Archiv der Kategorie 'Rechtsextreme Infrastruktur'

Braune Brauchtumsfeier in Jamel

Quelle: Blick nach Rechts

Auch in diesem Jahr hat die „Dorfgemeinschaft Jamel“ wieder zum rechten Maitanz eingeladen. Trotz der regen Beteiligung von bis zu 200 Neonazis aus dem gesamten norddeutschen Raum wollte keine fröhliche Tanzstimmung aufkommen.

Bereits Tage zuvor bereitete die rechte Dorfgemeinschaft rund um den mehrfach verurteilten Neonazi Sven Krüger das Fest zur Walpurgisnacht am 30. April vor. Es wurden neue Unterstände gebaut, Festzelte aufgestellt sowie der mehrere Meter hohe Maibaum von seiner Rinde befreit. Das gesamte Dorf war erneut mit Girlanden geschmückt und der öffentliche Platz in der Dorfmitte für die parkenden Autos der Neonazis hergerichtet. Eingeläutet wurde der Festnachmittag dann von Regen, sodass sich das Tagesprogramm ein wenig in die Abendstunden verschob.

Nur nach und nach trudelten über den Nachmittag verteilt bis zu 200 Neonazis aus dem norddeutschen Raum im Dorf ein. Unter ihnen waren Kader wie David Petereit, Alf Börm oder der Wismarer NPDler Rainer Schütt. Auch Mitglieder des „Freundeskreis Thinghauses“, der Kameradschaft „Dreiländer Jungs“, des „Kameradschaftsbunds Anklam“ und Personen aus dem Umfeld der „Hammerskins“ wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Zu Fuß machte sich auch einige Anwohner aus dem Nachbarort Gressow auf den Weg, um ebenfalls an dem Tanz in den Mai mit Maibaumaufstellung teilzunehmen.

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Rechtsstreit um Neonazi-Immobilie

Quelle: Der Blick nach Rechts

20.04.2018 – Das Verbot des Neonazi-Netzwerks „Freies Netz Süd“ beschäftigt erneut die Justiz. Im Juni muss das Verwaltungsgericht Bayreuth entscheiden, ob die begleitende Beschlagnahmung des Anwesens „Oberprex 47“ samt „Final-Resistance-Versand“ ebenfalls rechtmäßig war.

Nach langwierigen Vorermittlungen wurde im Juli 2014 das neonazistische Netzwerk „Freies Netz Süd“ (FNS) verboten. Die bayerischen Behörden erkannten in der militanten Vereinigung eine Nachfolgeorganisation der „Fränkischen Aktionsfront“ (FAF), die ihrerseits 2004 zerschlagen wurde. Zudem hätte das FNS eine Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus aufgewiesen sowie die „aggressiv-kämpferischen Bestrebungen“ fortgesetzt, die damals für das Verbot der FAF ausschlaggebend waren. (bnr.de berichtete) Neben dem Netzwerk samt Vermögen betraf die Maßnahme auch die Immobilie „Oberprex 47“ im Landkreis Hof und den „Final-Resistance-Versand“, der unter derselben Adresse ansässig war. Beide wurden organisatorisch dem FNS zugerechnet.

Das Verbot selbst erlangte inzwischen Rechtskraft, nachdem der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München eine entsprechende Klage der Neonazis abwies. In ihrem Urteil waren die Richter zu dem Schluss gekommen, dass das FNS zutreffend als Verein eingestuft wurde und als solcher verboten werden konnte. Die Neonazis hatten zuvor die Vereinseigenschaften bestritten, indem sie ihr Netzwerk lediglich als „Netzseite“ ausgegeben hatten. Doch mit der Entscheidung ist die juristische Auseinandersetzung, die das Verbot seither begleitet, noch nicht beendet.

