Archiv der Kategorie 'Nazistrukturen bundesweit'

„Sturm 18“ verboten

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

Das hessische Innenministerium hat die Neonazi-Kameradschaft „Sturm 18“ in Kassel verboten. Die Mitglieder sollen hunderte Straftaten begangen haben.

Die Behörde überreichte den Funktionären der Neonazi-Gruppe am heutigen Donnerstag die Verbotsverfügung. Seit Sommer vergangenen Jahres war „Sturm 18“ als Verein in Kassel eingetragen. Offiziell war er als „Kultur-, Sport-, Familien-, Gefangenenhilfe- und Förderverein“ am 20. April 2014 – dem 125. Geburtstag Adolf Hitlers – gegründet worden. Bereits am 20. April 1999 gab es eine erste Gründungsversammlung von „Sturm 18“ in Bad Segeberg. Laut der Webseite der Kameradschaft unterhielt sie Ortsgruppen in mehreren Städten. Der Schwerpunkt der Aktivitäten lag jedoch in Nordhessen, wo die Gruppe über einige Dutzend Mitglieder verfügte.

Der Verein „richtet sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung und den Gedanken der Völkerverständigung“, sagt Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU). Knapp 300 Straftaten gingen laut Polizei auf das Konto der „Sturm 18“-Mitglieder. Neben dem „Präsidenten“ Bernd T. waren René S. als sein Stellvertreter, Sascha R. als „Finanzbeauftragter“ und Lars J. als Schriftwart im „Sturm 18“-Vorstand tätig. Der knasterfahrene Neonazi T. sitzt seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft. Ihm wird unter anderem Freiheitsberaubung und Nötigung vorgeworfen. S. war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil er in einem Heidelberger Flüchtlingsheim als Wachmann arbeitete.

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Heidi und die Brandstifter

Via „Zeit Online“:

Sie stammt aus einer Familie von treuen Nazis, als Kind wurde sie in geheimen Lagern gedrillt. Ihre früheren Kameraden zündeln heute bei NPD und Pegida. Heidi Benneckenstein hat sich anders entschieden.

Und dann schlägt sie zu. Sie prügelt auf seinen Bauch ein, auf seine Arme und Hände, immer wieder auf die Hände, damit er endlich seine verdammte Kamera loslässt. Sie drückt ihn an die Wand und tritt ihm in die Hoden. Dann sieht sie zu, wie ihre Kameraden den Rest erledigen. Wie 30 Männer und Frauen wie von Sinnen auf einen Mann eintreten, der sie fotografiert hat. Wie sie ihm die Rippen brechen, ihm fast das Leben nehmen. Heidi hat kein Mitleid mit ihm.

„Der Kerl war für mich menschlicher Abgrund“, sagt sie. Und die zersplitterte Kamera, in unzähligen Teilen auf dem Boden verstreut, war ihre Trophäe, einem „Zeckenfotografen“ abgerungen. Die Trophäe eines 16 Jahre alten Mädchens, das den Holocaust leugnete.

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Aachen: Nachtrag zur Neonaziparty am 5.9.2015 in Heinsberg

Via „Indymedia Linksunten“:

Nachtrag zur Neonazi-Party Anfang September 2015 in Heinsberg bei Aachen. Anwesend waren etwa 50 Neonazis aus Aachen, Heinsberg, dem Rheinland, dem Ruhrgebiet und den Niederlanden.

Am 5.9.2015 fand ein einige Tage vorher beworbenes Konzert des „Die Rechte Aachen-Heinsberg“ Ablegers Syndikat 52 in Heinsberg statt. Bei Syndikat 52 handelt es sich nicht um eine eigenständige Organisation, dieselben Neonazis die die Partei Die Rechte in Aachen/Heinsberg stellen, sind es auch, die Syndikat 52 ins Leben gerufen haben. Allerdings fällt auf, dass S52 kurz nach der Haftentlassung eines der Anführer der 2012 verbotenen Kameradschaft Aachener Land, Denis Unruh, das erste Mal das Licht der Öffentlichkeit erblickte.

Das Konzert mit anschließender Party fand in Heinsberg im „Pub 44“, Waldfeuchter Straße 44 statt. Diese Location ist eine ehemalige Kneipe, die von den Besitzer_innen vermietet wird.

Nach einem Auftritt von Makss Damage, alias Julian Fritisch, der musikalisch von dem Aachener Neonazi Timm Malcoci begleitet wurde, feierten die Neonazis noch in der Kneipe. Anwesend waren verschiedene Gäste aus Aachen und Umgebung, einige aus dem Rheinland, darunter der Düsseldorfer Sven Skoda, einige Neonazis aus den Niederlanden sowie einige aus dem Ruhrgebiet, etwa aus Duisburg. Aus den von S52 veröffentlichten Bildern geht hervor, dass nicht mehr als 50 Teilnehmende anwesend waren. Einer der Feierenden wurde in Presseberichten als verwandt mit den Besitzer_innen der Kneipe bezeichnet. Zudem zeigte sich, dass er mit Timm Malcoci befreundet ist. Damit ist wohl auch klar, wie die Aachener und Heinsberger Neonazis an die Location kamen. Auch wenn der Mann in genannten Presseberichten als „nicht rechts“ bezeichnet wird, ist es nicht nachvollziehbar, wie man eine Party von Neonazis nicht nur unterstützen, sondern auch noch bis zum Ende mit feiern kann, ohne das auffällt, wer dort feiert.

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Nach Razzia in Bamberg: Rückführungszentrum offenbar Anschlagsziel

Der „BR“ berichtet:

Nach den Festnahmen dreier Rechtsradikaler in Bamberg hat die Staatsanwaltschaft erste Ermittlungsergebnisse bekannt gegeben. Die Mitglieder der Partei „Die Rechte“ hatten offenbar fremdenfeindliche Anschläge in Bamberg geplant.

