Archiv der Kategorie 'Sonstiges'

Schlagerstar Helene Fischer geht gegen NPD vor

Via „Endstation Rechts“:

In ihren aktuellen Landtagswahlkämpfen beweist die NPD kein glückliches Händchen. Nachdem der Leiter eines Asylbewerberwohnheims die Verbreitung eines NPD-Propagadastreifens in Sachsen stoppen ließ, geht jetzt die Schlagersängerin Helene Fischer der Tagesschau zufolge gegen die Partei vor. Mit Hilfe ihrer Anwälte will die 30-Jährige den Rechtsextremisten untersagen, ihren Hit „Atemlos“ bei deren Wahlkampfautritten in Thüringen zu spielen.

„Atemlos durch die Nacht“: Für ihren aktuellen Hit „Atemlos“ wurde Schlagersängerin Helene Fischer kürzlich mit Doppelplatin für mehr als 600.000 verkaufte Einheiten ausgezeichnet. Der gemeinsame Auftritt mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Siegesfeier nach der gewonnenen Weltmeisterschaft bescherte der 30-Jährigen und ihrem Song einen weiteren Popularitätsschub – das Lied ist in aller Munde.

Von dieser Bekanntheit möchte offenbar auch die NPD profitieren. Im Spätsommer und Herbst steht für die angeschlagene Partei, die stets mit leeren Kassen zu kämpfen hat, nicht weniger als ihre Existenz auf dem Spiel. In Sachsen können Funktionäre und Basis den Verlust der achtköpfigen Landtagsfraktion nicht ausschließen, in Thüringen scheint der Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde trotz großer Anstrengungen und eines seit Monaten auf Hochtouren laufenden Wahlkampf fraglich, in Brandenburg hat die Partei keine Chance.

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Foto von Feine Sahne Fischfilet: Schwere Schlappe für Verfassungsschutz

„Publikative.org“ berichtet:

Der Verfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern hat vor dem Landgericht Berlin eine herbe Niederlage einstecken müssen. Ein Fotograf hatte den Geheimdienst verklagt, weil dieser ein Bild der Band Feine Sahne Fischfilet in seinem Verfassungsschutzbericht veröffentlicht hat – ohne Genehmigung und ohne korrekte Quellenangabe.

Das Landgericht Berlin wird der Klage aller Wahrscheinlichkeit stattgegeben. Das hat der Richter bei der Verhandlung am 8. April 2014 deutlich gemacht. Der Geheimdienst muss den Verfassungsschutzbericht dann aus dem Netz nehmen. Dem Gericht zufolge handet es sich bei der Verwendung des Bildes um eine Urheberrechtsverletzung; wenn der Verfassungsschutz unbedingt ein Foto der Band zeigen wolle, müsse er sich um eigene Fotos bemühen oder eine Genehmigung einholen. Ob das Innenministerium in Schwerin gegen das zu erwartende Urteil vorgehen wird, ist noch unklar.

In dem Fall ging es, wie berichtet, um den Verfassungsschutzbericht Mecklenburg-Vorpommern für das Jahr 2012, Seite 58. In der Rubrik “Strukturen des linksextremen Antifaschismus” führte der Inlandsgeheimdienst erneut die Band “Feine Sahne Fischfilet” auf – in diesem Jahr sogar mit einem Foto der Mitglieder, was der Verfassungsschutz bei keiner einzigen Rechtsrockband für nötig hielt, obgleich mehrere Gruppen in dem Bundesland zum Umfeld von “Blood & Honour” gezählt werden.

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Samy Deluxe: “Fußball-Fans viel schlimmer als Rap-Fans”

„Publikative.org“ schreibt:

Gestern libertär, heute reaktionär: Der Hamburger Vorzeigerapper Samy Deluxe ist bei weitem nicht das erste Popkultur-Sternchen, dass den wertkonservativen Spießbürger in sich entdeckt. Aber getreu dem Motto “Scheiße erkennen – Scheiße beim Namen nennen”, lassen wir es uns nicht nehmen, zu dissen, wer gedisst werden muss.

In einem Interview mit Sport1, das sich eigentlich um die sportliche Situation des HSV drehte, fühlte sich Samy Deluxe bemüßigt, folgendes Geplapper von sich zu geben:

Hooligans? Ultras? Alles, was im Leben extrem ist, ist sehr gefährlich. Vielen Leuten fehlt heutzutage der Glaube an innere Werte. […] Was mich schockiert ist, dass Rap immer noch das Unheil der Menschheit sein soll. Dabei sind Fußball-Fans viel schlimmer drauf als Rap-Fans bei einem Konzert. Jeder Fußballer wird mit Millionen-Deals zugeschüttet und das, was da an negativem Kram passiert, schockiert auch, aber die Leute reflektieren das nie auf den Fußball. Sobald ein Rapper Gangster ist, sind wir alle Gangster. Das nervt mich.

