Archiv der Kategorie 'Rechtsrock'

Neonazi-Eventkultur in Thüringen

Quelle: Blick nach Rechts

07.02.2018 – Im Freistaat findet statistisch gesehen rund einmal pro Woche eine Rechtsrock-Veranstaltung statt. Ein zweitägiges braunes Meeting mit Rednern und Bands ist für den 8. und 9. Juni wieder im südthüringischen Themar angemeldet.

In Thüringen werden immer mehr Rechtsrock-Konzerte organisiert; Photo (Archiv): K.B.
Kurz nach seiner Amtsübernahme kündigte Thüringens Innenminister Georg Maier im September 2017 ein gezieltes Vorgehen gegen die Rechtsrock-Szene im Freistaat an und erklärte, in Thüringen sei ein „Ökosystem mit Strukturen für Neonazi-Konzerte gewachsen“. Im Vordergrund standen vor allem die Open Air-Konzerte auf einer Wiese bei Themar in Südthüringen mit insgesamt mehr als 7000 Teilnehmern.

Die Anzahl der rechtsextremen großen Konzertveranstaltungen ist im Vorjahresvergleich zwar gleich geblieben. Während allerdings bei der Teilnehmerzahl schon 2016 hohe Zuwächse verzeichnet wurden, hätten sie sich im vergangenen Jahr noch einmal verdoppelt, sagt Stefan Heerdegen von Mobit. Er spricht von „stetig wachsenden Konzertzahlen“ und einer „starken Normalisierungstendenz bei der neonazistischen Konzert- und Eventkultur in Thüringen“.

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Neonazi-Konzerte in Thüringen: „Und wer räumt den geistigen Müll weg?“

Quelle: Spiegel

Thüringen ist Hochburg der Neonazi-Konzerte. Im Zentrum: das Städtchen Themar. Tausende Rechtsrock-Fans feierten hier letzten Sommer, weitere Konzerte sind geplant – und spalten den Ort.

Im Gasthaus „Goldener Löwe“ ist die rechtsextreme Welt in Ordnung. Ein Nussknacker auf dem Regal hebt im 45-Grad-Winkel den Arm zum Gruß, auf einem Kissen ist ein Landser mit Gewehr im Anschlag zu sehen, und Rentner Hans bestellt einen Kaffee – „aber in der braunen Tasse“. Er lacht.

Vielen Menschen in der südthüringischen Kleinstadt Themar ist das Lachen schon länger vergangen. Und das liegt am Betreiber des Restaurants, das sich ganz in der Nähe befindet: Tommy Frenck.

Im Sommer 2017 organisierte der 30-Jährige das Konzert „Rock gegen Überfremdung“ – rund 7000 Neonazis kamen am 15. Juli in die Kleinstadt-Idylle an der Werra, grölten, feierten, zeigten dutzendfach den Hitler-Gruß. Es war das europaweit größte Treffen dieser Art im vergangenen Jahr. Das Image der Stadt hat seitdem einen tiefen Kratzer – und daran wird sich so schnell nichts ändern.

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Neonazi-Konzerte 2018: Eine Herausforderung für die Zivilgesellschaft

Quelle: mdr Thüringen

„Hass und Kommerz“ lautet der Titel einer neuen Broschüre zum Thema Rechtsrockkonzerte, die die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (Mobit) am Dienstag in Erfurt vorgestellt hat. 59 rechtsextreme Musikveranstaltungen zählten die Berater im Jahr 2017, fünf mehr als im Vorjahr.
Ein Mann sitzt an einem Tisch und liest in einer Broschüre.