Die Staatsanwaltschaft Bamberg und die Polizei haben am Donnerstagnachmittag (22.10.15) gemeinsam über die Razzia am Mittwoch gegen insgesamt 13 Mitglieder rechtsextremer Gruppierungen informiert. Elf Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 20 und 36 Jahren wurden festgenommen. Fünf von ihnen sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Balkanzentrum mögliches Ziel

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass zwei Asylbewerberunterkünfte in Bamberg, darunter das sogenannte Rückführungszentrum für Balkan-Flüchtlinge, konkrete Ziele für Sprengstoffanschläge waren. Möglicherweise sei der Anschlag für den 31. Oktober geplant gewesen. An diesem Tag soll eine großangelegte Demonstration vor dem Rückführungszentrum stattfinden.

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Siehe auch: Razzia bei Neonazis der Partei “Die Rechte”

Zollbeamter betreibt Nazi-Feriendorf

Ein Beamter des Zolls führt gemeinsam mit seiner Frau das ‚Niederschlesische Feriendorf‘. Die Bungalowsiedlung am Quitzdorfer See in der Nähe von Görlitz ist bei Rechtsextremen beliebt. Das berichtet die Wochenzeitung DIE ZEIT in ihrer aktuellen Ausgabe. Der Zollbetriebsinspektor Helge Redeker ist seit drei Jahrzehnten in der rechten Szene aktiv. Seit 2001 finden auf dem Gelände des Feriendorfs Veranstaltungen aus dem rechten Spektrum statt. Neben Treffen rechter Kameradschaften, Konzerten der rechtsextremistischen Band ‚Sleipnir‘, der Rechtsrocker ‚Sturmwehr‘ oder ‚Brutal Attack‘ oder des “Nazi-Liedermachers” Frank Rennicke, fanden immer wieder Veranstaltungen von NPD, deren Jugendorganisation ‚Junge Nationaldemokraten‘ (JN) oder der mittlerweile als verfassungsfeindlich verbotenen ‚Heimattreuen Deutschen Jugend‘ (HDJ) auf dem Gelände statt. Im Jahr 2011 löste die Polizei ein Treffen von JN-Anhängern auf, weil der Verdacht einer HDJ-Nachfolgestruktur vermutet wurde. Das Hauptzollamt Rosenheim wollte sich auf Anfrage nicht zu den rechten Aktivitäten seines Beamten im mittleren Dienst äußern.

via zeit: Zollbeamter betreibt Nazi-Feriendorf

»Die Rechte« expandiert

Neofaschistische Konkurrenz dehnt sich von West nach Ost aus und könnte der altbackenen NPD den letzten Schlag versetzen. Neuer Landesverband in Thüringen. Die neofaschistische Partei »Die Rechte« könnte sich zu einer ernsthaften Konkurrenz für die NPD entwickeln. Letztere steckt seit Monaten in einer ihrer tiefsten Existenzkrisen, derweil gründete »Die Rechte« am 11. Juli einen neuen Landesverband. Diesmal in Thüringen. Wie die Internetseite »Thüringen rechtsaußen« berichtete, wurde der Neonazi Bert Müller zum Landesvorsitzenden gewählt, Marco Kern zu seinem Stellvertreter, Kevin Kern zum Schatzmeister und Jörg Krautheim aus Gera zum Landesgeschäftsführer. Zum »Landesorganisationsleiter« wurde Michel Fischer aus Tannroda bestimmt – ein Gewalttäter, der erst im vergangen Jahr zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war, weil er gemeinsam mit seinem Vater ein 13jähriges Kind verprügelt hatte. Während die NPD aktuell mit Personalquerelen, finanziellen Engpässen und dem laufenden Verbotsverfahren zu kämpfen hat, versucht »Die Rechte« sich zunehmend als radikalere Kraft in Stellung zu bringen. Und dies nicht ohne Erfolg. So gilt Nordrhein-Westfalen als Keimzelle der noch jungen Partei. Infolge des im August 2012 vom dortigen Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) erlassenen Verbotes verschiedener »Kameradschaften« – unter anderem der militanten »Kameradschaft Aachener Land« und des »Nationalen Widerstandes Dortmund« – hatte »Die Rechte« in NRW erste Kreisverbände gegründet. Unter dem Schutz des Parteiengesetzes setzten die Neonazis aus den Kameradschaften ihre Offensive fort und umgingen so das Verbot gekonnt. Heute gilt die Ruhrgebietsmetropole Dortmund als ihre Hochburg in Westdeutschland. Mittlerweile vergeht kaum eine Woche, in der Neonazis aus der Partei »Die Rechte« nicht gegen Flüchtlinge aufmarschieren oder mit Provokationen öffentliche Aufmerksamkeit einheimsen. Etablierte Politik, Polizei und Inlandsgeheimdienste lassen sie nahezu ungestört agieren und begnügen sich mehrheitlich mit Empörungsgesten. Der aktionistische harte Kern der rechten Parteigänger besteht in Dortmund aus knapp über 60 Personen. Das Mobilisierungspotential liegt deutlich darüber. Eine Ausstrahlungskraft übt »Die Rechte« vor allem auf jüngere Neonazis aus.

via jw: »Die Rechte« expandiert

[HH] Auswertung zum 12.09.

Via „Indymedia Linksunten“:

Der „Tag der Deutschen Patrioten“ am 12.09.2015 verlief nicht so, wie die Neonazis es geplant hatten. In einem Eilverfahren entschied das Bundesverfassungsgericht in der Nacht zu Samstag, dass der „Tag der deutschen Patrioten“ verboten bleibt. Trotz des Verbots erschienen an diesem Tag einige Neonazis in Hamburg.

