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„Hammerskins“ und andere Nazinetzwerke in Baden-Württemberg

Die „Autonome Antifa Freiburg“ berichtet in einer Wahnsinnsrechercheleistung über die „Hammerskin“-Strukturen in Südwestdeutschland und darüber hinaus :

Die „Hammerskins“ sind eine elitäre und bewusst relativ kleine, aber straff organisierte und international vernetzte Nazistruktur. Der Verfassungsschutz Baden-Württemberg behauptet noch im Mai 2013 auf seiner Website: „In Baden-Württemberg unterhalten zwar einzelne rechtsextremistische Skinheads Kontakte zu den ‚Hammerskins‘, ein sogenanntes ‚Chapter‘ (regionale Gruppe) konnte bislang jedoch nicht festgestellt werden.“ Diese Behauptung des Inlandsgeheimdienstes ist falsch. Es gibt in Baden-Württemberg seit Jahren das „Chapter Baden“ und seit 2011 auch das „Chapter Württemberg“.

Die Organisation der „Hammerskins“

Die „Hammerskin Nation“ wurden 1987 im texanischen Dallas gegründet. Das „Gründungschapter“ nennt sich „Confederate Hammerskins“ (CHS) und umfasst die ehemaligen US-amerikanischen Südstaaten. Die „Hammerskins“ haben „Chapter“ in Nordamerika, Europa und Australien. Die deutsche Sektion der „Hammerskins“ entstand Anfang der 1990er Jahre. Bis vor kurzem gab es in Deutschland zehn „Chapter“: „Westmark“, „Bremen“, „Mecklenburg“, „Pommern“, „Berlin“, „Westsachsen“, „Franken“, „Bayern“, „Württemberg“ und „Baden“. Als Reaktion auf die erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit und aus Angst vor einem drohenden Verbot nach dem Vereinsrecht reagierten die deutschen „Hammerskins“ mit einer präventiven Antirepressionsstrategie.

Die beiden gefährdetsten „Chapter“ waren das „Chapter Westmark“ um den „Hammerskin“-Europachef Malte Redeker und das „Chapter Mecklenburg“ mit seinem „Thinghaus“ in Grevesmühlen, eine der wichtigsten Naziimmobilien in Mecklenburg-Vorpommern – betrieben gemeinsam mit der NPD. Im September 2012 wurde das „Chapter Luxemburg“ von Robert „Robby“ Kiefer gegründet und im März 2013 das „Chapter Westmark“ aufgelöst. Im Februar 2013 wurde das „Chapter Mecklenburg“ aufgelöst und das „Chapter Nordmark“ von Steffen „Steffi“ Borchert wiedergegründet. Es ist davon auszugehen, dass die beiden offiziell aufgelösten Chapter unter anderem Namen fortgeführt werden. Das „Chapter Mecklenburg“ wird sich künftig als „Chapter Nordmark“ bezeichnen und das bisherige „Chapter Westmark“ wird als ein zur Zeit noch namenloses „Chapter“ weitergeführt werden, während einzelne Mitglieder offiziell das „Chapter Luxemburg“ bilden. Die Umstrukturierungsmaßnahmen sind ausschließlich durch eine Verschleierungstaktik motiviert, die Zusammenarbeit der „Hammerskins“ wurde weder national noch international beeinträchtigt.

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Ausstiegshilfe steht vor dem Aus

Die „taz“ berichtet:

NAZIS Mit Geld vom Bund half Exit 480 Rechten aus der Szene. Nun endet die Förderung

HAMBURG taz Schon 2009 wollte Oliver Podjaski, Sänger der Rechtsrockband „Hauptkampflinie“, raus aus der Szene. „Ich konnte nicht mehr an diesen Götzen ,deutsches Vaterland‘ glauben und kann nur warnen“, sagte er der taz. Der Ausstieg war langwierig. 2012 schaffte er ihn – auch dank Exit.

