Archiv der Kategorie 'Rechtsrock'

VOICE OF ANGER ERNEUT IN THEMAR VERTRETEN

Auch Voice of Anger aus dem #Allgäu erneut bei riesigem #Nazi-Fest in #Themar:

Mehr als 1000 Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet, der Schweiz, Tschechien, Polen, Slowakei und Italien trafen sich am Samstag in Themar zum Rock gegen Links. Wie bei den beiden Vorangegangen Events in dem kleinen Ort in Südthüringen waren erneut Mitglieder der Allgäuer Neonazi-Kameradschaft Voice of Anger (VoA) mit von der Partie.

Zum mittlerweile dritten Mal dieses Jahr feierten über 1000 Neonazis in Themar. Die Rechtsrockkonzerte wurden als politische Kundgebung angemeldet. Laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunk soll neben dem aus der Oberpfalz stammenden NPD-Funktionär Patrick Schröder ein Neonazi aus dem Raum Nürnberg in die Organisation der Konzerte involviert sein, der Mitglied der Hammerskins sei. Die Organisation verstehe sich als elitärer Zirkel von Nazi-Skinheads und stehe der »White Power«-Bewegung nahe.

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WIEDER NAZI-PARTY IN HÜCKELHOVEN – BAAL

Quelle: AK Antifa Aachen

In der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 2017 fand im „Bürgerhaus Baal“ eine von Neonazis organisierte „Ballermann Party“ statt. Veranstaltet wurde die, ursprünglich für Aachen angekündigte, Party von der Partei „Die Rechte Aachen/Heinsberg“ und deren Projektgruppe „Syndikat 52“. Diese sind Nachfolgeorganisationen der 2012 verbotenen „Kameradschaft Aachener Land“.

Die Veranstaltung wurde konspirativ organisiert, das heißt der Veranstaltungsort wurde nicht veröffentlicht. Stattdessen wurde die Anreise, wie üblich bei derartigen Neonazievents, über eine Infonummer oder die Facebookseite von „S52“ organisiert. Bei Anruf wurden die Besucher_innen zu einem Schleusungspunkt in Übach-Palenberg geschickt. Dort wurde dann der Veranstaltungsort an vermeintliche Besucher_innen der Party von den dort postierten Nazis Manuel H., Geraldine G. sowie Jan R. (alle aus Aachen) und anderen weitergegeben.

Ab 19h fanden sich einige Dutzend Nazis, maßgeblich aus den Kreisen Aachen, Heinsberg, Düren und Euskirchen, im „Bürgerhaus Baal“ ein.

Die „Ballermann Party“ war offiziell durch die „A. Engelhardt GmbH“ lizenziert. Der Markenname ist geschützt. Eine Antwort der Marke auf die Frage warum der Name auch militanten Neonazis zur Verfügung gestellt wird blieb aus. Die Lizenz wurde den Neonazis weiter gewährt, obwohl die GmbH frühzeitig über die Hintergründe der Veranstaltung informiert war.

Dies ist schon die zweite Nazi-Party dieses Jahr in Hückelhoven – Baal. Erst im April feierte der Neonazi Patrick G. aus Linnich im ortsansässigen Clubhaus des „Outlaws MC“ seinen Geburtstag. Der Auftritt der Rechtsrockband „Kategorie C“ auf dieser Veranstaltung wurde durch das Verwaltungsgericht untersagt und konnte nur in Begleitung von massiven Polizeikontrollen stattfinden.

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Rechtsrock in Kundgebungs-„Verpackung“

Quelle: Blick nach Rechts

24.10.2017 – Unter dem Motto „Rock gegen Links“ findet am Samstag im südthüringischen Themar erneut ein braunes Musik-Spektakel mit angekündigten Rednern statt. Gelistet sind für das Event neun einschlägige Szene-Band, davon zwei aus Übersee.

Bereits am 28. Oktober soll es im thüringischen Themar (Landkreis Hildburghausen) wieder ein Rechtsrock-Meeting geben. Für den Titel „Rock gegen Links“ zeichnet unfreiwillig eine aus dem Zusammenhang gerissene unbedachte Äußerung von SPD-Justizminister Heiko Maas verantwortlich. Die Zusammenkunft am Samstag wurde als politische Kundgebung angemeldet, stellt von der Aufmachung aber nichts anderes dar als eine Konzertveranstaltung mit mehreren einschlägigen Szene-Bands, zu denen auch „Fortress“ aus Australien und „Blue Eyed Devils“ aus den USA gehören.

