Archiv der Kategorie 'Querfront, Nationalanarchie'

Wie links ist Paranoia?

Das „Neue Deutschland“ schreibt

Politpop-Band »Bandbreite« ist beliebt bei Rechten – und bei Teilen der deutschen Linken

Würde man nur ihre musikalischen Leistungen betrachten, wäre die Duisburger »Politpop«-Band »Die Bandbreite« keiner Erwähnung wert. Doch trotz ihrer verschwörungsparanoischen Texte treten die Hip-Hopper bei linken Events auf. Dabei wirkt die vorgeblich linke Band um Sänger Marcel W. als Appetitanreger für hochgradig reaktionäre Ideologien. So auch für die krude antisemitische Propaganda des Buchautors Wolfgang Eggert.

In Wahrheit ist alles wieder mal ganz anders, als uns erzählt wird: Hinter der Immunschwächekrankheit AIDS stecken eigentlich die US-Regierung, die AIDS in einem geheimen Labor namens »Fort Detrick« entwickeln ließ, die CIA und – wie könnte es anders sein! – der Mossad. Der sagenumwobene israelische Geheimdienst habe den Virus durch bewusst kontaminierten Blutkonserven in Afrika verbreitet. An vorderster Front war auch irgendwie eine jüdische Endzeitkult-Sekte beteiligt. Das behauptet zumindest besagter verschwörungsparanoider Autor Wolfgang Eggert in seinem Buch »»Die geplanten Seuchen. AIDS, SARS und die militärische Genforschung«.

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Konfuse Gruppe wünscht Makss Damages Rückkehr in linke Szene

Mal was zum amüsieren:

Eine sich als „anarchostalinistische“ bezeichnende Gruppe machte heute mit einem Appell an Makss Damage auf sich aufmerksam, in dem seine Rückkehr in die linke Szene gefordert wird. Überschrieben ist dieses absurde Schmierentheater mit“ Appell an Makss Damage – Komm wieder zu uns, Genosse!“ Den originalen Eintrag kann man unter folgendem Link nachlesen: http://anarchostalinist.wordpress.com/2012/03/19/appell-an-makss-damage-komm-wieder-zu-uns-genosse/

Quelle

Der Fall „Makss Damage“


Ein weiterer Beitrag auf „Indymedia“ zum Fall „Makss Damage“:

Wie aus einem »linken« Kommunisten ein Faschist wurde

Nicht umsonst bezeichneten sich die Hitlerfaschisten selbst als »Nationalsozialisten«, suggerierte diese Eigenbezeichnung zusammen mit der partiellen Verwendung der Symbolik der Arbeiterbewegung doch ihre Verbundenheit mit der Arbeiterklasse. Diese Strategie hat sich bewährt, schließlich stand ein großer Teil der Werktätigen in den 1930er Jahren hinter den Faschisten. Doch auch heute noch kommt es vor, dass Leute aus den eigenen Reihen plötzlich auf die Seite des Gegners überwechseln. Mitte Februar 2011 verkündete der aus SDAJ-Kreisen bekannte Rapper Julian aka »Makss Damage« plötzlich, »National Sozialist« zu sein und betont seine »Volksdeutsche« Herkunft. In einem Interview mit der faschistischen Gruppierung »Medinet West« sagt er sich von seinen alten Liedern vollständig los und erklärt offen seine Trennung von der Arbeiterbewegung. Ein weiterer Idiot, ein Dummschwätzer, könnte man meinen. Allerdings bleibt die Frage: Welchen ideologischen Hintergrund hat seine überraschende Sinneswandlung? Und was bedeutet das für unseren Kampf? Wer also war »Makss Damage«?

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Berlin: Keine rechten Treffen mehr im Ratskeller

Indymedia berichtet:

Seit 1995 ist Thomas Rau Betreiber der Gastronomie im Rathaus Schmargendorf. Seit 2002 fanden im Ratskeller Schmargendorf mindestens 24 rechte, rechtspopulistische und neonazistische Veranstaltungen statt. Nun wurde dem Pächter aufgrund von Mietschulden gekündigt.
Von 2002-2009 fanden im Ratskeller die vom NPD-Kandidaten Hans-Ulrich Pieper organisierten „Dienstagsgespräche“ statt, bei denen Geschichtsrevisionisten, rechte und neonazistische Politiker, ehemalige Offiziere und anderen Reaktionäre zu verschiedenen Themen referierten. Aufgrund einer Anweisung durch die BVV wurden die „Dienstagsgespräche“ dort verboten.

