Archiv der Kategorie 'NS-Hardcore'

RECHTSROCK UND HITLERGRÜSSE AM OSTSEESTRAND

Quelle: Exif-Recherche

Wie sozialen Netzwerken zu entnehmen ist, fand am vergangenen Samstag, den 5. August 2018, in der Ostseestrandbar „Na’bitte“ in Dahme (Schleswig-Holstein) ein öffentlich beworbenes Neonazikonzert statt. Die Mitglieder der Band sind allesamt bekannte Neonazis, die auch in anderen Rechtsrock-Bands spielen: Marco Eckert, «Combat 18»-Mitglied aus Grube in Ostholstein und Musiker der C18-Band «Oidoxie» spielt an der Gitarre, am Schlagzeug sitzt Falk Pirnke aus Nordkirchen, ehemaliges Bandmitglied von «Oidoxie». Frontmann der Band ist Patrick Janssen aus Potsdam, der als Sänger der neonazistischen Band «Faust» bekannt ist. Am Bass findet sich Dirk Mewis aus Wismar, der zugleich Mitglied der Band «Vidar» ist.
Die Band «Gehasst-Verdammt-Vergöttert» versucht sich in sozialen Medien als unpolitisch darzustellen um so ein größtmögliches Publikum zu erreichen. Für ihre Auftritte greifen sie dennoch gerne auf ihr Neonazinetzwerk zurück. So spielten sie beispielsweise am 28. Oktober 2017 in der „Parkgaststätte“ in Lindenau. Betreiber der Gaststätte ist Sebastian Raack, Inhaber der bedeutenden Neonazilabels «OPOS Records» und «Greifvogel Wear».
Die politische Ausrichtung von «Gehasst-Verdammt-Vergöttert» erschließt sich bereits bei der Wahl des Logos, das den Zahlencode „28“ darstellt, was für «Blood & Honour» steht. Neben der Bandbesetzung war auch das Publikum des Konzerts an der Ostsee deutlich neonazistisch geprägt. Auf Videos des Konzerts ist mehrfach der offen gezeigte Hitlergruß zu erkennen. Unter den Gästen befanden sich neben diversen, lokalen Akteuren der extremen Rechten auch Mitglieder von «Combat 18», wie Martin Krause aus Bad Sülze und Alexander Michels aus Malchin. Ebenso waren Lars Bergeest und «MC Bandidos»-Mitglied Alexander Hardt anwesend. Auch der Betreiber des NS-Hardcore Labels «GWT Produktionen / Leveler Records» und zudem Bandmitglied und Initiator zahlreicher, neonazistischer Musikprojekte, Frank Haack, war mit seiner Partnerin Marie Dorant vor Ort.

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Rückblick und Auswertung des Kampfsportturniers „Kampf der Nibelungen“ auf dem Neonazi-Festival „Schild & Schwert“ am 21.04.2018

Quelle: Runter von der Matte

Im Vorhinein des Turniers des „Kampf der Nibelungen“ (KdN) auf dem im ostsächsischen Ostritz ausgerichteten „Schild & Schwert-Festival“, war sich die extrem rechte Szene nicht eins, ob Kampfsport und RechtsRock zusammen funktionieren kann.

Die sich elitär gebende Neonazi-Partei „Der III.Weg“ beispielsweise distanzierte sich intern schon Wochen vor der Veranstaltung von selbiger, wohl im Hinblick auf das zu erwartende negative Bild des „Suff-Nazis“. Gegen ein solches Bild hatte sich die Partei schon nach dem „Rock gegen Überfremdung II“ im Juli 2017 in Themar ausgiebig ausgesprochen.

Auch die Verantwortlichen des KdN waren sich nicht sicher, ob sie Teil eines solchen Events sein wollen, verlautbarten jedoch in den sozialen Netzwerken, dass man „zusammen stehen“ müsse, damit die „Volksgemeinschaft funktionieren“ könne.

