Archiv der Kategorie 'Rechtsterrorismus'

Combat 18: Neonazi wegen Munitionsschmuggels zu Freiheitsstrafe verurteilt

Quelle: Störungsmelder

Ein Neonazi aus Hessen ist wegen Einfuhr von Munitionen vom Amtsgericht Hof zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Der 27-Jährige soll an einer Schießübung deutscher Neonazis der Gruppe Combat 18 in Tschechien teilgenommen und danach Munition nach Deutschland geschmuggelt haben.

Eigentlich könnte es ein Prozess ohne politische Brisanz sein. Ein Mann führt Munition nach Deutschland ein und wird dafür belangt. Doch was am Amtsgericht Hof verhandelt wurde, hat es in sich: Tobias V. aus Hessen wird beschuldigt, 24 Schuss Munition illegal nach Deutschland eingeführt zu haben. Darunter Munition mit immenser Durchschlagskraft, wie sie bei Sturmgewehren zum Einsatz kommt. Der Anwalt von Tobias V. erklärt zu Beginn des Prozesses, sein Mandant bekenne sich schuldig, möchte darüber hinaus aber keine weiteren Angaben machen.

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Was Rechtsrock, Musikfestivals und rechter Terrorismus miteinander zu tun haben

Quelle: Watson

Die Bilder von einem Neonazi-Festival im thüringischen Themar haben im vergangenen Jahr schockiert: Hitlergrüße, Sieg-Heil-Rufe und volksverhetzende Botschaften auf den T-Shirts von Besuchern.

Am vergangenen Wochenende gab es dann erneut ein Neonazi-Festival, diesmal in der sächsischen Kleinstadt Ostritz, nur durch den Grenzfluss Neiße vom benachbarten Polen getrennt. Wieder musste die Polizei wegen verbotenen Symbolen auf T-Shirts eingreifen. Und wieder war das Festival nicht etwa als kommerzielle Veranstaltung angemeldet, wie „Rock am Ring“ oder „Wacken“, sondern als politische Versammlung.

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Ostritz: die Propagandashow der NPD

Quelle: Störungsmelder

Die NPD lädt ein – und 1.000 Neonazis folgen: Im sächsischen Ostritz haben Rechtsextreme an diesem Wochenende hemmungslos gefeiert. Das Festival wird zu einer großen Werbeveranstaltung der Nazipartei.

Als sich am Samstagnachmittag die Tore zum Hotel Neißeblick im sächsischen Ostritz öffnen, strömen Reporter ohne Sinn und Verstand hinein. Auf dem Gelände vor der Herberge steht ein Tisch, 80 Journalisten drängeln und schubsen. „Ich stand hier aber eher!“, brüllt einer von ihnen einen anderen an. Kollegen müssen die Kontrahenten trennen.

An dem Tisch sitzt ein Mann und bittet um Ordnung: Thorsten Heise, Neonazi, NPD-Politiker und Veranstalter des rechtsextremen Netzwerktreffens Schild und Schwert. An diesem Wochenende lockt das Festival nach Polizeischätzungen rund 1.000 Neonazis in das Städtchen an der Grenze zu Polen. Mit Rechten, Gegendemonstranten und Polizisten platzt der 2.400-Einwohner-Ort aus allen Nähten.

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Siehe auch: Volksfest für Rechtsaußen
„Schild und Schwert“-Festival in Ostritz: Unter Belagerung
Wellness für Neonazis

Bildergalerien:
Presseservice Rathenow

Mutmaßliche Terrorgruppe „Nordadler“

Quelle: Der Blick nach Rechts

17.04.2018 – Razzia im Auftrag der Generalbundesanwaltschaft bei mehreren Personen in Norddeutschland. Sie stehen im Verdacht, Anschläge auf politische Gegner „in Erwägung“ gezogen zu haben.

Erstaunlich viele Rechte wussten von der Existenz der heute aufgeflogenen mutmaßlichen Terrorgruppe „Nordadler“. Vom AfD-Ratsherr aus Papenburg über die Vorsitzende des „Rings Nationaler Frauen“, dem Hamburger NPD-Vorsitzenden, dem stellvertretenden NPD-Vorsitzenden aus dem Eichsfeld, den „Patrioten für Niedersachsen“, dem niedersächsischen NPD-Chef bis hin zum bekannten Neonazi Meinolf Schönborn kannten offenbar viele die Gruppe um Wladislav S. und Patrick S., etwa 1600 User sollen sie gelikt haben.

