Archiv der Kategorie 'Rap, Nazirap usw.'

Positive Sozialprognose für Neonazi

Via der „Blick nach Rechts“:

Aachen – Das Amtsgericht Aachen hat den Neonazi und Musiker Timm M. am Donnerstag wegen Sachbeschädigung und versuchter gefährlicher Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

M., Sohn eines bekannten Neonazi-Kaders aus Nordrhein-Westfalen und einer zeitweise in Hessen und nunmehr in Ostdeutschland lebenden Neonazi-Aktivistin, war jahrelang im engsten Umfeld der 2012 verbotenen „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) aktiv. M. fungiert sporadisch als Liedermacher und Musiker der Szene, zudem unterstützt er den HipHop-Musiker „MaKss Damage“. Im März 2014 trat M. auch als Paroleneinpeitscher am Lautsprecherwagen eines Neonazi-Aufmarsches in Aachen in Erscheinung und nimmt seit Jahren regelmäßig an rechtsextremen Aufmärschen teil.

Angeklagt war der 32-Jährige, weil er im Januar 2014 mit einem Pflasterstein eine Scheibe an einer kurz vor der Eröffnung stehenden Bar in Aachen eingeworfen haben soll. Der Betreiber stammt aus Russland, der sich selbst ironisch als „KGB-Bar“ bezeichnende Club heißt „Hotel Lux“ und spielt überzeichnet mit teils traditionell kommunistisch und sowjetisch geprägter Symbolik.

Als der Betreiber M. nach dem Steinwurf verfolgte und ihn stellen wollte, soll M. diesen zudem mit einem als Lagerarbeiter mitgeführten Teppichmesser bedroht haben. Im April 2013 soll der 32-Jährige zudem einer Gruppe von drei Neonazis angehört haben, die ein antifaschistisches Plakat und ebensolche Flyer im Büro der Piraten-Partei gestohlen, teils zerstört und in einen nahe gelegenen Mülleimer geworfen haben sollen.

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Nazi-Band täuscht Saal-Vermieter in Lockwitz

Via „Radio Dresden“:

Eine rechtsextreme Hiphop-Band hat sich unter falschem Vorwand im Unteren Gasthof Lockwitz eingemietet. Die Band ‚A3STUS‘ wollte am Sonntag im UGL auftreten. Wie Eigentümer Matteo Böhme nun auf unsere Anfrage mitteilte, werde die Veranstaltung definitiv nicht in den Räumen stattfinden. Bei der Anmietung des Saales sei von einer Anwalts-Tagung die Rede gewesen.

Zudem ergänzte Böhme per Facebook: „Der Untere Gasthof Lockwitz (UGL) ist ein politisch neutrales Haus, eine Veranstaltung/ Einmietung mit rechts- oder linksextremistischen Hintergrund wird es bei uns generell nicht geben.“ Der Verfassungsschutz beobachtet die Hiphop-Band A3STUS.

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„Klänge der Bewegung“ am Samstag

Via der „Blick nach Rechts“:

Nürnberg. In der rechten Musikszene kursiert seit kurzem ein Termin für die fränkische Region.
Am Samstag an nicht genau bezeichnetem Ort ein Liedermacherabend unter dem Motto „Klänge der Bewegung“ stattfinden. Beworben werden das Musikprojekt „Hermunduren“ aus dem Raum Eisenach sowie das Berliner Neonazi-Rapperduo „A3stus“ um Patrick Killat alias „Villain051“ sowie dem Solo-Liedermacher „RAW“ (Recht auf Wahrheit). Außerdem wird für den 25. Juli noch ein Überraschungsgast versprochen. Rechtsrock-Strippenzieher Yves Rahmel von PC Records (Chemnitz) kommentiert den Konzerthinweis im Internet mit Kritik am Veranstaltungsflyer: „Ich hab’ Probleme, mit Brille 50 % des Textes zu lesen.“ (hf)

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„A3stus“ als neuer Aktivposten innerhalb des Netzwerks „Rechtsextremistische Musik“

Wir zitieren aus dem aktuellen Berliner Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2014:

Netzwerk „Rechtsextremistische Musik“

Musik bildet einen wichtigen Bestandteil der rechtsextremistischen Erlebniswelt, in der die Grenzen zwischen politischen Zielen, Identitätsstiftung, Kommerz und Unterhaltung verschwimmen. Durch die Vermittlung von Feindbildern sowie der Kommunikation von Ideologiefragmenten in Liedtexten ist rechtsextremistische Musik ein verbindendes Element und für die Szene von enormer Bedeutung.

Im Berliner Netzwerk „Rechtsextremistische Musik“ sind neben verschiedenen Bands und Liedermachern auch Einzelpersonen sowie Personenzusammenschlüsse wie die „Hammerskins“ und „Vandalen“ aktiv, die im Umfeld der Bands agieren und diese logistisch unterstützen. Insgesamt liegt das Personenpotenzial des Netzwerks „Rechtsextremistische Musik“, das heißt Personen, die an Produktion und Vertrieb der Musik sowie der Organisation von Konzerten beteiligt sind, bei ungefähr 170 Personen.