Mobit-Sprecher Stefan Heerdegen sagte MDR THÜRINGEN am Rande einer Podiumsdiskussion, Politik, Behörden und Thüringer Zivilgesellschaft stünden auch in diesem Jahr vor großen Aufgaben. „Ich denke schon, dass mit dieser Vielzahl an Aktivitäten, die da gemacht werden, das geht ja auch über Rechtsrock hinaus, das sind ja auch Demonstrationen, Infostände, dass das drauf angelegt ist, die zivilgesellschaftliche Gegenwehr zu erlahmen.“ Es handle sich um ein Kräftemessen, sagte Heerdegen. Politik und Behörden müssten entschiedener gegen die Konzerte vorgehen, es drohe eine Normalisierung antidemokratischer Haltungen durch die rechtsextreme Eventkultur im Freistaat. „Es ist immer gut, wenn Politik sich vornimmt was gegen Neonazismus und auch Rechtsrockkonzerte zu tun.“ Es dürfte aber ein weiter Weg sein, all das, was an professioneller Struktur auf Seiten der Neonazis gewachsen sei, auch wieder zurückzudrängen. In Arnstadt und Themar sind für 2018 Großevents angemeldet. In Themar plant die rechtsextreme Szene sogar ein zweitägiges Festival.

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VERANKERT UND ETABLIERT – DIE THÜRINGER RECHTSROCK-SZENE

Quelle: mobit

Die letzten Jahre haben deutlich gezeigt, wie fest verankert die neonazistische Musik-Szene in Thüringen ist: Im Schnitt findet jedes Wochenende ein RechtsRock-Konzert statt, und mit den Open Airs in Themar kamen in der Spitze 6.000 Neonazis aus ganz Europa zum gemeinsamen Feiern nach Thüringen. Mobit, die mobile Beratung in Thüringen, hat sich mit der RechtsRock-Szene in Thüringen in einer Broschüre auseinandergesetzt.

Textauszug von Jan Raabe aus der mobit Broschüre „Hass und Kommerz – RechtsRock in Thüringen“

Die Großkonzerte, die im thüringischen Themar im Jahr 2017 mit bis zu 6.000 Teilnehmer*innen stattgefunden haben, sind in aller Munde. Dass die Grundlage dafür, dass solche Konzerte überhaupt stattfinden können, eine aktive und virulente Szene ist, wird dabei oftmals vergessen. Eine solche ist in Thüringen vorhanden. Für die Durchführung der Großevents braucht man nicht nur Bands, die auftreten, dutzende, teils hunderte Helfer*innen, sondern auch erfahrene Akteur*innen und eine Region, die als Veranstaltungsort etabliert ist. So etwas geht alles nicht von heute auf morgen, so etwas muss gewachsen sein. Erinnert sei daran, dass ohne die Szene-Strukturen des Thüringer Heimatschutzes die Politisierung und Organisierung des Nationalsozialistischen Untergrunds nicht denkbar gewesen wäre. Ohne die Unterstützung aus der Szene, gerade aus dem Bereich der Musiknetzwerke, hätten dessen Mitglieder ihre Mordtaten nicht begehen können.

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„Hass und Kommerz“ – Thüringen als Hotspot des Rechtsrock

Quelle: Endstation Rechts

Spätestens seit vergangenen Sommer 6.000 Personen zum Rechtsrock-Festival ins thüringische Themar reisten, ist die sprunghafte Relevanz von Neonazi-Großevents in aller Munde. Thüringen hat eine Vorreiterrolle eingenommen – die dortige Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus hat nun eine Broschüre veröffentlicht und sieht dringenden Handlungsbedarf.

Unter dem Titel „Hass und Kommerz – RechtsRock in Thüringen“ hat die Mobile Beratung in Thüringen, kurz MOBIT, eine 44-seitige Publikation veröffentlicht, in der aktuelle Zustände in dem Bereich dargestellt und die Entwicklungen der letzten zehn Jahre erläutert werden.

„Im Schnitt jedes Wochenende“ lautet der Titel der Einleitung des MOBIT-Vorsitzenden Sandro Witt und verdeutlicht so, welche Ausmaße der Bereich Rechtsrock in dem Bundesland angenommen hat. „Damit nimmt der Freistaat den traurigen Spitzenplatz der deutschen RechtsRock-Szene ein“, so Witt. Auf solchen Konzerten würde vor allem Hass, Gewalt und Verachtung gegen alle verbreitet werden, die nicht in das Weltbild der extrem rechten Szene passen.