Der Orga-Kreis koordinierte etwa 30 meist voll besetzte Autos und etwa 200 Neonazis die mit dem Zug unterwegs waren zwischen Hamburg, Bremen und Kirchweyhe. Inklusive der dezentralen Aktionen waren am 12.09. innerhalb Deutschlands etwa 500 Neonazis unter dem Motto „Tag der Deutschen Patrioten“ unterwegs.

Im Vorfeld der Demonstration wurden laut Thorsten de Vries‘ Aussage bereits um die 500 polizeiliche Aufenthaltsverbote für Neonazis und rechte Hooligans in ganz Deutschland ausgestellt. Außerdem hätten Busunternehmen sieben bereits gebuchte Busse, die aus Süddeutschland kommen sollten, abgesagt, sodass Neonazis aus dem Raum Süddeutschland eine 16-stündige Zugfahrt auf sich hätten nehmen müssen, um an einer verbotenen Veranstaltung in Hamburg teilzunehmen. Was De Vries‘ von den unflexiblen Kameraden hält, äußerte er zuvor in hier sichergestellten Sprachnachrichten (1).

In Anbetracht eines drohenden Verbotes riefen sowohl de Vries als auch Marcel Kuschela bereits Tage zuvor dazu auf, dennoch nach Hamburg zu reisen. Am Freitag Nachmittag, vor Verkündung des endgültigen Verbotes, verbreitete die Orga-Truppe ihren Plan B: „Moin moin, Hamburg wird natürlich weiter bis ins letzte Gericht geklagt, wenn wirklich etwas nicht so laufen sollte wie wir es möchten dann wird Plan B greifen. Plan B wurde auf dem Orgameeting in Hamburg ohne Handys besprochen, und wie der Plan läuft wissen nur die Leute die in diesem Zimmer saßen. Die Anreise wäre für alle fast die selbe und die Reisegruppen werden einwenig umgeleitet. Also es heißt natürlich weiterhin: ALLES FÄHRT RICHTUNG HAMBURG !“

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Bürgerwehr gegen Flüchtlinge – Neonazis spielen Blockwarte

In Schwanewede patroullieren Bürger durch den Ort, um Flüchtlinge abzuschrecken. Angeführt werden sie vom Sänger einer Neonazi-Band. Langsamen Schrittes marschieren die acht Männer durch die leeren Seitenstraßen des nächtlichen Wohngebiets. Mit ihrer dunklen Kleidung sind sie kaum zu erkennen, nur der Strahl einer Taschenlampe ist zu sehen, mit dem einer von ihnen mal hierhin, mal dorthin zu den Häusern hinüber leuchtet.

Mehrere Stunden war der Trupp am Donnerstagabend so in Schwanewede unterwegs, dem niedersächsischen Nachbarort von Bremen-Blumenthal. Die Männer gehören zu einer selbst-erklärten „Bürger-Patrouille“ und werden von dem Neonazi Dennis Z. angeführt. Seit einigen Tagen treffen sie sich und auch für Montagabend haben sie sich wieder für einen Streifzug verabredet: immer rund um die ehemalige Lützow-Kaserne. Über 1.200 Flüchtlinge sind hier seit Mitte September untergebracht: Menschen aus Syrien, dem Irak, Familien mit Kindern. Doch nicht von allen werden sie willkommen geheißen: Mittlerweile sind es knapp 750 Menschen, die sich in einer Facebook-Gruppe organisiert haben, um „Klartext“ reden zu können – gegen Flüchtlinge in Schwanewede. Der Bremer Neonazis Markus Privenau oder der NPD-Politiker Sascha Humpe sind ebenso dabei wie die Blumenthaler „Bürger in Wut“ Fritjof Balz und Mark Runge. Es ist eine Art Export der rechten Bürger-Initiative, die schon in Bremen-Blumenthal gegen Flüchtlinge Stimmung machte. Vor ein paar Tagen dann formulierte Dennis Z. in der Facebook-Gruppe die Idee einer „Bürger-Patrouille“, um wegen der Flüchtlinge „für Abschreckung“ zu sorgen. Z. wohnte früher in Schwanewede und ist Sänger der Bremer Neonazi-Band „Strafmass“. Seit die Band 2008 gegründet wurde, wird sie jedes Jahr im Bremer Verfassungsschutzbericht erwähnt: Strafmass sehe sich in der Tradition der militanten Neonazi-Gruppe „Combat 18“, heißt es da. (…) In manchen Facebook-Beiträgen wird die Aggressivität deutlich: Eine Frau schreibt von „Gegenwehr“, ein anderer davon, dass er Pfefferspray und ein „Not Welcome Refugee Aluminium“ im Auto habe – wohl eine Schlagwaffe. Am Montagmorgen dann bekannte ein Mitglied, dass Leute, „die Heime anzünden, ohne dass Menschen zu Schaden kommen, mit Orden ausgezeichnet werden“ sollten – ein Kommentar, der nur kurz online war.

via taz: Bürgerwehr gegen Flüchtlinge – Neonazis spielen Blockwarte
Siehe auch: Deutsche Sittenwächter mit Rechtsdrall
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„Yakuza“ — das neue „Thor Steinar“?

Das „Antifa Infoblatt“ berichtet:

Im Kleinstvertrieb 2004 in Bautzen von Markus Eisold und Bertram Krause unter die Leute gebracht, ist das Label „Yakuza“ heute, elf Jahre später, kaum noch aus dem Sortiment unzähliger Streetwear-Läden wegzudenken. Bereits damals erfreute sich das Label großer Beliebtheit bei Neonazis und Hooligans, vorrangig in Sachsen. Nicht nur durch ihr martialisches Design fügt sich „Yakuza“ in die Palette der Lifestyle-Klamotten, zwischen dem Cottbusser „Label 23“, „Thor Steinar“ und „Brachial“ aus Zwickau. Das Bautzner Label und deren Vertriebsstruktur weist ebenso erkennbare Bezüge in neonazistische Kreise auf.

