Archiv der Kategorie 'Veranstaltungen der extremen Rechten'

Enttäuschung und Entsetzen

Quelle: Neues Deutschland

Die Einwohner im thüringischen Themar sehen sich mit einem weiteren Neonazi-Konzert konfrontiert

Es sind zwei Gefühle, die diesen Abend in Themar prägen; einen Abend, an dem wieder viele Menschen in ein Gemeindezentrum in die Mitte des Ortes gekommen sind, um darüber zu reden, wie die Lage in der Stadt ist, in der im Sommer die größte Neonazi-Musikveranstaltung in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges stattfand. Etwa 6000 Rechtsextreme aus ganz Europa waren im Juli nach Themar gekommen und hatten sich so sehr am Hassrock berauscht, dass mitten in der Nacht Hunderte Neonazis den rechten Arm nach oben warfen und »Sieg Heil« brüllten, während Polizisten – von denen zu wenige vor Ort waren – zusahen und zuhörten.

Dass wieder so viele Menschen – es dürften etwa 100 sein – in das Gemeindezentrum gekommen sind, dürfte auch damit zusammenhängen, dass sich bewahrheitet, was viele unmittelbar nach diesem Konzert vorausgesagt hatten: Solange man ihnen nicht entschlossen entgegentritt, werden die Rechten immer wieder nach Themar kommen; vor allem, weil ihnen dort ein Grundstückseigentümer eine große Wiese zur Verfügung stellt. Nun, für den 28. Oktober, ist erneut ein Rechtsrock-Konzert an genau diesem Ort angemeldet. Nach Angaben des Landratsamtes Hildburghausen, in dessen Zuständigkeit Themar liegt, rechnet der Veranstalter mit etwa 750 Teilnehmern; wobei es sich von selbst versteht, dass auch dieses Hasskonzert wieder unter dem Deckmantel der Versammlungsfreiheit als politische Kundgebung aufgezogen wird.

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Siehe auch: Erneut Rechtsrock-Konzert in Themar geplant

Rechtsextreme Schattenboxer

Quelle: Blick nach Rechts

19.10.2017 – Beim „Kampf der Nibelungen“ versammelten sich am vergangenen Samstag mehrere hundert Rechtsextreme. Experten und Beobachter betonen die Bedeutung des Kampfsport-Events für die Szene und mahnen die Sicherheitsbehörden zu genauerem Hinsehen.

Die Antwort auf die Frage, wer im „Schattenboxen“ um das rechtsextreme Kampfsport-Event „Kampf der Nibelungen“ (bnr.de berichtete) gesiegt hat, ist eindeutig: Während die konspirativ organisierte Veranstaltung in den vergangenen vier Jahren nie mehr als 200 Teilnehmer anzog, hat sich die Zahl der Teilnehmer in diesem Jahr verdreifacht. Bis zu 600 Menschen waren Polizeiangaben zufolge am Samstagabend nach Kirchhundem im Sauerland gekommen, um im dortigen Schützenhaus entweder selbst zu kämpfen oder anderen dabei zuzuschauen.

Bis zuletzt war es den Organisatoren gelungen, den rechtsextremen Charakter der Veranstaltung vor dem Vermieter der Halle, dem Schützenverein Kirchhundem, geheim zu halten. Dieser zeigte sich wenig später vollkommen überrumpelt und distanzierte sich umgehend von dem braunen Treiben seinen Räumen.

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Siehe auch: Nazis prügeln sich

Punkbands rechter Coleur

Quelle: Blick nach Rechts

21.08.2017 – Am Samstag soll in Elbertrebnitz bei Leipzig ein international besetztes Musikspektakel unter der Bezeichung „Sham 2017“ beziehunsweise „Oi! The New Breed“ stattfinden.

Fanzine aus dem Umfeld von RAC-Punks und -Skinheads; (Screenshot)
Die eintägige Punkveranstaltung unter den beiden Namen „Sham 2017“ und „Oi! The New Breed“ am 26. August wird seit November vergangenen Jahres beworben. Bei den dort auftretenden Bands, die sich gerne einen unpolitischen Anstrich geben, fällt seit Jahren auf, dass sie immer wieder mit Musik-Acts die Bühne teilen, die aus ihrer Sympathie für eine rechte Orientierung kein Blatt vor den Mund nehmen oder gar offen unter dem RAC-Banner (Rock Against Communism) unterwegs sind. Ursprünglich sollte das Meeting im Raum Nordhausen stattfinden. Weil das aber auf Widerstände stieß, soll es nun in einem Gasthof in Elstertrebnitz bei Leipzig über die Bühne gehen.

