Archiv der Kategorie 'Lesestoff'

Weisse Wölfe

Das „Antifa Infoblatt“ schreibt:

Eine grafische Reportage über rechten Terror

Der Journalist David Schraven hat sich für den Comic „Weisse Wölfe“ mit dem Zeichner Jan Fendt zusammengetan, um seine Rechercheergebnisse über die Verbindungen des NSU nach Dortmund und zu rechten Akteuren in ganz Europa einer breiten Zielgruppe zugänglich zu machen.

Der Comic „Weisse Wölfe“ arbeitet mit drei Erzählsträngen, um die Zusammenhänge von rechtsterroristischem Morden, neonazistischer Ideologie und der individuellen Geschichte eines Neonazis sichtbar zu machen. Einerseits zeichnet sich Schraven selbst in seiner Recherche in die Geschichte ein, ge­trieben von der Frage, warum der NSU gerade in Dortmund Mehmet Kubaşik ermordete. Hierbei wird im Laufe des Buches klar, dass die zweite Erzählperspektive jene eines Mitglieds aus der Dortmunder Neonazi-Szene ist, genannt Albert S., der, wie sich herausstellt, zudem als Informant für den Verfassungsschutz arbeitet. Der dritte Strang wird durch unkommentierte Auszüge aus den fiktiven Turner-Diaries1,welche RechtsterroristInnen weltweit als ideologische Vorlage für ihre menschenfeindlichen Angriffe und Morde nutzten, gebildet. Auf allen drei Ebenen spielt Authentizität eine wichtige Rolle. Die „Turner-Diaries“ dienten nicht nur dem NSU als Vorlage für ihre rassistischen Morde. Auch die individuelle Geschichte von Albert S. basiert auf den Erzählungen eines Neonazis, den Schraven im Gefängnis traf und dessen Name der einzige ist, der verändert wurde, bei dem es sich jedoch um den Neo­nazi Sebastian Seemann aus Lünen handeln muss 2. Besonders die Ebene, auf der Schraven seine Recherche darstellt, soll dem Comic sei­nen dokumentarischen Charakter verleihen.

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Schnittstellen jugendlicher Milieus

Eine Rezension aus dem „Blick nach Rechts“:

Rechte Lebenswelten von Jugendlichen spielen sich oft in Musikkulturen ab. Eine Handreichung der Agentur für soziale Perspektiven versucht sich inhaltlich den „Grauzonen“ jugendlicher Subkulturen zu nähern.

Die in Berlin ansässige „Agentur für soziale Perspektiven e. V.“ (ASP) beschäftigt sich seit den 1990er Jahren mit „rechten Jugendkulturen“. In den 1990er Jahren galt ihre Aufmerksamkeit dem neonazistischen Rechtsrock. Ab den 2000ern zeigten sie mit der immer wieder neugestalteten und ergänzten Broschüre „Versteckspiel – Lifestyle, Symbole und Codes von neonazistischen und extrem rechten Gruppen“, wie sich die subkulturellen Moden und Mimikry von Neonazis änderten. „Versteckspiel“ kommt mittlerweile in den verschiedenen Auflagen zusammen auf 120 000 Ausgaben. Auch der DGB und die SPD druckten eigene Versionen des „Versteckspiels“. Unter anderem wegen diesem Projekt hat sich mittlerweile unter Journalisten, Jugendarbeitern und Multiplikatoren herumgesprochen, dass Neonazis nicht unbedingt nur im Skinheadlook herumlaufen, sondern dass neonazistische Codes auch in anderen Jugendkulturen zu finden sind.

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Jugendliche Lebenswelten in den Grauzonen

Via „Agentur für soziale Perspektiven“:

Seit Anfang des Jahres 2013 arbeiten wir in einem auf drei Jahre angelegten Projekt zu „Grauzonen – rechte jugendlichen Lebenswelten“. Unser Projekt will die inhaltlichen und strukturellen Schnittstellen zwischen extrem rechten, rechten und vermeintlich unpolitischen Szenen und Milieus ausarbeiten. Darüber hinaus treten wir inhaltlich und offensiv denen entgegen, die das gesellschaftliche Problem mit den „Rechten“ auf offen auftretenden Neonazismus und Rechtspopulismus zu reduzieren versuchen und die eine oft sehr eingeschränkte Wahrnehmung von dem haben, was überhaupt politisch ist.

