Archiv der Kategorie 'Lesestoff'

White Power Music: Scenes of Extreme-Right Cultural Resistance

Eine Leseempfehlung:

This volume presents new analysis of the shifting phenomenon of White Power music. It offers a timely overview of how White Power music helps preserve ultranationalist and racist narratives, recruit young people to the extreme-right political cause, and eventually encourages violence against the alleged ‘enemies’ and ‘traitors’ of the ‘White Race’.
To map this diverse culture, the volume focuses on national case studies ranging from the West to the East, as well as discussing particular topics such as the role of women in White Power music, censorship and the legacy of the late Ian Stuart Donaldson, founder of the Blood and Honour promotion network and a major figure in the extreme-right music scene.

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Antifa in England #2

Eine Leseempfehlung:

Aus dem Vorwort der Reihe:

If I Die on a Nazi Street…

Das ist die Geschichte des langen Krieges gegen den Faschismus, der auf Englands Strassen tobte, in vielen Städten und Dörfern zwischen den Jahren 1977 und 1997. Dieses Buch konzentriert sich im speziellen auf die Kämpfe, die in und rund um Manchester stattfanden, weil das die Gegend ist, wo die beiden Autoren gewohnt haben. Ähnliche Geschichten können aber über viele andere Teile des Landes geschrieben werden. Es ist eine Geschichte, die bisher zum Grossteil verschwiegen wurde, weil es sich um ungesetzliche und gewalttätige Methoden handelt, die manchmal angewandt wurden, um die Aktivitäten der faschistischen Banden einzudämpfen. Wir glauben, dass es wichtig ist, diese Geschichten zu erzählen, weil Sozialforscher genauso wie politische Kommentatoren Dir weismachen wollen, dass die Faschisten alleine durch lautstarke, aber in sich passive Demonstrationen geschlagen werden können. Wie Du sehen wirst, ist das bei Weitem nicht der Fall.

Wir erzählen, wie eine Gruppe von militanten Strassenkämpfern Squads bildeten, um die National Front Ende der Siebziger und Anfang der Achtziger zu konfrontieren. Später erzählen wir, wie die Stewards-Gruppen der Antifascist Action (AFA) Mitte der Achtziger Jahre bis in die frühen Neunziger mit Zähnen und Klauen gegen die British National Party (BNP), Blood & Honour (Blut und Ehre) sowie gegen Combat 18 (C18) kämpften. Sowohl die Squads, als auch die Steward-Gruppen, wurden von den Medien bevorzugt als subversiv, zwielichtig oder suspekt beschrieben. Natürlich ist es wahr, dass militanter Antifaschismus gelegentlich ausserhalb des Gesetzes operieren muss, um seine Ziele zu erreichen. Die Angst verhaftet oder infiltriert zu werden, hatte zur Folge, dass wir manchmal auf konspirative Weise operieren mussten. Für uns nur eine sensible Vorsichtsmassnahme, um mit unserer Aufgabe weiterzukommen.

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Die faschistische Kulturfabrik

„Publikative.org“ schreibt:

Vor ein paar Tagen ist Ciro Esposito gestorben, ein junger Fan von Napoli, ermordet durch die Schüsse des hochrangigen Römer Faschisten Daniele De Santis. Das Buch “Casa Pound Italia: Mussolinis Erben” von Heiko Koch widmet sich dem Paradeprojekt der intellektuellen Rechten, der in Rom geborenen Bewegung Casa Pound Italia.

