Archiv der Kategorie 'Nipsters'

Aktivistische Szene in der Hauptstadt

Quelle: Blick nach Rechts

Die Anziehungskraft der braunen Musikszene, zu der ein weit gefasstes Netzwerk gehört und der stadtweit 170 Personen zugerechnet werden, ist weiterhin ungebrochen, auch wenn es im Berichtsjahr zu keinem Rechtsrock-Konzert in Berlin gekommen ist. Zu den musikalischen Akteuren gehören: „Deutsch Stolz Treue“ (D.S.T.), „Die Lunikoff Verschwörung“ (Band und Solo), „Legion of Thor“, „Punk Front“, „Second Class Citizen“, „Macht & Ehre“ sowie der NS-Rapper „Villain 051“, der nach Beendigung des Duo-Projekts „A3stus“ sich nun anderen Musik-Projekten widmet.

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Gesinnungswandel oder Kalkül? Der Weg vom militanten Neonazi zur AfD

Quelle: Allgäu Rechtsaussen

Über die Mahnwachen für den Frieden in Kempten, Peter Felsers Unternehmen und seinen AfD-Kreisverband im Allgäu schaffte Jirka B. den Sprung in die »Abteilung für strategische Kommunikation« der AfD-Landtagsfraktion in Thüringen. Dass sein Weg aus der militanten Neonaziszene zur Neuen Rechten taktisch angelegt sein könnte, zeigen Chatprotokolle, die Allgäu ⇏ rechtsaußen exklusiv vorliegen.

Jirka B. arbeitete als Grafiker in Peter Felsers Unternehmen in Kempten und schaffte den Sprung in die »Abteilung für strategische Kommunikation« der Thüringer AfD-Landtagsfraktion unter Björn Höcke. Recherchen von Thüringen rechtsaußen zeigen, dass B. über Jahrzehnte eng mit der militanten Neonazi-Szene verbunden war. Allgäu ⇏ rechtsaußen liegen Chatprotokolle vor die zeigen, dass er sich längst nicht in jeder Situation von seiner Vergangenheit distanziert.

Hat sich B. gar aus taktischen Gründen vom Neonazismus weg hin zur sogenannten Neuen Rechten orientiert?

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„Neonazis“ bei der La-Familia-Fight-Night? Unisportzentrum beendet Zusammenarbeit

Quelle: Du bist Halle

Vor fünf Jahren stand die „La Familia Fight-Night“ schon einmal in den Schlagzeilen. Es gab zwei Brandanschläge auf den damaligen Veranstaltungsort, die Eissporthalle. Damals ging es, so hatte es die Polizei vermutet, um Auseinandersetzungen im Rockermilieu.

Und auch in diesem Jahr sehen sich die Veranstalter Kritik ausgesetzt. Diesmal kommt sie von einem Antifa-Bündnis. Das erklärt, dass sich unter den 32 Kämpfern mindestens fünf Neonazis befinden würden. Diese seien teilweise an den Angriffen auf den Leipziger Stadtteil Connewitz vor zwei Jahren beteiligt gewesen. Ein Sportler sei bis mindestens 2016 einer der führender Kader der neonazistischen Partei „Der III. Weg“ in Bayern gewesen, bewege sich seitdem im Umfeld der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ (IB).

Auch am Titel „Krieger des Nordens“ stören sich die Kritiker. Diese deute „auf ein seltsames Verständnis europäischer Geschichte hin, lässt aber reichlich Spielraum zur Interpretation. Diesen gibt es aber nicht mehr, wenn neonazistische Gewalttäter als vermeintlich neutrale Sportler präsentiert werden und sich als überlegene „Krieger des Nordens“ inszenieren können. “

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Mehrere Österreicher feierten Hitlers Geburtstag auf einem deutschen Nazi-Festival

Quelle: Vice Magazin

Rund um den 20. April feierten mehrere 100 Neonazis im sächsischen Ort Ostritz ein Festival unter dem Titel „Schild & Schwert“, kurz SS. Unter ihnen Österreicher.