Unter „rechten Lebenswelten“ verstehen wir das „große Ganze“, was Ideologien der Ungleichheit entstehen und existieren lässt: Ein System von Lebens- und Wertvorstellungen, die darauf angelegt sind, das gesellschaftliche Miteinander hierarchisieren, Rollen zuzuweisen, „Wert“ und „Unwert“ des einzelnen Menschen zu festzulegen und über dessen Ein- und Ausschluss zu bestimmen – dies aufgrund äußerlicher Merkmale oder der (zugewiesenen) Zugehörigkeit zu einer (meist konstruierten) Gruppe.

Ideologien der Ungleichheit sind Ausdruck einer Gesellschaft, die sich mehr über das Gegeneinander denn über das Miteinander definiert. Die Bewahrung von bzw. die Forderung nach Privilegien der „eigenen“, je nach Bedarf konstruierten, Gruppe geht dabei einher mit der Empörung darüber, dass „die Anderen“ angeblich zu Unrecht übervorteilt werden: Heterosexuelle gegen Schwule und Lesben, Christliche Kultur gegen Islam, „Angestammte“ gegen Zugewanderte, „Deutsche“ gegen die, die als nichtdeutsch festgelegt werden, Männer gegen Frauen, die „Starken“ gegen die, die als „schwach“ empfunden werden, selbsternannte Leistungsträger*innen gegen sogenannte „Sozialschmarotzer“. Häufig ersetzt die Vorstellung der Gemeinschaft die der Gesellschaft.

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Verankerte braune Szene

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Mecklenburg-Vorpommern ist dicht vernetzt – schon seit Jahren ist in dem Bundesland eine Raumergreifungsstrategie durch Neonazis zu beobachten.

Im Auftrag der SPD-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern hat die Rechtsextremismus-Expertin und bnr.de-Autorin Andrea Röpke eine umfassende Bestandsaufnahme der rechten Szene in dem Bundesland vorgenommen. Herausgekommen ist ein sehr informatives, aber zugleich auch besorgniserregendes Buch unter dem Titel „Gefährlich verankert“. In neun Kapiteln auf 247 Seiten, die reichlich bebildert sind, werden die vielfältigen Aktivitäten brauner Couleur dargelegt, seziert und analysiert. Dabei wird natürlich ein Blick geworfen auf die NPD, die nun bereits in der zweiten Legislaturperiode Bestandteil des Schweriner Landtages ist, auf Kameradschaften und Mischszenen. Durch eine intensive Graswurzelarbeit in den vergangenen Jahren, aber auch aktuell hat sich im Nordosten Deutschlands ein antidemokratischer Kern etabliert, der sich zum Teil nur durch genaues Hinsehen erschließt. Die rechte Szene ist dabei viel vernetzter als oberflächlich angenommen. Neben dem offenen Auftreten von Neonazis wird viel im Verborgenen oder auf Tarnung bedacht agiert. Genau darin liegt die im Buchtitel genannte Gefahr. Die bekannte Fachjournalistin Andrea Röpke leistet dank guter Recherche und Quellen beim Demaskieren des neonazistischen Spektrums einen wichtigen Beitrag, nennt dabei Ross und Reiter.

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„Ich bin ein Rassist, und das Tag für Tag“ – NS-Rap am Beispiel von MaKss Damage

Das „Netz gegen Nazis“ berichtet:

Nazis, die rappen? Führerkult und HipHop? Ja, das gibt es. Nazis haben immer schon spannende Jugend- und Subkulturen kopiert, unterwandert und zu ihren eigenen Gunsten interpretiert, um gerade junge Menschen für die Szene zu ködern.

Viele der rappenden Nazis tun dies genau aus dieser Motivation heraus (z.B. n’Socialist Soundsystem, Villain051, SZU – Sprechgesang zum Untergang). Sie sind ein Teil der modernen Variante des Neonazismus. Diese Tendenzen werden innerhalb der neonazistischen Szene zum Teil sehr stark diskutiert. Dabei geht es meist um zwei zentrale Fragen: Darf Hip Hop als ursprünglich afro-und latinoamerikanische Musikkultur überhaupt für Neonazi-Zwecke genutzt werden? Und wie sinnvoll ist Hip Hop für die Rekrutierung junger Menschen?