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Siehe auch: Mehr rechtsextreme Konzerte in Thüringen

Frankfurt/Oder: Polizei löst Treffen rechter Rocker auf

Quelle: MOZ

Frankfurt (MOZ) In einer alten Bunkeranlage in der Bahnhofstraße hat die Polizei am Sonnabend ein Konzert von Rechtsextremen aufgelöst. Nach Angaben des Innenministeriums wird die Immobilie seit dem vorigen Jahr von der „Kameradschaft Kommando Werwolf“ genutzt. Der Verfassungsschutz des Landes beobachtet die Gruppierung schon länger.

Es war eine beunruhigende Szene am frühen Samstagabend in der Heilbronner Straße. Vor dem ehemaligen Lichtspieltheater der Jugend standen mehrere Fahrzeuge der Polizei, dazu Pkw von Mitarbeitern des städtischen Ordnungsamtes. Das Ziel der Einsatzkräfte war ein ehemaliger Luftschutzbunker, der sich etwas versteckt hinter dem Alten Kino befindet. Dort verhinderte das Großaufgebot offenbar zum wiederholten Male ein Konzert rechtsextremer Rocker.

Laut Ordnungsdezernent Markus Derling hatte die Stadt einige Tage im Vorfeld von der Veranstaltung erfahren. „Da für die Anlage keinerlei baurechtliche Genehmigungen für Veranstaltungen vorliegen, haben wir hier eine Nutzungsuntersagung ausgesprochen. Die Polizei haben wir dann um Amtshilfe gebeten, um die Vollziehung durchzusetzen“, erläutert Derling. Er war an dem Abend auch selbst vor Ort, um sich ein Bild vom Einsatz zu machen.

Nach Angaben von Bärbel Cotte-Weiß von der Polizeidirektion Ost sei eine Musikveranstaltung im Bunker geplant gewesen. Trotz des amtlichen Verbots hätten die Beamten 21 Personen angetroffen. „Die Veranstaltung wurde aufgelöst und die Personen verhielten sich kooperativ“, erklärt die Sprecherin. Der Einsatz dauerte bis Mitternacht an.

Die Polizeidirektion bestätigte, dass ein Teil der Gäste der rechten Szene und der „Kameradschaft Kommando Werwolf“ (KSKW) zuzuordnen seien. Dabei handelt es sich um eine rechtsextremistische Gruppierung, die sich als „Bruderschaft“ organisiert. Rechtsextreme Rocker werden seit längerem von den Verfassungsschutzbehörden beobachtet. Sie kopieren den Lebensstil von Motorradgangs, übernehmen deren Äußerlichkeiten wie Lederkutten mit Vereinsabzeichen oder die streng hierarchischen Strukturen. Ziel der „Neonationalsozialisten“ sei es, „den inneren Zusammenhalt zu fördern und einen vermeintlich elitären Zirkel zu formen. Öffentliche, politische Auftritte sind eher die Ausnahme“, heißt es im Verfassungsschutzbericht 2016. In Brandenburg existieren demnach sieben „Bruderschaften“, darunter die „Kameradschaft Kommando Werwolf“. Sie hat nach Angaben der Verfassungsschützer bis zu 15 Mitglieder und setzt sich aus Rechtsextremisten aus Frankfurt, Beeskow und Gardelegen zusammen.

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Das war Sachsen 2017: Zahl der Neonazi-Konzerte verdoppelt

Quelle: Kerstin Koeditz

Die Zahl extrem rechter Musikveranstaltungen im Freistaat hat sich 2017 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt – und die Zahl neonazistischer Bandprojekte und „Liedermacher“ aus Sachsen ist auf ein neues Allzeithoch geklettert. Das ergibt sich aus aktuellen Landtagsanfragen zu Strukturen (hier im Originaltext) und Aktivitäten der extremen Rechten (zuletzt für Dezember), die ich regelmäßig stelle.