Ostritz/Wostrowc an der deutsch-polnischen Grenze war am vergangenen Wochenende von Nazis aus Deutschland und anderen Ländern förmlich belagert. Der Grund: Ein Festival, veranstaltet von der neonazistischen Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD). Motto des Festivals: „Schild & Schwert“, also kurz SS. Das Festival kann dabei vor allem als Propaganda-Veranstaltung der NPD betrachtet werden.

Und die NPD hat innerhalb des Nazi-Milieus propagandistische Erfolge dringend nötig. In letzter Zeit verliert sie dramatisch an Einfluss, auch und besonders in Ostdeutschland. 2014 hatte sie bei Wahlen in Sachsen noch 4,9 Prozent, 2004 sogar 9,2 Prozent. In einzelnen Hochburgen wählten sogar fast 25 Prozent die NPD. Doch nun wird die Partei von der Alternative für Deutschland (AfD) mehr und mehr geschluckt. Zusätzlich knabbern kleinere Nazi-Parteien wie „Die Rechte“ am braunen Kuchen.

Am Festival in Sachsen nahmen auch Strukturen aus Österreich teil. Der „Presseservice Rathenow“ hat eine umfangreiche Bildergalerie veröffentlicht. Erkennbar ist auf den Bildern einerseits eine Gruppe mit T-Shirts von Alpen Donau Info (etwa hier oder hier), also der Struktur um den inhaftierten Holocaustleugner Gottfried Küssel. Ein solches T-Shirt trug auch Richard Pfingstl, ehemaliger Funktionär des Rings freiheitlicher Jugend, bei seinem kürzlichen Auftritt vor Gericht wegen NS-Wiederbetätigung und seiner Beteiligung als Administrator bei Alpen Donau. Auch Martin Sellner, Leiter der rechtsextremen Gruppe „Identitäre Bewegung“ (IB) soll übrigens Administrator der Nazi-Seite gewesen sein. Andere Kader der IB sollen im Forum von Alpen Donau gepostet haben, wie die „Recherche Wien“ behauptet.

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Die Mercedes-Nazis von Ostritz

Quelle: Krautreporter

Rund 1.000 Rechtsextreme haben in einer sächsischen Kleinstadt an der polnischen Grenze Adolf Hitlers Geburtstag gefeiert. In Ostritz waren aber nicht nur die Klischeenazis unterwegs, die Säufer und Schläger. Sondern auch intelligente Kader, die über Kampfsport und Konzerte hinausdenken. Zwei dieser Mercedes-Nazis habe ich inkognito kennengelernt:
„Ach, da bist du ja wieder!“, sagen die beiden Chemnitzer Neonazis und strahlen mich an, als wären wir zusammen zur Schule gegangen. Es ist ein Uhr nachts, und die beiden sind mit ihrem roten Mercedes mit dem Heckspoiler und den BBS-Felgen von der Polizei angehalten worden, die schon das ganze Wochenende über einen Checkpoint am ehemaligen Grenzübergang von Görlitz nach Zgorzelec in Polen eingerichtet hat. Oft sind es ziemlich dicke Mercedes-Wagen. Es sind die dummen Nazis, die mit dem Zug anreisen, weil sie prügeln und saufen wollen. Die intelligenten Nazis fahren Mercedes, sind nüchtern, hervorragend mit Gesichtslotion versorgt, und natürlich ist bei ihnen nichts im Kofferraum zu finden.

„Na, haste’s dir mal angeguckt?“, fragt mich der größere der beiden Nazis, und meint das „Schild und Schwert“-Festival im 18 Kilometer entfernten Ostritz, bei dem sich rund 1.000 Rechtsextreme versammelt haben, um Adolf Hitlers Geburtstag zu feiern. Mehr als 1.000 Bürger und zugereiste Antifaschisten protestierten dagegen. Für rund 1.000 Polizisten bedeutet das auch in dieser Samstagnacht, immer noch in der Region im Einsatz zu sein, genervt, sonnenverbrannt, dehydriert.