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130 Orte

Via „AIDA Archiv“:

Die rassistischen Proteste und Angriffe in Marzahn-Hellersdorf (Berlin), Schneeberg (Sachsen) und Greiz (Thüringen) haben Abscheu und Empörung hervorgerufen. Aber auch in Bayern gingen und gehen Bürger_innen und Neonazis in den letzten Jahren gegen die Unterkünfte von Asylsuchenden vor – in über 130 Orten.

Eine kurze Dokumentation (2010 – 2014)

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‚Warmduscher‘: Böhse Onkelz verhöhnen Die Ärzte und Die Toten Hosen

Das Musikmagazin „Rolling Stone“ vermeldet:

In ihrem Comeback-Interview teilen die Böhsen Onkelz gegen Die Ärzte und Die Toten Hosen aus

In einem Interview mit Metal Hammer keilt Matthias „Gonzo“ Röhr, Gitarrist der wieder vereinten Böhsen Onkelz, gegen andere deutsche Bands aus.

„Die Ärzte und Die Toten Hosen waren nie eine Konkurrenz für uns. Das waren doch eher Bands für die kleinen Spießer, die mal Rocker sein wollten; für Warmduscher, Tanz-deinen-Namen und Stuhlkreisfetischisten“, sagt er in dem Interview. „Zu flach und unwichtig, um ernst genommen zu werden. Das Ärgerliche an ihnen war die absichtliche Dummheit, mit der sie über uns gesprochen haben, und ihre Systemangepasstheit. Sie waren doch immer genau das Gegenteil von dem, was sie sein wollten – und haben es nicht einmal gemerkt.“

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Deutsche Musikstreamingdienste sind voller Nazi-Musik

Das „Vice“-Magazin schreibt:

Immer wieder haben deutsche Musikdienste Ärger mit indizierten Stücken: Kurz nach dem Deutschlandstart von Spotify war das verbotene Horst-Wessel-Lied, die Parteihymne der NSDAP, in verschiedenen Versionen verfügbar. Nach Berichten wurde es umgehend gelöscht. Amazon und iTunes hatten das schon 2011 getan, als das LKA Ermittlungen aufgenommen hatte.

Im Vergleich zu anderen Anbietern hat sich Spotify hier vorbildlich verhalten, ähnlich Google Play und der ProSieben/Sat1-Dienst Ampya. Anders dagegen WiMP, Deezer oder Sonys Plattform Music Unlimited: Sie bieten das Album „Märsche und Soldatenlieder der Wehrmacht Vol. 2“ immer noch an.

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Neonazis mit Hipstertaschen: Braune Beutel

Via „taz“:

Neonazis trafen sich zum Trauermarsch in Magdeburg. Es leuchtet die neonfarbene Sonnenbrille, „Bitte nicht schubsen“, bittet ein Jutebeutel. Eine Bildanalyse.

Tiefes Schwarz dominiert das Bild des Magdeburger Hauptbahnhofs. Eingefangen ist das Treffen zum „Trauermarsch“, die Gestalten sind bis zur Unkenntlichkeit verhüllt. Der Duktus ist radikal, der Schwerpunkt der Szene rechts.

Die Figuren tragen zeitgenössische Accessoires. Die naturfarbene Tasche setzt den Hauptakzent im Bild – ein Jutesack mit dem Aufdruck: „Bitte nicht schubsen, ich hab einen Joghurt im Beutel“.

Der ironische Spruch stammt aus der Subkultur der Hipster. Deshalb taufen andere Kritiker die gezeigten Figuren „Nipster“, eine Wortverschmelzung aus Nazi und Hipster. In ihren Bildanalysen benutzen sie weitere Wortspiele wie die „Facism Week“ oder den „Yolocaust“. Doch diese Bewertung geht nicht tief genug.

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»Es steckt viel Hitler in Wagner«

Via „Antifaschistisches Infoblatt“:

Anmerkungen zum »Richard-Wagner-Jahr«

Mit dem aus Anlass des 200. Geburtstags des Komponisten ausgerufenen »Wagner-Jahr« 2013 erreichte ein medialer Hype seinen Höhepunkt, der zugleich als Prozess der zunehmenden Rehabilitierung des »größten Antisemiten unter den Komponisten« (Jüdische Allgemeine) betrachtet werden kann.

