Archiv der Kategorie 'Internationales'

Das NS-Hardcore-Imperium

Quelle: EXIF

Ein Einblick in ein neonazistisches Wirtschaftsimperium aus NS-Hardcore (NSHC) und Kampfsport. Von «Leveler Records», «Terrorsphära» und «Überzeugungstäter» über «Wardon 21» und «Greifvogel Wear» hin zum «Kampf der Nibelungen».
Ein Nebelhorn ertönt: «Leveler Records» wird eingeblendet, noch mal ein Nebelhorn, «H.-Photography» erscheint, beim 3. Nebelhorn das Logo von «AD Versus Media». Zuletzt dann mit «Terrorsphära – Kampfansage» Interpret und Liedtitel, bevor die vermummten Musiker loslegen. Über siebenhundertausend Aufrufe hat das professionell aufgemachte Musik-Video bei Youtube bisher erreicht, welches zu Promotionzwecken zur Gründung des Labels «Leveler Records» produziert wurde. Das inzwischen schon über zwei Jahre alte Video zeigt deutlich, wie sich die NSHC-Szene weiterentwickelt, sich von der alten Rechtsrock-Ästethik verabschiedet und ihr Marketing professionalisiert hat. Rechtsrock als Rekrutierungsfeld, Vernetzungsort und Finanzquelle für die extreme Rechte erlebt durch diese Entwicklung gerade im Bereich des NSHC eine Verjüngungskur. Zusätzlich entstehen Überschneidungen und Verbindungen in die organisierte, neonazistische Kampfsportszene. Einende Elemente dieser beiden Strömungen sind ihr moderner, elitärer und militanter Anspruch innerhalb der neonazistischen Bewegung. Beispielhaft soll das im Folgenden anhand des Netzwerks um das Label «Leveler Records» gezeigt werden.

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Nationalsozialistischer Black Metal – der Teufel trägt Flecktarn (Teil 2)

Quelle: Don‘t call it music

Um die Dimension des deutschen “National Socialist Black Metal”, kurz NSBM, begreiflich zu machen, folgt heute ein Porträt einer weiteren NSBM-Band, die aus einschlägig bekannten Neonazis besteht und deren Mitglieder maßgeblich das Konzertgeschehen in Ostdeutschland beeinflussen.

Stahlfront – Walhalla oder Neuschwabenland?

Im Jahr 2011 ins Leben gerufen, gilt “Stahlfront” heute als gefragte Band im NSBM-Bereich. Das mag nicht nur an ihrer faschistischen und elitären Aufmachung liegen, sondern vielmehr an den Personen hinter dem Projekt. Als Live-Mitglied saß anfangs der in Gera wohnhafte Denis Sch. am Schlagzeug. Der 1976 geborene Sch. trat 2009 in Gera für die NPD zur Stadtratswahl an und wirkt auch in der bekannten Thüringer NSBM-Band “Totenburg” mit. Über Sch.s Label “Hammerbund” veröffentlicht “Stahlfront” Merchandise-Artikel und mehrere CDs.

Aktueller Schlagzeuger von “Stahlfront” ist Paul M., ebenfalls eine exponierte Person in der Rechtsrock- und NSBM-Szene. Seine derzeitigen Projekte sind die Nazibands “Blitzkrieg”, “Brainwash”, “Camulos”, “Leichenzug”, “Manson” und bis vor Kurzem die Zwickauer Trash-Metal-Band “Aeveron”. Zudem betreibt er an seinem Wohnsitz in Wilkau-Haßlau bei Zwickau das NSBM-Label “Blasphemous Terror Records”.

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Nationalsozialistischer Black Metal – der Teufel trägt Flecktarn (Teil 1)

Quelle: Don‘t call it music

Um sich vom Black-Metal-Mainstream abzugrenzen und den extrem rechten Bands dieses Genres eine Plattform zu geben, entstand in den Neunziger Jahren das Genre “National Socialist Black Metal”, kurz NSBM. Nur wenige Black-Metal-Bands beziehen sich heute explizit auf den NSBM. Andere wollen nicht in diese Schublade gesteckt werden, selbst wenn sie ausschließlich in diesem Milieu Konzerte geben. Für einige Bands ist das Spiel mit Nazi-Symbolen der Versuch einer Provokation, ein Element innerhalb der Darstellung als möglichst brutale, krasse und nihilistische “Untergrundband”.

