Archiv der Kategorie 'Nazis im VS'

Militante rechte Strukturen

Quelle: Der Blick nach Rechts

Vor 50 Jahren: Attentat auf Rudi Dutschke. Der Schütze Josef Bachmann und sein politisches Umfeld.

Höhepunkt neonazistischer Aktivitäten in der frühen Bundesrepublik war die Synagogen-Schändung zu Weihnachten 1959 in der Dom-Metropole Köln. Von Mord und Terror von Rechts war die junge Republik die ersten Jahrzehnte zunächst verschont geblieben. Dies änderte sich aber dann spätestens Ende der 1960 Jahre.

Der 23-jährige Anstreicher Josef Bachmann (Jg. 1944), ein Leser der „Deutschen National-Zeitung“, schoss vor 50 Jahren, am 11. April 1968, den Studentenführer Rudi Dutschke (Jg. 1940) vor der Zentrale des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) am Kurfürstendamm in Berlin auf offener Straße nieder. Zum Zeitpunkt des Attentates hatte Bachmann, der mit zwölf Jahren aus der DDR in den Westen gekommen war, ein selbst gemaltes Hitler-Porträt an seine Wohnungswand gepinnt und Hitlers „Mein Kampf“ ins Bücherregal gestellt. Im Februar 1970 beging „Seppl“, der bis heute als Einzelgänger gilt, Selbstmord in seiner Zelle.

Vor dem Anschlag auf Dutschke war Bachmann allerdings in der militanten Neonazi-Szene seines niedersächsischen Wohnorts Peine aktiv. Schon als 17-Jähriger hatte er Kontakte zu Rechtsextremisten geknüpft. 1961 traf er in Peine auf Wolfgang Sachse, der örtliche Anhänger der braunen Szene mit Waffen und Munition versorgte. Sachse wusste 2012 dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zu erzählen, dass Bachmann etliche Waffen besessen und diese bei ihm, einem ehrenamtlichen Schießwart auf dem Peiner Schießplatz in Peine, ausprobiert hatte.

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Ein „NSU-V-Mann“ von höchster Güteklasse

Quelle: Telepolis

Fall Szczepanski immer zentraler – BfV kontrollierte die Quelle „Piatto“ – Vor dem Untersuchungsausschuss in Brandenburg müssen Verfassungsschutzbeamte Rede und Antwort stehen

Enthüllungen im NSU-Skandal haben inzwischen einen doppelten Informationsgehalt: Einmal das Neue an sich – und dann, dass es erst heute, mit Jahren Verspätung, bekannt wird. Und zwar nur, weil Abgeordnete explizit danach fragen. Konkret: Der V-Mann „Piatto“ alias Carsten Szczepanski hatte nicht nur, wie man seit einiger Zeit weiß, Kontakt zum unmittelbaren Umfeld von Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe in Chemnitz. Sondern, und das ist neu, auch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) war von Anfang an über alle Einzelheiten und Meldungen informiert. Darunter die Einschätzung der Brandenburger bereits 1998, bei dem Trio handle es sich um Rechtsterroristen.

So könnte man die Ergebnisse der letzten Doppelsitzung des NSU-Untersuchungsausschusses (UA) von Brandenburg zusammenfassen.

Vor allem die Rolle des BfV muss neu bewertet und überprüft werden. Seit Jahren kolportieren Verantwortliche, das Amt sei ungenügend unterrichtet gewesen, auch weil die Zusammenarbeit der einzelnen Ämter mangelhaft sei. Das entpuppt sich als Nebelwerferei. Das Gegenteil ist der Fall: Die Quelle „Piatto“ war auch Bundessache.

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V-Leute setzten sich für „Satansmörder“ Möbus in den USA ein

Quelle: „Antifaschistisches Infoblatt“

Die Flucht von Hendrik Möbus währte nicht einmal ein Jahr: im August 2000 wurde der als „Satansmörder“ bekannt gewordene Neonazi nach mehrwöchiger Observation in West-Virginia festgenommen. Er hatte sich Ende 1999 in die USA abgesetzt, nachdem das Amtsgericht Erfurt seine Bewährung nach der vorzeitigen Haftentlassung im August 1998 widerrufen hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Möbus eine vierjährige Haftstrafe wegen gemeinschaftlich geplanten Mordes, Freiheitsberaubung und Nötigung hinter sich gebracht. Er war einer der drei Täter, die 1993 den 15-jährigen Sandro Beyer in einer Waldhütte im thüringischen Sondershausen erdrosselt und den Leichnam in einer Baugrube vergraben hatten.