Kurz vor dem Termin müssen die Organisatoren allerdings eine Absage in Kauf nehmen. Die Allgäuer Combo „Prolligans“, von der Bandmitglieder auch bei Rechtsrock-Bands wie „Faustrecht“, „Hard As Nails“ oder „Smart Violence“ mitwirken oder aktiv waren, cancelt wegen gesundheitlicher Probleme den geplanten Gig. Zum international besetzten Bühnen-Line-Up am Samstag zählen weiterhin „Schusterjungs“ aus Weißenfels, die 1986 in Stockholm gegründeten „Agent Bulldogg“, „Anti Clockwise“ aus Magdeburg und „Haymaker“ aus Prag. Bei den Tschechen spielt auch Tim Steinfort mit, der bis zu deren Auflösung in der niederländischen Combo „Discharger“ Musik machte, die sich ebenfalls dem Vorwurf ausgesetzt sah, sich nicht von rechten Bands distanziert zu haben. Die „Schusterjungs“ traten bereits in Brügge in der Kneipe „De Kastelein“ auf, die es inzwischen nicht mehr gibt. Dort fanden immer wieder Konzerte mit Bands des „Blood&Honour“-Netzwerks statt.

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„Abhitlern“: Polizei guckt zu

Quelle: Panorama

Die Aufregung war groß im Sommer: 6.000 Neonazis fielen im Juli in Themar in Südthüringen ein, bei einem Konzert wurde kollektiv der Arm zum Hitlergruß hochgerissen, von der Bühne schallte es „Sieg Heil“. Jetzt geht aus den Panorama vorliegenden Antworten der thüringischen Landesregierung auf mehrere Anfragen der Linken hervor: Die Polizei ließ die Rechtsextremisten gewähren und schritt trotz wiederholter Gesetzesverstöße nicht ein.

Polizei schaut tatenlos zu

„Abhitlern“ ohne juristische Konsequenzen: In Themar konnten sich Neonazis bei einem als politische Kundgebung angemeldeten Rechtsrock-Festival austoben. Es gibt nur wenige Aufnahmen von dem, was bei der angeblich öffentlichen Versammlung im Juli im Konzertzelt abging, aber die Bilder sind eindeutig: Dutzende oder mehr Neonazis hoben zu lauten „Heil“-Rufen ihre Arme zum Hitlergruß. Das ist eigentlich verboten, doch die Polizei schritt nicht ein.

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„Europa gemeinsam verteidigen“

Quelle: Lotta-Magazin

Grenzüberschreitende Kooperationen der deutschen Neonazi-Szene

Verschiedene Spektren der extremen Rechten arbeiten grenzüberschreitend in Europa zusammen, sei es auf Parteienebene im Europaparlament oder im subkulturellen Bereich in der RechtsRock-Szene. Auch Neonazi-Strukturen wie „Die Rechte“ und „Der III. Weg“ aus Deutschland pflegen Kontakte ins europäische Ausland.
Für europäische Parteien und Strukturen aus dem neonazistischen Spektrum war jahrelang insbesondere die NPD ein wichtiger Partner in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. In den 2000er Jahren war es die Europäische Nationale Front (ENF), in der sich in wechselnden Konstellationen verschiedene neonazistische und neofaschistische Parteien aus Europa vernetzten. Auch die NPD zählte zu den langjährigen Mitgliedsorganisationen der ENF, die in erster Linie durch gemeinsame Treffen und Konferenzen in Erscheinung trat. Regelmäßig europaweit ausgerichtete Treffen organisierte die NPD mit den sogenannten Europakongressen ihrer Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN). Schon Mitte der 1990er Jahre fanden diese Zusammenkünfte mit europä-ischen Partnerorganisationen statt. Der letzte Europakongress wurde am 09./10. Oktober 2015 in Riesa durchgeführt. Gekommen waren Vertreter_innen neofaschistischer Organisationen aus Tschechien, Finnland, Italien, Belgien, Kroatien, Norwegen, Polen, Rumänien, Serbien und Spanien.
Die bundesweit zunehmend an Bedeutung verlierende NPD/JN versucht auf europäischer Ebene aktuell noch über ihren Europaabgeordneten Udo Voigt und den NPD-„Auslandsbeauftragten“ Jens Pühse in der ENF-Nachfolgeorganisation Alliance for Peace and Freedom als internationaler Player aufzutreten. Daneben sind es in der deutschen Neonazi-Szene insbesondere die Kleinstparteien Die Rechte und Der III.Weg, die einen Austausch ins europäische Ausland — vor allem durch Besuche europaweit wichtiger Aufmärsche — pflegen (vgl. Lotta #60, S. 22-24).

