Archiv der Kategorie 'Punk'

Nazipunk in Sachsen – zwischen Subkultur, Kameradschaftsszene und NSU

Quelle: Don‘t call it music

1994 in Riesa gegründet, ist “Selbststeller” eine der dienstältesten Nazibands in Sachsen. Ähnlich wie die ebenfalls aus Riesa stammenden Nazibands “Die Weissen Riesen” und “Bürgerwehr” kann man die Rechtsrocker von “Selbststeller” dem internationalen “Blood & Honour”-Netzwerk zuordnen. Regional ist die Band an die Kameradschaft “Bootboys Riesa” angebunden, die ebenfalls seit den Neunziger Jahren besteht. Deren Kürzel “22” (“BB”) findet man auf Kleidung und CDs der Band, die ihre Musik selbst als “Zankrock” bezeichnet.

Sänger der Naziband “Selbststeller” ist der langjährig aktive Neonazi Axel T. aus Riesa. Die erste Gitarre spielt der ebenfalls aus Riesa stammende Berufssoldat Nico H., am Schlagzeug sitzt Volker H.. Den Bass spielt seit einigen Jahren Teresa R. (geborene T.) aus dem ostsächsischen Wilthen. Ihr Ehemann Morris “Miesl” R. war bis Anfang 2017 zweiter Gitarrist. Er wurde im Frühjahr 2017 durch den Neonazi Tom H. aus Riesa ersetzt.

“Selbststeller” sehen sich selbst zwar selbst als Punkrock-Band und sind dadurch auch innerhalb der oft als “Graunzone” bezeichneten rechtsoffenen Szene beliebt, ihre Texte sprechen allerdings eine klare Sprache. Auf ihrem im Jahr 2010 beim Nazilabel “OPOS Records” erschienenen Album “Bumm Bumm Rattatta Klick Klack Peng” heißt es etwa in dem gleichnamigen Lied, das sich drohend gegen Geflüchtete richtet: “Wir treten euch entgegen mit Wort und Ton, doch es bleibt nicht bei Gitarre, Schlagzeug, Bass, Mikrofon, denn wir befreien die Nation aus euren Fängen mit Bumm Bumm Rattatta Klick Klack Peng.”

(mehr…)

Confident of Victory – “Pornoskins” aus der Lausitz

Quelle: Don‘t call it music

Neben den Neonazi-Bands “Division Germania”, “Blutzeugen” und “Deutsch Stolz Treue” steht zur Stunde die Gruppe “Confident of Victory” beim Rechtsrock-Konzert “White Xmas” auf der Bühne. Im Jahr 1998 eigentlich nur als Nebenprojekt der Naziband “Sturm und Drang” gegründet, zählt “Confident of Victory” aus Senftenberg (Brandenburg) heute zu den bedeutendsten Rechtsrock-Bands des Landes.

Als Sänger der Bands “Sturm und Drang” und “Confident of Victory” fungiert der Neonazi Rico H. aus Senftenberg. Hauptberuflich ist H. Inhaber der “Hotel-Pension Hafemann” im Senftenberger Ortsteil Niemtsch. Dem Brandenburger Landesamt für Verfassungsschutz gilt H. als derart bedeutender Neonazi, dass man ihn im Verfassungsschutzbericht 2009 mit vollem Namen nannte – als einen von zwei Hauptakteuren der neonazistischen Musikszene im Bundesland. Zusammen mit Mitgliedern der mittlerweile aufgelösten sächsischen NSBM-Band “Magog” bildete H. zudem die NS-Death-Metal-Band “Obskur”.

Auch der Bassist von “Confident of Victory”, Thomas Tsch., gehört seit den Anfangstagen zur Gruppe. Er war somit auch von den Hausdurchsuchungen betroffen, die im Januar 2006 bei den Bandmitgliedern durchgeführt wurden. Anlass war ein Auftritt in Mannheim im März 2005, bei dem die Band volksverhetzende Titel gespielt und ihr Publikum zum Zeigen des Hitlergrußes sowie zu “Sieg Heil”-Rufen animiert haben soll. Bei den Durchsuchungen wurde auch der Zünder einer Übungshandgranate beschlagnahmt. Gleichzeitig wurde das Album “F.N.A.B.” (“Freedom, Nation and Blood”) und die Demo-CD “Pornoskins” nach Liste A indiziert. Die Demo-CD enthält Zeilen wie “Nigger scum, nigger nigger nigger nigger scum”. Auf “F.N.A.B.” sind Forderungen wie “War, war, war – the final solution!” zu hören.