Wieder in Freiheit, hatte er sein Mordopfer als „Volksschädling“ verhöhnt und bei einem Auftritt seiner Band „Absurd“ den Hitlergruß gezeigt. Möbus flüchtete nicht zufällig nach West-Virginia, denn dort konnte er sich der Unterstützung von William Pierce, dem Gründer der „National Alliance“ (NA), sicher sein. Unter seinem richtigen Namen reiste er nach Washington und hatte sich bei dem Chef des „White Order of Thule“, Nathan Pett, in Seattle eingemietet. Als Zielfahnder seinen Unterschlupf überprüften, war Möbus wieder verschwunden. Im Mai 2000 tauchte dann ein in Moskau abgestempelter und von Möbus unterschriebener Brief auf. Darin hieß es: „Hiermit mache ich bekannt, dass ich mich der Strafverfolgung und -vollstreckung in der Bundesrepublik Deutschland nicht freiwillig stellen werde“. Der Brief war jedoch eine falsche Fährte, denn Möbus befand sich nach wie vor in den USA, wo er einen Musikvertrieb für „National Socialist Black Metal“ (NSBM) namens „Cymofane“ übernommen hatte. Der Vertrieb lief über ein Postfach in Marlington in West-Virginia, den Schlüssel dazu besaß William Pierce. Der vom Bürgerrechtler Leonard Zeskind als „Chefideologe der rechtsextremen Szene in den USA“ bezeichnete Pierce betrieb einen regen Versandhandel und die Plattenfirma „Resistance Records“, eines der weltweit größten Label für rechte Musik.

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„Seit 1992 ein Spitzel“

Quelle: NSU-Watch Brandenburg

Ein Interview mit Rechtsanwalt Christoph Kliesing über den NSU-Untersuchungsausschuss in Potsdam und die Anwerbung des brandenburgischen Neonazi-V-Manns Carsten Szczepanski. Er wurde am 11. Januar 2018 als Zeuge im Brandenburger Untersuchungsausschuss gehört.

Christoph Kliesing kennt den Brandenburger Neonazi-V-Mann Carsten Szczepanski seit 25 Jahren. Als Nebenklagevertreter war der Berliner Rechtsanwalt für den nigerianischen Lehrer Steve Erenhi tätig, der im Mai 1992 in Wendisch-Rietz von Neonazis fast ermordet worden war. Anführer der rassistischen Meute war Carsten Szczepanski, spätestens ab 1994 und bis zu seiner Enttarnung im Jahr 2000 unter dem Decknamen „Piatto“ V-Mann des Brandenburger Verfassungsschutzes. Rechtsanwalt Kliesing hält es für eine dringende Aufgabe des derzeitigen Potsdamer NSU-Untersuchungsausschusses zu klären, ob Szczepanski nicht schon vor 1994 für einen staatlichen Dienst arbeitete. Die bisherige Arbeit des Ausschusses kritisiert er als unzureichend.

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Nationalsozialistischer Black Metal – der Teufel trägt Flecktarn (Teil 1)

Quelle: Don‘t call it music

Um sich vom Black-Metal-Mainstream abzugrenzen und den extrem rechten Bands dieses Genres eine Plattform zu geben, entstand in den Neunziger Jahren das Genre “National Socialist Black Metal”, kurz NSBM. Nur wenige Black-Metal-Bands beziehen sich heute explizit auf den NSBM. Andere wollen nicht in diese Schublade gesteckt werden, selbst wenn sie ausschließlich in diesem Milieu Konzerte geben. Für einige Bands ist das Spiel mit Nazi-Symbolen der Versuch einer Provokation, ein Element innerhalb der Darstellung als möglichst brutale, krasse und nihilistische “Untergrundband”.

Für einen nicht unerheblichen Teil dieser Szene ist es jedoch mehr als ein Spiel mit Symbolen. Vielmehr ist NSBM eine Nische, in der Hitler-Kult ausgelebt und die Verbrechen des NS-Regimes verherrlicht werden können. Die NSBM-Szene ist international bestens vernetzt und zu einem festen Bestandteil der neonazistischen Musiklandschaft geworden. Schon in den Neunzigern war eine Vermischung der Rechtsrockszene mit dem NSBM deutlich sichtbar. Musiker aus klassischen Rechtsrock-Bands fingen an, sich der NSBM-Szene anzunähern und unterhielten oft NS-Black-Metal-Bands als Nebenprojekte.

Für viele Neonazis ist Black Metal – und explizit NSBM – die einzig wahre Spielart, die die Ideen des Nationalsozialismus, die Überlegenheit der “weißen, arischen Rasse” und das eigene Elitebewusstsein musikalisch ausdrücken kann.

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Nazipunk in Sachsen – zwischen Subkultur, Kameradschaftsszene und NSU

Quelle: Don‘t call it music

1994 in Riesa gegründet, ist “Selbststeller” eine der dienstältesten Nazibands in Sachsen. Ähnlich wie die ebenfalls aus Riesa stammenden Nazibands “Die Weissen Riesen” und “Bürgerwehr” kann man die Rechtsrocker von “Selbststeller” dem internationalen “Blood & Honour”-Netzwerk zuordnen. Regional ist die Band an die Kameradschaft “Bootboys Riesa” angebunden, die ebenfalls seit den Neunziger Jahren besteht. Deren Kürzel “22” (“BB”) findet man auf Kleidung und CDs der Band, die ihre Musik selbst als “Zankrock” bezeichnet.