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„Skinhead Way of Life“ und Nazi-Inhalte: Die Band „Smart Violence“

Quelle: Lotta-Magazin

In den vergangenen Jahren erfreuten sich RechtsRock-Bands, die sich stilistisch an Metalcore und Hardcore orientierten, einer großen Beliebtheit in der Szene. Die nordrhein-westfälische Band „Smart Violence“ hält hingegen weiterhin den Skinhead-Kult hoch und möchte zurück zu den angeblichen „glory days of R.A.C.“ Ihre Songtexte drehen sich aber nicht nur um den „Skinhead Way of Life“, sondern sind ebenso deutliche Bekenntnisse zur neonazistischen Ideologie.

Die Band Smart Violence gründete sich 2012 und brachte noch im selben Jahr die Demo-CD „hard hitting skinhead rock“ bei Old School Records, einem der führenden deutschen Label für RechtsRock, heraus. Die Bandmitglieder sind keine Szene-Neulinge, sondern können zum Teil auf jahrelange Erfahrung im neonazistischen Musik-Bereich zurückgreifen. Der Kern der Band besteht aus ehemaligen Mitgliedern der 2002 gegründeten Angry Boot Boys. In Interviews erklärte Smart Violence, sie habe sich gebildet, weil Angry Boot Boys eine längere Pause absolvieren würde. Aufgelöst hätte sich die Band aber nicht.

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Widersprüchliche Wahrnehmungen

Quelle: Lotta-Magazin

Die RechtsRock-Szene zwischen Stagnation und Professionalisierung

RechtsRock gilt als eines der wichtigsten Ausdrucks- und Kommunikationsmittel der extremen Rechten in „jungen Jahren“. Welche Bedeutung hat die Musik aktuell noch für die neonazistische Szene? In diesem Artikel werden einige Schlaglichter auf den derzeitigen Zustand der RechtsRock-Szene geworfen und insbesondere das Geschehen in NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz unter die Lupe genommen.
Während der Nazi-Rock ab Mitte der 1990er Jahre wegen seiner aggressiven Vernichtungsphantasien und den spektakulären Bildern dutzender den Hitlergruß zeigender Neonazis auf Konzerten als Jugendproblem verharmlost im Fokus der Medien stand, hat das öffentliche Interesse für neonazistische Musik in letzter Zeit nachgelassen. Aktuell stehen die Erfolge der AfD und die Herausbildung einer „neuen sozialen Bewegung von rechts“ stärker im Mittelpunkt gesellschaftlicher Auseinandersetzungen mit der extremen Rechten.

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Die neonazistische Musik-Szene: Transnational wie nie

Quelle: Infoportal Meck-Pomm

Von London bis Porto, von Athen bis Helsinki – jede Woche finden europaweit Neonazi-Konzerte statt. Mal kommen nur hundert Zuschauer, mal sind es mehrere tausend. Und oft stehen deutsche Bands auf der Bühne.

Die Rechtsrock-Szene ist gut vernetzt und bietet eine lukrative Einnahmequelle sowohl für Musikverlage als auch für Organisationen wie Blood & Honour oder neonazistische Kameradschaften. Bei keinem anderen Bereich des Rechtsextremismus haben internationale Verbindungen größere Relevanz als bei der Musik. Wie und warum funktioniert diese Zusammenarbeit in einer nationalistischen Szene? Wie weit reichen die Netzwerke? Und welche Ziele haben sie?

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Zu rechts für’s Oi-Konzert

Quelle: Der Blick nach Rechts

12.10.2017 – Wegen ihrer Verbindungen in Neonazi-Kreise wurde die Band „Southern Rebels“ am Donnerstag von einem Konzert in Augsburg ausgeladen. Die Skinhead-Rocker sollten am 21. Oktober zusammen mit unpolitischen und Grauzone-Bands ein Konzert in Augsburg geben.

