Archiv der Kategorie 'NS-Black Metal'

Frankfurt/Oder: Polizei löst Treffen rechter Rocker auf

Quelle: MOZ

Frankfurt (MOZ) In einer alten Bunkeranlage in der Bahnhofstraße hat die Polizei am Sonnabend ein Konzert von Rechtsextremen aufgelöst. Nach Angaben des Innenministeriums wird die Immobilie seit dem vorigen Jahr von der „Kameradschaft Kommando Werwolf“ genutzt. Der Verfassungsschutz des Landes beobachtet die Gruppierung schon länger.

Es war eine beunruhigende Szene am frühen Samstagabend in der Heilbronner Straße. Vor dem ehemaligen Lichtspieltheater der Jugend standen mehrere Fahrzeuge der Polizei, dazu Pkw von Mitarbeitern des städtischen Ordnungsamtes. Das Ziel der Einsatzkräfte war ein ehemaliger Luftschutzbunker, der sich etwas versteckt hinter dem Alten Kino befindet. Dort verhinderte das Großaufgebot offenbar zum wiederholten Male ein Konzert rechtsextremer Rocker.

Laut Ordnungsdezernent Markus Derling hatte die Stadt einige Tage im Vorfeld von der Veranstaltung erfahren. „Da für die Anlage keinerlei baurechtliche Genehmigungen für Veranstaltungen vorliegen, haben wir hier eine Nutzungsuntersagung ausgesprochen. Die Polizei haben wir dann um Amtshilfe gebeten, um die Vollziehung durchzusetzen“, erläutert Derling. Er war an dem Abend auch selbst vor Ort, um sich ein Bild vom Einsatz zu machen.

Nach Angaben von Bärbel Cotte-Weiß von der Polizeidirektion Ost sei eine Musikveranstaltung im Bunker geplant gewesen. Trotz des amtlichen Verbots hätten die Beamten 21 Personen angetroffen. „Die Veranstaltung wurde aufgelöst und die Personen verhielten sich kooperativ“, erklärt die Sprecherin. Der Einsatz dauerte bis Mitternacht an.

Die Polizeidirektion bestätigte, dass ein Teil der Gäste der rechten Szene und der „Kameradschaft Kommando Werwolf“ (KSKW) zuzuordnen seien. Dabei handelt es sich um eine rechtsextremistische Gruppierung, die sich als „Bruderschaft“ organisiert. Rechtsextreme Rocker werden seit längerem von den Verfassungsschutzbehörden beobachtet. Sie kopieren den Lebensstil von Motorradgangs, übernehmen deren Äußerlichkeiten wie Lederkutten mit Vereinsabzeichen oder die streng hierarchischen Strukturen. Ziel der „Neonationalsozialisten“ sei es, „den inneren Zusammenhalt zu fördern und einen vermeintlich elitären Zirkel zu formen. Öffentliche, politische Auftritte sind eher die Ausnahme“, heißt es im Verfassungsschutzbericht 2016. In Brandenburg existieren demnach sieben „Bruderschaften“, darunter die „Kameradschaft Kommando Werwolf“. Sie hat nach Angaben der Verfassungsschützer bis zu 15 Mitglieder und setzt sich aus Rechtsextremisten aus Frankfurt, Beeskow und Gardelegen zusammen.

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Versteckspiel mit schlechter Tarnung

Via Sachsen-Anhalt Rechtsaussen:

Identitärer Rapper Komplott nutzt Proberaum von Magdeburger Rechstrockbands

AfD-Abgeordnete gründeten mit Rechtsrockmusikern und Neonazis eine Burschenschaft
Nachdem im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass der Identitäre-Rapper Komplott nicht aus Halle kommt und sich hinter diesem Namen der Neonazi Patrick Bass aus Heidelberg verbirgt, wurde es scheinbar kurz ruhig um den von IB-Faschisten gefeierten Künstler des „identitären Rap“. Nach der Veröffentlichung verließ Bass Berichten zufolge fluchtartig seine Wohnung und löschte verschiedene Accounts in sozialen Medien. Einige Monate später war Komplott wieder bei Instagram und Facebook aktiv. Am 22. Oktober 2017 veröffentlichte der Leipziger Identitäre Alexander „Malenki“ Kleine ein Video mit dem Rapper auf seinem Youtube-Kanal. Zu Beginn, um das folgende Interview anzukündigen, steht Kleine mit seinem Hund auf einem Hinterhof und gibt an „tief irgendwo in Dunkeldeutschland“ zu sein. Im Hintergrund ist die alte Diamantbrauerei in Magdeburg zu erkennen. Wenig später sind Kleine und Bass in einem Bandproberaum zu sehen. Es handelt sich um den Proberaum der Rechtsrockbands Mortuary, Painful Life und Agharta.