Im Rückblick auf das Turnier stellen wir erneut fest, dass sich Events wie der KdN immer mehr professionalisieren und in ihrer Struktur an Zuwachs gewinnen. Neben den seit Jahren involvierten Neonazi-Kampfsportmarken „White Rex“, „Greifvogel Wear“, „Black Legion“, „Sport Frei“ und „Pride France“ kamen nicht nur neue Marken wie „Blutzoll“ dazu, sondern auch Labels und Produktionen aus der RechtsRock-Szene, wie etwa „Wewelsburg Records“. Mit den Köpfen hinter diesem Geschäftszweigen gewann die Struktur zudem an Personen aus den Reihen der Neonazi-Bruderschaft „Hammerskins“. Diese schickte auch internationale Vertreter nach Ostritz um im Rahmen des KdN Aufgaben zu übernehmen.
Die enge Bindung des KdN zur extrem rechten Kleinstpartei „Die Rechte“, sowie zu Gruppen aus der „NS-Straight Edge“-Szene war abermals zu verzeichnen, während neue rechte Gruppen wie das „Rise Above Movement“ aus den USA zum ersten Mal an dem Event teilnahmen. Eine Expansion und weltweite Vernetzung wird auch dadurch ersichtlich.

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Kämpfen für die Volksgemeinschaft

Quelle: Lotta-Magazin

In den letzten Jahren hat sich innerhalb der extremen Rechten eine eigenständige international vernetzte Kampfsport-Szene mit eigenen Marken, Veranstaltungen und Strukturen herausgebildet. Von zentraler Bedeutung ist dabei das Netzwerk, das sich rund um das Event „Kampf der Nibelungen“ (KdN) gebildet hat.
Dass Neonazis verschiedene Formen und Arten von Kampfsport betreiben, stellt kein neues Phänomen dar. Kampfsport wird innerhalb der extremen Rechten nicht „nur“ auf einer individuellen Ebene betrieben, sondern auch von organisierten Strukturen durchgeführt. Beispielsweise in der 2009 verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ), zu deren völkisch-rassistischer Kinder- und Jugendarbeit eine Vielzahl von Zeltlagern gehörten, in denen immer auch „sportliche Maßnahmen“ — inklusive des Erlernens von Kampfsporttechniken — angeboten wurden. Oder in den „Freien Kameradschaften“, wie dem Aktionsbüro Mittelrhein (ABM), dessen Mitglieder sich vor dem Koblenzer Landgericht unter anderem wegen der Bildung einer Kriminellen Vereinigung verantworten müssen. Im Prozess, der 2017 platzte und nun neu aufgerollt wird, kam zu Tage, dass regelmäßige Kampfsport-Trainings durchgeführt wurden, an denen Neonazis aus dem Rheinland teilgenommen haben. Darüber hinaus wurde im Rahmen der Razzien gegen Mitglieder des ABM ein „Leitfaden für Aktivisten“ gefunden, der unter anderem den Besuch von Kampfsportschulen und die Weitergabe des dort Erlernten an „Kameraden“ propagiert.

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„Brainwash“ zu Gast in Kiew

Quelle: Der Blick nach Rechts

Kiew – Im Musikclub „Bingo“ in Kiew ist für den 29. April ein Konzert mit Rechtsrock- beziehungsweise NSBM-Bands aus verschiedenen Ländern angekündigt.

Auftreten soll neben fünf weiteren Bands des rechten Spektrums auch die Combo „Brainwash“. Diese existiert seit 2001. Die Mitglieder um Sänger Rene Weiße kommen alle aus Sachsen, vornehmlich aus dem Raum Dresden, und haben engen Kontakt zum Rechtsrock-Label OPOS-Records.

Außerdem werden für das Konzert „M8L8TH“ aus Russland, die bereits zum Jahreswechsel 1989/1990 gegründeten „Kratky Proces“ aus der Slowakei sowie die ukrainischen NSBM-Bands „Sokyra Peruna“, „Nokturnal Mortum“ und die die Gothic- und Industrial-Stilrichtung bevorzugenden „Komu Vnyz“ aufgelistet.

Angesichts dieses Konzerts sollte sich wohl die auch international gefragte deutsche Mittelalter-Szeneband „In Extremo“ aus dem Großraum Berlin vielleicht noch einmal hinterfragen, in welcher Lokalität sie im September in Kiew auftreten möchte. (hf)

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Gesunder Geist, gesunder Körper und 32 Tonnen nicht-verzollter Tabak

Quelle: Runter von der Matte

Informationen und Einschätzungen zum Turnier des „Kampf der Nibelungen“ auf dem „Schild & Schwert“-Festival in Ostritz

Um ein „ultimative Politik Festival“ – wie der Veranstalter das zweitägige Neonazi-Event im April 2018 betitelt – tatsächlich attraktiv wirken zu lassen, muss auch der Aspekt des Kampfsports untergebracht werden.

