecken fahren, ohne zu wissen, ob sie überhaupt ein einziges Lied hören werden und Produktion und Vertrieb von Alben und Merchandising zum Teil fernab der öffentlichen Wahrnehmung stattfindet, kann Motivation und gute Vernetzung das ersetzen, was musikalisch fehlt. In diesem Sinne war „Words of Anger“ in den letzten Jahren im europäischen Rechtsrock relativ erfolgreich. Nicht als der große Publikumsmagnet, aber als solide Ergänzung nahm die Band an vielen kleineren und größeren Veranstaltungen teil, vor allem das „Blood and Honour“-Netzwerk und die NPD griffen des öfteren auf die reisefreudigen Musiker aus der norddeutschen Provinz zurück. Durch ihr verzweigtes personelles Netzwerk aus dem Umfeld von „Blood and Honour“ und Rockergruppierungen knüpften sie Kontakte und sind inzwischen an anderen Bandprojekten beteiligt. Marco Eckert spielt nebenbei auch bei „Oidoxie“, eine der tonangebenden Bands des deutschen Ablegers von „Combat 18“, dem militanten Arm von “Blood and Honour” und, zusammen mit Daniel Tamm, ist er Mitglied von „Sturmwehr“.

Allerdings ist der vermeintliche Erfolg teuer erkauft. Die Bands und Liedermacher_innen der Zweiten Garde des Rechtsrocks, wie „Words of Anger“, fahren für Auftritte und Aufnahmen durch ganz Europa und bekommen wenig Geld dafür. Teilweise ist nicht einmal Geld für Benzin vorhanden, obwohl die Versände und Veranstalter_innen mit dem braunen Musikspektakel durchaus einträgliche Geschäfte machen. Während das lange Zeit als Zugeständnis an die „Sache“, nämlich den Kampf für den Nationalsozialismus, akzeptiert wurde, geht der Truppe um Marco Eckert zunehmend die Motivation aus. Wenn Veranstaltungsorte wie im November 2013 mal eben vom Ruhrgebiet um 400 Kilometer nach Süden ins badische Söllingen verlegt werden, bleibt man lieber gleich in heimischen Gefilden. Daran konnte auch der Anlass, nämlich der Geburtstag des neonazistischen Hooligans Siegfried Borchardt (Dortmund) nichts ändern.

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„Hammerskin“-Feier mit „Lunikoff“

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Italien (Mailand) – Die internationale „Hammerskin“-Bewegung will am 29. November in Mailand feiern.

Angekündigt ist für den letzten Samstag im November ein Rechtsrock-Konzert, das wohl wieder einmal über die Anlaufstelle „Skinhouse“ organisiert wird, da es als unmittelbarer Kontakt angegeben wird. Seit vielen Jahren fühlt sich die rechtsextreme Szene dort zuhause. Die inzwischen aufgelöste italienische Band „Porco 69“ hat dem Treffpunkt gar ein eigenes Lied getitelt. Bei entsprechenden Mailänder Musikevents kommen schon mal knapp 1000 Besucher aus ganz Europa zusammen.

Auch Drahtzieher aus dem deutschen „Hammerskin“- und Rechtsrock-Führungszirkel sind dann willkommene Gäste. Daher verwundert es nicht, dass im Programm auch deutsche Musik-Acts auf der Bühne stehen wie Ex-Landser-Sänger Michael Regener, genannt „Lunikoff“, oder die seit 1996 existierende Band „Kommando Skin“ aus Stuttgart, die bereits zum wiederholten Mal in Norditalien aufspielt.

Vervollständigt wird die Bandauswahl durch „Vérszerzödés“ aus Ungarn und den drei italienischen Kombos „Gesta Bellica“ aus Verona, „Motosega“ als ein Folgeprojekt besagter „Porco 69“ aus Varese sowie „Malnatt“, die aus Mailand kommen und deren Alben über das 2002 gestartete hauseigene Label Skinhouse-Records herausgebracht wurden. „Malnatt“ machen keinen Hehl aus ihrer Sympathie, gibt es doch T-Shirts, die nicht nur ihren Namen, sondern auch eine Hakenkreuzfahne zeigen.