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Nationalsozialistischer Black Metal – der Teufel trägt Flecktarn (Teil 2)

Quelle: Don‘t call it music

Um die Dimension des deutschen “National Socialist Black Metal”, kurz NSBM, begreiflich zu machen, folgt heute ein Porträt einer weiteren NSBM-Band, die aus einschlägig bekannten Neonazis besteht und deren Mitglieder maßgeblich das Konzertgeschehen in Ostdeutschland beeinflussen.

Stahlfront – Walhalla oder Neuschwabenland?

Im Jahr 2011 ins Leben gerufen, gilt “Stahlfront” heute als gefragte Band im NSBM-Bereich. Das mag nicht nur an ihrer faschistischen und elitären Aufmachung liegen, sondern vielmehr an den Personen hinter dem Projekt. Als Live-Mitglied saß anfangs der in Gera wohnhafte Denis Sch. am Schlagzeug. Der 1976 geborene Sch. trat 2009 in Gera für die NPD zur Stadtratswahl an und wirkt auch in der bekannten Thüringer NSBM-Band “Totenburg” mit. Über Sch.s Label “Hammerbund” veröffentlicht “Stahlfront” Merchandise-Artikel und mehrere CDs.

Aktueller Schlagzeuger von “Stahlfront” ist Paul M., ebenfalls eine exponierte Person in der Rechtsrock- und NSBM-Szene. Seine derzeitigen Projekte sind die Nazibands “Blitzkrieg”, “Brainwash”, “Camulos”, “Leichenzug”, “Manson” und bis vor Kurzem die Zwickauer Trash-Metal-Band “Aeveron”. Zudem betreibt er an seinem Wohnsitz in Wilkau-Haßlau bei Zwickau das NSBM-Label “Blasphemous Terror Records”.

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Nationalsozialistischer Black Metal – der Teufel trägt Flecktarn (Teil 1)

Quelle: Don‘t call it music

Um sich vom Black-Metal-Mainstream abzugrenzen und den extrem rechten Bands dieses Genres eine Plattform zu geben, entstand in den Neunziger Jahren das Genre “National Socialist Black Metal”, kurz NSBM. Nur wenige Black-Metal-Bands beziehen sich heute explizit auf den NSBM. Andere wollen nicht in diese Schublade gesteckt werden, selbst wenn sie ausschließlich in diesem Milieu Konzerte geben. Für einige Bands ist das Spiel mit Nazi-Symbolen der Versuch einer Provokation, ein Element innerhalb der Darstellung als möglichst brutale, krasse und nihilistische “Untergrundband”.

Für einen nicht unerheblichen Teil dieser Szene ist es jedoch mehr als ein Spiel mit Symbolen. Vielmehr ist NSBM eine Nische, in der Hitler-Kult ausgelebt und die Verbrechen des NS-Regimes verherrlicht werden können. Die NSBM-Szene ist international bestens vernetzt und zu einem festen Bestandteil der neonazistischen Musiklandschaft geworden. Schon in den Neunzigern war eine Vermischung der Rechtsrockszene mit dem NSBM deutlich sichtbar. Musiker aus klassischen Rechtsrock-Bands fingen an, sich der NSBM-Szene anzunähern und unterhielten oft NS-Black-Metal-Bands als Nebenprojekte.

Für viele Neonazis ist Black Metal – und explizit NSBM – die einzig wahre Spielart, die die Ideen des Nationalsozialismus, die Überlegenheit der “weißen, arischen Rasse” und das eigene Elitebewusstsein musikalisch ausdrücken kann.

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Rechtes Black-Metal Konzert kleingeredet

Quelle: Antifainfoblatt

Am 3. September 2016 spielte die extrem rechte Black-Metal-Band „Permafrost“ im Rahmen des „Torn Your Ties“-Festivals im baden-württembergischen Bobstadt (Main-Tauber-Kreis). Pikant: Der Veranstalter war der stellvertretende Ortsvorsteher des kleinen Dorfes, Heiko G..