Den Kern dieser konspirativ agierenden Musikszene bilden derzeit sechs Bands: „Die Lunikoff-Verschwörung“, D.S.T. oder X.x.X., „Legion of Thor“, „Marci und Kapelle“, auch „Tätervolk“ (TV) genannt, „Second Class Citizen“ sowie die 2014 erstmals in Erscheinung getretenen „A3stus“. Ein Großteil der rechtsextremistischen Bands und Interpreten lässt sich den Stilrichtungen Rock, Hardrock, Hardcore oder Hatecore zuordnen. „A3stus“ verdeutlichen jedoch mit ihrem poppigen Sprechgesang, dass die Szene auch auf alltagstauglichere Stilrichtungen zur Verbreitung rechtsextremistischen Gedankenguts setzt.
Aufgrund anhaltender Exekutivmaßnahmen sowie Strafanzeigen agiert die Szene sehr vorsichtig. Als Gegenmaßnahmen zu staatlicher Repression werden
beispielsweise Texte auf ihre strafrechtliche Relevanz hin geprüft, und die Planung und Durchführung von Konzerten erfolgt konspirativ.

Das Netzwerk „Rechtsextremistische Musik“, zweiter integraler Teil des aktionsorientierten Rechtsextremismus in Berlin, weist seit Jahren eine hohe Stabilität im Hinblick auf sein Personenpotenzial und die dazugehörigen Unterstützerkreise auf. Die „Lunikoff-Verschwörung“ gehört zu den populärsten Bands, was vor allem auf die Prominenz des Kopfes der Band, Michael Regener, der auch allein unter dem Namen „Lunikoff“ auftritt, zurückzuführen ist.51

Die Band ist seit 2004 aktiv und bedient das rechtsextremistische Rock- und Balladengenre. 2014 veröffentlichte sie die CD „Lunikoff – über die Zeiten fort“, die alte Titel und Samplerbeiträge beinhaltete. Die Aktivitäten der Band und des Einzelinterpreten „Lunikoff“ schwankten zwischen öffentlicher Werbung und Konspiration. Bei Großveranstaltungen wurde mit der Band als „Zugpferd“ geworben. Kleinere Konzerte, wie etwa im Rahmen einer „Clubtour“ im Herbst, wurden unter großer Geheimhaltung organisiert und erst im Nachgang in sozialen Netzwerken kommentiert.

Im Gegensatz zur „Lunikoff-Verschwörung“ ist die seit Januar aktive Band „A3stus“ eine neue Erscheinung in der rechtsextremistischen Musikszene Berlins.
Die mittlerweile dreiköpfige Band verbreitet einen szeneuntypischen poppigen Sprechgesang mit rechtsextremistischen Inhalten, schwerpunktmäßig
über soziale Netzwerke und Videoplattformen. Auffällig ist die enge Beziehung zu den „Bürgerbewegungen“ bzw. die Einbindung in die rechtsextremistischen Aktivitäten gegen Flüchtlingsunterkünfte in Berlin. Die Liedtexte von „A3stus“ thematisieren überwiegend eine vermeintlich „drohende Überfremdung der Gesellschaft“, rufen zum gewaltsamen Kampf gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung auf und stecken voller rassistischer und fremdenfeindlicher Ressentiments. Immer wieder werden in den Texten und Videos von „A3stus“ auch die Opfer des Holocausts verunglimpft. Im Januar veröffentlichte die „Bürgerbewegung Hellersdorf“ (BBH) das erste Musikvideo „Für unsere Kinder“ von „A3stus“ über ihre Seite in einem sozialen Netzwerk.

Aufgrund der antisemitischen und fremdenfeindlichen Diktion des Textes regte der Berliner Verfassungsschutz die Indizierung des Videos an,52
in dem es u.a. heißt:

„Brüder dieser Welt vereinigt euch und Zion fällt, ihm geht’s nicht mehr um Religion oder Volk, Nein er kommt über Nacht und will nur euer Gold.“ 53

Auch die zweite Videoveröffentlichung von „A3stus“, mit dem Titel „Lass uns die Welt bewegen“, wurde über das Profil der BBH lanciert. Im Gegensatz zu dieser Suche nach Öffentlichkeit durch die gezielte Nutzung sozialer Netzwerke durch „A3stus“ stand der konspirative Zugang zu den Konzerten der Band. Die Termine wurden nicht öffentlich beworben, standen meist nur für einen kleinen, festen Besucherkreis offen und wurden erst im Nachgang öffentlich kommentiert. Trotz dieser Konspiration konnte das von „A3stus“ anlässlich der Veröffentlichung ihres Albums am 30. August geplante Konzert im Bezirk Mitte verhindert werden.

Rechtsextremistische Propaganda durch Musik – die Aktion „Schwarze Kreuze Deutschland“

Am 13. Juli rief der Sänger der Band „A3stus“, der sich selbst „Villain 051“ nennt, über dessen Profil in einem sozialen Netzwerk zum bundesweiten
Aktionstag „Schwarze Kreuze Deutschland“ auf. Parallel dazu verbreitete er das Musikvideo mit dem Titel „Wehret den Anfängen“, in dem die vermeintliche
Gewalt „Nicht-Deutscher“ und deren „deutsche Opfer“ sowie eine daraus konstruierte verschwiegene „Opferzahl“ thematisiert wurden.

