Archiv der Kategorie 'Nazistrategien'

English Nazis Are Planning a ‚White Man March‘ in Newcastle

Via „Vice Magazin“:

Newcastle has just breathed a sigh of relief following the passing of the weekend’s Pegida demonstration, when a few hundred bigots took to the streets to shout about Islamification. But the city will have to gear up for another, more extreme far-right street demo later this month. Neo-Nazis from across Europe are set to descend upon Newcastle for a protest against what organisers describe as the „systematic destruction of the white race“.

Until now, nobody has really noticed beyond a small handful of anti-fascists, because the Pegida demo was getting all the hype. The media has also been paying attention to the anti-Semitic „Liberate Stamford Hill“ protest in North London against the „Jewification of Britain“ which could take place on the same weekend.

The „White Man March“, taking place on the 21st of March, could be more significant than both. The Pegida UK protest was trying to latch onto the success of the German Pegida movement, which has seen tens of thousands of people take to the streets against Islam. But it doesn‘t really have much chance of that success. It’s basically a re-heated version of the ideas and tactics of the EDL with a different name. The Stamford Hill event, meanwhile, is organised by a lone neo-Nazi crank. The White Man March, on the other hand, sees several members of the far-right intent on bringing neo-Nazis together in a more open and better-organised way than has previously been the case.

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Der “III. Weg”: Konkurrenz für die NPD in Thüringen

Der „Störungsmelder“ schreibt:

2013 in Heidelberg gegründet, etablierte sich die Neonazi-Partei „Der III. Weg vor allem in Bayern als Nachfolger des verbotenen „Freien Netzes Süd“. Inzwischen tritt die braune Partei aber auch immer öfter in Thüringen auf und tritt damit in offene Konkurrenz zur schwächelnden NPD.

Ende September 2013 wurde im baden-württembergischen Heidelberg unter konspirativen Bedingungen die neue extrem rechte Partei „Der III. Weg“ aus der Taufe gehoben. Gegründet von dem ehemaligen rheinland-pfälzischen NPD-Funktionär Klaus Armstroff sollte sie insbesondere eine Konkurrenz zur NPD bilden, die unter den extrem rechten Parteien nach wie vor eine dominierende Rolle innehat. Im Gegensatz zu den „Nationaldemokraten“, die nach außen hin großen Wert auf ein seriöses Image legen, verfolgt „Der III. Weg“ deshalb in bewusster Abgrenzung einen deutlich radikaleren Kurs. So definiert sich die Partei beispielsweise selbst als „national-revolutionäre“ Gruppierung und bezeichnete ihr „Ziele“ in Anlehnung an das „25-Punkte-Programm“ der NSDAP als „Zehn-Punkte-Programm“. Inhaltlich fordert die Kleinstpartei in nationalsozialistischer Tradition außerdem die „Wiederherstellung Gesamtdeutschlands in seinen völkerrechtlichen Grenzen“, die „Erhaltung […] der biologischen Substanz des Volkes“, „die Pflicht zur Arbeit“ sowie „die Schaffung eines Deutschen Sozialismus“.

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Neonazis im Retro-Chic

Ein Comeback der Boneheads?:

Wenn mal wieder ein Zeitungs- oder Online-Artikel über Neonazis illustriert werden muss, dann greifen die Kolleginnen und Kollegen aus den Bildredaktionen gern zu Symbolbildern: Glatzkopf von hinten, Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln, grüne Bomberjacken. Da weiß jeder sofort, was und wer gemeint ist. Dabei haben Neonaziexperten jahrelang versucht, diese Klischees aus den Köpfen zu kriegen. Denn Neonazis kommen nicht alle immer nur als Skinheads daher.

Neonazis sind vielseitig – und haben längst alle möglichen subkulturellen Codes für sich vereinnahmt – ob Gothic, HipHop, Metall oder sogar Punk. Doch plötzlich stylen sich Neonazis wieder genauso, wie es dem medialen Klischeebild entspricht. Und sie führen sich auch genauso auf – zuletzt zu bewundern bei den jüngsten Hooligan-Aufmärschen in Köln und Hannover, wo – im Wortsinne! – „Nazi-Glatzen“ die Sau rausließen.

