Archiv der Kategorie 'Reggae'

Bock auf Rechtsreggae?

Die „Ruhrbarone“ schreiben:

Das hat selbst Reggae nicht verdient. Melanie Dittmer, ehemalige Aktivistin in Neonazi-Kameradschaften und heute Anführerin von “Dügida” macht jetzt einen auf Musikerin. Dittmer ist seit Ende 2014 wieder verstärkt in der rechten Szene aktiv. In Düsseldorf nervt sie Anwohner und Geschäftsleute durch wöchentliche Demonstrationen. Sollte Dittmer ihre Songs auch bei den Demonstrationen abspielen wollen wird sie bald wohl alleine demonstrieren.

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Info- und Diskussionsveranstaltung von zum Thema Homo-/Transphobie und Sexismus im Reggae

Die im November 2011 von Irie Révoltés und Freund_innen gegründete Kampagne « Make Some Noise – Sexism & Homophobia out of my music » lädt am 29.8.zu ihrem großen Abschluss-Event der Sommeroffensive ein.
Was ist Make Some Noise?
Make Some Noise – sexism & homophobia out of my music ist eine Kampagne, die von Mal Élevé (von der Band: Irie Révoltés) und Freund_innen ins Leben gerufen wurde. Ziel der Kampagne ist es, das Schweigen über Homophobie und Sexismus innerhalb der Reggae- und HipHop-Szene zu brechen und längerfristig einen Gegenpol dazu zu bilden.

Was tut Make Some Noise?
Die Kampagne setzt ihre Schwerpunkte auf Veranstaltungen zur Auseinandersetzung mit dem Thema und zum “Verbreiten” der Message (→ also Infoveranstaltungen und Konzertveranstaltungen). Außerdem ist ein tragendes Element das Drucken von T-Shirts, mit dem
Ziel, dass sich alle in der Szene agierenden (also Hörer_innen, Künstler_innen und Veranstalter_innen) klar positionieren und somit ein Gegenpol zum Totschweigen des Themas entstehen kann. In diesem Zusammenhang wird u.a. versucht, von vielen Artists kurze „Video Botschaften“ zu sammeln und auf der Homepage und Facebookseite zu posten. Des Weiteren wird mit Bannern und Infoständen auf Veranstaltungen (von kleinen Partys bis zu großen Festivals) das Thema in die jeweilige Szene getragen und zur Auseinandersetzung mit diesen Problemen angeregt.

Am 29.8. wird es im Yaam am Ostbahnhof eine Info-und Diskussionsveranstaltung zum Thema Homo-/Transphobie und Sexismus im Reggae mit anschließender Party geben. Die Veranstaltung beginnt um 19Uhr mit Vorträgen und Erfahrungsberichten von Patrick Helber und Msoke. Patrick Helber ist Doktorand der Uni Heidelberg und Soundsystem-Member bei Scampylama Sound. In seinem Vortrag zeigt er auf, woher die homophoben Inhalte in der jamaikanischen Populärmusik kommen und was Kolonialismus und Sklaverei damit zu tun haben. Außerdem soll ein Blick auf die deutsche Reggae- Dancehall -und Soundsystem-Szene und der Umgang mit der Homophobie-Debatte hierzulande geworfen werden. Msoke (vorher bekannt als Namusoke von den Sisters) ist der erste sich bekennende Transgender in der schweizer Reggae/Dancehall Szene. Er wird über seine Situation als Transgender in der Szene berichten. Im Anschluss findet eine Diskussionsrunde mit verschiedenen Reggae/Dancehall Artists, u.a. den Sängern von Irie Révoltés statt.

Mehr Infos unter: http://makesomenoise.blogsport.eu/

Quelle

Wuppertal: Kein Konzert von „Beenie Man“!

Am morgigen Dienstag, den 21.08.12, findet im Wuppertaler U-Club ein Konzert mit dem homophoben Dancehall-Artist „Beenie Man“ statt.