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Internationale rechte Klänge in Schottland

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

17.10.2014 – Großbritannien (Bathgate) – In der schottischen Grafschaft West Lothian sollen am 1. November zum wiederholten Mal rechtsgerichtete Hooligan- und Skinrockklänge zu sehen und hören sein.
Schon seit Anfang März wird die internationale Konzertveranstaltung bereits beworben, anfangs noch konkret für die 15 000-Einwohner-Stadt Bathgate in besagter Grafschaft, inzwischen nur noch lokalisiert als West Lothian. Das Verwirrspiel mit der Örtlichkeit ist nicht neu und wurde mit einem internationalen Konzertwochenende Mitte Juni bereits einmal betrieben, als unter insgesamt zwölf Bands auch die Bremer Rechtsrocker von „Endstufe“ aufspielten.

Diesmal werden „Kategorie C – Hungrige Wölfe“, ebenfalls aus Bremen, propagiert. Dazu sollen erstmals in Europa „Offensive Weapon“ aus den USA auftreten. Ferner beworben werden „Stato Asociale“ (Italien) sowie die drei britischen Bands „Hooligan UK“, „Code 1“ und „Skinfull Coventry“. Letztere wollen am Wochenende zuvor auch beim „Noise of Germany“-Konzert in Ostdeutschland auftreten. (bnr.de berichtete) Nach Informationen des Vereins Miteinander e.V. soll der Event am 25. Oktober in Halle/Saale stattfinden.

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Zum wiederholten mal Rechtsrockkkonzert in Halle (Saale)

„Indymedia Linksunten“ berichtet:

Am 25.10.2014 sollen „Skinfull“ (England), „Bakers Dozen“ (Schottland), „Roials“ (Dresden), „The Aids“ (England) und „Bombecks“ (Eisenach) vor einem Publikum von „patriotisch“ bis neonazistisch in Halle auftreten. Es ist anzunehmen, dass das Konzert, wie schon vorangegangene Veranstaltungen, beim „Underdogs MC“ im „Uhrenwerk“ in Ammendorf (Tiefe Str. 7) stattfinden wird.

Die auftretenden Bands zeichnen sich dadurch aus, keinerlei Berührungsängste mit Neonazis zu haben. Wenn auch die Texte nicht eindeutig rechte Propaganda enthalten, werden Neonazis als Publikum akzeptiert, Linke und „die Antifa“ jedoch als Feind gesehen. Entsprechend kommen auch immer wieder neonazistische Ausfälle auf Konzerten dieser Bands vor.

Der Veranstalter Ronny macht aus seiner rechten Gesinnung keinen Hehl und hetzt fleißig bei Facebook gegen Linke und Gegner*innen seiner Konzerte. So nahm er auch am Neonazievent „Skinheadparty“ am 28.06.2014 in Nienhagen bei Halberstadt, bei dem Neonazis aus unterschiedlichern Ländern zu einer internationalen Auswahl von Rechtsrockgruppen feierten, teil. Schließlich spielten dort auch seine Freunde von der Rechtsrockband „Pitbullfarm“ aus Schweden.

09.11.2013:

„Pitbullfarm“ (Schweden), „Open Violence“, „Roials“ (Dresden), „The Morons“ (Würzburg)

08.02.2014:

„Tattooed Motherfuckers“ (Großbritannien), „Forbidden Rage“ (Schweden), „Headcase“ (Belgien), „Rampage“ (Magdeburg)

17.05.2014

„Condemned 84“ (England), „Schusterjungs“ (Weißenfels), „The Riot“ (Tschechien), „Rien ne vas plus“ (Magdeburg)

Quelle
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(Dossier) Kategorie C- Eine Rechtsrockband

Via „Indymedia Linksunten“:

Aufgrund den immer wiederkehrenden medialen Diskussionen um die Band „Kategorie C / Hungrige Wölfe“, ob sie nun eine unpolitische Hooligangruppe ist oder ob sie „nur“ rechtsoffen sei, präsentieren wir im Folgenden ein paar neu recherchierte Einblicke in die Umtriebe jener Band um Hannes Ostendorf aus Bremen.

Der Fokus dieser Recherche sollen nicht die schon existierenden Infos sein, welche bei kurzer Suche im Internet zu finden sind. Alleine diese sollten zwar reichen, um die Band klar und deutlich in den Bereich des Rechtsrocks zuordnen zu können, jedoch meinen KritikerInnen, besonders die der Fanszene um „Kategorie C“, dass es sich bei der Band um eine unpolitsche Hooligan-Band handle. Frei nach der immer wieder benutzen Zeile eines KC-Songs: „Fußball ist Fußball und Politik ist Politik“.