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Rechter Terror in der antifaschistischen Analyse

Ein sehr wichtiger Beitrag des „Antifaschistischen Infoblattes“ im Rahmen der Analyse des Rechten Terrors:

Im NSU-Komplex gibt es mehrere zentrale Fragen, mit denen sich unabhängige Antifaschist_innen dringender denn je auseinandersetzen müssen, um der bislang sehr wirkmächtigen Erzählung des Generalbundesanwalts, der Geheimdienste und der Polizei entgegen zu treten: Denn Strafverfolger und Geheimdienste propagieren entgegen aller Fakten und einschlägigen Zeugenaussagen unbeirrt den Mythos vom isolierten Trio, von dessen terroristischen und mörderischen Aktivitäten kein einziger der zahllosen Unterstützer_innen informiert gewesen sei, und stellen den NSU-Komplex als ein singuläres, schon jetzt abgeschlossenes Ereignis ohne Wiederholungsgefahr dar.

Um der staatstragenden Erzählung wirksam entgegen zu treten, müssen wir aber nicht nur die erweiterte Einzeltäter-Theorie der Strafverfolgungs- und Geheimdienstbehörden, die in Deutschland seit dem Oktoberfest-Attentat 1981 zum staatstragenden Mantra und Mythos geworden ist, sondern auch unsere eigenen Erzählungen, Analysen und Thesen zu rechtsterroristischen Netzwerken, Strategien und Aktionen der letzten zwanzig Jahre auf den Prüfstand stellen. Nicht nur, weil es beim Streit um die Frage, wer die öffentliche Deutungshoheit über den NSU-Komplex gewinnt — inklusive der Entstehungsgeschichte des NSU-Netzwerkes und der staatlichen Verantwortung dafür — , auch um die entscheidende Frage nach der Anerkennung rechtsterroristischer Gewalt in Deutschland und Rassismus als einer zentralen Ursache von Staatsversagen im NSU-Komplex geht. Sondern, weil es am Ende dieses Streits auch darum gehen wird, aus den Fehlern der eigenen antifaschistischen Analysen seit 1990 zu lernen und so vielleicht zu verhindern, dass wir rechten Terror nochmals nicht erkennen.

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[Königs Wusterhausen] Neonazis unterwandern Sportverein

„Recherche & Aktion“ berichtet:

Nach uns vor­lie­genden Infor­ma­tionen trai­niert Mike Turau die 2. E-Jugend des Königs Wus­ter­hau­sener Tra­di­ti­ons­ver­eins SC-Blau Weiss Schen­ken­dorf 1931 e.V. Der bran­den­bur­gi­sche Sport­verein beschäf­tigt damit einen lang­jährig aktiven Neo­nazi in der Kinder– und Jugend­ar­beit. Der Unter­wan­de­rung von Sport­ver­einen und Zivil­ge­sell­schaft durch Neo­nazis muss eine klare Absage erteilt werden.

Von „United Skins“ zu den „Freien Kräften“

Der in Königs Wus­ter­hausen (KW) wohn­hafte Mike Turau ist kein unbe­schrie­benes Blatt, son­dern seit vielen Jahren für sein neo­na­zis­ti­sches Enga­ge­ment stadt­be­kannt. Bereits um das Jahr 2000 war er der KWer Neo­na­zi­ka­me­rad­schaft „United Skins“ zuzu­ordnen, die ihrer­seits für Angriffe auf alter­na­tive Jugend­liche, Migrant_innen und Obdach­lose ver­ant­wort­lich gemacht wurde. [1]

Als im Sommer des selben Jahres Carsten Szc­ze­panski, Draht­zieher der lokalen Kame­rad­schafts­szene, als V-Mann des bran­den­bur­gi­schen Ver­fas­sungs­schutzes ent­tarnt wurde, rea­gierte die Szene in KW und Umge­bung mit einigen Jahren der orga­ni­sa­to­ri­schen Schwäche. Aller­dings sollte dies nicht dar­über hinweg täu­schen, dass es in der Region auch in den Fol­ge­jahren noch zu einigen Auf­sehen erre­genden Gewalt­taten kam: Hier seien unter anderem die Molo­to­v­cock­tail­würfe auf ein Roma­l­ager und das anti­fa­schis­ti­sche Fes­tival „Le Monde et a nous“ im Jahre 2001, der Brand­an­schlag auf das Auto eines Poli­zisten und eine, eben­falls im Jahr 2005 durch einen Neo­nazi ver­übte Attacke mit einer abge­bro­chenen Glas­fla­sche auf einen jungen Punk zu nennen. Es sollte klar sein, dass Neo­nazis keine festen Orga­ni­sa­ti­ons­struk­turen benö­tigen, um ihr men­schen­ver­ach­tendes Welt­bild in die Tat umzu­setzen, auch wenn staat­liche Behörden die Gefahr, die von unor­ga­ni­sierten Neo­nazis aus­geht, oft­mals baga­tel­li­sieren.