Laut Szene-Insidern und Sicherheitsbehörden gehörte Markus „Mick Mark“ Eisold Anfang der 2000er zum Umfeld der 1993 gegründeten sächsischen „Hammerskin“- Sektion „East Saxon Hammerskins“, später „Saxon Hammerskins“, unter der Führung von Mirko Hesse, gegen die zeitweilig we­gen Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung nach §129 StGB ermittelt wurde1.

Bei einer Durchsuchung des Computers von Hesse sollen Ermittler u.a. auf ein Foto von Markus Eisold gestoßen sein. Es zeigt ihn, damals schon Tättowierer in Bautzen und bis heute hauptverantwortlich für das Design von „Yakuza“, im engen Kreise mit sächsischen „Hammerskins“. So verwunderte es die Ermittler vermutlich kaum, dass Eisold Anfang Juli 2002 zusammen mit seiner Freundin und Sandro W. aus Bautzen den inhaftierten Hesse in der JVA Dresden besuchte. Für gesteigertes Interesse dürfte jedoch gesorgt haben, dass Hesse hier u.a. äußerte, auf einen Mitarbeiter der „SOKO Rex“ des LKA Sachsen solle ein „Killerkommando“ angesetzt werden. Eisold selbst habe den Ermittlern damals nur gesagt, dass er Hesse zwei gekreuzte Hämmer, die Insignien der „Hammerskins“, tättowiert und dass er ihn auf Konzerten getroffen habe.

Teil der „Hammerskin“-Gruppe um Hesse war auch Martin Schaffrath. Schaffrath selbst ist in der Region kein unbeschriebenes Blatt: Ex-Mitglied der „Skinheads Sächsische Schweiz“ (SSS), verurteilter „Gewalttäter Sport“ und bis 2012 NPD-Stadtrat in Stolpen. Sein Laden „The Store“ in Pirna (ehemals „Crime-Store“) soll laut Augenzeugen-Berichten auch als Rückzugs- und Sammelpunkt für Neonazis nach bzw. vor Auseinandersetzungen gedient haben. Der Laden hatte sich bis vor Kurzem vornehmlich auf den Verkauf von „Thor Steinar“-Klamotten konzentriert. Dann, zur Zeit als Markus Eisold die Umstrukturierung und Öffnung der Marke „Yakuza“ für eine breite Kundschaft beschloss, verschwand ab 2012 „Thor Steinar“ immer mehr. In Schaffraths Geschäft nahm stattdessen „Yakuza“ Einzug – nebst der in der rechten Szene beliebten Marke „Label 23“.

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Hammerskin Roland: Tod eines Spitzels

Die „Autonome Antifa Freiburg“ hat mal wieder hervorragende Recherchearbeit geleistet. Es ist mehr als erschreckend, wie hier staatliches Zusammenspiel mit „Hammerskin“–, „Blood & Honour“–, „Rocker“– und Rechtsterrorismusstrukturen offengelegt wird:

Roland Sokol, geboren am 19.06.1972 und zuletzt wohnhaft In den Schneidergärten 79 in 76307 Karlsbad bei Karlsruhe, war seit Ende der 1980er Jahre einer der Protagonisten der badischen Naziskinhead-Szene. Er starb am 22.09.2015 an Krebs. In pathetischen Nachrufen vor allem auf Facebook-Pinnwänden beklagten seine „Kameraden“ sein Ableben und rühmten ihn als einen der letzten Naziskinheads, der der „Bewegung“ über lange Jahre hinweg treu geblieben sei. Roland Sokols Nazikarriere verlief über seine Sozialisation im Naziskin-Milieu der frühen 1990er Jahre und als Bassist der Szeneband „Triebtäter“, über Hooliganaktivitäten von „Destroyers Karlsruhe“ bis HoGeSa, als Besucher und teilweise Organisator von hunderten Nazikonzerten im In- und Ausland, über Aktivitäten bei der „Karlsruher Kameradschaft“, bei „Blood & Honour“ und der „Endstufe-Crew“ bis hin zu seiner Mitgliedschaft bei den „Hammerskins“. Sokol pflegte regen Kontakt zu hunderten von Bekanntschaften auch überregional und international, darunter dutzende Szenegrößen in ganz Deutschland und war stets auf dem aktuellen Stand der Entwicklungen und Diskussionen der Nazikameradschafts-Szene. Was bisher nicht bekannt ist: Roland Sokol war V-Mann des Verfassungsschutzes.