Wie konform diese Parole nun aber in Realität von der Band gelebt wird, oder besser gesagt, wie widersprüchlich diese Aussage von Seiten KCs ist, wird die folgende Recherche zeigen.Nebst den konspirativ organisierten Konzerten in Deutschland, welche nicht zuletzt immer wieder von einschlägigen Neonazi-und Hooligan-Gruppierungen veranstaltet werden, sind Kategorie C auch international beliebt.
Diese Sammlung von Tatsachen um die Band KC dienen der Information und sollten als solche auch verbreitet werden.

Schweden- „Rac‘a'Billy“ und Kuggnäs-Festival

Seit einigen Jahren – Bilder belegen den Auftritt der Band im Jahr 2008 – spielen Kategorie C als einer der internationalen Acts auf dem Kuggnäs-Festival im schwedischen Nyköping. Das Festival, welches auf dem Gelände eines Motorrad – und Oldtimer-Clubs stattfindet, lädt jährlich etliche Grauzone und Rechtrockbands aus Schweden und Europa ein. So spielten Kategorie C in 2012 gemeinsam mit einer der dienstältesten RAC (Rock against Communism)- Bands Schweden: Ultima Thule. Jene Band, die auf dem Kuggnäs ihr 30-Jähriges feierte, ist nicht nur für ihre Viking-Rockballaden bekannt, in denen es um nordische Mythen und Götter geht, sondern fällt vor allem durch ihre ultra-nationalistischen und xenophoben Liedtexte auf.

Im Jahr 2013 spielten KC, gemeinsam mit Grauzone und Rechtsrockbands wie Pressure 28, Folkheim, Volund Smed und Agent Bulldog auf dem Festival. Dieses Jahr waren KC nicht dabei, dafür gabs Ersatz von der sächsischen Rechtsrockband Selbsteller.

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Oi-Punk-Festival mit Rechtsrock

Der „Böick nach Rechts“ schreibt:

22.07.2014 – Schweden (Nyköping) – Das seit vielen Jahren angebotene „Kuggnäsfestival“ in Nyköping, bei dem sich auch immer wieder Rechtsrock im Programm findet, will nicht auf deutsche Beteiligung verzichten.
Das zeigt sich auch dieses Jahr vom 31. Juli bis 2. August. Es handelt sich dabei um ein Event, auf dem Oi-Punk, Metal und Wiking-Rock zu hören sind. Doch auch rassistischen, nationalistischen und blutrünstigen wie gewaltaffinen Tönen werden vom Veranstalter Platz geboten. 2010 und 2012 stand zum Beispiel die vom Verfassungsschutz Bremen beobachtete rechtsgerichtete Hooligan-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ auf der Bühne.

In diesem Jahr wird die Gruppe „Selbststeller“ aus dem sächsischen Riesa beworben, die es seit 2000 gibt und die Verfassungsschützer als Neonazi-Band einordnen. Beobachter sagen ihr Verbindungen zum international agierenden, in Deutschland verbotenen „Blood&Honour“-Netzwerk nach. Ihr jüngstes Album ist beim Rechtsrock-Label PC-Records in Chemnitz erschienen.

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Musik-Event in der „Titanic

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

14.07.2014 – Rund 100 Besucher finden sich am Samstag zu einem konspirativ organisierten braunen Liedermacher-Konzert in der Neumünsteraner Gaststätte ein – darunter Aktivisten aus dem „Blood&Honour“-Umfeld und der „Hammerskins“.

Wozu sich im selbst verbarrikadierten „Thinghaus“ in Grevesmühlen treffen, wenn es auch andernorts in der Öffentlichkeit geht? Die rechte Musikszene von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern pilgerte am Samstag zu einem konspirativ organisierten Liedermacher-Konzert nach Neumünster. Nach Schließung des „Clubs 88“ versucht der Wirt der „Titanic“, Horst Micheel, offenbar gar nicht mehr zu verhehlen, dass es sich bei der von ihm betriebenen Gaststätte um einen zentralen neonazistischen Treffpunkt handelt, auch wenn der Vermieter des Lokals in Bahnhofsnähe dies nach eigenen Angaben nicht wahrhaben will.