Für einen nicht unerheblichen Teil dieser Szene ist es jedoch mehr als ein Spiel mit Symbolen. Vielmehr ist NSBM eine Nische, in der Hitler-Kult ausgelebt und die Verbrechen des NS-Regimes verherrlicht werden können. Die NSBM-Szene ist international bestens vernetzt und zu einem festen Bestandteil der neonazistischen Musiklandschaft geworden. Schon in den Neunzigern war eine Vermischung der Rechtsrockszene mit dem NSBM deutlich sichtbar. Musiker aus klassischen Rechtsrock-Bands fingen an, sich der NSBM-Szene anzunähern und unterhielten oft NS-Black-Metal-Bands als Nebenprojekte.

Für viele Neonazis ist Black Metal – und explizit NSBM – die einzig wahre Spielart, die die Ideen des Nationalsozialismus, die Überlegenheit der “weißen, arischen Rasse” und das eigene Elitebewusstsein musikalisch ausdrücken kann.

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Neonazis als Liedermacher – gewollt, aber nicht gekonnt

Quelle: Don‘t call it music

Mit weniger Aufwand als Rechtsrockkonzerte, aber ebenso starker Propagandawirkung gehören neonazistische Liedermacher-Abende zum festen Bestandteil der rechten Erlebniswelt. Ob als “Einheizer” im Vorprogramm eines Konzerts, als Ausklang einer Redner- oder Vortragsveranstaltung oder als musikalische Darbietung auf einem Kameradschaftsabend: Neonazis als Liedermacher sind kein Relikt aus den Neunzigern, sondern stellen auch heute noch ein wichtiges Genre innerhalb der rechten Musikszene dar. Ihre Musik wirkt oft melancholisch und romantisch und kann dadurch weitaus mehr Menschen erreichen als es klassischer Rechtsrock vermag. Die meisten Texte unterscheiden sich allerdings kaum von denen herkömmlichen Rechtsrock-Bands, in Teilen sind sie gar unmissverständlicher. Und meist auch einprägsamer – ein gemeinschaftliches Gefühl kann so schneller entstehen als auf einem Rechtsrock-Konzert, wo man die Songs der Bands vorher mehrmals gehört haben muss, um mitgrölen zu können.

Im Folgenden stellen wir vier rechte Liedermacher vor, die exemplarisch für diesen Teil der rechten Musikwelt stehen.

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Mehrtägiges Neonazi-Musikfestival in Sachsen angemeldet

Quelle: Störungsmelder

Das neonazistische Musik- und Kampfsportfestival „Schild und Schwert“ soll am 20. und 21. April im ostsächsischen Ostritz an der polnischen Grenze stattfinden. Das geht laut MDR aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Martina Renner hervor. Die Veranstaltung dürfte hunderte Neonazis aus ganz Europa anziehen.

Mehrfach vorbestraft: Thorsten Heise, Foto: Kai Budler
Neonazi-Multifunktionär Thorsten Heise © Kai Budler
Bereits am 20. November 2017 hatten die Neonazis das Festival beim Landratsamt in Görlitz angemeldet. Dass bereits einen Tag später eine eigene Homepage zur Bewerbung zur Verfügung stand, deutet auf eine längere Vorbereitung hin. Im Impressum der Homepage wird der „W+B-Versand“ des Neonazis Thorsten Heise in Fretterode angegeben, als Jugendschutzbeauftragter fungiert NPD-Anwalt Peter Richter. Das Festival ist vom 20. bis 22. April im ostsächsischen Ostritz als politische Kundgebung angemeldet. Das zweitägige Event folgt dem Trend zu immer größeren und professionelleren Veranstaltungen dieser Art, die über die klassische Kundgebung im öffentlichen Raum mit ein paar Rechtsrock-Acts hinausgehen. Neben NS-Barden und -Bands, Infoständen und Reden bundesweiter Nazikader wird die Neonazi-Kampfsportveranstaltung „Kampf der Nibelungen“ ein Turnier ausrichten. Das letzte Turnier fand im Oktober im sauerländischen Kirchhundem statt. Heise bewirbt außerdem eine „Tätowierkunst Convention“ und eine Volkstanz-Darbietung. Mit den Bands „Die Lunikoff-Verschwörung“ um den ehemaligen Landser-Sänger Michael Regener, die rechte Hooligan-Band „Kategorie C“, „Amok“ aus der Schweiz und „Oidoxie“ aus Dortmund kündigen die Veranstalter einige Hochkaräter der deutschen Rechtsrock-Szene für das Event in der 2400-Einwohner-Gemeinde an. Des Weiteren spielen der Sänger der kanadischen Band „Stonehammer“, der unter dem Namen „Griffin“ auftritt, sowie weitere Bands und Barden. Auffällig ist, dass fast alle Acts dem „Blood and Honour“-Netzwerk nahestehen.

