Archiv der Kategorie 'Rechtsrock'

„Night of Identity“ von der Polizei gestoppt

Quelle: Der Blick nach Rechts

Ein für Samstag geplantes Konzert des internationalen „Blood&Honour“-Netzwerks in Polen ist von Sicherheitskräften verhindert worden. Rund 300 Beamte, darunter eine Antiterroreinheit, waren polnischen Medienberichten zufolge im Einsatz.

Als Losung für das Programm am 21. April, einen Tag nach Hitlers Geburtstag, war „Night of Identity“ ausgegeben. Gleich vier Bands aus Deutschland sollten dabei die Bühne betreten. Ein genauer Ort wurde öffentlich nicht beworben. Wie sich herausstellte, sollte das braune Spektakel am Samstag in der 34 000 Einwohner zählenden niederschlesischen Stadt Dzierzoniow stattfinden. In der polnischen Presse war von zwei Festnahmen der unmittelbaren Konzert-Organisatoren die Rede. Es soll sich dabei um Pjotr „Dziki“ Gierczak und Krzysztof Tomasz Slowinski, Spitzname „Nachtigall“, handeln. Letzterer ist Bodybuilder und war im vergangenen Jahr Besucher eines Neonazi-Konzerts im thüringischen Themar. Offenbar wurden bei der groß angelegten Polizeiaktion neben Propagandamaterial auch Drogen gefunden. Die Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts ist in Polen strafbar.

Kurz vor dem vorgesehenen Termin kursierte das Gerücht der Event-Absage, um dem zeitgleichen „Schild- und Schwert-Festival“ im sächsischen Ostritz direkt an der deutsch-polnischen Grenze keine Konkurrenzveranstaltung zu bieten. Diese Information erwies sich allerdings nur als Täuschungsmanöver. Zum angedachten Line-Up in Dzierzoniow gehörten die mit deutschen und englischen Texten aufwartenden „Heiliger Krieg“ aus Baden-Württemberg, eine Fortführung des Bandprojekts „Race War“, das 2006 als kriminelle Vereinigung verboten wurde. Bei „Confident of Victory“ handelt es sich um eine Combo aus dem brandenburgischen Senftenberg, von der weitere Mitglieder in Sachsen beheimatet sind. Beim konspirativ organisierten Konzert 2016 im schweizerischen Unterwasser trat man mit dem Lied „Sieg“ auf, bei dem das Publikum sich schnell zum ergänzenden „Heil“-Ausruf inspiriert sah.

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Rechtsstreit um Neonazi-Immobilie

Quelle: Der Blick nach Rechts

20.04.2018 – Das Verbot des Neonazi-Netzwerks „Freies Netz Süd“ beschäftigt erneut die Justiz. Im Juni muss das Verwaltungsgericht Bayreuth entscheiden, ob die begleitende Beschlagnahmung des Anwesens „Oberprex 47“ samt „Final-Resistance-Versand“ ebenfalls rechtmäßig war.

Nach langwierigen Vorermittlungen wurde im Juli 2014 das neonazistische Netzwerk „Freies Netz Süd“ (FNS) verboten. Die bayerischen Behörden erkannten in der militanten Vereinigung eine Nachfolgeorganisation der „Fränkischen Aktionsfront“ (FAF), die ihrerseits 2004 zerschlagen wurde. Zudem hätte das FNS eine Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus aufgewiesen sowie die „aggressiv-kämpferischen Bestrebungen“ fortgesetzt, die damals für das Verbot der FAF ausschlaggebend waren. (bnr.de berichtete) Neben dem Netzwerk samt Vermögen betraf die Maßnahme auch die Immobilie „Oberprex 47“ im Landkreis Hof und den „Final-Resistance-Versand“, der unter derselben Adresse ansässig war. Beide wurden organisatorisch dem FNS zugerechnet.

Das Verbot selbst erlangte inzwischen Rechtskraft, nachdem der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München eine entsprechende Klage der Neonazis abwies. In ihrem Urteil waren die Richter zu dem Schluss gekommen, dass das FNS zutreffend als Verein eingestuft wurde und als solcher verboten werden konnte. Die Neonazis hatten zuvor die Vereinseigenschaften bestritten, indem sie ihr Netzwerk lediglich als „Netzseite“ ausgegeben hatten. Doch mit der Entscheidung ist die juristische Auseinandersetzung, die das Verbot seither begleitet, noch nicht beendet.