Die meisten der knapp 100 Besucher am 12. Juli wurden von einem Großaufgebot der Polizei kontrolliert. Dabei wurde in einem Fall eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz gefertigt, weil ein Butterfly-Messer mitgeführt wurde. Außerdem kam es zur Beschlagnahmung mitgeführter Tonträger, unter anderem bei Neonazis aus Mölln.

Die Zusammenkunft wurde als Solidaritätsveranstaltung für den früher von Christiane Dolscheid betriebenen „Club 88“ offeriert. Die Neumünsteranerin ließ sich allerdings gar nicht blicken. Dafür wurde von Besuchern das altbekannte T-Shirt des ehemaligen Sturmlokals getragen. Begrüßt wurden die angereisten Gäste vom Neumünsteraner NPD-Ratsherrn Mark Michael Proch. Die „Titanic“ selbst war zwischenzeitlich auch einmal Sammelpunkt für „Bandidos“-Rocker und deren Unterstützer, während Proch in seiner Sympathie für Rocker offenbar aber nicht sehr wählerisch ist, weil er auch Partys der „Hells-Angel-Supporter“ „Red Devils“ besucht. Ähnlich szeneübergreifend auch der Zulauf zum Liedermacher-Abend, bei dem sowohl Aktivisten der verbotenen „Blood&Honour“-Organisation wie auch der einst mal konkurrierenden „Hammerskins“ anzutreffen waren.

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Martialisches „Skinhead-Festival“

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

30.06.2014 – Rund 1300 Neonazis sind an 28. Juni nach Nienhagen zu dem von Oliver Malina organisierten Rechtsrock-Konzert angereist. Engagierte Gegendemonstranten kritisieren, dass das Gericht einem Verbot des jährlich stattfindenden braunen Events unter Berufung auf das Versammlungsgesetz nicht stattgegeben hat.

Großer Andrang beim Neonazi-Konzert in Nienhagen in Sachsen-Anhalt; Photo: Otto Belina
Wir hassen das System.. wir hassen diesen Staat…“, grölte der Sänger der Hamburger Band „Abtrimo“ ins Mikrophon und leitete damit das Rechtsrock-Konzert am Samstag in Nienhagen ein. Zum vierten Mal bot das Gelände um die „Alte Hopfendarre“ in dem Dorf nahe Halberstadt in Sachsen-Anhalt rund 1300 Neonazis Raum für ein überregionales Treffen mit Musik. „I love NS“, „1933“, Terrorankündigungen und der Aufruf zum „Rassenkrieg“ zierte zahlreich die Kleidung der ankommenden Gäste, prägten damit das martialische Erscheinungsbild des Tages. Überall waren offen Parolen mit „Blood&Honour“-Bezug oder Huldigungen für dessen Gründer Ian Stuart Donaldson zu lesen.

Gegen Samstagabend waren viele der Besucher stark alkoholisiert, einige wie der Hildesheimer Dieter Riefling kamen bereits torkelnd an. Becher mit Bier wurden über den Zaun in Richtung der außen stehenden Journalisten und Polizisten geworfen. Veranstalter Oliver Malina stieg daraufhin zur Band auf die Bühne und wetterte gegen die Gegendemonstranten als „Linksfaschisten“. Übelste sexistische Sprüche konnte er sich auch nicht verkneifen. Die fielen an diesem Tag unablässig und wurden von den rund 600 Polizeibeamten nicht angemahnt.

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Siehe auch: Rechtsrock-Open Air in Nienhagen: „Wir hassen diesen Staat …“