Dass dafür niemand anderes als die bundesweit bestens vernetzte Neonazi-Kampfsportorganisation „Kampf der Nibelungen“ in Frage kommt, sollte in der extrem rechten Szene spätestens seit Herbst 2017 offensichtlich sein. In Kirchundem in Nordrhein-Westfalen zog das jährlich seit 2013 stattfindende Kampfsportturnier unter dem Label „Kampf der Nibelungen“ an die 800 Neonazis aus ganz Europa an. Ein Novum für solch ein konspirativ organisierte Event im deutschsprachigen Raum und auch ein Zeichen dafür, dass Kampfsport und Fitness nicht nur im gesellschaftlichen Mainstream im Trend liegen, sondern auch in der Neonazi-Szene an Faszination gewinnen konnte.

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Mehr als nur Klamotten

Quelle: Lotta

Extrem rechte Kampfsportmarken im Überblick

Mit dem Aufkommen eines gesteigerten Interesses der extrem rechten Szene an Kampf- und Kraftsport Anfang der 2000er Jahre witterte die rechte Modeindustrie ihre Chance. Mittlerweile gibt es europaweit mehr als ein Dutzend Kampfsportlabels, die manchmal subtil, zumeist aber offensichtlich mit martialischen Motiven, markigen Slogans und modernen Designs eine wachsende Neonazi-Kampfsportszene bedienen.
Um die Jahrtausendwende entstand in Bremen die rechte Streetwear -und Sportmarke „Sport Frei“. Vertrieben wird sie von Henrik Ostendorf, einem Multifunktionär der extremen Rechten. Zusammen mit seinem Bruder Hannes Ostendorf (Sänger der RechtsRock-Bands „Kategorie C“ und „Nahkampf“) war er Teil der rechten Bremer Hooligangruppe „Standarte“ sowie 2009 Geschäftsführer des „Deutsche Stimme Verlags“, und er publiziert heute das geschichtsrevisionistische Magazin „Ein Fähnlein“. Mit den Designs von „Sport Frei“ wendet er sich vorrangig an die rechte Hooliganszene, schaffte es aber auch, die Marke in der rechten Kampfsportszene zu etablieren. So sponsert er seit 2014 das Neonazi-Kampfsportturnier „Kampf der Nibelungen“ (KdN). Obwohl Ostendorfs Label auf dem Markt rechter Sportkleidung als Vorreiter und Ideengeber gilt, hat es heute kaum noch Wirkung auf die Szene. Dies mag zum einen daran liegen, dass sich der Bremer Neonazi nie bemühte, seine Produkte zeitgemäß zu gestalten, zum anderen scheint Ostendorf in zu vielen rechten Projekten involviert zu sein, als dass er Zeit für die Mitwirkung am Aufbau einer professionellen, internationalen rechten Kampfsportszene hätte.

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Versteckspiel mit schlechter Tarnung

Via Sachsen-Anhalt Rechtsaussen:

Identitärer Rapper Komplott nutzt Proberaum von Magdeburger Rechstrockbands

AfD-Abgeordnete gründeten mit Rechtsrockmusikern und Neonazis eine Burschenschaft
Nachdem im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass der Identitäre-Rapper Komplott nicht aus Halle kommt und sich hinter diesem Namen der Neonazi Patrick Bass aus Heidelberg verbirgt, wurde es scheinbar kurz ruhig um den von IB-Faschisten gefeierten Künstler des „identitären Rap“. Nach der Veröffentlichung verließ Bass Berichten zufolge fluchtartig seine Wohnung und löschte verschiedene Accounts in sozialen Medien. Einige Monate später war Komplott wieder bei Instagram und Facebook aktiv. Am 22. Oktober 2017 veröffentlichte der Leipziger Identitäre Alexander „Malenki“ Kleine ein Video mit dem Rapper auf seinem Youtube-Kanal. Zu Beginn, um das folgende Interview anzukündigen, steht Kleine mit seinem Hund auf einem Hinterhof und gibt an „tief irgendwo in Dunkeldeutschland“ zu sein. Im Hintergrund ist die alte Diamantbrauerei in Magdeburg zu erkennen. Wenig später sind Kleine und Bass in einem Bandproberaum zu sehen. Es handelt sich um den Proberaum der Rechtsrockbands Mortuary, Painful Life und Agharta.