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Siehe auch: Braune Musik-Events

Neonazi-Großkonzert zu Hitlers Geburtstag geplant

Quelle: Neues Deutschland

Sächsische Kleinstadt könnte 2018 zum neuen Themar werden / LINKE-Politiker meldet drei Gegendemonstrationen an

»Der 20. April ist nicht irgendein Tag«, sagt Michael Schlitt. »Wenn die NPD an Hitlers Geburtstag ein Festival ankündigt, hat das eine klare Symbolik.« Und die habe nichts im Oberlausitz-Städtchen Ostritz im Südosten von Sachsen zu suchen. »Wir sind keine Nazi-Stadt. Wir stehen für ein friedliches Miteinander, für Weltoffenheit und Toleranz.«

Michael Schlitt ist Leiter des Internationalen Begegnungszentrums (IBZ) im Klosterstift St. Marienthal in Ostritz. Stellvertretend für viele engagierte Bürger hat er ein Stadtfest an dem Aprilwochenende angemeldet. Mitten in der Stadt. Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus, und nur wenige Hundert Meter entfernt vom Hotel Neißeblick, auf dessen Grundstück der Thüringer Neonazi Thorsten Heise sein »Schild & Schwert«-Festival veranstalten will. Nach Ansicht des Verfassungsschutzes könnte es das größte dieser Art in diesem Jahr in werden.

Im Büro direkt neben der Rezeption des Hotels sitzt Verwalter Hartmut Ehrentraut. Es riecht muffig. Außerhalb des mit Teppichboden ausgelegten Raumes ist es dunkel. Ein Hotelbetrieb ist nicht wirklich zu erkennen. »Früher haben wir hier von Busreisegruppen gelebt«, sagt er. Doch dann kam 2010 die Flut. Das Hotel liegt direkt an der Neiße, die jetzt ruhig dahinfließt. 12 von ehemals 42 Zimmern seien nach dem Hochwasser übrig geblieben. »Heute übernachten hier vor allem Monteure«, berichtet Ehrentraut. Zu sehen sind sie nicht.

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Hass und Kommerz – Broschürenvorstellung & Podiumsdiskussion

Quelle: Mobit Thüringen

Neue Broschüre der Mobilen Beratung in Thüringen MOBIT

MOBIT erfasst seit 2007 aus öffentlich zugänglichen Quellen Informationen zu Konzerten mit extrem rechten Inhalten und veröffentlicht diese in einer jährlichen RechtsRock-Chronik. In den letzten beiden Jahren hat die Zahl der Konzerte in Thüringen einen bundesweiten Höchststand erreicht. Vor allem die regelmäßig stattfindenden Großevents zeigen, welch enormes Mobilisierungspotential die Szene in Thüringen hat. 2017 fand mit dem „Rock gegen Überfremdung II“ das bundesweit größte RechtsRock-Event der vergangenen Jahre statt – etwa 6000 Neonazis reisten dafür aus ganz Deutschland sowie weiteren europäischen Ländern an. In unserer neuen Broschüre zeichnen wir die Entwicklung der letzten 11 Jahre nach und befassen uns darüber hinaus mit den Funktionen von RechtsRock für die Szene. Weitere Themen, wie bspw. der Umgang mit RechtsRock-Veranstaltungen in stark betroffenen Regionen werden ebenso in einem der Gastbeiträge behandelt.

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„Kategorie C“-Konzert für den 03.03 im Grossraum Karlsruhe angekündigt

Quelle: Antifaschistische Aktion Karlsruhe

Die extremrechte Hooligan-Band „Kategorie C“ kündigt sich für den 03. März, gemeinsam mit der neonazistischen Band „Unbeliebte Jungs“, im „Grossraum Karlsruhe“ an. Der Termin ist kein Zufall, am gleichen Tag soll im pfälzischen Kandel erneut eine Demonstration Rechtsradikaler stattfinden, die den tragischen Tod einer Minderjährigen für ihre propagandistischen Zwecke instrumentalisieren. Vermutlich soll mit der Zusammenlegung der Termine an Zulauf gewonnen werden.