Heute im Morgengrauen gingen Polizeibeamte im Auftrag der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe gegen die beiden Männer aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie zwei weitere aus dem Großraum Bremen und dem Emsland vor. Die Gruppe steht im Verdacht, Anschläge auf politische Gegner „in Erwägung“ gezogen zu haben. Die Mitglieder sollen sich bemüht haben, an Waffen, Munition und Baumaterial für Brand- und Sprengvorrichtungen heranzukommen. Gefunden wurde anscheinend nichts davon, Datenträger aber beschlagnahmt. Festnahmen gab es nicht.

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Siehe auch: Terrorgruppe Nordadler: Rechtsextreme wollten Waffen und Material zum Bombenbau beschaffen

DIE RÜCKKEHR VON „BLOOD & HONOUR“ UND DEM BEWAFFNETEN ARM „COMBAT 18″

Quelle: Beltower News

In einer Zeit, in der europaweit rassistische Bewegungen gegen Geflüchtete und Muslime hetzen und vor dem drohenden „Volkstod“ warnen, erhält die Idee eines „bewaffneten Kampfes“ zum Erhalt der „arischen Rasse“ im „Blood & Honour“- und „Combat 18“-Milieu neue Aktualität und auch Aufwind.

Von Samira Alshater

Jahrelang galt die elitäre und ultra-rassistische Neonazi-Organisation „Blood & Honour“ („Blut und Ehre“, B&H) und ihr noch militanterer Flügel „Combat 18“ („Kampfgruppe Adolf Hitler) als eine der bedeutendsten rechten Terrorzellen in Deutschland – bis mit „Blood & Honour“ auch „Combat 18“ im Jahr 2000 verboten wurden. Verschwunden ist das Netzwerk seither allerdings nicht – vielmehr verfolgen die Aktivist_innen ihr Ziel, die Vorherrschaft der „weißen Rasse“ in einem Führerstaat nach nationalsozialistischer Prägung, im Untergrund weiter. In jüngster Zeit sind verstärkt Aktivitäten des Netzwerkes in Deutschland wahrnehmbar. So griff die Bundespolizei mit Hilfe der GSG9 in September 2017 ein Dutzend Neonazis aus dem C18-Umfeld an der Deutsch-Tschechischen-Grenze auf. Sie hatten gerade ein Schießtraining im Nachbarland absolviert.

“Einzelne terroristische Aktionen, Anschläge und Gewalttaten, auch selbstmotivierter Einzeltäter, müssen in Betracht gezogen werden”, so Stephan Kramer, Chef des Thüringer Verfassungsschutzes, gegenüber Belltower.News.

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Militante rechte Strukturen

Quelle: Der Blick nach Rechts

Vor 50 Jahren: Attentat auf Rudi Dutschke. Der Schütze Josef Bachmann und sein politisches Umfeld.

Höhepunkt neonazistischer Aktivitäten in der frühen Bundesrepublik war die Synagogen-Schändung zu Weihnachten 1959 in der Dom-Metropole Köln. Von Mord und Terror von Rechts war die junge Republik die ersten Jahrzehnte zunächst verschont geblieben. Dies änderte sich aber dann spätestens Ende der 1960 Jahre.

Der 23-jährige Anstreicher Josef Bachmann (Jg. 1944), ein Leser der „Deutschen National-Zeitung“, schoss vor 50 Jahren, am 11. April 1968, den Studentenführer Rudi Dutschke (Jg. 1940) vor der Zentrale des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) am Kurfürstendamm in Berlin auf offener Straße nieder. Zum Zeitpunkt des Attentates hatte Bachmann, der mit zwölf Jahren aus der DDR in den Westen gekommen war, ein selbst gemaltes Hitler-Porträt an seine Wohnungswand gepinnt und Hitlers „Mein Kampf“ ins Bücherregal gestellt. Im Februar 1970 beging „Seppl“, der bis heute als Einzelgänger gilt, Selbstmord in seiner Zelle.

Vor dem Anschlag auf Dutschke war Bachmann allerdings in der militanten Neonazi-Szene seines niedersächsischen Wohnorts Peine aktiv. Schon als 17-Jähriger hatte er Kontakte zu Rechtsextremisten geknüpft. 1961 traf er in Peine auf Wolfgang Sachse, der örtliche Anhänger der braunen Szene mit Waffen und Munition versorgte. Sachse wusste 2012 dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zu erzählen, dass Bachmann etliche Waffen besessen und diese bei ihm, einem ehrenamtlichen Schießwart auf dem Peiner Schießplatz in Peine, ausprobiert hatte.