„Permafrost hat mit Politik nichts zu tun“

„Permafrost“, gegründet 2003 in Zeitz (Sachsen-Anhalt) wird dem „National Socialist Black Metal“1 zugeordnet und tritt bundes- und europaweit im Rahmen konspirativer Konzerte auf. Die Band hingegen betont: „Permafrost hat mit Politik nichts zu tun und dient einzig und allein der Verehrung Satans.“ Vor dem „Torn Your Ties“-Festival stellte die Band erneut fest, sie sei „keine Band welche politische Inhalte transportiert“.

Allerdings sprechen die Liedtexte und das Umfeld der Band eine andere Sprache: 2007 veröffentlichte die Band das Album „Live in Zeitz“ und coverte darin mehrere antisemitische Lieder extrem rechter Bands. Etwa das „Blutlied“ – bekannt auch als „Blut muss fließen“ von „Tonstörung“.2 „Permafrost“ selbst verteidigte das Cover: „Das Lied BMF ist eine Aneinanderreihung von 3 Akkorden welche scherzhaft von uns als ‚Tonstörung Cover‘ bezeichnet wurden. Das ‚Lied‘ ist instrumental und wurde von uns ohne Gesang vorgetragen.“ Die Version der verbreiteten DVD aus dem Jahr 2006 zeigt zwar, dass das Lied ohne Gesang gespielt wurde, doch der Sänger forderte eindeutig zum Mitsingen des Textes auf. Das Publikum und Teile der Band schrien den antisemitischen Liedtext mit – allerdings aus rechtlichen Gründen nicht in das Mikrofon.

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Brainwash und Moshpit – Seit wann liegt Dresden in Thüringen?

Quelle: Don‘t call it music

Die Bands “Brainwash” und “Moshpit” gelten als Aushängeschilder des Dresdner Nazilabels “OPOS Records”. Beide beziehen sich bis heute auf ihre Wurzeln in der Stadt Altenburg (Thüringen), ihre Mitglieder wohnen jedoch seit Jahren überwiegend im Raum Dresden. Der Ruf Altenburgs als Rechtsrock-Hochburg geht bis zur 1996 gegründeten NS-Metal-Band “Kreuzfeuer” zurück, deren Sänger Jens R. im Jahr 2000 Suizid beging. Dass im Jahr 2011 ein Sampler “Altenburg rockt das Reich” mit Beiträgen acht verschiedener Nazibands erschien, illustriert die Zustände in der 33.000-Einwohner-Stadt treffend. Eine von “Thüringen Rechtsaußen” im Jahr 2014 zusammengestellte Liste nennt gar 15 Nazibands mit Schwerpunkt Altenburg.

Frontmann und Sänger der 2001 gegründeten NS-Hardcore-Band “Brainwash” ist René W.. Der 1976 geborene Neonazi produziert und vertreibt außerdem die Kleidungsmarke “Dryve by Suizhyde”. Unter dem Künstlernamen “Mudhater Design” ist er einer der Haus-und-Hof-Grafiker für “OPOS Records”. W. gehört auch der Naziband “Endless Struggle” an und wirkte bei den Bands “Forbidden” und “Sharon Tate” mit. René W. kommt aus Altenburg, wohnt aber seit einigen Jahren in Dresden.

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Blitzkrieg – im engsten Umfeld des NSU

Quelle: Don‘t call it music

Die 1999 in Chemnitz (Sachsen) formierte Rechtsrock-Band “Blitzkrieg” genießt in der Nazi-Szene vor allem durch ihr langjähriges konspiratives Auftreten einen Ruf als “authentische” Band. Sie ist eine der Gruppen, die in den vergangenen Jahren nicht viel zur Weiterentwicklung der rechten Musikszene beigetragen haben und auch nicht Hit auf Hit produzieren. Und doch treten die Mitglieder so selbstsicher und selbstgefällig auf, dass sie aus der neonazistischen Musiklandschaft heute kaum wegzudenken sind. Das hat natürlich auch viel mit den Personen hinter dem Projekt und ihrem Engagement für die “nationale Sache” zu tun.

Sänger Jörg “Kicke” R. und sein Bruder Kay “Kacke” R., der bei “Blitzkrieg” am Schlagzeug sitzt, waren schon Ende der Neunziger Jahre fest in sächsischen “Blood & Honour”-Strukturen verankert. Innerhalb der im Jahr 2000 in Deutschland verbotenen Organisation waren sie europaweit für den Saalschutz bei Rechtsrock-Konzerten zuständig.

