Archiv der Kategorie 'Rechtsextreme Labels und Versände'

Hammerskin-Konzert in Frankreich

Am Samstag, den 18.03.2017, versammelten sich über tausend Neonazis unter dem Motto „Defend Europe“ zu einem Rechtsrock-Konzert in einer Sporthalle in Heudicourt-sous-les-Côtes am Lac de Madine im Nordosten von Frankreich. Das Konzert organisierten die „Hammerskins“ mit Unterstützung durch das Neonazi-Netzwerk „Blood & Honour“. Deutsche und französische „Hammerskins“ schleusten hunderte Neonazis über Belgien nach Frankreich. Neben „Heiliger Krieg“ (Württemberg), „Division Germania“ (Mönchengladbach), „Blitzkrieg“ (Chemnitz) und „Squadron“ (Großbritannien) trat als Headliner die australische Band „Fortress“ auf.

Die „Blood & Honour“-Band „Fortress“ veröffentlichte ihr erstes Album 1992 bei dem deutschen Label „Rock-O-Rama Records“. Der „PC-Records“- Betreiber Yves Rahmel aus Chemnitz bewertete „Fortress“ am 16.12.2016 folgendermaßen: „Die kann man ruhig in einem Zug mit Skrewdriver nennen. Legendär und man schaut Vorraus der Dinge die da kommen!“. Auch der „Hammerskin“ Robert Kiefer schrieb begeistert: „Neue Kollektion von der Kultband Fortress aus Australien! Meiner Meinung nach einer der besten Bands überhaupt! Kann mich noch an ein Konzert 1999 bei Koblenz von ihnen erinnern! Tolle Zeit, tolle Musik!“

Aus einem Gespräch zwischen dem „Hammerskin“ und V-Mann Roland Sokol und dem Neonazi Michael „Mike“ Hansen geht hervor, dass Sokol bereits 2014 begann, den Auftritt der Band „Fortress“ zu planen. Hansen lebt seit Anfang 2013 in den USA, kommt ursprünglich aus Offenbach und war dort bei „Blood & Honour“ Hessen organisiert.

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Mildes Urteil gegen Neonazi-Plattenlabel in Memmingen

Betreiber von Oldschool Records für Verbreitung von nur 7 von 88 angeklagten Nazi-Platten verurteilt. Staatsanwaltschaft sieht Mitverantwortung von rechter Musik für rassistische Übergriffe wie in Sömmerda.

Am 15.12. fiel das Urteil gegen den Betreiber des Neonazi-Plattenlabel Oldschool Records (OSR). Benjamin Einsiedler habe sich laut Gericht der Volksverhetzung und dem Verbreiten von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen durch den Vertrieb von Neonazi-CDs schuldig gemacht. Dafür wurde er zur Zahlung von 120 Tagessätzen zu je 40, insgesamt 4800 Euro und einem Bußgeld wegen einem Verstoß gegen das Waffengesetz verurteilt. 1600 Euro seines durch die Straftaten erzielten Gewinnes werden eingezogen. Das urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Staatsanwaltschaft plädierte auf eine etwa doppelt so hohe Strafe und verwies auf die rassistischen Übergriffe in Sömmerda. Musik wie die vom Angeklagten verbreitete sei gefährlich, weil sie zu solchen Taten anstifte. Bei Anklageerhebung sah die Strafverfolgungsbehörde noch bei 88 der 2014 sichergestellten Produktionen – darunter Oldschool Records-Eigenproduktionen – einen volksverhetzenden, Gewalt- und Straftaten billigenden, das Naziregime verherrlichenden oder sonstigen bei Verbreitung strafbaren Inhalt. In manchen der Machwerke wird zum Mord an Juden, Kommunisten oder Schwulen aufgerufen. Teilweise werden verbotene Kennzeichen von Naziorganisationen dargestellt.

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[HH] Abtrimo: Über das rechte Netzwerk einer Hamburger Band

Eine kurzer Blick auf die rechte Skinheadszene Norddeutschlands – von Blood & Honour über das NSU-Umfeld bis heute
Die Band „Abtrimo“ und das folgend aufgeführte Umfeld stehen hier nur exemplarisch für eine Teilstruktur in einem über Jahre gewachsenen, internationalen Netzwerk bestehend aus vielen Bands, Gruppen und Einzelpersonen der extremen Rechten. Dennoch soll anhand der Bandvorstellung ein Teil des militanten Rechtsrock-Netzwerks Norddeutschlands skizziert werden.

Die Hamburger Band „Abtrimo“ wurde im Dezember 2010 gegründet. Die erste Demo-CD erschien 2012 mit Hilfe des Neonazis Jan Greve über dessen Label und Onlineversand „Skinhead Service“. Ein Jahr zuvor spielten sie bereits das erste Konzert. Es folgten vier weitere Veröffentlichungen und über 20 Konzerte bis heute.

Abtrimo Nienhagen Soltmann, Koschnick, Oest, H&P Mitglied, Tesch, MalinaGemeinsam mit der Hamburger Neonaziband „Likedeelers“ veröffentlichte „Abtrimo“ 2012 ein Album unter dem Titel: „Norddeutscher Untergrund… Der erste Streich!“. Die Anlehnung an die Symbolik und Namensgebung des „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU), die ihre Morde in einem Video mit der Comic Figur Paulchen Panther als „Streiche“ verharmlosten, könnte daher auch als eine Art Sympathiebekundung der Band zu der rechten Terrorgruppe NSU verstanden werden.