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Der Fall Michael Krause

Quelle: Antifa Infoblatt

Am Mittag des 25. Mai 2008 kontrollierten zwei Polizisten in Bayreuth eine Person, die offenbar gerade damit beschäftigt war, an einem Fahrrad einzelne Teile abzubauen und zu stehlen. Dabei handelte es sich um den 54-jährigen Michael Krause, der zu diesem Zeitpunkt schon seit einigen Jahren ohne festen Wohnsitz mit dem Fahrrad in Deutschland unterwegs war. Bei der Kontrolle wies er sich mit einem bereits abgelaufenen deutschen Reisepass aus, weshalb ihm die vorläufige Festnahme und eine Durchsuchung angekündigt wurde. Daraufhin versuchte Krause zu fliehen. Bis dahin kein besonders dramatischer Kriminallfall. Doch Krause zog plötzlich eine Pistole und eröffnete sofort das Feuer auf die beiden Polizisten. Ein Polizist wurde durch Krause verletzt, der andere erwiderte die Schüsse. Obwohl Krause von sechs Schüssen getroffen wurde, konnte er sich vom unmittelbaren Ort des Geschehens entfernen, bevor er sich schließlich selbst erschoss. Wer war dieser Michael Krause und was trieb ihn zu diesem Schusswechsel? Eine erstaunlicherweise kaum (öffentlich) aufgearbeitete Frage – immerhin verstand sich Krause als politisch und hatte eine Vergangenheit in neonazistischen Kreisen.

Politischer Hintergrund

Die Sicherheitsbehörden behandelten den Mordversuch von Anfang an als eine unpolitische Tat. Anderen Spuren wurde nicht weiter nachgegangen. Der deutlichste Hinweis fand sich in den Archiven der ostdeutschen Sicherheitsbehörden. Demnach war Krause als organisierter Neonazi der West-Berliner Szene identifiziert worden. In einer dezentral geführten Kartei über „NPD-Mitglieder in der Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West)“ war durch eine Abteilung der Bezirksverwaltung Berlin eine Karteikarte zu Michael Krause angelegt worden. Darauf ist vermerkt, dass Krause in der NPD-Jugend organisiert gewesen sei. Die Westberliner JN galt in den 1970er Jahren als eng vernetzt mit neonazistischen Terror-Cliquen.

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Polnisch-deutsche Aussöhnung auf die extrem rechte Art?

Quelle: Antifa Infoblatt

In Polen finden nationalistische Gruppierungen, (extrem) rechte Parteien und Neonazis immer stärkeren Zulauf.1 Die politische Selbstverortung der rechten und nationalistischen Gruppierungen war hierbei meist offensiv feindlich gegenüber Deutschland und damit auch deutschen potentiellen Bündnispartnern gewesen. Doch in den letzten Jahren gibt es eine neue Entwicklung in Polen. Einige rechte bis neonazistische Gruppierungen, die früher Deutschland als Nachfolger der nationalsozialistischen Besatzungsmacht angriffen, wünschen sich nun, Polen hätte sich mit NS-Deutschland gegen die Sowjetunion verbündet. Die extreme Rechte tritt immer öfter offen neonazistisch auf und sucht vermehrt den Anschluss an die deutschen Gesinnungskameraden.

Erste Annäherungen im RechtsRock

Die ersten extrem rechten polnisch-deutschen Netzwerke gab es in der Neonazi-­Skinheadszene und im „National Socialist Black Metal“ (NSBM). Seit Mitte der 1990er Jahre gab es in Südwestpolen Neonazis, die sich unter dem Label „Blood & Honour“ (B&H) zusammenschlossen und Kontakte nach Deutschland knüpften. Der wegen Mord verurteilte Thüringer NSBM-Aktivist Hendrik Möbus besuchte das polnische Wrocław 1998 direkt nach seiner Entlassung aus der Haft.2 Deutsche RechtsRock-­Bands wie „Brainwash“, „Painful Awake­ning“ und „Kategorie C“ spielen Konzerte in Polen und polnische Neonazibands wie „Legion Twierdzy Wrocław“ (LTW) , „Dark Fury“ oder „Selbstmord“ treten bei deutschen Neonaziveranstaltungen auf. Zuletzt nahmen die Neonazi-Musiker Robert Fudali („Rob Darken“) von „Graveland“ und Jan Peter Kerstin(g) von „Sleipnir“ einen Song zu Ehren des unter polnischen Neonazis Legendenstatus besitzenden 2005 verstor­benen Sängers Mariusz Szczerski „Szczery” von der polnischen Band „Honor“ auf.

