Archiv der Kategorie 'Reggae'

Homophobie & Sexismus am Chiemsee Reggae


Am gestrigen Samstag taten Aktivist_innen des rabatz-Bündnisses ihren Unmut über schwulenfeindliche „Künstler“, die Jahr für Jahr am Chiemsee Reggae auftreten können, Kund und thematisierten die ignorierte sexualisierte Gewalt auf dem Festivalgelände. Die Kampagne war insbesondere auf den Headliner und Hasssänger Sizzla ausgerichtet – der wurde im Laufe der Woche aber abgesagt, weil die bösen Autonomen kommen wollten. Dies war auch die Befürchtung der Dorfpolizei, die die Kundgebung mit provinziell-absurden Auflagen und Repressionen überzog. Diese führen am Ende zum verfrühten Abbruch der Kundgebung.

Die CRP Konzertagentur, die den Chiemsee Reggae Summer veranstaltet, ist durch das rabatz-Bündnis – einem Zusammenschluss von neun autonomen Gruppen in Oberbayern, Salzburg und Tirol – bereits 2009 angeschrieben worden. In dem Offenen Brief wurden sie aufgefordert, ein Beratungs- und Präventionskonzept gegen sexualierte Gewalt am Festival zu installieren und keine weiteren homophoben Acts zu buchen. Beides ist nicht eingetreten. Geradezu im Gegenteil wurden mit Athony B und Sizzla zunächst zwei einschlägig als homophob bekannte Acts eingeladen.


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Sizzla-Konzert abgesagt


Am Wochenende sollte der homophobe Sänger beim Chiemsee Reggae Summer auftreten – wegen „Sicherheitsbedenken“ sagten die Veranstalter nun ab.
In einer Presseerklärung heißt es, der 34-jährige Reggae-Sänger, der in Liedern zur Ermordung von Homosexuellen aufruft, werde nicht wie geplant am Sonntag beim Open-Air-Festival auftreten. „Wir haben ernsthafte Bedenken, die uns zu dieser Absage zwingen“, erklärten die Veranstalter.

So hätten mehrere „linksradikale“ Gruppen Aktionen in unmittelbarer Nähe geplant, die zu einer Gefährdung führen könnten. Außerdem trage der Festival-Boykottaufruf der grünen Landtagsfraktion zur Verschärfung der Sicherheitslage bei: „Die geordnete und friedliche Durchführung des gesamten Festivals erscheint uns in Gefahr, wenn wir den Auftritt von Sizzla wie geplant durchführen. Es geht um nichts weniger als die körperliche Unversehrtheit der Festivalbesucher, die bei einer Durchführung des Konzertes durch mögliche Übergriffe der Demonstranten nicht gewährleistet werden kann“, so die Presseerklärung.

Die Veranstalter betonen aber, dass das Grundgesetz Sizzla das Recht gebe, in Deutschland aufzutreten – solange er seine Mordaufrufe nicht wiederholt. In der Vergangenheit hat der Chiemsee Reggae Summer den Auftritt stets verteidigt und Gegnern vorgeworfen, „Zensur“ ausüben zu wollen.

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Chiemsee: Sizzla-Konzert abgesagt

„Bash Back!“ – Gegen Homophobie und Sexismus auf dem Chiemsee Reggae Summer

Bash Back!

“Offene Briefe”, Appelle an die Veranstalter_innen und Pressemitteilungen wollten nicht fruchten. Deshalb führen wir die Auseinandersetzung um Sexismus und Homophobie am Chiemsee Reggae Summer dieses Jahr intensiviert. Wir möchten den Konflikt möglichst nahe an den Chiemsee Reggae Summer selbst tragen.

Die autonome Vernetzung rabatz ruft für den 28.08.10 zu einer Kundgebung gegen Homophobie und Sexismus auf dem Chiemsee Reggae Summer und überall auf. Deshalb packen wir die Badesachen ein und fahren von München nach Übersee am Chiemsee.
Zugtreffpunkt 28.08.10 Gleis 11 10:15 Uhr.