Quelle

Biblis: Herberge für die NPD

Quelle: Echo Online

BIBLIS/OSTRITZ – Ein Hotel in Sachsen, das dem Bibliser Kommunalpolitiker Hans-Peter Fischer gehört, ist Austragungsort eines Festivals von Rechtsradikalen; als Auftakt ist der 20. April vorgesehen, der in der Szene verehrte Geburtstag von Adolf Hitler. Darauf angesprochen sagt der stellvertretende Vorsitzende der Bibliser Gemeindevertretung, er sei „nicht der Veranstalter“ und habe auch kein Problem mit der geplanten Zusammenkunft.

Als Geldquelle für das Hotel „Neisseblick“ seien ihm die Organisatoren recht. „Jeder, der kommt, sich ordentlich verhält und nicht rumhetzt, ist willkommen“, sagt der Geschäftsführer des Hotels an der polnischen Grenze, das seiner Firma Simpex gehört. „Die haben sogar ihre Zimmer selbst gemacht“, sagt Fischer über Erfahrungen mit der NPD als Mieter. Nachdem im Jahr 2012 der sächsische NPD-Parteitag im Hotel Neisseblick abgehalten worden war, wurde Fischer als „Herbergsvater der NPD“ bezeichnet. Der Versuch des Mannes, der nach eigenen Angaben mit 18 Jahren für kurze Zeit der NPD beigetreten war, diese Bezeichnung auf dem Klageweg zu verbieten, schlug fehl.

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Nazis tanzen Stadt auf der Nase herum

Quelle: Antifa Hamm

In Hamm feierten vergangenen Samstag über hundert Neonazis ungestört im Vereinsheim des Schützenvereins Hamm-Süden. Hamm bleibt damit Nazi-Partyhochburg Nordrhein-Westfalens.

Ausgerechnet am offiziellen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus stieg in Hamm eine Neonazi-Feier mit über hundert Gästen. Es ist das zwölfte Neonazi-Konzert, das innerhalb der vergangenen zwei Jahre in Hamm stattfand. In keiner anderen Stadt Nordrhein-Westfalens veranstalten Neonazis so viele Konzerte. Die rechte Szene kann vor Ort problemlos Konzerte, Vorträge oder Schulungen organisieren – und die Stadt schaut tatenlos zu.

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Redebeitrag bei der Antifa-Kundgebung am 27. Januar 2018 in Hamm

Quelle: Antifaschistische Linke Münster

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Anwohnerinnen und Anwohner,

wer zu Rechtsrock recherchiert, kommt um das Netzwerk „Blood & Honour“ nicht herum. Das internationale Netzwerk von Neonazis organisiert in ganz Europa Konzerte und ist essentiell für das lukrative Geschäft mit dem Rechtsrock. Die deutsche Division von „Blood & Honour“ wurde im Jahr 2000 verboten, was die Neonazis in ihrem Treiben kaum behinderte. Alte Netzwerke und Kontakte bestehen bis heute fort. Zum Teil wichen deutsche Neonazis nach dem Verbot einfach ins benachbarte Ausland aus. So organisierten Dortmunder Neonazis Mitte der 2000er Jahre „Blood & Honour“-Konzerte in Belgien.

„Blood & Honour“ war stets mehr als ein rechtes Musiknetzwerk. Wie keine andere Organisation verbreitete „Blood & Honour“ seit Anfang der 1990er Jahre rechtsterroristische Konzepte, die in den USA entstanden waren, in der deutschen Neonazi-Szene. Immer wieder wurde zu Mord und Totschlag aufgerufen und Neonazi-Terroristen gehuldigt. Nicht zufällig entstammen fast sämtliche Helfer des NSU-Kerntrios, die das Untertauchen in Sachsen ermöglichten, aus den Kreisen von „Blood & Honour“.