Sänger der Naziband “Selbststeller” ist der langjährig aktive Neonazi Axel T. aus Riesa. Die erste Gitarre spielt der ebenfalls aus Riesa stammende Berufssoldat Nico H., am Schlagzeug sitzt Volker H.. Den Bass spielt seit einigen Jahren Teresa R. (geborene T.) aus dem ostsächsischen Wilthen. Ihr Ehemann Morris “Miesl” R. war bis Anfang 2017 zweiter Gitarrist. Er wurde im Frühjahr 2017 durch den Neonazi Tom H. aus Riesa ersetzt.

“Selbststeller” sehen sich selbst zwar selbst als Punkrock-Band und sind dadurch auch innerhalb der oft als “Graunzone” bezeichneten rechtsoffenen Szene beliebt, ihre Texte sprechen allerdings eine klare Sprache. Auf ihrem im Jahr 2010 beim Nazilabel “OPOS Records” erschienenen Album “Bumm Bumm Rattatta Klick Klack Peng” heißt es etwa in dem gleichnamigen Lied, das sich drohend gegen Geflüchtete richtet: “Wir treten euch entgegen mit Wort und Ton, doch es bleibt nicht bei Gitarre, Schlagzeug, Bass, Mikrofon, denn wir befreien die Nation aus euren Fängen mit Bumm Bumm Rattatta Klick Klack Peng.”

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Der V-Mann „Nias“ – Teil einer gescheiterten Strategie?

Quelle: Antifainfoblatt

An einem Samstag im März 2000 gelang dem Landeskriminalamt Berlin eine außergewöhnlich erfolgreiche Durchsuchung. In der Wohnung des Deutschland-Chefs von „Blood & Honour“ (B&H), Stephan Lange, fanden Polizisten fast die komplette Korrespondenz der „Division“ Deutschland.1 Zum ersten Mal fiel der Poli­zei auch eine Satzung der Neonazi-Gruppe in die Hände, deren Mitglieder sich als die „Elite der Bewe­gung“ verstanden. In Langes VW-Bus stellte das LKA zudem 1.500 Hefte der damals neuen Ausgabe des Magazins der B&H-„Division“ Deutschland sicher. Darin: Ein langes Interview mit Thorsten Heise und ein Gespräch mit dem Autor der „Turner Diaries“ William Pierce. Neofaschisten aus zig Ländern schrieben in dem Heft, was sie zum neuen Jahrtausend sagen wollten. Der „Thüringer Heimatschutz“ zitierte dabei aus Adolf Hitlers „Mein Kampf“: „Wer leben will, der kämpfe…“

Für das LKA Berlin kam der Fund dieser Beweismittel zu einem scheinbar perfekten Zeitpunkt – die Bundesanwaltschaft hatte gerade in jener Phase angeregt, konstatiert gegen „Blood & Honour“ als Bande vorzugehen. Um die weiteren Ermittlungen abzusprechen, kamen im Juni 2000 Vertreter verschiedener Behörden in einem Büro der Berliner Staatsanwaltschaft zusammen. Das Treffen von BKA-­Beamten, Bundesanwälten, Berliner Verfassungsschützern und Staatsanwälten wäre der ideale Anlass gewesen, um mit Hilfe der neuen Erkenntnisse einen großen Schlag gegen „Blood & Honour“ zu planen.

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Die im Dunkeln sieht man nicht – Eine Geschichte über den Rechtsextremismus in Dortmund seit 1982

Quelle: Ruhrnachrichten

Karfreitag 1982. Der Tag wurde ausgewählt, weil Karfreitag „der Hund begraben ist“. Es soll sich ein „Eliteclub“ gründen.
„Elite“ steht extra fett ganz oben auf der Einladung. So, dass auch wirklich jeder versteht, um was es geht. Der geplante Club soll keine Satzung haben, es gilt nur ein Satz: „Stehenbleiben und draufhauen.“ Prügelelite.
Es wird offenbar höchste Zeit für eine solche Gründung. „Damit die Schalker und die Rheinlandschweine endlich einen vor die Fresse bekommen. DIE REDEN BALD NICHT MEHR VON DEN DORTMUNDER FEIGEN KINDERN UND LÄUFERN. UNSER RUF MUSS ENDLICH WIEDER AUFPOLIERT WERDEN!“ Die 29 Ausrufezeichen, die hier im Original den Großbuchstaben folgen, lesen sich wie ein Kommentar eines Wutbürgers im Internet. Aber es ist das Jahr 1982, das Internet braucht noch nicht einmal Windeln, so klein ist es damals. Man schreibt noch Briefe. Und diesen hier, damit man endlich wieder mit Stolz durch die Straßen ziehen kann.