(mehr…)

Stahlgewitter und Division Germania – Rechtsrock-Superstars in Personalnot?

Quelle: Don‘t call it music

Unter dem zweideutigen Namen “White Xmas” wird seit Monaten die Werbetrommel für ein Rechtsrock-Konzert am heutigen 9. Dezember 2017 gerührt. Neben “Deutsch Stolz Treue” (Berlin), “Blutzeugen” (Raum Dresden) und “Confident of Victory” (Senftenberg) wird auch die Band “Division Germania” angekündigt. Der letzten Band werden wir uns auch aus diesem Anlass heute annehmen.

Ursprünglich als Soloprojekt angedacht, wurde “Division Germania” von dem 1983 geborenen Andreas K. aus Mönchengladbach um das Jahr 2000 herum ins Leben gerufen. Dieser ist Vollmitglied der Neonazi-Bruderschaft der “Hammerskins” und trat zur Bundestagswahl 2005 in seiner nordrhein-westfälischen Heimatstadt für die NPD an.

Am Schlagzeug bei “DG” sitzt der aus Hamm stammende Patrick G., während Matthias W. aus dem Rhein-Kreis Neuss den Bass spielt. Mit beiden war K. schon bei der Nazipunk-Band “Rotte Charlotte” aktiv. G. gehört außerdem seit geraumer Zeit den Rechtsrock-Band “Smart Violence” und “Sturmwehr” an.

Seit mindestens zwei Jahren spielt Philipp “Phil” N. als Gitarrist bei “Division Germania”. N. ist auch Sänger und Gitarrist der Naziband “Flak”. Die Besetzung der zweiten Gitarre hingegen ändert sich ständig. Auf dem “Hammerfest 2015” der italienischen “Hammerskins”-Sektion wurde die Stelle von Mirko Sz. alias “Liedermacher Barny” besetzt, während beim “Rock gegen Überfremdung” im Juli 2017 Martin B. aus Hamm auf der Bühne stand.

(mehr…)

Gedenken an Rechtsrock-Ikone

Quelle: Blick nach Rechts

25.08.2017 – Für den 9. September sind musikalische Events in Südschweden und in Polen angekündigt.

„Wallhalla Calling“ mit „Faust“ und Sachsenblut“
Was die Gedenkkonzerte für die am 24. September 1993 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommene Rechtsrock-Ikone Ian Stuart Donaldson von der britischen Band „Skrewdriver“ angeht, ist es weltweit ein jährliches Déjà-Vu: Ein Memorial-Konzert reiht sich an das nächste, und dabei sind nicht selten auch deutsche Bands beteiligt. Das gilt am 9. September für das braune Musikspektakel der „Blood&Honour“-Sektion Skandinavien in Südschweden ebenso wie für die parallel stattfindende Veranstaltung in Polen, die offiziell mit „Eastern Europe“ beworben wird. Genaue Örtlichkeiten oder Schleusungspunkte dorthin werden den interessierten Teilnehmern erst unmittelbar vor dem angesetzten Termin mitgeteilt.

Das Meeting in Schweden trägt das Motto „Walhalla Calling“. Dafür wurden ausschließlich deutsche Bands eingeladen. Das lässt das Fortführen und Funktionieren der deutsch-skandinavischen Achse im internationalen B&H-Netzwerk mutmaßen, obwohl die von Donaldson gegründete Organisation seit dem Jahr 2000 hierzulande verboten ist. Mit der Bandauswahl sollen wohl auch viele deutsche Besucher angelockt werden. Demnach sollen „Sachsenblut“ aus Freiberg, „Faust“ aus dem Raum Frankfurt/M. sowie „Sturmwehr“ um Jens Brucherseifer aus Gelsenkirchen auftreten.

Weiterlesen

„Punk Front“ in Norditalien

21.02.2017 – Mailand – Für den 18. März kündigt die Gruppierung „Punks not red Italia“ ein Musik-Event in der Region Nord-Mailand an – mit dabei ist auch eine Berliner Combo.

Drei Bands, die der Musikrichtung „Rock Against Communism“ (RAC) zuzurechnen sind, wollen am 18. März in der Region Nord-Mailand aufspielen. Als Veranstalter agiert eine Gruppierung namens „Punks not red Italia“.