„Combat 18“ – ein Szenecode für den „Kampf für Adolf Hitler“ – ist der bewaffnete Arm von „Blood & Honour“. Ein internationales Netzwerk militanter Neonazis, die sich gemäß dem Konzept des „führerlosen Widerstandes“, konspirativ in lose verbundenen Zellen organisieren. Ursprünglich der Name einer Neonazi-Gruppe aus England, die dort Mitte der 1990er Jahre die Kontrolle über die „Blood & Honour“-Division übernahmen, wurde „Combat 18“ spätestens mit Beginn der 2000er Jahre zu dem Label für all diejenigen, die Rechtsterrorismus propagieren und umsetzten.

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»Söhne Wotans« verboten

Quelle: Neues Deutschland

Landeskriminalamt erwirkte im vergangenen Jahr, dass 26 Tonträger mit rechter Musik auf dem Index landeten

»Der Adler fliegt überm Reich. Das Hakenkreuz zeigt den Dritten Weg. Der Zorn des weißen Mannes dauert im Kriege fort.« Das sind Zeilen aus dem Lied »Wotans Soldaten« der Band »Wolfsnacht«. Andere Neonazis singen: »Du verkeimte Punkersau …« oder »Nigger, Nigger, zurück an die Ketten. Nigger, als Sklave wirst du verrecken«. In dem Titel »Sons of Wotan« (Söhne Wotans) heißt es einfach: »Sieg Heil! Sieg Heil! Sieg Heil!«

In einer Mitteilung über die im vergangenen Jahr auf Betreiben Brandenburgs auf den Index gesetzte Musik lieferte das Potsdamer Innenministerium am Sonntag gleich ein paar Textbeispiele mit.

Das ist auch notwendig, denn bei dem ewig aggressiven Gegröle, das in der rechten Musikszene offenbar immer noch an der Tagesordnung ist, sind die Texte kaum zu verstehen. Es gibt natürlich auch andere Stilrichtungen, Liedermacher und sogar Technorhythmen. Aber mächtig aufs Schlagzeug dreschen und die Saiten der Gitarren misshandeln, so dass nichts anderes herauskommt als unmelodischer Sound, das scheint in der Neonaziszene weiterhin sehr beliebt zu sein.

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Erst arabisches Restaurant, jetzt Rechtsrock

Quelle: Neues Deutschland

Verfassungsschutz zählt acht Immobilien, die von der rechten Szene für Konzerte und Schulungen benutzt werden

In Frankfurt (Oder) wird seit dem vergangenen Jahr ein alter Luftschutzbunker mit 230 Quadratmetern Fläche von der Kameradschaft Kommando Werwolf als Clubhaus und für Konzerte und Feiern der rechten Szene genutzt. Darüber hinaus nutzt das Kommando Werwolf ein Waldgrundstück mit Einfamilienhaus in Finowfurt für ähnliche Zwecke. Auch die NPD und die Rechtsrockband »Frontfeuer« treten dort als Veranstalter in Erscheinung.

Das geht hervor aus den Antworten von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der Landtagsabgeordneten Andrea Johlige (LINKE). Demnach zählt der Verfassungsschutz gegenwärtig acht Immobilien im Land Brandenburg, die durch die rechte Szene genutzt werden. Hinzu kommen noch sechs Objekte mit Bezug zur rechten Szene. In den Gebäuden – und in einem Kleingarten in Rathenow – finden vor allem Rechtsrockkonzerte und Liederabende statt, außerdem Familienfeiern und andere Veranstaltungen.

In Motzen geschieht das den Angaben des Innenministers zufolge seit 2017 – und dort ausgerechnet in einem vormaligen arabischen Restaurant. In Bad Freienwalde ist dem Verfassungsschutz ein etwa 1000 Quadratmeter großes Grundstück mit Einfamilienhaus bekannt, identifiziert als »Sturmlokal« der Kameradschaft Märkisch Oder Barnim. Dazu kommt als Clubhaus der Barnimer Freundschaft ein rund 100 Quadratmeter großes Domizil auf einem alten Industriegelände in Klosterfelde. Außerdem trainiert und feiert ein Kampfsportverein, die Northsidecrew, seit 2014 in einer früheren Diskothek in Lübben. Ob und in welchem Umfang von den Objekten Straftaten ausgegangen sind, vermag das Innenministerium nicht zu sagen, da es keine diesbezügliche Statistik gibt. Minister Schröter kann aber sagen, dass die rechte Szene Immobilien sucht, »die möglichst im Besitz eines Anhängers oder zumindest Sympathisanten der rechten Szene sind, um Veranstaltungen wie zum Beispiel Konzerte, Liederabende oder Schulungen möglichst ohne behördliche Auflagen, Verbote oder zivilgesellschaftliche Störungen durchzuführen«.

