Archiv der Kategorie 'Nazistrukturen bundesweit'

Umtriebige Allgäuer Skinheads

Quelle: Blick nach Rechts

Die Aktivitäten der Neonazi-Kameradschaft „Voice of Anger” beschäftigen jetzt Abgeordnete des Bundestags und des Landtags von Baden-Württemberg. Nach einem Konzert der Gruppe, das zwar in Bayern verboten und verhindert wurde, in Württemberg jedoch ungehindert durchgeführt werden konnte, fragen Abgeordnete, was bei den Sicherheitsbehörden über die Skinheads bekannt ist.

In der Region Allgäu und Oberschwaben lässt sich eine Zunahme der Aktivität rechtsextremer Gruppierungen feststellen, die sich unter anderem durch vermehrte Konzertveranstaltungen der Szene bemerkbar mache, heißt es unter Berufung auf Medienberichte in einer Kleinen Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion. Die Abgeordneten möchten von der Bundesregierung wissen, was den Sicherheitsbehörden über die Aktivitäten der in der Region aktiven Neonazi-Kameradschaft bekannt ist.

Ein Teil des Fragenkatalogs beschäftigt sich mit Straftaten wie Körperverletzungsdelikten, Raub, Straftaten gegen das Leben sowie Verstößen gegen das Waffenrecht, die aus dem Umfeld der seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppierung begangen wurden und inwiefern deren Mitglieder und Sympathisanten als Einzelpersonen unter Beobachtung von Bundesbehörden stehen und in der Rechtsextremismusdatei (RED) gespeichert sind.

Die Abgeordneten der FDP besorgt auch die mitunter internationale Vernetzung von „Voice of Anger”, wie aus einigen der Fragen hervorgeht. Die Bundesregierung soll dem Parlament offenlegen, welche Kontakte und Kooperationen Mitglieder und Unterstützer der traditionsreichen extrem rechten Skinhead-Szene aus dem Allgäu „mit rechtsextremen Vereinigungen, Bewegungen etc. in anderen Staaten” unterhalten, sowie welche konkreten Treffen dahingehend bekannt wurden. Auch Verbindungen zum Netzwerk „Blood&Honour” und dessen bewaffnetem Arm „Combat 18”, sowie „zu Mitgliedern und zum weiteren Umfeld der rechtsterroristischen Gruppierung ‚NSU‘” sind Gegenstand der Anfrage.

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Rassistische Mobilisierungen in Chemnitz – eine Einordnung

Quelle: Antifainfoblatt

Um die 1000 Personen folgten am 26. August 2018 diversen Aufrufen aus den sozialen Netzwerken, sich in der Chemnitzer Innenstadt nahe des Karl-Marx-Monuments zu treffen. Grund dafür war eine Auseinandersetzung auf dem alljährlichen Stadtfest der drittgrößten Stadt Sachsens in der Nacht zuvor, die für einen 35-jährigen Chemnitzer tödlich endete. Schnell wurde sich auf einschlägigen rechten Webseiten auf einen möglichen Migrationshintergrund der Täter geeinigt und, die Tat in den Kontext anhaltender Auseinandersetzungen mit Geflüchteten in der Chemnitzer Innenstadt gesetzt.

Uns als Redaktionskollektiv haben die Vorfälle bestürzt. Nicht nur hinsichtlich des tragischen Todes von Daniel H., einem Familienvater der auch der linken Subkultur nahe stand, sondern auch in Bezug auf die Dynamik der rassistischen Mobilisierung. Die Instrumentalisierung des Todes, die darauf folgenden Hetzjagden auf Migrant_innen und Geflüchtete sowie die Bereitschaft Tausender, mit einer militanten Neonaziszene an Aufmärschen teilzunehmen waren Gründe, uns dem Thema zeitnah anzunehmen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

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„Combat 18″ Reunion

Quelle: Exif Recherche

Im Jahr 2012 gründete sich die Neonaziorganisation «Combat 18» („Kampfgruppe Adolf Hitler“) Deutschland. «Combat 18» (C18) Deutschland ist die „autorisierte“ deutsche Division eines internationalen Netzwerks von C18-Gruppen, die sich als eine weltweite Bruderschaft verstehen und organisatorisch und sozial eng verbunden sind. Regionale Schwerpunkte in Deutschland bilden der Raum Dortmund, Ostholstein, Thüringen und Nordhessen. Von ca. 50 Personen lässt sich eine Mitgliedschaft in «Combat 18» Deutschland belegen. Dutzende weitere Neonazis tauchen regelmäßig in Personenzusammenhängen von «Combat 18» Deutschland auf und/oder beziehen sich auf die Organisation, doch bei ihnen fehlen Nachweise für eine Mitgliedschaft.