Mehr Infos unter

Homophobie auf dem Chiemsee Reggae


Obwohl sich die VeranstalterInnen des Chiemsee Reggae Summer weltoffen und tolerant geben -beispielsweise werden die 5 Euro Müllpfand der Müllsäcke (die nicht abgegeben wurden) an verschiedene Hilfsorganisationen gespendet- tritt dieses Jahr mit „Sizzla“ einer der bekanntesten homosexuellenfeindlichen Acts auf.

Das Programm ist groß, neben Alpha Blondy, Gentleman, Mono & Nikitamann, Chulcha Candela und vielen mehr soll dann am Sonntag den 29.08. um 21:30 als letzter Mainact Sizzla auftreten. Der Musiker hat neben sozialkritischen Texten, die jedoch an einigen Stellen auch zur Gewalt aufrufen und den Schusswaffengebrauch verherrlichen ein größeres Repertoire an Homosexuellenfeindlichkeit im Gepäck.

In einer Pressekonferenz nach dem Summerjam Festival 2007 in Köln erklärte Sizzla: „Gründest du eine Familie, erweist du deiner Mutter Respekt. Gehst du zu anderen Männern, ziehst du ihr Ansehen in den Schmutz.“ Und weiter: „Ein Mann muss sich entscheiden, ob er ein Stück Dreck sein will oder ein stolzer Mann – so einfach ist das.“

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München: „Hasssänger“ auf dem Tollwood Festival

Wiedereinmal war es einer homophoben Band möglich ein Konzert zu spielen. Auf dem diesjährigen Tollwood, einem der grössten Sommerfestivals in München, konnte die Band T.O.K im Vorprogramm von Nas & Damian Marley auftreten.

Bei T.O.K handelt es sich um eine offen homophobe Band. Ihr Hit chi chi man, mit dem sie 2001 den internationalen Durchbruch schafften und im selben Jahr die offizielle Wahlkampfhymne der konservativen, jamaikanischen Partei jlp war, ruft zum Mord an Homosexuellen auf.

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Kritik am Ruhr Reggae Summer in Mülheim/Ruhr

„Three Days of Love, Peace and Music“ versprechen die Veranstalter des „Ruhr-Reggae-Summer“ (23. bis 25.07.2010) in Mülheim an der Ruhr. Doch was hat Reggae mit „Love and Peace“ zu tun, fragen wir uns angesichts der vielen Reggae-Künstler*innen, die auf der Bühne Frauenfeindlichkeit und Schwulenhass performen. Es gibt zahlreiche Reggea-und Dancehall-Sänger, die auf der Bühne zum Ermorden und Lynchen schwuler, lesbischer und queerer[1] Menschen aufrufen. Doch es geht nicht nur um diese Hassprediger, die davon singen, Schwule zu erschießen und propagieren, dass Sex nur als heterosexueller Penetrationssex[2] stattfinden darf, sondern um ein grundlegendes Problem von Reggae-Songs und Reggae-Kultur. Doch dazu später – denn einer dieser Hassprediger spielt am nächsten Wochenende auf dem Ruhr Reggae Summer: Mr. Vegas. Wie Sizzla, Capleton und andere Sänger, ruft auch Mr.Vegas zum Mord an Schwulen auf.[3]

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Murder Inna Dancehall

Gegen Sexismus uns Homophobie beim „Chiemsee Reggae Summer“ und überall!

Wie schon in den letzten Jahren macht das Chiemsee Reggae Summer mit offen homophoben Künstlern auf sich aufmerksam. 2008 und 2000 Beeny Man (I‘m dreaming of a new Jamaica, come to execute all the gays“)¹, 2007 Capleton („Fire bun batty bwoy!“ „Das Feuer möge den Schwulen verbrennen!“)², 2000 und 2004 Buju Banton, der im Juli 2004 auf Jamaika an einem schwulenfeindlichen Übergriff persönlich beteiligt war³ und 2009 t.o.k. („from dem a par inna chi chi man car Blaze di fire mek we bun dem!!!! [Bun dem!!!!] From dem a drink inna chi chi man bar Blaze di fire mek we dun dem!!!! (Dun dem!!!!)“ „Sollten sie zusammen in einem Schwulen-Auto sitzen, Entfesselt das Feuer, lasst sie uns verbrennen! [verbrennt sie!] Sollten sie zusammen in einer Schwulen Bar trinken Entfesselt das Feuer – lasst sie uns fertig machen! [fertig machen]“)⁴.