Mittel zur Rekrutierung vs. Reimkunst

Die NS-Rapper*innen sind meistens vom Mittel zum Zweck überzeugt, so zum Beispiel die Band n’Socialist Soundsystem, die eigentlich aus der Band Häretiker – die ursprünglich Rechtsrock machten – hervorgegangen ist und Hip Hop ganz klar als strategisches Mittel sieht. Das merkt man auch ihren Rap-Texten an. Da gibt es keinen Flow und keine Reimkunst. Sie sind eher lächerlich als gut.

Leider lässt sich das nicht über alle NS-Rapper*innen sagen. Einer, der aus der NS-Rap-Szene mit Rap-Fähigkeiten heraus sticht, ist MaKss Damage, mit bürgerlichem Namen Julian Fritsch. Er kommt aus Gütersloh und bezeichnet sich erst seit 2011 offiziell als NS-Rapper. In der Zeit davor war er seit 2008 als Rapper in der linken Szene unterwegs, stieß dort aber auf Grund seiner sexistischen und antisemitischen Texte auf deutliche Kritik und galt mit Textzeilen wie „Ich leite Giftgas lyrisch in Siedlungen die jüdisch sind“ („Arabisches Geld“ 2010) für linke Akteur*innen als nicht tragbar.

In einem sehr langwierigen Interview Anfang 2011 mit zwei der führenden Neonazis Kölns, Axel Reitz und Kevin Koch aus Wuppertal für „medinet-west“, erklärte MaKss Damage, der unter anderem Horst Mahler als sein Vorbild beschreibt, dass er nun überzeugter Neonazi sei. Dieser öffentlich wirksame Schritt des Einstiegs in die Neonazi-Szene wurde von dieser bewusst inszeniert und thematisiert: Ein ehemaliger „Linker” tritt aus der Szene aus und engagiert sich bei der politischen Gegenseite – ein gefundenes Fressen für die Neonazis.

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Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang: Podium: Rappen für die Revolution?! – Linker Rap in Deutschland – Geschichte, Gegenwart, Zukunft.

Steffen Peise – Zwischen Satan, Odin und Hitler. Rechtsrock und NSBM als Weggefährten im braunen Sumpf

Ein Buchneuerscheinung zum Thema NSBM:

Rechtes Gedankengut gibt es auch im Metal, zum Thema gemacht wird dies jedoch relativ selten. Steffen Peise hat sich in seiner Masterarbeit damit beschäftigt und untersucht, wie es zum Schulterschluss zwischen Rechtsrock und rechtem Black Metal kommen konnte – zwei Genres, die eigentlich sehr gegensätzlich sind.

„Zwischen Satan, Odin und Hitler. Rechtsrock und NSBM als Weggefährten im braunen Sumpf“ ist die zum Buch überarbeitete Fassung von Peises Abschlussarbeit am Institut für Musikwissenschaften der Uni Leipzig. Seinem Thema nähert er sich auf mehreren Ebenen. Am einfachsten aufzunehmen ist wohl noch der musikhistorische Abriss, der die Entstehung der beiden Genres, die er in den Fokus nimmt, herleitet. Musikinteressierte werden das ein oder andere bereits wissen – dass der Rechtsrock in einer originär unpolitischen britischen Skinheadszene wurzelt, die mit der Band SKREWDRIVER an der Spitze den Schritt ins rechte Spektrum gemacht hat, beispielsweise. Oder dass im Black Metal die Beschäftigung mit heidnischen Themen den Weg in völkische und antisemitische Bereiche zumindest erleichtert hat. Die beiden rechten Szeneprotagonisten Kristian Vikernes (BURZUM) und Hendrik Möbus (ABSURD) sind ebenfalls keine Unbekannten. Doch die genaue Geschichte und die genauen Verknüpfungen sind in ihrer Gesamtheit sehr interessant zu lesen.

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Die Mörder vom NSU sind immer noch unter uns

Die „Welt“ schreibt:

Alle reden, wenn sie vom NSU reden, von der Zwickauer Zelle, von Beate Zschäpe und vom deutschen Osten. Jetzt erzählt ein Comic die Vorgeschichte. Eine finstere Graphic Novel aus dem tiefen Westen.

Am 4. April 2006 wird Mehmet in seinem Geschäft erschossen, im „Topkapi Grill“ in Dortmund Nord. Die Polizei geht von einer Migrantenfehde aus, die Medien erfinden das Wort Dönermord. Am 4. November 2011 erschießen und verbrennen sich in ihrem Wohnmobil in Eisenach zwei Neonazis namens Uwe. Überrascht erkennt die Polizei in ihnen Mehmets Mörder, in den Medien werden Polizei und Politik getadelt und die Wege beider Uwes bis in ihre früheste Kindheit in der späten DDR zurückverfolgt.

