Archiv der Kategorie 'Subkultur und Widerstand'

161 > 88 Antifadoku aus Tschechien

“Une vie de lutte – Der Kampf geht weiter”

21./22.8.2015: IchSucht, The Flexfitz, Kira Kanoa und One Step Ahead

Unser Ausgehtipp fürs Wochenende:

Schmutzstaffel – Jugendschmutzgesetz

Miefig ungewaschen. Keine Kohle in den Taschen. Niemals Teil der Masse. Schmutzstaffel!
Ordentlich hart am Hustlen. Tourgeld für Schnaps verprassen. Immer zu am Hassen. Schmutzstaffel!

Die Zwille durchgeladen, ein paar Frei.Wild -Fans zerlegt. Sind die noch bei Sinnen, oder einfach nur gelähmt? Eltern fürchten um die Jugend, Gefühle werden verletzt. Die Schmutzpunx sie bringen euch das Jugendschmutzgesetz.

Hier kommt das Ende eurer Zukunft. Hier kommt die Kotze des Verstands. Das Krebsgeschwür der Merkel-Ära. Die Jugendschmutz-Punks.
Wir sind die Schmutzstaffel-Punks!

Komplettes Album zum anhören gibt es hier.

Notgemeinschaft Peter Pan – Tellerrand

Mal wieder ein Song der Notgemeinschaft Peter Pan, welcher uns von der Seele spricht:

Du wirfst mir vor ich würde die Szene spalten,
doch diese Szene kannst du gerne für dich behalten.
Wer mit Nazis auf Kuschelkurs geht,
der_die beweist im Umkehrschluss, dass er_sie Punkrock nicht versteht.
Dieses völkische Gerede, dass Täter schnell zu Opfern macht,
die nächste schwule Zecke als Nestbeschmutzer ausgemacht.
Wenn es egal ist mit wem man sein Bier Backstage trinkt,
stört man sich auch nicht dran was ein Krawallbruder so singt.

Ihr habt hier nix verloren, was wollt ihr eigentlich hier?
Unpolitisch gibt es nicht! Keine Kompromisse mehr!
In eurer faden Suppe ist kein Platz für Politik,
habt nie über den Tellerrand der Grauzone geblickt.

Klare Kante gegen rechts, keinen Zweifel aufkommen lassen!
Es kann doch nicht so schwer sein diese Szenerie zu hassen.
Das Schlimmste ist, dass wir es oft sind die sich erklären müssen,
statt der wenigen Idioten die sich heimlich hier einnisten.
„United Oi!“ – doch nicht mit euch, egal wie gerade ihr euch macht,
so lange ihr „unpolitisch“ seid und über Türkenwitze lacht.

Ihr habt hier nix verloren, was wollt ihr eigentlich hier?
Unpolitisch gibt es nicht! Keine Kompromisse mehr!
Rechtfertigungsversuche? Das wollen wir nicht mehr hören!
Eine Szene die euch akzeptiert, ist es wert sie zu zerstören.

„Linernotes
Die linke Szene braucht Freiräume, die es ihr ermöglichen überhaupt zu existieren. Sonst könnte mensch gleich den Kampf aufgeben und ein Leben im Mainstream führen. Wenn aber emanzipatorisch organisierte Freiräume von Leuten okkupiert werden, die von sich behaupten unpolitisch zu sein, verwässert die ganze Suppe. Es muss ein Konsens herrschen der über die Floskel „Nazis raus“ hinausgeht! Antirassismus, Antisexismus, Antihomo- und -transphobie gehören in einem linken Zusammenhang gleichermaßen dazu, wie gegen jegliche Form von Antisemitismus zu sein. Wir verlangen nicht, dass jede_r gleichermaßen radikal oder engagiert sein muss, aber diese Grundeinstellungen sollten doch wohl eine Selbstverständlichkeit sein. Ist mensch nun so „tolerant“ und drückt mal hier mal dort ein Auge zu, wird die Existenz eines linken Freiraumes riskiert. Deshalb keine Toleranz und Akzeptanz für Leute denen all das zu „anstrengend“ ist! Unpolitisch gibt es nicht!“

Hörbar hier.