Damit alle wieder wissen, wer die Herren sind im Land, wird für den Karfreitag 1982 um „17 Uhr MEZ“ in die Kneipe Kronenquelle in der Dortmunder Nordstadt geladen. In mangelhaftem Deutsch und mit kindlichen Oberarmzeichnungen. Die Auflage von 30 Exemplaren geht an ausgewählte Personen. Zwei (Marko und Uwe) sind entschuldigt. Einer (Uwe) ist in England, der andere (Marko) ist im Knast. Aber für alle anderen ist das hier, steht da auf dem Zettel, „der letzte Versuch, ENTGÜLTIG!“.

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Braune Pionierprojekte des Hasses

Quelle: Blick nach Rechts

Das Landgericht verwechselt Tätergruppe bei den „Thiazi“-Prozessen – gegen den „Thiazi“-Angeklagten Priem wird Haftbefehl erlassen.

Versehentlich verschickte die Pressestelle des Landgerichts Rostock falsche Namen der Beschuldigten im am heutigen Mittwoch beginnenden neuen „Thiazi“-Verfahren.* Die Angeklagten Mario-Aldo E., Ronny H. und Nicolai Wolfgang B. müssen sich demnach erst ab Februar 2018 vor Gericht verantworten. Zur Zeit geht es dagegen um eine andere Tätergruppe im Zusammenhang mit dem neonazistischen „Thiazi“-Portal, dazu gehören der Berliner Neonazi-Rocker Arnulf-Winfried Priem sowie der 42-jährige Alexander Reiner A. aus Ostvorpommern und der 41-jährige Arno W. Da Priem nicht vor Gericht erschienen war, wurde Haftbefehl gegen den Neonazi erlassen. Nächste Woche soll die Anklageschrift verlesen werden.

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NSU-Kontext: Kooperierte die rechte Band „Noie Werte“ mit der Polizei?

Quelle: Telepolis

Der Untersuchungsausschuss von Baden-Württemberg stößt in den Reihen von Neonazis auf weitere Merkwürdigkeiten – Kontaktaufnahmen des Verfassungsschutzes

Die Vernetzung von Rechtsextremisten aus Chemnitz und Baden-Württemberg ist beachtlich – und immer beachtlicher wird, dass an den Knotenpunkten Personen von Geheim- und Sicherheitsdiensten saßen. Im NSU-Untersuchungsausschuss in Stuttgart taten sich dazu neue Fragen auf: Kooperierte die rechts-nationale Musikgruppe „Noie Werte“ mit dem Staatsschutz? Und was wollte das Bundesamt für Verfassungsschutz von Andreas Graupner, einer der Verbindungsleute der Szenen in Sachsen und Baden-Württemberg?

Im Landtag in Stuttgart geht es noch immer um die ungeklärten Hintergründe des Polizistenmordes von Heilbronn im April 2007. Nach Überzeugung der Ermittler vor dem Auffliegen des NSU im November 2011 müssen mindestens vier bis sechs Personen an der Tat beteiligt gewesen sein. Darunter möglicherweise die beiden toten mutmaßlichen Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Wie tief und wie genau sie verwickelt waren, ist unklar. Die Bundesanwaltschaft (BAW) und auch der BaWü-Ausschuss halten sie für die alleinigen Täter, was jedoch nicht haltbar ist. Im Gegensatz zur BAW geht der Ausschuss davon aus, dass die zwei bei der Tat Unterstützer hatten. Die sucht er im Kreis von Rechtsextremisten.

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Siehe auch:
Band im Fokus: NSU-Ausschuss beleuchtet rechtsextreme Musik
Noie Werte“-Musiker zu Rechtsrock-Vergangenheit befragt

Ex-Deutschland-Chef von „Blood and Honour“ war als V-Mann tätig

Quelle: Tagesspiegel

Stephan L. war Anfang 2002 als V-Mann verpflichtet worden. Er soll beobachtet haben, wie das Verbot der deutschen Abteilung des Skinhead-Netzwerks zu unterlaufen versucht wurde.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat nach Informationen des Tagesspiegels über einen V-Mann die Versuche der rechten Szene beobachtet, das Verbot der deutschen Abteilung des international agierenden Skinhead-Netzwerks „Blood & Honour“ zu unterlaufen.

Bei dem Spitzel handelte es sich um den ehemaligen Anführer der „Deutschland-Division“ von Blood & Honour, Stephan L. Im September 2000 hatte der damalige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) den deutschen Ableger der rechtsextremen Vereinigung verboten. Blood & Honour hatte zahlreiche Konzerte veranstaltet, bei denen rechtsextreme Skinhead-Bands auftraten.