Angekündigt wird neben den beiden einheimischen Bands „Sumbu Brothers“ (Verona) und „Sud X.T.“ (Palermo) auch die Combo „Punk Front“ aus Berlin. Mit der Textzeile „Wir scheißen auf Rotfront und die verdammte Antifa“ aus ihrem Lied „100 % Hass“ machen sie keinen Hehl aus ihrer politischen Einstellung. Benannt haben die Berliner sich nach einer 1978 kurzzeitig in Großbritannien existierenden gleichnamigen Organisation rechtsgesinnter Punks, die die rechtsextreme National Front unterstützte. (hf)

Quelle

Staupitz (Torgau): 35 Jahre RAC für 28 Schafe, 2 Wildschweine und 403 Neonazis

„Indymedia Linksunten“ berichtet:

Völlig ungestört feierte am 26.03.2016 die dienstälteste deutsche Rechtsrock-Band „Endstufe“ ihr 35-jähriges Bestehen in dem 300-Seelen Dorf im sächsischen Staupitz (Torgau). Etwa 400 Neonazis aus ganz Deutschland, Dänemark und Österreich waren angereist um neben der Bremer Band „Endstufe“, den neonazistischen Klängen der Bands „Kraft durch Froide“ (KdF) und „Punkfront“ aus Berlin zu lauschen.

Gegen 19 Uhr versammelten sich bereits die ersten Neonazis, während die Organisatoren noch dabei waren ein Plakat mit der Aufschrift „Für Polizei und Presse kein Zutritt“ vor dem Eingangsbereich im „Alten Gasthof Staupitz“ anzubringen. Immer mehr Autos reisten in den beschaulichen Ort, wo auch Wildschweine die Straßen kreuzen und Schafe im Garten gehalten werden. An einem Haus wird man durch ein Schild mit der Aufschrift „Deutsches Reichsgebiet“ begrüßt.

Die angereisten Gäste, die an diesem Abend die Einwohnerzahl des Dorfs übertrafen, kamen aus 14 Bundesländern. Vertreten waren unter anderen die Städte Leipzig, Hamburg, Bremen, Berlin, Dortmund, Rostock, Ludwigsburg, Rügen, Bonn, Diepholz, Cottbus, Bautzen, Elbe-Elster, Koblenz, Helmstedt, Wiesbaden, Magdeburg, Deggendorf, Bamberg, Greiz sowie Würzburg. Die Neonazis zeigten bereits durch die Wahl ihrer Kennzeichen wie „AH-1488“, ihr nationalsozialistisches Bekenntnis.

In der Location des Eigentümers Andreas Becker finden regelmäßig ungestört Neonazikonzerte statt, sodass sich der Ort in den letzten Jahren zu einer Hochburg neonazistischer Musikevents entwickeln konnte. Auch diese konspirativ organisierte Jubiläumsfeier fand ungestört von Protest oder Polizei statt. Lediglich gegen 22 Uhr drehte ein Streifenwagen ein paar Runden durchs Dorf.

Quelle

Das Spiel mit den Symbolen

Via „analyse & kritik“:

Wie Überidentifikation in der Popmusik von einer subversiven Strategie zum Vehikel rechter Botschaften wurde

Es war einmal: Pop und Rock als Ausdruck eines linken Lebensgefühls, des Widerstands gegen konservative Eltern und überkommene gesellschaftliche Strukturen. Die Enkel_innen des rebellischen Nachkriegskindes Pop haben die Suche nach Emanzipation aufgegeben. Inzwischen findet im Mainstream der Minderheiten von Metalcore bis Helene Fischer alles seinen Platz. Pop ist Establishment, inklusive Deutschrock in Schwarz-Rot-Gold. Dass es eindeutig rechte Bands gibt, verwundert wenig. Noch gefährlicher aber, weil uneindeutiger und verführerischer, ist die sogenannte »Grauzone«: Man gibt sich betont unpolitisch, hat aber keine Probleme mit rechtem Gedankengut und rechten Fans.

Eine Subkultur, die sich besonders anfällig für Grauzone-Bands zeigt, ist die sogenannte schwarze Szene mit Subgenres wie Industrial und Neofolk. Hier einzelne Namen durchzukauen, ist müßig. Produktiver ist es, zu ergründen, welche künstlerischen Strategien das Entstehen einer Grauzone bis hin zur gezielten Unterwanderung durch die »Neue Rechte« ermöglicht haben.Ein besonderes Augenmerk muss dabei auf der Strategie der Überidentifikation oder Überaffirmation liegen, die scheinbar zustimmende Verwendung rechter oder bürgerlicher Symbole oder Handlungen, die einst als subversive Kommunikationsstrategie begann. Wie konnte gerade sie zur Einflugschneise für rechtes Gedankengut werden?