Mehr als Musik: „Free Valentin“ Solikonzert von Feine Sahne Fischfilet im Tower

„HB-people“ berichtet:

UNTER DER WOCHE WURDE KLAR, DASS WERDER-ULTRA VALENTIN VORERST IN HAFT BLEIBT. FEINE SAHNE FISCHFILET SPIELTEN ZUSAMMEN MIT SCHWACH AUS BERLIN IM TOWER EIN SOLIKONZERT FÜR VALENTIN.

Bremen. Ein Anlass, bei dem niemand von uns auf die Idee kommen würde, beim Veranstalter um eine Presseakkreditierung zu bitten – unter dem Motto „Free Valentin“ spielten am vergangenen Freitag Feine Sahne Fischfilet und Schwach im Tower, die Einnahmen kommen dem inhaftierten antifaschistischen Ultra zu.

Es war schön zu sehen, wie früh dieses Konzert ausverkauft war und wenn man sich den weit über Deutschland hinaus gezeigten Support für Valentin anschaut, wird die Wichtigkeit dieser Sache schnell deutlich. Da bewegen sich im Umfeld des Bremer Weserstadions Nazihools, die provozieren, einschüchtern und ihre menschenverachtende Weltsicht verbreiten und wenn es dann knallt, trifft die Härte des Gesetzes diejenigen, die dagegen aufstehen. Dass die Polizei selbst durch einen kleinen Rest Fingerspitzengefühl dafür hätte sorgen können, dass Nazihools und linke Ultras sich nicht erneut begegnen an diesem folgenschweren Nachmittag, wird scheinbar ausgeblendet. Die Dummheit, eine antifaschistische Gruppe vom Osterdeich direkt wieder zum Verdener Eck und damit den Nazihools zu drängen, steht in einer Reihe irrwitziger Polizeiaktionen im Zusammenhang mit Werderspielen und muss bei der Beurteilung dieser Sache berücksichtigt werden. Valentins Anwalt geht auch darauf in seiner aktuellen Stellungnahme ein.

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Siehe auch: Linke Ultras treffen auf rechte Hooligans – Partys mit Gewaltpotenzial

20 Jahre Chaos-Tage-Ausschreitungen 1995: Kein Hauch von Schutt und Asche

Das „Lower Class Magazine“ berichtet:

„Nichts hat mir in meiner politischen Karriere mehr geschadet, als die verdammten Chaos-Tage.“

Gerhard Schröder 1996, damals Ministerpräsident von Niedersachsen, später Bundeskanzler, heute Wirtschaftslobbyist

Sonderheft zu den Chaos-Tagen 2000, Quelle: Privat

Am letzten Sonntag vor genau 15 Jahren saß ich in einem Zug Richtung Ruhrgebiet, der aus der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover kam. Soeben hatte das geilste Wochenende meines jugendlichen Lebens hinter mich gebracht. Hinter mir lagen drei Tage voller Spiel, Spaß und Action: Ich war bei den legendären Chaos-Tagen in Hannover. Jetzt war ich wirklich ein Punk und hatte meine Aufnahmezeremonie erfolgreich hinter mich gebracht.

Die verschnarchte Provinzgroßstadt bot mir kurzzeitig so ziemlich alles, wonach sich mein Teenagerherz sehnte: Punks, Grenzerfahrungen und Gründe, die Polizei zu hassen. Dass kaum etwas passiert ist, war mir in diesem Moment egal. Nach ziellosem herumirren durch die unbekannte Stadt mit neuen Bekanntschaften kam es am frühen Samstagabend zu halbherzigen Barrikadenbau-Versuchen, die von der massenhaft anwesenden Polizei routiniert unterbunden wurden. Ich selbst war auch nur Beobachter. Nicht einmal einen Stein habe ich geschmissen und auch keine Mülltonne auf die Straße gerollt. Trotzdem kam ich mit anderen gemeinsam in eine Gefangenensammelstelle, wo die Party diesmal gut bewacht unter den Augen der Polizei weiterging, bis alle Punks nach und nach in Kleingruppen in ihre jeweiligen Heimatstädte versschickt wurden. Das erklärte Ziel, die Verhinderung der Weltausstellung Expo, wurde ebenfalls verfehlt. Das die Chaos-Tage 2000 nur ein müder Aufguss eines einstmals legendären Punktreffens war, konnte meine Begeisterung damals nicht bremsen.