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Das NS-Hardcore-Imperium

Quelle: EXIF

Ein Einblick in ein neonazistisches Wirtschaftsimperium aus NS-Hardcore (NSHC) und Kampfsport. Von «Leveler Records», «Terrorsphära» und «Überzeugungstäter» über «Wardon 21» und «Greifvogel Wear» hin zum «Kampf der Nibelungen».
Ein Nebelhorn ertönt: «Leveler Records» wird eingeblendet, noch mal ein Nebelhorn, «H.-Photography» erscheint, beim 3. Nebelhorn das Logo von «AD Versus Media». Zuletzt dann mit «Terrorsphära – Kampfansage» Interpret und Liedtitel, bevor die vermummten Musiker loslegen. Über siebenhundertausend Aufrufe hat das professionell aufgemachte Musik-Video bei Youtube bisher erreicht, welches zu Promotionzwecken zur Gründung des Labels «Leveler Records» produziert wurde. Das inzwischen schon über zwei Jahre alte Video zeigt deutlich, wie sich die NSHC-Szene weiterentwickelt, sich von der alten Rechtsrock-Ästethik verabschiedet und ihr Marketing professionalisiert hat. Rechtsrock als Rekrutierungsfeld, Vernetzungsort und Finanzquelle für die extreme Rechte erlebt durch diese Entwicklung gerade im Bereich des NSHC eine Verjüngungskur. Zusätzlich entstehen Überschneidungen und Verbindungen in die organisierte, neonazistische Kampfsportszene. Einende Elemente dieser beiden Strömungen sind ihr moderner, elitärer und militanter Anspruch innerhalb der neonazistischen Bewegung. Beispielhaft soll das im Folgenden anhand des Netzwerks um das Label «Leveler Records» gezeigt werden.

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Nationalsozialistischer Black Metal – der Teufel trägt Flecktarn (Teil 2)

Quelle: Don‘t call it music

Um die Dimension des deutschen “National Socialist Black Metal”, kurz NSBM, begreiflich zu machen, folgt heute ein Porträt einer weiteren NSBM-Band, die aus einschlägig bekannten Neonazis besteht und deren Mitglieder maßgeblich das Konzertgeschehen in Ostdeutschland beeinflussen.

Stahlfront – Walhalla oder Neuschwabenland?

Im Jahr 2011 ins Leben gerufen, gilt “Stahlfront” heute als gefragte Band im NSBM-Bereich. Das mag nicht nur an ihrer faschistischen und elitären Aufmachung liegen, sondern vielmehr an den Personen hinter dem Projekt. Als Live-Mitglied saß anfangs der in Gera wohnhafte Denis Sch. am Schlagzeug. Der 1976 geborene Sch. trat 2009 in Gera für die NPD zur Stadtratswahl an und wirkt auch in der bekannten Thüringer NSBM-Band “Totenburg” mit. Über Sch.s Label “Hammerbund” veröffentlicht “Stahlfront” Merchandise-Artikel und mehrere CDs.

Aktueller Schlagzeuger von “Stahlfront” ist Paul M., ebenfalls eine exponierte Person in der Rechtsrock- und NSBM-Szene. Seine derzeitigen Projekte sind die Nazibands “Blitzkrieg”, “Brainwash”, “Camulos”, “Leichenzug”, “Manson” und bis vor Kurzem die Zwickauer Trash-Metal-Band “Aeveron”. Zudem betreibt er an seinem Wohnsitz in Wilkau-Haßlau bei Zwickau das NSBM-Label “Blasphemous Terror Records”.

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Brainwash und Moshpit – Seit wann liegt Dresden in Thüringen?

Quelle: Don‘t call it music

Die Bands “Brainwash” und “Moshpit” gelten als Aushängeschilder des Dresdner Nazilabels “OPOS Records”. Beide beziehen sich bis heute auf ihre Wurzeln in der Stadt Altenburg (Thüringen), ihre Mitglieder wohnen jedoch seit Jahren überwiegend im Raum Dresden. Der Ruf Altenburgs als Rechtsrock-Hochburg geht bis zur 1996 gegründeten NS-Metal-Band “Kreuzfeuer” zurück, deren Sänger Jens R. im Jahr 2000 Suizid beging. Dass im Jahr 2011 ein Sampler “Altenburg rockt das Reich” mit Beiträgen acht verschiedener Nazibands erschien, illustriert die Zustände in der 33.000-Einwohner-Stadt treffend. Eine von “Thüringen Rechtsaußen” im Jahr 2014 zusammengestellte Liste nennt gar 15 Nazibands mit Schwerpunkt Altenburg.