Es ist nicht das erste Mal das in Wuppertal homophobe Konzerte stattfinden können: Erst im November 2011 bot der Wuppertaler Bloomclub „Elephant Man“, der ebenfalls immer wieder aufgrund seiner Aufrufe zur Gewalt gegenüber homosexuellen auffiel/auffällt, eine Bühne. Ein weiterer „Elephant Man“-Auftritt fiel aufgrund eines fehlenden Visums aus, jedoch wurde angekündigt das Konzert zu wiederholen.

Auch der morgige Konzertort, der „U-Club“ bietet immer wieder homophoben und sexistischen Sänger_innen eine Bühne: So spielte hier z.B. 2009 „Sizzla“[1], der auch als Verfechter der sogenannten „Battymantunes“ gilt.

„I‘m dreaming of a new Jamaica, come to execute all the gays“
-Beenie Man

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The First Rasta

Ein weiterer sehenswerter Film zum Thema Reggae läuft bereits seit Ende April in ausgewählten Kinos in Deutschland:

Mit “The First Rasta” kam am 26.4.2012 ein Film über den Begründer des Rastafarianismus, Leonard Percival Howell, in die deutschen Kinos. Dank toller Landschaftsaufnahmen, interessanter Geschichte und nicht zuletzt dank Künstlern wie Max Romeo, den Abyssianians oder dem Count Ossie Trommelteam ein Film, den man sicher auch genießen kann, wenn man die Geschichte vom untoten Messias Makonnen für ebenso spaghettimonsteresk hält wie die Geschichte vom wasserwandelnden Weinfabrikanten Brian. Der alternative Trailer sieht sogar noch besser aus, und das Filmplakat mit Lenin kann auch einiges.

Via

„Marley“ im Kino: Eure Zeit wird kommen

Ein Kinotipp:

Entspannter Rastafari oder unermüdlicher Irrwisch der Bühnen? Kevin Macdonalds faszinierendes Filmporträt des Reggae-Propheten Bob Marley begibt sich auf die Suche nach der Person jenseits von Image und Mythen.

Die Botschaft ist okay, „Peace – Love – Unity“, und der Lebensstil Bob Marleys beinhaltet schon die entscheidenden Dinge, Musik, Frauen, Marihuana, Fußball. Vor allem diese Musik mit dem unglaublich lässigen, zurückgelehnten, marihuanakompatiblen Sound: Reggae! So sahen wir Superstar Marley, als er Mitte der siebziger Jahre mit den Wailers seine triumphale Europatournee absolvierte.

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Kein Konzert von Elephant Man in Aachen!

Konzert von Elephant Man verhindern!

Am 15.März soll im Jakobshof der jamaicanische Reggae- und Dancehall-Musiker Elephant Man auftreten. Elephant Man ist weltweit einer der bekanntesten Reggae-Dancehall-KünstlerInnen. Markant sind vor allem seine Texte, in denen er unter anderem zum Mord an Homosexuellen Männern aufruft und dabei für eine einzigartig hasserfüllte Stimmung unter den anwesenden Konzertgästen sorgt, die sich oftmals in homophoben Parolen entlädt.

Auf dieser Seite wird es bald mehr Infos zu den Aktivitäten gegen das Konzert geben.
Bis dahin: Verbreitet diese Seite auf allen Kanälen!

Stay Queer! Fight Homophobia!