Als Veranstalter agiert Patrick Schröder, NPD-Funktionär aus dem oberpfälzischen Mantel, Betreiber des Szeneportals FSN.tv und verantwortlich für das Modelabel Ansgar Aryan. Jüngst war Schröder noch Besucher am Stand des Antaios-Verlags auf der Frankfurter Buchmesse. Die für Themar angekündigten Reden unter anderem von NPD-Bundesorganisationsleiter Sebastian Schmidtke aus Berlin und dem als „Mic Revolt“ bekannten NS-Rapmusiker und der Partei „Der III. Weg“ zuzurechnende Michael Zeise aus dem nahen Apolda bilden bei dem Treffen nur den formalen Rahmen. Im Fokus steht augenscheinlich die Musik und die Szene-Vermarktung mit etlichen Verkaufsständen. Nicht von ungefähr werden in der Bewerbung der Veranstaltung PC Records aus Chemnitz, Front Records aus Lossatal bei Leipzig und Rebel Records aus Cottbus als Unterstützer genannt.

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Rechtes Terrornetzwerk „Combat 18“ bei RechtsRock-Konzert in Themar eingebunden

Quelle: Haskala

Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, hatte mit mehreren Kleinen Anfragen die im Juli 2017 stattgefundenen RechtsRock-Konzerte in Themar detailliert thematisiert. Sie erklärt dazu: „Dass bei dem RechtsRock-Konzert am 15. Juli in Themar auch ‚Combat 18‘ in die Helferstrukturen eingebunden war, beweist erneut den Charakter der Veranstaltung: die Vernetzung der militanten Neonazi-Szene aus Deutschland und Europa.“ Bei Combat 18 handelt es sich um eine neonazistisch-terroristische Organisation, die als bewaffneter Arm von „Blood & Honour“ gegründet wurde und nach dem Prinzip des führerlosen Widerstands (Leaderless Resistance) – ähnlich wie der NSU – agiert, ergänzt König-Preuss. Blood & Honour wurde im Jahr 2000 in Deutschland verboten.

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Siehe auch: Rechte Offensive in der Provinz

Enttäuschung und Entsetzen

Quelle: Neues Deutschland

Die Einwohner im thüringischen Themar sehen sich mit einem weiteren Neonazi-Konzert konfrontiert

Es sind zwei Gefühle, die diesen Abend in Themar prägen; einen Abend, an dem wieder viele Menschen in ein Gemeindezentrum in die Mitte des Ortes gekommen sind, um darüber zu reden, wie die Lage in der Stadt ist, in der im Sommer die größte Neonazi-Musikveranstaltung in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges stattfand. Etwa 6000 Rechtsextreme aus ganz Europa waren im Juli nach Themar gekommen und hatten sich so sehr am Hassrock berauscht, dass mitten in der Nacht Hunderte Neonazis den rechten Arm nach oben warfen und »Sieg Heil« brüllten, während Polizisten – von denen zu wenige vor Ort waren – zusahen und zuhörten.

Dass wieder so viele Menschen – es dürften etwa 100 sein – in das Gemeindezentrum gekommen sind, dürfte auch damit zusammenhängen, dass sich bewahrheitet, was viele unmittelbar nach diesem Konzert vorausgesagt hatten: Solange man ihnen nicht entschlossen entgegentritt, werden die Rechten immer wieder nach Themar kommen; vor allem, weil ihnen dort ein Grundstückseigentümer eine große Wiese zur Verfügung stellt. Nun, für den 28. Oktober, ist erneut ein Rechtsrock-Konzert an genau diesem Ort angemeldet. Nach Angaben des Landratsamtes Hildburghausen, in dessen Zuständigkeit Themar liegt, rechnet der Veranstalter mit etwa 750 Teilnehmern; wobei es sich von selbst versteht, dass auch dieses Hasskonzert wieder unter dem Deckmantel der Versammlungsfreiheit als politische Kundgebung aufgezogen wird.

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Siehe auch: Erneut Rechtsrock-Konzert in Themar geplant

Wie die ‚Bild‘-Zeitung eine Massenschlägerei unter Linken erfand

Quelle: Vice

„Sie dachten, es wären Rechte: Linke verprügeln aus Versehen Linke!“, berichtete die Bild-Zeitung am Sonntag. Stattgefunden haben soll die Massenschlägerei Freitagnacht in Leipzig-Connewitz, das als linksautonomes Zentrum der Stadt gilt. „20 Vermummte mit Schlagstöcken und Pfefferspray“ – mutmaßlich Linke – hätten eine Gruppe von sechs Personen angegriffen – ebenfalls mutmaßlich Linke – und das alles aufgrund eines Missverständnisses. Die skurrile Meldung wurde auf Facebook über 20.000 Mal geteilt, auch vom AfD-Bundestagsabgeordneten Jens Maier. Er wittert die Antifa dahinter und kommentierte: „In […] Leipzig herrscht seit Längerem die rote SA.“ Maiers Berliner AfD-Kollege Carsten Ubbelohde schrieb auf Twitter: „Solche Geschichten kann man sich nicht ausdenken … #Antifa“. Kann man sich eben doch, denn der Bild-Bericht ist mehr als fraglich.

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…Im Zweifel für mich!