Als Strategie einer subversiven linken Praxis hatte die Überidentifikation in den 1990er Jahren viele Fans. Reader über die Kommunikationsguerilla waren das heiße Ding, die US-Aktivistengruppe The Yes Men wurden zu Politstars. So kehrten Spaß und Subversion zurück in die politische Praxis – bis der Mainstream aufsprang und z.B. das Verfremden von Markenlogos überall stattfand. Die Waffe der Überidentifikation wurde stumpf.

Weiter

Hackte NPD-Jugend Punk-Versand?

Via „Störungsmelder“:

Die NPD-Jugendorganisation in Brandenburg soll einen Internethandel für Punks gehackt und zehntausende Kundendaten gestohlen haben. Nun ermittelt die Polizei.

von René Strammber und Alexander Fröhlich

Potsdam/Duisburg – Die Polizei Duisburg (Nordrhein-Westfalen) ermittelt wegen Zehntausender gestohlener Kundendaten eines Internethandels für Punks gegen die Jungen Nationaldemokraten (JN) Brandenburg, die Nachwuchsorganisation der rechtsextremen NPD. Wie ein Sprecher der Duisburger Polizei den PNN sagte, werde gegen den JN-Landesverband wegen des Verdachts auf Computersabotage ermittelt, die JN werde als möglicher Täter geführt. Bereits am Freitag hatten die Beamten mitgeteilt, dass rechtsextreme Hacker, nach ersten Erkenntnissen eine Gruppe aus Brandenburg, offenbar Kundendaten des Duisburger Internethandels „Impact-Mailorder“ gestohlen und im Netz veröffentlicht haben. Jetzt hat die Polizei auf PNN-Anfrage erstmals mitgeteilt, welche Neonazis in Brandenburg sie im Visier hat.

Weiter

Nazipunks fuck off!!!

Wir dokumentieren:

Wer kennt ihn nicht. Den Grauzone Aktivist „Cultus Interrptus“. Für seine Ansichten bekannt wird jetzt eins immer deutlicher. Er ist ein NaziPunk. Unter www.facebook.com/cultus.interrptus darf gerne mit ihm diskutiert werden. Vielen dank für die Einsendung des Bildes X.. Rechte Person ist dieser hier: https://m.facebook.com/philipp.schirrmeister?_rdr . Und zu guter letzt die Dame in der Runde. https://m.facebook.com/rudegirl.moiskin.1

Quelle

14.6.2014 Halberstadt: Greif ein – Nazis und Rassisten keine Ruhe lassen

Ein Ausschnitt aus dem Aufruf zur Antifademo am 14.6.2014 in Halberstadt:

Rechter Subkultur entgegentreten
Seit 2007 finden in Nienhagen regelmäßig Rechtsrockkonzerte statt. Der kleine Ortsteil von Schwanebeck mit gerade einmal 400 Einwohnern liegt ca. 12km von Halberstadt entfernt. Hier haben rechte Konzertveranstalter einen der wenigen Ort gefunden, an dem sie ihre Konzerte öffentlich beworben durchführen können, ohne die Veranstaltung zu gefährden. Nachdem anfänglich hauptsächlich Konzerte der rechten Rocker von „Kategorie C” stattfanden, führt auch der vor ein paar Jahren nach Nienhagen gezogene Neonazi Oliver Malina seit drei Jahren Musikveranstaltungen mit internationalen Neonazibands durch. Außerdem gab es auf dem Gelände von Klaus Slominski auch etliche als Geburtstagsfeiern deklarierte Rechtsrockkonzerte. Slominski versicherte, nachdem sich die Mehrheit der in Nienhagen wohnenden Menschen gegen die Veranstaltungen ausgesprochen hatte, sein Gelände an der sogenannten Hopfendarre nicht weiter an rechte Veranstalter zu vermieten. Nach einigem Hin und Her um das Neonazi-Event “European Skinhead Party” 2013 konnte Malina, nachdem er mehrere angemeldete
Veranstaltungsorte nicht genehmigt bekam, doch wieder auf Slominski zählen. So wurde den Nienhagener_innen schmerzhaft vor Augen geführt, dass Absprachen mit Neonazis oder den durch diese Profitierenden keinen Wert haben.