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01. August Leipzig: Repressionskosten-Soli/ Plaque

Unser Veranstaltungstipp fürs Wochenende:

Mehr Infos gibts hier.

16.-30.7.2015 München: Ausstellung, Workshops und Vorträge: „Der z/weite Blick“

Die Oire Szene Redaktion empfiehlt:

Ausstellung, Workshops und Vorträge: „Der z/weite Blick“ Täglich (außer sonntags) ab 15.00 Uhr im „Farbenladen“ beim Feierwerk, Hansastraße 31. Um 19.30 Uhr beginnt jeweils das abendliche Rahmenprogramm in den Räumen der Ausstellung.

Aus der Ankündigung:

HIP HOP, METAL, TECHNO, SKATEBOARDING, PUNK, ULTRAS, GOTHIC ODER EMO – auf den ersten Blick zeigt diese Vielfalt an Jugendkulturen, wie viele verschiedene Ausdrucksmöglichkeiten sich junge Menschen heute schaffen. So entstehen spannende und reizvolle Dinge – neue Musik, Sportarten, Kunst, Mode. Auf den zweiten Blick sind Jugendkulturen aber auch nicht frei von Problemen wie beispielsweise Diskriminierung: Auch hier werden Menschen wegen tatsächlicher oder zugeschriebener Merkmale benachteiligt, ausgeschlossen oder angegriffen, oft weil sie nicht ins Bild passen. Die Ausstellung Der z/weite Blick wurde vom Archiv der Jugendkulturen e.V. konzipiert und soll Anregungen geben, über diese Dinge nachzudenken und die eigene Sicht zu hinterfragen. Es ist manchmal einfacher als gedacht, etwas zu ändern, und Jugendkulturen können hierfür eine wunderbare Plattform bieten.

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U.a.:

16. Juli Vortrag: Rechte Lebenswelten in der Popkultur am Beispiel „Grauzone“ (Johannes Scholz, FIRM)
„Nur weil ich stolz auf Deutschland bin, bin ich noch lang kein Nazi“. Solche oder ähnliche Statements bekommt man mittlerweile des Öfteren von Anhängern der sogenannten Grauzone an den Kopf geworfen. Ist dieses Phänomen um den großen Protagonisten „Frei.Wild“ und den vielen weiteren Bands im Fahrwasser des Deutschrocks nur ein harmloser Trend oder wird hier der Weg für durchaus radikalere Bands geebnet? Neben dem Thema Grauzone sollen an dem Abend auch weitere Spielarten verschiedener rechtsextremer subkultureller Musikrichtungen besprochen werden.

17. Juli Kino: Oi! Warning
Der 17-jährige Janosch hat die Idylle am Bodensee, seine fürsorgliche Mutter und die endlose Lernerei in der Schule satt. Er flüchtet zu seinem alten Freund Koma, der in Dortmund als Kistenpacker in einer Brauerei arbeitet und inzwischen Skinhead, „Kickbocker“ und „Oi-Konzerte-Abtänzer“ ist. Koma kann einen Bewunderer wie Janosch gut gebrauchen, lässt ihn bei sich wohnen und führt ihn in die Skinhead-Szene ein. Doch dann lernt Janosch den liebenswert-chaotischen Punk Zottel kennen und lieben. Als er sich für Zottel und gegen Koma entscheidet, hat dies furchtbare Folgen.