«Combat 18» Deutschland hat eine feste Organisationsstruktur. Ein Richtlinien-Papier, das im Stil einer Vereinssatzung gehalten wird, legt diverse „Bruderpflichten“, monatliche Treffen und Beitrittszahlungen, Aufnahme- und Ausschlusskriterien und sogar eine Kleiderordnung fest. Die Gründung von «Combat 18» auf internationaler Ebene im Jahr 2012 geschah unter dem Motto „Reunion 28“ – Wiedervereinigung. Mittlerweile gibt es in ca. 25 Staaten Divisionen. Tatsächlich ist «Combat 18» Deutschland die Weiterführung einer Struktur, die seit den 1990er Jahren existiert. Diese Struktur erlebte Flauten und Hoch-Zeiten, Umbrüche und personelle Fluktuation, wie es in vielen politischen Zusammenhängen passiert. Die „Reunion“ im Jahr 2012 ist je nach Sichtweise eine Reorganisierung, Wiederbelebung, Neustrukturierung und Neugründung.

«Combat 18» Deutschland versteht sich als das „originale“ «Combat 18» und hat das Selbstverständnis, der harte Kern und der bewaffnete Arm von «Blood & Honour» (B&H) zu sein – einer Organisation, die in Deutschland im 2000 verboten wurde. Die Gruppen des «Combat 18»-Netzwerkes nennen sich „B&H/C18“ und nutzen die Grußformeln „C18/28“ und „318/28“. 318 steht für C18, die 28 für BH, «Blood & Honour». Die Selbstsicherheit, mit der «Combat 18» Deutschland auftritt, ist nicht nur mit Naivität und den typisch neonazistischen Allmachtsphantasien zu erklären. Einzelne Führungspersonen sind erfahrene Leute, die die Grundregeln konspirativen Handelns durchaus kennen. Und doch agieren sie so, als ob ihnen nichts passieren könne. Warum?

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Siehe auch: „Combat 18“-Reunion aufgedeckt

Rechtsrock mit dem III. Weg

Quelle: Blick nach Rechts

04.07.2018 – Am Samstag soll im thüringischen Kirchheim eine Veranstaltung mit brauner Musik und Rednern stattfinden.

Die neonazistische Splitterpartei „Der III. Weg“ begibt sich unter die Veranstalter einer Eventcharakter-Angebotspalette. Dazu offeriert man am 7. Juli im thüringischen Kirchheim („Erfurter Kreuz“) unter dem Motto „Jugend im Sturm“ den bekannten Mix aus Rechtsrock, Action, Geselligkeit und Indoktrination. Erwartet werden laut Anmeldung lediglich 300 Besucher. Der Veranstaltungsort ist den Organisatoren wohlbekannt, fanden doch bisher alle Bundesparteitage des „III. Wegs“ dort statt.

Beworben werden für Samstag Kampfsport, Armdrücken, Aktions- und Infostände, Reden, Rechtsrock und braune Balladen sowie eine Podiumsdiskussion mit den beteiligten Musikern über die Rolle von Rechtsrock. Dazu stellen die Veranstalter die Frage „Subkultur oder Propagandawaffe?“ Dieser Diskurs startete im Nachgang zur großen Rechtsrock-Veranstaltung „Rock gegen Überfremdung“ im Vorjahr im thüringischen Themar. Seitens des „Der III. Wegs“ kritisierte man mit elitärer Attitüde das Neonazi-Spektakel, zu dem mehr als 6000 Besucher kamen, als vorrangig kommerzielle Interessen verfolgendes Saufgelage unter nationalem Anstrich.