Weiter zeigt auch der aktuellste Sampler „4 gewinnt“ der Bands „Abtrimo“, „Ungebetene Gäste“, „Überzeugungstäter Vogtland“ sowie „Alte Schule“ die gemeinsamen, ideologischen Gewaltfantasien. Auf dem Sampler wird dies beispielhaft im Song „F.D.G.K“ der Band „Alte Schule“ deutlich, wobei der szeneintern verwendete Code für „Für Deutschland, gegen Kanaken“ steht. Die von der Band selbst zensierten Text-Stellen werden in der Aufnahme durch Schussgeräusche ersetzt. Auch in der 2014 bei „Oldschool Records“ veröffentlichten, bereits indizierten, EP „Hammonia“ propagiert „Abtrimo“ rassistische Gewaltphantasien.
Gemeinsam mit dem Potsdamer RechtsRock-Musiker Uwe „Uwocaust“ Menzel veröffentlichte die Band das Lied „Gewalt regiert uns alle“ und spielte im Mai 2016 mit ihm, „Faustrecht“ und der japanischen RAC-Band „Aggroknuckle“ ein Konzert in Staupitz in Sachsen.

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Aktive rechte Szene im Ländle

Via der „Blick nach Rechts“:

Personenpotenzial in Baden-Württemberg stagniert zahlenmäßig – die Zahl der Straf- und Gewaltdelikte ist stark angestiegen.

Die Personenzahl, die der Verfassungsschutz Baden-Württemberg dem Rechtsextremismus zurechnet, liegt unverändert bei rund 1800. Dem aktuellen Jahresbericht zufolge gelten 810 Rechtsextremisten als gewaltorientiert. Die Zahl der Demonstrationen der rechtsextremen Szene ist unter vornehmlicher Konzentration auf das Flüchtlingsthema von 12 auf 17 angewachsen, zehn davon unter maßgeblicher NPD-Beteiligung. Allerdings ist die Teilnehmerzahl bei den Zusammenkünften rückläufig und liegt meist im mittleren zweistelligen Bereich. Deutlich angestiegen um rund zwei Drittel sind die rechtsextrem motivierten Straftaten mit 1484 Vorfällen (2014: 865), die rechtsextremen Gewaltdelikte haben sich mit 73 Vorkommnissen, darunter neun Gewalttätigkeiten auf Asylbewerberunterkünfte, verdreifacht (2014: 23).

Mit unverändert 410 Mitgliedern ist die NPD aktiv, darunter 70 Angehörige ihrer Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN). Der Landesverband spielt im NPD-Ranking eine untergeordnete Rolle, denn kein Parteigänger aus Baden-Württemberg ist stimmberechtigtes Mitglied im Bundesvorstand. Durch intransparentes Verhalten, wechselnde Bezeichnungen und namentliche Dopplungen bleibt die von der NPD ausgewiesene Zahl von 20 Kreisverbänden nicht verifizierbar, dazu existieren noch einige wenige Ortsverbände. Der JN-Stützpunkt Heilbronn ging mit einer „Berufsverbote stoppen“-Kampagne an die Öffentlichkeit. Thematisiert wurde dabei, dass vier Aktivisten mit rechter Gesinnung ihren Arbeits- beziehungsweise Ausbildungsplatz verloren hätten.

Die Neonazi-Partei „Die Rechte „unter dem Landesvorsitz von Manuel Mültin zählt unverändert 80 Zugehörige. Sie verfügt über zwei Kreisverbände und regionale Schwerpunkte im Raum Karlsruhe, Pforzheim sowie im Enz-Kreis. Die Partei „Der III. Weg“ hat mittlerweile über 30 Mitglieder und damit 20 neue Anhänger. Die Parteiangaben sind stets mit Vorsicht zu behandeln. Als Beispiel gilt die angeblich auf Oktober 2015 datierte Gründung des Stützpunktes Württemberg, dessen Internetseite allerdings bereits viel früher mit Texten bestückt wurde.

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Organisationsübergreifende Szene

Via der „Blick nach Rechts“:

30.06.2016 – Deutlich mehr rechtsextreme Straf- und Gewalttaten in Niedersachsen – das Personenpotenzial setzt sich größtenteils aus Neonazis und subkulturellem Spektrum zusammen, die NPD dümpelt vor sich hin.

Die Zahl der Personen, die dem rechten Spektrum in Niedersachsen zuzuordnen sind, ist rückläufig. Der Verfassungsschutz spricht in seinem Jahresbericht von 1455 nach noch 1560 im vorhergehenden Berichtszeitraum. Das deutliche Anwachsen von Straftaten, die politisch rechts motiviert sind, ist ein Aspekt, der dennoch Anlass zur Sorge gibt. Registriert wurden 1659 Fälle, 1140 waren es ein Jahr zuvor. Den Hauptteil machen 963 Propagandadelikte aus. Alarmierend ist der Anstieg von 53 auf 89 Gewaltdelikte, darunter ein Vorgang der versuchten Tötung. Die intensive Hetze gegen Islam, Flüchtlinge und Fremde generell führte zu 90 Übergriffen im Zusammenhang mit Asylunterkünften, darunter der bundesweit Schlagzeilen machende Brandanschlag auf eine Flüchtlinge beherbergende Immobilie in Salzhemmendorf (Landkreis Hameln-Pyrmont) im vergangenen August. Die drei mutmaßlichen Täter wurden in erster Instanz – die Entscheidung ist aber nicht rechtskräftig.