Krawallbrüder und ihr Umfeld:

Eine der bekanntesten und kommerziell erfolgreichsten Bands aus der Skinheadszene sind seit Jahren die Krawallbrüder. Neben dumpfen Männlichkeitskult, Sexismus und Hedonismus wird ihnen auch seit Jahren Verbindungen zu Neonazis vorgeworfen oder zumindest keine eindeutige Positionierung. Aber was ist da eigentlich dran?

Die Krawallbrüder gründeten sich 1993 im Saarland unter dem Namen Frontal, benannten sich nach einer Ermittlung vom VS, da es eine offen neonazistische Band namens „Frontal“ gab dann in „Krawallbrüder“ um. Laut eigener Aussage gab es in der Gründungszeit Kontakte zu rechten Skinheads in Saarlouis, von welchen sich zwar später distanziert wurde, Verbindungen ins teils rechtsextreme Milieu bestehen aber nach wie vor. So fungierten beispielsweise Frei.Wild. Als Vorband der Krawallbrüder und auf dem Label „KB-Records“ des Frontsängers Pascal sind diverse rechte Bands zu finden die personelle Beziehungen in Blood&Honour Strukturen pflegen. Die Band selbst spendet regelmäßig an linke Vereine, propagiert in ihren Texten aber eben auch den Zusammenhalt einer Szene, wo es egal ist wie jemand politisch drauf ist, womit eben Neo-Faschist*innen in die Hände gespielt wird.

Auf dem Label „KB-Records“ sind beispielsweise die „Prolligans“. Die Prolligans können als eine Vorzeigeband der Grauzone bezeichnet werden, auf ihreer Erstveröffentlichung „Allzeit Bereit“ die als kostenlose Beilage bei Bestellung bei KB-Records dabei war, heißt es im Song „Prolligans“ noch:

„Wir Vereinigen Punks Und Skinheads Mit Zünftigen Parolen Wir Ziehen Durch Die Gassen –Unser Hobby Nazis Versohlen Hier Kommt Die Volle Dröhnung Der Suff Ist Unser Leben Das Aroma Der Verwöhnung – Jetzt Lassen Wir Die Bude Beben“

wenige Jahre später wird allerdings mit der schwedischen Blood&Honour-Band Pitbullfarm aufgetreten und Sänger Norbert tritt in Shirts dieser Band ebenfalls auf.

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Rechtsextreme Schattenboxer

Quelle: Blick nach Rechts

19.10.2017 – Beim „Kampf der Nibelungen“ versammelten sich am vergangenen Samstag mehrere hundert Rechtsextreme. Experten und Beobachter betonen die Bedeutung des Kampfsport-Events für die Szene und mahnen die Sicherheitsbehörden zu genauerem Hinsehen.

Die Antwort auf die Frage, wer im „Schattenboxen“ um das rechtsextreme Kampfsport-Event „Kampf der Nibelungen“ (bnr.de berichtete) gesiegt hat, ist eindeutig: Während die konspirativ organisierte Veranstaltung in den vergangenen vier Jahren nie mehr als 200 Teilnehmer anzog, hat sich die Zahl der Teilnehmer in diesem Jahr verdreifacht. Bis zu 600 Menschen waren Polizeiangaben zufolge am Samstagabend nach Kirchhundem im Sauerland gekommen, um im dortigen Schützenhaus entweder selbst zu kämpfen oder anderen dabei zuzuschauen.

Bis zuletzt war es den Organisatoren gelungen, den rechtsextremen Charakter der Veranstaltung vor dem Vermieter der Halle, dem Schützenverein Kirchhundem, geheim zu halten. Dieser zeigte sich wenig später vollkommen überrumpelt und distanzierte sich umgehend von dem braunen Treiben seinen Räumen.

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Siehe auch: Nazis prügeln sich

Punkbands rechter Coleur

Quelle: Blick nach Rechts

21.08.2017 – Am Samstag soll in Elbertrebnitz bei Leipzig ein international besetztes Musikspektakel unter der Bezeichung „Sham 2017“ beziehunsweise „Oi! The New Breed“ stattfinden.

Fanzine aus dem Umfeld von RAC-Punks und -Skinheads; (Screenshot)
Die eintägige Punkveranstaltung unter den beiden Namen „Sham 2017“ und „Oi! The New Breed“ am 26. August wird seit November vergangenen Jahres beworben. Bei den dort auftretenden Bands, die sich gerne einen unpolitischen Anstrich geben, fällt seit Jahren auf, dass sie immer wieder mit Musik-Acts die Bühne teilen, die aus ihrer Sympathie für eine rechte Orientierung kein Blatt vor den Mund nehmen oder gar offen unter dem RAC-Banner (Rock Against Communism) unterwegs sind. Ursprünglich sollte das Meeting im Raum Nordhausen stattfinden. Weil das aber auf Widerstände stieß, soll es nun in einem Gasthof in Elstertrebnitz bei Leipzig über die Bühne gehen.