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Ostritz: Neonazi-Festival ist Ergebnis langjähriger Kontinuität

Quelle: Kulturbüro Sachsen

Zahlreiche gesellschaftliche Gruppen, Initiativen und Verbände rufen dazu auf am 20./21. April 2018 im ostsächsischen Ostritz mit unterschiedlichen Aktionsformen ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen oder entschlossen gegen Neonazis und Rassismus zu demonstrieren. Anlass für diese Aktivitäten ist das extrem rechte „Schild und Schwert“-Festival.

Aus Sicht des Vereins Augen auf e.V. aus dem Landkreis Görlitz und dem Kulturbüro Sachsen e.V. ist das Neonazi-Festival in Ostritz das Ergebnis einer langjährigen Kontinuität organisierter neonazistischer Strukturen und Zusammenhänge in Ostsachsen. Die Region kann auf eine lange rechtsextreme Geschichte zurückblicken, die sich an unterschiedliche Punkten festmachen lässt.

In Ostsachsen existieren langjährig gewachsene Neonazi-Organisationen.

Im Landkreis Görlitz und Bautzen existieren zahlreiche neonazistische Organisationen, die bereits seit den 1990er Jahren aktiv sind und deren Kader über langjährige politische Erfahrungen verfügen. Der Nationale Jugendblock (NJB) Zittau feierte im letzten Jahr sein 25jähriges Bestehen mit einem rechtsextremen Konzert in seinen Vereinsräumen. Die Organisation „Schlesische Jungs“ besteht seit nunmehr 20 Jahren in Niesky. Durch die Verankerung langjähriger, gefestigter Strukturen kann die rechtsextreme Szene in der Region auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

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Neonazi-Festival im sächsischen Ostritz

Quelle: Exakt

Ausgerechnet am 20. April wollen sich Rechtsextremisten in dem Ort an der polnischen Grenze treffen. Ein Hotelbetreiber mit Kontakten in die rechte Szene stellt sein Grundstück zur Verfügung. Wer ist Hans-Peter Fischer?

An der deutsch-polnischen Grenze – im ostsächsischen Ostritz – wollen sich ausgerechnet am 20. April Rechtsextremisten aus dem ganzen Bundesgebiet treffen. Am Geburtstag Hitlers soll es auf dem Gelände des Hotels „Neißeblick“ Rechtsrockkonzerte, Reden einschlägiger Neonazis und Kampfsport-Veranstaltungen geben. In der Gemeinde herrscht Unverständnis für den Hotelbetreiber, auf dessen Grundstück das Ganze ablaufen soll.

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Debatte um Nazi-Treff in Wurzach

Quelle: Allgäu Rechtsaussen

Petition fordert konsequentes Einschreiten der Behörden gegen Veranstaltungen in Neonazi-Immobilie. Zeitgleich sagt Stadt Bad Wurzach nach Gegenwind aus der CDU eine Informationsveranstaltung über die rechtsradikale Szene ab.

»Wir mussten in den vergangenen Jahren auch hier in der Region viel zu oft erleben, zu welchen Taten rechte Gruppen und Einzelpersonen fähig sind, wenn man ihrer rassistischen und menschenfeindlichen Propaganda freien Lauf lässt«, erklärte die Initiative gegen Rassismus Westallgäu am Donnerstag.

Deshalb unterstütze die Initiative, die nach ihrer Selbstdarstellung für ein gleichberechtigtes und solidarisches Miteinander aller Menschen eintritt, eine am Mittwoch vom Bündnis Links im Allgäu (LiA) gestartete Petition unter dem Titel »Kein Nazi-Treff in Wurzach« und ruft zur Teilnahme und Unterstützung auf:

»Weder in Talacker noch sonstwo in der Region dürfen wir zulassen, dass sich rechte Strukturen ausbreiten und verfestigen und somit die Grundlage für weitere Gewalt und Hetze gelegt wird.«

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Braune Events im „Goldenen Löwen“

Quelle: Der Blick nach Rechts

In den Räumlichkeiten des Neonazis Tommy Frenck in Kloster Veßra in Südthüringen sind für April zwei Musikveranstaltungen sowie ein Vortragsabend angekündigt