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Ostritz: die Propagandashow der NPD

Quelle: Störungsmelder

Die NPD lädt ein – und 1.000 Neonazis folgen: Im sächsischen Ostritz haben Rechtsextreme an diesem Wochenende hemmungslos gefeiert. Das Festival wird zu einer großen Werbeveranstaltung der Nazipartei.

Als sich am Samstagnachmittag die Tore zum Hotel Neißeblick im sächsischen Ostritz öffnen, strömen Reporter ohne Sinn und Verstand hinein. Auf dem Gelände vor der Herberge steht ein Tisch, 80 Journalisten drängeln und schubsen. „Ich stand hier aber eher!“, brüllt einer von ihnen einen anderen an. Kollegen müssen die Kontrahenten trennen.

An dem Tisch sitzt ein Mann und bittet um Ordnung: Thorsten Heise, Neonazi, NPD-Politiker und Veranstalter des rechtsextremen Netzwerktreffens Schild und Schwert. An diesem Wochenende lockt das Festival nach Polizeischätzungen rund 1.000 Neonazis in das Städtchen an der Grenze zu Polen. Mit Rechten, Gegendemonstranten und Polizisten platzt der 2.400-Einwohner-Ort aus allen Nähten.

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Siehe auch: Volksfest für Rechtsaußen
„Schild und Schwert“-Festival in Ostritz: Unter Belagerung
Wellness für Neonazis

Bildergalerien:
Presseservice Rathenow

Zu diesen Bands wollen Neonazis in Ostritz „abhitlern“

Quelle: Beltower News

Am kommenden Wochenende wollen Neonazis im sächsischen Ostritz Hitlers Geburtstag feiern. Neben Tattoo-Convention, einem „Kampf der Nibelungen“ „politischen“ Redebeiträgen, werden auch Band auftreten.

Von Samira Alshater

Im ostsächsischen Ostritz soll am 20. und 21. April 2018 das neonazistische Festival „Schild & Schwert“ im „Hotel Neißeblick“ stattfinden. Weder Datum noch Ort dürften zufällig gewählt sein. Besonders die recht hochkarätigen Bands dürften viele Neonazis – auch aus dem Ausland – an Hitlers Geburtstag nach Sachsen mobilisieren.

Besonders brisant ist, dass das internationale, ultra-rassistische Netzwerk „Blood & Honour“ (B&H) für das Hass-Festival wirbt. Dazu passt, dass viele der in Ostritz auftretenden Bands ebenfalls aus dem „Blood & Honour“-Umfeld kommen.

„Blood & Honour“ dient dazu, ein profitables Geschäft – Musik, Konzerte, rechtsextreme Erlebniswelt – aufzuziehen und zu dominieren. Obwohl das Netzwerk in Deutschland verboten ist, gibt es bis heute in der Bundesrepublik Bands, Musikproduzenten, Versände und Personen-Zusammenschlüsse, die dem internationalen B&H-Netzwerk angeschlossen sind. Die Einnahmen durch das Musikgeschäft fließen zurück an die Neonazi-Szene. Einer der größten Nutznießer dürfte der ebenfalls verbotene und dennoch bewaffnete Arm „Combat 18“ sein. Ziel dieser Gruppierungen ist die Vorherrschaft der „weißen Rasse“ in einem Führerstaat nach nationalsozialistischer Prägung.

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Hassgesänge am Landgericht Memmingen

Quelle: Allgäu Rechtsaussen

Ungewöhnliche Szenen am Landgericht Memmingen: Drinnen verließt ein Richter die Songtexte übler Nazimusik und Kundenlisten eines Szenehändlers. Draußen demonstrieren Nazigegner. Seit gestern muss sich der Betreiber von Oldschool Records erneut für die Verbreitung extrem rechter Hassgesänge verantworten.

»Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda!« Diese Parole schallte Dienstag in der früh am Hallhof dem Betreiber eines Unterallgäuer Unternehmens entgegen, als er vor dem Landgericht Memmingen zu seinem Prozess erschien. Antifaschisten hatten sich vor dem Gebäude versammelt, um gegen sein Plattenlabel Oldschool Records zu protestieren. Die Nazigegner skandierten Parolen, warben für eine Demonstration am Samstag und hielten dem Neonazi und seinem Rechtsanwalt ein Banner »gegen rechte Gewalt« entgegen.

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Rechtsrock-Spektakel im Sommer

Quelle: Der Blick nach Rechts

Für den 25. August wird die dritte Auflage von „Rock gegen Überfremdung“ an nicht genanntem Ort beworben. Das Event soll offenbar wieder als politische Veranstaltung stattfinden, wofür bereits mehrere Redner benannt werden.

Es soll die dritte Auflage und damit die Fortsetzung der Rechtsrock-Veranstaltungsreihe „Rock gegen Überfremdung“ werden, die seit geraumer Zeit für den 25. August angekündigt wird, ohne den genauen Ort preis zu geben. Als Orientierung ist lediglich von Mitteldeutschland die Rede.

Im Vorjahr fand das braune Spektakel, das von dem Neonazi Tommy Frenck als politische Versammlung angemeldet wurde, im thüringischen Themar statt. (bnr.de berichtete) Mit rund 6000 Besuchern war es die deutschlandweit größte Musikveranstaltung der Neonazi-Szene. In diesem Jahr soll die Fortsetzung der Veranstaltungsreihe nach Bekundungen der Organisatoren ausdrücklich nicht in Themar durchgeführt werden. In Videoclips wird das Ereignis online bereits beworben. Jacky Süßdorf, NPD-Funktionärin aus dem Saarland, prahlt bereits, das Meeting werde diesmal auf einem Areal stattfinden, das 20 000 Besuchern Platz bietet.

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Neonazi-Fest in Sachsen: Angst vor den braunen Horden

Quelle: Spiegel Online

Wir rechnen eher mit Tausenden Neonazis…

Der sächsischen Kleinstadt Ostritz stehen unruhige Tage bevor: Hunderte Rechtsextreme werden zu einem Festival erwartet. Die Polizei fährt ein Großaufgebot auf, die Politik gibt sich machtlos.

Patrouillenboote auf der Neiße, abgeriegelte Straßenzüge, ein Großaufgebot der Polizei: Ab Freitag wird der beschauliche Ort Ostritz im Osten Sachsens zur Hochsicherheitszone. Die 2300-Einwohner-Stadt wird für drei Tage zum Zentrum der rechtsextremen Szene. Es könnte sogar das bundesweit größte Treffen in diesem Jahr werden.

1000 Neonazis sollen laut Veranstalter am 20. April, dem Geburtstag von Adolf Hitler, zu dem dreitägigen Event an die polnische Grenze reisen. Doch schon seit Bekanntwerden des Treffens geht die Angst um, die Zahlen könnten weitaus höher ausfallen. Der sächsische Verfassungsschutz glaubt sogar, dass Erfolg und Misserfolg maßgeblich über die Zukunft der rechten Szene in Sachsen entscheiden werde.

Bei der Polizei laufen seit Wochen die Vorbereitungen. Ab Freitag will sie mit einem Großaufgebot die Veranstaltung absichern. Von bis zu 1000 Polizisten ist die Rede, auch wenn die Behörde das offiziell nicht bestätigt. Nur so viel: „Sie werden an jeder Straßenecke mehrere Beamte treffen“, sagte der Leiter des Görlitzer Polizeireviers, Holger Löwe, der „Sächsischen Zeitung“.

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Warum Frei.Wild doch eine rechte Band sind

Quelle: BR Kultur

Frei.Wild distanzieren sich stets von Rechtsaußen – wettern aber genau wie AfD und Co. gegen eine „Diktatur des Mainstreams“ und gegen alles Fremde. Wie rechts sind Frei.Wild wirklich?