Bilder vom Rechtsrock-Openair in Nienhagen

Bereits zum vierten Mal organisierte der Neonazi Oliver Malina und die Organisation „Honour & Pride“ in Nienhagen im Harzkreis von Sachsen-Anhalt ein großes Rechtsrock-Openair. Auch in diesem Jahr kamen mehr als 1.000 Neonazis aus ganz Europa in das kleine Dorf. In diesem Jahr hatte die Initiative „Nienhagen Rechtsrockfrei“ ein Straßenfest und eine Demonstration auf dem einzigen Zufahrtsweg zum privaten Konzertgelände, einer ehemaligen Hopfendarre, angemeldet. Die Gemeinde verbot daraufhin das Neonazikonzert mit Hinweis auf die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Das Verbot wurde allerdings vom Verwaltungsgericht aufgehoben. Auch das Oberverwaltungsgericht schloss sich der Auffassung an, des es sich bei dem Konzert trotz Ausschluss der Öffentlichkeit, Eintrittsgeldern und kommerziellen Charakter um eine politische Versammlung handele: “ Es spreche einiges dafür, dass es sich bei dem streitgegenständlichen Skinheadkonzert um eine Versammlung im Sinne des Art. 8 GG handele, da solche Konzerte der rechtsextremen Szene als Propagandamittel und Kontaktbörse dienten. Veranstaltung und Besuch solcher Konzerte dienten der Bestärkung und Zur-Schau-Stellung rechtsextremistischer Gesinnung. Von solchen Veranstaltungen ausgehenden Gefahren sei daher in erster Linie mit Mitteln des Versammlungsrechts zu begegnen … Eine konkrete Gefahr, die das vollständige Verbot der Veranstaltung rechtfertige, habe die Verbandsgemeinde jedoch nicht dargelegt. Den von ihr beschriebenen Gefahren könne auch durch Auflagen entgegen gewirkt werden.“ Doch auch Auflagen, wie ein Ende der Veranstaltung um 22:00 Uhr kassierte das Gericht. Und so mußte das Bündnis „Nienhagen Rechtsrockfrei“ mit ihrem Straßenfest den Neonazis weichen. Das Fest fand mit rund 250 Teilnehmer dafür mitten im Dorf statt. Auch der Innenminister von Sachsen Anhalt, Holger Stahlknecht, beteiligte sich an den Protesten. Laut Polizei sei das Konzert ohne Zwischenfälle über die Bühne gegangen. Journalisten und der Verein Miteinander e.V. sprachen dagegen von Beleidigungen und Attacken auf Medienverterinnen durch die Besucher des Rechtsrock-Openair. So versuchte auch der Konzertveranstaltet Oliver Malina einen Fotografen daran zu hindern das Konzert zu fotografieren. In der Kritik stand auch das Verhalten der Polizei. „Wie im vergangenen Jahr wurden Pressefotografen von anreisenden Neonazis bedroht und tätlich angegriffen. Journalisten wurden mit Fäkalien beworfen und gewalttätig an ihrer Arbeit gehindert, ohne dass die Polizei gegen die Angreifer einschritt“, so der Geschäftsführer von Miteinander e.V. Pascal Begrich: „Darüber hinaus fanden keine konsequenten Kontrollen der Konzertbesucher hinsichtlich des öffentlichen Zeigens verfassungswidriger Symbole statt.“
Bilder:https://secure.flickr.com/photos/dokurechts/sets/72157645378195346/

Weiblich, unauffällig, radikal: Verein beurlaubt neonazistische Mitarbeiterin. Oder: Ein Doppelleben mit Rechtsrock und »Blood & Honour«

Via „Recherche 38″:

Sie galt als unauffällige, freundliche Mitarbeiterin. Fast niemand in dem Braunschweiger Verein, der Kindertagestätten betreibt, dürfte geahnt haben, dass eine Kollegin tief verstrickt ist in das internationale Netzwerk der Rechtsrockszene. Als der Verein vor einigen Tagen über die neonazistischen Aktivitäten der Mitarbeiterin Joanna Gierzycka informiert wurde, war man deshalb zutiefst schockiert. Der Vorstand zog sofort Konsequenzen: Die Mitarbeiterin wurde umgehend beurlaubt, eine Beratungsstelle und ein Rechtsanwalt eingeschaltet. Eltern und KollegInnen wurden informiert. Nun dürfte es ein juristisches Tauziehen darum geben, ob der Verein die Mitarbeiterin aufgrund ihrer extrem rechten Einstellungen und ihren Aktivitäten auch kündigen kann.

Auch dieser Fall zeigt: Neonazi-Frauen werden oft weniger wahr- und ernst genommen als ihre männlichen „Kameraden“. Im Alltag und Beruf sind sie nicht selten gut integriert und pflegen Kontakte auch über das eigene politische Milieu hinaus. Sie geben sich in der Nachbarschaft, in der Schule oder in der Kita sozial engagiert oder arbeiten selbst im sozialen Bereich. Ihr „Doppelleben“ als Aktivistinnen in der Neonazi-Szene wird oft übersehen, nicht wahrgenommen oder heruntergespielt. Und wenn dieses dann doch einmal thematisiert wird, dann wird ihnen ihre eigenständige radikale politische Überzeugung oft nachgesehen und ihnen eine Rolle als bloße „Anhängsel“ ihrer männlichen Partner unterstellt. Eine gefährliche Verharmlosung der Rolle, die neonazistische Frauen für die Struktur der Neonazi-Szene tatsächlich spielen.