14 Euro sollte es kosten, das „Herbst GrOIl Konzi“. Auf der Facebook-Seite des Veranstalters des Konzerts in der Augsburger Kradhalle heißt es, auf „Antifa und Naziköpfe können wir verzichten“. Telefonisch darauf angesprochen, dass die „Southern Rebels“ Verbindungen in Neonazi-Kreise unterhielten, sagte der Veranstalter Tobias L. am Donnerstag zunächst, dass ihm die Teilnahme zwei der Bandmitglieder an einem Neonazi-Konzert bekannt sei. Diese seien damit konfrontiert worden und hätten sich schriftlich vom Rechtsextremismus distanziert. Trotzdem werde er die Vorwürfe gegenüber der Band prüfen und dann über eine mögliche Absage entscheiden.

Wenige Minuten nach dem Telefonat teilte L. über seinen privaten Facebook-Account mit, man habe „über mehrere Ecken erfahren das eine Unserer Bands in der Rechten Ecke Aktiv ist das wollen und tolerieren wir nicht“. (Fehler im Original) Man habe die Band aus dem Programm genommen. Wenig später schreiben die „Southern Rebels“ auf Facebook: „Aufgrund medialer Hetze und dem schlechten Ruf unseres Labels wurden wir ausgeladen!“ Ein weiteres Konzert mit den „Southern Rebels“ ist am 8. Dezember in Berlin geplant.

Bei dem Konzert in der Augsburger Kradhalle am 21. Oktober sollten dem ursprünglichen Flyer nach die „Southern Rebels“ aus Landsberg, die wegen umstrittener Auftritte – etwa im Thüringer Rechtsrock-Lokal „Skinhouse Menfis“ – als Grauzone-Band geltende Gruppe „Lammkotze“ aus Baden-Württemberg sowie die Streetrock-Band „Promilleritter“ aus Neu-Ulm und die „Sachsenjungs“ aus Freiberg spielen. Die Punkrock Band „Die Römer“ aus Friedberg sollte ebenfalls performen, hat ihren Auftritt aber einen Monat vor dem Konzert laut Veranstalter wegen beruflicher Gründe abgesagt. Auch die „Sachsenjungs“ tauchen auf einer aktualisierten Version des Konzert-Flyers nicht mehr auf, dafür sollen „Hardfive“ einspringen.

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Martialische „NS Black-Metal“-Töne

Quelle: Blick nach Rechts

09.10.2017 – In Kiew in der Ukraine findet kurz vor Weihnachten unter dem Titel „Asgardsrei“ ein Spektakel mit sechs NSBM-Bands statt, organisiert von dem Szene-Label „Militant-Zone“. Mit dabei ist auch die einschlägige Kultband „Absurd“.

Am 16. Dezember soll es in Kiew zu einem europäischen „Gipfeltreffen“ von sechs einschlägigen NSBM-Bands kommen. Wie bereits im Vorjahr versammeln sich dort Musiker der Richtung „National Socialist Black Metal“ unter dem Veranstaltungstitel „Asgardsrei“, der identisch ist mit einer Veröffentlichung der Thüringer Band „Absurd“ aus dem Jahr 1999.

Es verwundert nicht wirklich, dass „Absurd“ dieses Jahr zum dortigen Line-Up gehört. Hendrik Möbus als Ikone der Band besuchte vergangenes Jahr ebenfalls kurz vor Weihnachten das eintägige Festival in der ukrainischen Hauptstadt. Ihm zu Ehren spielten Bands auf der Bühne „Absurd“-Stücke. Die Thüringer Combo hat sich in den vergangenen Jahren sehr rar gemacht, spielte nur sehr selten live. Seit langem wird daher auch immer wieder über die häufiger wechselnde Besetzung spekuliert, ob Hendrik Möbus nun der Kopf ist, oder doch sein älterer Bruder Ronald das Sagen hat.

Der heute 41-jährige Hendrik Möbus, als „Satansmörder von Sondershausen“ bekannt, war in der Vergangenheit rechtskräftig zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Er wurde zunächst vorzeitig mit der Auflage einer Bewährung aus der Haft entlassen, fiel dann mit neonazistischen Handlungen und rassistischen Äußerungen auf, weshalb die Bewährung widerrufen wurde. Hendrik Möbus flüchtete vor seiner erneuten Inhaftierung zu William Pierce von der rechtsextremen „National Alliance“ in die USA. Mit einem Asylantrag dort scheiterte er, wurde nach Deutschland ausgeliefert und saß dann eine Reststrafe ab.