Die Ausstiegshilfe aus Berlin konnte bundesweit über 480 Menschen helfen, die Szene zu verlassen, egal, ob sie bei der NPD oder bei den Autonomen Nationalisten aktiv waren. Nach über zehn Jahren steht Exit nun vor dem Aus, weil die öffentliche Förderung ausläuft. Die fünf Mitarbeiter der Organisation bangen. „Die Situation ist ernst, diese Woche muss ich die Kündigungen an meine Mitarbeiter verschicken“, sagt Exit-Geschäftsführer Bernd Wagner.

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Aussteiger-Industrie

Ein schon etwas älterer, aber immer noch lesenswerter Artikel vom „Antifaschistischen Infoblatt“ zum Thema „Aussteiger“:

Aussteiger: Was sie zu sagen haben und was es uns sagen sollte… – »Odfried Hepp war fanatischer Neonazi und in den Achzigerjahren einer der meistgesuchten Terroristen der Welt« heißt es reißerisch im jüngst erschienenen Buch »Der Rebell«. Das Buch über das bisherige Leben des in den 80er Jahren aktiven Neonazis Hepp ist nur eines von vielen in den letzten Jahren erschienenen Büchern, in denen »Aussteiger« ihre Geschichte zum besten geben. Genannt seien hier nur »Rechts Raus« von Torsten Lemmer (2004), »Fluchtpunkt Neonazi von Stefan Michael Bar (2003), »Aussteiger« (2002), »Exit« von Kent Lindahl (2001), »Ganz Rechts« von Jörg Fischer (1999) oder »Die Abrechnung« von Ingo Hasselbach (1994). Im Erscheinen begriffen ist das Buch des ehemaligen JN-Funktionärs Jan Zobel.

Diese Bücher stellen ein Stück des öffentlichen Bildes der extremen Rechten dar und viele LeserInnen und auch ZuhörerInnen bei Veranstaltungen billigen den Aussteigern eine hohe Kompetenz bei der Beschreibung und der Analyse der extremen Rechten zu. Immerhin kommen diese doch von Innen und müssen wissen wie es läuft. Beim Lesen der Bücher fällt jedoch schnell auf, dass diese Ansprüche in kaum einem der Bücher erfüllt werden, diese oftmals ein gegenteiliges Bild zeigen, als das welches im Rahmen antifaschistischer Recherche oder in der Forschung herausgearbeitet wurde. Dieses betrifft sowohl den Bereich der Ursachen, der Beschreibung der Szene, als auch der Bedeutung und der Involviertheit der Austeigen zu. Zudem finden sich im Bereich der Aussteigerliteratur nur Personen aus dem Bereich des militanten Neonazismus. Alles andere wäre für eine Vermarktung vermutlich auch nicht gegeignet. Dieses führt jedoch dazu, das alle anderen Facetten der extremen Rechten kaum beachtet werden. Zudem vermittelt sich in großen Teilen dieser Literatur, das klassische Bild von Jugendlichen, die auf Grund von Problemen im Elternhaus oder durch den Unbill der Gesellschaft mal abgerutscht sind und sich dann raufend durchs Leben schlagen mußten. Im folgenden haben wir einige Kritikpunkte an der Aussteigerliteratur aufgelistet. Es sind Punkte, die immer wieder in diesen Büchern auftauchen.

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Der Streit ums Erbe – Die Nachfolgestrukturen von Blood & Honour

Ein weiterer interessanter Hintergrundbericht über das Fortbestehen der militanten „Blood&Honour“-Strukturen auch weit über das Verbotsjahr 2000 hinaus (Quelle: AIB Nummer 71/2006):

Am 7. März 2006 durchsuchte die Polizei in sechs Bundesländern insgesamt 119 Wohnungen und Geschäftsräume von 80 Neonazis, die verdächtigt werden, das im September 2000 verbotene Netzwerk der Blood & Honour-Division Deutschland weitergeführt zu haben. Insbesondere wird den Betroffenen die Organisierung »verfassungsfeindlicher Musikveranstaltungen« vorgeworfen. In Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz zielten die Razzien unter anderem auf die Aktivisten einer Division 28, die sich als die wahren »Erbfolger« von Blood & Honour sehen. Diesen Anspruch versuchen sie mit rabiaten Methoden durchzusetzen.