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Wie der Konzertveranstalter Oliver Malina ein MDR-Team bedroht und beleidigt

Der „MDR sachsen-Anhalt“ berichtet:

Warum mache ich das eigentlich? Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt, wenn ich mal wieder am Wochenende bei einer Demonstration, Musik- oder Parteiveranstaltung der Rechtsextremen irgendwo in Sachsen-Anhalt stand und angepöbelt oder angefeindet wurde. Schön ist das nicht, manchmal sogar beängstigend. Aber ich muss da stehen. Ich kann und will mich nicht einschüchtern lassen. Ich will Neonazis etwas entgegensetzen und ihr menschenverachtendes und rassistisches Treiben nicht ungehindert stattfinden lassen.

Ähnlich ging es mir jetzt wieder in Nienhagen. Seit zwei Jahren berichte ich regelmäßig aus dem kleinen Dorf bei Halberstadt. Über die Rechtsrock-Konzerte, die ein Bewohner aus Nienhagen dort regelmäßig veranstaltet und über den wachsenden Widerstand dagegen. Am Dienstag-Abend sind wir also mit der Bürgerinitiative „Nienhagen rechtsrockfrei“ verabredet. Vorher wollen wir noch ein paar Ortsansichten drehen. Als wir unser Auto parken und aussteigen, höre ich schon von hinten Gebrüll: „Ihr könnt Eure Kamera gleich wieder einpacken.“ Wir kümmern uns nicht weiter darum und gehen in die andere Richtung zur Hauptstraße.

Dann sehe ich aus dem Augenwinkel wie er auf uns zuwalzt dieser große, zutätowierte Mann: Oliver Malina, der Veranstalter der Rechtsrock-Konzerte in Nienhagen. Offenbar stört ihn, dass wir hier drehen, will auf keinen Fall Aufnahmen von sich und seinem Haus (was sein gutes Recht ist). Dabei achtet Malina aber offensichtlich gar nicht darauf, dass die Kamera zunächst überhaupt nicht auf ihn gerichtet ist. Erst als er von hinten auf uns zukommt, drehen wir uns (mit der Kamera) um. Er schubst und pöbelt den Kamera-Mann samt Technik an, droht und beleidigt uns.

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Siehe auch: Nicht duldend ertragen

14.6.2014 Halberstadt: Greif ein – Nazis und Rassisten keine Ruhe lassen

Ein Ausschnitt aus dem Aufruf zur Antifademo am 14.6.2014 in Halberstadt:

Rechter Subkultur entgegentreten
Seit 2007 finden in Nienhagen regelmäßig Rechtsrockkonzerte statt. Der kleine Ortsteil von Schwanebeck mit gerade einmal 400 Einwohnern liegt ca. 12km von Halberstadt entfernt. Hier haben rechte Konzertveranstalter einen der wenigen Ort gefunden, an dem sie ihre Konzerte öffentlich beworben durchführen können, ohne die Veranstaltung zu gefährden. Nachdem anfänglich hauptsächlich Konzerte der rechten Rocker von „Kategorie C” stattfanden, führt auch der vor ein paar Jahren nach Nienhagen gezogene Neonazi Oliver Malina seit drei Jahren Musikveranstaltungen mit internationalen Neonazibands durch. Außerdem gab es auf dem Gelände von Klaus Slominski auch etliche als Geburtstagsfeiern deklarierte Rechtsrockkonzerte. Slominski versicherte, nachdem sich die Mehrheit der in Nienhagen wohnenden Menschen gegen die Veranstaltungen ausgesprochen hatte, sein Gelände an der sogenannten Hopfendarre nicht weiter an rechte Veranstalter zu vermieten. Nach einigem Hin und Her um das Neonazi-Event “European Skinhead Party” 2013 konnte Malina, nachdem er mehrere angemeldete
Veranstaltungsorte nicht genehmigt bekam, doch wieder auf Slominski zählen. So wurde den Nienhagener_innen schmerzhaft vor Augen geführt, dass Absprachen mit Neonazis oder den durch diese Profitierenden keinen Wert haben.