„Allein in den letzten zwanzig Jahren, verdammt starben tausende von Deutschen, die genaue Zahl ist unbekannt, durch Zuwandererhand, durch Fremde feige hingerichtet. Wir gedenken heut‘, den Opfern dieser blinden Liste.“

Die Argumentationslogik dieser Aktion griff die unter Rechtsextremisten weitverbreitete Kampagne des so genannten „Volkstodes“ auf. Diese Kampagne hat ihre Wurzeln in der völkischen Ideologie und wurde in den vergangenen Jahren von Gruppen wie den „Unsterblichen“ sowie den „Spreelichtern“ initiiert.
Die Aktivitäten von „A3stus“ zeigen, dass sich die rechtsextremistische Musikszene trotz ihrer größtenteils lebensälteren Anhängerschaft gegenüber
neuen Medien und Verbreitungswegen geöffnet hat. Forciert wurden diese Bemühungen durch die Suche nach neuen Zielgruppen, die vor allem auf
Musikangebote im virtuellen Raum zurückgreifen.

Die Sicherheitsbehörden haben diese sich in Teilen verändernden Vertriebs- und Verbreitungswege im Blick und werden den Verfolgungsdruck auf das Netzwerk „Rechtsextremistische Musik“ auch im Hinblick auf die Internetaktivitäten der Szene aufrechterhalten.

So zog die Aktion „Schwarze Kreuze Deutschland“ mehrere bundesweite Ermittlungsverfahren nach sich. Darüber hinaus gehörten das Verhindern
bzw. Auflösen von Veranstaltungen und die konsequente strafrechtliche Verfolgung relevanter Veröffentlichungen zu den wirksamsten Instrumenten der Sicherheitsbehörden.

Die Indizierung von Tonträgern und Musikvideos bildete eine weitere staatliche Maßnahme gegen die rechtsextremistische Musikszene. So wurde das Album „Musikkrieg“ der Rechtsrockband „Marci und Kapelle“, die bundesweit auch als „Tätervolk“ oder „Totalverlust“ bekannt ist, auf Anregung der Senatsverwaltung für Inneres und Sport von der „Bundesprüfstelle jugendgefährdender Medien“ (BPjM) auf die Liste jugendgefährdender Medien gesetzt. Begründet wurde diese Entscheidung u.a. durch die den Nationalsozialismus verherrlichenden Liedinhalte sowie die propagierte Aufforderung zum Rassenhass. Ebenfalls auf Anregung der Senatsverwaltung für Inneres und Sport indizierte die BPjM den Titel „Gegen die Pest“ des „A3stus“-Sängers „Villain 051“.

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Braune Klänge im Norden

Via der „Blick nach Rechts“:

30.06.2015 – Bremen – Für den 4. Juli wird in Norddeutschland ein Konzerttreffen der neonazistischen Musikszene angekündigt.

Neben einer namentlich noch nicht preisgegebenen Überraschungsband werden „Endlöser“ aus Bremen, „Ungebetene Gäste“ aus Mecklenburg Vorpommern und der im Norden Schleswig-Holsteins beheimatete Liedermacher Simon St. beworben. Letzterer tritt unter dem Namen „Bragi“ auf, war aber auch bereits als „Rapper Tekk07“ unterwegs war. Er gehört auch zu den Gründungsmitgliedern einer im nördlichsten Bundesland 2013 ins Leben gerufenen „Braunen Hilfe“.

Die Bremer Rechtsrocker sind bereits seit 1992 aktiv, zwischenzeitlich unter dem Namen „Schlachtruf“. Die den Nationalsozialismus mit ihren Texten huldigenden Neonazis aus der Weser-Metropole pflegen seit Jahren Kontakte in die „Hammerskin“-Bewegung. Bei Facebook-Kommentaren tritt „Endlöser“-Sänger Andreas Lohei auch mit der Bruderschaftsbezeichnung „Nordic 12“ auf. Ende März war er auf einer Demonstration der Partei „Die Rechte“ in Dortmund mit einem „Nordic 12“-Transparent zu sehen. (hf)

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Rappende Neo-Nazis: Vergewaltigung mit Ansage

Via „FAZ“:

Inzwischen rappen auch Neo-Nazis und gründen eigene Labels. Eine Strategie, um vor allem beim jungen Publikum gut anzukommen und Mitstreiter zu rekrutieren. Aber wie passt das zusammen: Nationale Ideologie und Hip-Hop-Musik?

Die Nachricht (die in informierten Rap-Kreisen keine ist) lautet: Es gibt Rap von Nazis. Wie krass! Das könnte eine mögliche Reaktion sein, und dass das eigentlich gar nicht geht, weil Hip-Hop doch von Schwarzen als Ausdrucksmöglichkeit erfunden wurde, nicht nur, aber auch, um über Rassismus zu rappen. Folglich ist Nazi-Rap, NS-Rap oder der in einer schwächeren Ausprägung sogenannte deutsch-patriotische Rap also eine ganz abstruse Sache und eben eine Supergeschichte mit Nachrichtenwert, die es sich in der mitunter bestechlichen Nachrichtenlogik des Journalismus (krass!) zu erzählen lohnen könnte, wäre da nicht das große und ziemlich zentrale Problem, dass man damit den Akteuren einen Gefallen tut und man beim Betrachten dieser Akteure nicht den Eindruck los wird, dass ihre Ideologie nur ein Transportmittel für ihre narzisstischen Probleme ist.