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NS-Rap: 16 Bars für Führer, Volk und Vaterland

Quelle: Lotta

Obwohl in Deutschland seit 14 Jahren NS-Rap praktiziert wird, dauerte es verhältnismäßig lange, bis sich die Musikrichtung auch in der extrem rechten Jugendkultur verankern konnte. Seit 2015 ist ein Wendepunkt zu erkennen, der NS-Rap trat aus seinem Nischendasein. Das ist allen voran dem Rapper „Makss Damage“ aka Julian Fritsch geschuldet.
Seit 2001 wurde über NS-Rap innerhalb der NS-Szene kontrovers und vielfach theoretisch debattiert und die Vor- und Nachteile mal mehr, mal weniger sachlich ausgetauscht. Von Mitte bis Ende der 2000er Jahre waren es eher unorganisierte rechte Jugendliche, die sich immer mehr in Richtung NS-Rap radikalisierten — wie der Bielefelder Michael Björn Bock (Der Bock), die Berlinerin Mia Herrn (Dee Ex) und der Mindener Alexander Klenke (Sash JM). Sie kreierten — wenn auch ungewollt — das Genre. Diese RapperInnen waren allerdings kaum überregional wahrnehmbar und rappten rechte Texte eher aus musikalischem Interesse als mit taktischem beziehungsweise politischem Kalkül. Der RechtsRock-Akteur Jan Peter Kersting aus Bielefeld probierte 2005 mit dem Bandprojekt Veritas Invictus als erster Neonazi ein reines Rap-Lied aus, was aber ebenso aus Eigeninteresse und einem Faible für das Musikgenre geschah. Dennoch gab es auch Versuche von organisierten Neonazis, in diesem Genre Fuß zu fassen. So versuchte sich zum Beispiel die dem Milieu der „Autonomen Nationalisten“ (AN) zuzurechnende Band Projekt X aus Hessen mit einem politischen Kalkül an Rap, um neue Leute für die Szene zu gewinnen. Ihr Rap war allerdings qualitativ so schlecht, dass die Band nach kurzer Zeit wieder von der Bildfläche verschwand.

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Versteckspiel mit schlechter Tarnung

Via Sachsen-Anhalt Rechtsaussen:

Identitärer Rapper Komplott nutzt Proberaum von Magdeburger Rechstrockbands

AfD-Abgeordnete gründeten mit Rechtsrockmusikern und Neonazis eine Burschenschaft
Nachdem im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass der Identitäre-Rapper Komplott nicht aus Halle kommt und sich hinter diesem Namen der Neonazi Patrick Bass aus Heidelberg verbirgt, wurde es scheinbar kurz ruhig um den von IB-Faschisten gefeierten Künstler des „identitären Rap“. Nach der Veröffentlichung verließ Bass Berichten zufolge fluchtartig seine Wohnung und löschte verschiedene Accounts in sozialen Medien. Einige Monate später war Komplott wieder bei Instagram und Facebook aktiv. Am 22. Oktober 2017 veröffentlichte der Leipziger Identitäre Alexander „Malenki“ Kleine ein Video mit dem Rapper auf seinem Youtube-Kanal. Zu Beginn, um das folgende Interview anzukündigen, steht Kleine mit seinem Hund auf einem Hinterhof und gibt an „tief irgendwo in Dunkeldeutschland“ zu sein. Im Hintergrund ist die alte Diamantbrauerei in Magdeburg zu erkennen. Wenig später sind Kleine und Bass in einem Bandproberaum zu sehen. Es handelt sich um den Proberaum der Rechtsrockbands Mortuary, Painful Life und Agharta.

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Ein identitäres Haus in Halle

Quelle: Antifainfoblatt

Juni 2017: Auf den Seiten der rechten Initiative „Ein Prozent für unser Land“ und der rechten Zeitschrift „Sezession“ wird ein „Hausprojekt“ angekündigt. Neben dem „Institut für Staatspolitik“ (IfS) in Schnellroda und der „Bibliothek des Konservatismus“ in Berlin soll es einen weiteren Anlaufpunkt für die sogenannte ‚Neue Rechte‘ geben. Für Renovierung, Sicherheit und laufende Kosten wird um Spenden geworben. Es handelt sich um einen viergeschossigen Altbau in der Adam-Kuckhoff-Straße in Halle, direkt gegenüber des Steintorcampus der Martin-Luther-Universität. Mit Dorian Sch., Mario Müller, Melanie Schmitz und Florian M. will ein Großteil der Führungsriege der identitären „Kontrakultur Halle“ zukünftig dort wohnen und wirken.