Mehr Infos

Homophobie im Reggae – Vortrag im Rahmen der INPUT-Reihe Heidelberg

Ein Veranstaltungstipp der Oire Szene Redaktion:

Homophobie im Reggae

Seit einigen Jahren werden die zahlreichen, jährlich in Deutschland stattfinden Reggae-Festivals von Protesten von Schwulen-, Lesben und Transsexuellen-Organisationen begleitet. Die einst unter dem Motto «One Love» verklärte Musik aus Jamaika, welche von vielen HörerInnen mit Bildern von Sandstränden und Cannabis rauchenden Rastas verbunden wurde, ist seither durch ihre zum Teil homophoben Inhalte ins Interesse von PolitikerInnen, Menschenrechtsorganisationen und Medien geraten. Häufig stehen sich BeführworterInnen und GegnerInnen der Musik mit ähnlichen Argumentationsweisen gegenüber. Viele Reggae-Fans halten die anti-homosexuellen Inhalte für einen Teil der jamaikanischen Kultur und damit für unveränderlich und gerechtfertigt. Schwule-, Lesben und Transsexuellen-Verbände stigmatisieren hingegen Jamaika, als «den homophobsten Ort der Welt» und rufen, ohne sich mit der öffentlichen Debatte auf der Insel zu beschäftigen, zur Rettung der scheinbar wehrlosen jamaikanischen Trans- und Homosexuellen auf.

Der Vortrag soll aufzeigen, woher die homophoben Inhalte in der jamaikanischen Populärmusik kommen und was Kolonialismus und Sklaverei damit zu tun haben. Außerdem soll ein Blick auf die deutsche Reggae- Dancehall -und Soundsystem-Szene und der Umgang mit der Homophobie-Debatte hierzulande geworfen werden.

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Wuppertal: Proteste gegen homophobes Konzert

Auf „Indymedia Linksunten“ wird berichtet:

++ Entschlossener Protest bei homophoben Reggae-Konzert +++ ca 50 Personen demonstrieren gegen Homophobie +++ Neonazis provozieren am Rand +++

Bislang hatte sich in Wuppertal der U-Club einen Namen durch Konzerte mit offen homophoben Reggae-Artist gemacht. Nach Protesten gegen ein Konzert mit Sizzla im Herbst 2009 und der recht erfolgreichen „Fight Homophobia – U-Club dichtmachen“-Kampagne, hält sich der U-Club zumindest mit Konzerten bekannter Sänger von sog. Battyman-Tunes zurück.

Dafür lud letzten Donnerstag nun ein anderer Wuppertaler Club zu einem Konzert mit Elephant Man – der Bloom-Club in der Elberfelder Innenstadt.

Erfreulicher Weise gab es auch diesmal Proteste am Abend des Konzertes – die von den Besucher_innen und Verantwortlichen des Clubs auch nicht ignoriert werden konnten.

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Themenabend: Homophobe Inhalte in der Reggae und Dancehall-Musik

Ein Veranstaltungstipp der Oire Szene Redaktion:

Seit einigen Jahren werden die zahlreichen, jährlich in Deutschland stattfinden Reggae-Festivals von Protesten von Schwulen-, Lesben und Transsexuellen-Organisationen begleitet. Die einst unter dem Motto „One Love“ verklärte Musik aus Jamaika, welche von vielen Hörer_innen mit Bildern von Sandstränden und Cannabis rauchenden Rastas verbunden wurde, ist seither durch ihre zum Teil homophoben Inhalte ins Interesse von Politiker_innen, Menschenrechtsorganisationen und Medien geraten.

Häufig stehen sich Beführworter_innen und Gegner_innen der Musik mit ähnlichen Argumentationsweisen gegenüber. Viele Reggae-Fans halten die anti-homosexuellen Inhalte für einen Teil der jamaikanischen Kultur und damit für unveränderlich und gerechtfertigt. Schwule-, Lesben und Transsexuellen-Verbände stigmatisieren hingegen Jamaika, als „den homophobsten Ort der Welt“ und rufen, ohne sich mit der öffentlichen Debatte auf der Insel zu beschäftigen, zur Rettung der scheinbar wehrlosen jamaikanischen Trans- und Homosexuellen auf.

Der Vortrag soll aufzeigen, woher die homophoben Inhalte in der jamaikanischen Populärmusik kommen und was Kolonialismus und Sklaverei damit zu tun haben. Außerdem soll ein Blick auf die deutsche Reggae- Dancehall -und Soundsystem-Szene und der Umgang mit der Homophobie-Debatte hierzulande geworfen werden.