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Brauner Mai in Thüringen: Auswertung des Ersten-Mai-Wochenendes

Der „Infoladen Sabotnik“ berichtet:

Auswertung des ersten-Mai-Wochenendes in Thüringen. Zusammenfassend lässt sich bereits sagen, dass das Wochenende für die Neonazis ein ziemlicher Erfolg war: Gewaltausbrüche in Weimar und Saalfeld und insgesamt vier Demonstrationszüge (1. Mai Saalfeld, 1. Mai Erfurt, 2. Mai Erfurt, 3. Mai Hildeburghausen), die nicht verhindert werden konnten. Angesichts des katastrophalen Polizeikonzepts (Vertrauen wir nicht den Bullen, dann können sie uns auch nicht enttäuschen) und der offensichtlichen Gewaltbereitschaft der Neonazis muss eine Lehre aus diesem Wochenende sein, antifaschistischen Selbstschutz wieder besser zu organisieren.

1.Mai Saalfeld: Gewaltausbrüche bei größtem Neonazi-Aufmarsch am Maifeiertag in Deutschland

Der 1. Mai in Saalfeld kündigte sich schon lange im Voraus als ein Kraftakt für die Proteste gegen den Aufmarsch der neonazistischen Sekte „III. Weg“ an – darin haben uns die Erlebnisse nicht enttäuscht: Etwa 600 Neonazis brachten ihren Hass in die Stadt, die inklusive Umgebung Schwerpunktregion des im Zuge der Aufdeckung des NSU bekannt gewordenen „Thüringer Heimatschutzes“ war. Passend dazu war Maik Eminger, Bruder des neben Beate Zschäpe in München angeklagten mutmaßlichen NSU-Helfers Andre Eminger, als Redner auf der Nazidemo angekündigt.

Am Morgen des 1. Mai kamen am Saalfelder Bahnhof mehrere hundert Antifaschist*innen nicht nur aus Thüringen zusammen, um unter dem Motto „Gemeinsam gegen den Neonazi-Aufmarsch! Für eine solidarische und vielfältige Gesellschaft statt Rassismus und NS-Verherrlichung. Refugees welcome!“ gegen den zeitlich nachfolgenden Naziaufmarsch zu protestieren. In Redebeiträgen äußerte sich die ganze Breite des Bündnisses während der Startkundgebung. Ein Ausschnitt: Antifaschist*innen aus Bitterfeld machten auf ihre Situation aufmerksam und mobilisierten für den 10. Mai zu einer übergionalen Antifa-Demo nach nach Bitterfeld und der Infoladen Sabotnik (Erfurt) machte auf die Proteste gegen den Nazi-Hool-Aufmarsch am Folgetag in der Landeshauptstadt aufmerksam.

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Polizei geht gegen rechtsextreme Hip-Hop-Band aus Berlin vor

Die „Berliner Zeitung“ berichtet:

Polizisten haben am Donnerstagmorgen in Berlin und Brandenburg die Wohnungen von Neonazis durchsucht. Der Staatsschutz ermittelt gegen Mitglieder einer Hip Hop-Band wegen Volksverhetzung, Betruges und Raubes.

Polizisten haben am Donnerstag in Berlin und Brandenburg insgesamt zehn Objekte durchsucht. Der Staatsschutz ermittelt gegen vier Männer aus der rechtsextremen Szene. Drei Beschuldigte im Alter von 26, 28, und 34 Jahren gehören nach Informationen der Berliner Zeitung der NS-Hip-Hop-Band „A3Stus“ um Patrick K. an.

Ihnen wird vorgeworfen, ein Lied mit volksverhetzendem Inhalt geschrieben, auf CDs gebrannt und diese verkauft zu haben. Ein vierter 32-jähriger Beschuldigter soll das Video zum Song ins Internet geladen haben. In dem Rapsong wird unter anderem zu Hass und Gewalt gegen Juden aufgestachelt. Im Refrain heißt es etwa: „Die Protokolle sind geschrieben, nichts ist mehr echt. Die Weisen von Zion haben sich durchgesetzt. Wir müssen zusammenhalten gegen die Pest.“

Außerdem Verdacht des Sozialleistungsbetrugs

Ab 6 Uhr durchsuchte die Polizei Wohnungen der Bandmitglieder unter anderem an der Dierhagener Straße in Hohenschönhausen, an der Kastanienallee in Prenzlauer Berg sowie an der Orionstraße in Bernau (Barnim). In weiteren drei Wohnungen von Bekannten aus dem Umfeld der Nazi-Band suchten die Beamten nach Beweismitteln. Durchsucht wurden auch ein Klubhaus in der Schönerlinder Straße in Pankow und ein Objekt in Velten (Oberhavel) und ein Objekt in Wandlitz. Die Polizisten beschlagnahmten nach eigenen Angaben 113 CDs und Speichermedien. Sie fanden Wurfmesser, ein nicht zugelassenes Luftdruckgewehr, eine nicht zugelassene Luftdruckpistole, verbotene Pyrotechnik und Ampullen, in denen sich offenbar Amphetamine befanden.

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Bitterfeld und seine Neonazikader

Das „Antifa-Infoblatt“ berichtet:

In den letzten Wochen bestimmten die maßgeblich von der NPD getragenen „Proteste“ gegen und der Brandanschlag auf eine geplante Unterkunft für Flüchtlinge in Tröglitz (Burgenlandkreis) die Diskussionen über Neonazismus in Sachsen-Anhalt.