Ende 2010 organisierte Jürgen Elsässer – mit Genehmigung des LKAs – eine Veranstaltung mit dem Chefredakteur der neurechten „Jungen Freiheit“ und der neonazistischen Rapperin „Dee Ex“ bei der auch Neonazis, unter anderem Uwe Meenen, im Publikum saßen. Dieses Jahr fand das letzte bekannte rechte Treffen im Ratskeller statt, dort trafen sich am Abend des 19. Januar die Mitglieder der rechtspopulistischen Partei „Die Freiheit“.

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Ein Nazi namens „Makss“.

„Indymedia“ berichtet:

nun hat er sich zudem bekannt, was er eigentlich shcon immer war:
makss damage ist nun auch offiziell makss nazi damage.

Jetzt ist er ent­gül­tig dort an­ge­kom­men, wohin es ihn schon immer zog. Die Rede ist von dem „lin­ken“ Rap­per „Makss Da­ma­ge“, der mit Tex­ten wie „Tötet diese an­ti­deut­schen Hu­ren­söh­ne“ das Herz des ein oder an­de­ren An­ti-​Im­pe­ria­lis­ten er­wärm­te. Mit Zei­len wie „Lasst den Da­vid-​Stern bren­nen, lasst den Zio­nis­mus un­ter­ge­hen“, be­geis­ter­te er An­ti­se­mi­ten aller Couleur, bis in die Linke hinein. Der ehe­ma­li­ge SDAJ‘ler macht nun mit den­je­ni­gen Po­li­tik, die sol­che un­ver­hoh­le­ne Ver­nich­tungs­phan­ta­si­en eben­falls pro­pa­gie­ren. Ak­tu­ell sieht man „Makss Da­ma­ge“, der sich „Ju­li­an“ nennt, auf Youtu­be und altermedia. Dort wird er vom selbst­er­nann­ten „Hit­ler von Köln“, dem fa­na­ti­schen Nazi Axel Reitz, in­ter­viewt. Am 29.​01.​2011 be­tei­lig­te sich der Rap­per be­reits an einem Na­zi-​Auf­marsch in Wup­per­tal.

Im In­ter­view mit dem „Frei­en Netz Sie­ger­land“, einem Na­zi­por­tal, nimmt „Makss Da­ma­ge“ kein Blatt vor den Mund. Der Deutsch-​Rap­per hetzt dort gegen Mi­gran­t_in­nen, die er vornehmlich als „kriminelle Ausländer“ sieht.

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Siehe auch: Ein Nazi namens „Makss“.
Und: Makss Damage – das Lager gewechselt?
MaKss Damage Interview – Ein schlechter Fake
Makss Damage Interview kein Fake
Politrapper wechselt nach rechts
Makss Damage: Plötzlich Nazi!
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Nazirapprojekt „n´socialist Soundsystem“

Seit einiger Zeit versucht die Naziszene mit einem weiteren musikalischen Projekt in der Hip Hop-/Rap-Szene an Boden zu gewinnen. Das Projekt „n´socialist Soundsystem“ (gegründet im Frühjahr 2010) ist ein Ableger der Rechtsrockband „Häretiker“ und versucht mit ihrem deutschsprachigen Hip Hop-/Rap-Projekt nationalsozialistische Ideen in Bereiche einer bisher eher klar antirassistisch geprägten Jugendkultur einzubringen. Zuletzt veröffentlichten „n´socialist Soundsystem“ – welche zugleich auch unter dem Pseudonym „Enesess“ agieren – einen Song mit dem Titel „Wahlkampfrap – Zeit sie abzuwählen!“, welcher als Wahlkampfwerbesong für die NPD bei den am 27.3.2011 in Rheinland-Pfalz anstehenden Landtagswahlen gedacht ist. Zudem veröffentlichten „n´socialist Soundsystem“ bereits Songs auf der Nazi-„Schüler-CD“ „Jugend in Bewegung – Die Schüler-CD des Nationalen Widerstands“. Eine erste CD „Volk ans Mikrophon“ mit 12 Liedern und einem 16seitigem Beiheft wurde ebenfalls soeben von „LNR-Records“ veröffentlicht (außerdem bereits im Jahr 2010: „Jugend muss ans Mikrofon“, Eigenproduktion als MP3 veröffentlicht).
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Einstieg zum Thema „Querfront“

Da die Oire-Szene Redaktion schon seit geraumer Zeit das Gefühl hat, dass der „Querfront“-Ansatz der Nazis – im Gegensatz zur politischen Bühne – im subkulturellen Bereich spätestens mit dem Aufkommen der „Autonomen Nationalisten“ leider hervorragend zu klappen scheint, werden wir uns dem Thema zukünftig regelmäßig auf theoretischer Basis widmen.