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Sachsenblut und Sachsonia – Can juh hier mei vois? We are se fucking bootbois!

Quelle: Don‘t call it music

So oder so ähnlich klingt die Darbietung englischsprachiger Texte der sächsischen Naziband “Sachsenblut”. Dazu rumpelige, eingängige Oi-Musik, vorgetragen von schwerst tätowierten Neonazis, die auf eine jahrelange Anbindung in die rechte Szene rund um Dresden blicken können. Die erste Gitarre bei der 2010 gegründeten Naziband spielt der in Freital (Sachsen) wohnhafte Sascha N.. Er ist auch Tätowierer im Freitaler Tattoo- und Piercingstudio “Schlachthaus”, welches als Anlaufpunkt für die lokale Neonazi-Szene dient.

Aufgrund entsprechender Embleme und Symbole auf der Kleidung ist N. dem Motorradclub “Gremium MC” zu zuordnen. Vor allem im Raum Dresden fiel der Club bereits kurz nach seiner Niederlassung in Sachsen 1999 durch brutale Überfälle auf. Beispielsweise im Jahr 2000, als zwölf Mitglieder des Dresdner “Gremium MC”-Ablegers in die Kleinstadt Döbeln einfielen, um das Clubheim des dort ansässigen “Highway Wolves MC” zu überfallen. Bei dem Angriff erschoss der Präsident des Dresdner “Gremium MC” den Chef des “Highway Wolves MC” mit einer abgesägten Schrotflinte. Wie in vielen anderen Fällen in Sachsen ist auch der Döbelner “Highway Wolves MC” kein unbeschriebenes Blatt, wenn es um Verbindungen in die Neonazi-Szene geht. In den Neunzigern konnten in seinem Clubhaus in Döbeln mehrfach Rechtsrock-Konzerte stattfinden, etwa im November 1999, als dort das Abschiedskonzert der Naziband “Die weissen Riesen” aus Riesa abgehalten werden konnte.

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Brainwash und Moshpit – Seit wann liegt Dresden in Thüringen?

Quelle: Don‘t call it music

Die Bands “Brainwash” und “Moshpit” gelten als Aushängeschilder des Dresdner Nazilabels “OPOS Records”. Beide beziehen sich bis heute auf ihre Wurzeln in der Stadt Altenburg (Thüringen), ihre Mitglieder wohnen jedoch seit Jahren überwiegend im Raum Dresden. Der Ruf Altenburgs als Rechtsrock-Hochburg geht bis zur 1996 gegründeten NS-Metal-Band “Kreuzfeuer” zurück, deren Sänger Jens R. im Jahr 2000 Suizid beging. Dass im Jahr 2011 ein Sampler “Altenburg rockt das Reich” mit Beiträgen acht verschiedener Nazibands erschien, illustriert die Zustände in der 33.000-Einwohner-Stadt treffend. Eine von “Thüringen Rechtsaußen” im Jahr 2014 zusammengestellte Liste nennt gar 15 Nazibands mit Schwerpunkt Altenburg.

Frontmann und Sänger der 2001 gegründeten NS-Hardcore-Band “Brainwash” ist René W.. Der 1976 geborene Neonazi produziert und vertreibt außerdem die Kleidungsmarke “Dryve by Suizhyde”. Unter dem Künstlernamen “Mudhater Design” ist er einer der Haus-und-Hof-Grafiker für “OPOS Records”. W. gehört auch der Naziband “Endless Struggle” an und wirkte bei den Bands “Forbidden” und “Sharon Tate” mit. René W. kommt aus Altenburg, wohnt aber seit einigen Jahren in Dresden.

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TreueOrden – Seit wann liegt Thüringen in der Schweiz?

Quelle: Don‘t call it music

Im Jahr 2011 veröffentlichte die aus dem Raum Gotha (Thüringen) stammende Nazi-Band “TreueOrden” ihre erste CD mit dem Titel “SA Voran” – und dem Deutschland verbotenen Symbol der historischen NS-Organisation “Sturmabteilung” (SA) auf der Hülle. Die Band kann als Nachfolge- bzw. Nebenprojekt der 2005 ins Leben gerufenen Gothaer Band “Sonderkommando Dirlewanger” (SKD) gesehen werden.