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Beschlagnahmung von Neonazi-Treffpunkt in Oberprex ist rechtmäßig

Quelle: BR

Die Enteignung des ehemaligen Neonazi-Treffpunkts in Oberprex im Landkreis Hof ist rechtmäßig. Das hat das Verwaltungsgericht Bayreuth nun entschieden. Die Klage der Hausbesitzerin ist damit abgewiesen.

2014 hatte das Innenministerium das rechtsextreme „Freie Netz Süd“ verboten. In diesem Zusammenhang wurde auch ein Haus im oberfränkischen Oberprex (Lkr. Hof), das als Treffpunkt diente, geschlossen und beschlagnahmt. Dagegen hatte die Hausbesitzern geklagt. Die Klage gegen den Freistaat Bayern wurde am Verwaltungsgericht Bayreuth aber abgewiesen. Die Hausbesitzerin könnte nun einen Antrag auf Zulassung der Berufung beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München stellen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann begrüßte das Urteil: „Es stärkt uns im Kampf gegen den Rechtsextremismus.“

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„Der III. Weg“ International

Quelle: Antifainfoblatt

Die Neonazi-Partei »Der III. Weg« unterhält gute Beziehungen ins Ausland – auch in Staaten wie Syrien und den Libanon. Dabei profitiert die Organisation teilweise von Verbindungen, die Aktivisten des verbotenen »Freien Netzes Süd« geknüpft haben.

Lange hat die neonazistische Kleinstpartei »Der III. Weg« nicht gewartet, um ihre ersten Auslandsbeziehungen aufzunehmen. Bereits kurz nach ihrer Gründung im September 2013 hat die Organisation erste Kontakte in andere Staaten geknüpft, darunter insbesondere in die osteuropäischen Länder Tschechien und Ungarn sowie nach Griechenland. So hat sich die Partei am 15. Februar 2014 prominent an einem Aufmarsch im tschechischen Karlovy Vary (deutsch Karlsbad) beteiligt, wo als Ersatz für die jährlichen Aktionen in Sachsen ein »Trauermarsch« unter dem Motto »Ein Licht für Dresden« durchgeführt wurde. Als Redner waren damals die Führungskader Tony Gentsch und Matthias Fischer sowie der Parteivorsitzende Klaus Armstroff aufgetreten.

Es blieb nicht der einzige Kontakt, den die Neonazis ins Ausland gesucht haben. Schon im Januar desselben Jahres hatte sich eine Delegation – ebenfalls unter der Begleitung von Armstroff – am sogenannten Imia-Marsch in Griechenland beteiligt. Die Demonstration wird von der neofaschistischen Partei »Chrysi Avgi« (Goldene Morgenröte, griechisch Χρυσή Αυγή) augerichtet und gilt als einer der größten Aufmärsche Europas. Sie bezieht sich auf den territorialen Streit zwischen Griechenland und der Türkei um die gleichnamige Insel, bei dem 1996 drei Mitglieder einer griechischen Hubschrauberbesatzung ums Leben gekommen waren. Die Goldene Morgenröte nutzt diesen Vorfall seit 1997 für ihre politischen Zwecke.

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Rückblick und Auswertung des Kampfsportturniers „Kampf der Nibelungen“ auf dem Neonazi-Festival „Schild & Schwert“ am 21.04.2018

Quelle: Runter von der Matte

Im Vorhinein des Turniers des „Kampf der Nibelungen“ (KdN) auf dem im ostsächsischen Ostritz ausgerichteten „Schild & Schwert-Festival“, war sich die extrem rechte Szene nicht eins, ob Kampfsport und RechtsRock zusammen funktionieren kann.

Die sich elitär gebende Neonazi-Partei „Der III.Weg“ beispielsweise distanzierte sich intern schon Wochen vor der Veranstaltung von selbiger, wohl im Hinblick auf das zu erwartende negative Bild des „Suff-Nazis“. Gegen ein solches Bild hatte sich die Partei schon nach dem „Rock gegen Überfremdung II“ im Juli 2017 in Themar ausgiebig ausgesprochen.

Auch die Verantwortlichen des KdN waren sich nicht sicher, ob sie Teil eines solchen Events sein wollen, verlautbarten jedoch in den sozialen Netzwerken, dass man „zusammen stehen“ müsse, damit die „Volksgemeinschaft funktionieren“ könne.

