Archiv der Kategorie 'Rap, Nazirap usw.'

In den Fußstapfen der verbotenen KAL

17.03.2017 – Fast fünf Jahre nach dem Verbot der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) haben Neonazis den Wiederaufbau von Strukturen unter Tarnlabels umgesetzt und werben wieder verstärkt Jugendliche an. In Aachen spitzt sich ein Konflikt zwischen Nazigegnern sowie Neonazis und Hooligans dabei zu.

Ausgangspunkt für den aktuellen Konflikt scheint ein Angriff von zwei Neonazis auf Schüler in Aachen am Rande des linksalternativ geprägten Frankenberger Viertels gewesen zu sein. Die Angegriffenen engagieren sich offenbar in der linken Szene. Antifaschisten zufolge fand die Attacke am 2. November 2016 in einer Schulpause statt. Einer der Angreifer wurde kurz darauf an einer benachbarten Schule mittels Sprühaktionen „geoutet“ und bedroht. Dieser junge Neonazi feixte mit zwei anderen „Kameraden“ am 9. November am Rande des Pogromnachtnacht-Gedenkens. Er selbst mischte sich sogar provokativ unter die Mahnwache, sodass die Situation fast zu einer wilden Schlägerei zwischen ihm und Antifaschisten eskaliert wäre. Die Polizei sprach gegen den Störer einen Platzverweis aus.

Rund um Weihnachten und dem Jahreswechsel versuchten Neonazis, im besagten Viertel ihr Revier beziehungsweise ihren „Nazi-Kiez“ mit Aufklebern von „Syndikat 52“ (S52), der „Identitären Bewegung“ (IB) und der „Identitären Aktion“ (IA) sowie „Anti-Antifa“-Schmierereien zu markieren. Das nahe gelegene „Autonome Zentrum“ (AZ), ein Treffpunkt für Nazigegner, wurde beklebt und mit Hakenkreuzen beschmiert. In einem anonym via Internet publizierten Bericht wurde darauf hingewiesen, dass Anfang Januar zudem zwei mit Schlagstöcken bewaffnete Neonazis AZ-Besucher, die gerade das linke Zentrum verließen, angegriffen hätten. Anfang März „outeten“ dann im Gegenzug Antifaschisten den jungen Schüler und dessen beide „Kameraden“: Den aus Düsseldorf stammenden Sebastian „Seppel“ L. sowie Timm M., Sohn eines bekannten Neonazis und Gastsänger für den braunen Musiker „Makss Damage“.

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„Komplott“ – identitärer NS-Rap, nicht aus Halle

Am 31. Mai 2016 veröffentlichte „Komplott“, selbsternannter „Identitärer Rapper“, unter dem Label der Identitären-Gruppe „Kontrakultur Halle“ den Track „Europa“. Im Frühjahr 2017 folgten weitere Veröffentlichungen des bisher anonymen Rappers. Wie Recherchen ergaben, ist er in rechten Kreisen jedoch kein Unbekannter. Hinter „Komplott“ verbirgt sich Patrick Uli Bass (*29.08.1992) aus der Nähe von Ulm, der schon zuvor als Nazi-Rapper aktiv war und derzeit in Heidelberg wohnt.

Vom Neonazi zum Neonazi-Burschenschaftler

Patrick Bass war schon vor dem Jahr 2010 als Mitglied der neonazistischen „AG Schwaben“ aktiv. Zu dieser Zeit nahm er an verschiedenen Neonaziaufmärschen, unter anderem in Dresden, Augsburg und Heilbronn, teil1. Auch soll es erste musikalische Aktivitäten gegeben haben, Berichten zufolge aber nur mit mäßigem Erfolg2.

Im Jahr 2012 trat er dann unter dem Namen „Subverziv“ erstmals als Rapper mit einem Mobilisierungs-Track zum letztendlich durch die Polizei verbotenen 3 neonazistischen „Antikriegstag“ in Dortmund in Erscheinung. Bei dieser einen Veröffentlichung sollte es vorerst auch bleiben. Organisiert wurde der „Antikriegstag“ durch den ebenfalls 2012 verbotenen „Nationalen Widerstand Dortmund“ um Dennis Giemsch und Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt. Eine Rede von Giemsch, der von 2014 bis 2015 für die Partei „Die Rechte“ im Dortmunder Stadtrat saß, wird auch im „Subverziv“-Track intensiv genutzt.

Nach einem Zwischenstopp in Saarbrücken zog es Bass zum Studium nach Marburg, wo er gemeinsam mit seinem „AG-Schwaben“-Kameraden Tobias Sauer als Mitglied der neonazistischen Burschenschaft Germania Marburg bekannt wurde. Hier dürfte es erste Berührungspunkte zur sogenannten Neuen Rechten gegeben haben, so gehörte zeitgleich auch der heutige „Ein Prozent“-Netzwerker Philip Stein den Aktiven der Burschenschaft an. Im Jahr 2013 betreute Bass einen Stand der Germania Marburg auf der vom „Blaue Narzisse“-Verleger Felix Menzel organisierten Messe „Zwischentag“4. Mittlerweile studiert er Jura in Heidelberg.