Das kam nicht von ungefähr, gehören die Richter-Brüder doch zur alten Riege der Chemnitzer Fußballschläger “HooNaRa” (“Hooligans Nazis Rassisten”), die selbst in der Hooligan-Szene lange gefürchtet waren. Chef der “HooNaRa” war Anfang der Zweitausender Jahre der mittlerweile verstorbene Gerüstbauer Rico M.. Gemeinsam mit den R.-Brüdern und anderen Hooligans des Chemnitzer FC war M. einer der neonazistischen Vorreiter in Sachen Kampfsport und trat etwa im “Fight Club Karl-Marx-Stadt” an. Die “HooNaRa” waren auch am massiven, organisierten Angriff auf eine antifaschistische Demonstration in Chemnitz im Jahr 2004 beteiligt.

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Confident of Victory – “Pornoskins” aus der Lausitz

Quelle: Don‘t call it music

Neben den Neonazi-Bands “Division Germania”, “Blutzeugen” und “Deutsch Stolz Treue” steht zur Stunde die Gruppe “Confident of Victory” beim Rechtsrock-Konzert “White Xmas” auf der Bühne. Im Jahr 1998 eigentlich nur als Nebenprojekt der Naziband “Sturm und Drang” gegründet, zählt “Confident of Victory” aus Senftenberg (Brandenburg) heute zu den bedeutendsten Rechtsrock-Bands des Landes.

Als Sänger der Bands “Sturm und Drang” und “Confident of Victory” fungiert der Neonazi Rico H. aus Senftenberg. Hauptberuflich ist H. Inhaber der “Hotel-Pension Hafemann” im Senftenberger Ortsteil Niemtsch. Dem Brandenburger Landesamt für Verfassungsschutz gilt H. als derart bedeutender Neonazi, dass man ihn im Verfassungsschutzbericht 2009 mit vollem Namen nannte – als einen von zwei Hauptakteuren der neonazistischen Musikszene im Bundesland. Zusammen mit Mitgliedern der mittlerweile aufgelösten sächsischen NSBM-Band “Magog” bildete H. zudem die NS-Death-Metal-Band “Obskur”.

Auch der Bassist von “Confident of Victory”, Thomas Tsch., gehört seit den Anfangstagen zur Gruppe. Er war somit auch von den Hausdurchsuchungen betroffen, die im Januar 2006 bei den Bandmitgliedern durchgeführt wurden. Anlass war ein Auftritt in Mannheim im März 2005, bei dem die Band volksverhetzende Titel gespielt und ihr Publikum zum Zeigen des Hitlergrußes sowie zu “Sieg Heil”-Rufen animiert haben soll. Bei den Durchsuchungen wurde auch der Zünder einer Übungshandgranate beschlagnahmt. Gleichzeitig wurde das Album “F.N.A.B.” (“Freedom, Nation and Blood”) und die Demo-CD “Pornoskins” nach Liste A indiziert. Die Demo-CD enthält Zeilen wie “Nigger scum, nigger nigger nigger nigger scum”. Auf “F.N.A.B.” sind Forderungen wie “War, war, war – the final solution!” zu hören.

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Endless Struggle – Wehrmachtsverherrlichung aus Sachsen

Quelle: Don‘t call it music

Mit drei CDs in den Jahren 2013, 2014 und 2015 legte die sächsische NS-Hardcore-Band “Endless Struggle” – nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Streetpunk-Band aus den USA – einen fleißigen Start hin. Worin ihr “endloser Kampf” besteht, verrät die Band mit ihren Liedern. Diese handeln größtenteils vom Zweiten Weltkrieg, glorifizieren die Wehrmacht und tischen geschichtliche Lügen auf – etwa dass im Februar 1945 bei den alliierten Bombardements auf Dresden 300.000 Menschen starben.

Sänger von “Endless Struggle” ist René W., Frontmann der NSHC-Band “Brainwash” und Betreiber des Kleidungslabels “Dryve by Suizhyde”. Den Bass spielt Michael L., Mitbetreiber des neonazistischen Musiklabels und Versandhandels “OPOS Records” und Mitglied zahlreicher anderer Nazibands, darunter “Moshpit”, “Hope for the Weak” und ebenfalls “Brainwash”.

