Archiv der Kategorie 'Nazistrukturen bundesweit'

Rückblick und Auswertung des Kampfsportturniers „Kampf der Nibelungen“ auf dem Neonazi-Festival „Schild & Schwert“ am 21.04.2018

Quelle: Runter von der Matte

Im Vorhinein des Turniers des „Kampf der Nibelungen“ (KdN) auf dem im ostsächsischen Ostritz ausgerichteten „Schild & Schwert-Festival“, war sich die extrem rechte Szene nicht eins, ob Kampfsport und RechtsRock zusammen funktionieren kann.

Die sich elitär gebende Neonazi-Partei „Der III.Weg“ beispielsweise distanzierte sich intern schon Wochen vor der Veranstaltung von selbiger, wohl im Hinblick auf das zu erwartende negative Bild des „Suff-Nazis“. Gegen ein solches Bild hatte sich die Partei schon nach dem „Rock gegen Überfremdung II“ im Juli 2017 in Themar ausgiebig ausgesprochen.

Auch die Verantwortlichen des KdN waren sich nicht sicher, ob sie Teil eines solchen Events sein wollen, verlautbarten jedoch in den sozialen Netzwerken, dass man „zusammen stehen“ müsse, damit die „Volksgemeinschaft funktionieren“ könne.

Im Rückblick auf das Turnier stellen wir erneut fest, dass sich Events wie der KdN immer mehr professionalisieren und in ihrer Struktur an Zuwachs gewinnen. Neben den seit Jahren involvierten Neonazi-Kampfsportmarken „White Rex“, „Greifvogel Wear“, „Black Legion“, „Sport Frei“ und „Pride France“ kamen nicht nur neue Marken wie „Blutzoll“ dazu, sondern auch Labels und Produktionen aus der RechtsRock-Szene, wie etwa „Wewelsburg Records“. Mit den Köpfen hinter diesem Geschäftszweigen gewann die Struktur zudem an Personen aus den Reihen der Neonazi-Bruderschaft „Hammerskins“. Diese schickte auch internationale Vertreter nach Ostritz um im Rahmen des KdN Aufgaben zu übernehmen.
Die enge Bindung des KdN zur extrem rechten Kleinstpartei „Die Rechte“, sowie zu Gruppen aus der „NS-Straight Edge“-Szene war abermals zu verzeichnen, während neue rechte Gruppen wie das „Rise Above Movement“ aus den USA zum ersten Mal an dem Event teilnahmen. Eine Expansion und weltweite Vernetzung wird auch dadurch ersichtlich.

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SS-Veteran und brauner Liedermacher

Für kommenden Samstag ist ohne nähere Ortsangabe im Großraum Leipzig ein „Zeitzeugenvortrag“ angekündigt. Im Anschluss daran spielt „FreilichFrei“ auf.

Am 5. Mai soll es im Großraum Leipzig einen „Zeitzeugenvortrag“ des Bielefelders Klaus Grotjahn (Jahrgang 1928) geben, der der 11. SS-Freiwilligen Panzergrenadierdivision „Nordland“ angehörte. Seine biografischen Erlebnisse gibt es seit Ende 2014 auch in Taschenbuchform, unter anderem als Hörbuch-Version vertrieben durch den Versand von Opos Records aus Lindenau.

Schilderungen, als er 1945 in russische Kriegsgefangenschaft geriet, verbreitete er bereits 2005 in der rechtslastigen Wochenzeitung „Junge Freiheit“. 2015 gastierte er im „Thinghaus“ der NPD in Grevesmühlen. 2016 war Grotjahn bei der Splitterpartei „Der III. Weg“ in Berlin als Vortragsredner eingeladen, im Folgejahr bei der „Burschenschaft Thuringia“ in Braunschweig. Als musikalischer Gast wird am 5. Mai zudem „FreilichFrei“, bürgerlich Maik Krüger, aus Zwickau angekündigt, der nach eigenen Angaben bereits am vergangenen Samstag in Mittelsachsen in die Saiten gegriffen hat.

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Rechtsstreit um Neonazi-Immobilie

Quelle: Der Blick nach Rechts

20.04.2018 – Das Verbot des Neonazi-Netzwerks „Freies Netz Süd“ beschäftigt erneut die Justiz. Im Juni muss das Verwaltungsgericht Bayreuth entscheiden, ob die begleitende Beschlagnahmung des Anwesens „Oberprex 47“ samt „Final-Resistance-Versand“ ebenfalls rechtmäßig war.