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Neonazi-Rap-Konzert in Kirchheim soll Kassen füllen – Veranstalter gehört zur Szene um Ballstädt

Wir hatten hier seit November 2015 mehrfach darauf hingewiesen, dass die extrem rechte Hausgemeinschaft Jonastal (HJ) und die Angeklagten im Ballstädt-Prozess mit teils erheblichen Erlösen aus Rechtsrock-Konzerten unterstützt werden. Am 4. Februar 2017 soll nun das nächste Neonazi-Event in Thüringen stattfinden, das als „Das erste pure N-Rap Konzert“ angekündigt wird.

Unter dem Motto „Rap am Kreuz“ sollen in der „Erlebnisscheune“ in der Gemeinde Kirchheim im Ilmkreis die Neonazi-Rapper Makss Damage, Mic Revolt und Villain 051 auftreten. Bei einer begrenzen Zahl von 200 Eintrittskarten à 20 Euro könnten bei einem ausverkauften Konzert insgesamt 4.000 Euro zusammen kommen. Das Geld für die Karten sollen auf das Postbank-Konto des Neonazis Steffen Mäder mit der IBAN DE58100100100880313114 überwiesen werden. Mit der gleichen Kontonummer sammelte er für ein Konzert im Februar 2016 schon bis zu 5.000 Euro ein. Das Motto „Rap am Kreuz“ bezieht sich auf den Neonazi-Treffpunkt „Erlebnisscheune“, der von seinem Besitzer 2014 in „Veranstaltungszentrum Das Erfurter Kreuz“ umbenannt wurde. Das entsprechende Transparent am Gebäude schmücken in gelb auf blauem Grund zwei „Krukenkreuze“, wie sie in derselben Farbgebung von dem Holocaustleugner-Netzwerk „Europäische Aktion“ verwendet werden.

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Neonazis rappen am „Kreuz“

in der rechten Musikszene. Am 4. Februar soll eine Veranstaltung „Rap am Kreuz“ stattfinden.

Bereits seit Wochen wird die Werbetrommel für ein Konzert am ersten Samstag im Februar gerührt, bei dem die neonazistische Rapper-Szene unter sich ist. Unter dem Titel „Rap am Kreuz“ wollen „MaKss Damage“ (Julian Fritsch) aus Gütersloh, „Mic Revolt“ aus Thüringen sowie „Villain051“ (Patrick Killat) aus Berlin auftreten. Allem Anschein nach handelt es sich um ein weiteres Event im thüringischen Kirchheim (Ilm-Kreis), wo die „Erlebnisscheune“ inzwischen vom Betreiber Rainer K. auch den Namen „Erfurter Kreuz“ verpasst bekommen hat.

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Obskure Gedenkaktion

Via der „Blick nach Rechts“:

bundesweit an rund 70 Orten aufgestellt – hinter der Aktionskampagne steckt ein rechtsextremer Musiker.

Bereits im dritten Jahr in Folge hat es am 13. Juli bundesweit im rechten Lager die Aktionskampagne „Schwarze Kreuze“ gegeben, bei der dazu aufgerufen wurde, vermeintliche „deutsche Opfer“ von angeblicher Ausländergewalt namentlich durch schwarze Holzkreuze mit Inschriften oder daran befestigten Zetteln zu kennzeichnen und sie damit in die öffentliche Erinnerung zu bringen. Dahinter steckt die Forderung nach einem so genannten „Volkstrauertag für deutsche Opfer“. Initiiert wurde die Idee als eine Fortsetzungsform der rechtsextremen Volkstod-Kampagne vom Berliner Neonazi-Rapper Patrick Killat alias „Villain051“, der auch in diesem Jahr wieder mit einer entsprechenden Propaganda-Videobotschaft im Internet die Werbetrommel rührte. Dazu wurde diesmal über die sozialen Medien eine eigene Informations- und Mitteilungsseite eingerichtet.

Die Aktionsform hat sich wohl auch deshalb etabliert, weil sie mit vergleichsweise geringem Aufwand und selbst von Einzelpersonen umzusetzen ist. Teilnehmende rechte Kameradschaften beziehungsweise manch ein Orts- oder Kreisverband einer rechtsextremen Partei dürften sich wohl erhoffen, dass damit mit anschließender „Öffentlichkeitsarbeit“ mehr Aktionsfähigkeit vorgegaukelt werden könne als mit einer nur zahlenmäßig schlecht besetzten Kundgebung oder Demonstration. Bei der bekommt nämlich in der Regel sowieso die Seite der Gegenproteste die „bessere Presse“ und größere Aufmerksamkeit.