Gastbeitrag von „Sachsen-Anhalt Rechtsaussen“

Der Gründer der Titurel-Stiftung, Helmut Englmann aus Johannesberg (Unterfranken), ist seit Januar 2017 Eigentümer des Hauses. Die Stiftung fungiert vor allem als Förderinstrument des IfS. Als Ansprech­partner tritt Andreas Lichert (Funktionär der AfD und des Vereins für Staatspolitik) auf, die Domain ist auf das IfS registriert, als administrativer Ansprechpartner wird Götz Kubitschek angegeben. Neben dem Sammeln von Unterstützungsgeldern wurden durch die Stiftung auch ’neurechte‘ Autoren gefördert. Das Haus dient zudem als Sitz einer Werbeagentur, der „Mosaik Kommunikation“. Als Unternehmensdach fungiert hier die Lichert GmbH von Andreas Lichert, die Web-Domain der Agentur ist auf Simon Kaupert registriert.

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Nazi-Hipster im Anflug

Quelle: Jungle World

Die rechtsextreme »Identitäre Bewegung« versucht, auch im Vereinigten Königreich und in Irland Fuß zu fassen. Doch die Konkurrenz im rechten Milieu ist groß.

Neben Paris und Berlin gilt London gemeinhin als Hauptstadt des europäischen Hipstertums. Der sogenannte Nazi-Hipster allerdings konnte dort anders als in Frankreich und Deutschland bisher nicht Fuß fassen. Die Rede ist von Mitgliedern der »Identitären Bewegung« (IB), jener sich reichlich jugendkultureller Anleihen bedienenden neurechten bis völkischen Gruppe, die 2012 von Frankreich aus in den deutschsprachigen Raum schwappte. Im Vereinigten Königreich und in Irland bisher lediglich mit mutmaßlich von Einzelpersonen betriebenen Profilen in den sozialen Medien präsent, scheint sich die IB mittlerweile auch dort etablieren zu wollen.

Im Stile der Vorbildorganisationen auf dem Festland – insbesondere in Deutschland und Österreich – trat der britische Abkömmling Ende vergangenen Monats mit einer medienwirksamen Inszenierung erstmals öffentlich in Erscheinung. Am 23. Oktober entrollte ein knappes Dutzend »Identitärer« auf der Westminster Bridge im Zentrum Londons ein Großtransparent mit der Aufschrift »Defend London, stop Islamisation«, dem englischen Namen der Gruppe, »Generation Identity«, und ihrem Symbol, dem schwarz-gelb gedruckten griechischen Buchstaben Lambda. Dazu lieferte die Truppe eine online verschickte Mitteilung: Quelle der Islamisierung sei die Masseneinwanderung, die es aufzuhalten gelte. Der Ort des Auftritts hätte kaum symbolträchtiger gewählt werden können: Die Westminster Bridge liegt nicht nur in Sichtweite des britischen Parlaments, im März war sie zudem Schauplatz eines islamistischen Attentats.

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„Identitäre“ in Halle – Gewalt, Einschüchterung und Verharmlosung

Quelle: Störungsmelder

Vor einer Woche griffen „Identitäre“ aus ihrem Hausprojekt heraus in Halle zwei Zivilpolizisten mit Waffen an. Nur einen Tag später wurde ein Verfahren wegen Nötigung und Körperverletzung gegen einen weiteren „Neurechten“ eingestellt. Die Gewalt eskaliert, die Anwohner fühlen sich bedroht.

Als der Prozess gegen Andreas K. am 21. November beginnt, ist der Angriff seiner Gesinnungsgenossen auf zwei Polizeibeamte nur wenige Stunden her. Schon um 9Uhr haben sich 15 „Identitäre“ im Justizzentrum Halle versammelt. Vor dem Amtsgericht wird gegen ihr Mitglied Andreas K. verhandelt. Der Vorwurf: Nötigung und Körperverletzung. Zum dritten Mal muss K. hier erscheinen. Der Prozess scheiterte nach zwei Terminen im Juli 2017 an einer missachteten Frist und wird neu aufgerollt.