Kompanielied: „Blut muss fließen“

Abseits seiner Naziaktivitäten verlief Roland Sokols Leben recht ereignislos. Seine Eltern brachen im Jahr 1990 den Kontakt zu ihm ab, nachdem er sich für ein Leben als Naziskinhead entschied: „ich wurde vor 21 Jahren von meinem Vater vor die Wahl gestellt: Entweder Haare normal und Einstellung auch, oder verschwinden. Bin gegangen.“ Seine Zeit bei der Bundeswehr als Panzergrenadier der Kompanie 5./294 in Stetten am kalten Markt behielt der Hauptgefreite Sokol in Erinnerung: „Ich war von Juli ’91 bis Juni ’93 dabei, aber Mannschaftsdienstgrad. Kein Streß und den BCE hab ich da auch gemacht. Der MAD hat ganz schön abgekotzt. Der Großteil der Kompanie dachte rechts. Und: Blut muss fließen von Tonstörung war unser Kompanielied, das haste aus jeder Stube gehört :-) “. Er lernte Offsetdrucker und wechselte in seinen letzten Lebensjahren zwischen Hartz IV und kurzzeitigen Anstellungen als Industriemeister für digitale Druck- und Printmedien hin und her. Zwischenzeitig versuchte er sein unregelmäßiges Einkommen durch den wenig lukrativen Nazi-Onlinehandel „Patria-Versand“ aufzubessern. Nach seiner Trennung 2006 von seiner damaligen Ehefrau Stefanie Sokol, geb. Grün, lebte er meist allein, die gemeinsame Tochter sah er nur sporadisch. Trotz kurzzeitiger Anstellungen in Düsseldorf, Bremen oder der Schweiz blieb die Karlsruher Region sein Lebensmittelpunkt.

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Siehe auch: Rechtsextremismus in Deutschland: Abschied eines Spitzels
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Online-Geschäft lebt wieder auf

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Tostedt –Einschlägige Tonträger, szenetypische Bekleidung und andere entsprechende Utensilien sind seit mehreren Wochen nun wieder in Tostedt (Landkreis Harburg) zu bestellen.

Laut Impressum von Streetwear Tostedt ist jetzt Denny Reitzenstein für die Geschäfte verantwortlich – eine ebenso schillernde Figur im rechtsextremen Spektrum wie der bisherige Betreiber unter dem nicht veränderten Namen des Onlinehandels, Stefan Silar. Letzterer hatte bis zum 31. Januar 2013 über Jahre in dem Ort in Nordniedersachsen neben dem Versandhandel auch ein Ladengeschäft, das zugleich als Treffpunkt für Neonazis diente. Silar hatte stets gute Drähte zu Organisatoren von Rechtsrock-Konzerten. Manch einer sagte ihm nach, sogar selbst in dem Bereich als Strippenzieher zu fungieren.

Der aus Buchholz stammende Reitzenstein, der auch der dort neonazistischen „Aktionsgruppe Nordheide“ zuzuordnen ist, rückte vor zwei Jahren in den Fokus des Generalbundesanwalts, als dieser wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung gegen sechs Aktivisten eines deutsch-niederländisch-schweizerischen Quartetts namens „Werwolf Kommando“ ermittelte. Anlass waren dabei offenbar auch Erkenntnisse aus einer im März des Jahres angeordneten Hausdurchsuchung bei dem Buchholzer, die nach Feststellung seiner Personalien im Zuge eines nächtlichen Marsches mit Masken durch Hamburg-Harburg als Beitrag der bundesweit propagierten „Unsterblichen“-Kampagne erfolgte. Zu diesem Zeitpunkt wurde Reitzenstein noch der vorwiegend von Hamburg aus operierenden „Kameradschaft Weisse Wölfe Terrorcrew/Hamburger National-Kollektiv“ zugerechnet. Der Terrorismus-Vorwurf des Generalbundesanwaltes ließ sich aber nicht aufrecht erhalten. Ganz hat Silar die Geschäfte dann offenbar aber doch nicht seinem rund zehn Jahre jüngeren Nachfolger überlassen, läuft die Domain der Homepage doch noch immer unter seinem Namen. (hf)

Quelle

Thüringer AfD demonstriert gemeinsam mit Neonazis – eine Auswahl

„thueringen-rechtsaussen.net“ berichtet:

Am 16. September 2015 fand die erste Demonstration der Thüringer AfD im Rahmen der von der Bundespartei ausgerufenen „Herbst-Offensive“ statt. Eine große Anzahl Thüringer Neonazis, andere extrem rechte Gruppen und Hooligans nahmen an der von AfD-Landesprecher Björn Höcke angemeldeten Veranstaltung teil.

Im dreistelligen Bereich – Neonazis und rechte Hooligans aus ganz Thüringen dabei

Unter dem Motto „Deutschland und Thüringen dienen – Asylchaos beenden!“ zogen rund 1.200 Personen vom Domplatz zur Staatskanzlei, angeführt von sechs der acht verbliebenden Thüringer AfD-Landtagsabgeordneten: Stephan Brandner, Wiebke Muhsal, Corinna Herold, Björn Höcke, Stefan Möller und Jörg Henke. Erwartungsgemäß lockte der Demonstrationsaufruf auch viele Anhänger der extremen Rechten an. Die AfD behauptete im Nachgang, dass gar keine Neonazis beteiligt gewesen seien und man keinen einzigen gesehen habe. Dabei handelt es sich um eine offensichtliche Lüge. Zu erkennen waren nicht nur ganze Kollektionen der extrem rechten Modemarken “Ansgar Aryan” und “Thor Steinar”, sondern auch ein beträchtlicher Anteil von bekannten und gewalttätigen Thüringer Neonazis und deren Funktionäre. Neben vielen Erfurtern waren dazu auch Gruppen mit Neonazis aus Suhl, Weimar, Arnstadt, Ohrdruf, Gera, Sonneberg, Pößneck, aber auch aus Sachsen-Anhalt angereist. Ihr Anteil dürfte im unteren dreistelligen Bereich gelegen haben. Außerdem dabei: extrem rechte Hooligans aus verschiedenen Städten und Vertreter anderer extrem rechter Organisationen wie von der “Identitären Bewegung”, der “Europäischen Aktion” sowie der Parteien “NPD” und “Die Rechte”.