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Drei Tage Hassmusik

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

31.05.2016 – Vom 17. bis 19. Juni ist im brandenburgischen Finowfurt ein so genanntes „Sonnentanz-Festival“ mit zahlreichen braunen Bands geplant – angekündigt sind 350 bis 500 Teilnehmer.

Zahlreiche Neonazi-Bands mit so genannten „Sonnentanz-Festival“ in Finowfurt; Photo: bnr.de/H.K.
Rechtsrock hat seine bekannten Anlaufstellen, wo Ordnungsbehörden und Polizei sich nicht selten mit Untersagungen schwer tun: Eine davon ist in den vergangenen Jahren immer wieder das Grundstück von Klaus Mann im brandenburgischen Finowfurt gewesen. Dort soll nun vom 17. bis 19. Juni das sogenannte „Sonnentanz-Festival“ stattfinden, eine Anspielung auf das bereits von Nationalsozialisten und nunmehr von Rechtsextremisten missbrauchte Brauchtum, die Sommersonnenwende zu feiern.

Bei Anfragen zum seit geraumer Zeit beworbenen Hassmusik-Spektakel mit internationalen Musik-Acts hat sich herausgestellt, dass offenbar Robert Wolinski organisatorisch dahinter steckt. Dieser gehört dem NPD-Landesvorstand in Brandenburg an und ist für die Partei Stadtverordneter in Velten (Oberhavel). Er gilt als gut vernetzt in der neonazistischen Musikszene. Nur selten kommt heraus, wer hinter den oft genug konspirativ vorbereiteten Konzerten steckt. Wolinski war aber der Initiator eines unangemeldeten Rechtsrock-Meetings im November 2014 in Greifswald, das von rund 500 Besuchern angesteuert und schließlich von der Polizei unterbunden wurde. Dabei kam es zu gewalttätigen Tumulten. Der 28-jährige NPD-Kader ist wegen diverser Aktivitäten polizei- und justizbekannt. Bereits im September des Vorjahres wollte Wolinski die rechte Hooligan-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ in Finowfurt auftreten lassen. Nach behördlichem Verbot zog der NPDler aber seine Anmeldung zurück. Als er jüngst seinen Geburtstag bei der Familie Mann mit musikalischer Umrahmung feiern wollte, war die Polizei schneller und untersagte das unangemeldete Vorhaben, nachdem in sozialen Medien kurzfristig öffentliche Teilnahmeaufrufe aufgetaucht waren.

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Rechte Klänge offen und inkognito

Via der „Blick nach Rechts“:

21.03.2016 – Die Bremer Rechtsrock-Hooliganband „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ will am 9. April in Thüringen und am 30. April im Raum Karlsruhe/Beinheim auftreten.

In dem südthüringischen Örtchen Kloster Veßra im Landkreis Hildburghausen sind 300 Seelen beheimatet. Der dortige Gasthof „Goldener Löwe“ ist im Besitz von Tommy Frenck, der seit Jahren in der rechten Szene aktiv ist und immer wieder Klein-Events in seiner Lokalität anbietet. Mal werden diese beworben, mal nicht. Dass die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck nun bei ihm vorbeischaute, tauchte als Facebook-Foto-Posting erst nach dem Besuch auf. Eine behördliche Auflage untersagt Frenck rockige Indoor-Livekonzerte, wenn aber auf dem Außengrundstück der Liegenschaft Rechtsrock erklingt, wird ihm dies bisher nicht untersagt, zumal die dortigen Zusammenkünfte als politische Veranstaltungen oder Kundgebungen deklariert sind.

Für den 9. April lautet die entsprechende Losung „Südthüringen gegen Salafisten“. Dazu wird ein Doppelkonzert von „Kategorie C“ und dem rechten Rapmusiker „Makss Damage“ angekündigt. Der 27-jährige Gütersloher Rapper mit bürgerlichem Namen Julian Fritsch hat in jüngster Vergangenheit schon mehrere Male die Bremer Combo begleitet. Die Örtlichkeit ist den Bremern dabei nicht fremd, spielten sie dort doch im Vorjahr am 9. Mai und am 21. November.

Für das Gastspiel der Band um Sänger Hannes Ostendorf am 30. April wird der genaue Auftrittsort allerdings nicht genannt. Auf der Band-Homepage ist lediglich vom Raum Beinheim (Elsass)/Karlsruhe die Rede. Das deckt sich mit der KC-Vorliebe, ihre Inkognito-Konzerte gerne im Grenzraum zu lokalisieren, um Gegenprotesten und behördlichem Einschreiten womöglich flexibel mit dem Ausweichen ins Nachbarland zu begegnen. Als Begleitband für den Rechtsrock-Abend im Südwesten wird die aus Lyon stammende Band „Match Retour“ beworben. Beide standen am 5. März zusammen bei einer Blood&Honour-Veranstaltung der französischen Sektion „Hexagone“ auf der Bühne. (hf)

Quelle: http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/rechte-kl-nge-offen-und-inkognito

Rechtsrock an verschiedenen Orten

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

16.02.2016 – Für kommenden Samstag sind mehrere rechtsextreme Musik-Events angekündigt. Die genauen Auftrittsorte der zum Teil international besetzten Konzerte im Hardcore-Stil werden nicht genannt.