Am Schlagzeug sitzt ein weiterer Multifunktionär der rechten Musikszene: Ron P. aus dem sächsischen Flöha, der auch in den Nazibands “Heiliges Reich”, “Killuminati”, “Kraftschlag” und “Sköll Dagaz” mitwirkt, bei Reiko Sch. Projekt “Moiler” mit auf der Bühne steht und zur NSBM-Band “Permafrost” gehörte. Ron Robert P. hat kein Problem damit, in der Öffentlichkeit mit einem “Hail Victory”-Shirt herumzulaufen.

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Isoliert und trotzdem vernetzt – Rechtsrock im Landkreis Barnim (Brandenburg)

Quelle: Don‘t call it music

Im Brandenburger Landkreis Barnim existiert seit über zehn Jahren eine kleine, aber aktive rechte Musikszene. Das bekannteste Projekt aus der Region ist die Band “Preußenfront” aus Bernau. Ihr Sänger Kai H. gehörte bis Mitte der Zweitausender Jahre der “Deutschen Volksunion” (DVU) an und spielte mit seiner Band auch auf Kundegebungen und Sommerfesten der Partei.

Die Verbindung zwischen Rechtsrockszene und DVU ist in Brandenburg nichts Ungewöhnliches. Auch Klaus M., der bis heute sein Gelände in Schorfheide bei Finowfurt für Konzerte der rechten Szene bereitstellt, war ein wichtiger Ansprechpartner der Partei, bis er vor knapp fünf Jahren den Landesvorsitz der rechten Kleinstpartei “Die Rechte” in Brandenburg übernahm.

Am Bass stand bei “Preußenfront” Kai Hs Bruder Steffen H., der lokalen Kameradschaftsstrukturen entstammt. “Preußenfront” galt als Lokalmatador, schaffte es – vermutlich aufgrund ihrer öden, beliebig wirkenden Rechtsrock-Musik – jedoch nicht, auf den “großen Bühnen” der Szene aufzutreten. Aus “Preußenfront” wurde später “Klänge des Blutes”, bis auch diese Band sich im Jahr 2015 auflöste. Höhepunkt ihrer musikalischen “Karriere” war ein Beitrag auf einer Solidaritäts-CD für den jährlich stattfindenden Naziaufmarsch “Tag der deutschen Zukunft” sowie ein Auftritt auf Siegfried Borchardts Geburtstagsfeier im Jahr 2013.

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Faust – Böhse Onkelz für Arme

Quelle: Don‘t call it music

Die vor rund 15 Jahren gegründete Nazi-Band “Faust” war im Rechtsrock-Bereich in den letzten Jahre sehr gefragt. Gesang und Melodie erinnern an die Band “Böhse Onkelz”. Inhaltlich versucht “Faust” mit doppeldeutigen Texten “progressiv” zu wirken, wodurch eine Hörerschaft auch außerhalb der rechten Szene gewonnen werden konnte.

Frontmann der Band ist bis heute der nahe Potsdam wohnhafte Patrick J.. Er ist sowohl im Bereich Rechtsrock als auch in der Black-Metal-Szene musikalisch aktiv. So spielte er u.a. bei der “Blood & Honour”-Band “Kraftschlag” um Jens-Uwe A., bei “Quadriga” aus Berlin und bei “Phönix”, einem recht jungen Projekt diverser Nazi-Musiker aus Deutschland.

Im NS-Black-Metal-Bereich singt J. bei der Band “Camulos” und war bei der Gruppe “Yggdrasil” aktiv, die sich später in “Frozen Abyss” umbenannte. Bei “Camulos” spielen ebenso Paul M. aus der Nähe von Zwickau sowie Alexander K. aus dem Erzgebirge mit. M. ist mit seinem NSBM-Soloprojekt “Leichenzug” bekannt und wirkt auch bei etlichen Rechtsrock-Bands mit. Kies betreibt das Label “Fog of the Apocalypse Records” und den “Angeldust-Mailorder”.

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Ein identitäres Haus in Halle

Quelle: Antifainfoblatt

Juni 2017: Auf den Seiten der rechten Initiative „Ein Prozent für unser Land“ und der rechten Zeitschrift „Sezession“ wird ein „Hausprojekt“ angekündigt. Neben dem „Institut für Staatspolitik“ (IfS) in Schnellroda und der „Bibliothek des Konservatismus“ in Berlin soll es einen weiteren Anlaufpunkt für die sogenannte ‚Neue Rechte‘ geben. Für Renovierung, Sicherheit und laufende Kosten wird um Spenden geworben. Es handelt sich um einen viergeschossigen Altbau in der Adam-Kuckhoff-Straße in Halle, direkt gegenüber des Steintorcampus der Martin-Luther-Universität. Mit Dorian Sch., Mario Müller, Melanie Schmitz und Florian M. will ein Großteil der Führungsriege der identitären „Kontrakultur Halle“ zukünftig dort wohnen und wirken.

