Archiv der Kategorie 'Organisierte Kriminalität'

Rocker im Kulturzentrum

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

13.04.2015 – Am Samstag feierten die „Hells Angels“ in Rostock eine Party. Mit dabei waren auch rechte Aktivisten, die jetzt Kutte tragen.

Selbstdarstellung des MC Hells Angel-Charter Rostock; Facebook
Offiziell gibt es sie in der Hansestadt Rostock nicht mehr. 2012 löste sich das Charter des „MC Hells Angels“ an der Warnow auf. Doch seit 2014 präsentiert sich die Gang neu mit einem eigenen Chartersong, gesungen von einem Rapper. Weil sie jedoch ihre Vereinsembleme nicht offen zeigen dürfen, nennen sie sich „Red-White-Rostock“ und vertreiben massenhaft Kleidung und Utensilien für Unterstützer (Supporter) und Fans der Mafia-Rocker, die offen für Kriminalität und Gewalt stehen. Der Dresscode der „Hells Angels“ wird vor allem durch den Schriftzug HAMC und die 81 geprägt sowie die Vereinsfarben rot und weiß. Die unterstützenden „Red Devils“ tragen ihr Kürzel 184 bis hin zum Autokennzeichen zur Schau. In Mecklenburg-Vorpommern scheint der Westteil des Landes in der Hand der Rot-Weißen zu sein, während im Ostteil eher der konkurrierende „MC Bandidos“ mit seinen Supportern dominiert.

Das Rostocker Charter der Höllenengel ist in deutscher Hand. Von sieben Vollmitgliedern stammen mindestens zwei aus der Neonazi-Szene in Sachsen-Anhalt, einer aus Niedersachsen. Alarmierend scheint auch die enge Verbindung zu rechten Bruderschaften in der Region. So tauchten neben den Codes „81“ und „184“ am letzten Samstag eben auch die „88“ auf. Die „Hells Angels Rostock“ feierten mit „Brüdern“, Freunden und Groupies ihre „Season Open Party“. Die Veranstaltung sollte zunächst in Mönchhagen bei Rostock stattfinden, wurde dann jedoch in die Moya Kulturbühne verlegt. Von Motorrädern war bei der Rockergang trotz optimalen Wetters kaum etwas zu sehen. Nur einen Handvoll Bikes fuhren vor. Der Mythos von „Route 66“ und „Easy Rider“ ist Carmouflage.

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Der Freund des Terroristen

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

04.03.2015 – Im NSU-Verfahren muss am Donnerstag ein einflussreicher sächsischer Neonazi erscheinen. Er verfügt bis heute über Kontakte ins Helferlager.

Obwohl Zeuge für Zeuge aus dem Chemnitzer Neonazi-Milieu im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht in München mit Erinnerungslücken und Ablehnung aufwarten, ist deutlich geworden, dass die braunen Helferseilschaften von einst den Kontakt untereinander bis heute halten. Längst als das Jenaer Trio 1998 in Sachsen untertauchte, galt Chemnitz als „Mekka“ der rechten Musikszene. Internationale braune Szene-Stars spielten auf konspirativen Konzerten. Es ging nicht nur um viel Geld, sondern auch um Militanz, Waffen und Untergrund. Die meisten Neonazis, die Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe in der Illegalität halfen, gehörten zu „Blood&Honour“, der Chemnitzer Kameradschaftsszene oder mutmaßlich zum dortigen „Heimatschutz“. Bereits einige Jahre zuvor hatte vor allem Mundlos unter den führenden Chemnitzer Köpfen seine politischen Masterminds gefunden.

Routiniert sagen die damaligen Fluchthelfer heute nur das Nötigste aus. Für Donnerstag ist der 39-jährige Hendrik Lasch in den Zeugenstand geladen. Der smarte Bartträger mit Brille gilt als einer der einflussreichsten rechtsextremen Drahtzieher in Sachsen. Lasch stand nicht nur „Hammerskins“ und „Blood&Honour“ nahe, sondern auch der regionalen Rocker-Szene. Seit mindestens 1994 war er persönlich mit dem NSU-Terroristen Uwe Mundlos aus Jena befreundet. Gemeinsam mit Kameraden fuhren die beiden bereits 1994 zu einem Konzert nach Niederbayern.

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Portugal: Hammerskins on Drugs

Das „Antifa Infoblatt“ schreibt:

Mario Machado, bis zu seinem Austritt in diesem Frühjahr Anführer des portugiesischen Chapters des Neonazi-Netzwerkes Hammerskins (PHS), verbüßt aktuell eine über siebenjährige Haftstrafe wegen Nötigung, Entführung, Raub und illegalem Waffenbesitz. Bereits zuvor war Machado wegen der Beteiligung an einem rassistischen Tötungsdelikt zu vier Jahren und drei Monaten verurteilt worden1.