„Kategorie C“ will am Samstag wieder zusammen mit „Makss Damage“ auftreten (Screenshot)
Am 20. Februar kündigt sich Rechtsrock gleich an verschiedenen Orten an. Seit längerem werden dazu drei Events beworben. Da soll zum einen die Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ zusammen mit „Makss Damage“ im Raum Aachen auftreten. Die rechte Hooligan-Band aus Bremen um Sänger Hannes Ostendorf bietet auf ihrer Homepage aktuell übrigens ein T-Shirt mit dem Titel „Ruhm und Ehre“ an, das durchaus auch als Huldigung an die Waffen SS oder als Hinweis auf einen gleichnamigen Songtitel der Rechtsrockband „Stahlgewitter“ verstanden werden darf. „Makss Damage“ ist der Künstlername für Julian Fritsch aus Gütersloh, der in der rechten Szene als Rapper unterwegs ist und wie bereits zum Ende des vergangenen Jahres an der Seite der Bremer auftreten soll. Denkbar ist auch, dass die Veranstaltung jenseits der deutschen Grenze im benachbarten Ausland stattfindet. Für eine kurzfristige Flexibilität bezüglich des Auftrittsorts spricht auch der Hinweis, dass Karten lediglich an der Abendkasse verkauft werden sollen.

Verlegt wurde der Auftrittsort für ein international besetztes Konzert. Zunächst wurde es für Norditalien beworben, jetzt heißt es, dass an einem nicht genau benannten Ort in Nordfrankreich aufgeschlagen wird, wobei in diesem Fall Tickets nur über den Vorverkauf angeboten wurden. Der Hinweis im Internet erfolgt durchgehend in deutscher Sprache, was Vermutungen auf die Organisatoren und Zielgruppe zulässt. Angekündigt sind die US-amerikanischen Rechtsrock-Veteranen von „Blue Eyed Devils“, die bereits im vergangenen Jahr in Deutschland einige konspirative Konzerte gespielt haben. Daneben sollen „Sniper“ und „Mistreat“, beide aus Finnland, aufspielen. Dazu gesellt sich die 1994 gegründete Combo „Faustrecht“, hervorgegangen als Musikprojekt der 1996 verbotenen Gruppierung „Skinheads Allgäu“. Die Band, der Kontakte zum internationalen „Blood&Honour“-Netzwerk nachgesagt werden, hat bereits häufig auf Bühnen außerhalb Deutschlands gestanden. Schließlich wird Werbung für „I.C.1“ gemacht. Dabei handelt es sich um eine Band mit Musikern von „Carpe Diem“ aus Baden-Württemberg sowie von „Razors Edge“ aus Großbritannien.

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„Kategorie C“ auf Tour

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Die Bremer Rechtsrocker wollen am Samstag in Karlsruhe wieder ein Konzert mit dem Hip-Hopper „Makss Damage“ veranstalten – der „KC“-Sänger Hannes Ostendorf hatte am Montag einen Kurzauftritt bei „Legida“ in Leipzig.

Nicht alle Auftritte der vom Bremer Verfassungsschutz als eindeutig rechts orientiert eingeordneten Hooliganband „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ (KC) werden von der Band auch im Vorwege auf der eigenen Homepage angekündigt. Während seit geraumer Zeit auf zwei Auftritte am bevorstehenden Wochenende im Raum Karlsruhe hingewiesen wird, war der Kurzauftritt von „KC“-Sänger Hannes Ostendorf am Montag bei der Veranstaltung zum einjährigen Bestehen der „Legida“-Bewegung in Leipzig zuvor nicht publik gemacht worden.

Ostendorf, der eine Freundschaft zum ebenfalls in Leipzig vertretenen Pegida-Chef Lutz Bachmann pflegen soll, betont immer gerne die angeblich unpolitische Seite seiner Band. Doch Auftritte im Ausland unter dem neonazistischen „Blood&Honour“-Banner zeigen sehr wohl die Ausrichtung der Bremer Rechtsrocker. Zumal hat Ostendorf noch als Sänger seiner Band „Nahkampf“ Dinge wie „20 Jahre Neonazi, zehn Jahre Marsch für Rudolf Heß“ gesungen.

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Neonazi-Konzert in Kreuzberg – Leider kein Einzelfall

„Berlin rechtsaußen“ berichtet:

Am Samstag, den 12. Dezember, fand im Kreuzberger Club „Chesters“ ein neonazistisches Konzert statt. Sacha Korn, über den bereits mehrfach auf „Berlin rechtsaußen“ berichtet worden war, präsentierte seine neue CD. Schon zuvor gab es 2015 in dieser Lokalität Veranstaltungen, mit denen ein extrem rechtes Publikum angesprochen wurde.