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Partei in Bewegung

Via „telepolis“:

Nähern sich Pegida und AfD weiter an? Die Partei äußert Verständnis für die islamfeindliche Bewegung, ob und wie sie mitmischen will, bleibt aber unklar
Seit Wochen debattiert man in der „Alternative für Deutschland“ (AfD) darüber, wie die Bewegung der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) und etwaige lokale oder regionale Ableger einzuschätzen sind. Offen ist die Frage, ob die AfD eine Art parlamentarischer Arm der Bewegung sein könnte oder ob sie dann unfreiwillig gemeinsame Sache mit Rechtsextremisten machen würde. Die „Zeit“ hat darauf hingewiesen, dass Pegida und AfD teils schon kooperieren – Berührungspunkte zur extremen Rechten hin inbegriffen.

So meldete die Wochenzeitung, dass für den 12. Januar 2015 der Leipziger Pegida-Ableger „Legida“ seine erste Demonstration angemeldet habe. Der Ort habe als Revolutionsstadt von 1989 Symbolwirkung für die Bewegung. Mindestens zwei Mitglieder des bis zu jener Veröffentlichung unbekannten Organisationsteams seien laut „Zeit“ AfD-Führungsfiguren in Sachsen: Felix Koschkar kandidierte 2014 für die Partei um einen Landtagssitz und gelte als wichtiger Vertreter der extrem rechten und islamfeindlichen Gruppierung der „Identitären Bewegung“ (IB).

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HoGeSa, Pegida, Legida: Rassistische Mobilisierungen neuen Typs

Via Antifas aus Leipzig:

Nach dem Vorbild von HoGeSa in Köln und Hannover sowie Pegida in Dresden soll voraussichtlich am 12. Januar ein ähnlicher Aufmarsch in Leipzig stattfinden. Er reiht sich ein in eine rassistische Serienmobilisierung, die unerwartete Ausmaße angenommen hat.

„Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa)

…ist das Label eines vergleichsweise erfolgreichen Mobilisierungsversuches, der sich vordergründig gegen Islamismus wendet und insbesondere den Auftrieb des „Islamischen Staates“ (IS) als Anlass für Aktionen nutzt. Die Implikationen der Selbstbezeichnung („Hooligans“) und der Fremdzuschreibung („Salafisten“) wird noch zu hinterfragen sein. Fakt ist: Aus den Aktionen sind Massenversammlungen geworden.

Zurück ins Jahr 2012 reichen ähnlich gelagerte Vernetzungen von Hools und Neonazis wie die „GnuHonnters“, auch das Label HoGeSa ist schon länger in Verwendung. Weithin bekannt wurde es durch eine seit September aktive Facebook-Gruppe: Hauptsächlich von dort aus wurde zunächst zu mehreren so genannten „Kennenlerntreffen“ geladen, unter anderem am 21. September in Essen sowie am 28. September in Dortmund. Nach Essen waren etwa 90 Personen gekommen, sie marschierten ohne Anmeldung durch die Stadt und wurden durch die Polizei aufgerieben. Bei der Kundgebung in Dortmund waren es dann schon 300 Teilnehmende, bereits deutlich geprägt von Anhängern der örtlichen Neonaziszene.

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Von “HoGeSa” und “Pegida”: Das Einfallstor der extremen Rechten

„Publikative.org“ berichtet:

Weit über 4.000 Hooligans in Köln und über 5.000 Menschen in Dresden: Das Deckmantelthema für rassistischen und nationalistischen Protest in Deutschland ist erneut gefunden. Die organisierte extreme Rechte freut es, die Politik wirkt hilflos.

Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) oder „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida): Es gibt wieder ein Thema, unter dessen Deckmantel eine völkische und rassistische Stimmung Menschen in großer Zahl auf die Straße bringt. Was sich thematisch unter der Überschrift „Gegen Salafisten“ alles sammelt, ist eine konfuse Mischung aus rassistischen, nationalistischen und pseudo-demokratischen Forderungen, die sich in ihrer Argumentation der letzten Jahre kaum verändert haben. Im Schatten der Feierlichkeiten zum 25. Jubiläum der deutschen Einheit konstruieren sich die Protestierenden als „das Volk“, die „wahren Demokraten“, die endlich aufbegehren gegen eine staatliche Unterdrückung. Wer das „Volk“ versucht kleinzuhalten, wurde schnell deutlich: Staat und Medien Hand in Hand. Die Wurzeln dieser Argumentation dürften weit zurückliegen, sind aber seit 2011 immer stärker hervorgetreten. Nicht zuletzt Thilo Sarrazin lieferte vor knapp drei Jahren die aktualisierte Blaupause des Rhetorikkonzeptes, welchem sich die meisten Gruppen heute bedienen: Sie sind die Tabubrecher, die Kämpfer für die Meinungsfreiheit dieses von Medien und Staat unterdrückten Volkes. Als symbolisch-sprachlicher Höhepunkt dient die Adaption des zentralen Protest-Slogans der Einheitszeit: „Wir sind das Volk“. So verwundert es kaum, dass auf der „Pegida“-Demonstration in Dresden vor allem die Freude darüber besteht, dass man durch den Protest die „innerdeutschen Grenzen“ endlich überwunden hat. „Der erste Schritt ist also getan, es wächst auch endlich in den Köpfen zusammen, was zusammen gehört! WIR SIND EIN VOLK!“, schwadronierte einer der Redner am vergangenen Montag in Dresden. „Das Volk“ ist also schnell wieder zu „einem Volk“ geworden.

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Siehe auch: Bagida – HoGeSa und Pegida in Bayern – die extreme Rechte sucht Massenbasis!
SageSa spaltet sich! – „breites“ HoGeSa Spektrum vom Hitlergruß bis NPD

Brauner Fackelmarsch

Die „PNN“ schreibt:

Gespenstische Atmosphäre in Gransee: Am Sonntagabend marschieren bis zu 90 Neonazis mit Fackeln durch die Stadt – aus Protest gegen Flüchtlingsheime. Verantwortlich ist ein bekannter Neonazi.

Gransee/Potsdam – Die Szenerie wirkte gespenstisch und bedrohlich. Mit Fackeln marschierten bis zu 90 Neonazis am Volkstrauertag durch die Straßen von Gransee (Oberhavel) und riefen fremdenfeindliche Parolen. An der Spitze des Aufmarsches trugen sie ein braunes Banner, darauf eine Fackel und der Spruch: „Wir für Deutschland gegen Überfremdung.“

Verantwortlich für den Aufzug der „Aktivisten des Nationalen Widerstandskampfes“ sind nach PNN-Recherchen Maik Eminger aus Grabow (Potsdam-Mittelmark) und das Neonazi-Netzwerk „Licht und Schatten“. Eminger ist der Zwillingsbruder des im Münchner NSU-Prozess mitangeklagten André Eminger, dem mutmaßlichen Hauptunterstützer des Terrortrios. Ursprünglich hatte Maik Eminger den Aufmarsch für Sonntagabend in Werder geplant und am Freitag bei der Polizeidirektion West angemeldet. Doch die Polizei West genehmigte die Kundgebung nicht, weil sie wegen des Feiertagsgesetzes unzulässig sei. Darauf hatte Eminger erklärt, dass er keinen Aufzug durchführen werde.

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Neue Nazi-Partei “Der Dritte Weg” im Aufschwung

Via „Bayerischer Rundfunk“ und „Störungsmelder“:

Vor gut einem Jahr verschärfte der Staat sein Vorgehen gegen das rechtsextreme Netzwerk “Freies Netz Süd”. Seit Juli 2014 ist es verboten. Doch schon lange vor dem Verbot hatten die Neonazis eine Ersatzorganisation ins Leben gerufen: Die Partei “Der Dritte Weg”. Alte Botschaften unter neuem Namen. Und der Staat muss zusehen.

Der Bayerische Rundfunk hat eine sehenswerte Videoreportage über die rechtsextreme Kleinstpartei veröffentlicht. Hier können Sie das Video online anschauen.