Es war eine Razzia mit Ansage. Seit Monaten thematisiert der baden-württembergische Innenminister in überraschender Offenheit die gestiegene Anzahl neonazistischer Konzerte. Als auf einem Neonazikonzert am 22. Oktober im bayerischen Mitterskirchen von der Bühne aus für Blood & Honour geworben wurde und Mitglieder von Blood & Honour Vorarlberg aus Österreich (eng verbunden mit der deutschen Division 28) die Bühne enterten, um das berüchtigte U-Bahn-Lied anzustimmen, blieb die zahlreich anwesende Polizei seltsam untätig und begnügte sich mit der Dokumentation des Ganzen.

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Siehe auch: Blood & Honour – Kurzer Prozess in Halle
Blood & Honour macht als Combat 18 weiter
Rechtsextremer Verein „Blood & Honour“ ignoriert Verbot

Dumpfe Kameradschaften und beunruhigende Kreativität

Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt:

Springerstiefel und Bomberjacken sind lange passé: Neonazis sind heute rhetorisch geschult und im Internet aktiv. Gewaltbereite Rechte werden vorgeschickt, doch wer das Sagen hat, bleibt im Hintergrund. Aussteiger berichten von den Strukturen der rechten Szene, fernab von NPD und Kameradschaften.

Der NPD-Chef gewährte Audienz, und die rechtsradikalen Kameraden aus Dresden durften dazu in Holger Apfels Privathaus im sächsischen Riesa kommen. Was Robert dort sah, gefiel ihm ganz und gar nicht. Wie „eine Bonzenvilla“ kam ihm das Haus vor, in dem Apfel mit seiner Familie wohnt, und „einen dicken Mercedes“ will er davor bemerkt haben. Tatsächlich hatte die NPD-Fraktion im sächsischen Landtag, der Apfel vorsteht, damals zwei Limousinen der Stuttgarter Marke als Dienstwagen geleast. Das aber passte zu dem Bild, das sich der junge Extremist von den Repräsentanten der wichtigsten rechtsradikalen Partei im Lande gemacht hatte. Als „arrogant“ und „intrigant“ empfand er den damaligen Bundesvize und heutigen Vorsitzenden. Die Verachtung, mit der Robert und seine rechten Kameraden auf die NPD und ihren Chef blicken, verdichtet sich in einem Satz: „Der Apfel lebt den NS nicht.“

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Bombenbauer, Nazis, „Identitäre“

„Indymedia“ berichtet:

Der Versuch der so genannten „Neuen Rechten“ eine Bewegung zu initiieren, ist gescheitert. Was bleibt, sind kleine Grüppchen von Burschenschaftern, Islamhassern und Neonazis, die ihre rassistische Ideologie geschickt medial verbreiten. Eine Zusammenfassung bisheriger Berichte.

Auf Facebook verkündete der bekannte Aktivist der German Defence League, Sebastian Nobile, seinen Wechsel zu den Identitären Mitdiskutant auf Nobiles Profil ist Nick Wolfgang Greger, ein verurteilter neonazistischer Bombenbauer, Naziumsteiger und mit seiner „The 777 Nation“ ein potenzieller „kleiner Breivik“.

Aktuellstes Beispiel für den Medienaktivismus der „Identitären“ ist die Verharmlosung und die versuchte eigene positive Darstellung in Wikipedia. Eine 5er Gruppe Faschos wurde in den frühen Morgenstunden des 23. Februar bei einer Sprayaktion in Berlin gestört und aus dem Kiez verjagt. Sie sprayten das Zeichen der selbsternannten „Identitären Bewegung“ auf den Fußweg. Die Aktion diente nur der Selbstinszenierung kam daher gewohnt inhaltsfrei daher, denn der*dem Durchschnittsfriedrichshainer*in wird das Pfeil-Logo der „Identitären“ wahrscheinlich eher als Wegweiser zu einer neuen Partylocation vorkommen, denn als Faschosymbolik.