Laut Verfassungsschutz gibt es immer weniger den klassisch aktiven Rechtsextremisten, der sich einer Partei oder Gruppierung zuordnen lasse. Zu beobachten sei vielmehr, dass sich Mischszenen entwickelt haben, bei denen Angehörige organisations- und parteiübergreifend in mehreren Zusammenhängen agierten. Eine überalterte NPD unter ihrem Landesvorsitzenden Ulrich Eigenfeld hat weiter Mitglieder verloren, bringt es landesweit auf 370 Angehörige. Sie verfügt über elf Unterbezirke und einen Kreisverband. Von diesen Gliederungen scheinen viele aber inaktiv zu sein. 15 Aktivisten werden der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten zugeordnet. Auf dem Papier sind sie Konkurrenz, bei Aktivitäten agieren sie häufig gemeinschaftlich: Der Landesverband „Die Rechte“. Die Neonazi-Partei unter dem Landeschef Holger Niemann bringt es auf 50 Mitglieder, aufgeteilt auf fünf Kreisverbände und sporadisch erwähnte Stützpunkte. Für besondere Anlässe wird zu Aktionen, Kundgebungen und Demonstrationen auch die Ländergrenze nach Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt überschritten.

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Neonazi-Konzert „In Bewegung“: Hass, Hetze und eine Kinderhüpfburg

„MDR Thüringen“ berichtet:

Neonazi-Konzert „In Bewegung“Hass, Hetze und eine Kinderhüpfburg
Die NPD rief, und Hunderte Neonazis kamen zum Rechtsrock-Konzert „In Bewegung“ in Sondershausen. Was die Organisatoren als Familienfest verkaufen, ist ein Hass-Konzert, das Geld in die Kassen der extremen Rechten spülen soll.

Man trifft sich diesmal im Industriegebiet. Rund 300 Rechtsextreme haben sich am Sonnabend auf dem umzäunten Platz im Norden von Sondershausen eingefunden. Sie sitzen auf Bierbänken in der Sonne. Auf der Bühne verbreiten Redner und Rechtsrockbands im Wechsel Hass und Hetze. Auf der anderen Seite des Platzes ist eine kleine Kinderhüpfburg aufgebaut. Aus mehreren Bundesländern sind heute Neonazis angereist. Es ist die schon die vierte größere Neonazi-Open-Air-Veranstaltung in Thüringen in diesem Jahr.
Draußen kontrolliert die Polizei Neonazis auf verbotene Symbole. Waffen und Alkohol sind auf dem Platz verboten. Wer sich NS-verherrlichende Tattoos abklebt, darf passieren. Eine Gruppe junger Neonazis aus Sachsen-Anhalt verlässt die Polizeikontrollen. Kurz vor dem Einlass beschimpfen sie Journalisten, die das Geschehen fotografieren. Die Kontrollen wirken grotesk: Draußen müssen Besucher ihre T-Shirts mit dem Schriftzug „HKNKRZ“ für „Hakenkreuz“ abkleben. Drinnen werden diese T-Shirts verkauft, und Besucher laufen mit den frisch erworbenen Oberteilen herum.

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Deutsche Skin-Band bei „Streetkids-Party“

Via der „Blick nach Rechts“:

Trommelfoier“, ein Trio aus Bremen und Osnabrück, tritt am Samstag bei ihrem ersten Auslandsauftritt im tschechischen Brno auf.

Bands aus verschiedenen Ländern bei der „Streetkids-Party“ am Samstag in Brno (Screenshot)
Die rechtsgerichtete Skinhead-Band reiht sich dort mit anderen Festivalteilnehmern bei der 15. Auflage der „Streetkids-Party“ ein. Neben einheimischen Bands sind am 18. Juni auch die Combo „The Trolls“ aus Polen sowie Solomusiker Frank Marshall, Sänger von „Franky Flame“ aus Großbritannien, angekündigt. Marshall fiel bereits wiederholt mit fremdenfeindlichen Äußerungen auf.

„Trommelfoier“ bezeichnet sich selbst als unpolitisch aber patriotisch. Ein erster Mini-Tonträger wurde über „Aggressive Zone Records“ veröffentlicht, dem Label von Thüringens NPD-Landesvorstandsmitglied Patrick Weber aus Sondershausen. In einem Interview mit dem „Nachtwächter Fanzine“ auf Politik angesprochen, spricht der Bassist der norddeutschen Band von der „internationalen Hochfinanz“, die von Rechtsextremisten verwendete gebräuchliche antisemitische Beschreibung, wenn diese gegen die angeblich die Welt mit ihrem Geld regierenden Juden wettern. (hf)

Quelle

Das Spektrum der neonazistischen Bruderschaften

Das „Antifa Infoblatt“ schreibt:

Derzeit aktive neonazistische Bruderschaften tragen Namen wie „Brigade 8“, „Blood Brother Nation“, „Midgards Wächter“, „Sons of Asgard“, „Wodan Bruderschaft“, „Bru­derschaft H8“, „Road Crew“ oder „Sturm­gruppe 44“. Manche bestehen aus einem halben Dutzend Personen, andere haben Hunderte Mitglieder und Supporter. Manche werden so schnell von der Bildfläche verschwinden, wie sie erschienen sind, andere gibt es seit über 20 Jahren. Nachfolgend betrachten wir unterschiedliche Facetten des Modells Bruderschaft und stellen Gruppen vor, die dafür exemplarisch stehen.