In der Haft scheint ihm nun die Kontrolle über sein Chapter abhanden gekommen zu sein: In einer, teils szene-öffentlich geführten, Auseinandersetzung beklagt Machado organisierten Drogenhandel im teils großen Stil, den Konsum von Marihuana und Kokain, Erpressung und Gewalt gegenüber Kameraden sowie „Rassenmischung“. Führende Mitglieder der Gruppe hätten sich des Drogenhandels schuldig gemacht. So sei beispielsweise Rui V. nach wie vor Mitglied der PHS, obwohl er bei der Einreise nach Portugal mit zwei Kilogramm Kokain festgenommen wurde. Lediglich auf offiziellen Fotos der PHS verzichte dieser auf das Tragen der Gruppen-Insignien. Der Hammerskin Bruno M. habe sich bei der Festnahme von Rui V. absetzen können und sei später mit mehreren Kilogramm Heroin festgenommen worden – in Begleitung eines „Afrikaners“, wie Machado verächtlich anmerkt. Eine ganze Anzahl von angeblich bekannten Konsumenten von Kokain und Marihuana hätten es trotz dieser Verstöße gegen die Statuten der Hammerskins zu „Prospects of the Nation“ (PotN) gebracht und würden nun von Führungspersonen teilweise als Handlanger für deren Drogengeschäfte eingesetzt. Machado behauptet, lediglich vier von aktuell zehn Vollmitgliedern der PHS seien seinem Wissen nach nicht in Drogengeschäfte verwickelt.

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Das Objekt 21

Das „Antifa Infoblatt“ berichtet:

Anfang 2013 hob die österreichische Kriminalpolizei ein kriminelles Netzwerk aus, auf dessen Konto zahlreiche Verbrechen wie etwa Brandstiftung oder schwerer Raub gehen. Seinen Ausgang hatte das österreichisch-deutsche Netzwerk im neonazistischen „Kulturverein“ Objekt 21 im oberösterreichischen Desselbrunn.1 Dessen Anführer wurden mittlerweile verurteilt2, von einer vollständigen juristischen Aufarbeitung des Falles kann aber noch lange nicht die Rede sein.

Im bisher letzten Verfahren gegen die Objekt 21-Bande wurden Mitte August diesen Jahres mit Jürgen Windhofer und Manuel Spindler dessen führende Köpfe zu sechs Jahren und neun Monaten bzw. zu vier Jahren und acht Monaten verurteilt. Während in diesem Prozess nur die rein kriminellen Machenschaften zur Sprache kamen, wurden einige der zahlreichen Verstöße gegen das NS-Verbotsgesetz bereits im November 2013 vor einem Welser Geschworenengericht verhandelt. Damals setzte es für Windhofer sechs und für Spindler vier Jahre Haft, fünf mitangeklagte Neonazis kamen mit teilbedingten und bedingten Haftstrafen3 zwischen 18 und 30 Monaten davon. Auch diese Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

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Brisante Neonazi/Rocker-Szene

Via der „Blick nach Rechts“:

19.12.2014 – Zwei bis drei Prozent der bekannten Rechtsextremisten sollen Rockerverbindungen haben – die Sicherheitsbehörden geben dennoch Entwarnung, es bestehe keine sicherheitsgefährdende Entwicklung.

Die Behörden haben nachgebessert. Die Rede ist nicht mehr von „Einzelfällen“, sondern 522 ermittelte Personen bilden Schnittstellen zwischen Neonazi- und Rockermilieu. Dennoch, so steht es in einem internen „Lagebild“ von Bundeskriminalamt und Bundesamt für Verfassungsschutz, stelle das keine „relevante Entwicklung“ dar. Mehr als ein Drittel der Rechtsextremisten, die zu den über 7000 in der Polizeidatei erfassten Rockern wechseln, seien demnach nicht mehr politisch – aber fast zwei Drittel sind es wohl schon noch.

Obwohl Mecklenburg-Vorpommern in der Studie kaum auftaucht, zeichnen sich gerade dort krasse Beispiele ab. Die bekannten Neonazis Mirko Appelt, Sven Fischer und Felix Bliesener zählen zum neu gegründeten Rostocker „Hells Angels“-Charter, Appelt anscheinend sogar in herausragender Stellung. Auch der langjährige Neonazi Lars Jacobs, langjähriger Begleiter von Christian Worch, bewegt sich wie zahlreiche Rechte im Umfeld von Kampfsport, Tattoo-Szene und Rotlicht. Der Ex-Präsident des „MCs Schwarze Schar“, Philip Schlaffer, wurde diese Woche trotz Unterstützung durch den rechtsextremen Szene-Anwalt Wolfram Nahrath zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Drogenhandels verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Hammerfest Milan: White supremacist festival attracts ‘Ndrangheta mafia-linked neo-Nazi

A white supremacist festival in Milan has attracted neo-Nazi bands and right-wing extremists from across Europe including Domenico Bosa, aka Mimmo Hammer, who has been linked to an investigation into the Calabrian ‘Ndrangheta mafia. Mimmo Hammer was seen at Hammerfest 2014, a white supremacist music festival organised by the international Hammerskin Nation network. Milan prosecutors have unveiled a wiretapped conversation in which Mimmo Hammer was allegedly giving advice to a Montenegro drug lord, Milutin Todorovic, on how to deal with a powerful ‘Ndrangheta boss based near Milan: Giuseppe Flachi, aka Pepe. In the recording, Todorovic says he wants retaliation after Flachi missed payment for a drug shipment. But Mimmo Hammer suggests that he avoid war and “let other people fight so you can progress”. The level of infiltration of ‘Ndrangheta mafia in northern Italy is so high that some experts such as Marcello Ravveduto, a researcher with Salerno University, compare it to a “colonisation attempt”. From the mountains of southern Italy, the ‘Ndrangheta mafia has become Europe’s heavyweight drug cartel, establishing ties with the drug barons in South America and spreading their wings of influence to northern Italy.