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In Bewegung: Jugendkulturen in der extremen Rechten

Quelle: Lotta-Magazin

Unter Jugendlichen ist immer mehr ein Sampeln unterschiedlichster jugendkultureller Elemente festzustellen. Klassische Jugendkulturen lösen sich zunehmend auf, klare Zuordnungen sind oftmals nicht möglich. Jugendkulturelle Identitätsentwürfe sind in Bewegung. Dies betrifft auch die extreme Rechte: „Skinhead“, „Autonomer Nationalist“ oder „Stino“ — was funktioniert für die Szene?
Zentral für Jugendszenen ist, dass sie nicht nur von der jeweils eigenen Gruppe, sondern auch von Außenstehenden wahrgenommen werden. In den 1990er Jahren, als der Skinhead das role model der jugendkulturellen Ausdrucksform der extremen Rechten war, war das zumindest auf den ersten Blick einfach. Selbstverständlich gab es auch damals andere, nicht-rechte Skinheads, doch in der Öffentlichkeit dominierte die Gleichung Skinhead = Neonazi. Umgedreht funktionierte das auch. Wer sich als Jugendlicher oder junger Erwachsener als Neonazi zu erkennen geben wollte, der wurde einfach Skinhead. Und er oder sie spürten sofort die Folgen der zumindest ästhetischen Zuordnung zu dieser Szene. BürgerInnen, MigrantInnen und teilweise auch Linke wechselten bei ihrem Anblick zumeist die Straßenseite. Allmachtsgefühle und -phantasien stellten sich oftmals ein, vor allem dort, wo Skinhead-Gruppen nicht auf Widerstand stießen.

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Was bleibt von den „Autonomen Nationalisten“?

Via „Antifaschistisches Infoblatt“:

Wo sind sie hin, die „Autonomen Nationalisten“? Vor ein paar Jahren noch waren die „AN“ der große Hype im parteifernen Neonazismus. Doch mittlerweile schmücken sich immer weniger Kameradschaften mit dem einst so hippen Label. Ist die Mode vorbei, kommt etwas Neues, geht es back to the roots? Lief sich das Modell tot oder war es so erfolgreich, dass es sich selbst überflüssig gemacht hat?

Schenkt man vielen aktuellen Aufklä­rungsbroschüren „gegen Rechts“ Glauben, dann sind die „Autonomen Nationalisten“ (AN) weiterhin ein ganz neues und ganz großes Ding im bundesdeutschen Neonazismus. Zu lesen sind sachlich völlig zutreffende Ana­ly­sen: zum Style der AN gehören der „schwarze Block“ als Stilelement auf Demonstrationen, eine experimentierfreudige, theorieferne und praxisorientierte, vor allem nach Systemantagonismus strebende Haltung, kombiniert mit einem umfassenden Symbolklau bei der radikalen Linken und aus der Popkultur. Als AN-Anhängsel sorgten jüngst zudem die als besonders ausgefuchst geltenden „Nipster“ (für Nazi-Hipster) für mediale Aufmerksamkeit. Doch blickt man auf die tatsächliche Rolle der AN im gegenwärtigen Neonazismus, so findet man vor allem: fast nichts.

Krisenerscheinungen des Neonazismus

Der Neonazismus insgesamt befindet sich in einer Krise. Die NPD zerreibt sich zwischen laufendem Verbotsverfahren, Wahlschlappen und internen Querelen. Auch die „Freien Kameradschaften“ sind viel weniger präsent und entfalten wesentlich geringere politische Handlungsfähigkeit als noch vor wenigen Jahren. Ausstrahlungsstarke Demonstrationen mit tausenden teilnehmenden Neo­nazis sind mittlerweile zu einer Seltenheit geworden, was nicht nur aber auch auf antifa­schistische Blockadeaktionen zurück­zufüh­ren ist. Diese Krise hat auch die AN, als eine Strömung innerhalb der Kame­­rad­schafts­szene, mit erfasst.