Im Rückblick auf das Turnier stellen wir erneut fest, dass sich Events wie der KdN immer mehr professionalisieren und in ihrer Struktur an Zuwachs gewinnen. Neben den seit Jahren involvierten Neonazi-Kampfsportmarken „White Rex“, „Greifvogel Wear“, „Black Legion“, „Sport Frei“ und „Pride France“ kamen nicht nur neue Marken wie „Blutzoll“ dazu, sondern auch Labels und Produktionen aus der RechtsRock-Szene, wie etwa „Wewelsburg Records“. Mit den Köpfen hinter diesem Geschäftszweigen gewann die Struktur zudem an Personen aus den Reihen der Neonazi-Bruderschaft „Hammerskins“. Diese schickte auch internationale Vertreter nach Ostritz um im Rahmen des KdN Aufgaben zu übernehmen.
Die enge Bindung des KdN zur extrem rechten Kleinstpartei „Die Rechte“, sowie zu Gruppen aus der „NS-Straight Edge“-Szene war abermals zu verzeichnen, während neue rechte Gruppen wie das „Rise Above Movement“ aus den USA zum ersten Mal an dem Event teilnahmen. Eine Expansion und weltweite Vernetzung wird auch dadurch ersichtlich.

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SS-Veteran und brauner Liedermacher

Für kommenden Samstag ist ohne nähere Ortsangabe im Großraum Leipzig ein „Zeitzeugenvortrag“ angekündigt. Im Anschluss daran spielt „FreilichFrei“ auf.

Am 5. Mai soll es im Großraum Leipzig einen „Zeitzeugenvortrag“ des Bielefelders Klaus Grotjahn (Jahrgang 1928) geben, der der 11. SS-Freiwilligen Panzergrenadierdivision „Nordland“ angehörte. Seine biografischen Erlebnisse gibt es seit Ende 2014 auch in Taschenbuchform, unter anderem als Hörbuch-Version vertrieben durch den Versand von Opos Records aus Lindenau.

Schilderungen, als er 1945 in russische Kriegsgefangenschaft geriet, verbreitete er bereits 2005 in der rechtslastigen Wochenzeitung „Junge Freiheit“. 2015 gastierte er im „Thinghaus“ der NPD in Grevesmühlen. 2016 war Grotjahn bei der Splitterpartei „Der III. Weg“ in Berlin als Vortragsredner eingeladen, im Folgejahr bei der „Burschenschaft Thuringia“ in Braunschweig. Als musikalischer Gast wird am 5. Mai zudem „FreilichFrei“, bürgerlich Maik Krüger, aus Zwickau angekündigt, der nach eigenen Angaben bereits am vergangenen Samstag in Mittelsachsen in die Saiten gegriffen hat.

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Gesinnungswandel oder Kalkül? Der Weg vom militanten Neonazi zur AfD

Quelle: Allgäu Rechtsaussen

Über die Mahnwachen für den Frieden in Kempten, Peter Felsers Unternehmen und seinen AfD-Kreisverband im Allgäu schaffte Jirka B. den Sprung in die »Abteilung für strategische Kommunikation« der AfD-Landtagsfraktion in Thüringen. Dass sein Weg aus der militanten Neonaziszene zur Neuen Rechten taktisch angelegt sein könnte, zeigen Chatprotokolle, die Allgäu ⇏ rechtsaußen exklusiv vorliegen.

Jirka B. arbeitete als Grafiker in Peter Felsers Unternehmen in Kempten und schaffte den Sprung in die »Abteilung für strategische Kommunikation« der Thüringer AfD-Landtagsfraktion unter Björn Höcke. Recherchen von Thüringen rechtsaußen zeigen, dass B. über Jahrzehnte eng mit der militanten Neonazi-Szene verbunden war. Allgäu ⇏ rechtsaußen liegen Chatprotokolle vor die zeigen, dass er sich längst nicht in jeder Situation von seiner Vergangenheit distanziert.

Hat sich B. gar aus taktischen Gründen vom Neonazismus weg hin zur sogenannten Neuen Rechten orientiert?

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„Neonazis“ bei der La-Familia-Fight-Night? Unisportzentrum beendet Zusammenarbeit

Quelle: Du bist Halle

Vor fünf Jahren stand die „La Familia Fight-Night“ schon einmal in den Schlagzeilen. Es gab zwei Brandanschläge auf den damaligen Veranstaltungsort, die Eissporthalle. Damals ging es, so hatte es die Polizei vermutet, um Auseinandersetzungen im Rockermilieu.