Der Neonazi Tommy Frenck nutzt sein Gasthaus „Goldener Löwe“ in Kloster Veßra (Landkreis Hildburghausen) weiterhin kontinuierlich, um rechte Veranstaltungen anzubieten. Als nächsten Termin hat er sich einen Balladenabend mit dem Berliner Rechtsrock-Musiker Michael Regener („Lunikoff“) am 3. April ausgeguckt. „Lunikoff“ soll dabei im Rahmen einer behördlich angemeldeten Kundgebung aufspielen. Dabei geht es Frenck darum, noch einmal auf seine Kandidatur für die Landratswahl am 15. April aufmerksam zu machen. Regeners Interesse dürfte vornehmlich dem Verkauf seines neuen Doppel-Albums dienen.

Nur wenige Tage später, am 7. April ,soll dann es in Frencks Räumlichkeiten einen Vortrag mit Olaf Rose über den Tod von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß am 17. August 1987 im Kriegsverbrechergefängnis Berlin-Spandau geben. In der rechtsextremen Szene wird der Suizid vom ersten Tag an in Abrede gestellt und Heß mit verschwörerischer Energie zum Märtyrer hochstilisiert. Rose ist seit vielen Jahren hochrangiger NPD-Politiker. 2014 stand er bei den Europawahlen hinter Udo Voigt auf Listenplatz 2 der NPD-Liste. Über Heß veröffentlichte er 2004 zusammen mit Michael Vogt einen Dokumentarfilm unter dem Namen „Geheimakte Heß“, der auch den Selbstmord von Heß hinter den Gefängnismauern in Frage stellt.

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An diesen Orten trifft sich die Rechtsrock-Szene

Quelle: „Spiegel Online“

Die Zahl rechtsextremer Konzerte hat zugenommen – und ist so hoch wie seit 2005 nicht mehr. Das zeigt eine SPIEGEL-Auswertung. Die Szene bevorzugt den Osten.

Am Geburtstag Adolf Hitlers soll den Besuchern des rechtsextremen Festivals im sächsischen Ostritz braune Vielfalt geboten werden: Glatzköpfige Kickboxer steigen in den Ring, Tätowierer bieten ihre Künste an, begleitet von politischer Agitation einiger NPD-Größen wie Thorsten Heise und Udo Voigt. Mit 750 Besuchern rechnen die Organisatoren der zweitägigen Veranstaltung „Schild und Schwert“ rund um den 20. April. Es könnte eines der größten Events der rechten Szene in diesem Jahr werden. Untermalt wird das Treffen mit dem Kitt der Szene: Rechtsrock.

In dem 2500-Einwohner-Ort im Südosten Sachsens geht die Angst um: Die Bewohner fürchten, dass die Besucherzahlen höher ausfallen könnten. So wie im thüringischen Ort Themar. Dort schlugen im Juli 2017 plötzlich mehr als 6000 Neonazis bei einem Rechtsrockfestival auf.

In Deutschland ist derzeit ein erschreckender Trend zu beobachten: Die Zahl von Neonazi-Musikveranstaltungen hat im vergangenen Jahr stark zugenommen.

Das geht aus Antworten des Bundesinnenministeriums (BMI) auf Anfragen der Linksfraktion hervor, die der SPIEGEL ausgewertet hat. Demnach fanden im vergangenen Jahr 289 Konzerte, Liederabende und andere Veranstaltungen mit Musikbeiträgen statt. Die Zahl ist damit so hoch wie seit 2005 nicht mehr – im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Zahl um 30 Prozent. 2016 waren es noch 223 Veranstaltungen.

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Neonazi strebt in die Politik

Quelle: „Blick nach Rechts“

Der umtriebige Südthüringer Gastwirt und Konzert-Veranstalter Tommy Frenck will Landrat werden.

Tommy Frenck ist mittlerweile einer der durch seine Veranstaltungen und seinen Onlineversand bekanntesten Neonazis weit über die Grenzen Thüringens hinaus. Der 30-Jährige, der im südthüringischen Kloster Veßra das Gasthaus „Goldener Löwe“ betreibt, will am 15. April bei den Landratswahlen im Landkreis Hildburghausen kandidieren.