Im April 2013 wurde bekannt, dass Malina eine Schlossruine in Groß Germersleben im Bördekreis erworben hatte, um auf dem Gelände auch in Zukunft Nazikonzerte und Veranstaltungen stattfinden zu lassen. Auch wenn im Februar 2014 die Nachricht die Runde machte, dass Malina das Grundstück wieder verkauft hatte bleibt zu befürchten, dass das Geschäft von und mit Neonazis ohne Intervention in der Region weiterhin gut laufen wird. Eine weitere Gefahr stellt die Ausweitung der Strukturen von “Honour & Pride” in Sachsen-Anhalt dar, welche als Nachfolgeorganisation von Blood & Honour angesehen werden kann. Auch Neonazis aus dem Harzgebiet sind in diesen Strukturen aktiv.

Neben Konzerten mit klassischen Rechtsrock-Bands kam es im Harz auch zu Auftritten sogenannter unpolitischer Rockgruppen wie „Notlöhsung“ und „Lost&Found“ Die Lieder bieten mit ihrer Inhaltsleere oft viele Interpretationsmöglichkeiten für eine breite Hörerschaft. Recht konkret und ganz unpolitisch fordert „Lost&Found“ beispielsweise in einem Coversong einen starken Staat, in einem anderen Selbstjustiz. Wo für jeden etwas dabei ist, fällt die eigene Positionierung scheinbar schwer.

Wenig überraschend sind die persönlichen Verbrüderungen von Bandmitgliedern dieser „unpolitischen“ Bands mit Personen aus dem rechten Spektrum. Ein Paradebeispiel: Der ehemalige Bassist von „Lost&Found“ fand nach seinem Umzug schnell Anschluss bei der Berliner Band „Punk Front“, die sich gern für ein Interview mit der Neonazi-Organisation „Blood & Honour“ zur Verfügung stellte. Für Antifaschist_Innen einer von vielen Gründen, diese Konzerte in der Region verstärkt ins Visier zu nehmen.

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Sachse-Anhalt: Umtriebige braune Szene

Via der „Blick nach Rechts“:

„Reichstrunkenbold“ mit Verbindungen zu „Objekt 21“

Die NPD unter dem Landesvorsitzenden Peter Walde (Hecklingen/Salzlandkreis) verfügt über elf Kreisverbände und erzielte bei der Bundestagswahl 2,2 Prozent der Stimmen – 0,9 Prozent über dem bundesweiten Stimmenzuspruch. Mit Andy Knape (Magdeburg) hat die Partei nur ein Mitglied des Landesverbandes im Bundesvorstand. Knape ist Bundesvorsitzender der Jungen Nationaldemokraten (JN), der NPD-Jugendorganisation. Diese versuchte im Vorjahr thematisch besonders durch Hilfseinsätze bei der Bewältigung der Hochwasserkatastrophe propagandistisch in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden.

In der braunen Musikszene tummelten sich zuletzt neun aktive Bands. Die Zahl der Konzerte im Berichtsjahr 2013 ist von zehn auf 15 angestiegen. Herausgehoben wird das Wirken des Liedermachers Philipp Tschentscher, der seit 14 Jahren unter dem Namen „Reichstrunkenbold“ auftritt und über beste Verbindungen zur österreichischen Neonazi-Szene verfügt, insbesondere zum Netzwerk „Objekt 21“. Laut Verfassungsschutz soll er sich im illegalen Zigarettenhandel betätigt, rechtsextreme Devotionalien veräußert und beim Erwerb, Handel und Schmuggel von und mit Waffen mitgemischt haben. Vom niederösterreichischen Gericht in Korneuburg ist er im Januar zu drei Jahren Haft verurteilt worden.
Früherer Speisesaal als Konzerttreff

Als umtriebige Organisatoren von Konzerten sind zum einen Enrico Marx aus Allstedt/Südharz sowie Oliver Malina mit seinen Aktivitäten in Nienhagen (Landkreis Harz) aufgefallen. Gleich mehrere Male wurde ein früherer Speisesaal einer ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft in Annaburg (Landkreis Wittenberg) als Konzerttreff genutzt. Zum Teil stellen auch Rocker-Vereinigungen Neonazis bei der Durchführung von Konzerten ihre Räumlichkeiten zur Verfügung. Ein von der NPD organisiertes Meeting in Berga/Südharz unter dem Titel „In.Bewegung“ soll offenbar als jährliches Ereignis etabliert werden.

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