Und auch in diesem Jahr sehen sich die Veranstalter Kritik ausgesetzt. Diesmal kommt sie von einem Antifa-Bündnis. Das erklärt, dass sich unter den 32 Kämpfern mindestens fünf Neonazis befinden würden. Diese seien teilweise an den Angriffen auf den Leipziger Stadtteil Connewitz vor zwei Jahren beteiligt gewesen. Ein Sportler sei bis mindestens 2016 einer der führender Kader der neonazistischen Partei „Der III. Weg“ in Bayern gewesen, bewege sich seitdem im Umfeld der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ (IB).

Auch am Titel „Krieger des Nordens“ stören sich die Kritiker. Diese deute „auf ein seltsames Verständnis europäischer Geschichte hin, lässt aber reichlich Spielraum zur Interpretation. Diesen gibt es aber nicht mehr, wenn neonazistische Gewalttäter als vermeintlich neutrale Sportler präsentiert werden und sich als überlegene „Krieger des Nordens“ inszenieren können. “

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Rechtsstreit um Neonazi-Immobilie

Quelle: Der Blick nach Rechts

20.04.2018 – Das Verbot des Neonazi-Netzwerks „Freies Netz Süd“ beschäftigt erneut die Justiz. Im Juni muss das Verwaltungsgericht Bayreuth entscheiden, ob die begleitende Beschlagnahmung des Anwesens „Oberprex 47“ samt „Final-Resistance-Versand“ ebenfalls rechtmäßig war.

Nach langwierigen Vorermittlungen wurde im Juli 2014 das neonazistische Netzwerk „Freies Netz Süd“ (FNS) verboten. Die bayerischen Behörden erkannten in der militanten Vereinigung eine Nachfolgeorganisation der „Fränkischen Aktionsfront“ (FAF), die ihrerseits 2004 zerschlagen wurde. Zudem hätte das FNS eine Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus aufgewiesen sowie die „aggressiv-kämpferischen Bestrebungen“ fortgesetzt, die damals für das Verbot der FAF ausschlaggebend waren. (bnr.de berichtete) Neben dem Netzwerk samt Vermögen betraf die Maßnahme auch die Immobilie „Oberprex 47“ im Landkreis Hof und den „Final-Resistance-Versand“, der unter derselben Adresse ansässig war. Beide wurden organisatorisch dem FNS zugerechnet.

Das Verbot selbst erlangte inzwischen Rechtskraft, nachdem der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München eine entsprechende Klage der Neonazis abwies. In ihrem Urteil waren die Richter zu dem Schluss gekommen, dass das FNS zutreffend als Verein eingestuft wurde und als solcher verboten werden konnte. Die Neonazis hatten zuvor die Vereinseigenschaften bestritten, indem sie ihr Netzwerk lediglich als „Netzseite“ ausgegeben hatten. Doch mit der Entscheidung ist die juristische Auseinandersetzung, die das Verbot seither begleitet, noch nicht beendet.

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Rostock: Bewährungsstrafen im Thiazi-Prozess

Quelle: NDR

Im Prozess gegen drei Betreiber der ehemaligen rechtsextremistischen Internetplattform „Thiazi-Forum“ wurde am Donnerstag das Urteil gesprochen. Das Landgericht Rostock verhängte gegen die Angeklagten aufgrund ihrer Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung in Tateinheit mit Volksverhetzung Bewährungsstrafen von 19, 21 und 22 Monaten.

Volksverhetzende Musik zum Download

Der 69-Jährige und die beiden 42-jährigen Männer gehörten zur konspirativen Führung der Plattform. Sie ermöglichten Austausch und Abruf von NS-Symbolen und rechtsextremen Musikdownloads, aber auch gewaltverherrlichenden oder pseudowissenschaftlichen Texten, die den Holocaust als Erfindung bezeichnen.