Der frühere Gewichtheber geht dabei als Vertreter für das „Bündnis Zukunft Hildburghausen“ (BZH) ins Rennen. Für besagtes Bündnis, in dem viele eine Tarnorganisation der NPD sehen, sitzt Frenck bereits seit einigen Jahren im Kreistag – zunächst von 2009 bis 2011 und nunmehr seit 2014. Der tätowierte, untersetzte Muskelprotz strebt nach eigenen Worten ein zweistelliges Ergebnis an und beteuert: „Jede Stimme für mich ist eine Schweißperle auf der Stirn der etablierten Politiker.“ Bei der Thüringer Landtagswahl trat er 2014 als Kandidat für die NPD an. Vor der Bundestagswahl im vergangenen Jahr bekundete er, dass er aus taktischen und strategischen Überlegungen der AfD seine Stimme geben wollte. Das Bekenntnis löste in der Folge rege und kontroverse Diskussionen aus.

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Neonazi-Konzerte in Thüringen: „Und wer räumt den geistigen Müll weg?“

Quelle: Spiegel

Thüringen ist Hochburg der Neonazi-Konzerte. Im Zentrum: das Städtchen Themar. Tausende Rechtsrock-Fans feierten hier letzten Sommer, weitere Konzerte sind geplant – und spalten den Ort.

Im Gasthaus „Goldener Löwe“ ist die rechtsextreme Welt in Ordnung. Ein Nussknacker auf dem Regal hebt im 45-Grad-Winkel den Arm zum Gruß, auf einem Kissen ist ein Landser mit Gewehr im Anschlag zu sehen, und Rentner Hans bestellt einen Kaffee – „aber in der braunen Tasse“. Er lacht.

Vielen Menschen in der südthüringischen Kleinstadt Themar ist das Lachen schon länger vergangen. Und das liegt am Betreiber des Restaurants, das sich ganz in der Nähe befindet: Tommy Frenck.

Im Sommer 2017 organisierte der 30-Jährige das Konzert „Rock gegen Überfremdung“ – rund 7000 Neonazis kamen am 15. Juli in die Kleinstadt-Idylle an der Werra, grölten, feierten, zeigten dutzendfach den Hitler-Gruß. Es war das europaweit größte Treffen dieser Art im vergangenen Jahr. Das Image der Stadt hat seitdem einen tiefen Kratzer – und daran wird sich so schnell nichts ändern.

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Frankfurt/Oder: Polizei löst Treffen rechter Rocker auf

Quelle: MOZ

Frankfurt (MOZ) In einer alten Bunkeranlage in der Bahnhofstraße hat die Polizei am Sonnabend ein Konzert von Rechtsextremen aufgelöst. Nach Angaben des Innenministeriums wird die Immobilie seit dem vorigen Jahr von der „Kameradschaft Kommando Werwolf“ genutzt. Der Verfassungsschutz des Landes beobachtet die Gruppierung schon länger.

Es war eine beunruhigende Szene am frühen Samstagabend in der Heilbronner Straße. Vor dem ehemaligen Lichtspieltheater der Jugend standen mehrere Fahrzeuge der Polizei, dazu Pkw von Mitarbeitern des städtischen Ordnungsamtes. Das Ziel der Einsatzkräfte war ein ehemaliger Luftschutzbunker, der sich etwas versteckt hinter dem Alten Kino befindet. Dort verhinderte das Großaufgebot offenbar zum wiederholten Male ein Konzert rechtsextremer Rocker.

Laut Ordnungsdezernent Markus Derling hatte die Stadt einige Tage im Vorfeld von der Veranstaltung erfahren. „Da für die Anlage keinerlei baurechtliche Genehmigungen für Veranstaltungen vorliegen, haben wir hier eine Nutzungsuntersagung ausgesprochen. Die Polizei haben wir dann um Amtshilfe gebeten, um die Vollziehung durchzusetzen“, erläutert Derling. Er war an dem Abend auch selbst vor Ort, um sich ein Bild vom Einsatz zu machen.