Frei.Wild sind eine der populärsten Bands im Deutschland der Zehner Jahre. 2013 sollten die vier Südtiroler zur Verleihung des Musikpreises Echo eingeladen werden. Nach Protesten anderer Künstler wurde die Band wieder ausgeladen. Kritiker halten sie für rechtsradikal: Frei.Wild-Sänger Philipp Burger hat eine Nazi-Vergangenheit als Sänger und Gitarrist der Rechtsrock-Band Kaiserjäger. Jugendsünden, sagt er selbst. Heute liefern Frei.Wild mit ihrem aggressiven Patriotismus den Soundtrack zu neurechten Bewegungen wie den Identitären, die vor einer „Islamisierung“ warnen und Politik machen mit der Angst vor den Fremden. Und kommen auch im Mainstream an: Von den letzten sechs Alben landeten vier auf Platz eins der deutschen Album-Charts, zwei auf Platz zwei. 2016 sind Frei.Wild endgültig angekommen in der Mitte der Gesellschaft, sie bekommen jetzt auch den Echo verliehen.

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Ostritz: Neonazi-Festival ist Ergebnis langjähriger Kontinuität

Quelle: Kulturbüro Sachsen

Zahlreiche gesellschaftliche Gruppen, Initiativen und Verbände rufen dazu auf am 20./21. April 2018 im ostsächsischen Ostritz mit unterschiedlichen Aktionsformen ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen oder entschlossen gegen Neonazis und Rassismus zu demonstrieren. Anlass für diese Aktivitäten ist das extrem rechte „Schild und Schwert“-Festival.

Aus Sicht des Vereins Augen auf e.V. aus dem Landkreis Görlitz und dem Kulturbüro Sachsen e.V. ist das Neonazi-Festival in Ostritz das Ergebnis einer langjährigen Kontinuität organisierter neonazistischer Strukturen und Zusammenhänge in Ostsachsen. Die Region kann auf eine lange rechtsextreme Geschichte zurückblicken, die sich an unterschiedliche Punkten festmachen lässt.

In Ostsachsen existieren langjährig gewachsene Neonazi-Organisationen.

Im Landkreis Görlitz und Bautzen existieren zahlreiche neonazistische Organisationen, die bereits seit den 1990er Jahren aktiv sind und deren Kader über langjährige politische Erfahrungen verfügen. Der Nationale Jugendblock (NJB) Zittau feierte im letzten Jahr sein 25jähriges Bestehen mit einem rechtsextremen Konzert in seinen Vereinsräumen. Die Organisation „Schlesische Jungs“ besteht seit nunmehr 20 Jahren in Niesky. Durch die Verankerung langjähriger, gefestigter Strukturen kann die rechtsextreme Szene in der Region auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

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Die Zahlenspiele des Verfassungsschutzes

Quelle: Störungsmelder

Überraschende Zahlen des bayerischen Verfassungsschutzes: Im Jahr 2017 soll im Freistaat nur ein rechtsextremes Konzert stattgefunden haben. Möglich macht das eine eigenwillige Definition.

Glaubt man Zahlen aus dem Haus des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann, dann müsste die rechte Konzertszene im Freistaat kurz vor dem Ende stehen. Gerade mal ein einziges Neonazi-Konzert ist im Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2017 aufgezählt, den der CSU-Politiker am Mittwoch im Landtag vorstellte. Bayern – ein Ort, wo ewiggestrige Liedermacher und gegrölte Hassparolen praktisch keine Chance haben? Eine beruhigende Nachricht wäre das, denn rechte Musik ist für Jugendliche oft der erste Kontakt mit der Neonazi-Szene.

Oppositionspolitiker können das kaum fassen. Erst Anfang des Monats hatte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katharina Schulze, ein ausführliches Lagebild zum Rechtsextremismus im Freistaat vorgestellt. Demnach gab es 2017 in den Regierungsbezirken Schwaben und Oberbayern nicht eines, sondern fünf rechte Konzerte mit insgesamt 320 Besuchern.

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Was deutsche und polnische Neonazis eint

Quelle: Deutschlandfunk

Zum Rechtsrock-Festival im sächsischen Ostritz werden auch polnische Neonazis erwartet. In der rechten Szene gebe es gute Kontakte zwischen Deutschland und Polen, sagte Danilo Starosta vom Kulturbüro Sachsen im Dlf. Ihr gemeinsamer Feind: der Islam und die Zuwanderer.