via ibtimes: Hammerfest Milan: White supremacist festival attracts ‘Ndrangheta mafia-linked neo-Nazi

Neues von den schleswig-holsteinischen B&H-Strukturen

Via „Indymedia Linksunten“:

Bereits mehrfach berichteten wir über die „Blood and Honour“-Strukturen aus dem nördlichen Ostholstein. Aufbauend auf einen Überblick über die Zusammenhänge und einem Artikel zu grenzüberschreitender Beziehungspflege rund um das „Blood and Honour“-Netzwerk, die NPD und den NSU, wollen wir an dieser Stelle einige aktuelle Informationen über die Protagonist_innen und ihr Umfeld darstellen. Bei der Lektüre sollte auch stets im Hinterkopf behalten werden, dass „Blood and Honour“ in Deutschland seit dem Jahr 2000 verboten ist und die Behörden scheinbar als einzige die Fortführung der verbotenen Strukturen nicht sehen wollen, obwohl der Fortbestand der alten Netzwerke oft nicht einmal kaschiert wird.
Insgesamt lief das Jahr 2014 für den aktiven Kern der schleswig-holsteinischen Rechtsrockszene eher schlecht. Verurteilungen, Motivationsverlust und Intrigen schienen vor allem ein Bedürfnis gestärkt zu haben: Statt brotlosem Idealismus für die neonazistische „Sache“ soll endlich auch etwas verdient werden. Wo die neonazistischen Netzwerke dabei nützlich sind, werden sie weiterhin gern genutzt, wo nicht, wird auch auf profanere Geschäfte zurückgegriffen.

Motivationsverlust und ein bisschen Verrat bei „Words of Anger“
Als musikalisch beste Band galt die ostholsteinische Combo „Words of Anger“ noch nie. Aber in einer Szene, in der Konzerte konspirativ organisiert sind, Anhänger_innen oft weite Strecken fahren, ohne zu wissen, ob sie überhaupt ein einziges Lied hören werden und Produktion und Vertrieb von Alben und Merchandising zum Teil fernab der öffentlichen Wahrnehmung stattfindet, kann Motivation und gute Vernetzung das ersetzen, was musikalisch fehlt. In diesem Sinne war „Words of Anger“ in den letzten Jahren im europäischen Rechtsrock relativ erfolgreich. Nicht als der große Publikumsmagnet, aber als solide Ergänzung nahm die Band an vielen kleineren und größeren Veranstaltungen teil, vor allem das „Blood and Honour“-Netzwerk und die NPD griffen des öfteren auf die reisefreudigen Musiker aus der norddeutschen Provinz zurück. Durch ihr verzweigtes personelles Netzwerk aus dem Umfeld von „Blood and Honour“ und Rockergruppierungen knüpften sie Kontakte und sind inzwischen an anderen Bandprojekten beteiligt. Marco Eckert spielt nebenbei auch bei „Oidoxie“, eine der tonangebenden Bands des deutschen Ablegers von „Combat 18“, dem militanten Arm von “Blood and Honour” und, zusammen mit Daniel Tamm, ist er Mitglied von „Sturmwehr“.

Allerdings ist der vermeintliche Erfolg teuer erkauft. Die Bands und Liedermacher_innen der Zweiten Garde des Rechtsrocks, wie „Words of Anger“, fahren für Auftritte und Aufnahmen durch ganz Europa und bekommen wenig Geld dafür. Teilweise ist nicht einmal Geld für Benzin vorhanden, obwohl die Versände und Veranstalter_innen mit dem braunen Musikspektakel durchaus einträgliche Geschäfte machen. Während das lange Zeit als Zugeständnis an die „Sache“, nämlich den Kampf für den Nationalsozialismus, akzeptiert wurde, geht der Truppe um Marco Eckert zunehmend die Motivation aus. Wenn Veranstaltungsorte wie im November 2013 mal eben vom Ruhrgebiet um 400 Kilometer nach Süden ins badische Söllingen verlegt werden, bleibt man lieber gleich in heimischen Gefilden. Daran konnte auch der Anlass, nämlich der Geburtstag des neonazistischen Hooligans Siegfried Borchardt (Dortmund) nichts ändern.

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Die braune Rocker-Connection

Via der „Blick nach rechts“:

29.11.2014 – Am nächsten Donnerstag beginnt in Schwerin der Prozess gegen Rocker-Anführer Schlaffer. Ein bekannter Neonazi verteidigt ihn. Doch die Verbindung geht noch weiter.