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Die Nazi-Hipster von Blockupy

Das „Vice“-Magazin schreibt:

Gestern brannte Frankfurt. Und Schuld daran waren „linke Krawallmacher“ und Demonstranten, wie sich die Medien schnell einig waren. Tatsächlich gehört das Blockupy-Bündnis grundsätzlich zum linken Spektrum und genau wie zu anderen Terminen im bundesdeutschen und internationalen Kalender versammeln sich zu den entsprechenden Demonstrationen neben Menschen mit tatsächlichem Anliegen auch Krawalltouristen, die einfach nur irgendwas kaputt machen wollen. Aber Kritik am Kapitalismus kommt nicht nur von links. Die Proteste am Mittwoch hatten vermutlich auch rechstradikale Teilnehmer. Im Vorfeld hatte der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill schon davor gewarnt. Aber wer sind die Neonazis bei Blockupy und was unterscheidet ihren Antikapitalismus vom Rest der Blockupy-Bewegten?

Eine Gruppe namens „Freies Netz Hessen“ hatte seit Längerem dazu aufgerufen, an den Protesten teilzunehmen und twitterte dann Bilder und Kommentare von den Demos.

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„Ansgar Aryan“-Model outet sich als NSU-Sympathisant

Via „Endstation Rechts“:

Vor dem Landgericht München müssen sich derzeit Beate Zschäpe und vier ihrer Mitverschwörer verantworten. Zwei weitere mutmaßliche NSU-Terroristen – Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos – entzogen sich einer rechtsstaatlichen Verhandlung durch Selbstmord. Ausgerechnet das BKA-Fahndungsfoto eines der beiden Mörder verwendet ein Thüringer Neonazi als Facebook-Profilbild. R. gilt als Weggefährte des bayerischen Neonazi-„Hipsters“ Patrick Schröder, für dessen Modelabel „Ansgar Aryan“ er als Model posiert.

Ihm stoße besonders sauer auf, dass „sich die Partei [die NPD, Anm. der Red.] sofort von Ralf Wohlleben distanziert“ habe, obwohl der frühere thüringische NPD-Vize als unschuldig gelte. Die Untersuchungshaft des Spitzenkaders sei ohnehin ein „schlechtes Argument für die Öffentlichkeit“. Gleichzeitig dürften weitere Gewalttäter im Amt bleiben, obwohl diese Ermittlungen verschwiegen hätten.

Mit diesem Facebook-Kommentar schaltete sich Marcus R. [so sein Facebook-Name] in die Facebook-Diskussion um die Zukunft von Patrick Wieschke ein. Gegen den (Noch)-Chef der NPD im Freistaat werden in diesen Tagen Rücktrittsforderungen der Basis laut. Einige seiner bisherigen Anhänger werfen dem 33-jährigen Neonazi, der u. a. wegen Anstiftung zu einer Sprengstoffexplosion vorbestraft ist, vor, die Wahlniederlage Mitte September mitverschuldet zu haben. Unmittelbar vor dem Urnengang hatte ein linkes Rechercheportal Ermittlungsakten über die dunkle Vergangenheit des einstigen NPD-Bundesvorstandsmitgliedes veröffentlicht.

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Lifestyle für Veget-Arier – jung, hip, rassistisch

Via „Die Welt“:

Bloß ein brauner Sommertrend? Wenn sich Nazi mit Hipster trifft, entsteht der Nipster. Der neueste Zombie im Katalog der Modetorheiten macht im Netz und auf der Straße mobil. Eine Popkulturgeschichte.

Göring zu Hitler: „Mein Führer, dieser Versailler Vertrag ist nicht mehr zu ertragen. Das deutsche Volk ist ausgeblutet, verarmt und verzweifelt.“ Hitler rückt seine Ray-Ban zurecht, streicht sich das T-Shirt mit ironischem Aufdruck („Organic Germanic“) glatt und setzt eine kokette Miene auf: „Na und? Dafür tragen nun alle diese über-schicken Vintage-Klamotten.“

Der Witz stammt aus dem Comic „Hipster Hitler“. In ihrem vor zwei Jahren auf Englisch erschienen Buch zeichnen James Carr und Archana Kumar den „Führer“ als ein introvertiertes Modeopfer, den Zweiten Weltkrieg als eine Auseinandersetzung entgegengesetzter Schnurrbart-Moden und den Nationalsozialismus als einen Lifestyle genozidal veranlagter Veget-Arier.