Zum Einstieg verweisen wir auf den ganz guten Einstiegsartikel auf Wikipedia:

Der Begriff Querfront bezeichnet eine rechtsextreme Bündnisstrategie, die Gemeinsamkeiten zwischen den politischen Lagern betont oder zu konstruieren versucht, mit dem Ziel, die politische Macht eines Nationalstaats zu übernehmen.[1] Er wurde zu Beginn der 1930er Jahre in der Weimarer Republik geprägt. Derzeit gibt es zwei rechtsextreme Gruppierungen, die Querfrontstrategien aufgreifen: die Nationalrevolutionäre und die Autonomen Nationalisten.

Zum Begriff:

Historisch wurde eine Querfrontideologie, also eine Verknüpfung von rechten (nationalen) und linken (sozialistischen, revolutionären) Ideen in der Weimarer Republik auf der politischen Rechten in der Konservativen Revolution entwickelt. Begünstigt wurden solche Diskussionen durch die Realpolitik, in der Partnerschaften stattfanden, die innenpolitisch unverträglich erschienen. Dazu gehören die finanzielle und logistische Unterstützung Lenins durch die deutsche Oberste Heeresleitung 1917 sowie der deutsch-russische Vertrag von Rapallo 1922. 1923 veröffentlichte der „jungkonservative“ Arthur Moeller van den Bruck sein Werk Das Dritte Reich, in dem er einen zukünftigen autoritären deutschen Staat durch eine Verbindung von Nationalismus und Sozialismus propagierte. Deutschland solle sich der Sowjetunion öffnen und eine Ausrichtung auf westliche Werte, besonders auf die USA, ablehnen. Wichtig waren auch die Publikationen des Tat-Kreises mit Vorstellungen von einem „nationalen Sozialismus“, der die Demokratie endgültig beseitigen sollte. Propagiert wurden völkische Konzepte, wie das der „Volksgemeinschaft“, auf dessen Basis es keine „Linken“ und „Rechten“ geben sollte, sondern „lediglich“ „deutsche Volksgenossen“. Im Blick war dabei vor allem eine Kooperation zwischen Reichskanzler Kurt von Schleicher, Gewerkschaftsfunktionären des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) und nationalsozialistischen Wirtschaftstheoretikern. Kontakte der Parteien sind belegt, ob dabei allerdings die Verwirklichung einer solchen Koalition besprochen wurde, ist unter Historikern umstritten. Schleicher konnte sich von einer solchen Kooperation eine Stabilisierung der sehr instabilen politischen Verhältnisse am Ende der Weimarer Republik erhoffen. Zu einer solchen Kooperation kam es aber letztendlich nicht.

Heute wird der Begriff in der politischen Diskussion verwendet, um Überschneidungen von rechts- und linksradikalen Gruppierungen zu beschreiben. Derzeit gibt es zwei rechtsextreme Gruppierungen, die Querfrontstrategien aufgreifen: die Nationalrevolutionäre und die Autonomen Nationalisten. Während Nationalrevolutionäre stark auf Theoriebildung setzen, die Diskussionen ab der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg aufgreift, sind die Autonomen Nationalisten eine neue Strömung, die vor allem von gewaltbereiten, aktionistisch orientierten jungen Rechtsextremisten Zulauf erhält.[2]

Am Begriff wird kritisiert, dass bei Übertragungen auf die heutige Zeit der konkrete geschichtliche Kontext, in dem der Begriff entstanden sei, nicht mit heutigen Verhältnissen vergleichbar sei. Ebenfalls kritisiert wird, dass der Begriff auf eine Reihe unterschiedlicher, zum Teil schwer vergleichbare Phänomene verweise.[3]