Das sogenannte Schild-und-Schwert-Festival soll am 20. April, dem Geburtstag von Adolf Hitler, in Ostritz in Sachsen beginnen. Anreisen werden dabei wohl auch etliche Rechtsextreme aus dem Nachbarland Polen. Das könnte man befremdlich finden, fordern doch deutsche Neonazis regelmäßig ein Deutschland in den Grenzen vor 1938. Doch insbesondere die sehr aktive polnische Division der in Deutschland verbotenen Neonazi-Gruppierung „Blood and Honour“ habe „keine Berührungsängste mit deutschen Nazis“, sagte Starosta.
Polnische und deutsche Nationalisten hätten einen gemeinsamen Feind identifiziert: den Islam und die vermeintliche Bedrohung Europas durch islamische Einwanderung. Ziel der Blood-and-Honour-Bewegung sei die Existenzsicherung der weißen Rasse und der Kampf für eine angebliche arische Kulturtradition.

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DIE RÜCKKEHR VON „BLOOD & HONOUR“ UND DEM BEWAFFNETEN ARM „COMBAT 18″

Quelle: Beltower News

In einer Zeit, in der europaweit rassistische Bewegungen gegen Geflüchtete und Muslime hetzen und vor dem drohenden „Volkstod“ warnen, erhält die Idee eines „bewaffneten Kampfes“ zum Erhalt der „arischen Rasse“ im „Blood & Honour“- und „Combat 18“-Milieu neue Aktualität und auch Aufwind.

Von Samira Alshater

Jahrelang galt die elitäre und ultra-rassistische Neonazi-Organisation „Blood & Honour“ („Blut und Ehre“, B&H) und ihr noch militanterer Flügel „Combat 18“ („Kampfgruppe Adolf Hitler) als eine der bedeutendsten rechten Terrorzellen in Deutschland – bis mit „Blood & Honour“ auch „Combat 18“ im Jahr 2000 verboten wurden. Verschwunden ist das Netzwerk seither allerdings nicht – vielmehr verfolgen die Aktivist_innen ihr Ziel, die Vorherrschaft der „weißen Rasse“ in einem Führerstaat nach nationalsozialistischer Prägung, im Untergrund weiter. In jüngster Zeit sind verstärkt Aktivitäten des Netzwerkes in Deutschland wahrnehmbar. So griff die Bundespolizei mit Hilfe der GSG9 in September 2017 ein Dutzend Neonazis aus dem C18-Umfeld an der Deutsch-Tschechischen-Grenze auf. Sie hatten gerade ein Schießtraining im Nachbarland absolviert.

“Einzelne terroristische Aktionen, Anschläge und Gewalttaten, auch selbstmotivierter Einzeltäter, müssen in Betracht gezogen werden”, so Stephan Kramer, Chef des Thüringer Verfassungsschutzes, gegenüber Belltower.News.

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„Brainwash“ zu Gast in Kiew

Quelle: Der Blick nach Rechts

Kiew – Im Musikclub „Bingo“ in Kiew ist für den 29. April ein Konzert mit Rechtsrock- beziehungsweise NSBM-Bands aus verschiedenen Ländern angekündigt.

Auftreten soll neben fünf weiteren Bands des rechten Spektrums auch die Combo „Brainwash“. Diese existiert seit 2001. Die Mitglieder um Sänger Rene Weiße kommen alle aus Sachsen, vornehmlich aus dem Raum Dresden, und haben engen Kontakt zum Rechtsrock-Label OPOS-Records.

Außerdem werden für das Konzert „M8L8TH“ aus Russland, die bereits zum Jahreswechsel 1989/1990 gegründeten „Kratky Proces“ aus der Slowakei sowie die ukrainischen NSBM-Bands „Sokyra Peruna“, „Nokturnal Mortum“ und die die Gothic- und Industrial-Stilrichtung bevorzugenden „Komu Vnyz“ aufgelistet.

Angesichts dieses Konzerts sollte sich wohl die auch international gefragte deutsche Mittelalter-Szeneband „In Extremo“ aus dem Großraum Berlin vielleicht noch einmal hinterfragen, in welcher Lokalität sie im September in Kiew auftreten möchte. (hf)

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Polnisch-deutsche Aussöhnung auf die extrem rechte Art?