Der schwarze Humor, mit dem sie sich der braunen Vergangenheit nähern, beruht auf der Zusammenführung zweier gegensätzlicher Attitüden: dem humorfreien Pathos der NS-Ideologie aus dem Zeitalter der Extreme mit der post-ideologischen und radikal-narzisstischen Hipster-Mentalität des frühen 21. Jahrhunderts, in der Selbstironie zur Grundhaltung geronnen ist.

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Wie sich Veganer von rechts instrumentalisieren lassen

Das „Vice Magazin“ schreibt:

Vor ein paar Tagen machte ein Video die Runde durch Nachrichtensendungen und Reportageformate. Zu sehen waren zwei Typen, die unter Sturmmasken vegan kochen. Fast nur anhand von Accessoires und kurzen Bemerkungen ist zu erkennen, dass die beiden Neo-Nazis sind. Und wieder war die Welt um einen Beweis für die Existenz des ominösen „Nipsters“ reicher. Wenn man sich die Videos (es gibt mehrere) tatsächlich anschaut, bleibt irgendwie unklar, ob das ganze tatsächlich echte Neo-Nazi-Propaganda ist, oder eher ein (verdammt) schlechter Scherz. So dermaßen dämlich werden angebliche „Hipster“-Accessoires wie Club Mate und eine neonfarbene Sonnenbrille (2006 hat angerufen, es will New Rave zurück) ins Bild gebracht, dass man fast meinen könnte, es handele sich um eine vegane Folge von Sendung mit der Maus für Nazis.

Es ist natürlich klar, dass diese Videos nichts mit den meisten Veganern zu tun haben und ihr einziger Sinn ist, auf platte und dumpfe Art, neue Gesinnungsgenossen zu rekrutieren, weil man eben weiß, dass Veganer politisch interessiert und (scheinbar) irgendwie cool sind. Das wäre etwas anders, würde man diesen beiden Schwachmaten eine eigene Kochshow geben, sagen wir mal auf dem Vegan Vegetarischen Straßenfest in Berlin, dieses Wochenende. Soweit ist es Gott sei Dank noch nicht gekommen, aber leider kommen einem trotzdem einige Zweifel, wenn man sich das Line-up der Veranstaltungen, die dieses Wochenende stattfinden, mal genauer anschaut.

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Die veganen Nazi-Hipster kommen

Via „Störungsmelder“:

Neonazis, die vegan kochen und Club Mate trinken – das klingt erst mal absurd. Aber ein kleiner Teil der rechtsextremen Szene sorgt mit solch skurrilen Auftritten für viel Aufregung. Was steckt tatsächlich hinter den Nazi-Hipstern?

Es sind junge Männer, die vor der Kamera herumalbern. Sie kochen vegan und nehmen sich nicht zu ernst. Dazu kommen Gäste, es wird viel gelacht. An diesem Format erscheint wenig berichtenswert, gibt es doch unzählige ähnliche Kanäle auf YouTube. Aber diese Amateur-Kochshow ist anders. Es sind Neonazis, die dort im Hitlerstellvertreter Rudolf-Hess-Shirt hinter den Töpfen stehen. Wer genau hinschaut, sieht die rechtsextremen Poster im Hintergrund. Die Gastgeber sind mit Sturmhauben vermummt, die Gäste einschlägig bekannt und man schiebt kichernd Szeneparolen hin und her, die nur Eingeweihte verstehen.

Betrieben wird der Kanal mutmaßlich von Mitgliedern der rechtsextremen Szene Niedersachsens aus dem Umfeld der gerade erst verbotenen Kameradschaft Besseres Hannover. Auch auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Tumblr und Instagram gibt es eine Präsenz aus diesem Kreis. Hier verbinden die Rechtsextremen Straight-Edge-Chic (Kein Alkohol, kein Fleisch, keine Drogen) mit zeitgemäßem Design, Ästhetisierung von Gewalt und nationalsozialistischer Propaganda.