Ein Beitrag von Frank Metzger (apabiz)

Der Club „Chesters“ in der Kreuzberger Glogauer Straße ist unscheinbar. Lediglich die Leuchtreklame an der Hofeinfahrt verweist auf den im Hinterhof gelegenen Club in unmittelbarer Nähe des Görlitzer Parks. Auch das Interieur sowie die Facebook-Seite sind unverdächtig. Die Ankündigungen für die offensichtlich eigens organisierten Partys richten sich an ein tanz- und feierwütiges Publikum: Reggae&Dancehall, Hip-Hop und R&B, Synth-Pop und Electro stehen unter anderem auf dem Programm. Doch andere Veranstaltungen, die im „Club zum Mieten !!“ – so die Selbstbezeichnung – stattfinden und nicht im offiziellen Programm des „Chesters“ gelistet sind, haben es in sich.

Sacha Korn erfolgreich klandestin

Am Samstag, den 12. Dezember, etwa fand hier das Konzert des neonazistischen Musikers Sacha Korn und seiner gleichnamigen Band statt, das bereits über etliche Wochen ohne Ortsangabe angekündigt worden war. Erstmals fiel der bis dahin gänzlich unbekannte Musiker im Jahr 2011 auf, als Songs auf einer NPD-Schulhof-CD und Interviews und Berichterstattungen in extrem rechten Publikationen wie etwa der „Zuerst!“ und der „Hier und jetzt“, einem zentralen Organ der Jungen Nationaldemokraten (JN), erschienen.(1) Heute scheint Sacha Korn über beste Kontakte in extrem rechte Strukturen zu verfügen, spielte unter anderem Konzerte mit der Neonazi-Hooligan-Band „Kategorie C“(2) und beim neurechten „Zwischentag“.(3) Darüber hinaus ist er Werbepartner der extrem rechten Bekleidungs-Marke Erik&Sons.

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NL: RechtsRock-Imperialismus

Das „Lotta-Magazin“ schreibt:

ZWOLLE (NIEDERLANDE) – „Ruhrpott West“ lautete die Ortsangabe für ein neonazistisches Rock-Konzert, das am Samstag, den 5. Dezember 2015, letztendlich im niederländischen Zwolle stattfand. Die Stadt liegt immerhin rund 130 Kilometer von der nächstgelegenen Ruhrgebietsstadt entfernt. Vermutlich um Repressionsdruck auszuweichen, dehnten die OrganisatorInnen des Konzerts den geographische Begriff des „Ruhrpott“ weit aus.

Angekündigt für das Konzert waren die Neonazi-Hoolband „Kategorie C“ aus Bremen, die als musikalisches Sprachrohr von HoGeSa bezeichnet werden kann, die alternden Metal-Rocker von „Faust“ aus Frankfurt sowie der neonazistische Rapper „Makss Damage“. Mobilisiert wurde für das Konzert über die Website von „Kategorie C“ und über deren Handynummer. Ein anderer Veranstalter trat zumindest nicht öffentlich in Erscheinung.

Dass Konzerte von „Kategorie C“ nicht in NRW, sondern im benachbarten Ausland stattfinden, ist mittlerweile übliche Praxis. Letztes Jahr fand ein für den „Ruhrpott West“ angekündigtes „Nikolaus Festival“ im belgischen Ort Montzen statt. Ende März wurde ein für das Emsland angekündigtes Konzert, das in Haaksbergen in den Niederlanden stattfinden sollte, von der Polizei verhindert. Ein für den 4. April 2015 mit „grenznah in Westdeutschland“ beworbenes Konzert fand tatsächlich im belgischen Jalhay statt.

Quelle

Brauner HipHopper und Hooligan-Band

Via der „Blick nach Rechts“:

Bremen/Aachen – Die rechtslastige Hooligan-Band „Kategorie C“ (KC) will am 5. Dezember gemeinsam mit dem neonazistischen HipHopper „Makss Damage“ auftreten.

Schon seit geraumer Zeit kündigt die Bremer Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ für den ersten Dezember-Samstag ein teils konspirativ organisiertes Konzert im „Ruhrpott West“ an. Üblicherweise fanden so beworbene Auftritte in den vergangenen Jahren grenznah im benachbarten Ausland nahe der Region Aachen statt. Zu den Organisatoren gehörten zuweilen Vertreter aus der Aachener Hooligan- und Neonazi-Szene. Auch diesmal deutet einiges darauf hin, dass das Konzert in dieser Region stattfinden könnte.