18. Juli Vortrag: Homophobie im Reggae (Patrick Helber, Politikwissenschaftler)
Patrick Helber spricht über die Kontroverse um Dancehall-Musik und Homophobie und ordnet sie in den historischen, politischen und kulturellen Kontext des postkolonialen jamaikanischen Staats ein. Dabei geht er auf die politische Arbeit von sexuellen Minderheiten auf Jamaika ein und veranschaulicht, inwiefern bei internationalen Kampagnen gegen Homophobie im globalen Süden neokoloniale Machtkonstellationen und Alterisierungsprozesse eine Rolle spielen. Außerdem thematisiert er den Umgang mit homophoben Dancehall-Texten in der hiesigen Reggae- und Dancehall-Subkultur.
Patrick Helber hat in Tübingen und Dublin Geschichte und Politikwissenschaft studiert und 2014 in Neuerer und Neuester Geschichte in Heidelberg promoviert. In seiner Freizeit moderiert er eine Radiosendung über karibische Populärkultur.

11.7.2015 Linkes Zentrum/Düsseldorf: Hors Controle (AFA-Oi!) + Subversive Brats (Streetpunk, D’dorf)

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Cable Street Beat Düsseldorf präsentieren:

HORS CONTROLE gehören zu den Bands, über die hierzulande nicht annähernd soviel geredet wird, wie eigentlich geredet werden sollte.
Ihre Platten sind hier nicht so präsent wie Schwachmützel oder Knallbrüder. Ihre linken anarchistischen Ansichten machen sie für
den durchschnittlichen Grauzone Trottel weitgehend inkompatibel und ein größeres Label oder ein größerer Veranstalter hierzulande wollte sich wohl mit ihnen auch noch nicht befassen.
Aber das sind natürlich gerade Gründe, die sie für uns ja erst richtig interessant machen.

http://horscontrole.net/
https://www.facebook.com/pages/hors-contrôle-page-officielle/129581330450715

***
Die Düsseldorfer Newcomer SUBVERSIVE BRATS bei uns mit einem ihrer ersten Auftritte überhaupt. Lasst euch überraschen!

Quelle

10. Juli: RASH Leipzig- Solikonzert für die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh/ Stö


Am Freitag, den 10. Juli, bitten in unserer mittlerweile fast angestammten Lokalität folgende sympathische Kapellen zum Tanze, wobei die Mehreinnahmen der seit Jahren und aller Widrigkeiten zum Trotz unermüdlich kämpfenden Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V. zu Gute kommen.

RASH Leipzig

9./10./11.7.2015 FreiLand/Potsdam: Ultrash-Festival No.9

Unser Veranstaltungstipp für die kommenden Tage:

Auch dieses Jahr präsentieren Euch die Red & Anarchist Skinheads Berlin-Brandenburg, das Filmstadtinferno 99, Scortesi und engagierte Einzelpersonen ein zweitägiges politisches Subkulturfestival! Neben diversen Bands (u.a. Hors Controle, Bambix, The Movement, Brigadir, Gulag Beach, Cut My Skin, Torkel T & Riva, Alarmsignal, Alien Placenta, Dachlawine und Radical Hype), wird es am 12.7. auch ein schickes Freundschaftsspiel gegen Hapoel Tel Aviv im Karli geben, verschiedene Stände (u.a. Fire and Flames, Grndioso Versand) , politische Vorträge (u.a. zu DIY Fussball in Russland), Filmvorführungen (Une vie de lutte – Film über den ermordeten Antifaschisten Clément Méric), ein Ultrash-Unfug (Mehr dazu: http://ultrash.blogsport.eu/?p=843), eine fette Aftershowparty u.v.m.!

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10.7.2015 L87/Finsterwalde: RASH Südbrandenburg und Combat Rock präsentieren Brigadir


Quelle

4.7.2015 Freiraum Dachau: Reazione und Defenders of the Universe

Veranstaltungstipp:

Der Code für den Thumbnail lautet:

Am 4.7. beehren uns im Rahmen des PunkRock Café im Freiraum *Reazione*
aus Rimini
und *Defenders of the universe* aus Schwäbisch Gmünd.

Es wird vor dem Konzert noch einen *Vortrag zum Thema Grauzone* geben.
Mehr Infos dazu in Kürze. Es erwartet euch außerdem angemessene
Unterhaltung in Form des Spiels *Bierpong*.