„Seit 10 Jahren existiert die populistische Bewegung CasaPound Italia. Ihre Wurzeln sieht sie im historischen Faschismus zu Beginn der 1920er Jahre; in der Zeit als der italienische Faschismus noch nicht Bewegung mit revolutionärem Anstrich war und sich mit Terror und Gewalt den Weg zur Macht ebnete.“

Ich bin ein großer Fan davon, sich mit Dingen auseinanderzusetzen und sich eine fundierte Meinung zu bilden, Mechanismen und Hintergründe zu erkennen, zu verstehen und nicht beim Slogan stehenzubleiben. Das gilt besonders für Dinge, die mir nicht gefallen. Eines der erfolgreichsten Projekte Italiens ist die von Gianluca Iannone, eloquenter Sänger der Rechtsrockband ZetaZeroAlfa, gegründete Casa Pound-Bewegung. Ausgehend von einem besetzten Haus in Rom haben sich diese Zentren unter dem Siegel der Schildkröte mittlerweile in ganz Italien verbreitet. Medienwirksame Aktionen, ein lebendiger Auftritt im Internet, erfolgreiche europäische Vernetzungen, Verwurzelung in der Musikszene, ein eigener Kleidungsstil und die Adaption und Umwidmung popkultureller Phänomene und Symboliken sorgen für regen Zulauf in Italien. Grundlage für diesen Erfolg ist vor allem auch ein unpolitischer Anstrich und das Andocken an bereits bestehende jugendliche Subkulturen – wie z.B. Ultràs –, der sich als niedrigschwelliges Angebot übersetzen lässt.

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Buch zur NSU-Mordserie: „Das Aktenschreddern war Vorsatz und diente der Vertuschung“

Auf 900 Seiten zeichnen Stefan Aust und Dirk Laabs die Ermittlungen der NSU-Mordserie nach. Das Buch zeigt, wie sehr Verfassungsschutz und rechte Szene verquickt waren – Interview mit Co-Autor Laabs.

Zweieinhalb Jahre nach dem Bekanntwerden der NSU-Mordserie legen die Hamburger Journalisten Dirk Laabs und Stefan Aust jetzt die präzise Analyse dazu vor: das Mammut-Werk „Heimatschutz“ – ein fast 900-seitiges Buch über den „Staat und die Mordserie des NSU“.

Es ist eine detaillierte Aufarbeitung des rechten Terrors seit der Wiedervereinigung und ein packendes Protokoll eines der größten Skandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ein Skandal, der ohne Beteiligung des Bundesamts für Verfassungsschutz wohl so nicht möglich gewesen wäre. stern.de sprach mit dem Buchautor Dirk Laabs.

Wir haben verschiedene Untersuchungsausschüsse erlebt und die Bundeskanzlerin hat vollständige Aufklärung versprochen. Warum jetzt dieses Buch?
In der Debatte um die NSU-Morde hört man oft eine zusammenfassende Einschätzung: Die sogenannten Dienste waren auf dem rechten Auge blind und haben die Gefahr nicht erkannt. Das gilt unserer Ansicht nach auf keinen Fall für das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV). Als kurz nach der Wende in Deutschland Asylbewerberheime brannten und Schlägertrupps wahllos Menschen angriffen und umbrachten, hatten die Beamten im Kölner Bundesamt erwiesenermaßen die Gefahr von rechts erkannt. Immer mit dem Augenmerk, dass daraus rechter Terrorismus werden könnte.

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Neue Broschüre klärt über Rechtsrock auf

Via „ORF“:

Mit einer neuen Infobroschüre zum Thema Rockmusik und Rechtsextremismus wollen der Verein Logo und das Landesjugendreferat auf den zunehmenden Einfluss rechtsextremer Bands auf Jugendliche aufmerksam machen.

Laut dem Experten Roman Schweidlenka gibt es mittlerweile rund 300 dieser Rechtsrock-Gruppen im deutschen Sprachraum – auch insgesamt seien rechtsextreme Inhalte und Symbole in den letzten Jahren wieder im Aufwind und längst keine Randerscheinung mehr.

Leitfaden für Jugendliche, Eltern und Lehrer

„Rechts rockt? Rechtsrock und rechtsextreme Szene in Österreich“ wurde am Dienstag vorgestellt. Die Broschüre richtet sich direkt an Jugendliche, soll jedoch auch als Leitfaden für Eltern und Lehrer dienen und nicht zuletzt Sympathisanten und Mitläufer zum Umdenken bewegen. Schweidlenka: „Bei uns ist die Dichte der Rechtsrockbands viel geringer als in den neuen Bundesländern Deutschlands.“ Trotzdem solle man achtsam sein, denn „rechtsextreme Strömungen sind vor allem für Jugendliche auch in Österreich gefährlich“.