Im April 2013 wurde bekannt, dass Malina eine Schlossruine in Groß Germersleben im Bördekreis erworben hatte, um auf dem Gelände auch in Zukunft Nazikonzerte und Veranstaltungen stattfinden zu lassen. Auch wenn im Februar 2014 die Nachricht die Runde machte, dass Malina das Grundstück wieder verkauft hatte bleibt zu befürchten, dass das Geschäft von und mit Neonazis ohne Intervention in der Region weiterhin gut laufen wird. Eine weitere Gefahr stellt die Ausweitung der Strukturen von “Honour & Pride” in Sachsen-Anhalt dar, welche als Nachfolgeorganisation von Blood & Honour angesehen werden kann. Auch Neonazis aus dem Harzgebiet sind in diesen Strukturen aktiv.

Neben Konzerten mit klassischen Rechtsrock-Bands kam es im Harz auch zu Auftritten sogenannter unpolitischer Rockgruppen wie „Notlöhsung“ und „Lost&Found“ Die Lieder bieten mit ihrer Inhaltsleere oft viele Interpretationsmöglichkeiten für eine breite Hörerschaft. Recht konkret und ganz unpolitisch fordert „Lost&Found“ beispielsweise in einem Coversong einen starken Staat, in einem anderen Selbstjustiz. Wo für jeden etwas dabei ist, fällt die eigene Positionierung scheinbar schwer.

Wenig überraschend sind die persönlichen Verbrüderungen von Bandmitgliedern dieser „unpolitischen“ Bands mit Personen aus dem rechten Spektrum. Ein Paradebeispiel: Der ehemalige Bassist von „Lost&Found“ fand nach seinem Umzug schnell Anschluss bei der Berliner Band „Punk Front“, die sich gern für ein Interview mit der Neonazi-Organisation „Blood & Honour“ zur Verfügung stellte. Für Antifaschist_Innen einer von vielen Gründen, diese Konzerte in der Region verstärkt ins Visier zu nehmen.

Mehr

Essen: Neonazis betreiben Modegeschäft in Borbeck

Via „Indymedia Linksunten“:

Im März vergangenen Jahres eröffnete im Essener Stadtteil Borbeck ein Bekleidungsgeschäft, das überwiegend Kleidung und Accessoires der Rockabilly-, Horrorpunk- und Emo-Kultur verkauft. Eigentlich nichts besonderes, wäre da nicht die Tatsache, dass der Laden “Detkill” von Jennifer Killat und Sandra Detmers – zwei örtlichen Neonazis – betrieben wird.

Der Name “Detkil” setzt sich aus den jeweils ersten drei Buchstaben des Nachnamens der Betreiberinnen zusammen: Sandra Det-mers und Jennifer Kil-lat und spielt damit auf die (phonetische) Ähnlichkeit mit den englischen Wörtern “Dead” und “Kill” an. Daran, dass die beiden Neonazi-Aktivistinnen den Laden betreiben, besteht kein Zweifel: Detmers steht namentlich im Impressum auf der Website des dazugehörigen Versandhandels, die im April online ging (xxx.detkil.de) und Killat hat die genannte Top-Level-Domain angemeldet.

Die Betreiberinnen gehören der Kameradschaftsszene an

Die Verknüpfungen von “Detkil” mit der rechten Szene lassen sich leicht nachzeichnen bzw. erklären: Jennifer Killat ist eine langjährige Aktivistin der Essener und Dortmunder Neonaziszene. Seit mehr als zehn Jahren nimmt sie an Neonaziaufmärschen teil und war in der Essener Kameradschaftsszene aktiv. Nachdem sie mit dem Dortmunder Führungskader Dietrich Surmann zusammengekommen war, orientierte sie sich fortan jedoch eher an den Strukturen in der Nachbarstadt, besuchte dort die sogenannten Kameradschaftstreffen, provozierte bei antifaschistischen Veranstaltungen und stellte ihren Wagen für Einschüchterungsversuche gegen Antifaschisten zur Verfügung. Erst im April 2013 wurde sie in ihrer Nachbarschaft geoutet. Parallel dazu wurden die Verbindungen von der Firma ihres Vaters, dem Sanitärunternehmen “Frank Killat Bau und Fließen GmbH“, zur neonazistischen Szene öffentlich gemacht (https://linksunten.indymedia.org/node/84314). Das gut laufende Unternehmen beschäftigt nicht nur Neonazis, sondern der Eigentümer dürfte aus Sympathie für die Rechten Surmann auch beim Erwerb des Ladenlokals in Dortmund-Huckarde, das als Kreis- und Landesgeschäftsstelle für die Partei “Die Rechte” dienen sollte, materiell unterstützt haben (https://linksunten.indymedia.org/de/node/71467). Auch beim “Detkil” dürfte Herr Killat seiner Tochter finanziell unter die Arme gegriffen haben. Darüber hinaus stellte er das Gelände seines Anwesens in der Hövelstraße 152 im Stadtteil Altenessen für ein Fotoshooting mit “Detkil”-Models zur Verfügung und macht somit auch keinen Hehl aus der Unterstützung des Modegeschäfts.