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Was ist eigentlich volkstreu?

Frei.Wild und die Gutmenschen-Verschwörung – Herr Burger, wie wäre es mit einem Ausstieg?

„Endstation Rechts“ schreibt:

Die Kritiker*innen von Frei.Wild und ihrer völkisch-nationalistisch geprägten Rockmusik bleiben hartnäckig, doch die breite Öffentlichkeit ist noch immer nicht mobilisiert. Frei.Wild sucht sich unterdessen genau aus, welchen Journalist*innen man bereitwillig Interviews gibt und welche man ablehnt, boykottiert und ihre Befugnis infrage stellt. Bis zur nächsten Tour im Sommer ist etwas Zeit im Bandkalender für so manche verrückten Sachen. Wie wäre es mit einem Ausstieg?

So manches nervt, im „Land der Vollidioten“: Menschen, die ein Problem damit haben, wenn mit völkischem Nationalismus auf Stimmen- und CD-Käuferfang gegangen wird, lassen einfach nicht locker. Dabei geht es stets nur sekundär um die „Neonazi-Vergangenheit“ Burgers. Primär wird Frei.Wild aufgefordert, es zu unterlassen, Rassismus und Nationalismus zu transportieren und salonfähig zu machen. Für einen „Aussteiger“ doch eigentlich kein Problem? In einer aktuell veröffentlichten Reportage des kritisch-satirischen und durchaus populären Internetsenders „Fernseh-Kritik TV“ bekommt die Band mal wieder eine Bühne für nichtmusikalische Ergüsse. Doch die Erklärungsmuster scheinen immer dünner zu werden. Noch dünner? – werden sich viele fragen. Ja, die neuesten Distanzierungen, in welchen unter anderem Thomas Kuban ein „krankes Denken“ attestiert wird, haben weder an Professionalität noch an Authentizität zugelegt.

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Knast im Kopf

Der „Tagesspiegel“ schreibt:

Seit 16 Jahren sitzt er im Gefängnis, weil er mordete im Kampf gegen die Demokratie. Lange ließ er sich dafür von Rechten feiern, doch jetzt will Kay Diesner kein Nazi mehr sein.

Er hat den Hass nicht nur rausgebrüllt, er hat ihn gelebt. Jetzt sagt er: „Jeder kommt mal zur Vernunft.“ Kay Diesner hat eines der härtesten rechtsextremen Verbrechen seit der Wiedervereinigung begangen. 1997 schoss er in Berlin den Buchhändler Klaus Baltruschat nieder, vier Tage später tötete er in Schleswig-Holstein den Polizisten Stefan Grage und verletzte dessen Kollegen Stefan Kussauer schwer.

Dieser Kay Diesner will jetzt kein Neonazi mehr sein. Nach 16 Jahren im Gefängnis und obwohl die Haft noch lange nicht beendet ist, soll die Vernunft den Hass besiegt haben. Kann man, darf man das glauben?

Klaus Baltruschat, der durch das Attentat seinen linken Unterarm und den kleinen Finger der rechten Hand verlor, sagt, er und seine Frau könnten nicht hassen.

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Frei.Wild in Karlsruhe- Naziband oder nicht?

Via das „DasDingVorOrt“:

Die Band Frei.Wild aus Südtirol hat in diesem Jahr in allen großen Hallen in Deutschland gespielt. Ihr Tourfinale hat sie in Karlsruhe gefeiert. Es gab viel Kritik an der Band, einige Texte klingen nämlich verdammt nach rechtem Rand.

Also haben wir bei denen nachgefragt, die es eigentlich wissen sollten – bei den Fans. Und die sind geteilter Meinung. „Frei.Wild ist gefährlich“, sagt Felix Benneckenstein. Er war früher Rechtsrocker, hat Hetzideologien verbreitet und saß im Knast. Heute ist er ausgestiegen aus der Szene. Reingekommen ist er übrigens selbst durch Rechtsrock.