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Download der Broschüre hier.

Broschüre über Kameradschaft

Die „Junge Welt“ schreibt:

Hamburg. Eine neue Broschüre informiert über die Hamburger Neonazigruppierung »Weiße Wölfe Terrorcrew«, eine bundesweit agierende Kameradschaft. Auf 36 Seiten ist die Entwicklung der Truppe zusammengefaßt, die mittlerweile mit dem »Nationalkollektiv Hamburg« zum »WWT/NKH« fusioniert ist. Entstanden war die Nazigruppe im Jahr 2008 als Fanclub der Rechtsrockband »Weiße Wölfe«. Bekannt wurde die Kameradschaft im Juli vorigen Jahres, als die Polizei im Umfeld eines enttarnten militanten Neonazinetzwerkes auf ihren Namen stieß. Das vorliegende Heft enthält Informationen über Mitglieder und Strukturen. Im Anhang sind mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer teils mit persönlichen Daten aufgelistet. (fo)

»Den Weißen Wölfen Terror machen«, online unter: kurzlink.de/WeisseWoelfe

„Faschisten des 3. Jahrtausends“ – eine kritische Darstellung zu „Casa Pound“

Via „Endstation Rechts“:

Der Publizist Heiko Koch liefert in seinem Buch „Casa Pound Italia. Mussolinis Erben eine kritische Darstellung zu einem rechtsextremistischen Netzwerk in Italien, das durch die Adaption von Aktionsformen und Lifestyle von „Linken“ und Subkulturen auf sich aufmerksam macht. Die journalistische Darstellung präsentiert einen informativen Einblick in eine ansonsten noch nicht gesondert beachtete neue Entwicklung im europäischen Rechtsextremismus, leider ohne genaue Belege für die jeweiligen Informationen in Form von Quellen.

Die kommenden Entwicklungen im Rechtsextremismus kann man nicht weissagen. Gleichwohl ermöglichen vergleichende Betrachtungen möglicherweise prognostische Einschätzungen, wobei sie sich auf Entwicklungen im Linksextremismus im eigenen Land ebenso wie auf Tendenzen im Rechtsextremismus im Ausland beziehen können. So sind die „Autonomen Nationalisten“ in Aktionsorientierung, Habitus und Stil eine Kopie der „Linksautonomen“. Die Anschläge und Morde des NSU wiesen Parallelen zu Nagelbombenanschlägen in Großbritannien und Serienmordversuchen in Schweden auf. In Italien findet aktuell eine kultur- und sozialpolitisch ausgerichtete Bewegung große Aufmerksamkeit, welche sich als die „Faschisten des 3. Jahrtausends“ ansieht und Agitations- und Handlungsformen von „links“ aufgegriffen hat. Gemeint ist damit die „Casa Pound Italia“, die in einem Band mit einem solchen Titel und dem Untertitel „Mussolinis Erben“ von dem Publizisten Heiko Koch in einem journalistischen Sinne beschrieben wird.

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„Berliner Zustände 2012″ von apabiz und MBR erschienen

Via „Berlin rechtsaußen“:

Pressemitteilung:

„Berliner Zustände 2012″ – Schwerpunkt: Medien und Rassismus
Ein Schattenbericht über Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus

Berlin, 10. Juli 2013

Sehr geehrte Damen und Herren,

auch in diesem Jahr veröffentlichen die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) und das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e.V. (apabiz) – bereits zum siebten Mal – den
Schattenbericht über Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, die „Berliner Zustände 2012“. Die Publikation vereint auf 100 Seiten 17 Artikel aus insgesamt 12 Projekten. Damit ist die Beteiligung so groß wie noch nie. Der Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe liegt auf dem Thema „Medien und Rassismus“.