Gastbeitrag von „Sachsen-Anhalt Rechtsaussen“

Der Gründer der Titurel-Stiftung, Helmut Englmann aus Johannesberg (Unterfranken), ist seit Januar 2017 Eigentümer des Hauses. Die Stiftung fungiert vor allem als Förderinstrument des IfS. Als Ansprech­partner tritt Andreas Lichert (Funktionär der AfD und des Vereins für Staatspolitik) auf, die Domain ist auf das IfS registriert, als administrativer Ansprechpartner wird Götz Kubitschek angegeben. Neben dem Sammeln von Unterstützungsgeldern wurden durch die Stiftung auch ’neurechte‘ Autoren gefördert. Das Haus dient zudem als Sitz einer Werbeagentur, der „Mosaik Kommunikation“. Als Unternehmensdach fungiert hier die Lichert GmbH von Andreas Lichert, die Web-Domain der Agentur ist auf Simon Kaupert registriert.

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Don‘t Call it Music!

Der Adventskalender, der besonderen Art:

Für die einen ist es eine lukrative Einnahmequelle, für die anderen Aufputschmittel und Einstiegsdroge in die Neonazi-Szene. Dieser Adventskalender wird die erste Seite beleuchten: Musiker, Labels und Versände, die jene Musik produzieren und verteiben, welche oft verharmlosend „Rechtsrock“ genannt wird und zu oft als Begleitmusik zu Mord und Totschlag dient.

Tobias Wirth – dem “Ödi” wird’s nie öde

By Don‘t Call it Music! on December 1, 2017

Der am 8. September 1986 geborene und in Helmbrechts (Oberfranken) wohnhafte Neonazi Tobias W.,, genannt “Öddi” oder “Ötti”, ist seit mindestens zehn Jahren in verschiedenen Nazibands in Bayern und Sachsen aktiv.

Tobias W. entstammt dem “Kameradschaftbund Oberfranken”. Innerhalb der Musikszene scheint er sowohl der Bruderschaft der “Hammerskins” als auch dem in Deutschland verbotenen “Blood & Honour”-Netzwerk nahezustehen. Wirth war in den letzten Jahren bundesweit auf vielen Neonazi-Aufmärschen anzutreffen, etwa am 1. Mai 2009 in Weiden oder am 1. Mai 2017 in Gera. Der Aufmarsch in Gera wurde von der Neonazi-Partei “Der III. Weg” organisiert. Ein Großteil von W. politischem Umfeld ist in den Reihen dieser Partei zu finden.

Wirth arbeitet bei der Firma HelLaTec (“Helmbrechtser Laminier Technik GmbH”) und trainiert Kampfsport im “Martial Mates Gym” in Hof. Er nahm u.a. 2016 an der “NAGA Grappling Championship” in Limburg teil. Auch auf Seminaren des “Shuri Gym” in Plauen wurde er gesichtet.

Seine musikalische Laufbahn begann Wirth 2005 mit der Band “Braune Brüder” aus dem Raum Hof, bei der der “Hammerskin” Tony Gentsch an der Gitarre stand. Gentsch war Kader des verbotenen “Freien Netz Süd” und ist derzeit “Gebietsleiter” der Neonazi-Partei “III. Weg”. Die Band trat fast ausschließlich im regionalen Rahmen auf, größtenteils im Umfeld der Kameradschaften “Braune Teufel Vogtland/Alcoholocaust” um David Köckert, “Schwarzer Orden Vogtland” um Olaf Martin und des “Kameradschaftsbund Hochfranken”, in dem Gentsch ebenfalls aktiv war.

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Internationaler Rechtsrock mit „Blood&Honour“

Quelle: Blick nach Rechts

02.11.2017 – In Slownien soll am 11. November ein Rechtsrock-Event mit dem deutschen Liedermacher „Barny“ sowie britischen und serbischen Gruppen stattfinden.