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„III. Weg“-Chef Armstroff bleibt im Amt

Die Neonazi-Partei „Der III. Weg“ hat ihren Vorsitzenden Klaus Armstroff im Amt bestätigt.
„In harmonischer Atmosphäre“ hätten die Mitglieder beim zweiten Parteitag des „III. Weges“ am vorigen Samstag zudem einen stellvertretenden Vorsitzenden sowie die Beisitzer im Gesamtvorstand gewählt, teilte die Partei via Facebook mit. Angaben über die weiteren Vorstandsmitglieder machte die Partei nicht. Auch der Ort des Geschehens blieb ungenannt. Stattdessen berichtet der „III. Weg“, dem Parteitag habe sich „ein umfangreiches kulturelles Programm unter dem Motto ,Bismarcks Erbe – unserer Auftrag’ mit viel Musik, Tanz, dem Fest-Redner Pierre Krebs sowie einem Handwerkermarkt und einem umfangreichen Kinderprogramm“ angeschlossen. Eine der ersten Amtshandlungen des wiedergewählten Vorsitzenden war ein Glückwunschschreiben, das Armstroff an die griechische Neonazi-Partei „Chrysi Avgi“ und ihren „Führer“ Nikolaos Michaloliakos richtete. Armstroff gratulierte nach der Wahl des neuen griechischen Parlaments, bei der „Chrysi Avgi“ mit rund sieben Prozent drittstärkste Partei geworden war, Michaloliakos zum „guten Abschneiden“. „Es wird nicht mehr all zu lange dauern, dann wird Hellas sich wieder seiner wahren Werte und Stärke besinnen und mit der Chrysi Avgi an der Spitze die politischen Verhältnisse in Griechenland grundlegend ändern“, schrieb Armstroff und endete mit den Worten: „Griechenland erwache!“

via bnr: „III. Weg“-Chef Armstroff bleibt im Amt

[P] Von Anti-Antifa- zur Babyfotografin – Melanie Witassek aka „Charlotte Friedrich“

Via „Antifaschistische Recherche_Potsdam//Umland“:

Schlafende (weiße) Babys, strahlende (blauäugige) Kleinkinder, glückliche (heterosexuelle) Hochzeitspaare und weichgezeichneter Kitsch ohne Ende – so der erste Eindruck beim Besuch der Facebook-Seite der Auftragsfotografin „Charlotte Friedrich“. [1] Unter diesem Pseudonym arbeitet die Neonazistin Melanie Witassek (geboren 1985) nun seit mindestens dreieinhalb Jahren in Potsdam, Berlin und Umgebung.

Im Frühjahr 2001 – im Alter von 15 Jahren – wird sie im Zuge der Veröffentlichung einer Studie der Universität Potsdam zu rassistischen Einstellungen in den neuen Bundesländern von einem Journalisten interviewt. Dadurch wird sie erstmals einer interessierten Öffentlichkeit bekannt. Bereits damals äußerte sie sich rassistisch, als sie angab jeglichen Kontakt zu „Fremden“ zu meiden und weiter: „They’re different,“ she said. „There are too many of them here. I don’t like them.“ [2]

Kurze Zeit später erfolgte dann die Orientierung an die Neonaziszene der Brandenburger Landeshauptstadt. Der Weg von der konsensfähigen Ablehnung alles vermeintlich Fremden, getarnt in Begriffen wie Angst und Besorgnis, hin zur aktiven Praxis, die sich in einem Anschluss an eine neonazistische Szene zeigte, war ein kurzer. Schnell wurde sie zu einem Teil dieser Szene und hatte Kontakt zu den „ganz Großen“ – dazu zählen die wichtigen Neonazis der RechtsRock-Szene wie Martin Rollberg und dem mutmaßlichen NSU-Mitwisser und Szenegröße Uwe Menzel. Aber auch zum ehemaligen Mitarbeiter der Neonazi-Szenekneipe „Zum Henker“ Danny Leszinski der ebenso wie Menzel dem „Blood & Honour“ Netzwerk zu zu rechnen ist. Mit Leszinski war sie im Jahr 2003 beim jährlichen Nazi- und Neonazigroßaufmarsch in Halbe. [3] Melanie Witassek 2003 im „A.C.A.B“-T-Shirt und gegrüßt von Martin Rollberg aka „William“ im Booklet des Album „Ausser Kontrolle“ von Bloodshed.Im Jahr 2003 veröffentlichten Menzel und Rollberg zusammen mit weiteren Neonazis ihr erstes Album („Ausser Kontrolle“) der gemeinsamen Band „Bloodshed“. In diesem wird Melanie Witassek abgebildet und von Martin Rollberg aka „William“ gegrüßt. [4]

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Neonazi-Partei “Der III. Weg” plant Bundesparteitag am 19. September in Thüringen

„Thüringen rechtsaussen“ schreibt:

Wie schon 2014 plant die Neonazi-Partei “Der III.Weg” auch in diesem Jahr ihren Bundesparteitag in Thüringen auszurichten. Nach den Parteiformalien ist auch ein extrem rechtes Kulturevent zum Gedenken an den Gründer des Deutschen Reichs vorgesehen.

Weitere Aktivitäten des “III.Weg” in Thüringen

Seit der größeren Neonazi-Demonstration am 1. Mai in Saalfeld trat die Partei “Der III. Weg” in Thüringen bislang mit Flugblattverteilungen im Umland von Jena, sowie in Saalfeld und Rudolstadt in Erscheinung. Zu Letzt fanden Verteilaktionen in Hermsdorf, Eisenberg und Stadtroda gegen Flüchtlinge statt. Insbesondere das vom mutmaßlichen NSU-Helfer Ralf Wohlleben mitbegründete “Freie Netz Jena” rühmte sich mehrfach mit der Verteilung von Flyern der Partei und schloss eigene Texte wiederholt mit der Parole “Mit dem ‚III.Weg‘ in eine sichere Zukunft!” ab. Auf der Seite des FN Jena, die vom Jenaer Neonazi Nico Metze mitbetrieben wird, hieß es auch, dass der “III. Weg” ein notwendiger “Hebel” für die Neonazi-Szene sein könne: “Werden wir nicht bald den Hebel ansetzen, der unser Volk vor der Auslöschung bewahrt, dann wird das deutsche Volk bald verloren sein”. Nach einer Wanderung im Juni veranstaltete der “Stützpunkt Thüringer Wald / Ost” nach eigenen Angaben Ende August ein extrem rechtes Kulturwochenende mit Vorträgen und Lagerfeuerromantik. Siehe auch unser Beitrag vom Juli 2015 zum “III. Weg” in Thüringen.