Eintritt 5 Euro
20 Uhr

Freiraum Dachau
Brunngartenstr. 7
85221 Dachau
http://freiraum-dachau.de/

Veranstaltet mit freundlicher Unterstützung von RASH München, dem Antifa
Cafe, dem PunkRock Cafe und ganz vielen weiteren Unterstützer_innen.

[RZ] Linskrock für antifaschistische Perspektiven im Kreis Hzgt. Lauenburg

Die „Antifa Herzogtum Lauenburg“ berichtet:

Zum siebten Mal in Folge lädt das «Linksrock fürn Euro» nun zu Politik und Party in Büchen: Treibender Ska, wütender Punk und gekonnter Electro sorgen fürs musikalische Wohlbefinden – Infostände bieten Gelegenheit zum politischen Austausch. Unser Konzertabend hat eine politische Botschaft: Er richtet sich klar gegen extrem rechte Strukturen und Rassismus.

Die rechte Szene im Herzogtum Lauenburg ist mittlerweile nicht mehr am Schrumpfen, sondern im Aufwind: Büchen und Schwarzenbek sind die neuen Zentren von aktiven rechten Gruppen. Neben den etablierten Parteikadern der NPD im Kreis Herzogtum Lauenburg, wie etwa der Kreisverbandsvorsitzende Simon H. aus Labenz, und der Jugendorganisation der NPD, der JN, deren Mitglied der Mitbegründer der mittlerweile aufgelösten Kameradschaft „Nationale Sozialisten/Nationale Offensive Lauenburg“ Dominic R. aus Ziethen, tummeln sich im Kreis noch immer aktive Kameradschaftler, wie Tim J. aus Hornbek oder Norman K. aus Mölln. Hinzu kommen in den letzten Jahren vermehrt Jugendliche, die sich für die rechte Gesinnung empfänglich zeigen.

Neben den sogenannten „Koberger Jungs“, die sich primär auf Musik, Alkohol und Fußball konzentrieren, vermischen sich im südlichen Kreis Herzogtum Lauenburg rechtsoffene Jugendliche, Fußballfans und organisierte Neonazis. Vor einigen Monaten tauchten vermehrt rechte Graffiti, Aufkleber und Plakate auf. In Büchen und Schwarzenbek betranken sich rechte Jugendliche und zogen Parolen gröhlend durch die Straßen. Im April hing in Büchen ein Transparent des „Nationalen Widerstands Schleswig-Holstein“.

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NPD-Aufmarsch nach Naziangriff auf alternatives Musikfestival

Der „Störungsmelder“ schreibt:

Der Berliner Stadtteil Buch gilt als neue Hochburg der lokalen Neonaziszene. Immer wieder kommt es zu Bedrohungen, Schmierereien und gezielten Angriffen auf Engagierte. Mit einem bunten Musikfestival wollen jetzt Jugendliche an diesem Wochenende ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus und Rassismus in Buch setzen. Doch bereits beim Aufbau am Donnerstag wurden die Helfer von Neonazis mit Flaschen und Pfefferspray attackiert. Für Freitagabend hat die NPD jetzt auch noch einen Aufmarsch ganz in der Nähe angemeldet.In einem Statement im Internet heißt es zum Angriff:

„Heute, gegen 20.45 Uhr kam es zum ersten Angriff auf das Festival. Vier Nazis, unter ihnen der Pankower NPD-Kreisvorsitzende Christian Schmidt, sammelten sich in der Nähe des Geländes, auf dem derzeit Festivalvorbereitungen stattfinden. Erst fotografierten sie die Festival-Crew ab und versuchten diese verbal zu provozieren. Als ihnen dies nicht gelang, bewarfen sie Menschen die gerade mit Aufbauarbeiten beschäftigt waren, mit Flaschen. Anschließend kam es zu einem Handgemenge, bei dem die Nazis Menschen mit Pfefferspray angriffen. Nach einer halben Stunde kam die Polizei. Die Bucher Nazis, allem voran Christian Schmidt, taten was sie immer tun und erstatten Anzeige gegen die alternativen Jugendlichen. Die Beamten glänzten wie immer durch Unkenntnis der lokalen Situation. Sie nahm die Anzeige bereitwillig entgegen und kontrollierte daraufhin die Personalien von Personen die sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Festivalgelände befanden. Die Gruppe der Nazis war zu diesem Zeitpunkt auf zehn Personen angewachsen.“