Eine Gruppe führender Aktivisten aus dem polnischen „Blood & Honour“-Milieu besuchte im Juli 2017 das RechtsRock-Festival im thüringischen Themar. Diese polnischen Aktivisten kooperieren eng mit Neonazis aus Frankfurt/Oder, welche sich ebenfalls in den Kreisen des in Deutschland verbotenen „Blood & Honour“-Netzwerkes verorten. Hierbei exponiert sich vor allem der reisefreudige Neonazi-Aktivist Michael H., mit dem zusammen die polnischen Neonazis in verschiedenen europäischen Ländern auftauchen.

Der polnische Neonazi Krzysztof Kwiatkowski („Kwiatek”) gilt in Polen als wichtiger internationaler Netzwerker. Er ist Betreiber des Neonazilabels „Strong Survive Records“ und mit diesem in die internationale Produktion von neonazistischer Propaganda eingebunden. Er bewegte sich u.a. in den Zusammenhängen von „Blood & Honour“ und dem rassistischen „Creativity Movement,“3 Er soll laut Berichten polnischer AntifaschistInnen auch Verbindungen in die Kreise der bayerischen „Kameradschaft Süd“ gehabt haben, die einen Terror-Anschlag in München geplant hatten.

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Fall „Combat 18“ wieder vor Gericht

Quelle: Frankfurter Rundschau

Ein mutmaßlicher Neonazi aus Hessen muss sich in Bayern wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Der Mann soll mit Schusswaffen trainiert haben.

Die Schießübungen einer Gruppe Neonazis in Tschechien im Herbst vorigen Jahres sind erneut Thema vor Gericht: Am 24. April muss sich Tobias V. aus Hessen vor dem Amtsgericht im bayerischen Hof verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann aus Homberg (Efze) das „unerlaubte Verbringen von Munition in den Geltungsbereich des Waffengesetzes“ vor, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Reiner Laib der FR auf Anfrage. Laut Anklage soll V. 24 Patronen nach Deutschland mitgebracht haben. Er ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht vorbestraft.

Eigentlich sollte bereits am 13. März gegen V. verhandelt werden, der Angeklagte erschien aber nicht vor Gericht. Deswegen wurde er mit Haftbefehl gesucht – und schon am Tag danach an seiner Arbeitsstelle festgenommen. Das teilte Richter Hubert Pürner der FR mit. Inzwischen sei V. aber wieder auf freiem Fuß. Bei der Verhandlung am 13. März war ein weiterer Angeklagter aus Nordhessen zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

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Keine Terrorermittlungen gegen Neonazigruppe

Quelle: Frankfurter Rundschau

Die Neonazi-Gruppe „Combat 18“ ist seit 2013 in Deutschland aktiv. Der Generalbundesanwalt ermittelt derzeit jedoch nicht. Linken-Abgeordnete Renner warnt davor, die Gefahr zu unterschätzen.

Der Generalbundesanwalt ermittelt derzeit nicht gegen mutmaßliche Mitglieder der Neonazi-Gruppierung „Combat 18“ wegen der Bildung einer terroristischen oder kriminellen Vereinigung. Das geht aus einer Antwort des Bundesjustizministeriums auf eine Frage der Linken-Bundestagsabgeordneten Martina Renner hervor. Das Schreiben liegt der Frankfurter Rundschau vor. „Combat 18“ steht in der Neonaziszene international für den bewaffneten Arm des hierzulande verbotenen Netzwerks „Blood and Honour“. Die Zahl 18 verweist auf den ersten und achten Buchstaben des Alphabets und damit auf die Initialen Adolf Hitlers.

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Hintergrund: Thorsten Heise

Quelle: Rechts rockt nicht

Der 1969 in Göttingen geborene Thorsten Heise ist seit Jahrzehnten eine zentraler Akteur der organisierten militanten Neonaziszene. So war er bereits vor der Wende in der extrem rechten „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP) aktiv. Die Partei avancierte Ende der Achtziger Jahre „innerhalb kurzer Zeit zur wichtigsten neonazistischen Aufbauorganisation und Propagandaplattform in der Bundesrepublik“ und wurde 1995 vom Bundesinnenministerium unter der Begründung, dass es sich um keine mit dem Grundgesetz vereinbare Partei handelt, verboten. Weitere Verbote wie beispielsweise das von „Wikinig-Jugend“ und „Nationaler Liste“ führten zu einem Zulauf in die freie Kameradschaftsszene. Auch Thorsten Heise warb zu jener Zeit aktiv für den Aufbau von „neuen Organisationsformen“ und baute die Kameradschaft Northeim auf. Als Herausgeber der neonazistischen Zeitschrift „Volk in Bewegung“, vormals „Der Reichsbote“, agiert Heise am Rande der Legalität: Das Blatt propagiert eine geschlossene neonazistische Weltanschauung.