Unser Mann im braunen Sumpf: David Schraven als Reporter in seinem eigenen Comic
Wieder erzählen die Geschichten von den Plattenbauten Jena-Lobedas und von den Wendekindern, denen mit der deutschen Mauer jeder Halt wegbricht, während sie pubertieren; Eltern, Lehrer, Polizisten wissen selbst nicht weiter: Die Verlorenen ziehen von Thüringen nach Sachsen, wo sie sich in Zwickau niederlassen, um von dort aus vorwiegend im deutschen Westen Blumen- und Gemüsehändler, Änderungsschneider und Imbisswirte umzubringen, deren Namen ihnen undeutsch vorkommen. Sie sind nicht nur die Zwickauer Zelle, sie sind der Nationalsozialistische Untergrund, den sich die Deutschen mit dem Osten und der Einheit eingehandelt haben. Selbst die Nazikneipe in der Nähe des „Topkapi Grills“ in Dortmund Nord heißt „Thüringer Hof“.

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Populäre Musik und “deutsche” Identität

„Publikative.org“ schreibt:

Der Sammelband “Typisch Deutsch. (Eigen-)Sichten auf populäre Musik in diesem unserem Land“ beleuchtet die Beziehung zwischen populärer Musik und “deutscher“ Identität auf vielfältige Weise. Die Langeweile aktueller “deutscher“ Chartmusik ist dabei ebenso ein Thema wie die propagandistische Nutzung von Volksliedern durch den historischen Nationalismus. Zudem geht es um die Rezeption vermeintlich typisch deutscher Mythen im Heavy Metal. Eine Auseinandersetzung mit der Band Frei.Wild findet auch statt.

Der Titel des ersten Aufsatzes lautet “‘Typisch deutsche‘ populäre Musik heute. Eine Annäherung“. Der Autor, Thomas Phleps, konkretisiert sein Thema, indem er schreibt: “Deutsche populäre Musik ist zunächst rein geographisch verortet und meint alle populäre Musik, die im deutschsprachigen Raum produziert wurde und/oder in der Deutsch gesungen wird bzw. in einem dem deutschen Sprachraum zugehörigen Dialekt oder einer restringierten Version“.

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Antifaschistische Aufklärung

Das „Neue Deutschland“ schreibt:

Das Magazin »Der rechte Rand« begeht sein 25-jähriges Bestehen mit einer extradicken Sonderausgabe

Die größte Fachzeitschrift zur extremen Rechten hat bei aller Expertise den Kontakt zur antifaschistischen Bewegung nie verloren. Die Artikel sind bestens recherchiert und gut geschrieben.

Wie bei so vielen Projekten wäre das regelmäßige Erscheinen des Magazins »Der rechte Rand« in den letzten 25 Jahren ohne eine Vielzahl unbezahlter Arbeitsstunden nicht möglich gewesen. Neben dem »Antifaschistischen Infoblatt« ist die alle zwei Monate erscheinende Publikation die größte und renommierteste bundesweit herausgegebene Fachzeitschrift zur extremen Rechten in und außerhalb der Bundesrepublik. Ob rechte Parteien oder Kameradschaften, Internetportale oder Zeitschriften, Rechtsrockbands oder scheinbar honorige Tagungen – die gesamte Bandbreite des braunen Spektrums findet sich in den Heften wieder. Dabei wollen die fundierten Recherchen des Blattes den Blick der Leser auch auf vernachlässigte und ausgeblendete Aspekte des Themas lenken. Eine Besonderheit ist zudem, dass Rechtsextremisten oft mit Namen und ihren Organisationen konkret benannt und Verbindungen in rechten Netzwerken detailliert beleuchtet werden. Bei aller Expertise hat man den Kontakt zur antifaschistischen Bewegung nie verloren. Außer Fachjournalisten und Wissenschaftlern sind es vor allem Aktivisten, die für die nunmehr 150 Ausgaben Neonaziaufmärsche beobachteten, von braunen Szeneveranstaltungen berichteten und rechtsextreme Publikationen ausgewertet haben.

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25 Jahre „Der rechte Rand“ „Nazi-Spitzel“ zum Jubiläum

Die „taz“ schreibt:

Seit 25 Jahren recherchiert „Der rechte Rand“ dort, wo andere nicht hinschauen: am rechten Rand des politischen Spektrums. Das ist notwendig, aber nicht ungefährlich.