Frontmann und Sänger der 2001 gegründeten NS-Hardcore-Band “Brainwash” ist René W.. Der 1976 geborene Neonazi produziert und vertreibt außerdem die Kleidungsmarke “Dryve by Suizhyde”. Unter dem Künstlernamen “Mudhater Design” ist er einer der Haus-und-Hof-Grafiker für “OPOS Records”. W. gehört auch der Naziband “Endless Struggle” an und wirkte bei den Bands “Forbidden” und “Sharon Tate” mit. René W. kommt aus Altenburg, wohnt aber seit einigen Jahren in Dresden.

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Nazipunk in Sachsen – zwischen Subkultur, Kameradschaftsszene und NSU

Quelle: Don‘t call it music

1994 in Riesa gegründet, ist “Selbststeller” eine der dienstältesten Nazibands in Sachsen. Ähnlich wie die ebenfalls aus Riesa stammenden Nazibands “Die Weissen Riesen” und “Bürgerwehr” kann man die Rechtsrocker von “Selbststeller” dem internationalen “Blood & Honour”-Netzwerk zuordnen. Regional ist die Band an die Kameradschaft “Bootboys Riesa” angebunden, die ebenfalls seit den Neunziger Jahren besteht. Deren Kürzel “22” (“BB”) findet man auf Kleidung und CDs der Band, die ihre Musik selbst als “Zankrock” bezeichnet.

Sänger der Naziband “Selbststeller” ist der langjährig aktive Neonazi Axel T. aus Riesa. Die erste Gitarre spielt der ebenfalls aus Riesa stammende Berufssoldat Nico H., am Schlagzeug sitzt Volker H.. Den Bass spielt seit einigen Jahren Teresa R. (geborene T.) aus dem ostsächsischen Wilthen. Ihr Ehemann Morris “Miesl” R. war bis Anfang 2017 zweiter Gitarrist. Er wurde im Frühjahr 2017 durch den Neonazi Tom H. aus Riesa ersetzt.

“Selbststeller” sehen sich selbst zwar selbst als Punkrock-Band und sind dadurch auch innerhalb der oft als “Graunzone” bezeichneten rechtsoffenen Szene beliebt, ihre Texte sprechen allerdings eine klare Sprache. Auf ihrem im Jahr 2010 beim Nazilabel “OPOS Records” erschienenen Album “Bumm Bumm Rattatta Klick Klack Peng” heißt es etwa in dem gleichnamigen Lied, das sich drohend gegen Geflüchtete richtet: “Wir treten euch entgegen mit Wort und Ton, doch es bleibt nicht bei Gitarre, Schlagzeug, Bass, Mikrofon, denn wir befreien die Nation aus euren Fängen mit Bumm Bumm Rattatta Klick Klack Peng.”

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Ungebetene Gäste und Painful Awakening – Hooliganism meets NSHC

Quelle: Don‘t call it music

Die 2010 gegründete Naziband “Ungebetene Gäste” besteht aus mittlerweile altbekannten Neonazis aus Mecklenburg-Vorpommern. Sänger und Gründungsmitglied ist der heute in Rostock lebende Marcel “Zabel” Z.. Er war in den letzten Jahren auf zahlreichen Punk- und Rockabilly-Konzerten anzutreffen. Gemeinsam mit sechs Freunden aus Güstrow und Bützow gründete er im Jahr 2007 die “Hoolsnation”, eine Clique von Neonazis, die sich gern als Hooligans darstellten und vorrangig Partys und Saufgelage in einer Garage veranstalteten. Ab 2010 veröffentlichte Z. unter dem Namen “UnGebetene Gäste” einige Videos mit Akustik-Liedern. Im gleichen Jahr entstand auch das erste Album “Musik für euch”, das noch sehr holprig daherkam.