Sowohl bei SKD als auch bei “TreueOrden” sitzt der umtriebige Thüringer Neonazi Thomas W. am Schlagzeug. Den Bass bei “TreueOrden” übernimmt Rocco B, die Gitarre spielt Mario “Kelle” K.. Für den Gesang ist Sebastian “Basti” F. verantwortlich.

Über die Aktivitäten der Bandmitglieder könnte ein Buch geschrieben werden. Thomas W. erlangte bereits 1997 Bekanntheit, als er beim “Spielen” mit einer Pumpgun versehentlich einem Kameraden, dem Gothaer Neonazi-Kader Marco Z., ins Bein schoss. Nur wenige Monate zuvor war W. maßgeblich in die Durchführung eines Wehrsportlagers am Gothaer Stadtrand involviert. Als die Polizei dieses Lager auflöste, fand sie neben unzähligen NS-Devotionalien auch Luftgewehre und teilweise gestohlene Camping-Utensilien. Der Bezug ins kriminelle Milieu zieht sich wie ein roter Faden durch Thomas W.s Vita. Die Pumpgun, mit der er Zint anschoss, besorgte er sich damals aus Angst vor “angeheuerten Türken”. Deren Rache hatte er erwartet, nachdem Z. und er einen Spielautomaten in einer Diskothek aufgebrochen und Bargeld entwendet hatten.

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White Resistance – Schneeberg at it’s best

Quelle: Don‘t call it music

Die sächsische Stadt Schneeberg machte im Jahr 2013 Schlagzeilen, als bis zu 1800 Personen mit Fackeln gegen eine geplante Unterkunft für Geflüchtete demonstrierten. Diese Aufmärsche können als Auftakt einer bundesweiten rassistischen Wutbürgerbewegung gesehen werden.

Aus Schneeberg kommt auch die Naziband “White Resistance”. Kurz nach der Jahrtausendwende gegründet, brachte die Gruppe im Jahr 2002 eine Demo-CD sowie 2005 bei “PC Records” das Album “We Defend” heraus. Ungefähr zur gleichen Zeit geriet “White Resistance” wegen des Verdachts, das verbotene Neonazi-Netzwerk “Blood & Honour” weiterzuführen, ins Visier der Ermittler. Die Ausrichtung der Band unterstreichen Textzeilen wie “Let’s go independent to fight for honour and pride, a holy fight for our country’s freedom and a future of our folk”, die es schaffen, in einem einzigen Satz auf “Blood & Honour” (“for honour and pride”), einen “Racial Holy War” (“a holy fight”) und das rassistische Bekenntnis “Fourteen Words” (“a future for our folk”) zu verweisen.

Die bislang letzte Veröffentlichung von “White Resistance” war das Album “White Rock’n’Roll Outlaws” im Jahr 2008, erschienen beim Nazilabel “Gjallarhorn Klangschmiede”. Dass die Band dennoch unverändert aktiv ist und zahlreiche Auftritte absolviert, dürfte weniger an ihrem stumpfen Rechtsrock liegen, sondern vielmehr an den Mitgliedern.

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Ungebetene Gäste und Painful Awakening – Hooliganism meets NSHC

Quelle: Don‘t call it music

Die 2010 gegründete Naziband “Ungebetene Gäste” besteht aus mittlerweile altbekannten Neonazis aus Mecklenburg-Vorpommern. Sänger und Gründungsmitglied ist der heute in Rostock lebende Marcel “Zabel” Z.. Er war in den letzten Jahren auf zahlreichen Punk- und Rockabilly-Konzerten anzutreffen. Gemeinsam mit sechs Freunden aus Güstrow und Bützow gründete er im Jahr 2007 die “Hoolsnation”, eine Clique von Neonazis, die sich gern als Hooligans darstellten und vorrangig Partys und Saufgelage in einer Garage veranstalteten. Ab 2010 veröffentlichte Z. unter dem Namen “UnGebetene Gäste” einige Videos mit Akustik-Liedern. Im gleichen Jahr entstand auch das erste Album “Musik für euch”, das noch sehr holprig daherkam.

Im Jahr 2012 veröffentlichte die selbsternannte “Streetrock”-Band ihr erstes professionell produziertes Album namens “Anstoß”. Passend zur Europameisterschaft im gleichen Jahr versucht die Band sich auf der CD als unpolitische, “nur” patriotische Fußballrock-Band darzustellen. Dieses Image hatte sich bereits Jahre zuvor die Rechtsrock-Band “Kategorie C” auf die Fahnen geschrieben. So verwundert es nicht, dass “Ungebetene Gäste” ein Jahr später als Vorband von “Kategorie C” bei einem Auftritt in Wolfsburg beworben wurden.