In den neunziger Jahren wurde Heise zudem zu einem Dreh- und Angelpunkt der bundesdeutschen neonazistischen Vertriebs- und Musikszene. Diese wurde bis zu ihrem Verbot 2000 im wesentlich durch das internationale Nazinetzwerk „Blood and Honour“ dominiert. „Blood and Honour“, zu deutsch „Blut und Ehre“ ist ein vom NSDAP-Ideologen Alfred E. Rosenberg geprägter, mittlerweile indizierter, Ausspruch, welcher vor allem in der Hitler-Jugend als Leitspruch fungierte. Ian John Stuart gründete „Blood and Honour“​​​​​​​ in Großbritannien mit dem Ziel, über Musik neonazistische Ideologie möglichst weit zu verbreiten und die entsprechende Bands zu vernetzen.

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Ein „NSU-V-Mann“ von höchster Güteklasse

Quelle: Telepolis

Fall Szczepanski immer zentraler – BfV kontrollierte die Quelle „Piatto“ – Vor dem Untersuchungsausschuss in Brandenburg müssen Verfassungsschutzbeamte Rede und Antwort stehen

Enthüllungen im NSU-Skandal haben inzwischen einen doppelten Informationsgehalt: Einmal das Neue an sich – und dann, dass es erst heute, mit Jahren Verspätung, bekannt wird. Und zwar nur, weil Abgeordnete explizit danach fragen. Konkret: Der V-Mann „Piatto“ alias Carsten Szczepanski hatte nicht nur, wie man seit einiger Zeit weiß, Kontakt zum unmittelbaren Umfeld von Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe in Chemnitz. Sondern, und das ist neu, auch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) war von Anfang an über alle Einzelheiten und Meldungen informiert. Darunter die Einschätzung der Brandenburger bereits 1998, bei dem Trio handle es sich um Rechtsterroristen.

So könnte man die Ergebnisse der letzten Doppelsitzung des NSU-Untersuchungsausschusses (UA) von Brandenburg zusammenfassen.

Vor allem die Rolle des BfV muss neu bewertet und überprüft werden. Seit Jahren kolportieren Verantwortliche, das Amt sei ungenügend unterrichtet gewesen, auch weil die Zusammenarbeit der einzelnen Ämter mangelhaft sei. Das entpuppt sich als Nebelwerferei. Das Gegenteil ist der Fall: Die Quelle „Piatto“ war auch Bundessache.

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OSTRITZ IM APRIL: DER OFFEN MILITANTE TEIL DER NAZISZENE WIRD KOMMEN

Quelle: Rechts rockt nicht

Am 20. und 21. April 2018 findet in Ostritz das neonazistische Hassfestival Schild und Schwert statt. Erwartet werden mehrere tausend Nazis, um gemeinsam ihrer völkisch-nationalistischen Ideologie zu frönen. Das Spektrum das hier mobilisiert wird ist überaus gewaltaffin und -suchend. Das zeigt sich schon im Programm:

Mit „Kategorie C“ spielt eine Band, die besonders in Hooligankreisen eine große Anhängerschaft hat. Hannes Ostendorf, Sänger von Kategorie C, trat etwa im Oktober 2014 in Köln bei der von Ausschreitungen überschatteten „Hooligans gegen Salafisten“-Demonstration auf.

Ebenfalls angekündigt ist „Oidoxie“. Die Band propagiert in ihren Texten „Leaderless Resistance“ (führerloser Widerstand) und „Race War“ (Rassenkrieg), auf Konzerten warben sie für die Terrorgruppe „Combat 18“, die für eine Vielzahl von Anschlägen verantwortlich gemacht wird und der bewaffnete Arm der der in Deutschland verbotenen Vereinigung „Blood & Honour“ ist.

Die Band Lunikoff Verschwörung ist das Nachfolgeprojekt der als kriminelle Vereinigung eingestuften Rechtsrockcombo Landser. Sänger in beiden Bands war und ist Michael Regener. Er ist unter anderem Gründungsmitglied der Nazigruppierung „Vandalen – Ariogermanische Kampfgemeinschaft“, die ihr Auftreten an die Rockersubkultur anlehnen. Ein bekanntes Mitglied dieser Gruppierung war der Polizistenmörder Kay Diesner.