Nach Angaben von Bärbel Cotte-Weiß von der Polizeidirektion Ost sei eine Musikveranstaltung im Bunker geplant gewesen. Trotz des amtlichen Verbots hätten die Beamten 21 Personen angetroffen. „Die Veranstaltung wurde aufgelöst und die Personen verhielten sich kooperativ“, erklärt die Sprecherin. Der Einsatz dauerte bis Mitternacht an.

Die Polizeidirektion bestätigte, dass ein Teil der Gäste der rechten Szene und der „Kameradschaft Kommando Werwolf“ (KSKW) zuzuordnen seien. Dabei handelt es sich um eine rechtsextremistische Gruppierung, die sich als „Bruderschaft“ organisiert. Rechtsextreme Rocker werden seit längerem von den Verfassungsschutzbehörden beobachtet. Sie kopieren den Lebensstil von Motorradgangs, übernehmen deren Äußerlichkeiten wie Lederkutten mit Vereinsabzeichen oder die streng hierarchischen Strukturen. Ziel der „Neonationalsozialisten“ sei es, „den inneren Zusammenhalt zu fördern und einen vermeintlich elitären Zirkel zu formen. Öffentliche, politische Auftritte sind eher die Ausnahme“, heißt es im Verfassungsschutzbericht 2016. In Brandenburg existieren demnach sieben „Bruderschaften“, darunter die „Kameradschaft Kommando Werwolf“. Sie hat nach Angaben der Verfassungsschützer bis zu 15 Mitglieder und setzt sich aus Rechtsextremisten aus Frankfurt, Beeskow und Gardelegen zusammen.

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Das war Sachsen 2017: Zahl der Neonazi-Konzerte verdoppelt

Quelle: Kerstin Koeditz

Die Zahl extrem rechter Musikveranstaltungen im Freistaat hat sich 2017 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt – und die Zahl neonazistischer Bandprojekte und „Liedermacher“ aus Sachsen ist auf ein neues Allzeithoch geklettert. Das ergibt sich aus aktuellen Landtagsanfragen zu Strukturen (hier im Originaltext) und Aktivitäten der extremen Rechten (zuletzt für Dezember), die ich regelmäßig stelle.

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Siehe auch: Braune Musik-Events

Biblis: Herberge für die NPD

Quelle: Echo Online

BIBLIS/OSTRITZ – Ein Hotel in Sachsen, das dem Bibliser Kommunalpolitiker Hans-Peter Fischer gehört, ist Austragungsort eines Festivals von Rechtsradikalen; als Auftakt ist der 20. April vorgesehen, der in der Szene verehrte Geburtstag von Adolf Hitler. Darauf angesprochen sagt der stellvertretende Vorsitzende der Bibliser Gemeindevertretung, er sei „nicht der Veranstalter“ und habe auch kein Problem mit der geplanten Zusammenkunft.

Als Geldquelle für das Hotel „Neisseblick“ seien ihm die Organisatoren recht. „Jeder, der kommt, sich ordentlich verhält und nicht rumhetzt, ist willkommen“, sagt der Geschäftsführer des Hotels an der polnischen Grenze, das seiner Firma Simpex gehört. „Die haben sogar ihre Zimmer selbst gemacht“, sagt Fischer über Erfahrungen mit der NPD als Mieter. Nachdem im Jahr 2012 der sächsische NPD-Parteitag im Hotel Neisseblick abgehalten worden war, wurde Fischer als „Herbergsvater der NPD“ bezeichnet. Der Versuch des Mannes, der nach eigenen Angaben mit 18 Jahren für kurze Zeit der NPD beigetreten war, diese Bezeichnung auf dem Klageweg zu verbieten, schlug fehl.