Weiter

10 Jahre Braunzonenrock aus Wernigerode – Jubiläumskonzert in Magdeburg

Via „Harzinfo.net“:

Am 13. April 2013 will die Band „NotlöHsung“ aus Wernigerode in Magdeburg ihr zehnjähriges Jubiläum feiern. Einen Überblick über ihr musikalisches Wirken und ihre angeblich unpolitische Positionierung soll der folgende Artikel vermitteln.

Am 13. April 2013 will die Band „NotlöHsung“ aus Wernigerode in Magdeburg ihr zehnjähriges Jubiläum feiern. Die Band, deren Musik laut eigener Aussage eine „gute Mischung aus Metal, Punkrock und Streetcore“ sein soll, wird zusammen mit „Punkfront“ (Berlin) und „Rien ne vas plus“ spielen. Nach außen hin gibt sich die Gruppe unpolitisch: „Aus Politik halten wir uns raus, dafür sind andere in diesem Land zuständig“, schreiben sie auf ihrer Facebook-Seite.

Die Musikgruppe besteht zur Zeit aus Chris „Scholle“ S. (28) als Bassist, Andy B. (29) am Schlagzeug, Gitarrist Christoper J. (25) und Sänger Rainer „Hakkus“ K. (27). Letzterer macht aus seiner rechtsradikalen Einstellung keinen Hehl und zeigt sich bei Auftritten auch in T-Shirts der Nazibands „Hassgesang“ und „Blutzeugen“. Ein Blick auf die gespielten Konzerte mit der Neonazi-Combo „Kategorie C“, der Nazipunkband „Punkfront“ und der mehr Braun- als Grauzonenband „Elbroiber“ offenbart schnell, dass „NotlöHsung“ kein Problem damit haben, zusammen mit politisch rechtsgerichteten Bands aufzutreten.

Weiter

Britain’s Nazi Punk Scene Is Alive and Limping

Das „Vice“-Magazin schreibt in einem sehr lesenswerten Artikel über das Wiederaufblühen der englischen „Blood & Honour“-Nazimusikszene:

Ageing skinheads were forced to flee East London this weekend after a gig that a load of neo-Nazis were expected to attend was cancelled by the Mayor of Newham. Despite the fact the gig was called off, the venue – the iconic Boleyn Tavern, „glamourised“ by Elijah Wood in Green Street as a good place to get bottled after a West Ham match – had its windows smashed in anyway, most likely by anti-fascists.

The fuss was over a skinhead day out called Monsters of Oi, an event with no overt far-right agenda, but a suspicious amount of cross-over with the underground white power music scene – a soft front for something far more sinister. And this is nothing new. While anti-fascist groups have been rightly focusing elsewhere („political“ groups, like the EDL and BNP), pubs across the UK have recently been playing host to pissed-up, sieg-heiling men holding guitars.

This particular line-up had a number of bands whose members have links to Blood and Honour, the neo-Nazi network launched by Ian Stuart (awkward acquaintance of Suggs and singer of Britain’s seminal white power act, Skrewdriver) to fund the far-right in the early 90s. Not all of the bands on the original bill were Nazis, but a few former members of neo-Nazi pseudo terrorist group Combat 18 signed up on the Facebook guestlist to really nail down that weekend bigotry.

Weiter

Hardcore-Punk – Wie ursprünglich linke Musik für Rechtsextreme adaptierbar wird

Das „Netz gegen Nazis“ schreibt:

Der Attentäter Wade Page, der in Wisconsin (USA) am 7. August 2012 einen Sikh-Tempel angriff und dabei 6 Menschen tötete, war Musiker in diversen, teils bekannten rechtsradikalen Hardcore-Skindhead Bands, etwa den „Blue Eyed Devils“. Diese Bands versuchen seit vielen Jahren, die inzwischen zum Großteil entpolitisierte Hardcore-Punk-Szene zu unterwandern. Ingo Taler hat in seinem Buch „OUT OF STEP- Hardcore Punk zwischen Rollback und neonazistischer Adaption“ die Wurzeln dieser Entwicklung untersucht.