Im Jahr 2012 veröffentlichte die selbsternannte “Streetrock”-Band ihr erstes professionell produziertes Album namens “Anstoß”. Passend zur Europameisterschaft im gleichen Jahr versucht die Band sich auf der CD als unpolitische, “nur” patriotische Fußballrock-Band darzustellen. Dieses Image hatte sich bereits Jahre zuvor die Rechtsrock-Band “Kategorie C” auf die Fahnen geschrieben. So verwundert es nicht, dass “Ungebetene Gäste” ein Jahr später als Vorband von “Kategorie C” bei einem Auftritt in Wolfsburg beworben wurden.

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Blitzkrieg – im engsten Umfeld des NSU

Quelle: Don‘t call it music

Die 1999 in Chemnitz (Sachsen) formierte Rechtsrock-Band “Blitzkrieg” genießt in der Nazi-Szene vor allem durch ihr langjähriges konspiratives Auftreten einen Ruf als “authentische” Band. Sie ist eine der Gruppen, die in den vergangenen Jahren nicht viel zur Weiterentwicklung der rechten Musikszene beigetragen haben und auch nicht Hit auf Hit produzieren. Und doch treten die Mitglieder so selbstsicher und selbstgefällig auf, dass sie aus der neonazistischen Musiklandschaft heute kaum wegzudenken sind. Das hat natürlich auch viel mit den Personen hinter dem Projekt und ihrem Engagement für die “nationale Sache” zu tun.

Sänger Jörg “Kicke” R. und sein Bruder Kay “Kacke” R., der bei “Blitzkrieg” am Schlagzeug sitzt, waren schon Ende der Neunziger Jahre fest in sächsischen “Blood & Honour”-Strukturen verankert. Innerhalb der im Jahr 2000 in Deutschland verbotenen Organisation waren sie europaweit für den Saalschutz bei Rechtsrock-Konzerten zuständig.

Das kam nicht von ungefähr, gehören die Richter-Brüder doch zur alten Riege der Chemnitzer Fußballschläger “HooNaRa” (“Hooligans Nazis Rassisten”), die selbst in der Hooligan-Szene lange gefürchtet waren. Chef der “HooNaRa” war Anfang der Zweitausender Jahre der mittlerweile verstorbene Gerüstbauer Rico M.. Gemeinsam mit den R.-Brüdern und anderen Hooligans des Chemnitzer FC war M. einer der neonazistischen Vorreiter in Sachen Kampfsport und trat etwa im “Fight Club Karl-Marx-Stadt” an. Die “HooNaRa” waren auch am massiven, organisierten Angriff auf eine antifaschistische Demonstration in Chemnitz im Jahr 2004 beteiligt.

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Confident of Victory – “Pornoskins” aus der Lausitz

Quelle: Don‘t call it music

Neben den Neonazi-Bands “Division Germania”, “Blutzeugen” und “Deutsch Stolz Treue” steht zur Stunde die Gruppe “Confident of Victory” beim Rechtsrock-Konzert “White Xmas” auf der Bühne. Im Jahr 1998 eigentlich nur als Nebenprojekt der Naziband “Sturm und Drang” gegründet, zählt “Confident of Victory” aus Senftenberg (Brandenburg) heute zu den bedeutendsten Rechtsrock-Bands des Landes.

Als Sänger der Bands “Sturm und Drang” und “Confident of Victory” fungiert der Neonazi Rico H. aus Senftenberg. Hauptberuflich ist H. Inhaber der “Hotel-Pension Hafemann” im Senftenberger Ortsteil Niemtsch. Dem Brandenburger Landesamt für Verfassungsschutz gilt H. als derart bedeutender Neonazi, dass man ihn im Verfassungsschutzbericht 2009 mit vollem Namen nannte – als einen von zwei Hauptakteuren der neonazistischen Musikszene im Bundesland. Zusammen mit Mitgliedern der mittlerweile aufgelösten sächsischen NSBM-Band “Magog” bildete H. zudem die NS-Death-Metal-Band “Obskur”.