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Feine Sahne Fischfilet denkt an Neuruppin

Die „MOZ“ schreibt:

Neuruppin (dd) Die bekannte Punk- und Skaband Feine Sahne Fischfilet aus Mecklenburg-Vorpommern bedauert, nicht an den Gegendemonstrationen zu der bundesweiten Neonazi-Kundgebung am 6. Juni in Neuruppin teilnehmen zu können. „Wir spielen an dem Tag am Rock am Ring, ansonsten wären wir bei den Blockaden am Start“, teilte die Band auf Nachfrage des RA mit. „Wir finden es super, wenn sich die Leute nicht nur in Berlin oder Hamburg gegen Nazis engagieren, sondern auch in kleineren Städten. Stoppt den Naziaufmarsch! Wir sind in Gedanken bei Euch!“

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Linke Musiker im Visier von Verfassungsschutz, Polizei und Justiz

Via „Melodie & Rhythmus“:

Kunst lebt von den Fehlern der Welt. Ob sie uns lachen oder weinen macht, wir belachen oder beweinen Abschaffenswertes.« Das schrieb Peter Hacks vor einem halben Jahrhundert. Zustände, die in den Mülleimer der Geschichte gehören, gibt es immer noch zuhauf: Von A wie Abschiebung bis Z wie Zwangsräumung bietet der Kapitalismus genug Stoff für linksorientiertes Musikschaffen. »Alter Geruch schreit nach Zusammenbruch«, sangen schon Slime. Dass der bürgerliche Staat darauf früher oder später antwortet, kann man sich denken.

Im Fall von Slime reagierte das Landeskriminalamt Brandenburg – mit Verzögerung: Nachdem er 30 Jahre lang die deutsche Jugend »schädigen« durfte, wurde der Song »Bullenschweine« 2011 indiziert. »›Slime‹ gehören zu jenen Hassmusikern, die auf Kinder und Jugendliche verrohend wirken«, so die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) in ihrem Urteil. Das Fazit des damaligen brandenburgischen Innenministers Dietmar Woidke (SPD) lautete: »Der Song ›Bullenschweine‹ ist ein wirklich widerliches Beispiel für Hass in der Musik. Ich bin deshalb froh, dass das Landeskriminalamt mit seinem Indizierungsantrag Erfolg hatte.«

Musik sei »ein bislang nur wenig beachtetes Agitationsfeld im Linksextremismus«, wusste der bundesweite Verfassungsschutzbericht 2012. Dabei werde sie von Linken »gezielt zur Verbreitung ihrer ideologischen Vorstellungen genutzt« und diene dazu, Teilnehmer für Veranstaltungen zu mobilisieren und, etwa durch »Soli- Konzerte«, Gelder für die »Szenearbeit« zu erwirtschaften.

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MDB und WWF: Gegen Hass, Diskriminierung und elitärem Denken innerhalb der Szene

Wir wollten Euch natürlich auf keinen Fall das sehr ausführliche und aus unserer Sicht gelungene Statement von What We Feel und Moscow Death Brigade vorenthalten. Wir werden die beiden Bands aus Den Augen der Oire Szene Redaktion auch zukünftig weiterhin offensiv supporten! Wir haben nichts einzuwenden gegen eine solidarische innerlinke Kritik – in diesem Fall ist die (nicht von uns stammende) Kritik aber definitiv übers Ziel hinausgeschossen. Auch wir haben in der Vergangenheit Fehler gemacht und finden es wichtig, dass zumindest innerhalb der Szene eine Kritik an klar antifaschistisch eingestellten Bands entsprechend fair ablaufen muss! For a strong antifascist subculture movement and struggle worldwide!:

Liebe Alle

Im Namen von What We Feel und Moscow Death Brigade legen wir hier unsere offizielle Stellungsnahme zum Artikel: „Die Bands What We Feel und Moscow Death Brigade als Beispiel eines zu kritisierenden Antifaschismus“ vor, der uns und die russische antifaschistische Szene im Generellen beschuldigt „faschistisch, homophob, sexistisch“ etc. zu sein. Während diese Beschuldigungen im Allgemeinen auf uns bizarr wirken, möchten wir dennoch einzeln auf diese Vorwürfe antworten.