Der Attentäter Wade Page bezeichnete die Musik seiner Band „End Apathy“ auf seiner Webseite als „rassistisches White Power-Trio mit Punk- und Metal-Wurzeln“. Eine rechtsextreme Hardcore-Bandszene wächst auch in Deutschland und Europa. Sie versucht, die ursprünglich emanzipatorische, eher linke Subkultur Hardcore-Punk zu unterwandern und eine rechtsextrem-rassistische Parallelszene aufzubauen – inklusive eigener Netzwerke für Konzerte und Festivals. Ingo Taler hat in seinem Buch „OUT OF STEP- Hardcore Punk zwischen Rollback und neonazistischer Adaption“ die Wurzeln dieser Entwicklung untersucht.

Weiter

Die verstörende Welt der Nazi-Punks

Die „Frankfurter Rundschau“ schreibt:

Wade Page, der Attentäter, der in Milwaukee sechs Menschen in einem Sikh-Tempel erschoss, war ein Star der amerikanischen Nazi-Punk-Szene. In den USA blüht der Markt für rechtsextreme Musik. Einblicke in eine verstörende Welt.

Es war wie so oft nach der Bluttat eines Wahnsinnigen: Die Nachbarn und Bekannten des Täters zeigten sich „schockiert“ und „überrascht“. Wade Page, der sechsfache Mörder von Milwaukee soll „still, freundlich und unauffällig“ gewesen sein.

Leute die mit der finsteren Skinhead und Nazi-Punk Szene in den USA vertraut sind, waren allerdings alles andere als überrascht, als sie hörten, dass Page in der vergangenen Woche wahllos in einem Sikh Tempel um sich geschossen hatte. Page war so etwas wie ein Star in dieser Szene, seine beiden Bands, die „Blue Eyed Devils“ und „End of Apathy“ waren echte Headliner. Noch Anfang Juni spielten beide bei einem regionalen Festival der „Hammerskin Nation“ – eine der größten neo-nazistischen Vereinigung der USA. 20 Dollar hatten die Teilnehmer des Festivals in der floridianischen Stadt mit dem schönen Namen „Christmas“ bezahlt um Page Dinge ins Mikrofon schreien zu hören, wie „Du bist tot Du Scheiß Nigger, ich schieß Dir den Arsch voll mit Blei.“ Freundlich und unauffällig war das nicht.

Weiter
Siehe auch: Jello Biafra on ‚Nazi Punks‘ and hate speech
Hate rock’s siren song

Slime, Glaubitz & die NPD

Mal ein Lacher von Seiten der NPD zum Auftritt der Deutschpunk-Legende Slime am vergangenen Wochenende beim Back to future-Festival in Glaubitz:

Flyer in groß

Hass und Gewalt

Der „blick nach rechts“ berichtet über den Naziaufmarsch in Stolberg (NRW):

Im vierten Jahr in Folge haben am Wochenende Neonazis in Stolberg (Städteregion Aachen) fremdenfeindliche Hetzmärsche abgehalten – unter den Teilnehmern waren zahlreiche „Autonome Nationalisten“ und Neonazi-Skinheads.

Die Aufmärsche firmieren rund um den Todestag eines Anfang April 2008 durch einen Migranten erstochenen 19-jährigen Berufsschülers als „Trauer- und Protestmarsch“. Die Aufmarschserie soll unterdessen jedoch „alle[n] Opfer[n] antideutscher Gewalt“ gelten. Im Gegensatz zu den Vorjahren erschienen 2011 aber weniger Neonazis als erwartet. Bei dem „Fackelmarsch“ am Freitag marschierten rund 150 Neonazis und am Samstag gut 430 Neonazis durch die Kleinstadt, im vergangenen Jahr wurden jeweils 230 und 500 Teilnehmer gezählt. Der Aufmarsch am Samstag konnte wegen Protest- und Blockade-Aktionen – etwa der Besetzung des Bahnhofes durch mehrere hundert Nazigegner – zudem erst mit dreieinhalbstündiger Verspätung beginnen.