Ein dichtes Netzwerk zwischen Neonazis und Rockern offenbart sich während des laufenden Prozesses gegen Mitglieder des „MCs Schwarze Schar“ vor dem Landgericht Schwerin. Es reicht bis hinein in den Drogenhandel. Vom Wismarer Motorradclub „MC Schwarze Schar“ war bereits bekannt, dass er sich bis zu seinem Verbot 2014 aus Neonazis zusammensetzte, die bis 2006 zur berüchtigten „Kameradschaft Werwölfe Wismar“ gehörten, sich danach dem Rotlicht-Milieu zugewandt hatten. Fortan bestimmten Drogenhandel, Partys, Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gruppen sowie Prostitution und andere Geschäfte ihr Wirken. Das Clubleben der etwa zwölf deutschen Mitglieder war nach einem strengen Kodex ausgerichtet, es gab Kutten- und Messerpflicht. Die Ideologie rückte öffentlichkeitswirksam in den Hintergrund.

Nun aber nimmt sich der ehemalige Ex-Präsident Philip Schlaffer für seine Verteidigung für den am 4. Dezember beginnenden Prozess in Schwerin ausgerechnet den bekanntesten Anwalt der rechtsextremen Szene: Wolfram Nahrath. Diese Entscheidung könnte als eine Art Bekenntnis von Schlaffer ausgelegt werden. Lange halten sich zudem die Gerüchte, der glatzköpfige Akademikersohn aus Lübeck habe nicht nur im braunen, sondern auch im Kuttenmilieu viel geredet. Er gilt als äußerst umstritten.

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„Heldengedenken“ im Thüringer Wald

Der „Blick nach rechts“ schreibt:

10.11.2014 – Seit mehr als zehn Jahren wird die Ortschaft Friedrichroda im Landkreis Gotha jedes Jahr am Volkstrauertag zum Schauplatz des zentralen „Trauermarschs“ der Neonazi-Szene aus Thüringen.

Braunes „Heldengedenken“ im Fackelschein; Photo: kb
Die Kleinstadt Friedrichroda mit ihren 7500 Einwohnern im nordwestlichen Thüringer Wald ist einer von landesweit fünf staatlich anerkannten Luftkurorten, doch zum Volkstrauertag Mitte November zieht es keine Kurgäste in den Ort. Dort findet seit 2003 der zentrale Neonazi-Aufmarsch statt, mit dem die Täter des Zweiten Weltkrieges zu Helden stilisiert werden sollen. Ziel ist ein Gefallenendenkmal mit dem Spruch „Für Volk und Vaterland“, an dem Aktivisten aus NPD und Kameradschaftsszene ihr braunes Spektakel im Fackelschein zelebrieren und sich von den Rednern unter anderem ermahnen lassen: „Es ist an uns, Deutschland wieder freizumachen von diesem ehrlosen Lumpensystem“. Die Neonazis sprechen dabei vom „Heldengedenken“ und greifen damit explizit auf den Ausdruck der Nationalsozialisten zurück, die den Volkstrauertag 1934 in ein solches „Heldengedenken“ umbenannt hatten.

Der Aufmarsch war vom früheren Kopf des örtlichen „Skinheadclubs 88“, Mitglied des „Nationalen und sozialen Aktionsbündnisses Westthüringen“ (NSAW) und späteren NPD-Politiker Michael Burkert initiiert worden. Ab 2009 wurde er vom Vorsitzenden des NPD-Kreisverbandes Gotha, Sebastian Reiche, angemeldet, der ebenfalls im NSAW und dem „Thüringer Heimatschutz“ (THS) aktiv war. Nachdem Reiche und der Thüringer NPD-Landeschef Patrick Wieschke noch 2012 im Fackelschein am Denkmal anwesend waren, zog sich die NPD im vergangenen Jahr vom Aufmarsch zurück. Mit rund 20 Teilnehmern wurde der zu einem Flop.
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Bedrohung durch Rocker und Neonazis in Saalfeld-Gorndorf: Polizei ermittelt gegen Tatverdächtige wegen illegaler Ceska-Pistole

Via „Haskala“:

Am 30. August wurden Katharina König und weitere Unterstützer bei einem LINKE-Infostand von mehreren Neonazis und Rockern bedroht, von denen einer komplett vermummt und mit einer Metallkette ausgerüstet war. Bis ca. zehn Personen könnten an diesem Vorfall beteiligt gewesen sein, die Polizei hat mindestens vier Tatverdächtige ermittelt und der Fall wurde an die besondere Aufbauorganisation “Zesar” beim LKA Thüringen abgegeben. “Inzwischen wissen wir, dass gegen maßgebliche Akteure dieser Bedrohungsaktion ein Parallelverfahren läuft, sie sollen illegal eine Ceska-Schusswaffe angeschafft bzw. untereinander verkauft haben. Mit einer Waffe vom selben Hersteller wurde auch die NSU-Mordserie begangen”, informiert Katharina König, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag. Das Informationsportal “blick nach rechts” (bnr) berichtete am 1. Oktober 2014 über ein Verfahren der Staatsanwaltschaft Gera wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Dieses geht u.a. auf Ermittlungen der “Sonderkommission Feuerball” zurück, welche im Jahr 2010 über einen mutmaßlich geplanten Brandanschlag auf ein u.a. von Katharina König mitbenutzen Reisebus ermittelte. In Folge der Ermittlungen hätten sich über Jahre zwei Personen herauskristallisiert: der ehemalige Saalfelder NPD-Direktkandidat Steffen Richter und der Saalfelder Rocker Renaldo B. Richter soll in einer Vernehmung gestanden haben, von Renaldo B. die Ceska angeboten bekommen zu haben. B., der zeitweise Anhänger von zwei “Hells-Angels” Unterstützer-Clubs in Saalfeld war, habe später bei der Befragung durch Polizisten geäußert, dem ehemaligen NPD-Kandidaten die Ceska, Modell CZ 1924 mit Munitionsgröße 9 mm, weitergegeben zu haben, um damit 500 Euro Schulden auszugleichen. Im Jahr 2011 hätten die Ermittler dann Hinweise erhalten, wonach Steffen Richter die Waffe für 1.000 Euro inklusive Munition in der Neonazi-Szene zum Verkauf anbiete.