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Naziwatch Dortmund Outing-Broschüre

Quelle: Indymedia

Hier ein Überblick über die Nazis aus Dortmund, damit alle rund um den 14.04. wissen, mit wem sie es zu tun haben.
Unser Blog ist momentan offline. Hier ein Überblick über die Nazis aus #Dortmund, damit alle rund um den 14.04. wissen, mit wem sie es zu tun haben. Ladet die Broschüre runter, schickt sie Freund*innen und ladet sie selbst hoch!
https://docs.zoho.com/file/6dl8o4ab268863a954ac690b79ff79c350e26
Wir bleiben weiterhin aktiv und sind bald wieder an anderer Stelle online. Stay tuned!

Quelle

Gesunder Geist, gesunder Körper und 32 Tonnen nicht-verzollter Tabak

Quelle: Runter von der Matte

Informationen und Einschätzungen zum Turnier des „Kampf der Nibelungen“ auf dem „Schild & Schwert“-Festival in Ostritz

Um ein „ultimative Politik Festival“ – wie der Veranstalter das zweitägige Neonazi-Event im April 2018 betitelt – tatsächlich attraktiv wirken zu lassen, muss auch der Aspekt des Kampfsports untergebracht werden.

Dass dafür niemand anderes als die bundesweit bestens vernetzte Neonazi-Kampfsportorganisation „Kampf der Nibelungen“ in Frage kommt, sollte in der extrem rechten Szene spätestens seit Herbst 2017 offensichtlich sein. In Kirchundem in Nordrhein-Westfalen zog das jährlich seit 2013 stattfindende Kampfsportturnier unter dem Label „Kampf der Nibelungen“ an die 800 Neonazis aus ganz Europa an. Ein Novum für solch ein konspirativ organisierte Event im deutschsprachigen Raum und auch ein Zeichen dafür, dass Kampfsport und Fitness nicht nur im gesellschaftlichen Mainstream im Trend liegen, sondern auch in der Neonazi-Szene an Faszination gewinnen konnte.

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Braune Kampfsport-Events

Quelle: Der Blick nach Rechts

06.04.2018 – Für den 9. Juni wird mit martialischer Rhetorik eine Kampfsport-Veranstaltung in Sachsen beworben. Kampfpaarungen soll es auch beim „Schild & Schwert-Festival“ Ende April im sächsischen Ostritz geben.

Martialische Kampfsport-Veranstaltung im Juni; (Screenshot)
Ob auf der Matte oder im Ring, reine Kampfsportveranstaltungen der extrem rechten Szene finden immer mehr Zulauf. Das wachsende Interesse spiegelt nun auch ein Event am 9. Juni in Sachsen wider, das den Namen „Tiwaz“ trägt – die nordische Rune für den Gott Tyr als Symbol für Mut, Ruhm und Kraft.

Der genaue Ort der Zusammenkunft wird nicht preisgegeben. Neben Freefight-Kämpfen soll es am 9. Juni auch Boxduelle geben. Für das braune Spektakel wird bereits im Vorwege mit martialischer Rhetorik die Werbetrommel gerührt. Da heißt es beispielsweise „Frauen vergießen Tränen, Männer vergießen Blut!“

„Fleisch aus Stahl geschaffen“

Mehrere rechte Szenelabel, die Sportbekleidung und entsprechende Ausrüstung anbieten, unterstützen die Organisatoren. Dazu gehören Black Legion (Martin Seidel, Cottbus), Greifvogel Wear (Sebastian Raack, Lindenau), Pride France (Tomasz Szkatulski aus Frankreich) und Wardon. Ebenfalls werden die auch von den „Hammerskins“ mitorganisierte Veranstaltungsreihe „Kampf der Nibelungen“ aus dem Raum Dortmund sowie der Sonnenkreuzvertrieb von Frank Kraemer aus Eitorf als Unterstützer genannt. Auch Wardon mit seiner Maxime des sportlichen Körperkults in Anlehnung an den Nationalsozialismus bedient sich der martialischen Sprache und schreibt auf seiner Facebook-Seite: „Für Wardon ist es eine Selbstverständlichkeit, dort Unterstützung zu leisten, wo Fleisch aus Stahl geschaffen wird.“ Pride France-Gründer Szkatulski, selbst Kampfsportler, kündigt bereits an: „Pride France come with fighter“.