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Rechtsrock wieder mal konspirativ

Quelle: Junge Welt und Allgäu rechtsaußen

Knapp drei Monate nach dem Großevent in Themar trafen sich 250 braune Musikfans bei Seibranz

Etwa 250 Neonazis haben sich am Samstag auf einem konspirativ organisierten Rechtsrockkonzert in der Nähe von Seibranz im baden-württembergischen Landkreis Ravensburg getroffen. Bis kurz vor dem Event blieben die Pläne geheim – bis das Neonaziwatchblog Allgäu rechtsaußen ein intern verteiltes Flugblatt veröffentlichte und auf einen »Schleusungspunkt« an der A 96 südwestlich von Memmingen hinwies.

Zu Beginn des als Geburtstagsfeier getarnten Konzerts auf einem privaten Anwesen zwischen Bad Wurzach und Leutkirch im Allgäu griff ein bekannter Anhänger der Neonazikameradschaft »Voice of Anger« einen Journalisten an, verletzte diesen leicht und beschädigte seine Kamera. Anwesende Polizisten fesselten den Angreifer und verhinderten Schlimmeres. Die Polizei kontrollierte die Anreise der Neonazis und stellte laut ihrer Pressemeldung von Sonntag mehrere verbotene Waffen sowie verfassungsfeindliche Symbole fest. Während der Veranstaltung hätten aber keine indizierten Liedtexte oder andere Straftaten festgestellt werden können, hieß es.

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Siehe auch: NEONAZIKONZERT IN SEIBRANZ AUFGEFLOGEN
SAMSTAG: NEONAZIKONZERT IM ALLGÄU?

„Road To Valhalla“ in Norditalien

Quelle: Blick nach Rechts

04.10.2017 – Die „Veneto Fronte Skinheads“ organisieren für Samstag ein Gedenkkonzert für die verstorbene Rechtsrock-Ikone Ian Stuart Donaldson.

Bereits seit 1986 existiert die mehrere hundert Anhänger zählende rechtsextreme Gruppierung „Veneto Fronte Skinheads“ (VFS), die es sich zu einer ihrer maßgeblichen Aufgaben gemacht hat, Rechtsrock-Konzerte in Norditalien zu organisieren und durchzuführen. Dazu gab es von Anfang an Verquickungen mit der international operierenden „Blood&Honour“-Bewegung und in den letzten Jahren auch einen Schulterschluss mit den „Hammerskins“. Es verwundert nunmehr nicht, wenn am 7. Oktober ein Gedenkkonzert zu Ehren des B&H-Gründers und „Skrewdriver“-Sängers Ian Stuart Donaldson auf die Beine gestellt wird, der am 24. September 1993 bei einem Autounfall verstarb und seither als Ikone in der rechten Szene verehrt wird. Dazu wird dem Event das Motto „Road To Valhalla“ verpasst. Der genaue Ort in Norditalien wird nicht beworben.

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ZUSCHLAG FÜR NAZI-KAMERADSCHAFT VOICE OF ANGER

Quelle: Allgäu rechtsaußen

Voice of Anger erhält den Zuschlag für die ehemalige Gartenschänke in Buxach-Hart bei Memmingen. Das Gebäude wurde zwar von Unbekannten niedergebrannt, dürfte aber nun von den Neonazis wieder aufgebaut werden, die damit einen Treffpunkt für das internationale militante Blood and Honour-Netzwerk im Allgäu etablieren könnten.

Das Grundbuchamt Memmingen darf die Grundbucheintragung von Brois G. als Erbbaurechtsinhaber des Grundstücks an der Schrebergartenanlage in Buxach-Hart bei Memmingen nicht länger verweigern. Eine entsprechenden Beschluss gab der am Bundesgerichtshof in Karlsruhe heute bekannt. Mit der Entscheidung vom 29. Juni hebt der V. Zivilsenat den Beschluss des Oberlandesgerichts München vom 29. September 2016 sowie die Zwischenverfügung des Grundbuchamtes am Amtsgericht Memmingen vom 4. Mai auf, mit denen die Eintragungen ins Grundbuch verweigert wurden.

Damit könnte es Voice of Anger – der immerhin größten noch aktiven bayerische Nazi-Skinhead-Gruppe gelingen, in der Region auch wieder Neonazi-Konzerte zu organisieren – und einen Treffpunkt für das verbotene Blood and Honour-Netzwerk zu etablieren.