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„NPD auf Mafia-Niveau“

Via der „Blick nach Rechts“:

24.10.2014 – München – Sascha Roßmüller, NPD-Vize in Bayern, sitzt in Untersuchungshaft. Der Landesvorsitzender Karl Richter trat von seinem Amt zurück.
Roßmüller war am Mittwoch im Zuge einer Razzia, die sich gegen das Rockermilieu richtete, in Haft genommen worden. Seine Mitgliedschaft in der Rockergruppe „Bandidos“ hatte parteiintern immer wieder für Kritik gesorgt. Dennoch galt er im Vorfeld des im November anstehenden NPD-Parteitags als aussichtsreicher Kandidat für das Amt des stellvertretenden Bundesvorsitzenden. Für Roßmüllers Rückkehr in die Führungspitze der Partei, der er bereits von 2000 bis 2009 angehörte, hatte sich auch Frank Franz, derzeit NPD-Pressesprecher und einer der Kandidaten für den Vorsitz, ausgesprochen.

Wie die Mittelbayerische Zeitung unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Regensburg berichtete, soll Roßmüller vor vier Jahren in eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Rockergangs verwickelt gewesen sein. Gemeinsam mit mehreren anderen „Bandidos“ sei er im Dezember 2010 vor das Straubinger Vereinslokal einer anderen Gruppe gezogen. Während der darauffolgenden Auseinandersetzung zwischen den Gruppen seien zwei Personen verletzt worden. Sie hätten Stich- und Schnittwunden aufgewiesen.

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Siehe auch: NPD-Bayern: einer verhaftet, zwei treten ab
„Affäre Roßmüller“: Karl Richter wirft Landesvorsitz in Bayern hin

„Hammerskin-Nation“ und Rocker-Verbindungen

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

01.10.2014 – Eine weitere Ceska taucht im NSU-Umfeld in Thüringen auf. Der Waffenbesitzer hatte nicht nur engen Kontakt zum Angeklagten Wohlleben im Münchner NSU-Prozess, sondern auch zum Zeugen Thomas Gerlach.

Ungeklärter Herkunftsweg einer weiteren Ceska-Pistole im NSU-Umfeld; Abbildung: Screenshot
In Thüringer Neonazi-Kreisen kursieren mehr scharfe Waffen als bisher angenommen. Bereits im Herbst 2010 vermutete die Polizei im Freistaat, dass der Saalfelder Neonazi Steffen Richter illegal eine tschechische Pistole besitzen könnte, bei den Hausdurchsuchungen zur „Operation Feuerball“ waren Fotos aufgetaucht. Im Mai 2011 gab es dann konkrete Hinweise. Den Beamten wurde mitgeteilt, der Aktivist wolle sie für 1000 Euro verkaufen. Auch die dazu gehörige Munition habe der Neonazi mehrfach Kameraden angeboten. Nur wenige Monate später wird eine Ceska mit der größten Mordserie der bundesdeutschen Geschichte, begangen durch Thüringer Neonazis, in Verbindung gebracht. Auch deren Beschaffungsweg ist bisher ebenso wenig aufgeklärt wie der von Richters Waffe.

Richter gilt als Anhänger der „Hammerskin Nation“ und deren Supporter „Crew 38“ und verfügt über Kontakte zum „MC Red Devils“ sowie den „Hells Angels“. Außerdem zählen er und die Band „Sonderkommando Dirlewanger“ (SKD) inzwischen zu den eifrigsten Unterstützern des inhaftierten Jenaer NSU-Angeklagten Ralf Wohlleben. Ihrem Idol, Spitzname „Wolle“, wird unter anderem vorgeworfen, über einen Szene-Laden in Jena die tschechische NSU-Mordwaffe besorgt zu haben.

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Schillerndes Rockertrio auf der Anklagebank

Via der „Rechte Rand“:

Wegen einer brutalen Gewalttat müssen sich drei Rechtsextremisten vor dem Landgericht Kiel verantworten – der Prozess ist einstweilen geplatzt und wird neu terminiert.