Quelle: Antifa Infoblatt

In Polen finden nationalistische Gruppierungen, (extrem) rechte Parteien und Neonazis immer stärkeren Zulauf.1 Die politische Selbstverortung der rechten und nationalistischen Gruppierungen war hierbei meist offensiv feindlich gegenüber Deutschland und damit auch deutschen potentiellen Bündnispartnern gewesen. Doch in den letzten Jahren gibt es eine neue Entwicklung in Polen. Einige rechte bis neonazistische Gruppierungen, die früher Deutschland als Nachfolger der nationalsozialistischen Besatzungsmacht angriffen, wünschen sich nun, Polen hätte sich mit NS-Deutschland gegen die Sowjetunion verbündet. Die extreme Rechte tritt immer öfter offen neonazistisch auf und sucht vermehrt den Anschluss an die deutschen Gesinnungskameraden.

Erste Annäherungen im RechtsRock

Die ersten extrem rechten polnisch-deutschen Netzwerke gab es in der Neonazi-­Skinheadszene und im „National Socialist Black Metal“ (NSBM). Seit Mitte der 1990er Jahre gab es in Südwestpolen Neonazis, die sich unter dem Label „Blood & Honour“ (B&H) zusammenschlossen und Kontakte nach Deutschland knüpften. Der wegen Mord verurteilte Thüringer NSBM-Aktivist Hendrik Möbus besuchte das polnische Wrocław 1998 direkt nach seiner Entlassung aus der Haft.2 Deutsche RechtsRock-­Bands wie „Brainwash“, „Painful Awake­ning“ und „Kategorie C“ spielen Konzerte in Polen und polnische Neonazibands wie „Legion Twierdzy Wrocław“ (LTW) , „Dark Fury“ oder „Selbstmord“ treten bei deutschen Neonaziveranstaltungen auf. Zuletzt nahmen die Neonazi-Musiker Robert Fudali („Rob Darken“) von „Graveland“ und Jan Peter Kerstin(g) von „Sleipnir“ einen Song zu Ehren des unter polnischen Neonazis Legendenstatus besitzenden 2005 verstor­benen Sängers Mariusz Szczerski „Szczery” von der polnischen Band „Honor“ auf.

Eine Gruppe führender Aktivisten aus dem polnischen „Blood & Honour“-Milieu besuchte im Juli 2017 das RechtsRock-Festival im thüringischen Themar. Diese polnischen Aktivisten kooperieren eng mit Neonazis aus Frankfurt/Oder, welche sich ebenfalls in den Kreisen des in Deutschland verbotenen „Blood & Honour“-Netzwerkes verorten. Hierbei exponiert sich vor allem der reisefreudige Neonazi-Aktivist Michael H., mit dem zusammen die polnischen Neonazis in verschiedenen europäischen Ländern auftauchen.

Der polnische Neonazi Krzysztof Kwiatkowski („Kwiatek”) gilt in Polen als wichtiger internationaler Netzwerker. Er ist Betreiber des Neonazilabels „Strong Survive Records“ und mit diesem in die internationale Produktion von neonazistischer Propaganda eingebunden. Er bewegte sich u.a. in den Zusammenhängen von „Blood & Honour“ und dem rassistischen „Creativity Movement,“3 Er soll laut Berichten polnischer AntifaschistInnen auch Verbindungen in die Kreise der bayerischen „Kameradschaft Süd“ gehabt haben, die einen Terror-Anschlag in München geplant hatten.

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Gesunder Geist, gesunder Körper und 32 Tonnen nicht-verzollter Tabak

Quelle: Runter von der Matte

Informationen und Einschätzungen zum Turnier des „Kampf der Nibelungen“ auf dem „Schild & Schwert“-Festival in Ostritz

Um ein „ultimative Politik Festival“ – wie der Veranstalter das zweitägige Neonazi-Event im April 2018 betitelt – tatsächlich attraktiv wirken zu lassen, muss auch der Aspekt des Kampfsports untergebracht werden.