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Nazis tanzen Stadt auf der Nase herum

Quelle: Antifa Hamm

In Hamm feierten vergangenen Samstag über hundert Neonazis ungestört im Vereinsheim des Schützenvereins Hamm-Süden. Hamm bleibt damit Nazi-Partyhochburg Nordrhein-Westfalens.

Ausgerechnet am offiziellen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus stieg in Hamm eine Neonazi-Feier mit über hundert Gästen. Es ist das zwölfte Neonazi-Konzert, das innerhalb der vergangenen zwei Jahre in Hamm stattfand. In keiner anderen Stadt Nordrhein-Westfalens veranstalten Neonazis so viele Konzerte. Die rechte Szene kann vor Ort problemlos Konzerte, Vorträge oder Schulungen organisieren – und die Stadt schaut tatenlos zu.

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Redebeitrag bei der Antifa-Kundgebung am 27. Januar 2018 in Hamm

Quelle: Antifaschistische Linke Münster

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Anwohnerinnen und Anwohner,

wer zu Rechtsrock recherchiert, kommt um das Netzwerk „Blood & Honour“ nicht herum. Das internationale Netzwerk von Neonazis organisiert in ganz Europa Konzerte und ist essentiell für das lukrative Geschäft mit dem Rechtsrock. Die deutsche Division von „Blood & Honour“ wurde im Jahr 2000 verboten, was die Neonazis in ihrem Treiben kaum behinderte. Alte Netzwerke und Kontakte bestehen bis heute fort. Zum Teil wichen deutsche Neonazis nach dem Verbot einfach ins benachbarte Ausland aus. So organisierten Dortmunder Neonazis Mitte der 2000er Jahre „Blood & Honour“-Konzerte in Belgien.

„Blood & Honour“ war stets mehr als ein rechtes Musiknetzwerk. Wie keine andere Organisation verbreitete „Blood & Honour“ seit Anfang der 1990er Jahre rechtsterroristische Konzepte, die in den USA entstanden waren, in der deutschen Neonazi-Szene. Immer wieder wurde zu Mord und Totschlag aufgerufen und Neonazi-Terroristen gehuldigt. Nicht zufällig entstammen fast sämtliche Helfer des NSU-Kerntrios, die das Untertauchen in Sachsen ermöglichten, aus den Kreisen von „Blood & Honour“.

„Combat 18“ – ein Szenecode für den „Kampf für Adolf Hitler“ – ist der bewaffnete Arm von „Blood & Honour“. Ein internationales Netzwerk militanter Neonazis, die sich gemäß dem Konzept des „führerlosen Widerstandes“, konspirativ in lose verbundenen Zellen organisieren. Ursprünglich der Name einer Neonazi-Gruppe aus England, die dort Mitte der 1990er Jahre die Kontrolle über die „Blood & Honour“-Division übernahmen, wurde „Combat 18“ spätestens mit Beginn der 2000er Jahre zu dem Label für all diejenigen, die Rechtsterrorismus propagieren und umsetzten.

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Erst arabisches Restaurant, jetzt Rechtsrock

Quelle: Neues Deutschland

Verfassungsschutz zählt acht Immobilien, die von der rechten Szene für Konzerte und Schulungen benutzt werden

In Frankfurt (Oder) wird seit dem vergangenen Jahr ein alter Luftschutzbunker mit 230 Quadratmetern Fläche von der Kameradschaft Kommando Werwolf als Clubhaus und für Konzerte und Feiern der rechten Szene genutzt. Darüber hinaus nutzt das Kommando Werwolf ein Waldgrundstück mit Einfamilienhaus in Finowfurt für ähnliche Zwecke. Auch die NPD und die Rechtsrockband »Frontfeuer« treten dort als Veranstalter in Erscheinung.

Das geht hervor aus den Antworten von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der Landtagsabgeordneten Andrea Johlige (LINKE). Demnach zählt der Verfassungsschutz gegenwärtig acht Immobilien im Land Brandenburg, die durch die rechte Szene genutzt werden. Hinzu kommen noch sechs Objekte mit Bezug zur rechten Szene. In den Gebäuden – und in einem Kleingarten in Rathenow – finden vor allem Rechtsrockkonzerte und Liederabende statt, außerdem Familienfeiern und andere Veranstaltungen.