„IZ Revolta“, die serbische B&H-„Hausband“; (Screenshot)
Die „Blood& Honour-Sektion“ Slowenien bewirbt ohne genaue Ortsangabe ein Konzert am 11. November, bei dem Geld für inhaftierte Gesinnungsfreunde eingespielt werden soll. Mit von der Partie soll auch der Liedermacher „Barny“ sein, bürgerlich Mirko Szydlowski. Der Mittdreißiger trat dieses Jahr unter anderem schon im Februar auf Einladung von „Die Rechte“ auf, aber auch bei der Sonnenwendfeier Ende Juni auf dem Hof des NPD-Mannes Joachim Nahtz in Eschede. Er stand in der Vergangenheit bereits mehrfach bei Veranstaltungen, die von „Hammerskins“ in Europa organisiert wurden, auf der Bühne.

In Slowenien ebenfalls dabei das Duo „Ken & Brad“. Bei Erstgenanntem handelt es sich um Ken McLellan, Kopf von „Brutal Attack“, eine der bekanntesten britischen Rechtsrock-Bands. Er hat übrigens auch schon Aufnahmen zusammen mit „Barny“ eingespielt. Weiterhin ist Unterstützung aus Serbien vorgesehen. So wird „Vlada“, ehemals bei der 2002 gegründeten RAC- und NSBM-Band „Battle Flag“, angekündigt. Im Repertoire besagter Combo findet sich mit dem Titel „46 Years Of Pain“ auch eine Huldigung an Rudolf Heß. Außerdem sind „IZ Revolta“, die serbische B&H-„Hausband“, eingeplant. (hf)

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Martialische „NS Black-Metal“-Töne

Quelle: Blick nach Rechts

09.10.2017 – In Kiew in der Ukraine findet kurz vor Weihnachten unter dem Titel „Asgardsrei“ ein Spektakel mit sechs NSBM-Bands statt, organisiert von dem Szene-Label „Militant-Zone“. Mit dabei ist auch die einschlägige Kultband „Absurd“.

Am 16. Dezember soll es in Kiew zu einem europäischen „Gipfeltreffen“ von sechs einschlägigen NSBM-Bands kommen. Wie bereits im Vorjahr versammeln sich dort Musiker der Richtung „National Socialist Black Metal“ unter dem Veranstaltungstitel „Asgardsrei“, der identisch ist mit einer Veröffentlichung der Thüringer Band „Absurd“ aus dem Jahr 1999.

Es verwundert nicht wirklich, dass „Absurd“ dieses Jahr zum dortigen Line-Up gehört. Hendrik Möbus als Ikone der Band besuchte vergangenes Jahr ebenfalls kurz vor Weihnachten das eintägige Festival in der ukrainischen Hauptstadt. Ihm zu Ehren spielten Bands auf der Bühne „Absurd“-Stücke. Die Thüringer Combo hat sich in den vergangenen Jahren sehr rar gemacht, spielte nur sehr selten live. Seit langem wird daher auch immer wieder über die häufiger wechselnde Besetzung spekuliert, ob Hendrik Möbus nun der Kopf ist, oder doch sein älterer Bruder Ronald das Sagen hat.

Der heute 41-jährige Hendrik Möbus, als „Satansmörder von Sondershausen“ bekannt, war in der Vergangenheit rechtskräftig zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Er wurde zunächst vorzeitig mit der Auflage einer Bewährung aus der Haft entlassen, fiel dann mit neonazistischen Handlungen und rassistischen Äußerungen auf, weshalb die Bewährung widerrufen wurde. Hendrik Möbus flüchtete vor seiner erneuten Inhaftierung zu William Pierce von der rechtsextremen „National Alliance“ in die USA. Mit einem Asylantrag dort scheiterte er, wurde nach Deutschland ausgeliefert und saß dann eine Reststrafe ab.

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Frankreich: Ungestörtes RechtsRock-Konzert

Quell: Der rechte Rand

Heudicourt-sous-les-Côtes (Frankreich). Am 18. März haben über tausend Neonazis an einem Rechtsrock-Konzert in einer Sporthalle im Nordosten Frankreichs teilgenommen. Organisiert wurde das Event mit dem Namen »Defend Europe« von deutschen und französischen »Hammerskins« mit Unterstützung des Neonazi-Netzwerks »Blood & Honour«. Die Bands »Heiliger Krieg« aus Württemberg, »Division Germania« aus Mönchengladbach, »Blitzkrieg« aus Chemnitz, »Squadron« aus Großbritannien und »Fortress« aus Australien traten auf. Der Auftritt der australischen Band »Fortress« soll ursprünglich vom inzwischen verstorbenen ehemaligen V-Mann Roland Sokol mitinitiiert worden sein. Die Mehrheit der ZuschauerInnen kam aus Deutschland, aber auch tschechische, niederländische, belgische, schweizerische und italienische Neonazis reisten an. Die Polizei beobachtete das Geschehen, schritt aber nicht ein. Nach Schätzungen sollen die OrganisatorInnen rund 30.000 Euro eingenommen haben.