15.November 20:00 Uhr, Komma Esslingen Maille 5-9 73728 Esslingen

Eine Revolte gegen Homophobie im Reggae

Ein Nachtrag zum Chiemsee Reggae Summer:

Das letzte Wochenende war für uns ein schöner Abschluss, auch wenn das heikelste Konzert – das auf dem Chiemsee Reggae Summer – unser Sommer-Abschlusskonzert war. Wir freuen uns, dass unsere Entscheidung dort aufzutreten und einen Gegenpol zu dem Menschenverachtenden, homophoben Pol in der Reggae Szene zu bilden, positiv angenommen wurde. Ganz besonders freut uns, dass Raggabund und Clueso ebenfalls die Bühne nutzten, um das Publikum diesbezüglich wach zu rütteln. Mit dieser Aufgabe – des Wachrüttelns und Gegenpolbildens – gehen wir aus der Sommersaison raus und stecken unsere Energie u.a. in eine Kampagne gegen Homophobie und Sexismus im Reggae, Dancehall und HipHop, die mit einem Konzert am 12. November in Berlin ihren Anfang nehmen wird.

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Das Boxenmonster muss in den Keller

Die „Jungle World“ schreibt:

In Deutschland entstanden die ersten Soundsystems nach jamaikanischem Vorbild Anfang der achtziger Jahre. Mitte der Neunziger setzte ein Boom von Dancehall- und ­Reggaeveranstaltungen ein, und es kam zu massenhaften Gründungen von Soundsystems. Auch Thomas Ewald ist mit einer mobilen Disko durch die Kulturzentren gezogen

Unsere Verstärker gehen eben bis elf. Das ist eins lauter als zehn«, erklärt Kaugummi kauend der Gitarrist von Spinal Tap einem Journalisten. »Aber man könnte doch einfach die Lautstärke zehn nehmen und diese höher auslegen«, meint der Journalist. Der Musiker will das nicht gelten lassen. Diese Szene, die aus einer Dokufiktion über eine abgehalfterte Metal-Band stammt, zeigt das Wahnhafte, das viele Betreiber eines Soundsystems antreibt: Man will unbedingt die dicksten, leistungsstärksten Boxen sein eigen nennen. Es müssen diese schwarzen Ungetüme sein, die mittels mehrerer LKW-Gurte zu einer erdrückenden Wand aus Holz, Plastik, Draht und Membrane zusammengebunden werden. Es darf ruhig knarzen, die Höhen können schon mal im Lärm untergehen, aber der Bass muss unbedingt die Wirkung eines Defibrillators auf den Brustkorb haben.

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Riot Reggae in London Town


Das „Big Shot Zine“ schreibt:

John Eden hat eine Sammlung von Reggae Tunes zusammengestellt, die inhaltlich zu den sommerlichen Riots in England passen. Mit einem (relativ) neuen Tune von King Hammond ist neben Roots und Autotune Dancehall auch eine richtige Skinhead Reggae Perle dabei.

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Der 20-Dollar-Song


Die „Jungle World“ schreibt:

Der jamaikanische Kinoklassiker »The Harder They Come« ist jetzt remastered auf DVD erschienen.

Du sagst, ich bin ein Träumer? Du glaubst ja an das Versprechen von Milch und Honig im Himmel – aber ich will meinen Anteil hier und jetzt«, erregt sich Ivanhoe »Ivan« Martin (Jimmy Cliff) im Gespräch mit seiner Freundin Elsa (Janet Bartley). Er wollte von ihr die letzten zwei Dollar, die sie noch haben, geht dann aber ohne Freundin und ohne Geld in die Dancehall. Dort will er ein bisschen für sein erstes Lied werben, das gerade als Single veröffentlicht worden ist. Vor diesem Abgang hat Elsa ihn gefragt, ob er wirklich nur 20 Dollar vom Produzenten für das Lied bekommen hat. Und das ganze Geld hat er gleich für Kleidung ausgegeben? Ja, so ist es, aber den Vorwurf, deswegen ein Träumer zu sein, will er nicht auf sich sitzen lassen. Bald haben sie bestimmt Geld, bald … Dann macht er die Tür ihrer fensterlosen Bretterbude hinter sich zu und zieht los.