Organisatoren der Aufmärsche sind die Neonazis Ingo Haller (Niederzier) und Axel Reitz (Pulheim), unterstützt werden sie von der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) und der „autonom“-nationalsozialistischen „Aktionsgruppe Rheinland“ (AGR). Zwar hatten die Organisatoren festgelegt, dass Teilnehmer auf ihrer Kleidung „szenetypische Aufschriften“ vermeiden sollten „und normal und gesittet zu erscheinen“ hätten. Man repräsentiere „immer noch ein Volk, samt Kultur und Identität, keine neuzeitlichen Subkulturen“ hatte es geheißen. Indes erschienen die meist jugendlichen Teilnehmer als zum Teil sehr stark gepiercte „Autonome Nationalisten“ (AN) oder klassische Neonazi-Skinheads in den einschlägigen Rechtsrock-T-Shirts, einige Teilnehmer trugen sogar Irokesen-Haarschnitte.

Weiter
Siehe auch: Proteste geg. die Naziaufmärsche in Stolberg
Stolberg: Wenn Neonazis “trauern”…

Einst war Kevin Müller ein Punk, dann wurde er zum Neo-Nazi

Die „Märkische Allgemeine Zeitung“ berichtet:

POTSDAM / BABELSBERG – Kevin Müller hat Gewalt immer gehasst. Trotzdem hat er geschlagen und getreten. Schließlich traf er mit seinen Angriffen keine Menschen. Davon war zumindest Müller überzeugt. „Es waren Untermenschen.“ Müller war ein Neo-Nazi. Doch damit ist Schluss. Gestern berichtete der 23-Jährige Schülern des Berufsbildungswerkes im Oberlinhaus, wie er in die rechte Szene geraten ist.

Müller brachte einen Dokumentationsfilm mit: „Einer von uns“. Er erzählt seine Geschichte. Die Geschichte eines Außenseiters.

Müller wuchs in Berlin-Grunewald auf. Bis er acht Jahre alt war. Wegen seiner Liebe zum Reitsport zogen seine Eltern mit ihm in ein Dorf in der Uckermark. Fast alle in seiner Klasse seien Neo-Nazis gewesen, erklärt Müller den Schülern. Kevins Kleidungs- und Musikgeschmack – er stand auf Hip Hop – war für seine Klassenkameraden ein Ausdruck „schwarzer“ Kultur. Sie verprügelten ihn immer wieder.

Weiter

Prag: Nazipunkkonzert verhindert!

Wie wir erfreulicherweise erfahren haben, konnte am 19.2.2011 nicht nur der Nazigroßaufmarsch in Dresden erfolgreich verhindert werden, sondern auch das im Prager „Motoraj Club“ geplante Konzert u.a. mit der Berliner Nazipunkband „Punkfront“. Wir berichteten. Also war der Samstag somit auch subkulturell ein Totalausfall für die Naziszene!
Hier findet Ihr den Bericht unserer antifaschistischen Freund_innen aus Tschechien: Punkfront, Duchin a „apolitická“ politika

Nazipunks fuck off!

Piter: Naziangriff auf Punks in Russland

Auf „Indymedia“ wird folgendes berichtet:

Am vergangenen Samstag, dem 5. Februar, wurde eine Gruppe von Punks auf dem Weg zum Konzert der Band „The Casualties“ im Petersburger Klub „Orlandina“ überfallen. Zwei Menschen wurden schwer verletzt – eine Person kam mit schweren Messerstichen in ein Krankenhaus. Glücklicherweise überlebten beide. Dennoch zeigt diese Aktion der Nazis, daß selbst ein Besuch in einem komerziellen Klub gefählich ist.
Die Nazis wählten bewußt eine Gruppe als Punks erkennbare Menschen aus. Sie warteten in einem Hinterhalt auf Gäste des Konzertes von „The Casualties“ im Klub Orlandina im Petersburger Stadtteil. Petrosavodsk. Unvermittelt, vermummt und bewaffnet griffen sie, wie das Analyse- und Informationszentrum Sova aus Moskau berichtet, die Gruppe an. Zunächst wehrten sich die Angegriffenen erfolgreich. Doch zog einer der Angreifer eine Schreckschußpistole und schoß. Zwei Punks wurden durch die Schüße verletzt. Bis auf eine Person konnte die Gruppe der Punks flüchten. Ein schwer verletzter Mensch blieb offenbar am Boden liegen. Die Nazis traten auf ihn ein und stachen mehrfach zu.

Die zwei beiden Verletzten wurden im Krankenhaus behandelt. Wie RBK aus Petersburg berichtet, haben die Sicherheitsfräfte bereits Informationen im Zusammenhang mit dem Überfall. In Kürze soll, so behauptet die Miliz wird der Überfall aufgeklärt werden.

Quellen:
RBK
Sova Moskau
Indymedia
Analyse, Kritik, Aktion