Zumindest regional wurde auch regelmäßig über die wöchentlichen Demonstrationen des Magdeburger PEGIDA-Ablegers MAGIDA oder die antiziganistischen Auswüchse in Halle-Silberhöhe berichtet.

Bisher weitgehend unbeachtet sind aber im gesamten Bundesland rege Aktivitäten von rechts zu beobachten. Neonazis versuchen, ihren Vorteil aus den rassistischen Mobilisierungen der letzten Monate zu ziehen und gehen dabei selbstbewusst wie rabiat vor. Neue Organisierungsversuche und rohe Gewalt schließen einander bekanntermaßen nicht aus.

Derzeit ist am Beispiel von Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) gut zu erkennen, wie beides ineinander greift, wenn es um Hegemoniebestrebungen geht.
In der Chemiestadt fanden seit einigen Monaten – wie in etlichen anderen Städten im gesamten Bundesgebiet – montägliche „Friedensmahnwachen“ statt, bei denen krude Verschwörungstheorien verbreitet wurden. Lange Zeit bestand das Häufchen vorwiegend aus AfD-lern und Reichsbürgern, aber auch NormalbürgerInnen. Dazu gesellten sich nach und nach Neonazis, manche davon parteigebunden in NPD, DIE RECHTE oder Der III. Weg.

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Neonazis und rechte Hooligans wollen in Erfurt aufmarschieren

Der „Störungsmelder“ schreibt:

Neben extrem rechten Aufzügen zum 1. Mai in mehreren Bundesländern wollen Neonazis in Thüringen am „Tag der Arbeit“ gleich an zwei Orten aufmarschieren. Mit einer Anmeldung des Vereins „Gemeinsam stark Deutschland“ droht der Landeshauptstadt Erfurt schon am folgenden Tag ein weiterer Aufmarsch.

Es ist die erste größere Aktion des NPD-Landesverbandes in Thüringen seit dem Rücktritt des ehemaligen Vorsitzenden Patrick Wieschke und der Neuwahl der Landesspitze unter Tobias Kammler. Nun mobilisiert die NPD am „Tag der Arbeit“ nach Erfurt zu einem Aufmarsch mit dem Titel „Die etablierte Politik macht Deutschland arm – Soziale Gerechtigkeit für alle Deutschen“.

Die NPD will damit offenbar an Kundgebungen aus dem letzten Jahr anknüpfen, als Neonazis in der Landeshauptstadt mit Anhängern der CDU und AfD sowie Bürgerrechtlern unter dem Motto „Wir sind das Volk“ gegen einen rot-rot-grünen Regierungswechsel demonstriert hatten. Die Politik der amtierenden Landesregierung ist den Neonazis ein Dorn im Auge, sie schimpft über „Almosen für Wirtschaftsflüchtlinge und Minderheitenverbände“ sowie ein angebliches Regieren „gegen den Willen der Einheimischen“.

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Rechtsextreme Band sagt Auftritt in Leipzig ab – Protest gegen Legida im Graphischen Viertel

Via „LVZ“:

Leipzig. Die Anhänger des islam- und fremdenfeindlichen Bündnisses Legida (Leipzig gegen die Islamisierung des Abendlandes) gehen am Montag zum neunten sogenannten Abendspaziergang wieder auf die Straße. Das Aktionsbündnis „Leipzig nimmt Platz“ verurteilt in einer Mitteilung, dass Legida diesmal einer rechtsextremen Rap-Band ein Forum biete. Auf ihrer Facebookseite sagt A3stus das Konzert jetzt ab.

Offenbar hat demnach das Leipziger Ordnungsamt Bedenken geltend gemacht. Eine offizielle Stellungnahme der Behörde war bis dato noch nicht zu bekommen. Das Aktionsbündnis „Leipzig nimmt Platz“ hatte gewarnt, dass die Musikgruppe A3stus über Kontakte in die Berliner und Brandenburger Neonazi-Szene verfüge. Der Brandenburgische Verfassungsschutz nennt außerdem in einer Information über „Hassmusiker“ vom Juli 2014 Auftritte von A3stus mit einem rechtsradikalen Berliner Liedermacher.

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Nazi-Duo rappt auf Holocaust-Mahnmal

Die „Welt“ schreibt:

Neonazi-Duo rappt auf Holocaust-Mahnmal Ein skandalöses Video kursiert auf der Online-Plattform YouTube: Auf den Stelen des Berliner Holocaust-Mahnmals singen eine junge Frau und ein Mann hasserfüllt rechtsextreme Rap-Texte.

Das Berliner Holocaust-Mahnmal soll an all die Millionen jüdischer Opfer während des NS-Regimes erinnern – zwei Neonazis nutzten das Gelände jetzt als Kulisse für einen Videoclip (Archivbild)
Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas hat Medienberichte über eine Schändung des Berliner Holocaust-Mahnmals durch eine Nazi-Band bestätigt. Demnach haben der Berliner Neonazi-Rapper Patrick Killat alias Villain051 und die rechtsextreme Sängerin „Dee Ex“ unter anderem auf und zwischen den Stelen des Mahnmals einen Videoclip gedreht.

Der Clip „Europa sagt Nein zur EU“ sei im Oktober 2012 auf der Video-Plattform YouTube hochgeladen worden, sagte Stiftungssprecherin Jenifer Stolz. Zuerst hatte der „Berliner Kurier“ darüber berichtet.