Gedreht wurde »The Harder They Come« in einem Slum im Westen von Kingston. Die Elendsviertel sind nicht Kulisse, sondern Handlungsort des Filmes. Die meisten Akteure wohnen und leben dort. Der jamaikanische Regisseur Perry Henzell sammelte jahrelang Eindrücke über den Alltag in den Armenvierteln. Gemeinsam mit Trevor D. Rhone schrieb er das Drehbuch für einen Film über einen jungen Mann vom Land, der in die Hauptstadt geht in der Hoffnung, dort ein besseres Leben zu finden. Der Name des Protagonisten geht auf einen bekannten Gangster der vierziger Jahre zurück. Ivanhoe Martin, genannt Rhyging (»der Wilde« im Kreoljamaikanisch), führte über sechs Wochen hinweg einen One-Man-Guerillakampf gegen Polizei und Oberschicht. Er starb im Kugelhagel einer Übermacht von Polizisten. Bei seiner Beerdigung gaben ihm Tausende das letzte Geleit, aus Respekt. Rhyging war der erste Rude-Boy, so der Reggae-Historiker Roger Steffens – ein Role-Model für angehende Outlaws.

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Reaktionärer Rollback

Die Wochenzeitung „Der Freitag“ berichtet:

Tabubrüche gehören von jeher zum Handwerkszeug der Popmusik. Manche wollen damit nun aber Rassismus und Homophobie schönreden. Wer das kritisiert, spürt wenig Solidarität

Es war nur eine Randnotiz im diesjährigen Festivalkalender: Die derzeit ziemlich angesagte Electropunk-Band Frittenbude hat ihren Auftritt auf dem Traditionsfestival Chiemsee Summer Reggae abgesagt. Grund war der ebenfalls eingeladene jamaikanische Reggae-Star Capleton, der als homophob gilt und das auch immer wieder in seinen Texten drastisch ausdrückte. Allein steht er damit nicht, die jamaikanische Reggae-Kultur mit ihren schwulenfeindlichen „Battyman Tunes“ steht hierzulande deshalb seit Jahren unter einer Art verschärfter Beobachtung, immer wieder kommt es zu Protesten gegen Konzerte mit einigen ihrer größten Stars. Die wiederum haben das Problem offiziell entschärft, indem sie sich per „Reggae Compassionate Act“ verpflichtet haben, in Texten und bei Auftritten homophobe Attacken zu unterlassen.

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Bounty Killer Konzert in Berlin geplant

„Cable Street Beat Berlin“ schreibt:

Für den 19.08.2011 ist von den Betreibern des Berliner Calabash Clubs ein Konzert des homophoben Dancehall Künstlers Bounty Killer angekündigt. (1) Schon im Jahr 2008 sorgte eine geplante Europatour in Deutschland für Schlagzeilen in der hiesigen Presselandschaft und durch Druck der Öffentlichkeit wurden drei der vier geplanten Konzerte von den Veranstaltern abgesagt. (2)

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Auch Nazis hören Reggae

Die „Jungle World“ berichtet:

Das Auftreten der »Nordischen Jugend« ­irritiert zwar die Traditionalisten in der schwedischen Naziszene, ihr Handeln stößt jedoch auf Wohlwollen.