Nach nur zwei Verhandlungstagen ist der Prozess gegen drei Rocker aus der rechten Szene vor dem Landgericht Kiel geplatzt. Weil neu eingeführte Akten, darunter auch vor wenigen Monaten erfolgte neuerliche Zeugenvernehmungen, erst unmittelbar vor dem Beginn der Verhandlung der Verteidigung zugänglich gemacht wurden, blieb es bei der Anklageverlesung, ehe die 1. Große Strafkammer sich für einen Neustart des Prozesses entschied, für den es noch keinen Termin gibt.

Auf der Anklagebank fanden sich Anfang der Woche der frühere schleswig-holsteinische NPD-Landesvorsitzende Peter Borchert (41), der immer wieder im Umfeld des inzwischen geschlossenen Neonazi-Treffpunktes „Club 88“ in Neumünster aufgefallene Alexander Hardt (34) sowie Nils H. (32) wieder. Das Trio, das zum Tatzeitpunkt den im Mai 2009 in der Stadt gegründeten „Bandidos“ beziehungsweise dem Unterstützerclub „Contras“ der Rockergruppierung angehörte, soll laut Anklageschrift im Dezember 2009 in der Neumünsteraner Kneipe „Titanic“ – einem Anlaufpunkt unter anderem für NPDler und andere Neonazis – für einen brutalen Überfall auf einen Dartspieler aus Kiel verantwortlich sein. Dieser arbeitete in einem Etablissement, das den mit den „Bandidos“ verfeindeten „Hells Angels“ zugerechnet wird, und trug am Tatabend sichtbar einen Gürtel mit der Aufschrift „support 81“, womit er seine Sympathie zur Rockergruppe der „Hells Angels“ aufzeigte.

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US-Gewaltverbrechersyndikat

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

05.09.2014 – Zahlreiche Mitglieder der kriminellen Neonazi-Gang „Aryan Brotherhood of Texas“ müssen sich vor Gericht verantworten – vielen der Angeklagten drohen lange Gefängnisstrafen.
Drei Dutzend Mitglieder des gewalttätigen neonazistischen Gewaltverbrechersyndikats „Aryan Brotherhood of Texas“ (ABT), die der verschwörerischen Erpressung angeklagt sind, haben sich nach und nach schuldig bekannt. Als letzter unter den Angeklagten bekannte sich im August der 32-jährige ABT-„Kapitän“ Rusty Eugene Herzog aus Dallas, Texas schuldig. Die Urteile sollen im Oktober gesprochen werden.

In den Reihen der paramilitärischen Neonazi-Knasttruppe „Aryan Brotherhood of Texas“ tummeln sich rund 2000 Mitglieder innerhalb und außerhalb der Gefängnismauern. ABT ist eine der größten und gewalttätigsten weißen rassistischen Vereinigungen in den USA.

Die ABT-Truppe „startete ihre mörderische und rassistische Ideologie“ innerhalb der texanischen Gefängnisse. Ihre „verbrecherische Gewalt verbreitete sich auch außerhalb der Gefängnismauern wie ein Virus“, sagte die stellvertretende Generalstaatsanwältin Leslie R. Caldwell von der Kriminalabteilung des US-Justizministeriums. Das Justizministerium beschuldigt die ABT-Mitglieder, in und außerhalb der texanischen Gefängnisse mehrere Morde, Raubüberfälle, Brandstiftung, Entführung und Drogenhandel verübt beziehungsweise getätigt zu haben.

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Hatten Rocker aus Thüringen Kontakt zum NSU?

Die „Thüringer Allgemeine“ berichtet:

Ein Kronzeuge aus den Reihen der „Bandidos“ erzählte der Polizei, dass es 2006 ein Zusammentreffen zwischen ihm und Beate Zschäpe gegeben haben soll.

Ende Februar 2012 verwandelten sich Teile des Landgerichts Erfurt wieder einmal in einen Hochsicherheitstrakt. Scharfschützen beobachteten das Umfeld des Gebäudes, während Beamte des Spezial-EinsatzKommandos (SEK) einen Angeklagten zum Gericht brachten.
Gut bewacht fand das Verfahren gegen den 33-Jährigen statt, der in der Rockerszene „Memo“ genannt wurde. Der gigantische Aufwand diente seinem Schutz. Die Gefahr, dass er flüchten würde, war gering. Das Gericht musste diesmal über einen Kronzeugen aus der Thüringer Rockerszene urteilen.
Bereits zwei Jahre zuvor saß Memo schon einmal in dem Erfurter Schwurgerichtssaal. Damals noch als Vizeboss des „Bandidos MC“ Weimar. Der Mann, der da schon knapp elf Monaten in Untersuchungshaft verbracht hatte, erwartete eine hohe Haftstrafe und er konnte nicht mehr für die Sicherheit seiner Freundin sorgen. So entschied er sich im März 2010 dafür zu plaudern. Für seine Aussagen über andere Banden-Mitglieder aus den Reihen der Rocker nahm ihn die Staatsanwaltschaft in Zeugenschutz.
Seine Angaben ermöglichten die Verurteilung mehrerer „Bandidos“ im Freistaat. Dafür drohte ihm ein Rocker im April 2010 öffentlich während eines Prozesses am Landgericht Gera mit „Blut und Ehre – Du Schwein“. Bevor der Rufer aus dem Gerichtssaal geführt werden konnte, skandierte er noch „Omertà“: Bei Mafia-Organisationen ist damit das Schweigegelübde gemeint, welches bei Verrat den Tod bedeutet.