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„Nazi-Hipster“ Patrick Schröder hat Ärger mit dem Gesetz

„Endstation Rechts“ schreibt:

Kaum ein Neonazi war in den letzten Monaten derart in den Medien präsent wie der bayerische NPD-Funktionär Patrick Schröder. Überregionale Zeitungen wie die Süddeutsche widmeten dem geschäftstüchtigen „Nazi-Hipster“ ein Porträt, der amerikanische „Rolling Stone“ sah in ihm den Vorreiter einer modernisierten Bewegung, SPIEGEL TV drehte einen Beitrag. Langsam aber scheint sich das Blatt zu wenden. Ein geplatztes Konzert kratzt genauso an seinem Image wie ein Ordnungswidrigkeitsverfahren der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien, die Schröder ein Bußgeld aufbrummte.

Die Vorbereitungen liefen seit Wochen auf Hochtouren. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate wollte der umtriebige Patrick Schröder in der kleinen mittelfränkischen Gemeinde Scheinfeld ein Rechtsrock-Konzert mit einschlägig bekannten Bands auf die Beine stellen. Die Premiere des „Live H8“ im Oktober letzten Jahres verbuchte der Betreiber der Neonazi-Modemarke „Ansgar Aryan“ als Erfolg; Gut 1.000 musikbegeisterte Neonazis feierten damals in der Provinz. Während die örtlichen Behörden vielfältige Kritik einstecken mussten – sie hatten die Öffentlichkeit erst spät informiert –, schoben die zuständigen Stellen den Bemühungen des NPD-Nachwuchsmannes dieses Mal einen Riegel vor. Nachdem eine Brandschutzbegehung in der Diskothek „Nachtwelt“ angesetzt worden war, zogen die Organisatoren ihre Anmeldung überraschend zurück. Die kurzfristige Absage sorgte in der Szene für böses Blut, denn die Eintrittskarten mussten im Voraus bezahlt werden: für 25 Euro das Stück.

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Nazi-Mode: Was ist eigentlich ein „Nipster“?

Der „NDR“ berichtet:

Springerstiefel und Bomberjacke – das war einmal. Längst haben Neonazis ihr modisches Repertoire erweitert. Erst kopierten sie die Dresscodes der Linken, nun übernehmen sie auch noch den Style der „Hipster“, „Nipster“ oder auch „Nazi-Hipster“ nennt man nun Rechtsextreme mit urbanem Lifestyle – die also Jutebeutel tragen, Hip-Hop hören und vegan kochen.

Für das Kulturjournal hat sich Michel Abdollahi, Reporter für kulturelle Kuriositäten, beim alljährlichen Neonazi-Aufmarsch in der niedersächsischen Kleinstadt Bad Nenndorf umgeschaut und macht den Style-Check: Was trägt der moderne Nazi vorn heute?

Zum Videobericht gehts hier.

Palituchtragende Nazis in Che-Guevara-Shirts mit Jutebeuteln voll linksdrehendem Joghurt

Via „Jungle World“:

Der »Nipster« geistert durch die Presse. Können Nazis hip sein?

Die Geschichte beginnt mit einer Fotografie vom 18. Januar dieses Jahres in Magdeburg. Abgebildet ist ein lässig an die Wand gelehnter bärtiger Mann, der in den folgenden Wochen internationale Bekanntheit erlangen sollte. Eigentlich wollte der Urheber des Bildes den Teilnehmer eines Naziaufmarsches demaskieren, doch der dabei zufällig mit abgelichtete Jutebeutel schlug weit über Antifakreise hinaus Wellen.

Bei Facebook und Twitter war man sich noch am selben Abend einig: Man hatte es mit einer bis dahin unbeschriebenen Spezies zu tun, einer Kreuzung zwischen Nazi und Hipster. Der »Nipster« war geboren. Als Beleg dafür wurde in erster Linie der selbstironische Unterton des ulkigen Aufdruckes seiner Tasche herangezogen. In handgeschriebenen Lettern war dort zu lesen: »Bitte nicht schubsen, ich habe einen Joghurt im Beutel.« Der Spruch »Bitte nicht schubsen, ich habe einen Joghurt im Rucksack« stammt aus der Feder des Künstlerduos Katz und Goldt, das für die Titanic und Intro arbeitet. Nun könnte man in Betracht ziehen, dass durchaus auch Nazis über den infantilen Humor der Urheber lachen könnten. Da aber die abgebildete Person auch Bart, geweitete Ohrlöcher und rote Converse-Allstars trägt, schien die Beweislage gesichert.

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