Wir hätten auch gerne die Band befragt. Leider hat Frei.Wild unsere Interviewanfrage abgelehnt.

Nach Neonazi-Kameradschaftsverboten: Zahl der Szeneaussteiger in NRW verdoppelt

„Endstation Rechts“ berichtet:

Offenbar haben die repressiven Maßnahmen des nordrhein-westfälischen Innenministeriums gegen die Neonazi-Szene gefruchtet. Immer mehr Anhänger der braunen Ideologie scheinen ihr den Rücken zuzukehren – die Zahl der Aussteiger hat sich binnen eines Jahres verdoppelt.

Im Jahr nach der Aufdeckung der mutmaßlich rassistisch motivierten Mordserie des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ zeigten die Behörden in Nordrhein-Westfalen klare Kante gegen rechtsextremistische Strukturen. Innenminister Ralf Jäger (SPD) verbot 2012 mehrere Neonazi-Kameradschaften, die in der Vergangenheit durch ihre besonders ausgeprägte Gewaltaffinität aufgefallen waren: Den „Nationalen Widerstand Dortmund“ (NWDO), die „Kameradschaft Hamm“ und die „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL). Einige der führenden Aktivisten suchten bald Unterschlupf unter dem Dach der erst vor wenigen Monaten gegründeten Partei „die Rechte“, die sich zusehends zum Sammelbecken militanter Neonazis entwickelt.

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Siehe auch: Nicht jeder Neonazi meint es ernst

„Feuerkind“ eine Grauzonenband?

Wir dokumentieren einen Beitrag auf „Indymedia Linksunten“:

Am 24.12.12 wurde hier bei linksunten folgender Beitrag gepostet, in dem ich als Nazi-Aussteiger, meine Band Feuerkind sowie die Organisatoren des „Zottelrock“ in Pieverstorf angegriffen und völlig unberechtigt beschuldigt wurden. Außerdem wurde ein Bandfoto mit „Fuck the greyzone“ bearbeitet! Das alles ist an sich kein großes Ding, denn mit diffamierenden Beschuldigungen, sowie einer gewissen „Unverzeihlichkeit“ muß man als Aussteiger wohl rechnen!

Was ich jedoch für unerträglich halte ist, dass der Autor willkürlich Kommentare löscht – und das nicht nur von mir, sondern auch von anderen Nutzern die etwas schreiben was ihm nicht in den Kram passt!

Der Autor hat reichlich Gebrauch davon gemacht seine verdrehte und durch nichts gerechtfertigte Meinung auf die Facebook Seite unserer Band Feuerkind zu posten und ich habe nichts davon gelöscht, denn ich kann, im Gegensatz zu ihm, mich mit Argumenten wehren! Ich möchte mit diesem Artikel allen Nutzern Gelegenheit geben, einen Kommentar abzugeben, der auch bestehen bleibt (Nazi Kommentare jetzt mal ausgeschlossen!).

Außerdem möchte ich hier nochmal die Gelegenheit nutzen um abermals zu bestätigen, dass ich vor 3 Jahren ausgestiegen bin und die rechte Ideologie mit allem was dazu gehört verabscheue – das hat sich nicht geändert u. wird sich auch nicht ändern!

MEINE BAND IST KEINE RECHTE BAND UND AUCH KEINE GRAUZONEN BAND! Wir nehmen in unseren Songs ganz klar Stellung gegen Nazis und Gewalt!