Nach langwierigen Vorermittlungen wurde im Juli 2014 das neonazistische Netzwerk „Freies Netz Süd“ (FNS) verboten. Die bayerischen Behörden erkannten in der militanten Vereinigung eine Nachfolgeorganisation der „Fränkischen Aktionsfront“ (FAF), die ihrerseits 2004 zerschlagen wurde. Zudem hätte das FNS eine Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus aufgewiesen sowie die „aggressiv-kämpferischen Bestrebungen“ fortgesetzt, die damals für das Verbot der FAF ausschlaggebend waren. (bnr.de berichtete) Neben dem Netzwerk samt Vermögen betraf die Maßnahme auch die Immobilie „Oberprex 47“ im Landkreis Hof und den „Final-Resistance-Versand“, der unter derselben Adresse ansässig war. Beide wurden organisatorisch dem FNS zugerechnet.

Das Verbot selbst erlangte inzwischen Rechtskraft, nachdem der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München eine entsprechende Klage der Neonazis abwies. In ihrem Urteil waren die Richter zu dem Schluss gekommen, dass das FNS zutreffend als Verein eingestuft wurde und als solcher verboten werden konnte. Die Neonazis hatten zuvor die Vereinseigenschaften bestritten, indem sie ihr Netzwerk lediglich als „Netzseite“ ausgegeben hatten. Doch mit der Entscheidung ist die juristische Auseinandersetzung, die das Verbot seither begleitet, noch nicht beendet.

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Rostock: Bewährungsstrafen im Thiazi-Prozess

Quelle: NDR

Im Prozess gegen drei Betreiber der ehemaligen rechtsextremistischen Internetplattform „Thiazi-Forum“ wurde am Donnerstag das Urteil gesprochen. Das Landgericht Rostock verhängte gegen die Angeklagten aufgrund ihrer Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung in Tateinheit mit Volksverhetzung Bewährungsstrafen von 19, 21 und 22 Monaten.

Volksverhetzende Musik zum Download

Der 69-Jährige und die beiden 42-jährigen Männer gehörten zur konspirativen Führung der Plattform. Sie ermöglichten Austausch und Abruf von NS-Symbolen und rechtsextremen Musikdownloads, aber auch gewaltverherrlichenden oder pseudowissenschaftlichen Texten, die den Holocaust als Erfindung bezeichnen.

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Naziwatch Dortmund Outing-Broschüre

Quelle: Indymedia

Hier ein Überblick über die Nazis aus Dortmund, damit alle rund um den 14.04. wissen, mit wem sie es zu tun haben.
Unser Blog ist momentan offline. Hier ein Überblick über die Nazis aus #Dortmund, damit alle rund um den 14.04. wissen, mit wem sie es zu tun haben. Ladet die Broschüre runter, schickt sie Freund*innen und ladet sie selbst hoch!
https://docs.zoho.com/file/6dl8o4ab268863a954ac690b79ff79c350e26
Wir bleiben weiterhin aktiv und sind bald wieder an anderer Stelle online. Stay tuned!

Quelle

Gesunder Geist, gesunder Körper und 32 Tonnen nicht-verzollter Tabak

Quelle: Runter von der Matte

Informationen und Einschätzungen zum Turnier des „Kampf der Nibelungen“ auf dem „Schild & Schwert“-Festival in Ostritz

Um ein „ultimative Politik Festival“ – wie der Veranstalter das zweitägige Neonazi-Event im April 2018 betitelt – tatsächlich attraktiv wirken zu lassen, muss auch der Aspekt des Kampfsports untergebracht werden.

Dass dafür niemand anderes als die bundesweit bestens vernetzte Neonazi-Kampfsportorganisation „Kampf der Nibelungen“ in Frage kommt, sollte in der extrem rechten Szene spätestens seit Herbst 2017 offensichtlich sein. In Kirchundem in Nordrhein-Westfalen zog das jährlich seit 2013 stattfindende Kampfsportturnier unter dem Label „Kampf der Nibelungen“ an die 800 Neonazis aus ganz Europa an. Ein Novum für solch ein konspirativ organisierte Event im deutschsprachigen Raum und auch ein Zeichen dafür, dass Kampfsport und Fitness nicht nur im gesellschaftlichen Mainstream im Trend liegen, sondern auch in der Neonazi-Szene an Faszination gewinnen konnte.