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Abtrimo und Likedeelers – “Norddeutscher Untergrund” auf dem Präsentierteller

Quelle: Don‘t call it music

Im Dezember 2010 wurde in Hamburg die Band “Abtrimo” gegründet. Ihre Mitglieder sind die Neonazis Christian “Oesinger” O. (Gitarre), Carsten S.(Bass), Alexander Peter T. (Gitarre), Marcel “Marci” K. (Gesang) und Fabian “Prof. Das Tier” W. (Schlagzeug). Marcel Sch., Gitarrist der Band “Alte Schule”, unterstützt die Band manchmal bei Auftritten. Der Bauer Christian O., auf dessen Hof am Rande Hamburgs nicht nur Proben stattfinden, sondern auch auswärtige Gäste im Rahmen von Konzerten und Partys untergebracht werden, gilt als Kopf von “Abtrimo”. Engen Kontakt pflegt die Band beispielsweise zu dem “Hammerskin” Jörn K. aus Iserlohn und den rechten Oi-Bands “Brassic” (USA) und “Bronco Army”. “Abtrimo”-Sänger Marcel K. ist neben seiner musikalischen Betätigung bei den “Skinheads Uelzen” organisiert, einer Gruppe von Neonazis, die regelmäßig konspirative Konzerte im norddeutschen Raum veranstaltet.

Im Mai 2016 traten “Abtrimo” mit den befreundeten Bands “Faustrecht” (Allgäu) und “Uwocaust” (Potsdam) sowie der slowakischen Band “Krátky Proces” unter dem Motto “Germany & Slovakia – Rocking Europe” im sächsichen Staupitz bei Torgau auf. Die Slowaken sind vor allem für ihren Tonträger “Arbeit macht frei” und Aufrufen zur systematischen Tötung von Menschen in Konzentrationslagern bekannt. Mit dem Potsdamer Rechtsrock-Musiker Uwe Menzel (“Uwocaust”) hat “Abtrimo” das Lied “Gewalt regiert uns alle” veröffentlicht.

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Blitzkrieg – im engsten Umfeld des NSU

Quelle: Don‘t call it music

Die 1999 in Chemnitz (Sachsen) formierte Rechtsrock-Band “Blitzkrieg” genießt in der Nazi-Szene vor allem durch ihr langjähriges konspiratives Auftreten einen Ruf als “authentische” Band. Sie ist eine der Gruppen, die in den vergangenen Jahren nicht viel zur Weiterentwicklung der rechten Musikszene beigetragen haben und auch nicht Hit auf Hit produzieren. Und doch treten die Mitglieder so selbstsicher und selbstgefällig auf, dass sie aus der neonazistischen Musiklandschaft heute kaum wegzudenken sind. Das hat natürlich auch viel mit den Personen hinter dem Projekt und ihrem Engagement für die “nationale Sache” zu tun.

Sänger Jörg “Kicke” R. und sein Bruder Kay “Kacke” R., der bei “Blitzkrieg” am Schlagzeug sitzt, waren schon Ende der Neunziger Jahre fest in sächsischen “Blood & Honour”-Strukturen verankert. Innerhalb der im Jahr 2000 in Deutschland verbotenen Organisation waren sie europaweit für den Saalschutz bei Rechtsrock-Konzerten zuständig.

Das kam nicht von ungefähr, gehören die Richter-Brüder doch zur alten Riege der Chemnitzer Fußballschläger “HooNaRa” (“Hooligans Nazis Rassisten”), die selbst in der Hooligan-Szene lange gefürchtet waren. Chef der “HooNaRa” war Anfang der Zweitausender Jahre der mittlerweile verstorbene Gerüstbauer Rico M.. Gemeinsam mit den R.-Brüdern und anderen Hooligans des Chemnitzer FC war M. einer der neonazistischen Vorreiter in Sachen Kampfsport und trat etwa im “Fight Club Karl-Marx-Stadt” an. Die “HooNaRa” waren auch am massiven, organisierten Angriff auf eine antifaschistische Demonstration in Chemnitz im Jahr 2004 beteiligt.

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Confident of Victory – “Pornoskins” aus der Lausitz

Quelle: Don‘t call it music

Neben den Neonazi-Bands “Division Germania”, “Blutzeugen” und “Deutsch Stolz Treue” steht zur Stunde die Gruppe “Confident of Victory” beim Rechtsrock-Konzert “White Xmas” auf der Bühne. Im Jahr 1998 eigentlich nur als Nebenprojekt der Naziband “Sturm und Drang” gegründet, zählt “Confident of Victory” aus Senftenberg (Brandenburg) heute zu den bedeutendsten Rechtsrock-Bands des Landes.