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HoGeSa unterm Hakenkreuz

„Wut im Bauch“ berichtet:

Erneut traf sich der Berliner Enrico Schottstädt mit Sympathisanten der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa). Offenbar fand das Treffen in einer Privatwohnung in Wolfsburg statt. Auf einem Foto im sozialen Netzwerk „Facebook“ sind neben Schottstädt auch Hooligans aus Wolfsburg und Rostock zu sehen. Die sechs Männer und drei Frauen posieren gemeinsam mit einem Banner der „Division Wolfsburg – Support Hogesa“. Ein weiteres Foto zeigt nur die sechs Männer gröhlend. Über ihnen hängt an der Decke des Raumes eine Hakenkreuzfahne.

Im Januar erst lud der Union Berlin-Fan Enrico Schottstädt gemeinsam mit dem Neonazi-Rapper Patrick Killat aka „Villain051“ zu einem „Kennenlerntreffen für Berlin und Umland“ von HoGeSa-Anhängern ein. In einer Kneipe im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg trafen sich 70 Hooligans aus Berlin, aber auch aus Norddeutschland, darunter Anhänger des Bundesligisten VFL Wolfsburg und der Mecklenburger Landesligist Dynamo Schwerin.

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GT: Neonazi-Rapper Makss Damage: Gesteigerte Aktivität

Das „Lotta-Magazin“ berichtet:

GÜTERSLOH – Der aus dem ostwestfälischen Gütersloh kommende neonazistische Rapper „Makss Damage“, mit bürgerlichem Namen Julian Fritsch, macht zu Beginn des Jahres 2015 mit erhöhter Aktivität auf sich aufmerksam. Im Februar veröffentlichte er das Album „2033“. Es ist seine erste wirklich produzierte CD . Zuvor veröffentlichte Fritsch seine Lieder nur im Internet.
Eigentlich sollte das Album bereits am 16. Dezember 2014 erhältlich sein. Das Presswerk weigerte sich jedoch, die CD aufgrund „bedenklicher Inhalte“ auszuliefern. Deshalb verzögerte sich das Erscheinen, so Fritsch. 15 Lieder enthält die beim Label „Reconquista Records“ mit der Produktionsnummer „001“ erschienene CD. Bei „Reconquista Records“ handelt es sich vermutlich um Fritschs eigenes Label.
An der Produktion des Albums wirkten verschiedene Musiker der extremen Rechten mit. „Driugan“, „Nordic Walker“, „Megatron“, „Der Oberberger“ und „Baldur“ unterstützten den Rapper bei der Aufnahme seiner Lieder. Unterstützung erhielt er auch beim Dreh für das mittlerweile bei „YouTube“ entfernte Video zum Track „ENAZETI MCEE“ (meint „Nazi MC“), in dem vormalige Mitglieder der „Kameradschaft Aachener Land“ mit Waffen posieren. In dem rassistischen Track bezieht sich Makss Damage mehrfach auf den „Ku Klux Klan“ und droht: „Vergiss die Baumwollplantagen-Musik / Mann, ich befrei‘ keine Sklaven / Das hier ist weißer Rap / Und an all die lieben Leute, die gerne mal Deutsche jagen / Es kommt der Tag, da habt ihr alle ein brennendes Kreuz im Garten“. Verantwortlich für das Layout des Album ist nach Angaben des Rappers „Vlanze Graphics“, ein Projekt des Neonazis Martin Wegerich.

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„Ich bin ein Rassist, und das Tag für Tag“ – NS-Rap am Beispiel von MaKss Damage

Das „Netz gegen Nazis“ berichtet:

Nazis, die rappen? Führerkult und HipHop? Ja, das gibt es. Nazis haben immer schon spannende Jugend- und Subkulturen kopiert, unterwandert und zu ihren eigenen Gunsten interpretiert, um gerade junge Menschen für die Szene zu ködern.

Viele der rappenden Nazis tun dies genau aus dieser Motivation heraus (z.B. n’Socialist Soundsystem, Villain051, SZU – Sprechgesang zum Untergang). Sie sind ein Teil der modernen Variante des Neonazismus. Diese Tendenzen werden innerhalb der neonazistischen Szene zum Teil sehr stark diskutiert. Dabei geht es meist um zwei zentrale Fragen: Darf Hip Hop als ursprünglich afro-und latinoamerikanische Musikkultur überhaupt für Neonazi-Zwecke genutzt werden? Und wie sinnvoll ist Hip Hop für die Rekrutierung junger Menschen?

Mittel zur Rekrutierung vs. Reimkunst

Die NS-Rapper*innen sind meistens vom Mittel zum Zweck überzeugt, so zum Beispiel die Band n’Socialist Soundsystem, die eigentlich aus der Band Häretiker – die ursprünglich Rechtsrock machten – hervorgegangen ist und Hip Hop ganz klar als strategisches Mittel sieht. Das merkt man auch ihren Rap-Texten an. Da gibt es keinen Flow und keine Reimkunst. Sie sind eher lächerlich als gut.

Leider lässt sich das nicht über alle NS-Rapper*innen sagen. Einer, der aus der NS-Rap-Szene mit Rap-Fähigkeiten heraus sticht, ist MaKss Damage, mit bürgerlichem Namen Julian Fritsch. Er kommt aus Gütersloh und bezeichnet sich erst seit 2011 offiziell als NS-Rapper. In der Zeit davor war er seit 2008 als Rapper in der linken Szene unterwegs, stieß dort aber auf Grund seiner sexistischen und antisemitischen Texte auf deutliche Kritik und galt mit Textzeilen wie „Ich leite Giftgas lyrisch in Siedlungen die jüdisch sind“ („Arabisches Geld“ 2010) für linke Akteur*innen als nicht tragbar.