Teil des Festivals ist ein Kampfsportevent, der von den Machern des „Kampfs der Nibelungen“ organisiert wird. Hinter dem Kampf der Nibelungen verbirgt sich eines der großen europäischen, offen nazistischen Kampfsportevents. Verbindendes Ziel der Kämpfer ist die Vorbereitung auf einen „Endkampf der Kulturen“, den sie in Zukunft auf die Straße tragen wollen. Propagiert wird, wie schon im Nationalsozialismus, ein Idealbild soldatischer Männlichkeit und Herrenmenschentum. Gezielt sollen damit Hooligans und Rocker an die Naziszene angebunden werden.

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Combat 18: Training für den bewaffneten Kampf

Quelle: Bayerischer Rundfunk

Die international agierende, rechtsextreme Terrorgruppe „Combat 18″ ist wieder in Deutschland aktiv. Vor dem Amtsgericht in Hof mussten sich zwei Rechtsextremisten verantworten. Sie gehören zu einer Gruppe, die der Polizei in Schirnding nach einem Schießtraining ins Netz gegangen war.

Im September 2017 griff die GSG9 – eine Spezialeinheit der Bundespolizei – zwölf deutsche Rechtsextremisten an der deutsch-tschechischen Grenze auf. Die Gruppe soll von einem zweitägigen Schießtraining im tschechischen Cheb zurückgekehrt sein. Bei der anschließenden Kontrolle wurde Munition gefunden, ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz wurde eingeleitet. Bei den Personen handelte es sich laut Sicherheitsbehörden um Mitglieder der Gruppe Combat 18 (C18).

Prozess vor dem Amtsgericht Hof
Das Amtsgericht Hof verhandelte gegen zwei Angeklagte wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Die beiden aus Hessen stammenden Angeklagten Stanley R. und Tobias V. sollen insgesamt 26 Schuss Munition illegal nach Deutschland eingeführt haben.

Der Vorsitzende Richter verurteilte den mehrfach vorbestraften Stanley R. zu einer Geldstrafe von 3.000 Euro. Der zweite Angeklagte Tobias V. aus der rechten Szene war nicht zur Verhandlung erschienen und wird nun mit Haftbefehl gesucht.

Aktivitäten in Bayern

In Bayern konzentrieren sich die Combat 18-Strukturen nach BR24-Recherchen hauptsächlich in Franken. So soll es eine C18-Struktur ab Ende der 1990er Jahre in Nürnberg gegeben haben, die konspirativ agierte. Auch hier sind Überschneidungen zum NSU-Kerntrio feststellbar. So war ein mutmaßliches C18-Mitglied mit einer NSU-Helferin liiert. Dieser soll ihr sogar eine Anleitung zum Bombenbau übergeben haben. Nürnberger Neonazis grüßten Anfang der 2000er Jahre über ihr internes Magazin „Landser“ immer wieder „Combat 18″ und Blood and Honour-Gruppen.

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Siehe auch: Zwei Patronen führen zur Terrorgruppe „Combat 18″

Combat 18: Ring von Rechtsextremisten in Griechenland ausgehoben

Quelle: „Frankfurter Rundschau“

Die Polizei nimmt in Griechenland elf mutmaßliche Rechtsextremisten fest, die dem Neonazi-Netzwerk „Combat 18“ angehören sollen. Offenbar planten sie einen Sprengstoffanschlag.

Die Anti-Terror-Einheit der griechischen Polizei hat einen Neonazi-Ring ausgehoben. Insgesamt seien elf mutmaßliche Rechtsextremisten festgenommen worden, teilte die Polizeidirektion in Athen am Mittwoch mit. Bei Hausdurchsuchungen in Athen und zwei Provinzstädten seien Sprengstoff (Ammoniumnitrat ANO), Jagdgewehre, Brandflaschen sowie rechtsextremistisches Propagandamaterial sichergestellt worden. Die umfangreiche Aktion fand den Angaben zufolge am Dienstag statt.

Ein Polizeioffizier sagte der Deutschen Presse-Agentur, es werde vermutet, dass die Gruppe einen größeren Sprengstoffanschlag plante. Griechische Medien berichteten, die Festgenommenen seien Mitglieder des griechischen Zweigs des Neonazi-Netzwerks „Combat 18“ und der rein griechischen rechtsextremistischen Organisation „Autonome Mäander Nationalisten“.