Oliver Podjaski

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Aussteiger: Die Freiheit, die er als Nazi suchte und nicht fand

Das „Netz gegen Nazis“ berichtet in seiner täglichen Presseschau:

Gabriel Landgraf empfand ihn als Befreiung. Jenen Moment, in dem ihn die Kameraden zur Rede stellten. Jahrelang war er Mitglied der rechtsextremen Szene gewesen, hatte sich einen Namen gemacht. Er wollte Deutschland im Sinne der rechten Ideologie verändern. Doch irgendwann kamen ihm Zweifel. Zweifel an den Inhalten und den Methoden der Neonazis und auch daran, dass das Vierte Reich die versprochene Freiheit bringen würde. Seinen inneren Rückzug bemerkten auch seine Kameraden, nachspioniert hatten sie ihm und so mitbekommen, dass er längst nicht mehr voll und ganz einer der ihren war. Er stellte sich und bezog Position – gegen das rechtsradikale Gedankengut und gegen seine eigene Vergangenheit. (Stern Online) Auch Manuel Bauer ist ein Aussteiger. Den Kontakt zur rechtsextremen Szene knüpfte er über den Schulhof – verbreitete Gewalt und Hass. Vor einiger Zeit schwor er diesem Leben ab. Heute möchte der Sachse aufklären und mit seiner Erfahrung andere warnen – auch an der Saar. (SR-Online)

Musik macht gefügig

Ein Beitrag des „Deutschlandradios“ zum Thema Rechtsrock:

Europaweit gibt es Neonazi-Bands, doch nirgends sind sie so zahlreich und haben so viele Fans wie in Deutschland. Ihre Verwurzelung in der rechten Szene ist besonders im Zusammenhang mit den NSU-Morden und dem Sänger Daniel Giese deutlich geworden.

Mitte Oktober verurteilte das Amtsgericht Meppen den Musiker Daniel Giese wegen Volksverhetzung zu sieben Monaten auf Bewährung. Der Sänger der Neo-Nazi-Band „Gigi und die braunen Stadtmusikanten“ hatte in einem Lied die Morde der NSU verherrlicht. Und zwar bereits bevor die Täter bekannt wurden. Initiativen gegen Rechtsextremismus hatten Daniel Gieses menschenverachtenden Liedtexte schon immer kritisiert, doch die Kritik blieb in der Öffentlichkeit unbeachtet.

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Link zum Radiobeitrag

180°-Wendung: Vom Neonazi zum Antifa

Der Naziaussteiger Felix Benneckenstein meint:

Gestern Autonomer Nationalist, morgen „bei der Antifa“. Dieser Sinneswandel wirkt auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar, und auf den zweiten Blick nicht logisch. Doch er kommt häufiger vor, wenn auch der Weg für Aussteiger nicht immer bei Antifagruppen endet. Das Phänomen ist weit verbreitet und immer wieder werde ich gefragt: „Warum ist das so?“ Ein Denkanstoß anhand meines eigenen Beispiels.

Immer wieder passiert es, so auch dem Schreiber dieser Zeilen, dass sich Menschen mit extrem rechter (in diesem Fall NS-)Vergangenheit nach ihrem Ausstieg in mindestens antirassistisch geprägten Kreisen wiederfinden, oder wiederfinden möchten. „Von einem Extrem ins andere“, „Seitenwechsel“, „180°-Wendung“, oder letztlich nur der nächste konsequente Schritt im Ausstiegsprozess, gar ein Zeichen der Glaubwürdigkeit? Anhand meines eigenen Beispiels möchte ich einen Denkanstoß geben.

Der Begriff „Patchworknazis“ taucht immer wieder mal auf, wenn es darum geht, dass Personen sich in der rechtsextremen Szene befinden, die sich die Gründe für ihr „Nazidasein“ selbst aus einzelnen, verschiedenen ideologischen Aspekten und Forderungen zusammenbasteln.

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Neonazis über Frei.Wild: „Mit diesen Distanzierungen können wir leben“

„Endstation Rechts“ bericht über das gerade neu erschienene „Frei.Wild“-Album welches sich bereits nach einer Woche auf dem 1.Platz der Top 100 Charts in Deutschland befindet (was mal wieder Bände spricht über die geistige Verfassung der Mehrheitsgesellschaft in diesem Lande):

Immer wieder muss die Band Frei.Wild sich mit dem Vorwurf befassen, Nationalismus in ihren Texten zu transportieren. Zu zweideutig seien die Bekenntnisse und zu eindeutig für manche hingegen die Positionierung in den Texten. Der rechtsextreme Internetsender „FSN TV“ sieht dies genauso – und bewirbt die neue Frei.Wild-Scheibe öffentlich.