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Braune Kampfsport-Events

Quelle: Der Blick nach Rechts

06.04.2018 – Für den 9. Juni wird mit martialischer Rhetorik eine Kampfsport-Veranstaltung in Sachsen beworben. Kampfpaarungen soll es auch beim „Schild & Schwert-Festival“ Ende April im sächsischen Ostritz geben.

Martialische Kampfsport-Veranstaltung im Juni; (Screenshot)
Ob auf der Matte oder im Ring, reine Kampfsportveranstaltungen der extrem rechten Szene finden immer mehr Zulauf. Das wachsende Interesse spiegelt nun auch ein Event am 9. Juni in Sachsen wider, das den Namen „Tiwaz“ trägt – die nordische Rune für den Gott Tyr als Symbol für Mut, Ruhm und Kraft.

Der genaue Ort der Zusammenkunft wird nicht preisgegeben. Neben Freefight-Kämpfen soll es am 9. Juni auch Boxduelle geben. Für das braune Spektakel wird bereits im Vorwege mit martialischer Rhetorik die Werbetrommel gerührt. Da heißt es beispielsweise „Frauen vergießen Tränen, Männer vergießen Blut!“

„Fleisch aus Stahl geschaffen“

Mehrere rechte Szenelabel, die Sportbekleidung und entsprechende Ausrüstung anbieten, unterstützen die Organisatoren. Dazu gehören Black Legion (Martin Seidel, Cottbus), Greifvogel Wear (Sebastian Raack, Lindenau), Pride France (Tomasz Szkatulski aus Frankreich) und Wardon. Ebenfalls werden die auch von den „Hammerskins“ mitorganisierte Veranstaltungsreihe „Kampf der Nibelungen“ aus dem Raum Dortmund sowie der Sonnenkreuzvertrieb von Frank Kraemer aus Eitorf als Unterstützer genannt. Auch Wardon mit seiner Maxime des sportlichen Körperkults in Anlehnung an den Nationalsozialismus bedient sich der martialischen Sprache und schreibt auf seiner Facebook-Seite: „Für Wardon ist es eine Selbstverständlichkeit, dort Unterstützung zu leisten, wo Fleisch aus Stahl geschaffen wird.“ Pride France-Gründer Szkatulski, selbst Kampfsportler, kündigt bereits an: „Pride France come with fighter“.

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Extrem rechte Umtriebe in der Oberpfalz: Die „Prollcrew Schwandorf“

Quelle: Störungsmelder

Unter dem Namen „Prollcrew Schwandorf“ firmiert in der Oberpfalz seit 2012 eine Gruppierung, die sich nach Kräften als unpolitisch inszeniert. Dabei nimmt die Vereinigung seit mehreren Jahren regelmäßig an einschlägigen neonazistischen Aktionen teil.

Militant und sportbegeistert: Mit diesem Profil präsentiert sich eine Gruppierung namens „Prollcrew Schwandorf“ auf Facebook. „Wir stehen auf Fußball und Gewalt“, heißt es dort, „auf Freundschaft und Zusammenhalt.“ Ihrem Selbstbild folgend handelt es sich um eine unpolitische Vereinigung, die eine gemeinsame Leidenschaft für Sport teilt. Dies verbinde sie mit regelmäßigen Freizeitaktivitäten sowie mit gelegentlichen Auslandsreisen, insbesondere in verschiedene europäische Staaten. Auf den ersten Blick unterscheidet sich ihr Auftreten kaum von dem anderer Organisationen dieser Art, die die sozialen Netzwerke zur eigenen Profilierung entdeckt haben.

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Verfassungsschutz: Deutsche Neonazis haben Kontakte zu britischen Terroristen

Quelle: Vice-Magazin

Mehrere Mitglieder von „National Action“ sitzen inzwischen in Haft.

Es gibt Urlauber, die ihre Sorgen zu Hause lassen und einfach nur entspannen wollen. Und dann gibt es andere, die ihre allerschlechtesten Qualitäten mit auf die Reise nehmen – nennen wir sie Hasstouristen. Zu letzterer Gruppe gehören die Mitglieder der britischen Neonazi-Gruppe „National Action“, die am 1. Mai 2016 ins sächsische Plauen fuhren. Gemeinsam mit etwa 900 Neonazis nahmen sie an einer Kundgebung der rechtsextremen Kleinpartei „Der III. Weg“ teil. Im Laufe der Veranstaltung attackierten einige der Rechten Polizisten und Gegendemonstranten mit Pyrotechnik, Steinen, Flaschen und Fahnenstangen. Zwei Mitglieder der britischen Gruppe, die gegen Juden, Schwule und Ausländer hetzt, zeigten im gleichen Monat im Krematorium der KZ-Gedenkstätte Buchenwald den Hitlergruß und verbreiteten Fotos davon im Netz.