Kurz vor dem Termin müssen die Organisatoren allerdings eine Absage in Kauf nehmen. Die Allgäuer Combo „Prolligans“, von der Bandmitglieder auch bei Rechtsrock-Bands wie „Faustrecht“, „Hard As Nails“ oder „Smart Violence“ mitwirken oder aktiv waren, cancelt wegen gesundheitlicher Probleme den geplanten Gig. Zum international besetzten Bühnen-Line-Up am Samstag zählen weiterhin „Schusterjungs“ aus Weißenfels, die 1986 in Stockholm gegründeten „Agent Bulldogg“, „Anti Clockwise“ aus Magdeburg und „Haymaker“ aus Prag. Bei den Tschechen spielt auch Tim Steinfort mit, der bis zu deren Auflösung in der niederländischen Combo „Discharger“ Musik machte, die sich ebenfalls dem Vorwurf ausgesetzt sah, sich nicht von rechten Bands distanziert zu haben. Die „Schusterjungs“ traten bereits in Brügge in der Kneipe „De Kastelein“ auf, die es inzwischen nicht mehr gibt. Dort fanden immer wieder Konzerte mit Bands des „Blood&Honour“-Netzwerks statt.

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„Abhitlern“: Polizei guckt zu

Quelle: Panorama

Die Aufregung war groß im Sommer: 6.000 Neonazis fielen im Juli in Themar in Südthüringen ein, bei einem Konzert wurde kollektiv der Arm zum Hitlergruß hochgerissen, von der Bühne schallte es „Sieg Heil“. Jetzt geht aus den Panorama vorliegenden Antworten der thüringischen Landesregierung auf mehrere Anfragen der Linken hervor: Die Polizei ließ die Rechtsextremisten gewähren und schritt trotz wiederholter Gesetzesverstöße nicht ein.

Polizei schaut tatenlos zu

„Abhitlern“ ohne juristische Konsequenzen: In Themar konnten sich Neonazis bei einem als politische Kundgebung angemeldeten Rechtsrock-Festival austoben. Es gibt nur wenige Aufnahmen von dem, was bei der angeblich öffentlichen Versammlung im Juli im Konzertzelt abging, aber die Bilder sind eindeutig: Dutzende oder mehr Neonazis hoben zu lauten „Heil“-Rufen ihre Arme zum Hitlergruß. Das ist eigentlich verboten, doch die Polizei schritt nicht ein.

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„Europa gemeinsam verteidigen“

Quelle: Lotta-Magazin

Grenzüberschreitende Kooperationen der deutschen Neonazi-Szene

Verschiedene Spektren der extremen Rechten arbeiten grenzüberschreitend in Europa zusammen, sei es auf Parteienebene im Europaparlament oder im subkulturellen Bereich in der RechtsRock-Szene. Auch Neonazi-Strukturen wie „Die Rechte“ und „Der III. Weg“ aus Deutschland pflegen Kontakte ins europäische Ausland.
Für europäische Parteien und Strukturen aus dem neonazistischen Spektrum war jahrelang insbesondere die NPD ein wichtiger Partner in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. In den 2000er Jahren war es die Europäische Nationale Front (ENF), in der sich in wechselnden Konstellationen verschiedene neonazistische und neofaschistische Parteien aus Europa vernetzten. Auch die NPD zählte zu den langjährigen Mitgliedsorganisationen der ENF, die in erster Linie durch gemeinsame Treffen und Konferenzen in Erscheinung trat. Regelmäßig europaweit ausgerichtete Treffen organisierte die NPD mit den sogenannten Europakongressen ihrer Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN). Schon Mitte der 1990er Jahre fanden diese Zusammenkünfte mit europä-ischen Partnerorganisationen statt. Der letzte Europakongress wurde am 09./10. Oktober 2015 in Riesa durchgeführt. Gekommen waren Vertreter_innen neofaschistischer Organisationen aus Tschechien, Finnland, Italien, Belgien, Kroatien, Norwegen, Polen, Rumänien, Serbien und Spanien.
Die bundesweit zunehmend an Bedeutung verlierende NPD/JN versucht auf europäischer Ebene aktuell noch über ihren Europaabgeordneten Udo Voigt und den NPD-„Auslandsbeauftragten“ Jens Pühse in der ENF-Nachfolgeorganisation Alliance for Peace and Freedom als internationaler Player aufzutreten. Daneben sind es in der deutschen Neonazi-Szene insbesondere die Kleinstparteien Die Rechte und Der III.Weg, die einen Austausch ins europäische Ausland — vor allem durch Besuche europaweit wichtiger Aufmärsche — pflegen (vgl. Lotta #60, S. 22-24).