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„Combat 18“ wieder in Hessen aktiv

Quelle: „Frankfurter Rundschau“

Neonazis aus Nordhessen nehmen an einer konspirativer Schießübung in Tschechien teil. Außerdem ist die Gruppe „Combat 18“ wieder in Hessen aktiv.

An einer Schießübung militanter deutscher Neonazis im vergangenen Herbst in Tschechien haben auch hessische Rechtsextreme teilgenommen. Außerdem ist die Gruppe „Combat 18“, die als bewaffneter Arm des verbotenen Neonazi-Netzwerks „Blood and Honour“ gilt, momentan auch in Hessen aktiv. Das geht aus der Antwort des hessischen Innenministeriums auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Wolfgang Greilich (FDP) hervor.

Ende September waren im bayerischen Schirnding nahe der tschechischen Grenze zwölf deutsche Neonazis kontrolliert worden, die für das Wochenende nach Tschechien gefahren waren, um den Umgang mit Schusswaffen zu trainieren. Damals hatten die Ermittler Munition sichergestellt und Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Waffengesetz eingeleitet. Die zwölf kontrollierten Rechtsextremen sollen Bezüge zu „Combat 18“ haben.

Wie es in der Antwort des hessischen Innenministeriums heißt, die der Frankfurter Rundschau vorliegt, seien damals auch Ermittlungen gegen Personen aus Nordhessen eingeleitet worden; sie seien noch nicht abgeschlossen. Generell sei dem Hessischen Landesamt für Verfassungsschutz bekannt, dass auch in Hessen aktive Mitglieder von „Combat 18“ wohnten.

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Hass, so explosiv wie Handgranaten

„Spiegel-Online“ berichtet:

Hohngelächter und Tränen im Saal: In Dresden verhängen die Richter des Oberlandesgerichts harte Strafen gegen die rechtsextreme Gruppe „Freital“. Mit ihren Anschlägen auf Zuwanderer hätten sie die innere Sicherheit bedroht.

Adrett sehen sie aus. Patrick F. trägt ein Hemd, Philipp W. ein schwarzes Sakko mit Schlips, Timo S. hat sich einen kompletten Anzug angezogen. Fast so, als ginge es nun darum, noch einmal anständig dazustehen.

Wenige Minuten später sind sie verurteilte Terroristen.

Es ist ein unmissverständliches Urteil, dass die Richter des Staatsschutzsenats an diesem Nachmittag im Strafprozessgebäude des Oberlandesgerichts im Norden von Dresden verkünden: Alle Mitglieder der „Gruppe Freital“, sieben jungen Männer und eine Frau im Alter von heute 20 bis 40 Jahren, waren demnach Teil einer terroristischen Vereinigung, angeführt von Timo S. und Patrick F., den Rädelsführern. Sechs der acht wurden zudem wegen versuchten Mordes verurteilt, die beiden anderen wegen Beihilfe dazu.

Sprengstoffanschläge, Einschüchterungsversuche, Säureangriffe – die Liste der Vergehen ist lang. Und lang sind die verhängten Freiheitsstrafen: Sie liegen zwischen vier und zehn Jahren, und damit nur knapp unterhalb den Forderungen der Bundesanwaltschaft. Das liegt vor allem daran, dass das Gericht eine klare Entscheidung gefällt hat: Das, was die „Gruppe Freital“ 2015 im Großraum Dresden betrieb, war Terror.

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V-Leute setzten sich für „Satansmörder“ Möbus in den USA ein

Quelle: „Antifaschistisches Infoblatt“

Die Flucht von Hendrik Möbus währte nicht einmal ein Jahr: im August 2000 wurde der als „Satansmörder“ bekannt gewordene Neonazi nach mehrwöchiger Observation in West-Virginia festgenommen. Er hatte sich Ende 1999 in die USA abgesetzt, nachdem das Amtsgericht Erfurt seine Bewährung nach der vorzeitigen Haftentlassung im August 1998 widerrufen hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Möbus eine vierjährige Haftstrafe wegen gemeinschaftlich geplanten Mordes, Freiheitsberaubung und Nötigung hinter sich gebracht. Er war einer der drei Täter, die 1993 den 15-jährigen Sandro Beyer in einer Waldhütte im thüringischen Sondershausen erdrosselt und den Leichnam in einer Baugrube vergraben hatten.