Im Zeichen eines nach Events hechelnden Medienbetriebs sind Wagner-Opern heutzutage zum multimedialen Ereignis geworden. Es gibt einen regelrechten Wettbewerb zwischen den führenden internationalen Opern­häusern um die aufwändigste Neuins­zenierung von Wagners monumentalem Ring des Nibelungen. Dass Wagner ein fanatischer Antisemit und glühender Nationalist gewesen ist, ein Vorläu­fer der NS-Ideologie und -propaganda, Impulsgeber nationalsozialistischer Masseninszenierungen und Reichs­parteitagschoreographien und überdies eine wichtige Inspirationsquelle für Hitlers Selbstverständnis als Führer und Erlöser des deutschen Volkes – das gerät dabei gerne zur Nebensache.

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“Grauzone” und Denunziantentum

Und der nächste jämmerliche Versuch aus der Hardcore-“AntiD“-Ecke die Grauzonenkritik auseinanderzunehmen. „3Dioptrien“ schaffen das aber auch nicht besser als „Bonjour Tristesse“. Auch hier wird in erster Linie nur auf inhaltliche Fehlgriffe (die wir, wenn es sich z.B. tatsächlich um Antisemitismus von links gehandelt hat, hier auch immer kritisiert bzw. nie supportet haben) einzelner internationaler RASH- oder SHARP-Acts verwiesen und ansonsten jegliche antifaschistische Recherchearbeit als überflüssig bezeichnet. Wir fragen uns an dieser Stelle nochmal nachdrücklich, was dieses versuchte Reinwaschen von Bands aus der rechtsoffenen Grauzone bewirken soll. Möchten die Hardcore-“Antideutschen“ hier nach neuen Bündnisparter_Innen fischen, da Ihnen langsam aber sicher zurecht der Nachwuchs ausgeht? Oder sollen hier die Tore für Freies Fluten von heimatlich bis völkisch ausgerichteten Musikgruppierungen („Frei.Wild“, „Krawallbrüder“, „Perkele“, „Schusterjungs“, …) geöffnet werden, um hinsichtlich der mit den Europawahlen bevorstehenden antimuslimischen Hetze der diversen rechtspopulistischen bis neonazistischen Gruppierungen endlich gemeinsam & effektiv den islamischen Hauptfeind der Hardcore-“AntiDs“ zu bekämpfen…? Wir wissen es nicht. Deshalb stellen wir unseren Sarkasmusmodus jetzt auch wieder aus und hoffen beim nächsten Mal auf fortschrittlichere Diskussionsbeiträge…