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Razzia bei verbotener rechter Rockergang

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

02.07.2014 – Wismar/Schwerin – Philip Schlaffer, Ex-Präsident der im Januar verbotenen „Schwarzen Schar“, (bnr.de berichtete) sowie weitere ehemalige Mitglieder der Rockergang wurden am heutigen Mittwoch festgenommen, Polizeibeamte durchsuchten Wohn- und Geschäftshäuser.

Gegen den 35-jährigen Schlaffer, Ex-Chef der Wismarer „Kameradschaft Werwölfe“, liegt nach Angaben der Schweriner Staatsanwaltschaft ein Haftbefehl des Amtsgerichts Schwerin vor. Die Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt gegen Schlaffer sowie fünf weitere Rocker im Alter von 26 bis 39 Jahren wegen des Verdachts des bandenmäßigen Handelns mit Betäubungsmitteln. Philip Schlaffer werden von der Staatsanwaltschaft Marihuana- und Kokaingeschäfte in erheblicher Größenordnung vorgeworfen.

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Konzerte im Wohnprojekt „Hausgemeinschaft Jonastal“

Zitiert aus: Organisierte Neonazi-Szene

Neonazistisch organisierte Kameradschaftsstrukturen sind ebenfalls beim „Freien Netz Jena“ (nutzen das seit 2002 existierende selbst ernannte „Braune Haus“), bei der „Aktionsgruppe Weimarer Land“ unter Michel Fischer und bei den „Freien Kräften Erfurt“ mit Enrico Biczysko als Leitfigur erkennbar, wobei die Personenkreise aus Weimar und Erfurt eng miteinander zusammenarbeiten. Insgesamt zählen die Verfassungsschützer unverändert 350 Aktivisten aus dem organisierten neonazistischen Spektrum. Vielfach gibt es eine Mischszene mit unorganisierten subkulturellen Zusammenschlüssen, die es auf unverändert 280 Angehörige bringen. Letztere interessieren sich vor allem für Musikaktivitäten.

Aus mittlerweile 15 Vertrieben und Versänden, die überwiegend über das Internet ihre Geschäfte abwickeln, ragen die gleichzeitig als Label operierenden W & B Records (dahinter steckt Heise) sowie Germania Records (Sondershausen) heraus. Die Verfassungsschützer haben zwölf Rechtsrock-Bands gelistet, dazu zwei Liedermacher. Es gab im Vorjahr acht Konzerte, wovon zwei polizeilich aufgelöst wurden, und fünf Liedermacherabende, letztere alle in Erfurt in der Kammwegklause. Die meisten Konzerte fanden im früheren Wohnprojekt „Hausgemeinschaft Jonastal“ in Crawinkel statt, von wo aus es offenbar auch Kontakte zur kriminellen österreichischen Organisation „Objekt 21“ gab, wie die Überstellung eines Bewohners an die österreichischen Strafverfolgungsbehörden zeigt. Einige braune Führungsfiguren aus Crawinkel sind inzwischen nach Ballstädt umgezogen. Zu den Musikaktivitäten sind noch drei NPD-Großveranstaltungen sowie ein NPD-Liedermacherkonzert hinzuzurechnen.

„Über die Maas, über Schelde und Rhein“ – Hintergründe des „Blood & Honour“-Konzerts am 19. April 2014 im Elsass

Via „Autonom Antifa Freiburg“:

Am 19. April 2014 spielten sieben Nazibands am Vorabend von Hitlers Geburtstag im südelsässischen Dorf Oltingue. Das Nazikonzert war seit Monaten in einschlägigen Foren und auf Facebook beworben worden. Doch nicht einmal 300 Nazis machten sich an diesem Samstag auf den Weg Richtung Dreiländereck – ungewöhnlich wenige für ein Konzert dieser Größenordnung. Abgesehen von der miserablen Qualität der Soundanlage und der viel zu großen Halle konnte das Konzert ohne Probleme stattfinden. Nach einer antifaschistischen Veröffentlichung auf Indymedia linksunten und einer darauf folgenden Agenturmeldung von Agence France-Presse fragte der Vizechef der konservativen Oppositionspartei UMP, Roger Karoutchi, in einem offenen Brief den französischen Premierminister Manuel Valls, wie es sein könne, dass „200 Nazis in einem öffentlichen Saal einer französischen Gemeinde ungestraft Hitler feiern“. Die Medien in Deutschland und der Schweiz berichteten anschließend über den Nachklang des Nazikonzerts in Frankreich, doch die entscheidenden Fragen nach den Hintergründen wurden nirgendwo gestellt: Wer hat das Konzert organisiert? Wer sind die Verantwortlichen?