Wieder in Freiheit, hatte er sein Mordopfer als „Volksschädling“ verhöhnt und bei einem Auftritt seiner Band „Absurd“ den Hitlergruß gezeigt. Möbus flüchtete nicht zufällig nach West-Virginia, denn dort konnte er sich der Unterstützung von William Pierce, dem Gründer der „National Alliance“ (NA), sicher sein. Unter seinem richtigen Namen reiste er nach Washington und hatte sich bei dem Chef des „White Order of Thule“, Nathan Pett, in Seattle eingemietet. Als Zielfahnder seinen Unterschlupf überprüften, war Möbus wieder verschwunden. Im Mai 2000 tauchte dann ein in Moskau abgestempelter und von Möbus unterschriebener Brief auf. Darin hieß es: „Hiermit mache ich bekannt, dass ich mich der Strafverfolgung und -vollstreckung in der Bundesrepublik Deutschland nicht freiwillig stellen werde“. Der Brief war jedoch eine falsche Fährte, denn Möbus befand sich nach wie vor in den USA, wo er einen Musikvertrieb für „National Socialist Black Metal“ (NSBM) namens „Cymofane“ übernommen hatte. Der Vertrieb lief über ein Postfach in Marlington in West-Virginia, den Schlüssel dazu besaß William Pierce. Der vom Bürgerrechtler Leonard Zeskind als „Chefideologe der rechtsextremen Szene in den USA“ bezeichnete Pierce betrieb einen regen Versandhandel und die Plattenfirma „Resistance Records“, eines der weltweit größten Label für rechte Musik.

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Redebeitrag bei der Antifa-Kundgebung am 27. Januar 2018 in Hamm

Quelle: Antifaschistische Linke Münster

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Anwohnerinnen und Anwohner,

wer zu Rechtsrock recherchiert, kommt um das Netzwerk „Blood & Honour“ nicht herum. Das internationale Netzwerk von Neonazis organisiert in ganz Europa Konzerte und ist essentiell für das lukrative Geschäft mit dem Rechtsrock. Die deutsche Division von „Blood & Honour“ wurde im Jahr 2000 verboten, was die Neonazis in ihrem Treiben kaum behinderte. Alte Netzwerke und Kontakte bestehen bis heute fort. Zum Teil wichen deutsche Neonazis nach dem Verbot einfach ins benachbarte Ausland aus. So organisierten Dortmunder Neonazis Mitte der 2000er Jahre „Blood & Honour“-Konzerte in Belgien.

„Blood & Honour“ war stets mehr als ein rechtes Musiknetzwerk. Wie keine andere Organisation verbreitete „Blood & Honour“ seit Anfang der 1990er Jahre rechtsterroristische Konzepte, die in den USA entstanden waren, in der deutschen Neonazi-Szene. Immer wieder wurde zu Mord und Totschlag aufgerufen und Neonazi-Terroristen gehuldigt. Nicht zufällig entstammen fast sämtliche Helfer des NSU-Kerntrios, die das Untertauchen in Sachsen ermöglichten, aus den Kreisen von „Blood & Honour“.

„Combat 18“ – ein Szenecode für den „Kampf für Adolf Hitler“ – ist der bewaffnete Arm von „Blood & Honour“. Ein internationales Netzwerk militanter Neonazis, die sich gemäß dem Konzept des „führerlosen Widerstandes“, konspirativ in lose verbundenen Zellen organisieren. Ursprünglich der Name einer Neonazi-Gruppe aus England, die dort Mitte der 1990er Jahre die Kontrolle über die „Blood & Honour“-Division übernahmen, wurde „Combat 18“ spätestens mit Beginn der 2000er Jahre zu dem Label für all diejenigen, die Rechtsterrorismus propagieren und umsetzten.

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Neonazi-Betriebsräte unterwandern die Belegschaft bei Daimler

Quelle: Vice-Magazin

Ihr Chef spielte früher in einer Rechtsrock-Band, zu deren Fans auch der NSU gehörte.

Es kann sicher nicht schaden, wenn man als Gewerkschafter weiß, wie man Menschenmassen in Wallung versetzt. Oliver Hilburger, Chef und Gründer der rechten Gewerkschaft Zentrum Automobil weiß das besonders gut. Bis 2008 war er Gitarrist der Rechtsrock-Band Noie Werte. Bei deren Konzerten zeigten schon mal 800 Neonazis den Hitlergruß, während der Frontmann Rudolf Hess besang.

Hilburgers Kleingewerkschaft versucht schon länger, die Belegschaft beim Autobauer Daimler mit rechtsradikalem Positionen für sich zu gewinnen – nach neuen Recherchen von Report Mainz und des Stern benutzen sie dabei auch Nazi-Parolen.

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