Hier findet Ihr den Beitrag von „3Dioptrien“: “Grauzone” und Denunziantentum

„Bonjour Tristesse“ vs. „Rotes Hetzpamphlet“

Wir dokumentieren einen Diskussionsbeitrag des Hardcore-“Antideutschen“-Blogs „Bonjour Tristesse“ aus Halle zur Grauzonendebatte. Wenige Punkte sind hier aus unserer Sicht bedenkenswert. Der Großteil des Inhalts dieses Textes zeigt leider, dass die vermeintliche Lektüre von kritischer Theorie bei manchen Menschen zu allgemeinen Hass auf alles Bewegungslinke führt. Traurig, dass wir uns zu Beginn des Jahres 2014 gleich mit so einem miesen Beitrag zur Grauzonendiskussion auseinandersetzen müssen. Wir haben nach der Lektüre dieses Textes den Eindruck, dass es sich um einen frustrierten Ex-“Linken“ handelt, der auf seinem Weg aus der linken Szene heraus nochmal auf alles vermeintlich Linksradikale verbalradikal eindreschen möchte. Wer unseren Blog in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt hat, müsste festgestellt haben, dass wir – soweit es unsere Kapazitäten zugelassen haben – nachhaltig belegt haben, dass sich Teile der Grauzone zunehmend auf dem Weg in die rechte Szene befinden bzw. rechte Inhalt mainstreamkompatibel gemacht haben (letzteres ist aus unserer Sicht sogar wesentlich gefährlicher!). Die Verharmlosung dieser Entwicklungen im Bonjour Tristesse sind mehr als erschreckend! Stattdessen wird auch noch auf die wenigen verbliebenen linksradikalen Aktivist_Innen im Subkulturbereich eingeschlagen (mit Ausnahme der berechtigten Kritik an „RASH Stuttgart“) und sogar Feine Sahne Fischfilet gebasht. Wir fragen uns wirklich, was dieser Beitrag – ausser weiterer innerlinker Zersetzung – bewirken soll. Die Oire Szene Redaktion fühlt sich ideologisch weder dem „Antideutschen“– noch dem „Antiimp“-Lager zugehörig. Und so soll es auch bleiben. Wir haben verschiedene Meinungen und Ansichten und damit sind wir bis hierher zumeist sehr gut gefahren. Für eine inhaltlich konstruktive Debatte zur Grauzonendiskussion sind wir jederzeit gerne zu haben. Das hier fällt aber bis auf wenige Punkte traurigerweise unter das Label „Satire“ bzw. „Spaltertum“. Wer Lust & Zeit hat eigene Diskussionsbeiträge zu diesem Papier zu verfassen, kann uns diese gegebenenfalls gerne zusenden und wir werden diese dann ebenfalls veröffentlichen. Wir würden eine grössere Debatte zu den akuten Problemen in den verschiedenen Jugend(sub)kulturen bzw. zur Grauzone sehr befürworten – und natürlich auch in einer kontroversen Art & Weise! Wir wünschen uns an dieser Stelle ansonsten ein kämpferisch starkes 2014 & hoffen, dass es gelingt stadtpolitische, sozialrevolutionäre, antifaschistische & antirassistische endlich wieder zu einer tatkräftigen linken Bewegung zusammen zu führen. Die große Demonstration Ende Dezember in Hamburg für die „Rote Flora“, gegen die zunehmende soziale Spaltung der Gesellschaft, für eine soziale Stadt, Bleiberecht und gleiche Rechte für alle, hat gezeigt, dass es funktionieren kann gesellschaftspolitisch wieder stärker wahrnehmbar zu werden als radikale Linke! Und natürlich werden wir an dieser Stelle auch unseren Beitrag im Kampf um die kulturelle Hegemonie im so wichtigen vorpolitischen Raum fortführen!

Zum „Bonjour Tristesse“-Beitrag geht es hier: German Abstiegsangst. Die Grauzonendiskussion: Agonie der Subkultur

Antisemitisches Weihnachtslied in Rumänien: Skandal mit Verspätung

Via „Tagesschau“:

Musiker in bunt bestickten Blusen singen live im staatlichen rumänischen Fernsehen ein Weihnachtslied. Der Text ist eindeutig antisemitisch. Skandal? Die Empörung kam erst mit Verspätung, die Verantwortlichen ducken sich weg, und die Entschuldigung ist eher halbherzig.

Ein transsylvanischer Chor steht im Halbkreis inmitten von alten Holzhäusern und singt. Musiker flöten und fiedeln dazu im volkstümlichen Stil. Die Musikanten tragen bunt bestickte Blusen – augenscheinlich eine Volkstracht. Auf den ersten Blick singen sie nur ein Weihnachtslied. Das enthält allerdings eine radikale politische Botschaft. Wörtlich heißt es da: „Verfluchter Jude….Nur im Schornstein als Rauch, dort sei der Jude gut….“

Ausgestrahlt wurde die antisemitische Darbietung am Nikolaustag im staatlichen rumänischen Fernsehen TVR. Und sie sorgte bei den Beteiligten nicht für Befremden. Die Moderatorin bedankt sich bei den Sternsingern der Gruppe „Transsylvanische Sehnsucht“ artig für das „Weihnachtslied“ und fragt den Chef des örtlichen Zentrums für die Bewahrung und Pflege der Kulturtradition Cluj/Klausenburg nach eben diesen Traditionen.

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Heidentum als Türöffner

An dieser Stelle gibt es einen Gastbeitrag zum Thema „Puke Music“ und Heidentum:

Die Verwendung von Elementen des germanischen Heidentums und der nordischen Mythologie findet in den letzten Jahren auch zunehmend in der HC-Punk-Szene Verbreitung,
wodurch ideologische Anknüpfungspunkte zur extremen Rechten hergestellt werden und ein antiemanzipatorisches Weltbild transportiert wird.