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In Bewegung: Jugendkulturen in der extremen Rechten

Quelle: Lotta-Magazin

Unter Jugendlichen ist immer mehr ein Sampeln unterschiedlichster jugendkultureller Elemente festzustellen. Klassische Jugendkulturen lösen sich zunehmend auf, klare Zuordnungen sind oftmals nicht möglich. Jugendkulturelle Identitätsentwürfe sind in Bewegung. Dies betrifft auch die extreme Rechte: „Skinhead“, „Autonomer Nationalist“ oder „Stino“ — was funktioniert für die Szene?
Zentral für Jugendszenen ist, dass sie nicht nur von der jeweils eigenen Gruppe, sondern auch von Außenstehenden wahrgenommen werden. In den 1990er Jahren, als der Skinhead das role model der jugendkulturellen Ausdrucksform der extremen Rechten war, war das zumindest auf den ersten Blick einfach. Selbstverständlich gab es auch damals andere, nicht-rechte Skinheads, doch in der Öffentlichkeit dominierte die Gleichung Skinhead = Neonazi. Umgedreht funktionierte das auch. Wer sich als Jugendlicher oder junger Erwachsener als Neonazi zu erkennen geben wollte, der wurde einfach Skinhead. Und er oder sie spürten sofort die Folgen der zumindest ästhetischen Zuordnung zu dieser Szene. BürgerInnen, MigrantInnen und teilweise auch Linke wechselten bei ihrem Anblick zumeist die Straßenseite. Allmachtsgefühle und -phantasien stellten sich oftmals ein, vor allem dort, wo Skinhead-Gruppen nicht auf Widerstand stießen.

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„Skinhead Way of Life“ und Nazi-Inhalte: Die Band „Smart Violence“

Quelle: Lotta-Magazin

In den vergangenen Jahren erfreuten sich RechtsRock-Bands, die sich stilistisch an Metalcore und Hardcore orientierten, einer großen Beliebtheit in der Szene. Die nordrhein-westfälische Band „Smart Violence“ hält hingegen weiterhin den Skinhead-Kult hoch und möchte zurück zu den angeblichen „glory days of R.A.C.“ Ihre Songtexte drehen sich aber nicht nur um den „Skinhead Way of Life“, sondern sind ebenso deutliche Bekenntnisse zur neonazistischen Ideologie.

Die Band Smart Violence gründete sich 2012 und brachte noch im selben Jahr die Demo-CD „hard hitting skinhead rock“ bei Old School Records, einem der führenden deutschen Label für RechtsRock, heraus. Die Bandmitglieder sind keine Szene-Neulinge, sondern können zum Teil auf jahrelange Erfahrung im neonazistischen Musik-Bereich zurückgreifen. Der Kern der Band besteht aus ehemaligen Mitgliedern der 2002 gegründeten Angry Boot Boys. In Interviews erklärte Smart Violence, sie habe sich gebildet, weil Angry Boot Boys eine längere Pause absolvieren würde. Aufgelöst hätte sich die Band aber nicht.

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Widersprüchliche Wahrnehmungen

Quelle: Lotta-Magazin

Die RechtsRock-Szene zwischen Stagnation und Professionalisierung

RechtsRock gilt als eines der wichtigsten Ausdrucks- und Kommunikationsmittel der extremen Rechten in „jungen Jahren“. Welche Bedeutung hat die Musik aktuell noch für die neonazistische Szene? In diesem Artikel werden einige Schlaglichter auf den derzeitigen Zustand der RechtsRock-Szene geworfen und insbesondere das Geschehen in NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz unter die Lupe genommen.
Während der Nazi-Rock ab Mitte der 1990er Jahre wegen seiner aggressiven Vernichtungsphantasien und den spektakulären Bildern dutzender den Hitlergruß zeigender Neonazis auf Konzerten als Jugendproblem verharmlost im Fokus der Medien stand, hat das öffentliche Interesse für neonazistische Musik in letzter Zeit nachgelassen. Aktuell stehen die Erfolge der AfD und die Herausbildung einer „neuen sozialen Bewegung von rechts“ stärker im Mittelpunkt gesellschaftlicher Auseinandersetzungen mit der extremen Rechten.

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Die neonazistische Musik-Szene: Transnational wie nie

Quelle: Infoportal Meck-Pomm

Von London bis Porto, von Athen bis Helsinki – jede Woche finden europaweit Neonazi-Konzerte statt. Mal kommen nur hundert Zuschauer, mal sind es mehrere tausend. Und oft stehen deutsche Bands auf der Bühne.

Die Rechtsrock-Szene ist gut vernetzt und bietet eine lukrative Einnahmequelle sowohl für Musikverlage als auch für Organisationen wie Blood & Honour oder neonazistische Kameradschaften. Bei keinem anderen Bereich des Rechtsextremismus haben internationale Verbindungen größere Relevanz als bei der Musik. Wie und warum funktioniert diese Zusammenarbeit in einer nationalistischen Szene? Wie weit reichen die Netzwerke? Und welche Ziele haben sie?