In Motzen geschieht das den Angaben des Innenministers zufolge seit 2017 – und dort ausgerechnet in einem vormaligen arabischen Restaurant. In Bad Freienwalde ist dem Verfassungsschutz ein etwa 1000 Quadratmeter großes Grundstück mit Einfamilienhaus bekannt, identifiziert als »Sturmlokal« der Kameradschaft Märkisch Oder Barnim. Dazu kommt als Clubhaus der Barnimer Freundschaft ein rund 100 Quadratmeter großes Domizil auf einem alten Industriegelände in Klosterfelde. Außerdem trainiert und feiert ein Kampfsportverein, die Northsidecrew, seit 2014 in einer früheren Diskothek in Lübben. Ob und in welchem Umfang von den Objekten Straftaten ausgegangen sind, vermag das Innenministerium nicht zu sagen, da es keine diesbezügliche Statistik gibt. Minister Schröter kann aber sagen, dass die rechte Szene Immobilien sucht, »die möglichst im Besitz eines Anhängers oder zumindest Sympathisanten der rechten Szene sind, um Veranstaltungen wie zum Beispiel Konzerte, Liederabende oder Schulungen möglichst ohne behördliche Auflagen, Verbote oder zivilgesellschaftliche Störungen durchzuführen«.

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Versteckspiel mit schlechter Tarnung

Via Sachsen-Anhalt Rechtsaussen:

Identitärer Rapper Komplott nutzt Proberaum von Magdeburger Rechstrockbands

AfD-Abgeordnete gründeten mit Rechtsrockmusikern und Neonazis eine Burschenschaft
Nachdem im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass der Identitäre-Rapper Komplott nicht aus Halle kommt und sich hinter diesem Namen der Neonazi Patrick Bass aus Heidelberg verbirgt, wurde es scheinbar kurz ruhig um den von IB-Faschisten gefeierten Künstler des „identitären Rap“. Nach der Veröffentlichung verließ Bass Berichten zufolge fluchtartig seine Wohnung und löschte verschiedene Accounts in sozialen Medien. Einige Monate später war Komplott wieder bei Instagram und Facebook aktiv. Am 22. Oktober 2017 veröffentlichte der Leipziger Identitäre Alexander „Malenki“ Kleine ein Video mit dem Rapper auf seinem Youtube-Kanal. Zu Beginn, um das folgende Interview anzukündigen, steht Kleine mit seinem Hund auf einem Hinterhof und gibt an „tief irgendwo in Dunkeldeutschland“ zu sein. Im Hintergrund ist die alte Diamantbrauerei in Magdeburg zu erkennen. Wenig später sind Kleine und Bass in einem Bandproberaum zu sehen. Es handelt sich um den Proberaum der Rechtsrockbands Mortuary, Painful Life und Agharta.

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Rückzugsräume der Szene

Quelle: Endstation Rechts

Immobilien dienen der extremen Rechten seit jeher als wichtige Objekte, sei es für den Strukturausbau oder für Konzerte. Insgesamt verfügt die Szene deutschlandweit über 136 solcher Einrichtungen, auf die sie uneingeschränkt zugreifen kann. Doch offenbar werden nicht alle Immobilien gelistet.

Das Thinghaus in Grevesmühlen dient seit knapp zehn Jahren als Treffpunkt der rechtsextremen Szene
Insgesamt werden in der Kleinen Anfrage der Linken-Abgeordneten Martina Renner 136 Objektive genannt, bei denen Rechtsextreme über eine „uneingeschränkte grundsätzliche Zugriffsmöglichkeit verfügen“, sei es durch Eigentlich, Miete, Pacht oder, so heißt es in der Antwort, ein „Kenn- und Vertrauensverhältnis zum Objektverantwortlichen“. Ein weiteres Kriterium sei die ziel- und zweckgerichtete sowie wiederkehrende Nutzung. Die Erhebung der Daten nach diesen zwischen Bund und Ländern vereinheitlichten Kriterien sei in dieser Form erstmals erfolgt.