„Das fängt schon mit den abwertende Begriffen ‚ausländerfeindlich‘ und ‚fremdenfeindlich‘ an“, sagt MBR-Projektleiterin Bianca Klose. „Wenn es um eine rassistisch motivierte Tat geht, soll man das auch benennen. Wer Opfer rassistischer Gewalt in der Berichterstattung einfach zu ‚Fremden‘ macht, hilft nicht, das Problem zu lösen, sondern verstärkt es.“ Der Schattenbericht 2012 ist daher auch ein Appell an alle Medienschaffenden, sich mit ihrer eigenen Rolle auseinanderzusetzen. Die Medienlandschaft benötigt die Perspektive von betroffenen Menschen, jedoch nicht nur als Befragte, sondern auch als Medienschaffende.

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Eine PDF-Datei-Version befindet sich u.a. hier: Schattenbericht 2012

[B/BRB] Antifa veröffentlicht Recherche

Via „Indymedia Linksunten“:

Am 1. Mai wollen Neonazis in Berlin aufmarschieren. Nicht nur zur antifaschistischen Vorbereitung auf diesen Tag erschien jüngst eine neue Ausgabe der Berlin-Brandenburger Antifa-Recherche-Publikation „Fight Back“. Nun gibt es sie auch online.

Die Fight Back portraitiert seit 2001 die Neonaziszene und rechte Aktivitäten und Entwicklungen – zu Beginn nur in Form einiger Spotlights aus Berlin, gibt die mittlerweile fünfte Ausgabe auf über hundert Seiten, mit über 850 Namen und über 700 Fotos einen guten Überblick über die Region Berlin-Brandenburg. Neben Bezirks- und Regionalberichten wird auf einzelne Gruppierungen, Aktions- und Themenschwerpunkte detailierter eingegangen. Darüberhinaus werden notorische, wie auch unbekanntere Lokalitäten und Personen der Szene vorgestellt – letztere erstmalig in einem übersichtlichen Personenlexikon.

In einem Redaktionstext stellt sich das Projekt einem Rückblick und reißt ein paar Fragen an: Was hat die Fight Back in den letzten Jahren erreicht? Trägt Recherchearbeit tatsächlich dazu bei, den Neonazismus real einzuschränken? Wurden die Erkenntnisse konsequent in die Praxis umgesetzt? Was sind aktuelle Fragen und Probleme linksradikaler antifaschistischer Praxis – nicht nur in Berlin und Brandenburg…

Für uns ist konsequenter Antifaschismus nicht mehr und nicht weniger als eine selbstverständliche Voraussetzung linker und linksradikaler Politik, unabhängig von der eigenen sonstigen politischen Schwerpunktsetzung. In einer Situation, in der Neonazis – nicht nur in Berlin – wieder dazu übergehen, linke und migrantische Strukturen und Personen anzugreifen, ist es wichtig, solidarisch und wachsam zu sein, den Schutz vor Attacken auszubauen, aber auch präventiv gegen Neonazis vorzugehen!Recherche-Arbeit ist für uns ein notwendiger Baustein bei der Verfolgung eines klaren Ziels: Den größtmöglichen Druck auf die Neonaziszene und auf jeden Einzelnen von ihnen auszuüben. Der Name dieses Projekts ist schon immer wörtlich gemeint.

Am 1.Mai in Schöneweide, Marzahn oder sonstwo: Fight Back!

Berlin, April 2013

Die Papierausgabe der Fight Back liegt an den einschlägigen Orten wie Info- und Buchläden, sowie linken Kneipen, Cafes und Projekten in Berlin und Brandenburg kostenlos aus.

Online gibt’s die Fight Back auch unter:
Website: antifa-berlin.info
Direktlink „Fight Back“-Ausgaben: Fight Back
Direktlink Ausgabe Nr. 5: Fight Back 05 als PDF herunterladen

LOTTA #51 erschienen!

Anfang April ist die 51. Ausgabe der LOTTA – Antifaschistische Zeitung aus NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen erschienen.