In der extremen Rechten in Schweden herrscht derzeit Durcheinander. Die Sverigedemokraterna (»Schwedendemokraten«), denen in den achtziger Jahren auch Ulf Ekberg von der bekannten Popband Ace of Base angehörte, setzen zunehmend auf Rechtspopulismus, sind um Zuspruch aus bürgerlichen Kreisen bemüht und sitzen seit 2010 im schwedischen Reichstag. Um die Gunst und die Meinungshoheit in der rechtsextremen Szene konkurrieren zwei Parteien miteinander: die Svenskarnas Parti (»Partei der Schweden«), die aus der Nationalsocialistisk Front (»Nationalsozialistische Front«) hervorgegangen ist, und die National­demokraterna (»Nationaldemokraten«), eine Abspaltung der Schwedendemokraten. Keine der beiden Parteien erhielt jedoch bisher eine bedeutsame Zahl an Wählerstimmen, zusammen verfügen sie über nicht einmal eine Handvoll Mandate in Kommunalparlamenten.

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Zwischen Skinhead-Konzert und Hochzeits-Gospel

Ein lesenswerter Artikel aus dem „Freitag“ – kritisch anzumerken bleibt, dass Herr Symarip leider zuletzt auch auf den verschiedenen Grauzonenfestivals auftrat. Ob es Unwissenheit war/ist oder sein Label bzw. die Bookingagentur der Grund dafür war, können wir an dieser Stelle leider nicht sagen. Ansonsten lädt der Artikel an der einen oder anderen Stelle durchaus zum schmunzeln ein, wenn man bedenkt für wen und vor allem vor welchem Publikum er da u.a. gespielt hat…:

Roy Ellis war 1969 Symbolfigur einer neuen Jugendbewegung. Nach Ausflügen als Soul-, Gospel- und Volksmusiksänger bedient er nun wieder seine alte Klientel

Er gilt als die Ikone des Skinhead-Reggaes: Roy Ellis, auch als Mr. Symarip bekannt, ist einer der wenigen aus Jamaika stammenden Musiker der Sechsziger, die auch heute wieder Alben produzieren. „The Boss Is Back“ heißt passenderweise sein jüngstes Werk, mit dem er gerade in Deutschland unterwegs ist. Seinen musikalischen Durchbruch erlangte er 1969 mit seiner Band Symarip und dem Stück „Skinhead Moonstomp“, das sich nach eigenen Angaben bis heute Siebenmillionen Mal verkauft hat. Er war damit stilprägend für eine damals neue Jugendszene, lange bevor diese in der öffentlichen Wahrnehmung zum Synonym für Rechtsextreme wurde. Heute findet er seine Hörerschaft wiederum vornehmlich in einer Skinhead-Szene, die mit Nazis selbstredend nichts zu tun haben will und sich in ihrem Selbstverständnis auf die Anfänge der Bewegung bezieht.

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Reggae Festival wieder mit Homohass

„Indymedia Linksunten“ berichtet:

Die Veranstalter des Chiemsee Reggae Summers haben offensichtlich nichts aus den erfolgreichen Protesten gegen den „Künstler“ Sizzla gelernt – für das Festival 2011 wurde nun der Auftritt von „Capleton“ bestätigt.

Capleton veröffentlichte zwischen 1991 und 2005 ganze 22 Songs, in denen offen zur Gewalt und zum Mord an Schwulen aufgerufen wird – damit publizierte er mehr Battyman-Tunes, als sein guter Freund Sizzla (Quelle: http://www.stopmurdermusic.ch/reitschule/stopmurdermusic/killerqueens/ca… ).

Die Veranstalter versuchen offenbar, in diesem Jahr Proteste bereits im Keim zu ersticken – so schämen sie sich auch nicht, Ausreden wie „Seinen legendären Schlachtruf ‚More Fire‘ will der Mann mit dem Turban ausschließlich im spirituellen Sinne verstanden wissen […]“ auf ihrer Homepage zu veröffentlichen.