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Rechte Hegemonie in Bückeburg

Das „Antifa Infoblatt“ berichtet:

Schon im vergangenen Jahr (vgl. AIB Nr. 103) berichteten wir über die Kleinstadt Bückeburg im Landkreis Schaumburg in Niedersachsen, in dem über Jahrzehnte hinweg neonazistische Strukturen ungestört agieren konnten. Anlass für den letzten Artikel war zum einen die Einbindung aktionsorientierter rechter Jugendlicher in die örtliche Neonaziszene, zum anderen die Strategie von Polizei, Stadtverwaltung und Gerichten, linke Jugendliche zu kriminalisieren und Neonaziaktivitäten als Randproblem zu verharmlosen.

Ein kurzer Abriss: Seit 2006 organisieren rechte Strukturen aus dem Raum Schaumburg, Minden und Ostwestfalen den alljährlichen Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf. Im Rahmen dieses Events konnten Markus Winter (vgl. AIB Nr. 79) und andere Kader aktionsorientierte Jugendliche in die Arbeit des „nationalen Widerstands“ einbinden. So formierte sich 2008 die „Aktionsgruppe Bücke­burg“. Die Neonazi-Kader der Region organisierten ideologische Schulungen und Partys für den Nachwuchs und festigten so die rechten Strukturen. Im Jahr 2011 gründe­ten sich die „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ (AN-Bbg). Diese wirkten durch ihr Auftreten im Stil der „Autonomen Nationalisten“ mit der Adaption von linken Kleidungsstilen und Aktionsformen anziehend auf viele Jugendliche. Gleichzeitig änderte sich die Qualität der Aktionen der AN-Bbg. Einschüchterungen, Bedrohungen und gewalttätige Übergriffe auf nicht-rechte junge Menschen wurden zum Alltag an den Schulen und im öffentlichem Raum. Durch das militante Auftreten der Neonazis wurde die Innenstadt von Bückeburg zu einer „No Go Area“ für viele alternative Jugendliche. Aktionen, wie der Beschuss von deren Wohnhäusern mit Stahlkugeln sowie PKW-Jagden in den Abendstunden festigten diesen Zustand. Die Stärke der AN-Bbg wirkte anziehend auf viele Schüler_innen, die rechte Szene erlangte jugendkulturelle Hegemonie.

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Neonazi René Hagedorn aus dem Knast entlassen – III. Weg Stützpunkt Vogtland wieder komplett

Die „AntifarechercheCrew Vogtland“ schreibt:

Nach 15 Monaten Haft kehrt nun der Neonazi Rene Hagedorn aus Oelsnitz/Vogtland aus dem Gefängnis zurück.

Als René Hagedorn (einst Administrator der Seite „Widerstand Oelsnitz“ und häufiger Gast auf regionalen Nazidemos) Mitte/Ende Juni 2014 von seiner Arbeitstelle “SGT – Sicherheitsglastechnik Oelsnitz (Vogtl.) GmbH” abgeführt wurde, war sein näheres Umfeld erschüttert. Zu diesem zählt neben Thomas “Maulwurf” Heyer und Marcus Wawra auch Karsten Singer und Tony Gentsch. Da das Knastsystem wohl nur beim netten Nachbarn von neben funktioniert ist klar, dass Hagedorn politisch gefestigter, schon bald wieder zur aktiven Szene gehört.

Am Donnerstag (10.9.) fand eine Willkommensparty für Hagedorn statt, bei der sich in „Michel`s Rockbar“ einem stadtbekannten Nazitreff in Plauen die lokale Belegschaft des III. Weg gemeinsam die Kante gab.

Anwesend waren laut Facebookfotos u.a. Ronny Götze, Thomas Heyer, Tony Gentsch, Rico Döhler, René Hagedorn und Ramona Gratzer. Nur einen Tag später verkündete der „III. Weg“ quasi als Willkommensgeschenk, dass der jährliche Aufmarsch zum 1. Mai im kommenden Jahr erneut in Plauen stattfinden wird.

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„III. Weg“ in Berlin bedeutungslos

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

11.09.2015 – Nur wenige Berliner Neonazis organisieren sich laut Erkenntnissen des Berliner Senats in der Kleinstpartei „Der III. Weg“. Der „Stützpunkt Berlin“ ist nicht nur klein, er entfaltet auch kaum Aktivitäten.

Im ersten halben Jahr seit seiner Gründung ist es dem so genannten „Stützpunkt Berlin“, dem Regionalableger der Neonazi-Partei „Der III. Weg“, nicht gelungen, an Relevanz in der rechtsextremen Szene der Hauptstadt zu gewinnen. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine kleine Anfrage im Abgeordnetenhaus hervor, in der sich die Grünen-Politikerin Clara Herrmann zu der Partei informierte. Demnach sind dem „Stützpunkt Berlin“ und seinem Umfeld lediglich „Personen im unteren zweistelligen Bereich“ zuzuordnen.