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Reggae am Runden Tisch

Die Debatte um homophobe Tendenzen im jamaikanischen Reggae und Dancehall ist nicht neu. Dank des deutschen Reggae-Stars Gentleman ist sie erneut entbrannt.

In Jamaika gibt es nicht wenige, die Homosexualität als »unafrikanisch« oder »unchristlich« ablehnen. Homophobe Lyrics jamaikanischer Raggae-Stars führen hierzulande immer wieder zu Protesten, während Fans die Problematik oft nicht erkennen. Doch nun kommt endlich wieder Bewegung in die festgefahrene Debatte um Homophobie im Reggae. Seit Jahren stehen sich hier Kulturrelativisten und die Verteidiger universeller Menschenrechte unversöhnlich gegenüber. Jetzt hat der deutsche Reggae-Musiker Gentleman in dem Online-Magazin laut.de einen Runden Tisch zum Austausch mit Homo-Aktivisten angeregt. Vorausgegangen waren Interviews, die der Musiker im April den Tageszeitungen Taz und Welt gegeben hatte. Darin hatte er sich von Homophobie distanziert, allerdings auch verlangt, man solle akzeptieren, »was der Rastamann nicht mit seinem Glauben vereinbaren möchte«. Man könne, so befindet Gentleman, anderen Kulturen nicht die eigene verordnen, Homophobie könne man in Jamaika genauso wenig anprangern wie im Vatikan Kondome verteilen oder im Iran gegen Kopftücher vorgehen.

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No man, no cry

Wir dokumentieren einen Beitrag aus dem Feuilleton der Süddeutschen Zeitung zum Thema Homophobie und Reggae:

Ich bin dagegen: Sänger Gentleman nimmt seine umstrittenen Äußerungen zu Homophobie in Jamaica zurück – Anlass zur Zufriedenheit ist das allerdings nicht.

In zwei großen Zeitungsinterviews anlässlich seines neuen Albums Diversity (Island/Universal) vertrat der deutsche Reggae-Star Gentleman vor wenigen Tagen, eine bemerkenswerte kulturrelativistische Position. Dass ihm dadurch Ärger entstehen würde, schien ihm bewusst zu sein. Dass es so weit kommen würde, dass er schon am Mittwoch energisch widerrufen müsste – damit dürfte er nicht gerechnet haben.

Der Rastamann und sein Glauben

Eine Überraschung war die Aufregung dennoch nicht. Denn Gentlemans Einlassungen führen in die Mitte einer Diskussion, die, wenn sie durch das Brennglas Pop betrachtet wird, noch prekärer erscheint, als sie ohnehin schon ist. Denn der Pop sagt: „We Are The World“. Gentleman aber sagte: „Ich kann nicht in Jamaika die Homophobie geißeln. Was der Rastamann nicht mit seinem Glauben vereinbaren möchte, sollte man akzeptieren.“

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München: Podiumsdiskussion „HASS – HETZE – HITZIG – HOMO?“ im Backstage

Am Freitag, den 19. Februar 2010 sollte um 19.30 Uhr im Backstage eine Podiumsdiskussion zum Thema „Homophobie im Reggae“ unter dem Motto „HASS – HETZE – HITZIG – HOMO?“ stattfinden.
Diese wurde veranstaltet von „Stop Murder Music Munich“, einem Bündnis, das vom Backstage-Betreiber Hans-Georg Stocker ins Leben gerufen wurde.
Dabei wurden Stocker und das Backstage in der Vergangenheit v.a. dafür bekannt, dass sie dort Auftritte homophober Musiker wie Sizzla oder Beenie Man veranstalteten.
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion soll es ein Konzert der Gruppe T.O.K. geben. Diese Gruppe war einer der Anlässe im vergangenen Jahr für den „Offener Brief zu Sexismus und Homophobie auf dem Chiemsee Reggae Summer“.