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Versteckspiel mit schlechter Tarnung

Via Sachsen-Anhalt Rechtsaussen:

Identitärer Rapper Komplott nutzt Proberaum von Magdeburger Rechstrockbands

AfD-Abgeordnete gründeten mit Rechtsrockmusikern und Neonazis eine Burschenschaft
Nachdem im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass der Identitäre-Rapper Komplott nicht aus Halle kommt und sich hinter diesem Namen der Neonazi Patrick Bass aus Heidelberg verbirgt, wurde es scheinbar kurz ruhig um den von IB-Faschisten gefeierten Künstler des „identitären Rap“. Nach der Veröffentlichung verließ Bass Berichten zufolge fluchtartig seine Wohnung und löschte verschiedene Accounts in sozialen Medien. Einige Monate später war Komplott wieder bei Instagram und Facebook aktiv. Am 22. Oktober 2017 veröffentlichte der Leipziger Identitäre Alexander „Malenki“ Kleine ein Video mit dem Rapper auf seinem Youtube-Kanal. Zu Beginn, um das folgende Interview anzukündigen, steht Kleine mit seinem Hund auf einem Hinterhof und gibt an „tief irgendwo in Dunkeldeutschland“ zu sein. Im Hintergrund ist die alte Diamantbrauerei in Magdeburg zu erkennen. Wenig später sind Kleine und Bass in einem Bandproberaum zu sehen. Es handelt sich um den Proberaum der Rechtsrockbands Mortuary, Painful Life und Agharta.

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Neonazi-Ritual in Budapest

Quelle: Blick nach Rechts

Budapest – Für das Balladenkonzert am 9. Februar in Budapest zum Auftakt des diesjährigen braunen „Tages des Ehre“ ist der deutsche Liedermacher „Phil“ von „Flak“ angekündigt. Der ursprünglich beworbene Auftritt der Gelsenkirchener Combo „Sturmwehr“ wurde indes abgesagt.

Der jährlich von der rechten Szene Ungarns begangene „Tag der Ehre“ mit jeweils europäischer Beteiligung erfährt zum wiederholten Mal im von der „Blood&Honour“-Sektion Ungarn organisierten Musikprogramm auch einen deutschen Beitrag. Angekündigt wird der Liedermacher „Phil“ von „Flak“ aus dem Rheinland. Der seit längerem beworbene Auftritt der Band „Sturmwehr“ wurde hingegen abgesagt.

Am 9. Februar soll ein Balladenkonzert in Budapest den Auftakt zum diesjährigen Neonazi-Gedenktag bilden. Neben dem Bonner Philipp Neumann von „Flak“ werden die „Dixie Freedom Fighters“ aus Ungarn beworben. Einen Tag später stehen dann mehrere Rechtsrock-Bands auf der Bühne.

Vorgesehen war auch die Gelsenkirchener Combo „Sturmwehr“, doch Bandgründer Jens Brucherseifer sagte den Auftritt jetzt kurzerhand ab – wegen „interner Unstimmigkeiten“. Er fügt hinzu: „Bei Martin und meiner Wenigkeit geht es jedoch trotzdem munter weiter.“ Mit Martin ist Martin Böhne gemeint. Akustik-Auftritte als Duo werden nicht gecancelt. Demzufolge fehlt es der Band vorerst an einem Schlagzeuger, der Part, der zuletzt von Patrick Gerstenberger ausgefüllt wurde.

Zum internationalen Rechtsrock-Programm am 10. Februar in Budapest gehören unter anderem die Bands „Sokyra Peruna“ aus der Ukraine, „Nemini Parco“ aus Spanien sowie „Feher Vihar“ und „Töretlen Hittel“ aus Ungarn.