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Extrem rechte Umtriebe in der Oberpfalz: Die „Prollcrew Schwandorf“

Quelle: Störungsmelder

Unter dem Namen „Prollcrew Schwandorf“ firmiert in der Oberpfalz seit 2012 eine Gruppierung, die sich nach Kräften als unpolitisch inszeniert. Dabei nimmt die Vereinigung seit mehreren Jahren regelmäßig an einschlägigen neonazistischen Aktionen teil.

Militant und sportbegeistert: Mit diesem Profil präsentiert sich eine Gruppierung namens „Prollcrew Schwandorf“ auf Facebook. „Wir stehen auf Fußball und Gewalt“, heißt es dort, „auf Freundschaft und Zusammenhalt.“ Ihrem Selbstbild folgend handelt es sich um eine unpolitische Vereinigung, die eine gemeinsame Leidenschaft für Sport teilt. Dies verbinde sie mit regelmäßigen Freizeitaktivitäten sowie mit gelegentlichen Auslandsreisen, insbesondere in verschiedene europäische Staaten. Auf den ersten Blick unterscheidet sich ihr Auftreten kaum von dem anderer Organisationen dieser Art, die die sozialen Netzwerke zur eigenen Profilierung entdeckt haben.

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Verfassungsschutz: Deutsche Neonazis haben Kontakte zu britischen Terroristen

Quelle: Vice-Magazin

Mehrere Mitglieder von „National Action“ sitzen inzwischen in Haft.

Es gibt Urlauber, die ihre Sorgen zu Hause lassen und einfach nur entspannen wollen. Und dann gibt es andere, die ihre allerschlechtesten Qualitäten mit auf die Reise nehmen – nennen wir sie Hasstouristen. Zu letzterer Gruppe gehören die Mitglieder der britischen Neonazi-Gruppe „National Action“, die am 1. Mai 2016 ins sächsische Plauen fuhren. Gemeinsam mit etwa 900 Neonazis nahmen sie an einer Kundgebung der rechtsextremen Kleinpartei „Der III. Weg“ teil. Im Laufe der Veranstaltung attackierten einige der Rechten Polizisten und Gegendemonstranten mit Pyrotechnik, Steinen, Flaschen und Fahnenstangen. Zwei Mitglieder der britischen Gruppe, die gegen Juden, Schwule und Ausländer hetzt, zeigten im gleichen Monat im Krematorium der KZ-Gedenkstätte Buchenwald den Hitlergruß und verbreiteten Fotos davon im Netz.

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Versteckspiel mit schlechter Tarnung

Via Sachsen-Anhalt Rechtsaussen:

Identitärer Rapper Komplott nutzt Proberaum von Magdeburger Rechstrockbands

AfD-Abgeordnete gründeten mit Rechtsrockmusikern und Neonazis eine Burschenschaft
Nachdem im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass der Identitäre-Rapper Komplott nicht aus Halle kommt und sich hinter diesem Namen der Neonazi Patrick Bass aus Heidelberg verbirgt, wurde es scheinbar kurz ruhig um den von IB-Faschisten gefeierten Künstler des „identitären Rap“. Nach der Veröffentlichung verließ Bass Berichten zufolge fluchtartig seine Wohnung und löschte verschiedene Accounts in sozialen Medien. Einige Monate später war Komplott wieder bei Instagram und Facebook aktiv. Am 22. Oktober 2017 veröffentlichte der Leipziger Identitäre Alexander „Malenki“ Kleine ein Video mit dem Rapper auf seinem Youtube-Kanal. Zu Beginn, um das folgende Interview anzukündigen, steht Kleine mit seinem Hund auf einem Hinterhof und gibt an „tief irgendwo in Dunkeldeutschland“ zu sein. Im Hintergrund ist die alte Diamantbrauerei in Magdeburg zu erkennen. Wenig später sind Kleine und Bass in einem Bandproberaum zu sehen. Es handelt sich um den Proberaum der Rechtsrockbands Mortuary, Painful Life und Agharta.

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Neonazi-Ritual in Budapest

Quelle: Blick nach Rechts

Budapest – Für das Balladenkonzert am 9. Februar in Budapest zum Auftakt des diesjährigen braunen „Tages des Ehre“ ist der deutsche Liedermacher „Phil“ von „Flak“ angekündigt. Der ursprünglich beworbene Auftritt der Gelsenkirchener Combo „Sturmwehr“ wurde indes abgesagt.