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Zu rechts für’s Oi-Konzert

Quelle: Der Blick nach Rechts

12.10.2017 – Wegen ihrer Verbindungen in Neonazi-Kreise wurde die Band „Southern Rebels“ am Donnerstag von einem Konzert in Augsburg ausgeladen. Die Skinhead-Rocker sollten am 21. Oktober zusammen mit unpolitischen und Grauzone-Bands ein Konzert in Augsburg geben.

14 Euro sollte es kosten, das „Herbst GrOIl Konzi“. Auf der Facebook-Seite des Veranstalters des Konzerts in der Augsburger Kradhalle heißt es, auf „Antifa und Naziköpfe können wir verzichten“. Telefonisch darauf angesprochen, dass die „Southern Rebels“ Verbindungen in Neonazi-Kreise unterhielten, sagte der Veranstalter Tobias L. am Donnerstag zunächst, dass ihm die Teilnahme zwei der Bandmitglieder an einem Neonazi-Konzert bekannt sei. Diese seien damit konfrontiert worden und hätten sich schriftlich vom Rechtsextremismus distanziert. Trotzdem werde er die Vorwürfe gegenüber der Band prüfen und dann über eine mögliche Absage entscheiden.

Wenige Minuten nach dem Telefonat teilte L. über seinen privaten Facebook-Account mit, man habe „über mehrere Ecken erfahren das eine Unserer Bands in der Rechten Ecke Aktiv ist das wollen und tolerieren wir nicht“. (Fehler im Original) Man habe die Band aus dem Programm genommen. Wenig später schreiben die „Southern Rebels“ auf Facebook: „Aufgrund medialer Hetze und dem schlechten Ruf unseres Labels wurden wir ausgeladen!“ Ein weiteres Konzert mit den „Southern Rebels“ ist am 8. Dezember in Berlin geplant.

Bei dem Konzert in der Augsburger Kradhalle am 21. Oktober sollten dem ursprünglichen Flyer nach die „Southern Rebels“ aus Landsberg, die wegen umstrittener Auftritte – etwa im Thüringer Rechtsrock-Lokal „Skinhouse Menfis“ – als Grauzone-Band geltende Gruppe „Lammkotze“ aus Baden-Württemberg sowie die Streetrock-Band „Promilleritter“ aus Neu-Ulm und die „Sachsenjungs“ aus Freiberg spielen. Die Punkrock Band „Die Römer“ aus Friedberg sollte ebenfalls performen, hat ihren Auftritt aber einen Monat vor dem Konzert laut Veranstalter wegen beruflicher Gründe abgesagt. Auch die „Sachsenjungs“ tauchen auf einer aktualisierten Version des Konzert-Flyers nicht mehr auf, dafür sollen „Hardfive“ einspringen.

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Martialische „NS Black-Metal“-Töne

Quelle: Blick nach Rechts

09.10.2017 – In Kiew in der Ukraine findet kurz vor Weihnachten unter dem Titel „Asgardsrei“ ein Spektakel mit sechs NSBM-Bands statt, organisiert von dem Szene-Label „Militant-Zone“. Mit dabei ist auch die einschlägige Kultband „Absurd“.

Am 16. Dezember soll es in Kiew zu einem europäischen „Gipfeltreffen“ von sechs einschlägigen NSBM-Bands kommen. Wie bereits im Vorjahr versammeln sich dort Musiker der Richtung „National Socialist Black Metal“ unter dem Veranstaltungstitel „Asgardsrei“, der identisch ist mit einer Veröffentlichung der Thüringer Band „Absurd“ aus dem Jahr 1999.

Es verwundert nicht wirklich, dass „Absurd“ dieses Jahr zum dortigen Line-Up gehört. Hendrik Möbus als Ikone der Band besuchte vergangenes Jahr ebenfalls kurz vor Weihnachten das eintägige Festival in der ukrainischen Hauptstadt. Ihm zu Ehren spielten Bands auf der Bühne „Absurd“-Stücke. Die Thüringer Combo hat sich in den vergangenen Jahren sehr rar gemacht, spielte nur sehr selten live. Seit langem wird daher auch immer wieder über die häufiger wechselnde Besetzung spekuliert, ob Hendrik Möbus nun der Kopf ist, oder doch sein älterer Bruder Ronald das Sagen hat.

Der heute 41-jährige Hendrik Möbus, als „Satansmörder von Sondershausen“ bekannt, war in der Vergangenheit rechtskräftig zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Er wurde zunächst vorzeitig mit der Auflage einer Bewährung aus der Haft entlassen, fiel dann mit neonazistischen Handlungen und rassistischen Äußerungen auf, weshalb die Bewährung widerrufen wurde. Hendrik Möbus flüchtete vor seiner erneuten Inhaftierung zu William Pierce von der rechtsextremen „National Alliance“ in die USA. Mit einem Asylantrag dort scheiterte er, wurde nach Deutschland ausgeliefert und saß dann eine Reststrafe ab.