Auch der Bassist von “Confident of Victory”, Thomas Tsch., gehört seit den Anfangstagen zur Gruppe. Er war somit auch von den Hausdurchsuchungen betroffen, die im Januar 2006 bei den Bandmitgliedern durchgeführt wurden. Anlass war ein Auftritt in Mannheim im März 2005, bei dem die Band volksverhetzende Titel gespielt und ihr Publikum zum Zeigen des Hitlergrußes sowie zu “Sieg Heil”-Rufen animiert haben soll. Bei den Durchsuchungen wurde auch der Zünder einer Übungshandgranate beschlagnahmt. Gleichzeitig wurde das Album “F.N.A.B.” (“Freedom, Nation and Blood”) und die Demo-CD “Pornoskins” nach Liste A indiziert. Die Demo-CD enthält Zeilen wie “Nigger scum, nigger nigger nigger nigger scum”. Auf “F.N.A.B.” sind Forderungen wie “War, war, war – the final solution!” zu hören.

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Endless Struggle – Wehrmachtsverherrlichung aus Sachsen

Quelle: Don‘t call it music

Mit drei CDs in den Jahren 2013, 2014 und 2015 legte die sächsische NS-Hardcore-Band “Endless Struggle” – nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Streetpunk-Band aus den USA – einen fleißigen Start hin. Worin ihr “endloser Kampf” besteht, verrät die Band mit ihren Liedern. Diese handeln größtenteils vom Zweiten Weltkrieg, glorifizieren die Wehrmacht und tischen geschichtliche Lügen auf – etwa dass im Februar 1945 bei den alliierten Bombardements auf Dresden 300.000 Menschen starben.

Sänger von “Endless Struggle” ist René W., Frontmann der NSHC-Band “Brainwash” und Betreiber des Kleidungslabels “Dryve by Suizhyde”. Den Bass spielt Michael L., Mitbetreiber des neonazistischen Musiklabels und Versandhandels “OPOS Records” und Mitglied zahlreicher anderer Nazibands, darunter “Moshpit”, “Hope for the Weak” und ebenfalls “Brainwash”.

Am Schlagzeug sitzt ein weiterer Multifunktionär der rechten Musikszene: Ron P. aus dem sächsischen Flöha, der auch in den Nazibands “Heiliges Reich”, “Killuminati”, “Kraftschlag” und “Sköll Dagaz” mitwirkt, bei Reiko Sch. Projekt “Moiler” mit auf der Bühne steht und zur NSBM-Band “Permafrost” gehörte. Ron Robert P. hat kein Problem damit, in der Öffentlichkeit mit einem “Hail Victory”-Shirt herumzulaufen.

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Painful Life – NS-Hardcore vom Dorf

Quelle: Don‘t call it music!

Seit 2007 ist “Painful Life” aus dem Bördekreis (Sachsen-Anhalt) eine treibende Kraft innerhalb der selbsternannten “NSHC”-Szene. Die explizite Zugehörigkeit zu dieser Nische der rechten Musikszene scheint den Neonazi-Musikern wichtig zu sein. Schon 2009 war “Painful Life” auf Konzerten anzutreffen, bei denen beispielsweise veganes Essen angeboten wurde. Ähnlich wie die Verwendung linker Styles durch die “Autonomen Nationalisten” war das damals nicht unumstritten. Tatsächlich fand die NSHC-Szene samt ihrem Lifestyle in den letzten Jahren vor allem unter den jüngeren Neonazis Gehör. Heute versteht sich diese Szene als “Speerspitze der nationalen Bewegung”. “Painful Life” und das Umfeld der Band waren an dieser Elitenbildung maßgeblich beteiligt.

Der Sänger von “Painful Life” ist Stefan “Willi” W. Er kommt aus dem Raum Angern und war dort schon vor über zehn Jahren aktiv. Heute ist W. auch Mitglied der Gruppe “Wardon 21”, die den “Straight Edge”-Lifestyle propagiert und die rechte Szene motivieren möchte, sich körperlich zu betätigen und Drogen abzulehnen. Damit fördere man die “Wehrhaftigkeit des Volkes”. Mit “Wardon 21” nahm W. im Jahr 2017 an den rechten Kampfsportturnieren “Kampf der Nibelungen” in Kirchhundem (Nordrhein-Westfalen) und “Force et Honneur” in Frankreich teil.

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Dennis “Denny” S. – von der Skinhead-Krake zum NS-Hardcore-Kid

Der am 19. November 1973 geborene und im Raum Mansfeld (Sachsen-Anhalt) lebende Dennis S. war in den Neunzigern vor allem als Sänger der “unpolitischen” Oi-Band “Kampfzone” bekannt. Gemeinsam u.a. mit Holm G. (Schlagzeug) bestritt “Denny” zahlreiche Konzerte in der Grau- und Braunzone.