Die bedeutendste Gruppe in diesem Spektrum sind zweifellos die Hammerskins, die sich als Skinhead-Bruderschaft und Elite der gesamten Neonaziszene verstehen. Das AIB hat in den vergangenen Ausgaben wiederholt ausführlich über Hammerskins berichtet.1

Rechtsrock und Terror seit über 20 Jahren — Die Vandalen

Die älteste rockerähnliche Neonazi-Bruderschaft, die Wert darauf legt, kein MC zu sein, sind die Berliner „Vandalen — Ariogermanische Kampfgemeinschaft“.
Gegründet 1982 in Ostberlin treten sie seit jeher in Kutten auf. Der Kreis aktiver Mitglieder dürfte derzeit nicht mehr als 20 Personen betragen und dennoch sind die Vandalen im neonazistischen Spektrum hochgeachtet und enorm einflussreich. Seit über 20 Jahren betreiben sie das Geschäft mit neonazistischer Musik und die Vermarktung von Bands wie „Landser“, „Tätervolk“, oder „Die Lunikoff Verschwörung“ — Bands, in denen jeweils mindestens ein Vandale mitwirkt.

„Landser“ existierte von 1992 bis 2001 als Untergrund- und Kultband der Szene und gab sich das Image der „Terroristen mit E-Gitarre“. Bandleader war der Vandalen-Gründer Michael „Lunikoff“ Regener, der heute mit der Band „Die Lunikoff Verschwörung“ auftritt. Zusammen mit „Blood & Honour“-Aktiven bildeten die Vandalen bis in die 2000er Jahre eine klandestine und kriminelle Struktur zur Herstellung und Verbreitung illegaler Neonazimusik, die im Rechtsrock-Business einmalig gewesen sein dürfte: Aufnahmen der CDs in Tonstudios in Kanada oder Skandinavien, Verschiffung tausender CDs beispielsweise nach Holland, deren Schmuggel nach Deutschland und die flächendeckende Verbreitung über regionale Gewährsleute. 2001 wurde das System von der Polizei ausgehoben, 2003 wurden die Bandmitglieder von Landser verurteilt, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben.

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Rechtsoffene Skinhead-Musikszene

Via der „Blick nach Rechts“:

03.06.2016 – Berlin – Am 18. Juni steht ein größeres Konzert mit rechtslastigen beziehungsweise rechtsgerichteten Skinhead-Bands in Berlin an, das bereits seit Mitte Januar beworben wird.

Als Zugpferd soll an dem Samstag die britische Combo „Condemned 84“ dienen. Ferner angekündigt werden „Schusterjungs“ (Weißenfels), „Bullenschubser“, „Voice of Hate“ (beide Berlin) sowie „Anticlockwise“ (Magdeburg). Gern gerieren sich Skins dieser Ausrichtung als unpolitisch, stellen lediglich ihre Aufmüpfigkeit und ihren Saufspaß in den Vordergrund.

Die besagten Bands zeigen sich allerdings als rechtsoffen, grenzen sich gegenüber eindeutigen Rechtsrock-Bands nicht ab, teilen die Bühne mit diesen, weshalb man sie der so genannten „Grauzone“ zuordnet. In der eigenen kleinen Szene gibt es Magazine und Internetportale wie etwa das bei Facebook einlesbare „Love of Oi–Skinheadzine“ aus Hessen. Dort wird beispielsweise gepostet: „Rechts ist immer richtig…, denn rechts ist das Gaspedal“.

Bezeichnend ist auch, dass der genaue Ort des anstehenden Konzerts, das offenbar unter freiem Himmel stattfinden soll und bereits für die Nachmittagsstunden angesetzt ist, nicht publik gemacht wird. Seit einigen Wochen heißt es, die Veranstaltung sei ausverkauft. Dies erfährt man beispielsweise auch beim Adler-Versand aus Diekholzen (Landkreis Hildesheim), der sich mit seinem Onlinevertrieb genau auf dies besondere Skin-Publikum spezialisiert hat.

„Condemned 84“ aus Ipswich existieren seit 1980. Die Briten positionieren sich rassistisch und gegen die Punkbewegung. Sie suchen die Nähe zu RAC-Bands („Rock Against Communism“) und tauchen im Umfeld von „Hammerskins“ auf. Für den 23. Juli kündigen sie erstmals einen Auftritt in der Schweiz an. (hf)

Quelle

„Sommer, Sonne, NPD“

Der „Störungsmelder“ berichtet:

Erneut veranstaltete der Neonazi Matthias Polt einen Redner- und Liederabend für seinen NPD-Berzirksverband Oberbayern in seinem Szeneladen “Versand der Bewegung” in Murnau. Für Gäste sorgen sollten die Reden von Sascha Roßmüller und Baldur Landogart, der seit kurzen Beisitzer im Bundesvorstand der NPD ist. Als Musiker wurde “Lunikoff” angekündigt. Das Motto: “Sommer, Sonne, NPD”.

Zur Veranstaltung am 18.5. reisten laut Polizei zwischen 50 und 60 Rechtsextreme an. Die Veranstalter sprechen von »genau 72« Besuchern und bezeichnen den Tag als eine “tolle und erfolgreiche Veranstaltung”, obwohl sie ausnahmsweise nicht am Wochenende stattfand. Damit wäre der Trend zu wieder mehr Besuchern ungebrochen. Vermeldete die Polizei zur “Weisse Weihnacht” 2014 nur 15 NPD-Anhänger, waren es im Folgejahr bereits 30 bis 40.