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Ein Neo­nazi war ein Jahr lang Rich­ter in Ober­fran­ken

Quelle: Braune Soß aus Nordbayern

Die Kanz­lei von MAIK BUNZEL, ei­nem jun­gen Rechts­an­walt, be­fin­det sich im bran­den­bur­gi­schen Cott­bus. Auf ei­ner Home­page wird für seine Ex­per­tise im Straf- und Ver­kehrs­recht ge­wor­ben. In ei­nem kurz ge­fass­ten Le­bens­lauf wird un­ter an­de­rem auf seine ein­jäh­rige Tä­tig­keit als Rich­ter am Amts­ge­richt im ober­frän­ki­schen Lich­ten­fels hin­ge­wie­sen. Wie konnte es dazu kom­men, dass ein Neo­nazi ein Jahr lang un­ge­stört als Rich­ter in Ober­fran­ken ar­bei­tete?

Ein baye­ri­scher Rich­ter mit Rechts­rock-Ver­gan­gen­heit und gu­ten Kon­tak­ten zur Neo­nazi-Szene
MAIK BUNZEL ver­legte im Ok­to­ber 2013 sei­nen Erst­wohn­sitz nach Bay­ern, und zwar ins ober­frän­ki­sche Main­leus. Von da an ar­bei­tete er als Amts­rich­ter in Lich­ten­fels, zu­stän­dig vor al­lem für Zi­vil­strei­tig­kei­ten. Am 26. Fe­bruar 2014 teilte der bran­den­bur­gi­sche Ver­fas­sungs­schutz, der den Um­zug BUNZELS of­fen­sicht­lich re­gis­triert hatte, dem baye­ri­schen Ver­fas­sungs­schutz seine Er­kennt­nisse über die ex­trem rechte Kar­riere des Man­nes mit. Die baye­ri­sche Po­li­zei wurde sei­tens des Po­li­zei­prä­si­di­ums Ebers­walde eben­falls ent­spre­chend in­for­miert. BUNZEL lan­dete so­mit in den ent­spre­chen­den Staats­schutz-Dateien.
In der ge­heim­dienst­li­chen „Er­kennt­nis­mit­tei­lung“ aus Bran­den­burg wur­den BUNZELS Ak­ti­vi­tä­ten in der ex­trem rech­ten Szene be­schrie­ben: Seine Mit­glied­schaft in der mitt­ler­weile ver­bo­te­nen neo­na­zis­ti­schen WIDERSTANDSBEWEGUNG SÜDBRANDENBURG, seine „Kon­takte in die na­tio­nale und in­ter­na­tio­nale rechts­ex­treme Szene“. Mit sei­ner Band HASSGESANG war er auf ver­schie­de­nen neo­na­zis­ti­schen Schul­hof-CDs ver­tre­ten ge­we­sen. Ent­spre­chende ex­trem rechte Ton­trä­ger seien im Juni 2007 in Wun­sie­del so­wie in Cham, im Sep­tem­ber 2009 in Kro­nach so­wie im Fe­bruar 2013 in Hös­bach ver­teilt wor­den.

In Bran­den­burg war die Nazi-Band HASSGESANG mit ih­rem Front­mann MAIK BUNZEL den Be­hör­den wohl be­kannt. Ent­spre­chende Ein­träge fin­den sich in den dor­ti­gen Ver­fas­sungs­schutz-Be­rich­ten von 2006 bis 2013. Ge­gen „den Ur­he­ber“ der Hass­ge­sang-CD „Bis zum letz­ten Trop­fen Blut“ ist im Jahr 2008 ein Ur­teil des Amts­ge­richts Cott­bus we­gen öffent­li­cher Auf­for­de­rung zu Straf­ta­ten und Volks­ver­het­zung in Höhe ei­ner Geld­strafe von 60 Ta­ges­sät­zen er­gan­gen. Dazu passt: Noch im Jahr 2013 wurde die „Hassgesang“-CD „Ge­ne­ra­tion, die sich wehrt“ in den Teil A der In­di­zie­rungs-Liste der Bun­des­prüf­stelle für ju­gend­ge­fähr­dende Me­dien auf­ge­nom­men.

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Dos­sier: Bran­den­bur­ger Neo­nazi Sven Sch.

Quelle: NSU-Watch Brandenburg

Sven Sch., Jahr­gang 1978, ist ein bran­den­bur­gi­scher Neo­nazi und war Funk­tio­när des mi­li­tan­ten Blood-&-Honour-Netzwerkes. Er gab In­for­ma­tio­nen un­ter an­de­rem an das bran­den­bur­gi­sche Lan­des­kri­mi­nal­amt wei­ter und un­ter­hielt ein en­ges Ver­hält­nis zur Po­li­zei. In der Neo­na­zi­szene wurde er in der Folge als Ver­rä­ter ge­mie­den. Er war ver­netzt mit Neo­na­zis aus Pots­dam und Um­ge­bung, die im Ver­dacht stan­den, an den An­schlä­gen der Na­tio­na­len Be­we­gung be­tei­ligt ge­we­sen zu sein.