Es gab wie zu erwarten Nazis aus Südbaden und dem Elsass, die vor Ort das Konzert organisierten. Angeleitet wurden sie von «Blood & Honour»-Nazis mit Überschneidungen zu «Furchtlos & Treu» aus Stuttgart und den «Autonome Nationalisten Göppingen». Einnahmen des Konzerts sollten an ein Nazihaus im thüringischen Ballstädt gespendet werden, bei dem es Überschneidungen zum «Objekt 21» in Oberösterreich gibt. Unterstützung gab es aus den Niederlanden, die Bands kamen aus Deutschland, Finnland und den USA. Die Nazis diskutierten auf der Website nationale-revolution.net, dem inoffiziellen Nachfolger von thiazi.net. Im Herbst soll der Prozess gegen die Verantwortlichen von thiazi.net in Rostock beginnen. Die bisher bekannten «Thiazi»-ModeratorInnen kamen aus ganz Deutschland, inzwischen konnten weitere in Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen, Brandenburg, Berlin, Hamburg und Südengland identifiziert werden. Darunter der Sänger der Naziband «Deutsch, Stolz, Treu», die auch bei dem Konzert spielte, der Gründer der «Kampfgruppe Priem», eine Kita-Mitarbeiterin und CDU-Kandidatin aus Brandenburg und ein Nazi mit Kontakten zu «Combat 18 Pinneberg». Von «Combat 18» schließlich führt die Recherche zum Bassisten von «Oidoxie», dem Hauptorganisator des Konzerts: Alexander Gorges. Der Thüringer lebt mittlerweile in der Schweiz und organisiert Nazikonzerte von Frankreich bis Ungarn. Und nie ist der Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“ weit entfernt.

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Zuhälterei mit minderjährigen Jungen? Durchsuchung bei mutmaßlichem NSU-Helfer Tino Brandt

Via „Thüringer Allgemeine“:

Erfurt. Der frühere Chef des rechtsextremen Thüringer Heimatschutzes und mutmaßliche NSU-Helfer Tino Brandt soll in großem Stil Zuhälterei betrieben haben. Nach Informationen der Thüringer Allgemeinen besteht der Verdacht, dass er mehrere, zum Teil minderjährige Jungen und Männern an Freier vermittelte. Zudem soll er für sie eigens Wohnungen im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt bereit gestellt haben.

Die Staatsanwaltschaft Gera teilte am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass gegen Brandt ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Zuhälterei laufe. Zugleich bestätigte sie, dass in diesem Zusammenhang bereits am Mittwoch die Rudolstädter Wohnung Brandt durchsucht wurde. Weitere Details wollte der Leitende Oberstaatsanwalt Thomas Villwock nicht nennen.
Nach Informationen der „Thüringer Allgemeinen“ wurden auch die Wohnungen von mindestens fünf Jugendlichen und Männern durchsucht, die sich im Auftrag von Brandt prostituiert haben sollen. Wie die Zeitung zudem berichtet, gehen die Ermittler davon aus, dass die Geschäftsanbahnung per Internet in sozialen Netzwerken stattfand.
Der neue Verdacht gegen Brandt ergab sich während der Betrugsermittlungen, die schon seit mehr als zwei Jahren gegen ihn und 12 weitere Beschuldigte laufen. Im März 2012 war deshalb sein Haus schon einmal untersucht worden. Gleichzeitig fand damals eine Razzia bei dem früheren Neonazi Thomas Dienel in Leipzig statt. Die beiden Männer sollen einer Betrügerbande angehört haben, die angeblich Versicherungen um mehr als einer Million Euro schädigten. Bei den Durchsuchungen wurden auch Waffen gefunden, darunter eine Machete, ein japanisches Schwert und eine Armbrust sowie Streitäxte und Schreckschusspistolen.

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„Waffennarr“ soll Geschäfte mit „Objekt 21″ gemacht haben

„Nachrichten.at“ berichten:

BRAUNAU. Illegaler Besitz von Waffen und Kriegsmaterial – das wird einem Mann aus dem Bezirk Braunau vorgeworfen. Und der illegale Verkauf von Waffen an Mitglieder der rechtsradikalen Gruppierung „Objekt 21“.

„So genau nehmen Sie es wohl nicht mit den Gewehren“, sagt Staatsanwalt Alois Ebner zum Angeklagten gleich zu Beginn der Verhandlung im Landesgericht Ried. Dem Mann aus dem Bezirk Braunau wird illegaler Besitz von Waffen und Kriegsmaterial sowie der illegale Verkauf von Waffen an Mitglieder der rechtsradikalen Gruppierung „Objekt 21″ vorgeworfen. Die zahlreichen Vorstrafen, die letzte vom Sommer 2013, wegen illegalen Waffenbesitzes sind Beweis dafür, dass der Mann aus den Fehlern der Vergangenheit nicht viel gelernt hat. Der Mann gibt zwar zu, im Besitz von Waffen gewesen zu sein, verkauft habe er aber an niemanden etwas.

Wie seine Verbindungen zum Objekt 21 gewesen seien, will die Richterin Melanie Hiebl vom Landwirt, dessen Lebensgefährtin ein Bordell betreibt, wissen. „Ich kenne nur zwei Leute. Einmal war ich im Clublokal von Objekt 21 drinnen, aber nur, weil ich Probleme mit der Batterie meines Autos hatte“, antwortet der Mann.

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