Wer über die Rechten und ihre Netzwerke informiert sein will, kommt an dieser Zeitschrift nicht vorbei: Der rechte Rand – Magazin von und für AntifaschistInnen. Seit 25 Jahren sammelt die Redaktion in Hannover Informationen über das rechte Milieu. Damals, 1989, feierten die „Republikaner“ (REP) Wahlerfolge – in der Europawahl fuhren sie bundesweit mehr als sieben Prozent ein.

Erstmals seit Jahrzehnten saß eine Partei rechts der CDU oberhalb eines Kommunalparlaments. Und obwohl die REP heute nicht mehr relevant sind: die Rechten blieben. Und Der rechte Rand beobachtete weiter die Szene, ihre Netzwerke, die intellektuellen Rechten und ihre Querverbindungen, recherchierte zu Labels und Bands der Szene, berichtete von Tagungen und Neonazi-Aufmärschen.

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White Power Music: Scenes of Extreme-Right Cultural Resistance

Eine Leseempfehlung:

This volume presents new analysis of the shifting phenomenon of White Power music. It offers a timely overview of how White Power music helps preserve ultranationalist and racist narratives, recruit young people to the extreme-right political cause, and eventually encourages violence against the alleged ‘enemies’ and ‘traitors’ of the ‘White Race’.
To map this diverse culture, the volume focuses on national case studies ranging from the West to the East, as well as discussing particular topics such as the role of women in White Power music, censorship and the legacy of the late Ian Stuart Donaldson, founder of the Blood and Honour promotion network and a major figure in the extreme-right music scene.

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Antifa in England #2

Eine Leseempfehlung:

Aus dem Vorwort der Reihe:

If I Die on a Nazi Street…

Das ist die Geschichte des langen Krieges gegen den Faschismus, der auf Englands Strassen tobte, in vielen Städten und Dörfern zwischen den Jahren 1977 und 1997. Dieses Buch konzentriert sich im speziellen auf die Kämpfe, die in und rund um Manchester stattfanden, weil das die Gegend ist, wo die beiden Autoren gewohnt haben. Ähnliche Geschichten können aber über viele andere Teile des Landes geschrieben werden. Es ist eine Geschichte, die bisher zum Grossteil verschwiegen wurde, weil es sich um ungesetzliche und gewalttätige Methoden handelt, die manchmal angewandt wurden, um die Aktivitäten der faschistischen Banden einzudämpfen. Wir glauben, dass es wichtig ist, diese Geschichten zu erzählen, weil Sozialforscher genauso wie politische Kommentatoren Dir weismachen wollen, dass die Faschisten alleine durch lautstarke, aber in sich passive Demonstrationen geschlagen werden können. Wie Du sehen wirst, ist das bei Weitem nicht der Fall.

Wir erzählen, wie eine Gruppe von militanten Strassenkämpfern Squads bildeten, um die National Front Ende der Siebziger und Anfang der Achtziger zu konfrontieren. Später erzählen wir, wie die Stewards-Gruppen der Antifascist Action (AFA) Mitte der Achtziger Jahre bis in die frühen Neunziger mit Zähnen und Klauen gegen die British National Party (BNP), Blood & Honour (Blut und Ehre) sowie gegen Combat 18 (C18) kämpften. Sowohl die Squads, als auch die Steward-Gruppen, wurden von den Medien bevorzugt als subversiv, zwielichtig oder suspekt beschrieben. Natürlich ist es wahr, dass militanter Antifaschismus gelegentlich ausserhalb des Gesetzes operieren muss, um seine Ziele zu erreichen. Die Angst verhaftet oder infiltriert zu werden, hatte zur Folge, dass wir manchmal auf konspirative Weise operieren mussten. Für uns nur eine sensible Vorsichtsmassnahme, um mit unserer Aufgabe weiterzukommen.

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Die faschistische Kulturfabrik

„Publikative.org“ schreibt:

Vor ein paar Tagen ist Ciro Esposito gestorben, ein junger Fan von Napoli, ermordet durch die Schüsse des hochrangigen Römer Faschisten Daniele De Santis. Das Buch “Casa Pound Italia: Mussolinis Erben” von Heiko Koch widmet sich dem Paradeprojekt der intellektuellen Rechten, der in Rom geborenen Bewegung Casa Pound Italia.