Dass dafür niemand anderes als die bundesweit bestens vernetzte Neonazi-Kampfsportorganisation „Kampf der Nibelungen“ in Frage kommt, sollte in der extrem rechten Szene spätestens seit Herbst 2017 offensichtlich sein. In Kirchundem in Nordrhein-Westfalen zog das jährlich seit 2013 stattfindende Kampfsportturnier unter dem Label „Kampf der Nibelungen“ an die 800 Neonazis aus ganz Europa an. Ein Novum für solch ein konspirativ organisierte Event im deutschsprachigen Raum und auch ein Zeichen dafür, dass Kampfsport und Fitness nicht nur im gesellschaftlichen Mainstream im Trend liegen, sondern auch in der Neonazi-Szene an Faszination gewinnen konnte.

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Südtiroler Band Frei.Wild: Ein einfaches Identitätsangebot

Quelle: Deutschlandfunk Kultur

Eine Rechtsrock-Band sei Frei.Wild zwar nicht, aber problematisch seien ihre Botschaften allemal. Das sagt Thorsten Hindrichs, Experte für Jugendkulturen. Genau darin liege aber gleichzeitig der deutschlandweite Erfolg der Band.

Frei.Wild ist eine Deutschrock-Band aus der Gemeinde Brixen in Südtirol (Italien). Seit 2002 veröffentlicht die Gruppe Alben, im Jahr 2008 haben sie schließlich ihren Durchbruch, verkaufen massenhaft Platten und spielen in großen Hallen, auch in Deutschland. Auch das neue Album „Rivalen und Rebellen“ ging sofort auf Platz eins der deutschen Charts. Dabei sind Frei.Wild immer wieder gut für Skandale. Kritiker halten sie für rechtsradikal.

Warum sind sie trotzdem so erfolgreich? „Frei.Wild machen ein Identitätsangebot“, sagt Thorsten Hindrichs, der das Forschungsprojekt „Musik und Jugendkulturen“ an der Uni Mainz leitet. „Für Menschen, die darum ringen, wo sie herkommen, wer sie sein wollen und wie das mit ihrer Identität bestellt ist – und da bieten Frei.Wild mit ihrem positiven Bezug auf ihr Heimatkonzept ein sehr einfaches Angebot an.“

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Musikkneipe zeigt klare Kante

Quelle: Der Blick nach Rechts

Gelnhausen – Die Oi!-Band „BirdMountain BootBois“ ist ob ihrer rechtsgerichteten Einstellung inzwischen bei mehreren geplanten Konzerten unerwünscht.

Eigentlich sollte am 15. September in einer Musikkneipe im hessischen Gelnhausen ein Konzert mit den beiden sich selbst der Oi!- und Streetpunkrichtung zurechnenden Bands „BirdMountain BootBois“ (BMBB) aus Alsfeld und „Extrem Unangenehm“ aus Homberg/Ohm stattfinden, was der Betreiber der Lokalität nach Kenntnisnahme der rechtsgerichteten Einstellung zumindest der BMBB- Combo nun ersatzlos gecancelt hat.

Auch der Veranstalter der Alsfelder Tattoo Convention sowie die Konzertorganisatoren aus Neukirchen (Schwalm-Eder-Kreis) hatten zuletzt BMBB aus ihrem Programm genommen (bnr.de berichtete), zu augenscheinlich waren die Kontakte und Verbindungen der Bandmitglieder hinein in die extrem rechte Szene. Nicht zu leugnen ist schließlich die Tatsache, dass BMBB von Subcultural Records betreut wird, einem Nebenprojekt des einschlägigen Labels Oldschool Records von Benjamin E. aus dem Allgäu. (hf)

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Braune Kampfsport-Events

Quelle: Der Blick nach Rechts

06.04.2018 – Für den 9. Juni wird mit martialischer Rhetorik eine Kampfsport-Veranstaltung in Sachsen beworben. Kampfpaarungen soll es auch beim „Schild & Schwert-Festival“ Ende April im sächsischen Ostritz geben.

Martialische Kampfsport-Veranstaltung im Juni; (Screenshot)
Ob auf der Matte oder im Ring, reine Kampfsportveranstaltungen der extrem rechten Szene finden immer mehr Zulauf. Das wachsende Interesse spiegelt nun auch ein Event am 9. Juni in Sachsen wider, das den Namen „Tiwaz“ trägt – die nordische Rune für den Gott Tyr als Symbol für Mut, Ruhm und Kraft.