Aktuelles Beispiel für diese Entwicklung ist das vom Berliner Oi-Punk-Label Puke Music
zu seinem 10-jährigem Firmenjubiläum zum Sonderpreis angebotene T-Shirt-Motiv >Odin fickt Jesus< , mit dem es sich bei seiner Stammkundschaft bedanken will. Die obszöne
Botschaft des Motivs >Odin fickt Jesus< spiegelt sich auch in der dazu abgedruckten Zeichnung wieder, auf der hinter dem auf den Knien nach vorn gebeugten Jesus Christus der germanische Heidengott Odin in einer solchen Pose abgebildet ist, dass sie sich unter Berücksichtigung des dazu abgedruckten Slogans als sexuelle Handlung interpretieren lässt, bei der der christliche Gottessohn vom germanischen Göttervater von hinten penetriert wird.
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Blockupy – Krisenprofiteure markieren

Welche Chancen hat die Alternative für Deutschland?

Via „Publikative.org“:

Welche Chancen hat die AfD? Zwar kann die eurokritische Partei durchaus auf prominente Köpfe setzen, doch die deutsche Tea-Party-Bewegung ist auch sehr heterogen.

Hans-Olaf Henkel, natürlich ist er mit von der Partie. In der neu gegründeten Alternative für Deutschland (Alternative) erkennt der ehemalige BDI-Präsident einmal mehr eine politische Kraft, die sich dem „Club von Kartellbrüdern“[1] der Bundestagsparteien eurokritisch entgegenstellt. So geht das seit einiger Zeit. Henkel sucht nach einer neuen politischen Heimat, versucht hier und da Graswurzelbewegungen in Gang zu setzen. Schon vor Jahresfrist diktierte er dem rechtsoffenen Publizisten Jürgen Elsässer, dass eine Anti-Euro-Partei „wie eine reife Pflaume am Baum“ hänge, „man müsste nur gegen den Stamm treten.“[2] Wo genau sich dieser Stamm befindet, scheint allerdings weit weniger eindeutig, als dass Henkel selbst die Rolle des Treters übernehmen will. Ein Glück: Denn so lässt sich anhand seiner mäandernden Suche das eurokritische Protestspektrum kartieren, in das die Alternative nun hineingestoßen ist und in dem sie sich etablieren will.

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Amazon – Nazi-Musik und rechtsextreme Bücher?

„Indymedia“ berichtet:

Lei­h­ar­bei­te­rIn­nen aus Polen, Un­garn, Ru­mä­ni­en, Spa­ni­en wer­den bei Ama­zon zu men­schen­un­wür­di­gen Be­din­gun­gen be­schäf­tigt und von einem mit Nazis durch­setz­ten Si­cher­heits­dienst mit Namen „H.E.S.S.“ sogar in ihren Un­ter­künf­ten über­wacht und drang­sa­liert. Dies nah­men wir zum An­lass einer Re­cher­che: Wie sieht es mit dem Ver­trieb von rech­ter Musik und ent­spre­chen­der Li­te­ra­tur bei dem Kon­zern aus? Müs­sen die Lei­h­ar­bei­te­rIn­nen aus Halb Eu­ro­pa bei Ama­zon auch noch Neo­na­zi­pro­pa­gan­da ver­pa­cken? Uns in­ter­es­sier­te dabei nur, was Ama­zon Deutsch­land selbst an­bie­tet und ver­sen­det. Fremd­an­bie­ter mit Ver­sand über Ama­zon oder mit ei­ge­nem Ver­sand, die z.B. eif­rig die Reichs­kriegs­flag­ge an­bie­ten, spar­ten wir bei der Über­prü­fung aus. Ex­em­pla­risch wähl­ten wir je­weils drei Bei­spie­le aus Li­te­ra­tur und Musik.

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Kruppstahl-Zitat: Heinos neue Härte

Via „Spiegel Online“:

„Hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder, flink wie ein Windhund“: In einem Interview mit der „FAS“ verwendet Heino eine griffige Formel für seine Fitness – ihren Ursprung hat die allerdings in einer Rede Adolf Hitlers. Nach Aussage seines Managers war dem Sänger dieser Zusammenhang nicht bewusst.