„Seit 10 Jahren existiert die populistische Bewegung CasaPound Italia. Ihre Wurzeln sieht sie im historischen Faschismus zu Beginn der 1920er Jahre; in der Zeit als der italienische Faschismus noch nicht Bewegung mit revolutionärem Anstrich war und sich mit Terror und Gewalt den Weg zur Macht ebnete.“

Ich bin ein großer Fan davon, sich mit Dingen auseinanderzusetzen und sich eine fundierte Meinung zu bilden, Mechanismen und Hintergründe zu erkennen, zu verstehen und nicht beim Slogan stehenzubleiben. Das gilt besonders für Dinge, die mir nicht gefallen. Eines der erfolgreichsten Projekte Italiens ist die von Gianluca Iannone, eloquenter Sänger der Rechtsrockband ZetaZeroAlfa, gegründete Casa Pound-Bewegung. Ausgehend von einem besetzten Haus in Rom haben sich diese Zentren unter dem Siegel der Schildkröte mittlerweile in ganz Italien verbreitet. Medienwirksame Aktionen, ein lebendiger Auftritt im Internet, erfolgreiche europäische Vernetzungen, Verwurzelung in der Musikszene, ein eigener Kleidungsstil und die Adaption und Umwidmung popkultureller Phänomene und Symboliken sorgen für regen Zulauf in Italien. Grundlage für diesen Erfolg ist vor allem auch ein unpolitischer Anstrich und das Andocken an bereits bestehende jugendliche Subkulturen – wie z.B. Ultràs –, der sich als niedrigschwelliges Angebot übersetzen lässt.

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Buch zur NSU-Mordserie: „Das Aktenschreddern war Vorsatz und diente der Vertuschung“

Auf 900 Seiten zeichnen Stefan Aust und Dirk Laabs die Ermittlungen der NSU-Mordserie nach. Das Buch zeigt, wie sehr Verfassungsschutz und rechte Szene verquickt waren – Interview mit Co-Autor Laabs.

Zweieinhalb Jahre nach dem Bekanntwerden der NSU-Mordserie legen die Hamburger Journalisten Dirk Laabs und Stefan Aust jetzt die präzise Analyse dazu vor: das Mammut-Werk „Heimatschutz“ – ein fast 900-seitiges Buch über den „Staat und die Mordserie des NSU“.

Es ist eine detaillierte Aufarbeitung des rechten Terrors seit der Wiedervereinigung und ein packendes Protokoll eines der größten Skandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ein Skandal, der ohne Beteiligung des Bundesamts für Verfassungsschutz wohl so nicht möglich gewesen wäre. stern.de sprach mit dem Buchautor Dirk Laabs.

Wir haben verschiedene Untersuchungsausschüsse erlebt und die Bundeskanzlerin hat vollständige Aufklärung versprochen. Warum jetzt dieses Buch?
In der Debatte um die NSU-Morde hört man oft eine zusammenfassende Einschätzung: Die sogenannten Dienste waren auf dem rechten Auge blind und haben die Gefahr nicht erkannt. Das gilt unserer Ansicht nach auf keinen Fall für das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV). Als kurz nach der Wende in Deutschland Asylbewerberheime brannten und Schlägertrupps wahllos Menschen angriffen und umbrachten, hatten die Beamten im Kölner Bundesamt erwiesenermaßen die Gefahr von rechts erkannt. Immer mit dem Augenmerk, dass daraus rechter Terrorismus werden könnte.

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Neue Broschüre klärt über Rechtsrock auf

Via „ORF“:

Mit einer neuen Infobroschüre zum Thema Rockmusik und Rechtsextremismus wollen der Verein Logo und das Landesjugendreferat auf den zunehmenden Einfluss rechtsextremer Bands auf Jugendliche aufmerksam machen.

Laut dem Experten Roman Schweidlenka gibt es mittlerweile rund 300 dieser Rechtsrock-Gruppen im deutschen Sprachraum – auch insgesamt seien rechtsextreme Inhalte und Symbole in den letzten Jahren wieder im Aufwind und längst keine Randerscheinung mehr.

Leitfaden für Jugendliche, Eltern und Lehrer

„Rechts rockt? Rechtsrock und rechtsextreme Szene in Österreich“ wurde am Dienstag vorgestellt. Die Broschüre richtet sich direkt an Jugendliche, soll jedoch auch als Leitfaden für Eltern und Lehrer dienen und nicht zuletzt Sympathisanten und Mitläufer zum Umdenken bewegen. Schweidlenka: „Bei uns ist die Dichte der Rechtsrockbands viel geringer als in den neuen Bundesländern Deutschlands.“ Trotzdem solle man achtsam sein, denn „rechtsextreme Strömungen sind vor allem für Jugendliche auch in Österreich gefährlich“.