Als Sänger der Bands “Sturm und Drang” und “Confident of Victory” fungiert der Neonazi Rico H. aus Senftenberg. Hauptberuflich ist H. Inhaber der “Hotel-Pension Hafemann” im Senftenberger Ortsteil Niemtsch. Dem Brandenburger Landesamt für Verfassungsschutz gilt H. als derart bedeutender Neonazi, dass man ihn im Verfassungsschutzbericht 2009 mit vollem Namen nannte – als einen von zwei Hauptakteuren der neonazistischen Musikszene im Bundesland. Zusammen mit Mitgliedern der mittlerweile aufgelösten sächsischen NSBM-Band “Magog” bildete H. zudem die NS-Death-Metal-Band “Obskur”.

Auch der Bassist von “Confident of Victory”, Thomas Tsch., gehört seit den Anfangstagen zur Gruppe. Er war somit auch von den Hausdurchsuchungen betroffen, die im Januar 2006 bei den Bandmitgliedern durchgeführt wurden. Anlass war ein Auftritt in Mannheim im März 2005, bei dem die Band volksverhetzende Titel gespielt und ihr Publikum zum Zeigen des Hitlergrußes sowie zu “Sieg Heil”-Rufen animiert haben soll. Bei den Durchsuchungen wurde auch der Zünder einer Übungshandgranate beschlagnahmt. Gleichzeitig wurde das Album “F.N.A.B.” (“Freedom, Nation and Blood”) und die Demo-CD “Pornoskins” nach Liste A indiziert. Die Demo-CD enthält Zeilen wie “Nigger scum, nigger nigger nigger nigger scum”. Auf “F.N.A.B.” sind Forderungen wie “War, war, war – the final solution!” zu hören.

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Stahlgewitter und Division Germania – Rechtsrock-Superstars in Personalnot?

Quelle: Don‘t call it music

Unter dem zweideutigen Namen “White Xmas” wird seit Monaten die Werbetrommel für ein Rechtsrock-Konzert am heutigen 9. Dezember 2017 gerührt. Neben “Deutsch Stolz Treue” (Berlin), “Blutzeugen” (Raum Dresden) und “Confident of Victory” (Senftenberg) wird auch die Band “Division Germania” angekündigt. Der letzten Band werden wir uns auch aus diesem Anlass heute annehmen.

Ursprünglich als Soloprojekt angedacht, wurde “Division Germania” von dem 1983 geborenen Andreas K. aus Mönchengladbach um das Jahr 2000 herum ins Leben gerufen. Dieser ist Vollmitglied der Neonazi-Bruderschaft der “Hammerskins” und trat zur Bundestagswahl 2005 in seiner nordrhein-westfälischen Heimatstadt für die NPD an.

Am Schlagzeug bei “DG” sitzt der aus Hamm stammende Patrick G., während Matthias W. aus dem Rhein-Kreis Neuss den Bass spielt. Mit beiden war K. schon bei der Nazipunk-Band “Rotte Charlotte” aktiv. G. gehört außerdem seit geraumer Zeit den Rechtsrock-Band “Smart Violence” und “Sturmwehr” an.

Seit mindestens zwei Jahren spielt Philipp “Phil” N. als Gitarrist bei “Division Germania”. N. ist auch Sänger und Gitarrist der Naziband “Flak”. Die Besetzung der zweiten Gitarre hingegen ändert sich ständig. Auf dem “Hammerfest 2015” der italienischen “Hammerskins”-Sektion wurde die Stelle von Mirko Sz. alias “Liedermacher Barny” besetzt, während beim “Rock gegen Überfremdung” im Juli 2017 Martin B. aus Hamm auf der Bühne stand.

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FAUSTRECHT: NAZI-URGESTEIN BESINGT RASSENKRIEG UND NATIONALSOZIALISMUS

Quelle: Allgäu Rechtsaußen

Faustrecht, das Neonazi-Urgestein aus dem Allgäu, besingt Rassenkrieg und Nationalsozialismus. Gleichzeitig ist die Band ein Bindeglied der örtlichen Szene zu internationalen militanten Neonazistrukturen.

Die Band Faustrecht gründete sich 1994 um ihren Sänger Norbert »Nogge« Lecheler aus Mindelheim und entstammt dem Umfeld der verbotenen Skinheads Allgäu. Während ihrer nicht einmal einjährigen legalen Existenz ist die Kameradschaft durch eine massive Gewaltwelle aufgefallen, die neben ihrer nationalsozialistischen Ausrichtung nach Auffassung des bayerischen Innenministeriums Vereinszweck war und zum Verbot führte.