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Rechtsrock an verschiedenen Orten

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

17.05.2016 – Gleich mehrere braune Musik-Events sollen am 28. Mai stattfinden. Beim so genannten „Eichsfeldtag“ steht der Ort Leinefelde fest, doch die Thüringer NPD um den Mitorganisator Thorsten Heise hat für ihr Treffen reichlich Konkurrenz.

Im Wechsel mit politischen Reden (unter anderem Thorsten Heise als stellvertretender NPD-Landesvorsitzender selbst) sollen am 28. Mai Bands oder Solo-Interpreten beim „Eichsfeldtag“ die Bühne auf dem Sportplatzgelände in Leinefelde betreten. Angekündigt wird „Oidoxie“ aus Dortmund mit neuer CD im Gepäck, um die es in der jüngeren Vergangenheit ruhig geworden war. „Tätervolk“ aus Mecklenburg-Vorpommern wird neben „Söhne Potsdams“ beworben. Das nach Brandenburgs Metropole benannte Musikprojekt war in den vergangenen Jahren in der rechten Szene als eine Samplerreihe bekannt, von der vier verschiedene Tonträger erstellt wurden. Als Solist ist der NPD-Hausbarde Frank Rennicke aus dem mittelfränkischen Leutershausen ebenso dabei wie Jens Brucherseifer als Kopf der Band „Sturmwehr“ aus Gelsenkirchen.

Seit mehreren Monaten wird der Auftritt von drei Bands unter dem markigen Titel „Die Nordmark rockt!“ propagiert. Allen voran steht dabei die neue Band „Randgruppe Deutsch“ aus Schleswig-Holstein. Sie hat just ihre Debüt-CD herausgebracht. Hinter dem neuen Projekt stehen bekannte Namen der rechten Musik-Szene wie etwa der frühere „Kraftschlag“-Schlagzeuger Holger Ingwersen und der bei den „Hammerskins“ aktive Andreas Lohei, früher Sänger und Bassist bei „Endlöser“ (Bremen). Die Norddeutschen haben bereits Ende Januar mit dem Vorverkauf begonnen. Wo genau sie mit der Band „Ungebetene Gäste“ aus Mecklenburg-Vorpommern am 28. Mai auftreten wollen, haben sie noch nicht bekannt gemacht. Auf alle Fälle soll noch eine dritte Überraschungsband mit hinzustoßen.

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CasaPound Italia – der faschistische Hybrid

Via „Indymedia Linksunten“:

Zu CasaPound Itallia erschien am 09.05.2016 auf dem www.sicherheitspolitik-blog.de ein englischsprachiger Artikel zu CasaPound Italia: CasaPound Italia: the fascist hybrid. Hier ist er mit leichten Veränderungen auf Deutsch nachzulesen.

CasaPound Italia – der faschistische Hybrid

Veränderte politische und ökonomische Situationen bringen neue Typen politischer Akteure hervor – auch bei der extremen Rechten. Ob ihre Strukturen und Organisationsformen Bestand haben, sie sich ausbauen und ihre Modelle sich nachhaltig bewähren können, hängt von vielen Faktoren ab. Ein Modell, das sich derzeit anschickt bei vielen Rechten in Europa eine Vorzeigefunktion zu erhalten, ist die faschistische Bewegung/Partei CasaPound Italia. Doch warum ist gerade dieses Organisationsmodell in der extremen Rechten Italiens und Europas so erfolgreich?

Mein Beitrag soll die Hybridität CasaPounds und die damit verbundene Kraft zur Erneuerung des Faschismus beleuchten. Um mein Argument auszuführen, werde ich zunächst die Evolution CasaPounds von einer Bewegung zu Partei beschreiben. Daraufhin werde ich Strategien und Praktiken unter dem Aspekt der Hybridisierung erläutern. Um abschließend die europäische Dimension der (nach Eigenaussage) “Faschisten des dritten Milleniums” zu skizzieren.

Fascism for the third millennium? The evolution of CasaPound

Im Dezember 2003 entstand in Rom die (neo)faschistische Bewegung CasaPound. Mitglieder verschiedener national-revolutionärer Gruppierungen, der römischen Rechtsrock-Szene und der Movimento Soziale Italiano – Fiamma Tricolore (MSI-FT) besetzten unter dem Vorzeichen angeblich anti-kapitalistischer Kritik ein sechsstöckiges Mietshaus im Stadtteil Esquilino, in der unmittelbaren Nähe des Hauptbahnhofs Stazione Termini. Die Besetzung nannten sie „Casa Pound“ – nach dem antisemitischen, us-amerikanischen Literaten Ezra Pound. Bis 2008 war CasaPound eng angebunden an die faschistische Traditionspartei Fiamma Tricolore, bis sie sich nach einem internen Streit 2008 von der Partei trennte und als Sozialverband auftrat. 2012 ließ sich CasaPound als Wahlpartei registrieren und nannte sich CasaPound Italia. Seitdem agiert sie nicht nur als Bewegung auf den sozialen, politischen und kulturellen Ebenen, sondern auch als Partei im institutionellen Rahmen. 2013 trat sie das erste Mal bei den römischen Kommunalwahlen an – und 2015 landesweit. Sie brachte es in einigen Kommunen, aber auch unter dem Logo des „Sovranita“ Bündnisses mit der Lega Nord, zu einigen Sitzen in den kommunalen Parlamenten. Im Jahr 2010 gab CasaPound die Zahl ihrer Mitglieder mit 2.200 an. Heute spricht sie von fast 5.000 Mitgliedern.