Der jährlich von der rechten Szene Ungarns begangene „Tag der Ehre“ mit jeweils europäischer Beteiligung erfährt zum wiederholten Mal im von der „Blood&Honour“-Sektion Ungarn organisierten Musikprogramm auch einen deutschen Beitrag. Angekündigt wird der Liedermacher „Phil“ von „Flak“ aus dem Rheinland. Der seit längerem beworbene Auftritt der Band „Sturmwehr“ wurde hingegen abgesagt.

Am 9. Februar soll ein Balladenkonzert in Budapest den Auftakt zum diesjährigen Neonazi-Gedenktag bilden. Neben dem Bonner Philipp Neumann von „Flak“ werden die „Dixie Freedom Fighters“ aus Ungarn beworben. Einen Tag später stehen dann mehrere Rechtsrock-Bands auf der Bühne.

Vorgesehen war auch die Gelsenkirchener Combo „Sturmwehr“, doch Bandgründer Jens Brucherseifer sagte den Auftritt jetzt kurzerhand ab – wegen „interner Unstimmigkeiten“. Er fügt hinzu: „Bei Martin und meiner Wenigkeit geht es jedoch trotzdem munter weiter.“ Mit Martin ist Martin Böhne gemeint. Akustik-Auftritte als Duo werden nicht gecancelt. Demzufolge fehlt es der Band vorerst an einem Schlagzeuger, der Part, der zuletzt von Patrick Gerstenberger ausgefüllt wurde.

Zum internationalen Rechtsrock-Programm am 10. Februar in Budapest gehören unter anderem die Bands „Sokyra Peruna“ aus der Ukraine, „Nemini Parco“ aus Spanien sowie „Feher Vihar“ und „Töretlen Hittel“ aus Ungarn.

Beim „Tag der Ehre“ wird alljährlich die Schlacht um Budapest von 1945 unter Beteiligung der deutschen Wehrmacht und der Waffen SS gegen Truppen der Roten Armee heroisiert. Neben den Konzerten gehören ein Gedenkmarsch und eine Gedenkfeier mit zuletzt weit über 1000 Teilnehmern zum Ritual der rechtsextremen Szene. In den vergangenen Jahren nahmen auch Abordnungen von NPD und „Der III. Weg“ an dem braunen Meeting am zweiten Februar-Wochenende teil. (hf)

Quelle

Ein Neonazi als Kickboxtrainer

Quelle: Antifa Recherche Potsdam & Umland

Eindrücklich beschreibt die aktuelle Kampagne „Runter von der Matte – Kein Handshake mit Nazis“, wie die neonazistische Kampfsportszene aufgestellt ist und wie wichtig es ist, wachsam zu bleiben, wenn Rassist_innen und Neonazis Kampfsport betreiben. Vorstellungen wehrhafter Männlichkeit und völkisch-rassistisch imaginierter Körperkult – so können Neonazis ihre sportlichen Aktivitäten ideologisch aufladen und sich einen „tieferen“ Sinn einreden.

Gerade Kampfsport oder Kampfkünste sowie Selbstverteidigungstechniken können, durch die Propagierung einer vermeintlichen „Überfremdung“, dem „Schutz des eigenen Volkes“ oder der „Verteidigung“ wahlweise Deutschlands oder Europas, popkulturell und niedrigschwellig politisch instrumentalisiert werden. Unter dem Deckmantel des Sportes können so neonazistische Modelabels Geld verdienen und auf Kampfsportevents der Neonazi- Szene wird sich vernetzt.

Auch in Potsdam sind Ausprägungen dieser Szene, oft gemischt aus Neonazis, Sicherheitsgewerbe und Rocker-Strukturen, zu beobachten. In der Vergangenheit fanden in der Stadt mehrere Events mit Beteiligung dieser Mischszene statt. Aber auch in einem vermeintlich seriöseren Milieu, dem universitären Kontext, ist es Neonazis möglich, sich entsprechend zu betätigen – als Trainer ist beispielsweise der langjährige Neonazi Tom F. im Zentrum für Hochschulsport der Universität Potsdam engagiert. Hier leitet er jeden Dienstag und Freitag Kickbox-Kurse.

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