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Braune Klänge am Lagerfeuer

Quelle: Blick nach Rechts

14.09.2017 – Bei einem „Balladenabend“ im Harz sollen am 23. September „F.i.e.L.“ (Fremde im eigenen Land) aus Mecklenburg-Vorpommern sowie Sänger Phil (Philipp Neumann) der Combo „Flak“ aus Nordrhein-Westfalen aufspielen.

Der genaue Ort des musikalischen Happenings wird nicht veröffentlicht, dafür aber der Hinweis, dass es ein Lagerfeuer geben soll. Bei dem Treffen soll eine Versteigerungsaktion zugunsten der rechtsextremen Knast-Initiative „Gefangenenhilfe e.V.“ erfolgen. Die Organisation mit Sitz in Stockholm hat sich die Betreuung von inhaftierten Gesinnungsgenossen und deren Angehörigen auf ihre Fahnen geschrieben. Immer wieder taucht ein so genannter „Freundeskreis Gefangenenhilfe“ mit Informationsständen auf, so beispielsweise bei einer Zusammenkunft der Neonazi-Partei „Der III. Weg“ am 29. Juli in Zwickau, wobei auch „Hermunduren“ aus dem Raum Eisenach aufspielte.

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„Lunikoff“ wieder in Kloster Veßra

Quelle: Blick nach Rechts

12.09.2017 – Die braunen Konzert- und Eventangebote in Südthüringen reißen nicht ab. Am Dienstag wird „Lunikoff“ für einen Balladenabend angekündigt. Für Samstag steht ein Rechtsrock-Konzert an, weitere Veranstaltungen am 30. September und am 28. Oktober werden bereits beworben.

Einmal mehr wird alles als politische Kundgebung deklariert, was inzwischen zu einem rechtlichen Freifahrtschein der Macher gegenüber den Ordnungsbehörden geworden ist. Statt den Aktivitäten einen Riegel vorzuschieben, müssen entsprechende Veranstaltungen sogar noch polizeilich geschützt werden. Unter einem politischen Deckmantel werden offenkundig rein kommerzielle Interessen verfolgt, etwa wenn es einen akribisch organisierten Kartenvorverkauf gibt. Daher werden Forderungen an die thüringische Landesregierung immer lauter, ein für solche speziellen Events missbrauchtes Versammlungsgesetz abzuändern.

Das braune Veranstalter-Duo Tommy Frenck aus Thüringen und Patrick Schröder aus Bayern hat sich jedenfalls darauf spezialisiert, die so genannte erlebnisorientierte rechte Szene regelmäßig mit Angeboten zu versorgen. Am attraktivsten ist dabei die Sparte Musik und hierbei insbesondere alles, was sich um Rechtsrock dreht. Das Tagesfestival am 15. Juli unter dem Namen „Rock gegen Überfremdung“ hat 6000 Besucher angelockt. Dieser auch finanzielle Erfolg der beiden umtriebigen rechten Online-Händler scheint beiden Rückenwind gegeben zu haben, weiterhin kontinuierlich die Region mit entsprechenden Terminen zu bestücken.

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„Kategorie C“ mit „Flak“

Quelle: Blick nach Rechts

24.08.2017 – Die rechtsextreme Hooligan-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ kündigt bereits seit geraumer Zeit einen Auftritt am 9. September in Südwestdeutschland an – gemeinsam mit weiteren Rechtsrock-Bands.

„Kategorie C“-Auftritt mit weiteren Rechtsrock-Bands

Beworben wird das Konzert an dem Samstag für den „Großraum Westpfalz“. Ob es dabei bleibt oder wie bereits in der Vergangenheit geschehen beispielsweise ins benachbarte Ausland ausgewichen wird, dürfte allerdings erst kurzfristig publik werden.

Bekannt ist, dass die Bremer Band um Sänger Hannes Ostendorf etliche Anhänger im Raum Kaiserslautern hat. Auf dem jüngsten Tonträger „Gott mit uns“ ist mit dem ehemaligen „Landser“-Sänger Michael Regener, genannt „Lunikoff“, bei einem Stück auch ein besonderer Gast der rechten Szene vertreten, der erst vor wenigen Tagen in Berlin beim Neonazi-Gedenkmarsch für Rudolf Heß anzutreffen war. (bnr.de berichtete)

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Gedenken an Rechtsrock-Ikone

Quelle: Blick nach Rechts

25.08.2017 – Für den 9. September sind musikalische Events in Südschweden und in Polen angekündigt.