Quelle

Taten und Worte – Neonazistische „Blaupausen“ des NSU

„NSU-Watch“ schreibt:

Seit der Selbstenttarnung des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) im November 2011 sind umfangreiche Bezüge zwischen Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos und ihres Netzwerks von mutmaßlichen UnterstützerInnen zu gut organisierten Strukturen von „Blood & Honour“, „Hammerskins“ und „Ku-Klux-Klan“ bekannt geworden. Ohne die umfangreiche logistische Hilfe dieser Strukturen hätte die rassistische Mordserie des NSU wahrscheinlich nicht stattfinden können. Allerdings wurden Zschäpe, Böhnhardt und Mundlos im Untergrund nicht nur mit Waffen und Pässen aus der Neonaziszene versorgt. Mit ihren Taten verwirklichten sie Konzepte, die seit den 1980er Jahren in europäischen und US-amerikanischen Neonazikreisen diskutiert, für die geprobt und die letztendlich auch in anderen Ländern ausgeführt wurden.

Neonazistische Konzepte für den bewaffneten Kampf

Verschiedene Konzepte und Handlungsanweisungen für den bewaffneten Kampf kursierten seit den 1980er Jahren in der deutschen und internationalen Neonaziszene. Verbreitet wurden Schriften, die sich unter anderem auf die Organisation „Werwolf“ im historischen Nationalsozialismus bezogen und gemäß diesem Vorbild zum Untergrundkampf und gezielten Sabotageakten aufriefen.[2] Hinzu kamen die gescheiterten Bemühungen, die NSDAP in Deutschland wiederzubeleben und in einen quasi legalen bewaffneten Kampf zu treten. Darüber hinaus kursierten Handlungsanweisungen und Konzepte, die einen „leaderless resistance“ – einen „führerlosen Widerstand“ – propagierten. „Handbücher“, Traktate, Romane und kürzere Diskussionsbeiträge in Skinhead-Fanzines wurden gedruckt und zigfach kopiert, verbreitet unter Ladentischen und auf Konzerten, im Internet veröffentlicht sowie per Hand von Kamerad zu Kameradin weitergeben. Dabei war der Rechtsterrorismus übrigens nie eine ausschließliche „Männerangelegenheit“[3].

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Hooligans als selbst ernannte Salafistenjäger

Via „Zeit Online“:

Gewaltbereite Fußballfans aus verfeindeten Fanlagern verbrüdern sich gegen radikale Islamisten. Unterstützt werden sie von rechtsextremen Parteien. VON OLAF SUNDERMEYER

Vor einigen Tagen noch wehten weiße Fahnen mit dem schnauzbärtigen Konterfei von PKK-Führer Abdullah Öcalan über den Stufen vor dem Kölner Dom. Bei einem Protest von Sympathisanten der hierzulande verbotenen marxistischen Arbeiterpartei Kurdistans, der sich gegen den IS-Terror richtete. Bald wird der Protest aus einer anderen Richtung kommen. Für den 26. Oktober wollen Rechtsextremisten auf der berühmten Domplatte gegen radikale Islamisten demonstrieren. Unter dem Banner der neu gegründeten Initiative HoGeSa, Hooligans gegen Salafisten.

Der Sportsoziologe und Fanforscher Gunter A. Pilz aus Hannover fand dafür bereits den Begriff der „temporären Kampfgemeinschaft“. Hooligans aus unterschiedlichen Fanlagern, die sich eigentlich feindselig gegenüberstehen, solidarisieren sich. Diese würde solange währen, wie man den gemeinsamen Feind nicht besiegt habe.

Seit dem vergangenen Jahr schmieden rechtsextreme Hooligans aus Baden-Württemberg und dem Ruhrgebiet im Verborgenen diese Allianz. Virtuell, über ein verdecktes Internetforum. Unter dem Motto „Deutsche, die sich was trauen“ entwickelte sich die islamfeindliche Hetze und die Wut auf in Deutschland lebende radikale Islamisten und Salafisten zu dem Entschluss, gemeinsam zu handeln.