Stephan L. sei Anfang 2002 als V-Mann verpflichtet worden, hieß es am Dienstag in Sicherheitskreisen. Einen ersten Kontakt habe es im Jahr 2000 gegeben. Stephan L. habe mehrere Jahre „ergiebig“ über Skinhead-Milieus berichtet, die in Deutschland illegal Blood & Honour weiter betreiben wollten. Der Verfassungsschutz behielt das Milieu intensiv im Blick, da eine weitere Radikalisierung bis hin zu terroristischen Aktivitäten befürchtet wurde.

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Frankreich: Ungestörtes RechtsRock-Konzert

Quell: Der rechte Rand

Heudicourt-sous-les-Côtes (Frankreich). Am 18. März haben über tausend Neonazis an einem Rechtsrock-Konzert in einer Sporthalle im Nordosten Frankreichs teilgenommen. Organisiert wurde das Event mit dem Namen »Defend Europe« von deutschen und französischen »Hammerskins« mit Unterstützung des Neonazi-Netzwerks »Blood & Honour«. Die Bands »Heiliger Krieg« aus Württemberg, »Division Germania« aus Mönchengladbach, »Blitzkrieg« aus Chemnitz, »Squadron« aus Großbritannien und »Fortress« aus Australien traten auf. Der Auftritt der australischen Band »Fortress« soll ursprünglich vom inzwischen verstorbenen ehemaligen V-Mann Roland Sokol mitinitiiert worden sein. Die Mehrheit der ZuschauerInnen kam aus Deutschland, aber auch tschechische, niederländische, belgische, schweizerische und italienische Neonazis reisten an. Die Polizei beobachtete das Geschehen, schritt aber nicht ein. Nach Schätzungen sollen die OrganisatorInnen rund 30.000 Euro eingenommen haben.

Quelle

Hammerskin-Konzert in Frankreich

Am Samstag, den 18.03.2017, versammelten sich über tausend Neonazis unter dem Motto „Defend Europe“ zu einem Rechtsrock-Konzert in einer Sporthalle in Heudicourt-sous-les-Côtes am Lac de Madine im Nordosten von Frankreich. Das Konzert organisierten die „Hammerskins“ mit Unterstützung durch das Neonazi-Netzwerk „Blood & Honour“. Deutsche und französische „Hammerskins“ schleusten hunderte Neonazis über Belgien nach Frankreich. Neben „Heiliger Krieg“ (Württemberg), „Division Germania“ (Mönchengladbach), „Blitzkrieg“ (Chemnitz) und „Squadron“ (Großbritannien) trat als Headliner die australische Band „Fortress“ auf.

Die „Blood & Honour“-Band „Fortress“ veröffentlichte ihr erstes Album 1992 bei dem deutschen Label „Rock-O-Rama Records“. Der „PC-Records“- Betreiber Yves Rahmel aus Chemnitz bewertete „Fortress“ am 16.12.2016 folgendermaßen: „Die kann man ruhig in einem Zug mit Skrewdriver nennen. Legendär und man schaut Vorraus der Dinge die da kommen!“. Auch der „Hammerskin“ Robert Kiefer schrieb begeistert: „Neue Kollektion von der Kultband Fortress aus Australien! Meiner Meinung nach einer der besten Bands überhaupt! Kann mich noch an ein Konzert 1999 bei Koblenz von ihnen erinnern! Tolle Zeit, tolle Musik!“

Aus einem Gespräch zwischen dem „Hammerskin“ und V-Mann Roland Sokol und dem Neonazi Michael „Mike“ Hansen geht hervor, dass Sokol bereits 2014 begann, den Auftritt der Band „Fortress“ zu planen. Hansen lebt seit Anfang 2013 in den USA, kommt ursprünglich aus Offenbach und war dort bei „Blood & Honour“ Hessen organisiert.

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(Nicht)Aufklärung mit vielen Fragen

Der Düsseldorfer Wehrhahn-Anschlag im Jahr 2000

Am 27. Juli 2000 soll Ralf S. auf dem S-Bahnhof Wehrhahn per Fernsteuerung und mit Sicht auf die Opfergruppe einen selbst gebauten TNT-Sprengsatz zur Detonation gebracht haben. Am 1. Februar 2017 wurde er in seinem Wohnort Ratingen verhaftet. Der Hauptvorwurf: Zwölffacher Mordversuch – heimtückisch, gemeingefährlich, aus niederen Beweggründen und „in fremdenfeindlicher Absicht“.
Ziel des Anschlags war eine Gruppe Migrant_innen aus der ehemaligen UdSSR, die meisten von ihnen Jüdinnen und Juden. Zehn von ihnen wurden teilweise lebensgefährlich verletzt, das ungeborene Kind einer Frau wurde getötet. Alle besuchten einen Sprachkurs der Bildungseinrichtung ASG, der unweit des S-Bahnhofs auf der Ackerstraße angeboten wurde. Im Gegensatz zu den späteren NSU-Morden und -Anschlägen wurde in den Medien und von führenden Politiker_innen ein rechter Hintergrund als möglich bis wahrscheinlich eingeschätzt.
Nachdem Polizei und Staatsanwaltschaft Anfang Februar 2017 mit reichlich Lob überschüttet worden waren, legten sich während der 52. und 53. Sitzung des Parlamentarischen NSU-Untersuchungsausschusses (PUA) des NRW-Landtags am 7. und 17. Februar dieses Jahres Schatten über das Geschehen. Offen blieb, woran es gescheitert war, dass der mutmaßliche Täter nicht schon viele Jahre früher dingfest gemacht werden konnte. Und welche Rolle die Inlandsgeheimdienste beim Tatkomplex Wehrhahn gespielt haben.