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Geldstrafe für NS-Blackmetal-Verkäufer

Quelle: Der rechte Rand

Gießen. Am 7. März ist der der ehemalige Betreiber des extrem rechten Plattenlabels und Online-Versands »Supremacy through Intolerance«, Michael Jan R. zu einer Geldstrafe von 4.800 Euro verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Angeklagt war er wegen 18 Fällen von Volksverhetzung und der Verwendung verfassungsfeindlicher Symole, da die Cover und Booklets der von ihm vertriebenen Tonträger mit Hakenkreuzen und SS-Runen bedruckt waren. Den Versandhandel hatte der Neonazi 2008 in Kassel gegründet, wo er der extrem rechten »Burschenschaft Germania« angehörte. Es ist nicht bekannt, ob R. gegen das Urteil Rechtsmittel eingelegt hat.

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Saitenhieb: Bye-bye, Blastfest

Nicht nur in der Skinheadsubkultur gibt es problematische Tendenzen, die es nicht nur offen zu thematisieren, sondern auch zu kritisieren gilt. Auch in der Metal-Szene spielt sich ähnliches ab. Rechte Bands werden unter dem Deckmantel des Meinungspluralismus oder gar der Meinungsfreiheit offen abgefeiert, oder unter dem Rückzug in die beliebige – und im Grunde gar nicht existente- Bubble des „Unpolitischen“ geduldet. Hier bildet sich eine Hegemonie ab, die getrost als Grauzone wie aus dem Bilderbuch bezeichnet werden darf.
Um so erfreulicher ist es nun das es eine graubraune Veranstaltung weniger gibt.
#metalnazifrei #festival #smashthegreyzone

Liebe Rocker,

das Blastfest im norwegischen Bergen ist Geschichte. Nach gerade mal drei Jahren wurde der Stecker gezogen – und wenn man sich die letzten Ereignisse rund um die Veranstaltung in den vergangenen Monaten anschaut: zu Recht.

Die Tragödie begann mit der Buchung der französischen Band Peste Noire. Die Black-Metaller um Band-Kopf Famine haben einen durchaus schwierigen Ruf, bezeichnet sich der Sänger doch gerne selbst als Nationalist und erklärt in Interviews, dass „echter“ Black Metal immer stark rechts orientiert sei(n sollte). Das zu recherchieren ist eine durchaus meisterbare Aufgabe, und speziell von den Veranstaltern eines Extreme Metal-Festivals sollte man erwarten können, dass sie diesbezüglich informiert sind. Insofern muss man voraussetzen, dass das Booking von Peste Noire nicht aus Unwissenheit (dumm), sondern reiner Ignoranz (noch dümmer) stattfand. Napalm Death sagten ihren Auftritt umgehend ab, und die französische Antifa wurde aktiv, indem sie Info-Mails an die Caterer, Hotels und Venues des Blastfest schickte, die wenig begeistert von diesem Sachverhalt waren.

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Martialisches „Asgardsrei“-Festival in Kiew

16.12.2016 – Die ukrainische Hauptstadt Kiew steht am Sonntag auf dem Terminzettel von NSBM-Anhängern.

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[Sachsen-Anhalt] Auto von Nazimusiker Benjamin Schneider flambiert

Wir dokumentieren:

Wir haben am 20. Oktober die Karre von Benjamin Schneider in Elsteraue (Sachsen-Anhalt) angezündet. Benjamin Schneider ist Mitglied einiger Nazi-Bands, darunter Permafrost, Kraftschlag und Heiliges Reich. Bei Heiliges Reich singt er den Holocaust verherrlichende Texte wie „Die Züge sind voll, die Stimmung ist toll, die Fahrt geht in Richtung Osten“. Weiterhin betreibt er das Musiklabel SFH-Records, das Black Metal, NSBM und Rechtsrock produziert und nimmt an Nazi-Aufmärschen teil.

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