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Download der Broschüre hier.

Broschüre über Kameradschaft

Die „Junge Welt“ schreibt:

Hamburg. Eine neue Broschüre informiert über die Hamburger Neonazigruppierung »Weiße Wölfe Terrorcrew«, eine bundesweit agierende Kameradschaft. Auf 36 Seiten ist die Entwicklung der Truppe zusammengefaßt, die mittlerweile mit dem »Nationalkollektiv Hamburg« zum »WWT/NKH« fusioniert ist. Entstanden war die Nazigruppe im Jahr 2008 als Fanclub der Rechtsrockband »Weiße Wölfe«. Bekannt wurde die Kameradschaft im Juli vorigen Jahres, als die Polizei im Umfeld eines enttarnten militanten Neonazinetzwerkes auf ihren Namen stieß. Das vorliegende Heft enthält Informationen über Mitglieder und Strukturen. Im Anhang sind mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer teils mit persönlichen Daten aufgelistet. (fo)

»Den Weißen Wölfen Terror machen«, online unter: kurzlink.de/WeisseWoelfe

„Faschisten des 3. Jahrtausends“ – eine kritische Darstellung zu „Casa Pound“

Via „Endstation Rechts“:

Der Publizist Heiko Koch liefert in seinem Buch „Casa Pound Italia. Mussolinis Erben eine kritische Darstellung zu einem rechtsextremistischen Netzwerk in Italien, das durch die Adaption von Aktionsformen und Lifestyle von „Linken“ und Subkulturen auf sich aufmerksam macht. Die journalistische Darstellung präsentiert einen informativen Einblick in eine ansonsten noch nicht gesondert beachtete neue Entwicklung im europäischen Rechtsextremismus, leider ohne genaue Belege für die jeweiligen Informationen in Form von Quellen.

Die kommenden Entwicklungen im Rechtsextremismus kann man nicht weissagen. Gleichwohl ermöglichen vergleichende Betrachtungen möglicherweise prognostische Einschätzungen, wobei sie sich auf Entwicklungen im Linksextremismus im eigenen Land ebenso wie auf Tendenzen im Rechtsextremismus im Ausland beziehen können. So sind die „Autonomen Nationalisten“ in Aktionsorientierung, Habitus und Stil eine Kopie der „Linksautonomen“. Die Anschläge und Morde des NSU wiesen Parallelen zu Nagelbombenanschlägen in Großbritannien und Serienmordversuchen in Schweden auf. In Italien findet aktuell eine kultur- und sozialpolitisch ausgerichtete Bewegung große Aufmerksamkeit, welche sich als die „Faschisten des 3. Jahrtausends“ ansieht und Agitations- und Handlungsformen von „links“ aufgegriffen hat. Gemeint ist damit die „Casa Pound Italia“, die in einem Band mit einem solchen Titel und dem Untertitel „Mussolinis Erben“ von dem Publizisten Heiko Koch in einem journalistischen Sinne beschrieben wird.

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„Berliner Zustände 2012″ von apabiz und MBR erschienen

Via „Berlin rechtsaußen“:

Pressemitteilung:

„Berliner Zustände 2012″ – Schwerpunkt: Medien und Rassismus
Ein Schattenbericht über Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus

Berlin, 10. Juli 2013

Sehr geehrte Damen und Herren,

auch in diesem Jahr veröffentlichen die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) und das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e.V. (apabiz) – bereits zum siebten Mal – den
Schattenbericht über Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, die „Berliner Zustände 2012“. Die Publikation vereint auf 100 Seiten 17 Artikel aus insgesamt 12 Projekten. Damit ist die Beteiligung so groß wie noch nie. Der Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe liegt auf dem Thema „Medien und Rassismus“.

„Das fängt schon mit den abwertende Begriffen ‚ausländerfeindlich‘ und ‚fremdenfeindlich‘ an“, sagt MBR-Projektleiterin Bianca Klose. „Wenn es um eine rassistisch motivierte Tat geht, soll man das auch benennen. Wer Opfer rassistischer Gewalt in der Berichterstattung einfach zu ‚Fremden‘ macht, hilft nicht, das Problem zu lösen, sondern verstärkt es.“ Der Schattenbericht 2012 ist daher auch ein Appell an alle Medienschaffenden, sich mit ihrer eigenen Rolle auseinanderzusetzen. Die Medienlandschaft benötigt die Perspektive von betroffenen Menschen, jedoch nicht nur als Befragte, sondern auch als Medienschaffende.