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Siehe auch: Bolzano: CasaPound verdreifacht seine Mandate bei der Kommunalwahl

„Lunikoff“ zu Gast bei der NPD

Via der „Blick nach Rechts“:

14.04.2016 – Murnau – Kurz nach Pfingsten am 18. Mai wiederholt die NPD eine Parteiveranstaltung, die es in der Form bereits am 6. Juli des vergangenen Jahres gegeben hat.

Unter dem Motto „Sommer, Sonne, NPD“ wird in den seit 2003 aktiven rechten Szeneladen „Versand der Bewegung“ in Murnau (Landkreis Garmisch Partenkirchen) eingeladen, für den Sarah Janker offiziell als gewerbetreibende Inhaberin geführt wird. Zum einen bewirbt man den bayerischen NPD-Funktionär Sascha Roßmüller als Redner, zum anderen Baldur Landogart, stellvertretender Bezirksvorsitzender der NPD Oberbayern und seit Ende November 2015 auch Beisitzer im Bundesvorstand der Nationaldemokraten.

Als besonderes „Zugpferd“ soll allerdings hauptsächlich wohl Rechtsrock-Musiker Michael Regener alias „Lunikoff“ dienen. Bereits im Juli 2015 schaute er dort als Gast in dem 12 000-Einwohner-Ort am Staffelsee vorbei, mit ihm der Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke. Allzu gute Erinnerungen dürfte der frühere Sänger der Band „Landser“ nicht an den Termin haben, handelte der 50-jährige Regener sich doch bei einer Polizeikontrolle eine Strafanzeige wegen illegalen Waffenbesitzes ein, weil bei ihm ein als Taschenlampe getarnter Elektroschocker gefunden wurde. Mit 40 Besuchern blieb die Veranstaltung überschaubar. (hf)

Quelle

Kein MMA-Turnier mit Nazis in Berlin-Weißensee!

Wir dokumentieren:

Am 23. April 2016 findet im Tenniscenter Weißensee (Roelckestraße 105, 13088 Berlin) das dritte Turnier der Kampfsport-Reihe »Sprawl and Brawl« statt. Auch dieses Mal treten wieder MMA-Kämpfer der Neumünsteraner Kampfschule »Athletik Klub Ultra« (AKU) an (Wrangelstraße 34, 24539 Neumünster) (01). Betreiber und erster Vorsitzender des AKU ist Tim Bartling (01.07.1970) (02), ein Urgestein der Schleswig-Holsteiner Naziszene. Bartling war Mitbegründer, Sprecher und treibende Kraft des Nazitreffs »Club 88« in Neumünster. Bartling und der Kieler Neonazi Peter Borchert (03) gehen seit den 90er Jahren gemeinsame Wege: Von den Anfängen rechter Straßengangs in Norddeutschland, über die Gründung von Kameradschaften hin zum Rockermilieu und zur organisierten Kriminalität. Dass im AKU nicht zwangsläufig die Mitglieder und Kämpfer*innen das Problem sind, sondern vor allem dessen Leitung, ist selbst in MMA-Kreisen kein Geheimwissen.

Bereits die Teilnahme des AKU am letzten »Sprawl and Brawl« am 31. Oktober 2015 in Berlin (04) hätte für Empörung sorgen können. Hat sie aber nicht! Wahrscheinlich, weil sowohl der Veranstalter (M. Garmendia), als auch der Tenniscenter-Betreiber die an sie herangetragene Kritik einfach abwiegelten. Die Ausrichtung eines Gewinnbringenden MMA-Events steht bei beiden im Vordergrund. Neben kleineren Sponsoren wird »Sprawl and Brawl« auch von »Phantom Athletics« unterstützt – einer der populärsten Bekleidungsausstatter im MMA-Bereich. Die Ladenkette »Asia Sport« genießt unter Kampfsportler*innen in Berlin einen ähnlichen Bekanntheitsgrad. Sie gehört genau wie das größte deutsche MMA-Forum »Ground and pound« zu den Sponsoren der ersten Stunde. Der Kartenverkauf im Reallife läuft über die Modemarke »Yakuza« und deren Berliner Stores.

Tim Bartlings Kameraden aus »alter Zeit« verkehren heute immer noch in seiner Kampfschule. Ein erkennbarer Bruch mit der rechten Szene und ihrer Ideologie ist für uns nicht erkennbar. Es ist von daher vollkommen inakzeptabel, einem Nazi-geleiteten Gym wie dem AKU beim »Sprawl and Brawl« die Möglichkeit zu bieten, anzutreten.