Die Band Frei.Wild muss sich regelmäßig mit dem Vorwurf auseinandersetzen, Nationalismus in ihren Liedtexten zu transportieren. Dies hängt nicht nur mit der „Vergangenheit“ des Sängers, Philipp Burger zusammen, der dereinst Sänger einer dubiosen Nazi-Skinband namens „Kaiserjäger“ gewesen sein soll, sondern vielmehr auch mit dessen schwammiger Argumentation über seine (damalige) Szenezugehörigkeit – sinngemäß: „mei, das war halt damals so bei uns im Ort“ – , aber auch mit der Auffassung von Frei.Wild, wie sie denn mit den Sympathien, die ihnen aus der rechtsextremistischen Szene ohne Zweifel entgegengebracht werden, umzugehen pflegen: „Solange sich jeder vernünftig benimmt“ dulde man auch Neonazis auf ihren Konzerten, heiße sie sogar „Willkommen“, sagt Burger in einem Internetvideo, wobei er als Bandleader wohl für die ganze Band spricht.

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“Einmal Nazi, immer Nazi” ist der falsche Ansatz

Ein lesenswerter Kommentar aus der „Süddeutschen“ zum Thema Naziausteiger_innen:

Das Misstrauen der Gesellschaft gegenüber Aussteigern aus der rechten Szene ist berechtigt. Ein bloßer Parteiaustritt genügt nicht, um die braunen Kameraden hinter sich zu lassen. Dennoch gilt: Auch Rechtsextremisten haben ein Recht auf Resozialisierung. Die demokratische Mehrheit muss Aussteigern einen Rückweg in ihre Mitte anbieten.

Jasmin Apfel ist ausgestiegen. Aus ihrer Ehe. Das sollte eigentlich Privatsache der Eheleute sein, auch wenn ihr Gatte Holger als Chef der rechtsextremen NPD einer der prominentesten Neonazis des Landes ist. Aber – und da wird das Private politisch – sie hat nicht nur den Mann verlassen, sondern auch die Partei und deren Frauenorganisation.

Zwar weiß wohl nur sie selbst, ob sie damit auch abrückt von ihren extremistischen Anschauungen, die sie als radikale Aktivistin bereits lange vor ihrer Heirat mit dem Parteichef propagiert hatte. Doch ein wichtiger Schritt weg aus dem Kern der braunen Szene ist ein solcher Parteiaustritt allemal.

Es bleiben immer Zweifel, wenn jemand, der sich lange im braunen Sumpf suhlte, plötzlich kundtut, kein Neonazi mehr sein zu wollen. Gleich mehrere szenebekannte Rechtsextremisten haben sich in den vergangenen Wochen aus dem Milieu entfernt – oder zumindest den Anschein erweckt, es tun zu wollen.

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Siehe auch: So gefährlich lebt eine Neonazi-Aussteigerin

Warum Fischers Ausstieg bislang keiner ist

„Publikative.org“ schreibt:

Michael Fischer, Lebensgefährte der Ruderin Nadja Drygalla, droht laut Medienberichten eine Anklage wegen besonders schweren Landfriedensbruchs. Hintergrund ist der Angriff auf eine Gedenkveranstaltung für ein NSU-Opfer in Rostock im Februar 2012. Fischer hatte sich zuletzt als vermeintlicher Aussteiger der Öffentlichkeit präsentiert – Publikative.org zeigt, warum Fischers Ausstieg bislang keiner ist.