Seit Donnerstag teilt der wegen seiner zuweilen nationalsozialistischen und gewaltverherrlichenden Texten (bnr.de berichtete) bekannte HipHopper Julian F. alias „Makss Damage“ mit, er werde an jenem Abend im Vorprogramm auftreten. Unterdessen bewirbt auch KC bei der Ankündigung auf ihrer Homepage neben der zweiten Vor- und Szeneband „Faust“ den Auftritt des im Rheinland lebenden „Makss Damage“. (mik)

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Rappende Neo-Nazis: Vergewaltigung mit Ansage

Die „FAZ“ schreibt:

Inzwischen rappen auch Neo-Nazis und gründen eigene Labels. Eine Strategie, um vor allem beim jungen Publikum gut anzukommen und Mitstreiter zu rekrutieren. Aber wie passt das zusammen: Nationale Ideologie und Hip-Hop-Musik?

Die Nachricht (die in informierten Rap-Kreisen keine ist) lautet: Es gibt Rap von Nazis. Wie krass! Das könnte eine mögliche Reaktion sein, und dass das eigentlich gar nicht geht, weil Hip-Hop doch von Schwarzen als Ausdrucksmöglichkeit erfunden wurde, nicht nur, aber auch, um über Rassismus zu rappen. Folglich ist Nazi-Rap, NS-Rap oder der in einer schwächeren Ausprägung sogenannte deutsch-patriotische Rap also eine ganz abstruse Sache und eben eine Supergeschichte mit Nachrichtenwert, die es sich in der mitunter bestechlichen Nachrichtenlogik des Journalismus (krass!) zu erzählen lohnen könnte, wäre da nicht das große und ziemlich zentrale Problem, dass man damit den Akteuren einen Gefallen tut und man beim Betrachten dieser Akteure nicht den Eindruck los wird, dass ihre Ideologie nur ein Transportmittel für ihre narzisstischen Probleme ist.

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Mehr zum Thema hier: Aufklärungsbroschüre „Deutschrap den Deutschen?“

Rechtsradikale versuchen Deutschrap für sich zu vereinnahmen

Via „Noisey“:

Es war natürlich nur eine Frage der Zeit. Oder anders ausgedrückt: Irgendwo weit hinten im deutschen Hinterland brodelt sie schon eine ganze Weile: die rostbraune Rechts-Rap-Suppe. Schon vor Jahren ahnte man: Ja, auch Nazis gefällt heute Rapmusik. Das Adolf und die NSDAP das damals „Negermusik“ geschimpft hätten? Wollen die Nationalsozialisten von heute selbstverständlich nicht wissen.

Schon vor einer guten Dekade erzählte man zum Beispiel über Bushido, dass zu dessen Konzerten in Ostdeutschland ab und zu auch Nazis kämen, die auch überraschend textsicher seien. Ganz gleich, wie man zu der Musik Bushidos stehen mag: das ist absurd. Andererseits kann der rechte Rand ja auch was mit einem wie Akif Pririncci anfangen—so als Bestätigung der eigenen Haltung. Bei Bushido dürfte die schonungslose Schilderung der Berliner Straßenrealität einen ähnlichen Reflex bedient haben: „Guck, der rappt darüber, wie scheiße dieses ganze Multikulti ist!“ Auch diese Argumentation bleibt schwach, aber effektiv.

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Aachen: Nachtrag zur Neonaziparty am 5.9.2015 in Heinsberg

Via „Indymedia Linksunten“:

Nachtrag zur Neonazi-Party Anfang September 2015 in Heinsberg bei Aachen. Anwesend waren etwa 50 Neonazis aus Aachen, Heinsberg, dem Rheinland, dem Ruhrgebiet und den Niederlanden.

Am 5.9.2015 fand ein einige Tage vorher beworbenes Konzert des „Die Rechte Aachen-Heinsberg“ Ablegers Syndikat 52 in Heinsberg statt. Bei Syndikat 52 handelt es sich nicht um eine eigenständige Organisation, dieselben Neonazis die die Partei Die Rechte in Aachen/Heinsberg stellen, sind es auch, die Syndikat 52 ins Leben gerufen haben. Allerdings fällt auf, dass S52 kurz nach der Haftentlassung eines der Anführer der 2012 verbotenen Kameradschaft Aachener Land, Denis Unruh, das erste Mal das Licht der Öffentlichkeit erblickte.

Das Konzert mit anschließender Party fand in Heinsberg im „Pub 44“, Waldfeuchter Straße 44 statt. Diese Location ist eine ehemalige Kneipe, die von den Besitzer_innen vermietet wird.