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Rechte Triebe

„Jetzt.de“ berichtet:

Neonazis setzen nicht mehr unbedingt auf die NPD. Sie organisieren sich in freien Kameradschaften und gründen neue Parteien, die sich nicht so leicht verbieten lassen wie Vereine.
Martin Becher schaut sich Neonazi-Demos von Berufs wegen an, er leitet die bayerische Projektstelle gegen Rechtsextremismus. Zwar blieb die NPD bei allen drei Landtagswahlen zuletzt unter fünf Prozent, für Entwarnung gibt es dennoch wenig Grund. Martin Becher hat noch immer die Bilder vom 1. Mai vor Augen, als er bayerischen Neonazis ins sächsische Plauen zu einer Kundgebung nachreiste, die Neonazis des „Freien Netz Süd“ organisiert hatten. Was er dort erlebte, ließ ihn erschrecken. Wer meinte, die rechte Szene sei in Auflösung begriffen, wurde dort Zeuge einer Machtdemonstration. Mehr als 500 Neonazis versammelten sich, so viele bringt die Szene selten auf die Straße. Als ein Hagelschauer über die Rechten niederging, flüchtete niemand. So entschlossen und selbstbewusst hat Becher die Szene schon lange nicht mehr erlebt. Vorneweg: die Bayern. Und ein neuer Name für die Bewegung: „Der Dritte Weg“.

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„Patriotisches Menschenmaterial“

Das „Antifa Infoblatt“ schreibt:

Analyse und Hintergründe der extrem rechten Facebook-Gruppe „Weil Deutsche sich’s noch trau’n!“

Wenn sich Salafisten in der Öffentlichkeit präsentieren, rufen nicht selten verschiedene Strömungen der rechten Szene zu Protesten auf: Sogenannte „rechtspopulistische“ Parteien wie Pro Deutschland, die völkische Identitäre Bewegung (IB), die Islamfeinde von der German Defence League (GDL) und manchmal auch die NPD. Zuletzt traten bei solchen Anlässen auch rechte und neonazistische Fußball-Hooligans in Erscheinung. Diese vernetzten sich über die Facebook-Gruppe „Weil Deutsche sich’s noch trau’n!“. Die genaue Betrachtung dieser Gruppe und ihrer Exponenten bietet einen Einblick in die Verfasstheit und Organisierung rechter Hooligans.

„Dritte Halbzeit“ gegen Salafisten

Vor allem wenn Pierre Vogel alias Abu Hamza, der bekannteste Vertreter salafistischer Gruppen in Deutschland, mit seinem Verein „Schlüssel zum Paradies“ auftritt, mobilisie­ren rechte Gruppen ihre Anhänger_innen dagegen, weil er offensiv und selbstbewusst in „ihre“ Innenstädte drängt. Tatkräftige Unter­stützung bekamen sie in diesem Jahr mehr­fach von Hooligans. Im Februar 2014 versuchte in Mönchengladbach eine Gruppe von etwa 150 GDL-Aktivisten und Hooligans mit Feuerwerkskörpern und Flaschenwürfen zu einer Kundgebung mit Pierre Vogel vorzudringen, was die Polizei verhinderte. „,Deu­t­sch­land, Deutschland’-Rufe und Pyro­technik sorgten für das passende Ambiente“, befand das neonazistische Internetportal „Wacht am Rhein“. Der rechte Blog PI-News berichtete: „Abgefeuerte Bengalos und Bier­flaschen-Wurfgeschosse“ hätten die Salafisten „in arge Bedrängnis“ gebracht.1

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Die veganen Nazi-Hipster kommen

Via „Störungsmelder“:

Neonazis, die vegan kochen und Club Mate trinken – das klingt erst mal absurd. Aber ein kleiner Teil der rechtsextremen Szene sorgt mit solch skurrilen Auftritten für viel Aufregung. Was steckt tatsächlich hinter den Nazi-Hipstern?

Es sind junge Männer, die vor der Kamera herumalbern. Sie kochen vegan und nehmen sich nicht zu ernst. Dazu kommen Gäste, es wird viel gelacht. An diesem Format erscheint wenig berichtenswert, gibt es doch unzählige ähnliche Kanäle auf YouTube. Aber diese Amateur-Kochshow ist anders. Es sind Neonazis, die dort im Hitlerstellvertreter Rudolf-Hess-Shirt hinter den Töpfen stehen. Wer genau hinschaut, sieht die rechtsextremen Poster im Hintergrund. Die Gastgeber sind mit Sturmhauben vermummt, die Gäste einschlägig bekannt und man schiebt kichernd Szeneparolen hin und her, die nur Eingeweihte verstehen.