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Eine PDF-Datei-Version befindet sich u.a. hier: Schattenbericht 2012

[B/BRB] Antifa veröffentlicht Recherche

Via „Indymedia Linksunten“:

Am 1. Mai wollen Neonazis in Berlin aufmarschieren. Nicht nur zur antifaschistischen Vorbereitung auf diesen Tag erschien jüngst eine neue Ausgabe der Berlin-Brandenburger Antifa-Recherche-Publikation „Fight Back“. Nun gibt es sie auch online.

Die Fight Back portraitiert seit 2001 die Neonaziszene und rechte Aktivitäten und Entwicklungen – zu Beginn nur in Form einiger Spotlights aus Berlin, gibt die mittlerweile fünfte Ausgabe auf über hundert Seiten, mit über 850 Namen und über 700 Fotos einen guten Überblick über die Region Berlin-Brandenburg. Neben Bezirks- und Regionalberichten wird auf einzelne Gruppierungen, Aktions- und Themenschwerpunkte detailierter eingegangen. Darüberhinaus werden notorische, wie auch unbekanntere Lokalitäten und Personen der Szene vorgestellt – letztere erstmalig in einem übersichtlichen Personenlexikon.

In einem Redaktionstext stellt sich das Projekt einem Rückblick und reißt ein paar Fragen an: Was hat die Fight Back in den letzten Jahren erreicht? Trägt Recherchearbeit tatsächlich dazu bei, den Neonazismus real einzuschränken? Wurden die Erkenntnisse konsequent in die Praxis umgesetzt? Was sind aktuelle Fragen und Probleme linksradikaler antifaschistischer Praxis – nicht nur in Berlin und Brandenburg…

Für uns ist konsequenter Antifaschismus nicht mehr und nicht weniger als eine selbstverständliche Voraussetzung linker und linksradikaler Politik, unabhängig von der eigenen sonstigen politischen Schwerpunktsetzung. In einer Situation, in der Neonazis – nicht nur in Berlin – wieder dazu übergehen, linke und migrantische Strukturen und Personen anzugreifen, ist es wichtig, solidarisch und wachsam zu sein, den Schutz vor Attacken auszubauen, aber auch präventiv gegen Neonazis vorzugehen!Recherche-Arbeit ist für uns ein notwendiger Baustein bei der Verfolgung eines klaren Ziels: Den größtmöglichen Druck auf die Neonaziszene und auf jeden Einzelnen von ihnen auszuüben. Der Name dieses Projekts ist schon immer wörtlich gemeint.

Am 1.Mai in Schöneweide, Marzahn oder sonstwo: Fight Back!

Berlin, April 2013

Die Papierausgabe der Fight Back liegt an den einschlägigen Orten wie Info- und Buchläden, sowie linken Kneipen, Cafes und Projekten in Berlin und Brandenburg kostenlos aus.

Online gibt’s die Fight Back auch unter:
Website: antifa-berlin.info
Direktlink „Fight Back“-Ausgaben: Fight Back
Direktlink Ausgabe Nr. 5: Fight Back 05 als PDF herunterladen

LOTTA #51 erschienen!

Anfang April ist die 51. Ausgabe der LOTTA – Antifaschistische Zeitung aus NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen erschienen.

Fünf Artikel der aktuellen Ausgabe sind online verfügbar, der Rest exklusiv in der Printausgabe.
Das Antifaschistische Infobüro Rhein-Main arbeitet eng mit der LOTTA zusammen.

http://lotta-magazin.de
http://www.lotta-magazin.de/inhalt/nr51.htm

Mehrere Artikel haben Themen aus Rheinland-Pfalz und Hessen zum Inhalt:

- Rechtes Potpourri im Schatten des Doms. Neonazistische Strukturen in der Bistumsstadt Fulda und drumherum.
- Konservativer Gegenpol. Die “Burschenschaft Germania Halle” zu Mainz bleibt sich treu.

Die LOTTA erscheint alle drei Monate, kostet 3,50€ und kann abonniert werden. Ausgewählte Artikel werden online gestellt.
Komplette Übersicht: http://www.lotta-magazin.de/index.htm

Quelle