Von welchem „spirituellen Feuer“ bei Aussagen wie

„heartless mi sendin‘ eagle wit di bullet
mek dem sinner suffer
an you too fassy lock di bloody door
befo you hu hit di floor“

die Rede ist, ist fraglich („Keep Di Hype Wit Mo‘Fire“, 2005).

Unter gar keinen Umständen darf akzeptiert werden, dass Verbrechern wie Capleton eine Auftrittsmöglichkeit gegeben wird – unabhängig davon, ob er in Deutschland Battyman-Tunes spielt oder nicht. Schließlich würde auch niemand auf die Idee kommen, Lunikoff ein Podium zu geben, wenn er seine antisemitischen und ausländerfeindlichen Äußerungen weglässt.

Ich rufe euch dazu auf, euch an den Protesten zu beteiligen, welche schon bald angekündigt werden.

Fight Sexism & Homophobia!

Quelle

Homophobie & Sexismus am Chiemsee Reggae


Am gestrigen Samstag taten Aktivist_innen des rabatz-Bündnisses ihren Unmut über schwulenfeindliche „Künstler“, die Jahr für Jahr am Chiemsee Reggae auftreten können, Kund und thematisierten die ignorierte sexualisierte Gewalt auf dem Festivalgelände. Die Kampagne war insbesondere auf den Headliner und Hasssänger Sizzla ausgerichtet – der wurde im Laufe der Woche aber abgesagt, weil die bösen Autonomen kommen wollten. Dies war auch die Befürchtung der Dorfpolizei, die die Kundgebung mit provinziell-absurden Auflagen und Repressionen überzog. Diese führen am Ende zum verfrühten Abbruch der Kundgebung.

Die CRP Konzertagentur, die den Chiemsee Reggae Summer veranstaltet, ist durch das rabatz-Bündnis – einem Zusammenschluss von neun autonomen Gruppen in Oberbayern, Salzburg und Tirol – bereits 2009 angeschrieben worden. In dem Offenen Brief wurden sie aufgefordert, ein Beratungs- und Präventionskonzept gegen sexualierte Gewalt am Festival zu installieren und keine weiteren homophoben Acts zu buchen. Beides ist nicht eingetreten. Geradezu im Gegenteil wurden mit Athony B und Sizzla zunächst zwei einschlägig als homophob bekannte Acts eingeladen.


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Sizzla-Konzert abgesagt


Am Wochenende sollte der homophobe Sänger beim Chiemsee Reggae Summer auftreten – wegen „Sicherheitsbedenken“ sagten die Veranstalter nun ab.
In einer Presseerklärung heißt es, der 34-jährige Reggae-Sänger, der in Liedern zur Ermordung von Homosexuellen aufruft, werde nicht wie geplant am Sonntag beim Open-Air-Festival auftreten. „Wir haben ernsthafte Bedenken, die uns zu dieser Absage zwingen“, erklärten die Veranstalter.

So hätten mehrere „linksradikale“ Gruppen Aktionen in unmittelbarer Nähe geplant, die zu einer Gefährdung führen könnten. Außerdem trage der Festival-Boykottaufruf der grünen Landtagsfraktion zur Verschärfung der Sicherheitslage bei: „Die geordnete und friedliche Durchführung des gesamten Festivals erscheint uns in Gefahr, wenn wir den Auftritt von Sizzla wie geplant durchführen. Es geht um nichts weniger als die körperliche Unversehrtheit der Festivalbesucher, die bei einer Durchführung des Konzertes durch mögliche Übergriffe der Demonstranten nicht gewährleistet werden kann“, so die Presseerklärung.

Die Veranstalter betonen aber, dass das Grundgesetz Sizzla das Recht gebe, in Deutschland aufzutreten – solange er seine Mordaufrufe nicht wiederholt. In der Vergangenheit hat der Chiemsee Reggae Summer den Auftritt stets verteidigt und Gegnern vorgeworfen, „Zensur“ ausüben zu wollen.

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Chiemsee: Sizzla-Konzert abgesagt