Beim „Tag der Ehre“ wird alljährlich die Schlacht um Budapest von 1945 unter Beteiligung der deutschen Wehrmacht und der Waffen SS gegen Truppen der Roten Armee heroisiert. Neben den Konzerten gehören ein Gedenkmarsch und eine Gedenkfeier mit zuletzt weit über 1000 Teilnehmern zum Ritual der rechtsextremen Szene. In den vergangenen Jahren nahmen auch Abordnungen von NPD und „Der III. Weg“ an dem braunen Meeting am zweiten Februar-Wochenende teil. (hf)

Quelle

Ein Neonazi als Kickboxtrainer

Quelle: Antifa Recherche Potsdam & Umland

Eindrücklich beschreibt die aktuelle Kampagne „Runter von der Matte – Kein Handshake mit Nazis“, wie die neonazistische Kampfsportszene aufgestellt ist und wie wichtig es ist, wachsam zu bleiben, wenn Rassist_innen und Neonazis Kampfsport betreiben. Vorstellungen wehrhafter Männlichkeit und völkisch-rassistisch imaginierter Körperkult – so können Neonazis ihre sportlichen Aktivitäten ideologisch aufladen und sich einen „tieferen“ Sinn einreden.

Gerade Kampfsport oder Kampfkünste sowie Selbstverteidigungstechniken können, durch die Propagierung einer vermeintlichen „Überfremdung“, dem „Schutz des eigenen Volkes“ oder der „Verteidigung“ wahlweise Deutschlands oder Europas, popkulturell und niedrigschwellig politisch instrumentalisiert werden. Unter dem Deckmantel des Sportes können so neonazistische Modelabels Geld verdienen und auf Kampfsportevents der Neonazi- Szene wird sich vernetzt.

Auch in Potsdam sind Ausprägungen dieser Szene, oft gemischt aus Neonazis, Sicherheitsgewerbe und Rocker-Strukturen, zu beobachten. In der Vergangenheit fanden in der Stadt mehrere Events mit Beteiligung dieser Mischszene statt. Aber auch in einem vermeintlich seriöseren Milieu, dem universitären Kontext, ist es Neonazis möglich, sich entsprechend zu betätigen – als Trainer ist beispielsweise der langjährige Neonazi Tom F. im Zentrum für Hochschulsport der Universität Potsdam engagiert. Hier leitet er jeden Dienstag und Freitag Kickbox-Kurse.

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Eine verfestigte Szene

Quelle: Lotta-Magazin

Neonazismus in Hamm – ein aktueller Überblick

Behörden und Lokalmedien sind sich einig: Die Neonazi-Szene im westfälischen Hamm befinde sich auf dem Rückzug. Dabei haben sich lediglich die Schwerpunkte der Szene verschoben. Statt Parteiaufbau setzt man aktuell auf die Festigung einer rechten Erlebniswelt. In keiner anderen NRW-Stadt fanden in den letzten zwei Jahren so viele Rechtsrock-Events statt.

Hamm galt viele Jahre als Neonazi-Hochburg. Diesen Ruf begründete seit 2003 die „Kameradschaft Hamm“ (KSH) mit einer umfangreichen Demonstrationspolitik und zahlreichen Gewalttaten (vgl. LOTTA #43, S. 24-25). Nach ihrem Verbot im August 2012 schlossen sich die Neonazis der Partei „Die Rechte“ (DR) an, die ihnen ein Dach zur Fortsetzung ihrer Aktivitäten bot. Der aktuelle NRW-VS-Bericht bezeichnet den DR-Kreisverband Hamm nun als „deutlich weniger aktiv”. Der Inlandsgeheimdienst begründet seine Einschätzung damit, dass die DR am 3. Oktober 2016 keine Demonstration durchgeführt hat. In den Vorjahren waren bis zu 300 Neonazis zum Einheitstag in Hamm aufmarschiert. Auch 2017 fiel der Aufmarsch aus. Der DR-Funktionär und vormalige KSH-Führer Sascha Krolzig hatte im September sämtliche bereits vorliegenden Anmeldungen für die kommenden sieben Jahre zurückgezogen. Daraufhin meldete der lokale Westfälische Anzeiger: „Demo abgeblasen: Rechte Szene zieht sich aus Hamm zurück.“ Die Polizei Hamm sekundierte, es sei hinsichtlich rechter Gewalt „total ruhig“ geworden.

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Braunes Happening in der ostdeutschen Provinz

Quelle: Blick nach Rechts

Am 20. und 21. April soll unter dem Namen „Schild- & Schwert-Festival“ eine Veranstaltung in der Oberlausitz stattfinden – auf der Agenda stehen Kampfsport, Rechtsrock sowie politische Ansprachen. Maßgeblicher Kopf des Neonazi-Events ist der umtriebige Thüringer NPD-Funktionär Thorsten Heise.