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Sven Liebich – Chronik eines Nichtausstieges

Sven Liebich gibt lediglich vor, aus der rechten Szene ausgestiegen zu sein. Er nutzt stets denselben MZ-Artikel als Referenz, dass er 2003 ausgestiegen sei. Tatsächlich lassen sich viele Tätigkeiten von vor 2003 auch noch danach unter Mitwirkung von Liebich beobachten. So hielt er am Strikeback-Mailorder fest und gab ein Interview, in dem er seine Kunden als „Kameraden“ bezeichnet. Er fabriziert Shirts mit gewaltverherrlichenden und rechtspopulistischen Inhalten. Ferner werden seine Kampagnen und Produkte von Rechtspopulisten empfohlen bzw. solche lassen ihre Shirts von Liebich herstellen. Seine Kontakte in die rechte Szene sind so intensiv, dass er problemlos auf Rechtsrock-Konzerten auftauchen kann. Liebich interagiert heute auf den „Montagsmahnwachen“ gemeinsam mit organisierten Neonazis und betreibt zugleich eine facebook-Seite, auf der er mit seinen Gerüchten die Kommentator_innen zu Hetze motiviert und politische Gegner denunziert. Die Strategien sind dieselben wie bereits vor über zwölf Jahren – ebenso wie die Inhalte. Der vielfach postulierte Ausstieg fand nicht statt.

Im folgenden Artikel soll anhand einer chronologischen Auflistung dargelegt werden, inwiefern die Behauptung des ehemaligen Blood&Honour-Kaders Sven Liebich, er wäre aus der neonazistischen Szene ausgestiegen, jeglicher Glaubwürdigkeit entbehrt.

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„Barny“ und „Rommel“ bei den „Hammerskins“

Der „Blick nach Rechts“ berichtet:

23.03.2016 – Schweden (Stockholm) – Am 2. April wird es im Raum Stockholm eine Zusammenkunft mehrerer rechter Liedermacher geben, die zum Teil auch in Rechtsrock-Bands aktiv sind.

Beworben wird die Veranstaltung am ersten Samstag im April mit den Symbolen der „Hammerskin“-Bewegung. Einmal mehr mit einem Auftritt bei den Skandinaviern ist „Barny“ vertreten. (bnr.de berichtete) Unter diesem Künstlernamen ist der in Jena geborene Mirko Szydlowski szenebekannt. 2010 hat der Gitarrist, der in seinen musikalischen Anfängen auch Mitglied der Band „Blutstahl“ war, ein erstes Album beim sächsischen Rechtsrock-Label Opos vorgelegt.

Mit angekündigt für den 2. April wird aktuell auch Viktor Sjölund. Zusammen mit „Barny“ tritt er auch unter dem Namen „Ferox“ auf. Beide kennen sich auch vom gemeinsamen Projekt „Men Against Time“, das 2013 eine CD bei PC Records (Chemnitz) veröffentlicht hat. Beworben werden zudem Andreas Vrede (Sänger der Band „Torsvrede“), die Liedermacherin „Varghona“, die im vergangenen Herbst mit dem rechtsgerichteten Duo „Zeitnah“ um Dominique Brandau aus Gotha einen Auftritt in Thüringen hatte, sowie ein Musiker namens „Rommel“. Letzterer wird mit einer Panzer-Abbildung illustriert.

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Deutsch-griechisches Hass-Spektakel

Via der „Blick nach Rechts“:

22.03.2016 – Griechenland (Athen) – Für den 16. April ist ein Rechtsrock-Konzert in Griechenland mit deutscher Beteiligung geplant.

Anlass ist das zweijährige Bestehen des neonazistischen Kampfklubs „Pro Patria“. Dieser gehört zu einem Netzwerk anderer europäischer Kampfsportvereinigungen und Modelabels wie etwa „White Rex“ (Russland) und „Pride“ (Frankreich). Zusammen mit Gleichgesinnten in Polen und Italien trifft man sich regelmäßig zu Turnieren und Wettkämpfen, aber auch zu Survival- und Trainingscamps. Gekoppelt wird das dann häufig mit einem Konzert-Event. Verbindungen bestehen offenbar auch in die rechte Freefight-Szene nach Deutschland, immerhin wurde das im vergangenen Oktober von Dortmunder Neonazis organisierte „Kampf der Nibelungen“-Meeting durch „Pro Patria“ beworben.

Eingeladen zum zweiten Geburtstag am 16. April sind die 2005 in Brandenburg gegründete und inzwischen in Dresden ansässige Band „Hope For The Weak“ sowie die seit 2001 aktive Combo „Brainwash“ aus Altenburg. Außerdem sollen „Battle Dogs“ aus der griechischen Region Thessalien als heimischer musikalischer Beitrag mitmischen. Das Trio mit Kontakten zur internationalen „Blood&Honour“-Bewegung hat auch beim sächsischen Rechtsrock-Label „Opos Records“ einen Tonträger veröffentlicht. (hf)

Quelle: http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/deutsch-griechisches-hass-spektakel

Brauner „Rock für Identität“

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Neonazi-Spektakel mit Rechtsrock und Propaganda-Rednern aus der Szene stattfinden.

Was bereits im August 2014 im südthüringischen Hildburghausen über die Bühne ging, soll sich nun am 7. Mai wiederholen: Ein großes Rechtsrock-Spektakel mit diversen Bands gepaart mit Propagandareden führender Kräfte der rechten Szene. Als Titel der Veranstaltung haben die mutmaßlich federführenden Drahtzieher Patrick Schröder und Tommy Frenck sich für das Motto „Rock für Identität“ entschieden. Das Event wird seit Jahresbeginn intensiv beworben, ob von russischen Neonazis oder seitens der „Blood&Honour“-Bewegung. Der genaue Ort wird nicht genannt, sondern lediglich mit Südthüringen umschrieben, also das Bundesland, wo es bundesweit die derzeit wohl umtriebigsten Rechtsrock-Aktivitäten zu verzeichnen gibt. Bei der Veranstaltung im August 2014 musste ein Sportplatz mit aufgebautem Großzelt in Hildburghausen herhalten. Die Besucherzahl war mit rund 300 dabei noch einigermaßen überschaubar.