Was ist ein Ausstieg? Und wann ist dieser glaubwürdig? Wie lange dauert so ein Prozess? Und können Neonazis das ohne professionelle Hilfe schaffen? Viele Fragen, auf die es im Fall Fischer kaum plausible Antworten gibt. Fischer ist nicht ausgestiegen, sondern er hat sich zurückgezogen aus der vordersten Front. Von seinen Kameraden hat er sich nicht distanziert. Im Interview mit der dpa sagte er: “Ich bin aus der Partei ausgetreten und hatte auch so keinen großartigen Kontakt mehr zu Leuten, die damit zu tun hatten.”

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Andreas Molau – Wanderer in einer unbekannten Welt

Der „Störungsmelder“ berichtet:

Andreas Molau will aus der rechtsextremen Szene aussteigen. Nach über zwanzig Jahren in der Szene gibt es kaum eine Organisation, kaum einen Verlag und kaum einen führenden Kopf, mit dem Molau keinen Kontakt hatte. Der politische Werdegang des Niedersachsen liest sich wie ein „Handbuch des Rechtsextremismus“.

Seit der Jugend aktiv

Der 1968 geborene Molau stammt laut eigenen Angaben aus einer unpolitischen Familie. Bereits im Alter von 17 Jahren fand er durch Kontakte zur Jugendorganisation der NPD den Weg in die extreme Rechte. Schnell konnte er vor allem im Bereich der „Neuen Rechten“ Fuß fassen und veröffentlichte ab Ende der 80er Jahre in den einschlägigen Publikationen. Nach seinem Wehrdienst begann er 1988 ein Lehramtsstudium im „roten Göttingen“, was ihn weiter prägen sollte. Hier wurde er Mitglied der Deutschen Hochschulgilde Trutzburg-Jena zu Göttingen und versuchte eine Gruppe des Nationaldemokratischen Hochschulbundes, der ehemaligen Studentenorganisation der NPD, in Göttingen aufzubauen. Schon während seines Studiums begann er für die Junge Freiheit, das Leitmedium der „Neuen Rechten“ in Deutschland, zu arbeiten und übernahm später als leitender Redakteur den Kulturteil des Blattes. Aufgrund eines Streites um zu große Nähe zur Holocaustleugnung musste Molau 1994 die Junge Freiheit verlassen. Er arbeitete in den Folgejahren vor allem für rechtsextreme Verlage und wirkte hier als Herausgeber und Autor.

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Siehe auch: Molau aus rechter Bewegung ausgestiegen
Umgang mit Aussteigern: “Dead man walking”
Kommentar: Gib Ex-Nazis eine Chance!

Vom Nazi zum Referenten

Die „Jungle World“ schreibt:

Felix Benneckenstein, ehemals als Liedermacher »Flex« bekannt, ist aus der Naziszene ausgestiegen. Er betreibt nun selbst ein Aussteigerprogramm. Die Arbeit solcher Programme ist jedoch teilweise durchaus fragwürdig.

Bis vor zwei Jahren hatte Felix Benneckenstein eine klare Antwort auf die Frage, was die bisher größte Enttäuschung in seinem Leben gewesen sei. Dem rechtsextremen Internetsender »Widerstand-Radio« sagte er damals, er denke da an einen ehemaligen Kameraden, von dem er »vor ein paar Tagen erst erfuhr, dass er gerade in einem Aussteigerprogramm ist«. Benneckenstein war zu dem Zeitpunkt kein Unbekannter in der Naziszene. Als Liedermacher »Flex« zog er mit seiner Gitarre durch die Republik und sang für seine Kameraden. Umso überraschender war vor wenigen Wochen die Nachricht von Benneckensteins Ausstieg. Er soll ihm mit Hilfe des Aussteigerprogramms »Exit« nach einem Haftaufenthalt im Jahr 2010 gelungen sein. Der heute 25jährige hat nun die »Aussteigerhilfe Bayern« gegründet, mit der er Nazis dabei unterstützen möchte, die Szene zu verlassen. Zahlreiche überregionale Medien, darunter die Süddeutsche Zeitung, feierten ihn als positives Beispiel. Bereitwillig ließ er sich fotografieren und interviewen.

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