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Neonazi-Betriebsräte unterwandern die Belegschaft bei Daimler

Quelle: Vice-Magazin

Ihr Chef spielte früher in einer Rechtsrock-Band, zu deren Fans auch der NSU gehörte.

Es kann sicher nicht schaden, wenn man als Gewerkschafter weiß, wie man Menschenmassen in Wallung versetzt. Oliver Hilburger, Chef und Gründer der rechten Gewerkschaft Zentrum Automobil weiß das besonders gut. Bis 2008 war er Gitarrist der Rechtsrock-Band Noie Werte. Bei deren Konzerten zeigten schon mal 800 Neonazis den Hitlergruß, während der Frontmann Rudolf Hess besang.

Hilburgers Kleingewerkschaft versucht schon länger, die Belegschaft beim Autobauer Daimler mit rechtsradikalem Positionen für sich zu gewinnen – nach neuen Recherchen von Report Mainz und des Stern benutzen sie dabei auch Nazi-Parolen.

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Verfassungsschutz: Deutsche Neonazis haben Kontakte zu britischen Terroristen

Quelle: Vice-Magazin

Mehrere Mitglieder von „National Action“ sitzen inzwischen in Haft.

Es gibt Urlauber, die ihre Sorgen zu Hause lassen und einfach nur entspannen wollen. Und dann gibt es andere, die ihre allerschlechtesten Qualitäten mit auf die Reise nehmen – nennen wir sie Hasstouristen. Zu letzterer Gruppe gehören die Mitglieder der britischen Neonazi-Gruppe „National Action“, die am 1. Mai 2016 ins sächsische Plauen fuhren. Gemeinsam mit etwa 900 Neonazis nahmen sie an einer Kundgebung der rechtsextremen Kleinpartei „Der III. Weg“ teil. Im Laufe der Veranstaltung attackierten einige der Rechten Polizisten und Gegendemonstranten mit Pyrotechnik, Steinen, Flaschen und Fahnenstangen. Zwei Mitglieder der britischen Gruppe, die gegen Juden, Schwule und Ausländer hetzt, zeigten im gleichen Monat im Krematorium der KZ-Gedenkstätte Buchenwald den Hitlergruß und verbreiteten Fotos davon im Netz.

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Rechte tricksen Hammer Linke, Polizei und Schützen aus

Quelle: wa.de

Hamm – Und wieder war alles ganz anders. 120 Demonstranten demonstrierten am Samstagabend am Kentroper Weg „Gegen Rechtsrock und NS-Verherrlichung“; begleitet wurden sie von rund 40 Polizeikräften. Doch das Objekt der Kritik fand tatsächlich anderswo statt.

Das angebliche Rechtskonzert, das Anlass für die Protestkundgebung gewesen war, fand überhaupt nicht in dem seit einigen Jahren von der rechten Szene angemieteten Teil der ehemaligen Gaststätte „Davis Cup“ statt. Gefeiert und gegrölt wurde seitens der „Nationalisten“ im Clubhaus des Südener Schützenvereins an der Richard-Wagner-Straße. Auch die Polizei und der Staatsschutz erfuhren erst in der Nacht von dem Stellungswechsel – offenbar nachdem Anlieger aus dem Hammer Süden sich gemeldet hatten, dass in ihrem Umfeld rechtsradikale Lieder geschmettert würden.