In einem sehr langwierigen Interview Anfang 2011 mit zwei der führenden Neonazis Kölns, Axel Reitz und Kevin Koch aus Wuppertal für „medinet-west“, erklärte MaKss Damage, der unter anderem Horst Mahler als sein Vorbild beschreibt, dass er nun überzeugter Neonazi sei. Dieser öffentlich wirksame Schritt des Einstiegs in die Neonazi-Szene wurde von dieser bewusst inszeniert und thematisiert: Ein ehemaliger „Linker” tritt aus der Szene aus und engagiert sich bei der politischen Gegenseite – ein gefundenes Fressen für die Neonazis.

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Ebenfalls interessant in diesem Zusammenhang: Podium: Rappen für die Revolution?! – Linker Rap in Deutschland – Geschichte, Gegenwart, Zukunft.

“Ruhrpott West”: HogeSa kündigt Soli-Konzert mit RechtsRock-Bands an

„NRW rechtsaußen“ berichtet:

WESTLICHES RUHRGEBIET – Um die „Hooligans gegen Salafisten“ (HogeSa) ist seit ihrer Kundgebung Mitte November in Hannover (nrwrex berichtete) relativ ruhig geworden. Weitere Aufmärsche fanden nicht statt. Ein Teil des HogeSa-Klientels beteiligte sich aber an den Aktionen von PEGIDA und deren Ablegern. Im neuen Jahr will aber auch HogeSa wieder auf die Straße gehen. In einer Stellungnahme wird für Februar ein Aufmarsch im „Osten“ und für April einer im „Süden“ angekündigt. Am 24. Januar soll eine „Solidaritätsveranstaltung“ mit mehreren RechtsRock-Bands im Raum „Ruhrpott West“ stattfinden.

RechtsRock-Konzert für HogeSa

Der Konzertort wird – wie bei RechtsRock-Veranstaltungen üblich – nicht öffentlich beworben. Der Flyer zum Konzert weist sogar auf ein Handy- und Fotografierverbot hin. Ob die Veranstaltung wirklich im Ruhrgebiet stattfinden wird, erscheint fraglich, da in der Vergangenheit „Ruhrpott West“ als Chiffre für grenznahe Städte in Belgien und den Niederlanden genutzt wurde. So fand am 6. Dezember ein Auftritt von „Kategorie C“ im südwestlich von Aachen gelegenen ostbelgischen Montzen statt (nrwrex berichtete). Die Band, die sich stark an der Mobilisierung von HogeSa beteiligt hatte und auf der Kölner HogeSa-Kundgebung auftrat, soll auch auf der genannten „Solidaritätsveranstaltung“ spielen. Von ihr stammt der rassistische Song „Hooligans gegen Salafisten“, der wenige Tage vor der Kölner Demo veröffentlicht wurde und auf große Resonanz stieß. „Kategorie C“ erspielte sich in den vergangenen Jahren eine große Fanbasis.
Mit KC auf der Bühne stehen soll das Duo „A3stus“, bestehend aus dem Berliner Rapper „Villain051“ und dem Liedermacher „Recht auf Wahrheit“. „Villain051“ stand zusammen mit Karin Mundt, Sängerin der RechtsRock-Band „Wut aus Liebe“, bereits bei den HogeSa-Versammlungen in Köln und Hannover auf der Bühne (nrwrex berichtete). Auch der dritte angekündigte Akt – der Sänger der Band „F.i.e.L“ – entstammt der neonazistischen Musikszene. „F.i.e.L.“ veröffentlichten 2012 das Album „Fremde im eigenen Land“ beim Chemnitzer Label „PC Records“. Das Album wurde im selben Jahr von der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ indiziert.

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HoGeSa meldet sich mit Neonazi-Konzert und Demo-Ankündigungen zurück

Via „Endstation Rechts“:

Die letzten Wochen war es ruhig um die „Hooligans gegen Salafisten“. Untätig waren die HoGeSa-Macher offenbar aber nicht. Nach eigenen Angaben stehe die Gründung eines Vereins bevor, außerdem liefen die Vorbereitungen für eine Demonstration am 28. Februar im „Osten“. Die Finanzierung der Aktivitäten soll mit Hilfe einer „Solidaritäts-Veranstaltung“ gestemmt werden, für die das Neonazi-Rap-Duo „A3stus“ und der Sänger einer weiteren Rechtsrock-Kapelle zugesagt haben. Auch „Kategorie C“ sind mit an Bord.

Im Nachgang der Kölner Hooligan-Randale sprachen einige Beobachter von einer „neuen Qualität“ der Gewalt. Ende Oktober zogen ungefähr 5.000 vielfach gewaltbereite Anhänger der Gruppierung „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) rassistische und nationalistische Parolen skandierend durch die Domstadt und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei, die 50 verletzte Beamte zu beklagen hatte. Anschließend verebbte das Interesse an den HoGeSa-Aktivitäten, eine weitere Kundgebung in Hannover zog bereits deutlich weniger Gleichgesinnte an, was nicht zuletzt an einer unattraktiveren Veranstaltungsart – angemeldet war eine stationäre Kundgebung – und einer besser aufgestellten Polizei gelegen haben dürfte. Seitdem war es relativ ruhig um die Gruppierung.