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„Combat 18″ reloaded? – Treffen von C18-AktivistInnen in Dortmund -

Als am 4. Juni 2016 Hunderte Neonazis durch Dortmund zogen, waren auch einige wichtige AktivistInnen des internationalen „Combat 18“-Netzwerkes vor Ort. Darunter auch William Browning, genannt „The Beast“- einer der Gründer der britischen Neonazi-Gruppe „Combat 18“ (C18). Der trainierte 46-jährige Engländer galt Mitte der 1990er Jahre als einer der gefährlichsten Neonazis Europas. Offensichtlich hat an dem Wochenende ein Treffen des C18-Netzwerkes stattgefunden.

Dass Combat 18-Treffen zumeist am Rande von Konzerten oder Aufmärschen stattfinden, ist durch die Aussage eines dänisches C18-Aussteigers bestätigt. Welche Themen bei dem mutmaßlichen Combat 18-Treffen auf der Agenda standen, ist nicht bekannt. Wer die Geschichte von C18 kennt, wird vermuten, dass es dabei nicht nur um Musik ging. In einer Zeit, in der in ganz Europa rassistische Bewegungen gegen die angebliche „Invasion“ von Geflüchteten und Muslimen hetzen und vor dem drohenden „Volkstod“ warnen, erhält die Idee eines „bewaffneten Kampfes“ bei dem rechtsterroristisch orientierten Combat 18-Milieu neue Aktualität.

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Neonazis im Hamburger Rotlichtmilieu

Via „Antifa Infoblatt“:

Seit jeher berichtet das Antifaschistische Infoblatt (AIB) über Personen aus der Neonaziszene, die im Kontext krimineller Milieus, allen voran dem Rotlichtmilieu auftauchen. Immer wieder wurde auf die diversen Gefahren dieser Mischszene hingewiesen, etwa den Zugang zu Waffen, die Nutzung finanzstarker klandestiner Infrastruktur sowie den Schutz durch und den Zugriff auf ein äußerst gewaltbereites Personenpotential.

Rocker haben ihren Platz in den neonazistischen Lebenswelten gefunden und stehen seit Jahren Pate für nach außen informell wirkende Organisierungsmodelle der Szene. Wie wenig persönliche Brüche ein Wechsel vom Neonazi-Aktivisten zum Mitglied krimineller Organisationen erfordert, haben wir mehrfach skizziert. Trotzdem sollen grundlegende Gemeinsamkeiten dieser scheinbar gegensätzlichen Welten an dieser Stelle genannt werden.

Neonazis fordern Gesetzesverschärfungen und einen starken Staat gegen organisiertes Verbrechen, oft jedoch nur im Zusammenhang mit Tätern nicht-deutscher Herkunft. Dass Delikte wie Drogenhandel, Menschenschmuggel, Schutzgelderpressung, Vergewaltigung und Förderung der Prostitution zum Kerngeschäft deutscher Motorradclubs (MC) zählen, wird ignoriert. Die Wertevorstellungen sind in vielen Punkten nahezu identisch: Patriarchale Rollenbilder, die Gültigkeit des Rechts des Stärkeren, das hierarchische Prinzip von Befehl und blindem Gehorsam — welches zu Loyalität verklärt wird — und eine Gewaltaffinität einen die Milieus mehr, als diese je öffentlich eingestehen würden. Die „Outlaw“-Gebärde krimineller MCs lässt sich in der Praxis unkompliziert mit der Ablehnung des als illegitim angesehenen Staates seitens der Neonazis vereinbaren. Das Verschmelzen geschäftlicher und subkultureller Interessen macht die Welt der MCs zur Mischszene. Dazu kommen Verflechtungen in die Hooligan- und die Kampfsportszene. Szenen, in denen ähnliche Werte und Codes existieren, wodurch Überschneidungen mit Neonazis zwar nicht zwangsläufig hervorgerufen, aber begünstigt werden.