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Versteckspiel mit schlechter Tarnung

Via Sachsen-Anhalt Rechtsaussen:

Identitärer Rapper Komplott nutzt Proberaum von Magdeburger Rechstrockbands

AfD-Abgeordnete gründeten mit Rechtsrockmusikern und Neonazis eine Burschenschaft
Nachdem im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass der Identitäre-Rapper Komplott nicht aus Halle kommt und sich hinter diesem Namen der Neonazi Patrick Bass aus Heidelberg verbirgt, wurde es scheinbar kurz ruhig um den von IB-Faschisten gefeierten Künstler des „identitären Rap“. Nach der Veröffentlichung verließ Bass Berichten zufolge fluchtartig seine Wohnung und löschte verschiedene Accounts in sozialen Medien. Einige Monate später war Komplott wieder bei Instagram und Facebook aktiv. Am 22. Oktober 2017 veröffentlichte der Leipziger Identitäre Alexander „Malenki“ Kleine ein Video mit dem Rapper auf seinem Youtube-Kanal. Zu Beginn, um das folgende Interview anzukündigen, steht Kleine mit seinem Hund auf einem Hinterhof und gibt an „tief irgendwo in Dunkeldeutschland“ zu sein. Im Hintergrund ist die alte Diamantbrauerei in Magdeburg zu erkennen. Wenig später sind Kleine und Bass in einem Bandproberaum zu sehen. Es handelt sich um den Proberaum der Rechtsrockbands Mortuary, Painful Life und Agharta.

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Neonazi-Ritual in Budapest

Quelle: Blick nach Rechts

Budapest – Für das Balladenkonzert am 9. Februar in Budapest zum Auftakt des diesjährigen braunen „Tages des Ehre“ ist der deutsche Liedermacher „Phil“ von „Flak“ angekündigt. Der ursprünglich beworbene Auftritt der Gelsenkirchener Combo „Sturmwehr“ wurde indes abgesagt.

Der jährlich von der rechten Szene Ungarns begangene „Tag der Ehre“ mit jeweils europäischer Beteiligung erfährt zum wiederholten Mal im von der „Blood&Honour“-Sektion Ungarn organisierten Musikprogramm auch einen deutschen Beitrag. Angekündigt wird der Liedermacher „Phil“ von „Flak“ aus dem Rheinland. Der seit längerem beworbene Auftritt der Band „Sturmwehr“ wurde hingegen abgesagt.

Am 9. Februar soll ein Balladenkonzert in Budapest den Auftakt zum diesjährigen Neonazi-Gedenktag bilden. Neben dem Bonner Philipp Neumann von „Flak“ werden die „Dixie Freedom Fighters“ aus Ungarn beworben. Einen Tag später stehen dann mehrere Rechtsrock-Bands auf der Bühne.

Vorgesehen war auch die Gelsenkirchener Combo „Sturmwehr“, doch Bandgründer Jens Brucherseifer sagte den Auftritt jetzt kurzerhand ab – wegen „interner Unstimmigkeiten“. Er fügt hinzu: „Bei Martin und meiner Wenigkeit geht es jedoch trotzdem munter weiter.“ Mit Martin ist Martin Böhne gemeint. Akustik-Auftritte als Duo werden nicht gecancelt. Demzufolge fehlt es der Band vorerst an einem Schlagzeuger, der Part, der zuletzt von Patrick Gerstenberger ausgefüllt wurde.

Zum internationalen Rechtsrock-Programm am 10. Februar in Budapest gehören unter anderem die Bands „Sokyra Peruna“ aus der Ukraine, „Nemini Parco“ aus Spanien sowie „Feher Vihar“ und „Töretlen Hittel“ aus Ungarn.

Beim „Tag der Ehre“ wird alljährlich die Schlacht um Budapest von 1945 unter Beteiligung der deutschen Wehrmacht und der Waffen SS gegen Truppen der Roten Armee heroisiert. Neben den Konzerten gehören ein Gedenkmarsch und eine Gedenkfeier mit zuletzt weit über 1000 Teilnehmern zum Ritual der rechtsextremen Szene. In den vergangenen Jahren nahmen auch Abordnungen von NPD und „Der III. Weg“ an dem braunen Meeting am zweiten Februar-Wochenende teil. (hf)

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