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Nationalanarchismus

Aufgrund der zunehmenden ideologischen Diffusität innerhalb der Subkulturen, wird sich die Oire Szene Redaktion in der Zukunft regemäßig mit neueren ideologischen Ansätzen aus der rechten Szene beschäftigen. Gerade mit dem Phänomen der „Autonomen Nationalisten“ und der zunehmenden Unterwanderung aller Subkulturen durch rechte Ideen, ist es dringend notwendig, sich mit den „Querfront“-Ansätzen bzw. Ideen wie dem „Nationalanarchismus“ oder „Nationalbolschewismus“ auseinanderzusetzen. Große Teile der Punk- und Oi!-Szene (und zunehmend auch anderer Szenen wie Hardcore, Psychobilly, Blackmetal, Gothic/Wave…) befinden sich unserer Meinung nach mittlerweile in einem derart konfusen und verwirrten politischen Zustand (die Rechts- Linksgemengenlage ist da erschreckend hoch), dass es eigentlich leider nur noch entsprechender Bands oder politischer Kader aus der Naziszene braucht, um diese Konfusion im politischen Sinne für Ihre Zwecke zu missbrauchen. Auch der Attentäter von Arizona hat sich bei seiner Tat auf eine wüste ideologische links-rechts-Mischung berufen: von den Ideen der neurechten „Tea-Party“-Bewegung über Ansätze des Rechtsanarchismus (Redemptiontheorie des „Sovereign Citizen Movement“ um David Wynn Miller) bis hin zu der Ideologie des rechtsextremen Think Tank „New Century Foundation“ (NCF) und dessen Publikation „American Renaissance“ war da wohl alles vertreten. Passend dazu soll der Attentäter dann u.a. musikalische Vorlieben für als links geltende Punkbands wie „Anti-Flag“ gehabt haben…

Zur Einführung zum Thema „Nationalanarchismus“ verweisen wir auf die recht gelungene Übersicht von Wikipedia inklusive der Literaturverweise:

Nationalanarchismus

Nationalanarchismus ist eine seit 1998 im Internet verbreitete Wortschöpfung einiger Personen, die Nationalismus und Anarchismus verbinden soll. Sie wird meist als Teil einer Querfrontstrategie im Rechtsextremismus betrachtet.

Vertreter und Position

In Deutschland propagiert Peter Töpfer seit etwa 1998 im Internet eine „nationale Anarchie“ als politisches Ziel, das den „rationalen Kern“ von Nationalismus und Anarchismus vereinen soll. Es gebe keine gemeinsame Organisationsform, jeder Nationalanarchist spreche für sich. Sie verträten eine radikale Alternative zur Globalisierung, die Multikulturalität nicht innerhalb, sondern zwischen ethnisch homogenen Völkern herstellen wolle.[1] Dieses Ziel verfolgten auch Troy Southgate in Großbritannien oder Hans Cany in Frankreich. Southgate gibt an, vorwiegend von der politischen Linken geprägt zu sein und nennt Michail Bakunin, Emma Goldman, Che Guevara und die Rote Armee Fraktion als seine Einflüsse[2], wiewohl er bereits 1984 Mitglied der rechtsextremen British National Front und 1992 Mitbegründer des English Nationalist Movement war.[3]

Töpfer ist seit 1995 als Mitherausgeber der Zeitschrift „Sleipnir“ u.a. wegen Verbreitung von Holocaustleugnung[4] und seit 1998 als regelmäßiger Teilnehmer an NPD-Demonstrationen bekannt. Sein Versuch, mit der Farbsymbolik von Anarchosyndikalisten und kommunistischen Anarchisten einen anarchistischen Flügel bei rechtsextremen Nationalisten zu propagieren, stieß dort auf Ablehnung. Seither wirbt Töpfer im Internet weiter für ein strategisches Bündnis von Rechtsextremisten mit „deutschen Anarchisten“ und unterstützt dazu aktiv rechtskräftig verurteilte Holocaustleugner wie Horst Mahler und befreundete Neonazis wie Christian Worch.[5] Er organisierte mehrere sogenannte Querfronttreffen, etwa mit Karl Nagel, ehemaliger Kanzlerkandidat der Anarchistischen Pogo-Partei Deutschlands. Eins dieser Treffen im August 2001 wurde polizeilich aufgelöst, dabei wurde Töpfer verhaftet.[6] Er arbeitete mit Michael Koth vom „Kampfbund Deutscher Sozialisten (KDS)“ zusammen, einer neonazistischen Querfrontorganisation, die aus nationalistischer Sicht die DDR verherrlicht.[7] Gemeinsame Aktivitäten bezeichnen Töpfer und Koth als Bündnis nationale Linke im nationalen Widerstand und AG Antifaschismus im nationalen Widerstand.[8]

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Siehe auch: „Nach dem Attentat von Arizona: Die Verschwörerischen Staaten von Amerika“
Und: Aus der Spur