Betrieben wird der Kanal mutmaßlich von Mitgliedern der rechtsextremen Szene Niedersachsens aus dem Umfeld der gerade erst verbotenen Kameradschaft Besseres Hannover. Auch auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Tumblr und Instagram gibt es eine Präsenz aus diesem Kreis. Hier verbinden die Rechtsextremen Straight-Edge-Chic (Kein Alkohol, kein Fleisch, keine Drogen) mit zeitgemäßem Design, Ästhetisierung von Gewalt und nationalsozialistischer Propaganda.

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Nazi-Rapper auf Propaganda-Tour

Via „Störungsmelder“:

Am Sonntag haben Neonazis in mehreren Bundesländern eine Propagandaaktion durchgeführt. Neben Brandenburg und Berlin waren auch Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen und Schleswig- Holstein betroffen. Dabei stellten die Neonazis schwarze Holzkreuze mit Zetteln auf, die an mehrere Tausend Deutsche erinnern sollen, die angeblich von Ausländern getötet worden sein sollen. Bereits im Vorfeld waren die Sicherheitsbehörden informiert, bei Facebook riefen die Neonazis den Sonntag zum „Volkstrauertag der Deutschen“ aus. In Neuruppin randalierten die beteiligten Rechtsextremisten vor einem alternativen Zentrum.

Ausgegangen ist die Aktion vom Berliner Neonazi-Rapper Patrick Killat alias „Villain051“. Gemeinsam mit weiteren Neonazis aus dem Barnim stellte Killat schwarze Holzkreuze in verschiedenen Bundesländern, darunter auch in Brandenburg, auf. Die Aktion mit dem Titel „Schwarze Kreuze Deutschland“ baute dabei auch auf Neonazis aus den jeweiligen Orten und sollte ein Aktionstag fernab von verhinderbaren Demonstrationen sein. Die ausgesuchten Stellen für die Kreuze haben keinen strategischen Hintergrund, sondern sind wahllos gewählt worden, wie auch die Städte, in denen die Aktionen stattfanden. So finden sich mal Kreuze an Ortseingangsschildern, mal an Einkaufspassagen oder auch auf einfachen Wiesen. Nur wenige haben einen symbolischen Charakter, wie die Gedenkstätte Sachsenhausen. Direkt vor dem Besucherzentrum hinterließen die Neonazis dort ein Kreuz und posierten für ein Foto. Ein Sprecher der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten nannte die Aktion auf PNN-Anfrage erschreckend. An der Gedenkstätte sei die Aktion in den früheren Morgenstunden, als noch kein Besucherverkehr herrschte, nicht aufgefallen.

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„Parteialternative“ für Neonazis

Via der „Blick nach Rechts“:

09.07.2014 – Mit der Gründung eines „Stützpunkts Ostbayern“ hat das bayerische Neonazi-Netzwerk „Freies Netz Süd“ seine Strukturen fast komplett in die neue Kleinstpartei „Der III. Weg“ transferiert. Das drohende Verbot könnte damit schon jetzt an Wirkung verloren haben.

Die Ende September 2013 in Heidelberg gegründete Neonazi-Partei „Der III. Weg“ hat kürzlich einen weiteren „Stützpunkt“ in Bayern gegründet. „An einem idyllisch gelegenen See im Bayerischen Wald“ hätten sich am 21. Juni „junge und ältere heimatverbundene Deutsche“ getroffen, „um (…) eine politische Veränderung in der Region einzuläuten“, heißt es auf der Website der Partei. Gemeint war die Gründung eines eigenen „Stützpunkts Ostbayern“, der künftig unter der Leitung des wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilten Walter Strohmeier Niederbayern und die Oberpfalz abdecken soll. (bnr.de berichtete)

Diese neuerliche Gründung steht dabei auch exemplarisch für eine Entwicklung innerhalb der (ehemals) parteifreien Neonazi-Szene im Freistaat, die spätestens mit Beginn des Verfahrens zur Prüfung eines möglichen Verbots des „Freien Netz’ Süd“ (FNS) eingesetzt hat. Seit sich die Neonazis des Kameradschaftsdachverbands infolge einer Razzia im Juli 2013 mit Ermittlungen des bayerischen Innenministeriums konfrontiert sehen, wenden die sich Aktivistinnen und Aktivisten des FNS vermehrt der Partei „Der III. Weg“ zu. (bnr.de berichtete)

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Die faschistische Kulturfabrik

„Publikative.org“ schreibt:

Vor ein paar Tagen ist Ciro Esposito gestorben, ein junger Fan von Napoli, ermordet durch die Schüsse des hochrangigen Römer Faschisten Daniele De Santis. Das Buch “Casa Pound Italia: Mussolinis Erben” von Heiko Koch widmet sich dem Paradeprojekt der intellektuellen Rechten, der in Rom geborenen Bewegung Casa Pound Italia.