Fünf Artikel der aktuellen Ausgabe sind online verfügbar, der Rest exklusiv in der Printausgabe.
Das Antifaschistische Infobüro Rhein-Main arbeitet eng mit der LOTTA zusammen.

http://lotta-magazin.de
http://www.lotta-magazin.de/inhalt/nr51.htm

Mehrere Artikel haben Themen aus Rheinland-Pfalz und Hessen zum Inhalt:

- Rechtes Potpourri im Schatten des Doms. Neonazistische Strukturen in der Bistumsstadt Fulda und drumherum.
- Konservativer Gegenpol. Die “Burschenschaft Germania Halle” zu Mainz bleibt sich treu.

Die LOTTA erscheint alle drei Monate, kostet 3,50€ und kann abonniert werden. Ausgewählte Artikel werden online gestellt.
Komplette Übersicht: http://www.lotta-magazin.de/index.htm

Quelle

Enough is enough: in neuem Gewand wieder da!

Via „Indymedia“:

Wir möchten ab heute alle AntifaschistInnen auf www.enoughisenough.eu willkommen heissen.
Nach vielen Jahren und etlichen fehlgeschlagenen Versuchen haben wir uns aufgemacht, die Tradition der antifaschistischen Zeitschrift Enough is enough wiederzubeleben. Wir sind überzeugt davon, dass eine zentrale Informationsplattform für antirassistische und antifaschistische Politik in Schleswig-Holstein wichtig ist und Interesse finden wird. 
Wir haben uns entschlossen, das Projekt als Web-Seite anzugehen, da die Voraussetzungen für die Herausgabe einer Zeitschrift unserer Einschätzung nach nicht mehr gegeben sind. Das Internet bietet für nicht kommerzielle Projekte heute große Möglichkeiten. Wir hoffen, dass es uns gelingt, mit dieser Internetseite an die Qualität der Zeitschrift Enough is enough anzuknüpfen und gleichzeitig schnell und aktuell Informationen bereitzustellen. Wir bitten allerdings um Verständnis, wenn uns dies Anfangs nicht immer so gelingt, wie wir das hoffen – unser technisches Verständnis rennt immer noch den realen Bedingungen des Web 2.0 hinterher.


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Im (Jammer-)Tal der NSU-Aufklärer

Wolf Wetzel schreibt auf „Indymedia Linksunten“:

»Netzwerk des NSU war größer als angenommen« (Zeit)

»Neonazi-Trio hatte 129 Helfer und Helfershelfer« (Bild)

Mit dieser scheinbaren Sensation warten auflagestarke Medien im März 2013 auf. Nicht minder erstaunlich ist, dass sich auch der in Berlin tagende NSU-Ausschuss bestürzt zeigt.

»Insgesamt 129 Mitglieder der rechtsextremen Szene sollen die Terrorgruppe NSU unterstützt haben. Die neue Namenliste wird nun auf unentdeckte V-Leute untersucht. Das Netzwerk der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle war Medienberichten zufolge deutlich größer als bisher angenommen. 129 Mitglieder der rechtsextremen Szene gehörten zum engeren und weiteren Umfeld des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), meldete die Bild am Sonntag. Die Namen stehen auf einer geheimen Liste der Sicherheitsbehörden, die dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags nun zuging. Der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, Sebastian Edathy, bestätigte das dem ARD-Hauptstadtstudio. Die neue Zahl sei ›erschreckend hoch‹, sagte Edathy der Bild am Sonntag. Nun müsse ›schnell geklärt werden, ob es darunter Mitwisser der NSU-Verbrechen und weitere V-Leute gab‹. Der Ausschuss hat demnach vor einigen Tagen beschlossen, dass die Bundes- und Landesregierungen die neue Namensliste auf bisher unentdeckte V-Leute des Verfassungsschutzes überprüfen sollen.« (Zeit.de vom 24.3.2013)

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Siehe auch: Der NSU-VS-Komplex. Wo fängt der Nationalsozialistische Untergrund an, wo hört der Staat auf?
NSU-Liste als Richterskala für das Versagen
NSU und Berliner Behörden: keine Erkenntnisse