Sven Sch. galt bis zum Ver­bot von Blood & Ho­nour im Jahr 2000 als ein An­füh­rer der Sek­tion Bran­den­burg und zu­dem als „Kas­sen­wart“ der Dach­or­ga­ni­sa­tion Blood & Ho­nour Deutsch­land. Bei ei­ner Durch­su­chung sei­ner Woh­nung in Bork­walde (Pots­dam-Mit­tel­mark) wurde ein Spar­buch mit 73.000 D-Mark si­cher­ge­stellt – die „Kriegs­kasse“ von Blood & Ho­nour Deutsch­land.

Sch. war im Jahr 2000 an der Ver­brei­tung der il­le­gal pro­du­zier­ten und kon­spi­ra­tiv ver­trie­be­nen CD „Ran an den Feind“ der Neo­nazi-Band Land­ser be­tei­ligt. Er hatte 500 CDs zum Wei­ter­ver­trieb be­stellt. Den Druck des Book­lets die­ser CD hatte der Ver­fas­sungs­schutz-V-Mann Toni Stad­ler or­ga­ni­siert. Im glei­chen Jahr war Sch. an der Ar­beit für den „Bran­den­burg-Sam­pler“ von Blood & Ho­nour mit Bran­den­bur­ger und Ber­li­ner Neo­nazi-Bands be­tei­ligt. An­fang 2000 war Sven Sch. zu­sam­men mit Ste­fan Rietz und Dirk H., zwei wei­te­ren Bran­den­bur­ger Blood-&-Honour-Ak­ti­vis­ten auf dem Weg zu ei­nem Neo­nazi-Kon­zert in Schwe­den fest­ge­nom­men wor­den.

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Dos­sier: Neo­nazi-Mu­si­ker Uwe Men­zel

Quelle: NSU-Watch Brandenburg

Uwe Men­zel ist ein 1974 ge­bo­re­ner Pots­da­mer Neo­nazi, der seit den 1990er Jah­ren als Mu­si­ker in di­ver­sen Rechts­rock­bands (u.a. Pro­is­sen­heads, Uwo­caust) tä­tig ist und eine Schlüs­sel­fi­gur in der bran­den­bur­gi­schen Rechts­rock­szene ein­nimmt. Seit An­fang der 1990er Jahre be­wegt er sich in der neo­na­zis­ti­schen Szene.

1993 grün­dete er die Band Pro­is­sen­heads, in der er als Sän­ger fun­gierte und die eine der ers­ten bran­den­bur­gi­schen Rechts­rock­bands war, die im Rah­men der „ak­zep­tie­ren­den So­zi­al­ar­beit“ ei­nen Pro­be­raum in ei­nem städ­ti­schen Ju­gend­club nut­zen konnte. In­ner­halb we­ni­ger Jahre er­spielte sich die Band ei­nen ho­hen Be­kannt­heits­grad in der Bun­des­re­pu­blik, was auch die Ver­net­zung in an­dere Städte för­derte. Gute, teils freund­schaft­li­che Kon­takte be­stan­den seit spä­tes­tens 1997 zu den säch­si­schen Blood-&-Honour-Füh­rungs­fi­gu­ren Jan Wer­ner und Tho­mas Starke, also wich­ti­gen Un­ter­stüt­zern des NSU-Trios. Men­zel soll ein häu­fi­ger Gast bei Blood-&- Ho­nour-Kon­zer­ten in Chem­nitz und Um­land ge­we­sen sein. So war er über diese Ver­bin­dung auch in das fi­nan­zi­ell er­trag­rei­che trans­na­tio­nale Be­zie­hungs­ge­flecht neo­na­zis­ti­scher Mu­sik­netz­werke ein­ge­bun­den. Im April 1997 sollte in Buf­falo (USA) ein Kon­zert mit ver­schie­de­nen Neo­nazi-Bands, un­ter an­de­rem mit der US-Gruppe Blue Eyed De­vils statt­fin­den. Dazu reiste eine Gruppe deut­scher Neo­na­zis an, zu der ne­ben An­dreas Graupner, Jens Schaar­schmidt, Tho­mas Starke und auch Uwe Men­zel ge­hör­ten. Die­sem Be­such folgte ein Ge­gen­be­such. Im Som­mer 1997 spiel­ten die Pro­is­sen­heads und die Blue Eyed De­vils ge­mein­sam in An­klam. Ein Mit­glied der Blue Eyed De­vils, Wade Mi­chael Page, er­schoss 2012 in ei­nem Sikh-Tem­pel sechs Men­schen aus ras­sis­ti­schen Mo­ti­ven.

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