Zuerst möchten wir sagen, dass wir froh darüber sind, dass dieses Thema endlich an die Öffentlichkeit gelangt ist. Bereits seit Jahren haben anonyme Poster_innen versucht unsere Touren zu verhindern, indem Mails mit diffamierenden Aussagen über unsere Bands an unsere Promoter_innen und Unterstützer_innen versendet wurden. Beispielsweise versuchten sie erfolglos unsere Soli-Tour für die Familie des von Neonazis ermordeten antifaschistischen Aktivisten Ivan Khurtoskoy im Mai 2014, sowie unsere Auftritte am Ultrash Festival und am Barrio Antifascista Festival zu verhindern.

Während die Promoter_innen entweder den Hassmails keine Beachtung schenkten oder mit unseren Erklärungen zufrieden waren, versuchten wir die Autor_innen für eine direkte Diskussion zusammen mit Repräsentant_innen der europäischen antifaschistischen Szene als Mediator_innen zu treffen, da unsere Bands immer offen gegenüber Kritik sind. Die Autor_innen vermieden aber den Dialog.

Unsere Bands kommen nicht umhin sich zu wundern, warum die Autor_innen nie versucht haben, die Themen dieses Artikels zuerst mit uns zu diskutieren. Auch sind wir ratlos darüber, dass der Artikel gepostet wurde, währenddessen wir auf Tour waren und keine englische (oder bevorzugt russische) Übersetzung vorlag, was verhinderte, dass wir den Artikel richtig lesen und verstehen, sowie rechtzeitig darauf antworten konnten. Wir müssen zugeben, dass wir dies als einen unehrlichen Ansatz sehen, der sowohl uns, als auch den Leser_innen gegenüber respektlos ist. Dies und alles oben erwähnte lässt uns denken, dass der wahre Grund hinter dieser Agitation persönliche Feindschaft ist.

Wir sehen diese Situation als eine großartige Möglichkeit, um die Geschichte unserer Bands zu teilen, die einigen Leser_innen nicht vertraut sein könnte und endlich die Differenzen zwischen russischen und europäischen Szenen zu diskutieren und sie zu überwinden.

Wir haben diesen Beitrag auf englisch geschrieben, anstelle unserer Muttersprache russisch, um sicherzustellen, dass die Menschen, die ihn lesen wollen dies mit kleinstmöglicher Schwierigkeit tun können, da Mitglieder von antifaschistischen Gemeinschaften rund um die Welt unserer Erfahrung nach normalerweise in englisch miteinander kommunizieren.

1. Vorwürfe

Soweit wir richtig verstehen – dank unseren Freund_innen und Google Translate – versuchen die Autor_innen darzulegen, dass MDB, WWF, einige mit ihnen verbundene Bands und (was gemäß der Sprache des Artikels angenommen werden kann) die russische militante Szene im Allgemeinen nicht „richtige“ Antifaschist_innen sind, sondern faktisch gewalttätige „Thugs“, Homophobe, Sexist_innen, Nationalist_innen etc..

Ein paar Aussagen werden mit Zitaten aus einigen Interviews unterstützt. Das erste mit Gryundik – Mitglied von 210 und ehemaliges Mitglied von Razor Bois. Das andere mit Vova – Mitglied von MDB, ehemaliges Mitglied von Razor Bois und WWF.

Das Interview mit Gryundik wurde nach der Veröffentlichung gelöscht, da (gemäß 210) Gryundiks Antworten vom Interviewer falsch interpretiert wurden.

Das Razor Bois – Interview mit Vova ist fünf Jahre alt und die Zitate daraus wurden falsch übersetzt und aus dem Kontext genommen.