Straßenschlachten? Aber bitte nur bei Sonnenschein

Nun melden sich die Hooligans zurück. Nach Angaben eines „HoGeSa Orga-Teams“ seien für den 28. Februar und für den April zwei weitere Aufmärsche geplant. Für den Februar-Termin befänden sich derzeit drei Orte im „Osten“ in der engeren Wahl, im April soll es in den „Süden“ gehen.

In der kalten Jahreszeit jedenfalls zieht es den gesundheitsbewussten Hooligan nicht auf die Straße. „Wir haben nun Winter und wenn wir uns im Schnee treffen oder totaler Kälte und dann unter Umständen eingekesselt werden und mit Wasserwerfern attakiert werden, riskieren wir die Gesundheit aller Teilnehmer“, erklären die Macher ihre mehrmonatige Pause. Bei den kommenden Demonstrations-Neuauflagen soll zusätzlich das Gespräch mit Vertretern von Städten und Gemeinden gesucht werden, um die „Planungen und Konzepte für Aufklärung und Sicherheit“ zu vermitteln, heißt es in einem Forumsbeitrag.

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Der Soundtrack für das „Volk“

Via „antifa-berlin.info“:

Der rechte Rapper Patrick Killat aka. „Villain51“ ist nicht nur selbst bei den Demos anwesend, er produziert auch die Hintergrundmusik für die Demos. Zusammen mit „DeeEx“ oder Karin Mundt vom Rechtsrock-Projekt „Wut aus Liebe“ liefert er den Soundtrack gegen Flüchtlinge, Salafisten oder Andersdenkende. Auch er ist seit den Mobilmachungen gegen die Flüchtlingsunterkunft in Hellersdorf dabei und erfreut sich auch bei den „Hooligans gegen Salafisten“, durch seinen Auftritt in Köln, enormer Beliebtheit.

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Brandstifter und Biedermänner

Der „Blick nach rechts“ berichtet:

18.11.2014 – In mehreren Berliner Stadtteilen finden seit Wochen Demonstrationen gegen Flüchtlingsunterkünfte statt. Neben Angehörigen der rechten Szene, die die Infrastruktur stellen, beteiligen sich daran auch Anwohner.

Am Montagabend marschierten rund 200 Menschen durch den Stadtteil Buch im Norden Berlins. Fast zeitgleich beteiligten sich an dem Tag nach Veranstalterangaben über 1000, Polizeiangaben zufolge 700, Personen an einer mehrstündigen Demonstration durch den Berliner Stadtbezirk Marzahn gegen ein dort geplantes Containerdorf für Flüchtlinge. Unter den Demonstrierenden befanden sich der Berliner NPD-Vorsitzende Sebastian Schmidtke und Angehörige von Kameradschaften. Statt Partei- beziehungsweise Organisationsbannern waren Deutschlandfahnen in allen Größen sowie das Berliner Wappen zu sehen. An der Spitze trugen Rechtsextremisten ein Transparent mit dem Motto „Wache auf! Handeln statt klagen“. Gleich dahinter wurde ein Transparent mit der Parole „Wir haben die Schnauze voll“ mitgeführt. Dieser Spruch wurde auch häufig skandiert.

Mit gezielten Ansprachen an die Bewohner der Häuserblocks in Marzahn, an denen die Demonstration dicht vorbei zog, warben Redner für die Ziele des Aufzugs. So versuchte ein älterer Mann die Menschen, die auf ihren Balkonen standen, über Megaphon zur Teilnahme zu bewegen. „Wir sind keine Krawallmacher, sondern anständige Bürger“, rief er immer wieder. „Auch Sie werden durch die Parteien ausgebeutet, verarmen im Alter und müssen vielleicht Flaschen sammeln“, appellierte er an die Zuschauer. Vereinzelt stießen solche Ansprachen auf Zustimmung. Die Organisatoren sprachen von einem großen Erfolg, weil sich von Montag zu Montag die Teilnehmerzahl erhöht habe.

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Rapper Fler beleidigt Kollegen Farid Bang rassistisch und trifft auf Gegenwehr

„rap.de“ schreibt:

Flers Aussagen von Mittwochabend haben zahlreiche Kritiker aus der Deutschrap-Szene auf den Plan gerufen. Er hatte in einem offenen Brief an Farid Bang diesen dazu aufgefordert, sich als “Gast” in Deutschland dankbarer zu zeigen und darauf zu achten, was er sage. Der Musiker Manuellsen äußerte sich noch in der Nacht zu heute und erklärte, Fler versuche sich bei Rassist_innen anzubiedern. Auch der Hamburger Disarstar zeigte sich wenig erfreut über Flers Aussagen. “Dieser Mann konnte nicht verstehen, warum die NPD seine Zeilen für ihren Wahlkampf benutzt. Ich hingegen kann nicht verstehen, warum dem Nazi nicht mal jemand das Maul stopft“, so der Hamburger, der einen klaren Standpunkt vertritt: “Das ist nicht mein Land, oder dein Land, das ist unser Planet.” (rap.de)

Siehe auch: Die deutsche Rap-Szene ist durchsetzt von Rassismus