Der genaue Ort der Zusammenkunft wird nicht preisgegeben. Neben Freefight-Kämpfen soll es am 9. Juni auch Boxduelle geben. Für das braune Spektakel wird bereits im Vorwege mit martialischer Rhetorik die Werbetrommel gerührt. Da heißt es beispielsweise „Frauen vergießen Tränen, Männer vergießen Blut!“

„Fleisch aus Stahl geschaffen“

Mehrere rechte Szenelabel, die Sportbekleidung und entsprechende Ausrüstung anbieten, unterstützen die Organisatoren. Dazu gehören Black Legion (Martin Seidel, Cottbus), Greifvogel Wear (Sebastian Raack, Lindenau), Pride France (Tomasz Szkatulski aus Frankreich) und Wardon. Ebenfalls werden die auch von den „Hammerskins“ mitorganisierte Veranstaltungsreihe „Kampf der Nibelungen“ aus dem Raum Dortmund sowie der Sonnenkreuzvertrieb von Frank Kraemer aus Eitorf als Unterstützer genannt. Auch Wardon mit seiner Maxime des sportlichen Körperkults in Anlehnung an den Nationalsozialismus bedient sich der martialischen Sprache und schreibt auf seiner Facebook-Seite: „Für Wardon ist es eine Selbstverständlichkeit, dort Unterstützung zu leisten, wo Fleisch aus Stahl geschaffen wird.“ Pride France-Gründer Szkatulski, selbst Kampfsportler, kündigt bereits an: „Pride France come with fighter“.

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Juristisches Nachspiel für Neonazi-Bands

Quelle: MDR Thüringen

„Sieg Heil“-Rufe, verfassungsfeindliche Kennzeichen und volksverhetzende Texte: Einige rechtsextreme Bands müssen nach ihrem Auftritt in Themar mit Konsequenzen rechnen.

Das rechtsextreme Großkonzert Mitte Juli 2017 in Themar hat für einige der beteiligten Bands juristische Folgen. Eine Sprecherin des Amtsgerichts Hildburghausen sagte, gegen den Sänger der Neonazi-Band „Blutzeugen“ sei ein Strafbefehl in Höhe von 1.500 Euro wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ergangen. Der Dresdner habe dagegen Einspruch eingelegt, ein Verhandlungstermin stehe noch nicht fest. Nach MDR-Informationen soll Laszlo K. während des Auftritts seiner Band mehrfach die Worte „Sieg Heil“ im Refrain eines Liedes gesungen haben.
Auch gegen den Sänger der rechtsextremen Band „Stahlgewitter“ ist laut Amtsgericht im Zusammenhang mit dem Konzert Anklage wegen Volksverhetzung in zwei Fällen erhoben worden. Daniel Giese soll während des Auftritts zwei Lieder mit volksverhetzenden Inhalten gesungen haben. Auch in diesem Fall steht der Prozesstermin noch nicht fest.

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Bürgermeister wehren sich gegen Neonazi-Festival

Quelle: Spiegel Online

„Wer Menschenrechte infrage stellt, ist hier nicht willkommen“: Am Geburtstag Adolf Hitlers soll ein Neonazi-Festival im Osten Sachsens stattfinden. Dagegen protestieren jetzt 40 Bürgermeister.

„Wir wollen und wir brauchen in der Oberlausitz kein rechtsextremes Festival! Nicht in Ostritz, nicht anderswo! Wer Menschenrechte infrage stellt, Bezüge zu einem verbrecherischen System herstellt, wer Demokratie und Pluralismus bekämpft – der ist hier nicht willkommen, dem soll unsere Region kein Zuhause werden“, heißt es unter anderem.

Die Erklärung wurde auch dem sächsischen Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) überreicht, der im Landkreis Görlitz unterwegs war. Kretschmer hatte sich bereits vor ein paar Tagen dafür ausgesprochen, das Rechtsrockfestival nicht tatenlos hinzunehmen.

Zu dem Festival auf einem Privatgrundstück werden 800 Teilnehmer erwartet. Die Zahl rechtsextremer Konzerte in Deutschland hat zuletzt stark zugenommen und ist so hoch wie seit dem Jahr 2005 nicht mehr.

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