Die extreme Rechte in Ostdeutschland 1990–1998

Eine Rezension aus dem „Antifaschistischen Infoblatt“:

Betrachtungen über die neonazistische Szene der DDR und ihr Erstarken in den 1990er Jahren sind noch lange nicht Gegenstand antifaschistischer Analysen geworden und entsprechend dünn ist daher die aktuelle Publikationsdichte. Mit dem Ende der DDR setzte sich eine neonazistische Szene frei, die durch Gewalttaten den Tod von bisher 182 Menschen zu verantworten hat und Netzwerke und Strukturen ausbildete, die bis heute fortbestehen und in denen sich nicht nur der NSU radikalisierte. Das Buch »Die extreme Rechte in Ostdeutschland 1990–1998« will sich dieser Leerstelle widmen, »die Aktivitäten der extremen Rechten in den fünf neuen Bundesländern« nachzeichnen sowie »Innenansichten« offenlegen und eine entsprechende Analyse liefern. Letztere hätte aktuelle antifaschistische Debatten – gerade im Kontext NSU – bereichern können, doch ist diese nach der Lektüre nur ansatzweise zu finden.

Lausberg verwendet in dem Buch, in Abgrenzung zum staatlichen Extremismuskonstrukt, den Begriff »extreme Rechte« und stellt die Begründung dafür an den Anfang der Publikation. In dem Kapitel »Geschichte der extremen Rechten in der DDR« werden Ansätze dargestellt, die versuchen, das Vorhandensein neonazistischer Aktivitäten »im ersten antifaschistischen Arbeiter- und Bauernstaat auf deutschem Boden« zu erklären. Eine mangelnde Aufarbeitung der Verstrickungen in den NS durch Bezugnahme auf die Faschismusdefinition Dimitroffs, ein staatlich verordneter Antifaschismus dem aber eine tatsächliche gesellschaftliche Basis fehlte sowie eine konstante Fokussierung der SED-Führung auf die »Nation« sind Ansätze, die hier zwar nicht ausführlich, aber zum weiterdenken anregend, eingeführt werden. Die Darstellung der extremen Rechten beschränkt sich allerdings auf einzelne Beispiele neonazistisch und rassistisch motivierter Angriffe, in der Organisationsansätze leider keinen Platz finden. Gerade die ab 1982 einsetzende Vernetzung in den Fußballstadien, aus der für die spätere Entwicklung wichtige neonazistische Gruppen entstanden, hätte hier näher beleuchtet werden müssen. Ähnlich verbleiben die im Anschluss dargestellten Einzelbeispiele neonazistischer Aktivitäten bzw. Entwicklungen in sechs ausgewählten Städten auf dem Niveau einer (unvollständigen) Chronik.

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Ach, der Verfassungsschutz!

„Berlin rechtsaußen“ schreibt:

Der Inlandsgeheimdienst und die Antifa

Der Verfassungsschutz hat sich mitschuldig gemacht. Klar ist: Es braucht ein Frühwarnsystem gegen Neonazis – aber kein geheimdienstliches, sondern eines, das aus der Gesellschaft selbst kommt.

Zu keiner Zeit seit 1990 gab es so vielfältige Einblicke in die Arbeitsweise und Denkweise der Verfassungsschutzbehörden wie in den letzten zwölf Monaten. Plötzlich liegt all das auf dem Tisch: die undemokratischen Einstellungen der Mitarbeiter_innen, das systemische Versagen in der Analyse der Naziszene und die andauernde Fehlbewertung der tödlichen Gefahren, die sich daraus ergeben. Und auf einmal stellt sich die Frage, ob der Verfassungsschutz (VS) abgeschafft gehört. Eine politische Forderung, die noch vor anderthalb Jahren einem politischen Selbstmord immerhin ziemlich nahe kam.