Erst Themar in Thüringen, demnächst Ostritz in der Oberlausitz von Sachsen: Immer öfter wird die ostdeutsche Provinz Schauplatz für Großveranstaltungen der braunen Szene. Die rechnet sich aus, dass in weitgehend ländlichen Gegenden ein zivilgesellschaftlicher Gegenprotest überschaubar bleibt. Beide Orte zählen gerade einmal knapp 3000 Einwohner. Seit kurzem wird die zweitägige Veranstaltung „Schild & Schwert-Festival“ am 20. und 21. April 2018 propagiert, die auf dem Gelände des Hotels „Neißeblick“ in Ostritz (Landkreis Görlitz) unmittelbar an der polnischen Grenze stattfinden und eine Fortsetzung am 2. und 3. November finden soll. Dass der erste Termin des offiziell bei den Ordnungsbehörden angemeldeten Meetings auf Hitlers Geburtstag fällt, dürfte dabei keinesfalls Zufall sein.

Als Kopf der Veranstaltung entpuppt sich der umtriebige Thorsten Heise, seines Zeichens Thüringer Landesvorsitzender und Bundesvize der NPD, der sich bestens darauf versteht, erlebnisorientierten Neonazis ein mit Rechtsrock-Musik garniertes Programm zu präsentieren, wie er es seit 2011 bereits jährlich beim so genannten „Eichsfeldtag“ im thüringischen Leinefelde praktiziert. Der zuständigen Versammlungsbehörde liegt für 2018 derzeit noch keine Anmeldung für einen „Eichsfeldtag“ im kommenden Jahr vor.

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Killuminati – Nazis auf der Suche nach dem wahren Übel

Quelle: Don‘t call it music

“Wir sind Sklaven dieser geheimen Macht und der Volkstod, er kommt schleichend über Nacht. Wir sind Sklaven dieser Machenschaft. Illuminaten, Weltbrandstifter, einfach ekelhaft.” – wer den Namen dieser Naziband für einen Zufall hielt, wird mit diesen Textzeilen eines besseren belehrt. Der Hass auf Juden, die Rede vom “Weltvergifter”, “wahren Übel” und “Völkerfeind”, der “die Fäden zieht”, ist bei “Killuminati” Programm. In einem Interview fügt der Sänger hinzu, dass “das Finanzsystem den wahren Feind” darstelle “und eben nicht ein paar wildgewordene Salafisten und Glaubenskrieger in diesem Land”. PEGIDA und andere rassistische Bewegungen würden lediglich “den Sprössling einer Unkrautpflanze” abschneiden, die Musiker hingegen wollen die eingebildete jüdische Weltverschwörung an der Wurzel packen.

Das “Jetzt sind wir da” betitelte Erstlingswerk der Rechtsrock-Band erschien im Jahr 2014 beim Nazilabel “OPOS Records”, ein Jahr später folgte der erste Liveauftritt. Die Mitglieder der Gruppe sind jedoch schon seit Jahren in der neonazistischen Musikszene aktiv. Die Texte von “Killuminati” singt Steven A. aus Eisenach. A. ist auch Sänger und Gitarrist der Thüringer Naziband “Hermunduren” und zählt zur “Crew 38”, einer Vorfeldorganisation des weltweiten Neonazi-Netzwerks “Hammerskins”.

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Isoliert und trotzdem vernetzt – Rechtsrock im Landkreis Barnim (Brandenburg)

Quelle: Don‘t call it music

Im Brandenburger Landkreis Barnim existiert seit über zehn Jahren eine kleine, aber aktive rechte Musikszene. Das bekannteste Projekt aus der Region ist die Band “Preußenfront” aus Bernau. Ihr Sänger Kai H. gehörte bis Mitte der Zweitausender Jahre der “Deutschen Volksunion” (DVU) an und spielte mit seiner Band auch auf Kundegebungen und Sommerfesten der Partei.

Die Verbindung zwischen Rechtsrockszene und DVU ist in Brandenburg nichts Ungewöhnliches. Auch Klaus M., der bis heute sein Gelände in Schorfheide bei Finowfurt für Konzerte der rechten Szene bereitstellt, war ein wichtiger Ansprechpartner der Partei, bis er vor knapp fünf Jahren den Landesvorsitz der rechten Kleinstpartei “Die Rechte” in Brandenburg übernahm.