Nach einem Auftritt von Makss Damage, alias Julian Fritisch, der musikalisch von dem Aachener Neonazi Timm Malcoci begleitet wurde, feierten die Neonazis noch in der Kneipe. Anwesend waren verschiedene Gäste aus Aachen und Umgebung, einige aus dem Rheinland, darunter der Düsseldorfer Sven Skoda, einige Neonazis aus den Niederlanden sowie einige aus dem Ruhrgebiet, etwa aus Duisburg. Aus den von S52 veröffentlichten Bildern geht hervor, dass nicht mehr als 50 Teilnehmende anwesend waren. Einer der Feierenden wurde in Presseberichten als verwandt mit den Besitzer_innen der Kneipe bezeichnet. Zudem zeigte sich, dass er mit Timm Malcoci befreundet ist. Damit ist wohl auch klar, wie die Aachener und Heinsberger Neonazis an die Location kamen. Auch wenn der Mann in genannten Presseberichten als „nicht rechts“ bezeichnet wird, ist es nicht nachvollziehbar, wie man eine Party von Neonazis nicht nur unterstützen, sondern auch noch bis zum Ende mit feiern kann, ohne das auffällt, wer dort feiert.

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Schlimmer als Frei.Wild? Nieder mit SIDOs Heimat-Rap

Via „Kaput-Mag“:

Das ehemalige Aggro-Ferkelchen Paul Würdig alias SIDO dockte bei der GEZ an – und ließ sich buchen für einen Beitrag zur Heimat-Themenwoche auf der ARD. Auf Gebührendeckel. Statt in seinem Block chillt er jetzt scheinbar mit den Touris vor’m Reichstag, wie er einen wissen lässt. Aber das ist noch nicht alles.

„Du bist perfekt auf deine Art, fast genau wie ichs mag
Du bist die kleinen Gartenlauben und die Tauben im Park
Du bist der Kegelclub, der Dönermann, die wehenden Fahnen
Du bist die Banken und die Schranken, die verspätete Bahn
Du bist nie so ganz gerecht, trotzdem liebe ich dich echt“

Im Jahre 2015 und damit vor der Kulisse von Aufmärschen besorgter Bürger, Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte, der Verschärfung des Asylrechts ein erstaunliches mild- wie debiles Bild, das der ehemalige Gangster einem hier von Deutschland vermitteln möchte. SIDO macht mittlerweile so offensichtlich Musik, die beruhigen möchte statt zu agitieren, dass sich in den eigenen Widerwillen fast sogar ein bisschen Mitleid dazumischt. Fast! Denn gegen die affirmative Schlichtheit des bärtigen Clowns sind Schlagertexte ja noch Punk – und das, das ist einfach schon fahrlässig.„Die Wiese vor dem Reichstag“ – eine einzige Durchhalteparole, als hätte Heinz Rühmann wieder seinen Erbauungsstreifen “Quax, der Bruchpilot” am Start, als hätte Merkels Redenschreiber nach einer Lobotomie plötzlich, naja, „Rap“ entdeckt. Also wenn man dieses wohlfeile Gedudel allein musikalisch überhaupt noch dem armen Genre zuschieben kann.

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Neonazis covern jetzt Popsongs, um Ihre Parolen zu verbreiten

Via „Noisey“:

Popkultur auf ein sympathisches „Refugees Welcome“ eingependelt hat, ist es leicht, zu vergessen, dass auch der rechte Rand der Gesellschaft Musik produziert—und dabei meistens eher peinlich wirkt.

Dortmund an einem Montag vor ein paar Monaten: Kaum 30 Neonazis der Kleinpartei „Die Rechte“ stehen im Stadtteil Eving auf einem ansonsten völlig verlassenen Platz und hetzen gegen Flüchtlinge. Sie hatten wie auch in den Wochen davor eine Kundgebung gegen „Asylmissbrauch“ angemeldet. Wie jede Woche sinniert einer der Neonazis darüber, dass die ganzen Flüchtlinge eigentlich gar keine seien und nur wegen des Sozialsystems nach Deutschland kämen. Ein anderer, der stellvertretende Bundesvorsitzende der rechtsextremen Splitterpartei, beschwert sich darüber, dass deutsche Kinder im Schulsport als letztes gewählt werden und ihre Sprache nicht mehr richtig lernen. Arme kleine Nazis.

Auch zwischen den Reden wiederholt sich bei jeder der viel zu regelmäßigen kleinen Kundgebungen der Dortmunder Rechten das selbe schlecht klingende Spiel: Durch die Lautsprecher auf dem roten Opel-Kombi der Neonazis ertönt Musik. Das rechte Geplärre entspricht dabei nur teilweise dem weit verbreiteten Rechtsrock-Klischee. Längst hört man auch in der rechten Szene nicht mehr nur schwer verständliches Gegröle oder biedere Balladen, gesungen von schmierigen Typen in braunen Hemden.

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Konspirative Neonazi-Party in Heinsberg

Via „Indymedia Linksunten“:

Aachen/Heinsberg. Eine in der Neonazi-Szene konspirativ vorbereitete „Party für Deutsche!“, die auf einem Szene-Flyer für den „Raum Aachen“ angekündigt worden war, fand am vergangenen Samstag (5.9.) in Heinsberg statt. Aufgetreten ist bei der Veranstaltung auch der NS-HipHopper „Makss Damage“ aus Bonn, der durch Neonazis aus der Region unterstützt wird. Mitorganisiert wurde das Treffen von Personen aus dem Umfeld der verbotenen „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL).