Wer sich kontinuierlich mit Nazis beschäftigt, sei es als Journalist_in, als Engagierte in Initiativen oder in einem der staatlich finanzierten Projekte, kommt früher oder später nicht um die VS-Behörden herum. Die meisten bedauern das, aber manchmal muss es eben sein. Die Papiere, die dort verfasst werden, sind oft nicht der Rede wert, manchmal banal, immer wieder ärgerlich. Antifaschistische Initiativen stehen zudem selbst im Visier des VS, werden bespitzelt, überwacht und denunziert. Und der VS drängt seit Jahren verstärkt in die politische Bildung und dient sich der Politik als billige, staatliche Demokratievermittlungsinstanz ohne öffentlichen Auftrag an.

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Den Weissen Wölfen Terror machen!

Die „Autonome Presse Gruppe“ schreibt auf „Indymedia Linksunten“:

Am 17.12.2011 zogen ca. 35 Neonazis mit Fackeln und weißen Masken durch Hamburg-Harburg. Sie nennen sich „die Unsterblichen“ und erlangten durch ihren nächtlichen Auftritt zum ersten Mal öffentliche Aufmerksamkeit. Initiiert wurde diese Demonstration durch die „Weisse Wölfe Terrorcrew“ („WWT“). Dieser Inforeader soll einen ersten Ein- und Überblick über die gegenwärtig in Hamburg und bundesweit agierende neonazistische Kameradschaft „Weisse Wölfe Terrorcrew“ und ihrem Umfeld vermitteln.

2008 trat die „Weisse Wölfe Terrorcrew“ das erste Mal in Erscheinung. Anfänglich als Fangruppierung der Rechtsrockband „Weisse Wölfe“ und Sauftruppe wahrgenommen, zeichnet sich bis heute eine ernstzunehmende Entwicklung ihrer politischen Aktivitäten ab.
Das Aktionsspektrum der „WWT“ umfasst mittlerweile Veröffentlichungen und Verbreitung neonazistischer Propaganda in Form von Texten und selbst gedrehten Videos im Internet, gemeinschaftlicher Teilnahme an zahlreichen Kundgebungen und Demonstrationen, bis hin zu Einschüchterungsversuchen und gezielten Angriffen auf Menschen, die nicht ihrer neonazistischer Ideologie entsprechen.
Ziel dieser Broschüre ist es eine Informationsgrundlage für antifaschistische Zusammenhänge zu
schaffen, um die „WWT“ einschätzen zu können und um effektive Handlungsweisen gegen diese zu entwickeln…

NO NAZIS
NO COPS
NO VS
Nie wieder Deutschland

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Geschlossene Stadt

Via „Jungle World“:

Nicht nur David Bowie erinnert sich in seinem neuen Song daran, wie es damals war in Berlin, als die Mauer noch stand.

Und plötzlich ist David Bowie wieder da. Auf seiner völlig überraschend veröffentlichten Single fragt er: »Where Are We Now?« Und scheint dabei vor allem wissen zu wollen: »Where am I now?« Der wunderbare Song, einer der schönsten Bowie-Songs seit Jahrzehnten, ist als Erinnerung eines inzwischen 66 Jahre alten Mannes angelegt, der rekapituliert, wie es war in Berlin, als er Ende der Siebziger hier lebte und mit der sogenannten Berlin-Trilogie aus »Low«, »Heroes« und »Lodger« die bedeutendsten Platten seiner Karriere produzierte.

Sensationell ist auch der Clip zum Song, der von dem Videokünstler Tony Oursler produziert wurde. Oursler wurde mit seinen Ballongesichtern bekannt und hat auch Bowies Antlitz als Ballon gestaltet. Dieses Gesicht ist furchig und faltig, Bowie, der ewige Verwandlungskünstler, ist alt geworden, und man darf das auch sehen.