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NSU: Das Neonazi-Nest von Zwickau

Die „Frankfurter Rundschau“ schreibt:

Was wusste ein V-Mann aus Zwickau über den NSU? Erkenntnisse von Sicherheitsbehörden deuten erneut auf eine besondere Nähe von Geheimdienstinformanten zum Terrortrio. Nächste Woche widmet sich der Bundestags-Ausschuss dem neuen Fall.

Zwickau, Oktober 1991. Hundert Neonazis greifen ein Flüchtlingsheim an, schlagen auf Bewohner mit Zaunlatten ein, zünden Vorhänge und Betten an. Einer in dem Mob ist ein bulliger Typ mit dem Spitzname „Manole“. Zehn Jahre später sorgt seine Zwickauer Abrissfirma auf Baustellen mehr als einmal für Aufsehen. Die Truppe besteht aus Neonazis, Hooligans, Schlägertypen. Ihr Chef heißt eigentlich Ralf Marschner und ist damals zugleich V-Mann „Primus“ des Bundesamtes für Verfassungsschutz.

Erkenntnisse aus Sicherheitskreisen machen deutlich, wie nah der V-Mann damals dem direkten Umfeld des „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) war, wie die Frankfurter Rundschau erfuhr. Einer seiner früheren Mitarbeiter glaubt gar, die mutmaßlichen NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zu jener Zeit bei der Arbeit in der Firma gesehen zu haben.

Was wusste V-Mann Marschner über die damals gesuchten Neonazis, die in Zwickau wohnten? Zählte er zum Kreis ihrer Unterstützer? Und gingen die Ermittler solchen Hinweisen ausreichend nach? Damit befasst sich ab kommender Woche der zweite NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages.

Aufzuklären gibt es weiter viel: Bis heute ist es den Ermittlern etwa nicht gelungen, zu rekonstruieren, wie die Terroristen in den Jahren 2000 und 2001 an die Tatorte ihrer ersten Morde in Nürnberg, München und Hamburg gelangten. Später nutzten sie dafür geliehene Wohnmobile und Fahrräder. Aber wer stellte ihnen davor Fahrzeuge zur Verfügung oder nahm sie vielleicht im Auto mit? Bis heute ist ungeklärt, wie groß das Netzwerk der Helfer war, wie viele etwas wissen und bis heute stillhalten.

Ab dem Sommer 2000 wohnten die mutmaßlichen NSU-Mitglieder in der sächsischen 90000-Einwohner-Stadt Zwickau – bis zu ihrer Selbstenttarnung Ende 2011 ohne Probleme. In der Szene dort war V-Mann „Primus“, bis er 2007 die Stadt fluchtartig verließ, lange eine zentrale Figur: Gewalttätig, Inhaber von einschlägigen Läden, in Geschäfte mit verbotener Neonazi-Musik involviert. Er streitet ab, die drei damals gekannt oder gar unterstützt zu haben.

Ins Visier der Ermittler geriet Marschner nach 2011 dennoch: Für sein Unternehmen lieh er zur fraglichen Zeit 2001 mehrmals Autos bei einer Firma, die später auch der NSU nutzte. Seine Truppe war damals zudem in München und Nürnberg auf Baustellen eingesetzt – also in den Städten, in denen die Terroristen ihre ersten von zehn Morde begingen.

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Schnittstelle im rechten Sumpf

Die „Allgemeine Zeitung“ berichtet:

NSU-MORDE Zwei Polizisten mit Kontakten zu Rechtsextremen als Zeugen vor Untersuchungsausschus s

WIESBADEN – Die nächsten beiden Sitzungen des NSU-Untersuchungsausschusses versprechen, spannend zu werden. Am kommenden Freitag werden zwei nordhessische Polizisten als Zeugen gehört, die privat Kontakte zu „Blood and Honour“ gehabt haben sollen. Für die darauf folgende Sitzung, am 6. Juni, ist der ehemalige Verfassungsschützer Andreas Temme geladen. Auch er hatte einen Draht zu dem inzwischen verbotenen Neonazi-Netzwerk – dienstlich und möglicherweise auch privat.

„Blood and Honour“

Über Temme ist viel geschrieben worden. Er war in jenem Internet-Café in Kassel, als am 6. April 2006 Halit Yozgat Opfer einer Mordserie wurde, die dem NSU-Trio Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe zugeschrieben wird. Dienstlich gehörte es zu den Aufgaben des Verfassungsschützers, sich über die rechtsextreme Szene in Nordhessen auf dem Laufenden halten. Einer seiner V-Männer, Benjamin G., war dort verankert. G.‘s Stiefbruder soll Mitglied bei „Blood and Honour“ gewesen sein.