„Seit 10 Jahren existiert die populistische Bewegung CasaPound Italia. Ihre Wurzeln sieht sie im historischen Faschismus zu Beginn der 1920er Jahre; in der Zeit als der italienische Faschismus noch nicht Bewegung mit revolutionärem Anstrich war und sich mit Terror und Gewalt den Weg zur Macht ebnete.“

Ich bin ein großer Fan davon, sich mit Dingen auseinanderzusetzen und sich eine fundierte Meinung zu bilden, Mechanismen und Hintergründe zu erkennen, zu verstehen und nicht beim Slogan stehenzubleiben. Das gilt besonders für Dinge, die mir nicht gefallen. Eines der erfolgreichsten Projekte Italiens ist die von Gianluca Iannone, eloquenter Sänger der Rechtsrockband ZetaZeroAlfa, gegründete Casa Pound-Bewegung. Ausgehend von einem besetzten Haus in Rom haben sich diese Zentren unter dem Siegel der Schildkröte mittlerweile in ganz Italien verbreitet. Medienwirksame Aktionen, ein lebendiger Auftritt im Internet, erfolgreiche europäische Vernetzungen, Verwurzelung in der Musikszene, ein eigener Kleidungsstil und die Adaption und Umwidmung popkultureller Phänomene und Symboliken sorgen für regen Zulauf in Italien. Grundlage für diesen Erfolg ist vor allem auch ein unpolitischer Anstrich und das Andocken an bereits bestehende jugendliche Subkulturen – wie z.B. Ultràs –, der sich als niedrigschwelliges Angebot übersetzen lässt.

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Die kommunale Strategie der NPD

Via „Publikative.org“:

Die NPD ist mit Hunderten Abgeordneten in kommunalen Parlamenten vertreten. Die Partei versucht sich dabei von der Kommune aus immer weiter zu verankern. Teilweise erfolgreich. Doch wie sieht die Strategie der NPD eigentlich genau aus? Und gibt es wirksame Gegenstrategien?

Im Mai haben bundesweit zahlreiche Kommunalwahlen stattgefunden. In einigen Bundesländern verlor die NPD Stimmen, in anderen konnte die extrem rechte Partei erhebliche Zugewinne verzeichnen. Allein in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind es insgesamt mehr als 200 Mandate, die die NPD erringen konnte. Somit bleibt – auch in anderen Bundesländern – weiterhin die Herausforderung, mit den Kommunalabgeordneten der NPD umzugehen. Die Auseinandersetzung mit der Ideologie und Strategie der Partei ist dabei wichtig, um der weiteren Verankerung der NPD etwas entgegenzusetzen. Das bloße Ignorieren der bereits seit 2009 gewählten NPD-Vertreter hat sich dabei vielerorts als wenig erfolgreich erwiesen.

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Neonazizentrum geschlossen

Die „Junge Welt“ schreibt:

Barcelona. In der katalanischen Metropole Barcelona ist das von Neonazis betriebene Zentrum »Casal Tramuntana« am Sonnabend geschlossen worden. Das meldete das Nachrichtenportal Vilaweb. Die Rechten hätten Probleme mit dem Begleichen der Miete gehabt. Das Lokal im Stadtteil Clot war im Januar 2012 eröffnet worden. Es wurde von einem Verein betrieben, der den gleichen Namen trug. Die Neonazis wollten ein »soziales und nationales« Zentrum nach dem Vorbild des »Casa Pound« in Rom errichten. An der Entstehung des »Casal Tramuntana« wirkte unter anderem Alberto Sánchez mit, der für die rechtsextreme Partei »Plataforma per Catalunya« im Stadtparlament von L’Hospitalet nahe Barcelona sitzt. Gegen die Aktivitäten der Faschisten gab es Proteste der Anwohnerschaft und von antifaschistischen Initiativen.

Am Montag berichtete das Magazin Directa, die Neonazis hätten bereits ein Ersatzobjekt gefunden. Die etwa 240 Quadratmeter große Immobilie befinde sich nur knapp zwei Kilometer entfernt im Stadtteil Sant Martí.

Quelle