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„Backstage“ München: Schwulenfeindliche Musiker – Grenzen der Kunst

Nachdem die Oire Szene Redaktion erst gestern über die zunehmend problematischen Konzerte im Münchner „Backstage“ berichtete, erschien heute auch in der „Süddeutschen Zeitung“ ein Artikel über das schwulenfeindlich „Sizzla“-Konzert – wir dokumentieren den Artikel:

„Darf ich denn mit allem Geld verdienen?“ Im Backstage durften wiederholt umstrittene Musiker auftreten. Ist das Teil der Meinungsfreiheit oder schwulenverachtend?

Da mochte so mancher Grüner grün anlaufen im Gesicht, als die Pressemitteilung der Grünen Jugend München sich so sehr über die schwul-lesbische Reggaeparty zu Silvester im Backstage freute: „Mit der Auswahl der Künstler für diese Silvesterparty beweist das Backstage, wie so oft in den vergangenen 19 Jahren, dass Kultur sich über Vorurteile und Ängste mühelos hinwegsetzt.“ Immerhin hatte der grüne Stadtrat vor kurzem erst in einem offenen Brief Gegenteiliges behauptet.

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Offener Brief an den Wuppertaler U-Club

Wir dokumentieren an dieser Stelle einen offenen Brief der Wuppertaler Kampagne „uclubdichtmachen“:

Bild sonstiges Dokument Im Herbst gründete sich die Kampagne „uclubdichtmachen“. Anlass waren wiederholt vom Wuppertaler U-Club veranstaltete Konzerte mit Reggae- und Dancehall-Sängern, die aus ideologischen Gründen Homosexualität ablehnen und in ihren Liedtexten den Mord an nichtheterosexuellen Menschen verherrlichen.

Nachdem der U-Club jahrelang solche Konzerte veranstaltete und auch während Partys dort sogenannte Battyman-Tunes (Songs, die zum Töten von Schwulen, Lesebn, Queers aufrufen) aufgelegt wurden, fühlten sich die Betreiber nun offensichtlich durch die Kampagne und weitere Proteste gegen die im November stattgefundenen Sizzla-Konzerte gezwungen sich von der im Reggae und Dancehall weitvebreiten Homophobie und Sexismus zu distanzieren.
Auf die Stellungnahme der Betreiber des U-Clubs reagierte die Kampagne „uclubdichtmachen“ nun mit einem öffentlichen Brief und kündigen an die Kampagne weiter fortsetzen zu wollen.

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Schon wieder homophober Reggae-Sänger in Berlin

Nachdem das Sizzla-Konzert in Berlin buchstäblich in letzter Minute verhindert wurde, soll erneut ein international bekannter Sänger in Berlin spielen, der zum Mord an Schwulen aufruft und auch jenseits der Mordaufruf Homophobie propagiert. Diesmal soll im Yaam Mr.Vegas spielen.

Am Mittwoch den 09.12.2009 soll Mr.Vegas im Berliner Yaam auftreten. Das Yaam gibt sich gerne als Teil der Berliner Alternativ-Szene. Doch wirklich überraschend ist es nicht, dass dort Mr.Vegas spielen soll. Die Songs und Videos von Mr.Vegas sind übervoll von sexistischen Darstellungen in denen Frauen auf Sexobjekte reduziert werden.

Der Sexismus trifft sich bei Mr.Vegas mit Homophobie, da er u.a. darüber singt, dass Frauen nur von Männern befriedigt werden können.

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28.11.09 Wuppertal: Sizzla-Auftritt verhindern!

Nachdem Berlin gestern vorgelegt hat: Kommt alle morgen (Samstag) um 19.00 Uhr zum Robert-Daum-Platz um gegen das Sizzla-Konzert, den U-Club und gegen jegliche Homophobie in Deutschland und weltweit zu demonstrieren.

www.smashhomophobia.blogsport.de
http://uclubdichtmachen.blogsport.de/