Ein Skinhead-Magazin aus der Szene zitierte damals ein Mitglied der Band, das bei den Skinheads Allgäu im Vorstand war:

»Als Blood and Honour-Band singen wir für die Erhaltung der weißen Rasse und der Bekämpfung des internationalen Großkapitals, der Rückbesinnung auf deutsche Werte und Tradition, wie Volksgemeinschaft und treue zum Vaterland.«

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Finnland: Über 2000 Neonazis auf Fackelmarsch zum 100. Unabhängigkeitstag

Quelle: Sören Kohlhuber

Der 100. Unabhängigkeitstag von Finnland wurde von mehr als 2.000 Rechten in einem großen Fackelmarsch zelebriert. Zuvor demonstrierten bereits 300 Neonazis gemeinsam mit der Kameradschaft NMR (Nordische Widerstandsbewegung), mit den „Soldiers of Odin“ und „Blood & Honour Finland“. Ebenfalls vor Ort war eine Abordnung der JN, rund um den Dresdner Maik Müller.
Gegen beide Märsche richtete sich eine Demonstration von rund 2.700 Antifaschisten.
Bis auf eine Gewahrsamnahme am Start des NMR-Marsches und verbalen Austausch eine ruhige Veranstaltung. Die Polizeikräfte mussten ihre Gummischrot-Gewehre nicht einsetzen.

Bilder auf Flickr.

It‘s getting hot in Helsinki“. Heute morgen brannten Autos von führenden Neonazis in einem Vorort von Helsinki (Vantaa) direkt an einer Bar. In der Bar planten Neonazis ein Konzert für Mittwochabend – direkt nach dem Fackelmarsch. Siehe Artikel hier

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“Kraft durch Froide” – Stumpf ist Trumpf

Quelle: Don‘t call it music!

Die Berliner Rechtsrock-Band “Kraft durch Froide” wurde offiziell 1982 gegründet und gehört damit zu den dienstältesten Bands im rechten Musikbusiness. In ihrer Ur-Besetzung war die Band aber nur bis 1987 aktiv. Dann löste “Kraft durch Froide” sich auf, da ihr damaliger Schlagzeuger Andreas P. nicht nur u.a. Mitglied der später verbotenen Neonazi-Organisation “Nationalistische Front”, sondern auch alkoholabhängig war. Angeblich war die politische Betätigung P.s den anderen Bandmitgliedern zu weit rechts, woraufhin sich die Gruppe auflöste.

Im Jahr 1999 soll dann die Neugründung stattgefunden haben, erste Auftritte bestritt die Band aber erst ab 2014. Den Gesang übernimmt nun Andreas R. aus Berlin, der noch zur Originalbesetzung der Band gehört. Rene Sch. aus Köthen spielt Gitarre, der Brandenburger “Gessi” den Bass. Holm G. aus Magdeburg sitzt am Schlagzeug.

Rene Sch. war bis 1996 Sänger der Band “Kampfzone” aus Sachsen-Anhalt und wirkte auch bei den Bands “Open Violence” und “Last Riot” mit. Holm G. spielte ursprünglich in der nicht-rechten Oi-Band “Restrisiko” und war Mitbegründer des Labels “Bandworm Records”. Später gehörte er den Nazi-Bands “Commieknockers” bzw. “Strongside” sowie “Last Riot” an und sitzt aktuell auch bei der Naziband “Barricades” aus Sachsen-Anhalt am Schlagzeug.

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Painful Life – NS-Hardcore vom Dorf

Quelle: Don‘t call it music!

Seit 2007 ist “Painful Life” aus dem Bördekreis (Sachsen-Anhalt) eine treibende Kraft innerhalb der selbsternannten “NSHC”-Szene. Die explizite Zugehörigkeit zu dieser Nische der rechten Musikszene scheint den Neonazi-Musikern wichtig zu sein. Schon 2009 war “Painful Life” auf Konzerten anzutreffen, bei denen beispielsweise veganes Essen angeboten wurde. Ähnlich wie die Verwendung linker Styles durch die “Autonomen Nationalisten” war das damals nicht unumstritten. Tatsächlich fand die NSHC-Szene samt ihrem Lifestyle in den letzten Jahren vor allem unter den jüngeren Neonazis Gehör. Heute versteht sich diese Szene als “Speerspitze der nationalen Bewegung”. “Painful Life” und das Umfeld der Band waren an dieser Elitenbildung maßgeblich beteiligt.