Auf den in der rechten Szene verbreiteten Flyern wurde das Partymotto ergänzt um die Losung: „Antikommunismus, Heiterkeit und Livemusik“. Verantwortlich zeichnete die Gruppe „Syndikat 52“ (S52), eine indirekte Nachfolgeorganisation der KAL unter dem Deckmantel des Kreisverbandes Aachen-Heinsberg der Miniaturpartei „Die Rechte“ (DR).

„Makss Damage“ (bürgerlich Julian Fritsch) ist ein HipHopper, der ursprünglich aus der gewaltbereiten, radikalen linken Szene stammt. Vor Jahren gab er seinen „Ausstieg“ bekannt und wendete sich öffentlichkeitswirksam der Neonazi-Szene zu. Teile der Braunszene verehren ihn wegen seiner extremen Texte, in denen der Nationalsozialismus propagiert, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt gegen politische Gegner teils offen ausgelebt werden. Andere Vertreter aus der rechten Szene finden, dass der Musiker aus Bonn viel zu extrem ist.

„Makss Damage“ wird von Neonazis aus dem Raum Aachen unterstützt, unter anderem durch den Musiker Timm M., der sich erst kürzlich vor Gericht verantworten musste. M. soll auch diesmal an der Organisation mitbeteiligt gewesen sein. Zu den Besuchern des braunen Treffens gehörten auch der bekannte Neonazi Sven Skoda sowie der ehemalige KAL-„Kameradschaftsführer“ René Laube. Er war in einem T-Shirt erschienen mit der Aufschrift „Terrormachine – Combat 18“ (C18). C18 ist der bewaffnete Arm des in Deutschland verbotenen, internationalen Netzwerkes „Blood & Honour“ (B&H).

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Angeblich Nazitreffen und Konzert am Wochenende im Raum Aachen

Es gibt Gerüchte, dass am Samstag im Raum Aachen ein Neonazi-Konzert mit dem NS-Rapper „Makss Damage“ und ein Treffen von Neonazis stattfinden soll.

Für aktuelle Infos schaut hier

Quelle

In musikalischen Stahlgewittern

Via der „Blick nach Rechts“:

Rechtsextreme rekrutieren zunehmend neue Kameraden über Hip-Hop und Rap

Sie inszenieren sich als harmlose Patrioten, verbreiten jedoch rassistische Botschaften: Extrem rechte Musiker werden in Berlin immer aktiver – und instrumentalisieren auch emanzipatorische Stilformen.

Erst sind es nur Stelen. Als das Duo die Liedzeile »Oh du mein Vaterland« anstimmt, werden die Protagonisten darauf sitzend und stehend gezeigt. Spätestens, nachdem sie sich in den nächsten Minuten über »EU-Zionisten« echauffiert haben, gegen die sie »vereint in den Krieg« ziehen wollen und fortan immer wieder länger hölzern tanzend auf besagten Stelen zu sehen sind, lässt sich der Ort identifizieren: Es ist das Holocaust-Mahnmal in Berlin. »Villain051« fantasiert von einer »Hetzjagd auf Deutsche«, derweil »Dee Ex« sich als »Gerechte« sieht, die »den Mythos des kollektiv bösen Deutschen zerstören« möchte. Der Titel ihres Liedes kommt harmlos daher: »Europa sagt nein zur EU«.

»Dee Ex« bezeichnet ihren Stil auf ihrem Facebook-Profil als »Sangspruchdichtung zu neuzeitlichen Klangstücken«. Sie verwendet dort auch den Begriff, der ihre Richtung treffender beschreibt. Denn Mia Herm, wie sie wirklich heißt, macht nichts anderes als Rap; jenen Sprechgesang also, der in der afroamerikanischen Kultur entstand. Dass sich zunehmend Rechte diese Musik aneignen, erscheint paradox. Fabian Wichmann von der Berliner »Exit«-Initiative, die Aussteiger aus der Naziszene unterstützt, sieht darin eine Strategie: »Es entspricht für sie nicht der deutschen Kultur, aber sofern es der Rekrutierung dient und Jugendliche damit erreicht werden können, nutzen sie es.«

Mitte der Woche war die Beantwortung einer Schriftlichen Anfrage der Grünen-Abgeordneten Clara Herrmann an die Senats-Innenverwaltung bekannt geworden, nach der dort in den vergangenen zwei Monaten mindestens zwei rechtsextreme Musikveranstaltungen stattfanden (»nd« berichtete). Wie die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) am Freitag dem »nd« mitteilte, ist für den kommenden Samstag ein weiterer rechter »Liederabend« mitten in Berlin geplant, bei dem die in der Szene einschlägig bekannten »Lunikoff« und »Diggi & Klampfe« auftreten werden.

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