Holm G. war früher bei der Oi-Band “Restrisiko” aktiv und an der Gründung des Labels “Bandworm Records” aus Magdeburg beteiligt, stieg allerdings nach einiger Zeit aus dem Vertrieb aus. Später spielte G. bei “Last Riot” um Rene S. aus Köthen und – zusammen mit Dennis S. – bei der Naziband “Commieknockers”, die sich bald in “Strongside” umbenannte. Aktuell sitzt Holm G. bei der Berliner Naziband “Kraft durch Froide” am Schlagzeug.

Dennis S. wirkte auch in den Bands “Hässlich” und “Hate Soldiers” mit. “Hate Soldiers” war die Band von Marcel M. (Gesang), dem Bruder des bekannten Neonazis Enrico M., auf dessen Grundstück in Allstedt-Sotterhausen bis heute ein Großteil der Rechtsrock-Konzerte in Sachsen-Anhalt stattfinden. Der Band soll auch der örtliche NPD-Kommunalwahlkandidat Maik R. angehört haben. Die “Hate Soldiers” lösten sich 2008 auf, weil der Schlagzeuger Christian K. eine mehrjährige Haftstrafe antreten musste. Er hatte sich im Januar 2007 an einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Sangershausen beteiligt, im Anschluss an eine Feier bei Enrico Marx.

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„White Rex“-Kampfsporttraining mit russischem Neonazi

Quelle: Störungsmelder

Der russische Neonazi-Hooligan Denis Nikitin gilt nicht nur in Russland als eine der wichtigsten Szene-Größen. Regelmäßig ist er auch in Deutschland aktiv und unterstützt hier mit seiner Marke „White Rex“ Veranstaltungen. Am vergangenen Samstag trainierte er die Partei-Jugend der NPD-Niedersachsen. Darunter auch bekannte Gewalttäter.

Am vergangenen Samstag fand laut der NPD-Jugendorganisation „JN Niedersachsen“ angeblich „in Braunschweig“ ein konspirativ organisiertes „Kampfsportseminar“ statt. Tatsächlich fand das Seminar allerdings in der Sporthalle der Gemeinde Cremlingen (Landkreis Wolfenbüttel) statt, die vom JN-Aktivist Felix Hauschild angemietet wurde. Auf einem im Internet veröffentlichten Gruppenfoto der Veranstaltung posieren knapp 30 Personen – bis auf eine Frau sind es überwiegend junge Männer. Mittendrin steht Denis Nikitin – „Neonazi, Hooligan und Geschäftsmann“ (VICE Magazin) aus Moskau. Mit der Kampfsportmarke „White Rex“ hat sich Nikitin, der fließend deutsch spricht, in Russland ein kleines Imperium aufgebaut.

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Wie ein Ort von Rechtsextremen unterwandert wird

Quelle: rbb u.a.

Lindenau ist eine beschauliche Gemeinde im Süden Brandenburgs. Die hat sich der Neonazi Sebastian Raack ausgesucht, um sich mit seinem Online Musik- und Kleidervertrieb niederzulassen. Der Verfassungsschutz zeigt sich alarmiert. Von Peter Huth

Lindenau ist eine beschauliche Gemeinde im Süden Brandenburgs, 750 Menschen wohnen hier. Ein Neonazi ist mit seinem Musik- und Kleider-Vertrieb „OPOS“ aus Dresden in den Ort gezogen. Für den Verfassungsschutz ist das ein Alarmsignal.

„OPOS Records ist sicherlich einer der Big Player in der rechtsextremistischen Vertriebsszene“, sagt Michael Hüllen vom Verfassungsschutz Brandenburg. „Die beiden größten Vertriebe OPOS Records und PC Records in Deutschland kommen auf einen Umsatz von mehreren hundertausend Euro.“

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Siehe auch:
Der Neonazi von nebenan
Wie ein Dorf in Brandenburg gegen einen Neonazi kämpft
Greifvogel Wear – Radical Warrior Clothing Brand

Braune Klänge an geheimnisvollem Ort

15.11.2016 – Eine Hardcore-Party soll am Samstag veranstaltet werden, mehrere Bands sind beteiligt, allerdings wird der genaue Ort für das Rechtsrock-Konzert geheim gehalten und nur vage mit Mitteleuropa lokalisiert.

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