Der Sänger von “Painful Life” ist Stefan “Willi” W. Er kommt aus dem Raum Angern und war dort schon vor über zehn Jahren aktiv. Heute ist W. auch Mitglied der Gruppe “Wardon 21”, die den “Straight Edge”-Lifestyle propagiert und die rechte Szene motivieren möchte, sich körperlich zu betätigen und Drogen abzulehnen. Damit fördere man die “Wehrhaftigkeit des Volkes”. Mit “Wardon 21” nahm W. im Jahr 2017 an den rechten Kampfsportturnieren “Kampf der Nibelungen” in Kirchhundem (Nordrhein-Westfalen) und “Force et Honneur” in Frankreich teil.

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Dennis “Denny” S. – von der Skinhead-Krake zum NS-Hardcore-Kid

Der am 19. November 1973 geborene und im Raum Mansfeld (Sachsen-Anhalt) lebende Dennis S. war in den Neunzigern vor allem als Sänger der “unpolitischen” Oi-Band “Kampfzone” bekannt. Gemeinsam u.a. mit Holm G. (Schlagzeug) bestritt “Denny” zahlreiche Konzerte in der Grau- und Braunzone.

Holm G. war früher bei der Oi-Band “Restrisiko” aktiv und an der Gründung des Labels “Bandworm Records” aus Magdeburg beteiligt, stieg allerdings nach einiger Zeit aus dem Vertrieb aus. Später spielte G. bei “Last Riot” um Rene S. aus Köthen und – zusammen mit Dennis S. – bei der Naziband “Commieknockers”, die sich bald in “Strongside” umbenannte. Aktuell sitzt Holm G. bei der Berliner Naziband “Kraft durch Froide” am Schlagzeug.

Dennis S. wirkte auch in den Bands “Hässlich” und “Hate Soldiers” mit. “Hate Soldiers” war die Band von Marcel M. (Gesang), dem Bruder des bekannten Neonazis Enrico M., auf dessen Grundstück in Allstedt-Sotterhausen bis heute ein Großteil der Rechtsrock-Konzerte in Sachsen-Anhalt stattfinden. Der Band soll auch der örtliche NPD-Kommunalwahlkandidat Maik R. angehört haben. Die “Hate Soldiers” lösten sich 2008 auf, weil der Schlagzeuger Christian K. eine mehrjährige Haftstrafe antreten musste. Er hatte sich im Januar 2007 an einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Sangershausen beteiligt, im Anschluss an eine Feier bei Enrico Marx.

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Ein identitäres Haus in Halle

Quelle: Antifainfoblatt

Juni 2017: Auf den Seiten der rechten Initiative „Ein Prozent für unser Land“ und der rechten Zeitschrift „Sezession“ wird ein „Hausprojekt“ angekündigt. Neben dem „Institut für Staatspolitik“ (IfS) in Schnellroda und der „Bibliothek des Konservatismus“ in Berlin soll es einen weiteren Anlaufpunkt für die sogenannte ‚Neue Rechte‘ geben. Für Renovierung, Sicherheit und laufende Kosten wird um Spenden geworben. Es handelt sich um einen viergeschossigen Altbau in der Adam-Kuckhoff-Straße in Halle, direkt gegenüber des Steintorcampus der Martin-Luther-Universität. Mit Dorian Sch., Mario Müller, Melanie Schmitz und Florian M. will ein Großteil der Führungsriege der identitären „Kontrakultur Halle“ zukünftig dort wohnen und wirken.

Gastbeitrag von „Sachsen-Anhalt Rechtsaussen“

Der Gründer der Titurel-Stiftung, Helmut Englmann aus Johannesberg (Unterfranken), ist seit Januar 2017 Eigentümer des Hauses. Die Stiftung fungiert vor allem als Förderinstrument des IfS. Als Ansprech­partner tritt Andreas Lichert (Funktionär der AfD und des Vereins für Staatspolitik) auf, die Domain ist auf das IfS registriert, als administrativer Ansprechpartner wird Götz Kubitschek angegeben. Neben dem Sammeln von Unterstützungsgeldern wurden durch die Stiftung auch ’neurechte‘ Autoren gefördert. Das Haus dient zudem als Sitz einer Werbeagentur, der „Mosaik Kommunikation“. Als Unternehmensdach fungiert hier die Lichert GmbH von Andreas Lichert, die Web-Domain der Agentur ist auf Simon Kaupert registriert.

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