Am Bass stand bei “Preußenfront” Kai Hs Bruder Steffen H., der lokalen Kameradschaftsstrukturen entstammt. “Preußenfront” galt als Lokalmatador, schaffte es – vermutlich aufgrund ihrer öden, beliebig wirkenden Rechtsrock-Musik – jedoch nicht, auf den “großen Bühnen” der Szene aufzutreten. Aus “Preußenfront” wurde später “Klänge des Blutes”, bis auch diese Band sich im Jahr 2015 auflöste. Höhepunkt ihrer musikalischen “Karriere” war ein Beitrag auf einer Solidaritäts-CD für den jährlich stattfindenden Naziaufmarsch “Tag der deutschen Zukunft” sowie ein Auftritt auf Siegfried Borchardts Geburtstagsfeier im Jahr 2013.

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Braune Saubermänner

Quelle: Blick nach Rechts

Die Zahl von sozialen Kümmerer-Aktionen aus dem rechten Lager ist zuletzt massiv angestiegen. So werden Weihnachtsfeiern für Kinder veranstaltet, unter dem Motto „Deutsche helfen Deutschen“ Spendensammlungen und Verteilaktionen für Bedürftige und Obdachlose organisiert.

Gerade in der Vorweihnachtszeit wollen Neonazis oder rechtsextreme Gruppen ihr Image aufpolieren und Anhänger unter Bedürftigen rekrutieren. Zugleich soll aber auch suggeriert werden, dass der Staat, und damit ist zugleich immer „das System“ gemeint, auf seinen unterschiedlichen Ebenen keine verlässliche Sozialarbeit leistet und auch die etablierten Wohlfahrtsverbände und Kirchen dies nur bedingt schaffen. Wenn plötzlich Weihnachten propagiert wird, so ist das zugleich auch die Botschaft, christliche Werte über die anderer Religionen zu stellen.

Bereits beim Thema Kindesmissbrauch schaffte es die rechte Szene, sensible Aufmerksamkeit für sich zu verbuchen. Ähnlich perfide werden Kinder nun auch in der Adventszeit instrumentalisiert. So lud der thüringische NPD-Funktionär Patrick Wieschke am 2. Dezember in Eisenach in die dortige Parteizentrale zur jährlichen Kinderweihnachtsfeier ein. Im Anschluss daran konnten sich die Erwachsenen an den Ausführungen des langjährigen Neonazis Meinolf Schönborn und den Balladen der Rechtsrock-Band „Faust“ erfreuen. (bnr.de berichtete) Ein Parteilogo tauchte bei den Einladungsaufrufen nirgends auf. Und auch die Gaststätte „Titanic“ in Neumünster, Treffpunkt der rechten Szene, in der zuletzt immer wieder Parteiveranstaltungen der NPD stattgefunden haben, bleibt sich treu und präsentiert wie in Jahren zuvor den Nikolaus, „um unsere lieben Kleinen zu verwöhnen“.

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Dennis “Denny” S. – von der Skinhead-Krake zum NS-Hardcore-Kid

Der am 19. November 1973 geborene und im Raum Mansfeld (Sachsen-Anhalt) lebende Dennis S. war in den Neunzigern vor allem als Sänger der “unpolitischen” Oi-Band “Kampfzone” bekannt. Gemeinsam u.a. mit Holm G. (Schlagzeug) bestritt “Denny” zahlreiche Konzerte in der Grau- und Braunzone.

Holm G. war früher bei der Oi-Band “Restrisiko” aktiv und an der Gründung des Labels “Bandworm Records” aus Magdeburg beteiligt, stieg allerdings nach einiger Zeit aus dem Vertrieb aus. Später spielte G. bei “Last Riot” um Rene S. aus Köthen und – zusammen mit Dennis S. – bei der Naziband “Commieknockers”, die sich bald in “Strongside” umbenannte. Aktuell sitzt Holm G. bei der Berliner Naziband “Kraft durch Froide” am Schlagzeug.

Dennis S. wirkte auch in den Bands “Hässlich” und “Hate Soldiers” mit. “Hate Soldiers” war die Band von Marcel M. (Gesang), dem Bruder des bekannten Neonazis Enrico M., auf dessen Grundstück in Allstedt-Sotterhausen bis heute ein Großteil der Rechtsrock-Konzerte in Sachsen-Anhalt stattfinden. Der Band soll auch der örtliche NPD-Kommunalwahlkandidat Maik R. angehört haben. Die “Hate Soldiers” lösten sich 2008 auf, weil der Schlagzeuger Christian K. eine mehrjährige Haftstrafe antreten musste. Er hatte sich im Januar 2007 an einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Sangershausen beteiligt, im Anschluss an eine Feier bei Enrico Marx.