Die beiden „Macher“ Schröder, der den Internetsender „FSN TV“ betreibt und geschäftstüchtig vom Versandhandel des Labels „Ansgar Aryan“ lebt, sowie Frenck, der als Gastwirt in der winzigen Gemeinde Kloster Veßtra agiert und ebenfalls einen Online-Vertrieb mit dem Namen „Druck 18“ zum Gelderwerb nutzt, suchen als Selbstdarsteller regelmäßig die Öffentlichkeit. Sie rücken sich dabei gerne in den Mittelpunkt. Schröder ist NPD-Funktionär in der Oberpfalz, verfügt über Kontakte ins thüringische Oberhof. Frenck hat die früher noch offen zur Schau gestellte Verbindung zu den Nationaldemokraten abgelegt und fungiert inzwischen als Kommunalpolitiker von „Bündnis Zukunft Hildburghausen“, einer NPD-Tarnliste. Für den 7. Mai stehen beide ganz oben auf der Rednerliste.

Weiter: http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/brauner-rock-f-r-identit-t

International verflochtenes braunes Netzwerk

Der „Blick nach Rechts“ schreibt:

Die militante „Misanthropic Division“ ist über die Ukraine hinaus aktiv – am 26. März soll ein Rechtsrock-Konzert mit Bands aus verschiedenen Ländern in Kiew stattfinden.

Ebenso wie es „Blood&Honour“(B&H) oder die „Hammerskins“ geschafft haben, sich innerhalb der rechten Szene ein internationales Netzwerk aufzubauen, ist dies auch der Ende Oktober 2013 in Kiew gegründeten Gruppierung „Misanthropic Division“ (MD) gelungen. Mit deutscher Beteiligung soll am 26. März in der ukrainischen Hauptstadt mit fast fünfmonatiger Verspätung das zweijährige MD-Bestehen gefeiert werden.

Die ukrainische Organisation ist militant, gewaltbereit und willens, für ihre offen faschistischen Ziele auch Waffen einzusetzen. Nicht von ungefähr finden sich im ukrainischen Freiwilligen-Bataillon Azow, das sich in der Ost- und Südostukraine im Krieg gegen von Russland unterstützte Separatistentruppen befindet, sehr viele Neonazis mit MD-Anbindung. In der selbst ernannten Kampfeinheit der weißen Rasse trifft man sie zum Teil bis an die Zähne bewaffnet. Sie betrachten Russland historisch und aktuell als einen Erzfeind, reden aber davon, als ganz großes Ziel Europa befreien zu wollen. Die Azow-Kämpfer und MD-Aktivisten schmücken sich mit Emblemen des Nationalsozialismus. Die MD-Bewegung steht an der Seite der „Sozial Nationalen Versammlung“ (SNA), einer Untergruppe des „Rechten Sektors“.

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blick.zurück – Rechter Terror in Potsdam oder „nur“ eine Nationale Bewegung?

Via „Inforiot“ – Sehr lesenswerter Artikel vom „Antifaschistisches Pressearchiv Potsdam“:

Min­des­tens vier­zehn Anschläge und Pro­pa­gan­da­ak­tio­nen inner­halb eines Jah­res. Bekenner_innenschreiben mit, auf den Natio­nal­so­zia­lis­mus bezo­ge­nen, her­ge­lei­te­ten his­to­ri­schen Datie­run­gen. Men­schen­ver­ach­tende Dro­hun­gen und Anschläge gegen­über der Jüdi­schen Gemeinde, der Kam­pa­gne gegen Wehr­pflicht, Haus­pro­jek­ten, Imbis­sen und kul­tu­rel­len Anti-Neonazi-Veranstaltungen – und keine der Täter_innen wur­den bis­her ermit­telt.

Wie kann das sein?

Nach der Beob­ach­tung der Ermitt­lun­gen im Kom­plex des Natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Unter­grund – NSU – muss die Frage gestellt wer­den, ob nicht auch an die­ser Stelle, in der Auf­ar­bei­tung und Ermitt­lung gegen die Natio­nale Bewe­gung, Infor­ma­tio­nen durch staat­li­che Behör­den zurück­ge­hal­ten und ver­tuscht wur­den.

Spä­tes­tens heute, fünf­zehn Jahre nach dem letz­ten bekann­ten Anschlä­gen der Natio­nale Bewe­gung am 30. Januar 2001, ist es an der Zeit, eine Auf­ar­bei­tung der Ereig­nisse um die selbst ernannte neonazistisch-militante Grup­pie­rung Natio­nale Bewe­gung zu for­cie­ren. Einen Anfang wol­len wir mit die­sem Text machen. Weil die Infor­ma­ti­ons­lage über die Natio­nale Bewe­gung und das sie umge­bende neo­na­zis­ti­sche Umfeld unein­deu­tig und teils wider­sprüch­lich ist, kön­nen wir keine Gewähr für die hier dar­ge­stell­ten Infor­ma­tio­nen über­neh­men. Der Arti­kel fußt auf Recher­chen in den Archi­ven des Anti­fa­schis­ti­schen Pres­se­ar­chiv Pots­dam (APAP) und des Anti­fa­schis­ti­schen Pres­se­ar­chiv und Bil­dungs­zen­trum Ber­lin (APABIZ).

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