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David Bowie — Where Are We Now? – MyVideo

Neue Ausgabe der Broschüre „Leipziger Zustände“ erschienen

Leipziger Zustände

Die dritte Ausgabe der Broschüre „Leipziger Zustände“ ist ab sofort an verschiedenen Stellen in Leipzig kostenlos erhältlich und kann auf dieser Webseite heruntergeladen werden. Mit der Broschüre „Leipziger Zustände“ berichtet chronik.LE über Diskriminierung und Neonazismus in Leipzig über die Dokumentation konkreter Ereignisse hinaus. Verschiedene Autor_innen haben Beiträge u.a. zur Debatte um die Unterbringung von Asylbewerber_innen in Leipzig oder Rassismus in Kinderbüchern beigesteuert

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Der Rechte Rand – Nummer 140 – ist erschienen!

Die Januar/Februar-Ausgabe unserer Zeitung ist verschickt und sollte jetzt gerade bei allen Abonnenten eintrudeln (oder im Laden im Regal liegen). Dieses Mal mit Artikeln zu:
*Gedanken zum NPD-Verbot *Die V-Männer der 1990er Jahre *Uwe Trinkaus – ein staatlicher Zuträger *Nazi-Hooligans in Nordthüringen *Der »Nordsturm Brema« *NSU-Untersuchungsausschuss Sachsen *Die sächsische NPD *Der neue JN-Bundesvorstand *»Nationaler Widerstand Berlin« *»Reichsbürger« – Was ist das? *Geschichtspolitik in »Zuerst!« *Die »Identitären« – Eine Einschätzung *»Initiative Burschenschaftliche Zukunft« *Porträt der tschechischen DSSS *Die extreme Rechte in Großbritannien … und einigem mehr …

Quelle

Mit Pfeil, Kreuz und Krone Nationalismus und autoritäre Krisenbewältigung in Ungarn

Eine Leseempfehlung:

Die autoritäre Entwicklung in Ungarn – ideologische, soziale und ökonomische Hintergründe

»Gott, segne die Ungarn!« Mit diesem Ausruf beginnt das »Nationale Glaubensbekenntnis« in der neuen ungarischen Verfassung, mit der auch ein reaktionäres, antirepublikanisches Symbol, das zugleich für großungarische Ansprüche steht, glorifiziert wird: die »heilige ungarische Krone«.
Die Verfassung ist aber nur ein Beispiel für die gewaltigen Umbrüche in Ungarn.
Was der seit 2010 mit einer Zweidrittelmehrheit regierende Fidesz als »nationale Revolution« bezeichnet, ist Ausdruck einer völkischen Agenda, die alle Bereiche der Gesellschaft erfasst hat. Dazu trägt auch die faschistische Jobbik bei, die als drittstärkste Kraft im Parlament vertreten ist. Mit ihren Garden – eine direkte Reminiszenz an die nationalsozialistischen Pfeilkreuzler – hat sie das gesellschaftliche Klima, aus dem Antiziganismus und Antisemitismus nicht wegzudenken sind, maßgeblich geprägt.

Wie sich die völkische Ideologie sowohl in den politischen Reformen als auch in der Tiefe des gesellschaftlichen Raums abbildet, darüber gibt dieser Band Aufschluss.

Mehr Infos und Bestellung hier.

Antifa Infoblatt Nummer 97 erschienen!

Soeben ist die aktuelle Ausgabe des Antifaschistischen Infoblattes erschienen! U.a. gibt es unter dem Titel „Internationaler Hass – Das Netzwerk der Hammerskins“ einen sehr ausführlichen und gut recherchierten Artikel zu einer der gefährlichsten Nazistrukturen überhaupt. Der Artikel ist leider nur in der Papierausgabe zu lesen. Er gliedert sich in folgende Teilabschnitte auf:

- Die Konzert-Profis
- Rückzugsraum Frankreich
- Struktur und Habitus der Rocker
- Malte Redeker und die Hammerskins Westmark
- Sven Krüger und die Hammerskins Mecklenburg
- Thomas Gerlach und die Hammerskins Sachsen
- Kommen und Gehen
-Das internationale Netz
- Der Hammerskin-Untergrund
- Hammerskin-Nation und Verfassungsschutz

Ebenfalls sehr lesenswert ist der Artikel „Ku-Klux-Klan – Ableger in Deutschland“.

Das aktuelle Heft könnt Ihr hier und hier bestellen.