Privat hatte Temme Kontakte zum Präsidenten der Hells Angels in Kassel gepflegt. Er war sogar in Verdacht geraten, den Rockern als „vertraulich“ eingestufte Informationen ausgehändigt zu haben. Dazu soll Temme immer mal wieder in einer Kneipe nordöstlich von Kassel gewesen sein. In Reinhardshagen, unweit seines Wohnortes Hofgeismar. Zufall oder nicht: Auch der Rechtsterrorist Mundlos soll in dem Bistro Kontakte zu „Hells Angels“-Rockern und Neonazis von „Blood and Honour“ gesucht haben. Das jedenfalls hatte ein Informant dem Bundeskriminalamt gesteckt.

Zurück zu den beiden Polizisten, die am Freitag geladen sind. Einer der beiden, der inzwischen frühpensionierte Carsten C., gehörte nach Recherchen der Frankfurter Rundschau dem Kasseler Rockerclub Chicanos an. Der wiederum unterstützt die Bandidos, die mit organisierter Kriminalität in Verbindung gebracht werden. Mehr noch: Der frühere Neonazi Michel F., ein Facebook-Freund von Carsten C., soll Mitglied der Bandidos gewesen sein. Es heißt, Michel F. habe einem ehemaligen Mitglied der Dortmunder „Blood and Honour“-Band „Oidoxie“ zwei halbautomatische Waffen angeboten.

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V-Mann überfiel mit Zschäpe-Freundin eine Kneipe

Die „Welt“ berichtet über den ehemaligen Sänger der Naziband „Westsachsengesocks“:

Ralf Marschner war enger mit dem NSU-Umfeld verbandelt als bisher bekannt. Das belegen Akten über eine Schlägerei im Jahr 2001. Warum wurde das Verfahren nicht in den Münchner Prozess eingeführt?

Ralf „Manole“ Marschner, der zehn Jahre als V-Mann „Primus“ für das Bundesamt für Verfassungsschutz gespitzelt hat, war offenbar noch enger in das Umfeld des NSU eingebunden als bislang bekannt. Recherchen der „Welt“ belegen, dass Marschner im Jahr 2001 gemeinsam mit einer der engsten Vertrauten von Beate Zschäpe, Susann Eminger, in einem Körperverletzungsverfahren angeklagt war.

Am 21. April 2001 hatten Marschner und die damals 19-jährige Susann Eminger eine Kneipenschlägerei in Zwickau angezettelt. Susann Eminger hieß damals noch H., war aber bereits mit André Eminger liiert. André Eminger ist in München vor dem Oberlandesgericht als mutmaßlicher Unterstützer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) angeklagt und seit 2005 mit Susann verheiratet.

Laut den Strafakten, die der „Welt“ vorliegen, schilderte die Wirtin der Kneipe „Big Twin“ den Vorfall der Polizei so: Plötzlich seien in ihrer Gaststätte „vier Glatzen“ erschienen. Die hatten bereits bei anderer Gelegenheit in der Kneipe Ärger gemacht. Als die Wirtin einen der Skinheads aufforderte, „keinen Stunk“ zu machen, begann der, die Wirtin als „Nutte“ zu beschimpfen. Die Wirtin wollte den Mann rausschmeißen, das verbat sich aber der Anführer der Skinheads.

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Siehe auch: V-Mann Ralf Marschner

V-Mann spricht im NSU-Untersuchungsausschuss – aber nicht heute

Via „Ruhrbarone“:

Mit Toni Stadler hätte heute der erste V-Mann öffentlich im NSU-Untersuchungsausschuss des NRW-Landtages aussagen sollen. Daraus wird zumindest heute nichts: Der Zeuge hat sich krank gemeldet. Ein weiterer ehemaliger Staatsschutz-Mitarbeiter ist damit der einzige Zeuge am heutigen Donnerstag.

16:15 Uhr: Die nicht-öffentliche Sitzung hat länger gedauert, der öffentliche Teil beginnt mit der Mitteilung, dass Toni Stadler erkrankt ist und nicht erscheint. Es wird ein Attest angefordert – für den Fall, dass dies nicht ausreicht, kann der Ausschuss ein Ordnungsgeld und eine „zwangsweise Vorführung“ des Zeugen in die Wege leiten. Damit geht es gleich zur Vernehmung des ehemaligen Dortmunder Staatsschutz-Mitarbeiters Robert Preuß.

16:31 Uhr: Robert Preuß war von 1996 bis 2004 beim Dortmund Staatsschutz beschäftigt und ist jetzt im NRW-Innenministerium. Er leitete eine Projektgruppe zu „Skinbands“ und berichtet von der Arbeit in der Projektgruppe. Im Vorfeld von Konzerten seien Informationen über die Bands und ihre MItglieder gesammelt worden, außerdem habe man wissenschaftliche Publikationen als Begleitliteratur herangezogen. Fokus sei nicht der politisierende und ideologisierende Faktor der Musik gewesen, sondern die Überlegung, rechte Bands, explizit nennt er Oidoxie und Weiße Wölfe, als kriminelle Vereinigung zu betrachten.

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