Außerdem wird versucht uns mit Personen zu verlinken, mit denen wir nie irgendetwas gemacht haben und die wir nicht einmal kennen oder ein Label, mit dem wir sämtliche Zusammenarbeit vor einiger Zeit niedergelegt haben.

Einige Vorwürfe scheinen auf der Wahrnehmung und Vermutungen der Autor_innen zu basieren, die entweder von einem Mangel an Wissen zum Thema hergeleitet werden oder auf einem persönlichen Standpunkt basieren.

Wir werden versuchen einzeln auf die wichtigeren Diskussionspunkte im Artikel zu antworten. Leider arbeitet die Zeit gegen uns und wir hatten auch keine adäquate Übersetzung vom Originalartikel, womit es schwer ist, eine gut vorbereitete Antwort vorzulegen, aber wir tun unser Bestes.

Um diesen Abschnitt zusammenzufassen – wir wollen darlegen, dass die Vorwürfe keinen Bezug zur Realität haben. Zu behaupten, dass wir Xenophobe oder Faschisten seien widerspricht dem, das wir immer beabsichtigt haben in unseren Songs, unseren Aussagen, unseren Aktionen und in unserer Arbeit für die antifaschistischen Ideale auszudrücken. Wir haben gegen Rassismus, Nationalismus und allen Formen von Diskriminierung, die auf der ethnischen Herkunft, der Hautfarbe oder der Religion basiert gekämpft. Wir haben gegen Diskriminierung, die auf dem Geschlecht oder der sexuellen Orientierung basiert gekämpft. Gegen Stereotypen und Generalisierungen im Allgemeinen. Aufgrund dieser Positionen wurden wir zu zahlreichen Gelegenheiten physisch attackiert, erhielten Morddrohungen, unsere Fotos und privaten Informationen wurden mit dem Aufruf unserer physischen Eliminierung auf Neonazi-Websites gepostet.

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Siehe auch: MDB and WWF: against hate, discrimination, and inner-scene elitis
(mehr…)

Stellungnahme von WWF und MDB zu den erhobenen Vorwürfen

Dear all! On behalf of What We Feel and Moscow Death Brigade we are presenting our official reply to the article called “Die Bands What We Feel und Moscow Death Brigade als Beispiel eines zu kritisierenden ‘Antifaschismus‘”, which accuses us and Russian militant Antifascist scene in general of being “fascist, homophobic, sexist” etc. While those accusations in general sound outright bizarre to us, we would like to answer these allegations in detail.

First of all we’d like to say that we’re happy that this subject has finally come to the public attention. For years now anonymous posters have been trying to hinder our tours sending letters with defamatory statements about our bands to the promoters and supporters. For example they were fruitlessly trying to cancel our Benefit Tour in support of the family of a murdered Russian Antifa activist Ivan Khutorskoi in May 2014, Ultrash Fest and Barrio Antifascista Fest.

While the promoters either had paid no attention to the hatemail or had been satisfied with our explanations, we still tried to meet with the authors for a proper discussion with representatives of European Antifascist scene acting as mediators, as our bands are always open for criticism. However the ill-meaning authors kept avoiding the dialogue.

Our bands can’t help but wonder why the authors never tried to discuss the topics of their article with us in the first place. Still clueless why this article was posted while we were on tour and why there had been no English (or preferably Russian) translation which didn’t let us to properly read it, understand it and reply to it on time. We have to admit that we see it as a dishonest approach, which is both disrespectful to us and to the readers. We also are unpleasantly surprised by the tone of the article. This and all of the above make us think that the real reason behind this activity is personal hostility.

We see this situation as a great opportunity to share the story of our bands that some of the readers might not be familiar with and to finally discuss the differences between Russian and European scenes and the ways to overcome them.

We’ve written this post in English, instead of our first language Russian, to make sure that people who want to read it and understand it can do so with as little difficulty, as possible, since members of Antifascist communities across the world usually use English to communicate with each other. A German translation is currently being worked on and will be posted as soon as possible.

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