Hamburg – Auf seinem neuen Album „Mit freundlichen Grüßen“ singt Heino die Lieder deutscher Rock- und Popgrößen, darunter Die Ärzte, Peter Fox und Rammstein – nun freut er sich darüber, dass er damit „auch die junge Generation“ erreicht. Das sagte der 74-Jährige der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). Von der Interviewerin gefragt, ob er sich vorstellen könne, eine weitere derartige Platte aufzunehmen, antwortet der Sänger: „Wenn ich jetzt tot umfalle, ist es das letzte Album gewesen. (…) Aber noch bin ich ja hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder und flink wie ein Windhund.“

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Siehe auch: Heino, das Ideal der deutschen Jugend

Sarah Kane’s “Skin”

Via „Big Shot Zine“:

Thomas Kuban zu Gast bei Westart Talk

Ein Fernsehtipp für den kommenden Sonntag:

Undercover hat er jahrelang im Herzen der rechten Szene recherchiert: bei Konzerten heimlich gefilmt und sein Material TV-Magazinen zur Verfügung gestellt. Sein Film „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ und sein gleichnamiges Buch geben Auskunft über eine Welt voller Hass. Thomas Kuban ist sein Pseudonym. Er wechselt seine Identitäten, zeigt sich nur in Verkleidung. Denn seit er in der rechtsradikalen Szene dreht, lebt er mit Morddrohungen. „Ich bin der Meinung, dass ein NPD-Verbot sehr viel bringen würde“, sagt der Journalist. „Die NPD hat mittlerweile eine zentrale Rolle in der Infrastruktur der Nazis: Sie kann aufgrund ihres Parteistatus viel einfacher öffentliche Großveranstaltungen organisieren. Das heißt, es gibt hauptamtliche Kräfte, die neonazistische Jugendkultur organisieren. Wenn die NPD verboten würde, dann würde da alles wegbrechen. Die Szene bräuchte zumindest einige Jahre, um sich wieder neu zu organisieren.“

Mehr Infos
Siehe auch: Undercover mit Glatze

»Die Terrorgruppe NSU ist keine Panne«

Via „Junge Welt“:

Rechte aufbauen und Linke schlagen ist seit je Maxime der BRD. »Nationalsozialistischer Untergrund« ist konsequente Folge dieser Politik. Ein Gespräch mit Gabriele Heinecke

Gabriele Heinecke ist Fachanwältin für Arbeits- und Strafrecht und lebt in Hamburg. Am Samstag nimmt sie teil an der Podiumsdiskussion der Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin

Sie sind seit Jahren in vielen politischen Verfahren als Rechtsanwältin tätig. Was hat Sie bewogen, als Anwältin zu arbeiten?
Zum einen mein (rechts-)politisches Interesse. Wie die Geschichte gezeigt hat, ist bürgerliche Demokratie nur eine Form der Aufrechterhaltung der Herrschaft des Kapitalismus. Bürgerliche, politische und soziale Rechte sind keine Selbstverständlichkeit. Sie sind erkämpft worden, und wenn man sie erhalten will, muß man sie verteidigen. Der Anwaltsberuf ist spannend und eine wunderbare Möglichkeit, das Interesse mit der Profession zu verbinden.

Zum anderen hat mich schon als Studentin beschäftigt, was der Staats- und Verfassungsrechtler Otto Kirchheimer in seiner Schrift »Politische Justiz« das »Drama aller Zeiten« genannt hat: inwieweit die Herrschaft die Unterwerfung und den Gehorsam derjenigen verlangen darf, »die ihren moralischen Anspruch und ihre Zukunftsperspektiven nicht anerkennen«, und inwieweit – von staatlicher Seite –, juristische Verfahrensmöglichkeiten zu politischen Zwecken genutzt werden. Sich dem zu stellen, ist eine Herausforderung.

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CAMOVER Aktionszeit beginnt

Wir verweisen auf eine autonome Kampagne gegen den immer weiter ausufernden Überwachungsstaat:

Wir hassen Überwachungskameras. Sie waren schon seit ihrer Erfindung scheisse. In unseren Städten verfolgen sie uns mittlerweile auf Schritt und Tritt. Auf der Straße, in Läden, in Wohnhäusern und in Bus und Bahn. Permanent werden wir beäugt, überwacht, ausspioniert. Menschen und Institutionen, die es am besten überhauptnicht geben sollte, speichern Bilder unseres Lebens und vermitteln uns den Eindruck, ständiger Kontrolle zu unterliegen. Weil wir dieser Vision schon viel zu nahe sind, jeder Moment aber der letzte sein könnte, sie zu zerstören, rufen wir zu einem Spiel auf. Ein freudiges Spiel mit einem ernsten Ziel. Seid ihr dabei?

Wenn JA, dann fühlt euch den folgenden Regeln verpflichtet oder macht was ihr wollt:

Voraussetzung zur Teilnahme ist, dass ihr eine Autonome Gruppe gründet – das ist nicht weiter schwer.

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Siehe auch: Aufruf gegen den Bullenkongress 2013