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Siehe auch: Braune Hausbesitzer

136 Immobilien unter Kontrolle von Neonazis

Quelle: Schaumburger Nachrichten

Vom Gasthaus bis zum Festivalgelände: Rechtsextreme sollen in Deutschland 136 Immobilien kontrollieren. Diese Zahl veranschlagt die Bundesregierung in einem Bericht. Politiker der Linken sprechen von rechtsfreien Räumen für Tausende Neonazis.

Berlin. Das Gasthaus „Goldener Löwe“ im thüringischen Kloster Veßra bietet ganz besondere „Geburtstagsangebote“. An einigen Tagen kosten Schnitzel und Brötchen mit Hackbuletten jeweils „nur 8,88 Euro“. Avancen dieser Art fallen bevorzugt auf den 20. April – den Geburtstag Adolf Hitlers. Der Preis fürs „Führerschnitzel“ spielt auf den ehemaligen deutschen Diktator an. Die „8“ markiert in Neonazi-Kreisen den achten Buchstaben im Alphabet. Zweimal „8“ bedeutet zweimal „H“ – das Kürzel für den Führergruß „Heil Hitler“.

Das weiße, mittelalterlich anmutende Fachwerkhaus, in dem Ex-NPD-Mitglied Tommy Frenck seine Adolf-Hitler-Gedächtnis-Burger anbietet, findet sich auf einer Liste mit 136 Immobilien, über die Neonazis und Rechtsextremisten laut Bundesinnenministerium (Stand: 31. Dezember 2017) frei verfügen und die sie für politische Zwecke nutzen können.

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„Sturmwehr“ im „Zuchthaus“

Quelle: Blick nach Rechts

Hamm – Ausgerechnet am 27. Januar – dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust – soll im „Zuchthaus“ in Hamm ein Neonazi-Konzert stattfinden.

Die Gruppe „haekelclub590 – antifaschistisches jugendbündnis hamm“ weist aktuell darauf hin und hat zugleich die Kopie einer bis dahin nur in der rechtsextremen Szene selbst verbreiteten Einladung publiziert. Schon am 26. Dezember 2017 hatte jedoch eine bekannte Rechtsextremistin aus Ostdeutschland die Ankündigung nach bnr.de-Recherchen öffentlich über den Kurznachrichtendienst Twitter weiterverbreitet. Demnach soll im „Zuchthaus“ ein „Balladenabend“ anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Räumlichkeiten in Hamm stattfinden. Auftreten sollen zwei Musiker der Rechtsrock-Band „Sturmwehr“ sowie ein oder mehrere weitere Musiker unter dem Label „Der Knappe“.

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Entsteht in Memmingen ein Treff für Neonazis?

Quelle: Bayerischer Rundfunk

Um eine privat betriebene Gartenschänke am Gelände des Kleingartenvereins Memmingen rumort es. Vor zwei Jahren wurde das Haus an ein Mitglied der Neonazi-Gruppe „Voice of Anger“ verkauft – auch die Stadt konnte das nicht verhindern.

Eigentlich wollte der Kleingartenverein selbst die Gartenschänke vor zwei Jahren kaufen, doch dafür reichte das Geld nicht. Dann griffen die Mitglieder von „Voice of Anger“ das Angebot auf. Voice of Anger gilt als Skinhead-Kameradschaft, die 2002 in Memmingen gegründet wurde. Seitdem hat sich die Gruppierung innerhalb der rechtsextremistischen Szene etabliert.

Bundesgerichtshof erklärte Verkauf an Skinheads für rechtmäßig
Der Verkauf an die Voice of Anger-Gruppe gefiel daher fast niemandem in Memmingen. Zuerst gab es einen massiven Rechtsstreit zwischen den Rechten und der Stadt. Am Ende entschied der Bundesgerichtshof, und zwar gegen die Stadt.

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