Öffentlichkeitswirksame Aktivitäten werden keine entfaltet. Einzige Ausnahme bildeten Flugblattverteilungen kurz nach der Gründung im April in den Berliner Ortsteilen Marzahn, Hellersdorf, Pankow und Buch. Danach begnügten sich die Berliner Anhänger des „III. Wegs“ ausschließlich mit internen Vortragsveranstaltungen: Im Mai wurde eine „Rechtsschulung“ zu „repressiven Maßnahmen des Staates“ durchgeführt, im Juni eine „Parteivorstellung“ und im Juli ein Vortrag zur griechischen „Chrysi Avgi“.

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Ein rechter Waffenbruder

Die „Stuttgarter Nachrichten“ berichten:

Den Kirchheimer Neonazi Markus Frntic identifizierten ostdeutsche Geheime 1996 als Ku-Klux-Klan-Chef. Der Stuttgarter Deutsch-Kroate war führender Kopf des „Blood & Honour“-Netzwerkes – und unterhielt Kontakte zu Helfern der mutmaßlichen Rechtsterroristen um Beate Zschäpe.

Für die Neonazis muss es ein Riesenspaß gewesen sein: Bei einer Nachtwanderung durch Mecklenburg-Vorpommern seien in weißen Kutten maskierte Kameraden aus Bayern mit Fackeln aus dem Gebüsch gesprungen und hätten ihre spazierenden Gesinnungsgenossen erschreckt. „Eine Mordsgaudi“, erzählt der Spitzel bayrischen Verfassungsschützern. Etwa zur selben Zeit kabelten deren mecklenburgischen Kollegen einen ebenso geheimen wie alarmierenden Bericht an die Geheimen Baden-Württembergs: Am 30. September 1996 warnten sie den Südwest-Dienst vor einer „Ku-Klux-Klan Gruppe aus Stuttgart“, die von Markus Frntic angeführt werde.

Es ist in den Akten nicht erkennbar, dass die Geheimdienstler diesem Hinweis auch nur Beachtung schenkten. Ihr damaliger Präsident konnte sich kürzlich im Landtag auch gar nicht an den geheimen Vermerk erinnern: Offiziell beginnt deren Wissen um die Rassistentruppe erst im Herbst 1998. Dabei war und ist Frntic den Spähern in Stuttgart bestens bekannt. Nicht nur, weil vor der Haustür 45 Jahre alten Deutsch-Kroaten in Kirchheim am Neckar ein bulliger Bundeswehrtransporter steht. Dessen amtliches Kennzeichen offenbart die Gesinnung seines Besitzers: Die „14“ für die „14 Worte“ des US-amerikanischen Rechtsterroristen David Lane wird mit der „88“ für den achten Buchstaben des Alphabets kombiniert: „HH – Heil Hitler“. Es ist ein beliebtes Zahlenspiel der Neonaziszene. Zu dessen führenden Köpfen gehört Markus Frntic.

Der mischt seit den 1990er Jahren Frntic bei „Blood & Honour“ (B&H) mit. Der deutsche Slogan „Blut und Ehre“ war auf den Koppelschlössern von Hitlerjungen eingraviert, später auch auf deren Fahrtenmessern. Im Raum Stuttgarter bildete sich eine Keimzelle der Neonazitruppe. Die hatte sich international agierendes Netzwerk vor allem ein Ziel gesetzt: Konzerte rechter Musikgruppen zu organisieren, diese Musik zu produzieren und zu vertreiben.

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Konspirative Neonazi-Party in Heinsberg

Via „Indymedia Linksunten“:

Aachen/Heinsberg. Eine in der Neonazi-Szene konspirativ vorbereitete „Party für Deutsche!“, die auf einem Szene-Flyer für den „Raum Aachen“ angekündigt worden war, fand am vergangenen Samstag (5.9.) in Heinsberg statt. Aufgetreten ist bei der Veranstaltung auch der NS-HipHopper „Makss Damage“ aus Bonn, der durch Neonazis aus der Region unterstützt wird. Mitorganisiert wurde das Treffen von Personen aus dem Umfeld der verbotenen „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL).

Auf den in der rechten Szene verbreiteten Flyern wurde das Partymotto ergänzt um die Losung: „Antikommunismus, Heiterkeit und Livemusik“. Verantwortlich zeichnete die Gruppe „Syndikat 52“ (S52), eine indirekte Nachfolgeorganisation der KAL unter dem Deckmantel des Kreisverbandes Aachen-Heinsberg der Miniaturpartei „Die Rechte“ (DR).

„Makss Damage“ (bürgerlich Julian Fritsch) ist ein HipHopper, der ursprünglich aus der gewaltbereiten, radikalen linken Szene stammt. Vor Jahren gab er seinen „Ausstieg“ bekannt und wendete sich öffentlichkeitswirksam der Neonazi-Szene zu. Teile der Braunszene verehren ihn wegen seiner extremen Texte, in denen der Nationalsozialismus propagiert, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt gegen politische Gegner teils offen ausgelebt werden. Andere Vertreter aus der rechten Szene finden, dass der Musiker aus Bonn viel zu extrem ist.

„Makss Damage“ wird von Neonazis aus dem Raum Aachen unterstützt, unter anderem durch den Musiker Timm M., der sich erst kürzlich vor Gericht verantworten musste. M. soll auch diesmal an der Organisation mitbeteiligt gewesen sein. Zu den Besuchern des braunen Treffens gehörten auch der bekannte Neonazi Sven Skoda sowie der ehemalige KAL-„Kameradschaftsführer“ René Laube. Er war in einem T-Shirt erschienen mit der Aufschrift „Terrormachine – Combat 18“ (C18). C18 ist der bewaffnete Arm des in Deutschland verbotenen, internationalen Netzwerkes „Blood & Honour“ (B&H).

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