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Ein identitäres Haus in Halle

Quelle: Antifainfoblatt

Juni 2017: Auf den Seiten der rechten Initiative „Ein Prozent für unser Land“ und der rechten Zeitschrift „Sezession“ wird ein „Hausprojekt“ angekündigt. Neben dem „Institut für Staatspolitik“ (IfS) in Schnellroda und der „Bibliothek des Konservatismus“ in Berlin soll es einen weiteren Anlaufpunkt für die sogenannte ‚Neue Rechte‘ geben. Für Renovierung, Sicherheit und laufende Kosten wird um Spenden geworben. Es handelt sich um einen viergeschossigen Altbau in der Adam-Kuckhoff-Straße in Halle, direkt gegenüber des Steintorcampus der Martin-Luther-Universität. Mit Dorian Sch., Mario Müller, Melanie Schmitz und Florian M. will ein Großteil der Führungsriege der identitären „Kontrakultur Halle“ zukünftig dort wohnen und wirken.

Gastbeitrag von „Sachsen-Anhalt Rechtsaussen“

Der Gründer der Titurel-Stiftung, Helmut Englmann aus Johannesberg (Unterfranken), ist seit Januar 2017 Eigentümer des Hauses. Die Stiftung fungiert vor allem als Förderinstrument des IfS. Als Ansprech­partner tritt Andreas Lichert (Funktionär der AfD und des Vereins für Staatspolitik) auf, die Domain ist auf das IfS registriert, als administrativer Ansprechpartner wird Götz Kubitschek angegeben. Neben dem Sammeln von Unterstützungsgeldern wurden durch die Stiftung auch ’neurechte‘ Autoren gefördert. Das Haus dient zudem als Sitz einer Werbeagentur, der „Mosaik Kommunikation“. Als Unternehmensdach fungiert hier die Lichert GmbH von Andreas Lichert, die Web-Domain der Agentur ist auf Simon Kaupert registriert.

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Don‘t Call it Music!

Der Adventskalender, der besonderen Art:

Für die einen ist es eine lukrative Einnahmequelle, für die anderen Aufputschmittel und Einstiegsdroge in die Neonazi-Szene. Dieser Adventskalender wird die erste Seite beleuchten: Musiker, Labels und Versände, die jene Musik produzieren und verteiben, welche oft verharmlosend „Rechtsrock“ genannt wird und zu oft als Begleitmusik zu Mord und Totschlag dient.

Tobias Wirth – dem “Ödi” wird’s nie öde

By Don‘t Call it Music! on December 1, 2017

Der am 8. September 1986 geborene und in Helmbrechts (Oberfranken) wohnhafte Neonazi Tobias W.,, genannt “Öddi” oder “Ötti”, ist seit mindestens zehn Jahren in verschiedenen Nazibands in Bayern und Sachsen aktiv.

Tobias W. entstammt dem “Kameradschaftbund Oberfranken”. Innerhalb der Musikszene scheint er sowohl der Bruderschaft der “Hammerskins” als auch dem in Deutschland verbotenen “Blood & Honour”-Netzwerk nahezustehen. Wirth war in den letzten Jahren bundesweit auf vielen Neonazi-Aufmärschen anzutreffen, etwa am 1. Mai 2009 in Weiden oder am 1. Mai 2017 in Gera. Der Aufmarsch in Gera wurde von der Neonazi-Partei “Der III. Weg” organisiert. Ein Großteil von W. politischem Umfeld ist in den Reihen dieser Partei zu finden.

Wirth arbeitet bei der Firma HelLaTec (“Helmbrechtser Laminier Technik GmbH”) und trainiert Kampfsport im “Martial Mates Gym” in Hof. Er nahm u.a. 2016 an der “NAGA Grappling Championship” in Limburg teil. Auch auf Seminaren des “Shuri Gym” in Plauen wurde er gesichtet.

Seine musikalische Laufbahn begann Wirth 2005 mit der Band “Braune Brüder” aus dem Raum Hof, bei der der “Hammerskin” Tony Gentsch an der Gitarre stand. Gentsch war Kader des verbotenen “Freien Netz Süd” und ist derzeit “Gebietsleiter” der Neonazi-Partei “III. Weg”. Die Band trat fast ausschließlich im regionalen Rahmen auf, größtenteils im Umfeld der Kameradschaften “Braune Teufel Vogtland/Alcoholocaust” um David Köckert, “Schwarzer Orden Vogtland” um Olaf Martin und des “Kameradschaftsbund Hochfranken”, in dem Gentsch ebenfalls aktiv war.

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