„Wallhalla Calling“ mit „Faust“ und Sachsenblut“
Was die Gedenkkonzerte für die am 24. September 1993 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommene Rechtsrock-Ikone Ian Stuart Donaldson von der britischen Band „Skrewdriver“ angeht, ist es weltweit ein jährliches Déjà-Vu: Ein Memorial-Konzert reiht sich an das nächste, und dabei sind nicht selten auch deutsche Bands beteiligt. Das gilt am 9. September für das braune Musikspektakel der „Blood&Honour“-Sektion Skandinavien in Südschweden ebenso wie für die parallel stattfindende Veranstaltung in Polen, die offiziell mit „Eastern Europe“ beworben wird. Genaue Örtlichkeiten oder Schleusungspunkte dorthin werden den interessierten Teilnehmern erst unmittelbar vor dem angesetzten Termin mitgeteilt.

Das Meeting in Schweden trägt das Motto „Walhalla Calling“. Dafür wurden ausschließlich deutsche Bands eingeladen. Das lässt das Fortführen und Funktionieren der deutsch-skandinavischen Achse im internationalen B&H-Netzwerk mutmaßen, obwohl die von Donaldson gegründete Organisation seit dem Jahr 2000 hierzulande verboten ist. Mit der Bandauswahl sollen wohl auch viele deutsche Besucher angelockt werden. Demnach sollen „Sachsenblut“ aus Freiberg, „Faust“ aus dem Raum Frankfurt/M. sowie „Sturmwehr“ um Jens Brucherseifer aus Gelsenkirchen auftreten.

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Szene-Zwist spitzt sich zu

Quelle: Blick nach Rechts

14.08.2017 – Gütersloh – Geldmacherei und Zusammenarbeit mit dem Staat wirft der Neonazi-Rapper „Makss Damage“ dem Rechtsextremisten Patrick Schröder vor.

Der NPD-Politiker und Gründer der braunen Sendung „FSN TV“ Patrick Schröder (Jg. 1983) aus dem oberpfälzischen Mantel (Kreis Neustadt an der Waldnaab) sieht sich weiter Kritik aus der Neonazi-Szene ausgesetzt. Der aus Gütersloh stammende Rapper Julian Fritsch (Jg. 1988), der als „Makss Damage“ auftritt, wirft Schröder in einem am Wochenende veröffentlichten Song „FCK F$N“ und einem Musikvideo vor, der NS-Szene in den Rücken zu fallen und nur am Geldverdienen interessiert zu sein.

Es geht unter anderem um Aussagen bei der Polizei, die von Schröder und seinem Umfeld gemacht worden sein sollen. Zudem wirft Fritsch dem Rechtsextremisten vor, die Daten der Ticketbesteller des von Schröder organisierten Neonazi-Festivals „Live H8“ an den polizeilichen Staatsschutz weitergegeben zu haben.

Auch Schröders Mitstreiter Daniel Franz (Jg. 1987), der maskiert als „Vandetta“ bei FSN-TV auftritt, wird von Fritsch belastet. Der damalige Zeitsoldat Franz soll zumindest 2010 bei der Polizei Aussagen zu einer Schlägerei gemacht haben, die es in der vorherigen Silvesternacht in Schwandorf gab. An der Auseinandersetzung waren „Kameraden“ beteiligt. Unter anderem der Name des ehemaligen NPD-Funktionärs Daniel Weigl tauchte bei den Ermittlungen auf.

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Neonazi-Events im Harz

Quelle: Der Blick nach Rechts

Goslar – Für kommenden Samstag mobilisieren Freie Kräfte vom „Kollektiv Nordharz“ zu zwei braunen Veranstaltungen, die wahrscheinlich gezielt zusammen platziert wurden.

Zum einen rührt man bereits sehr frühzeitig die Werbetrommel für den 10. „Tag der deutschen Zukunft“ (TddZ), der am 2. Juni 2018 in Goslar stattfinden soll. Für den 12. August wird zu einer Nachmittagskundgebung unter dem Motto „Unser Signal gegen Überfremdung“ in die 42 000-Einwohner-Stadt eingeladen.

Außerdem werden für Samstag ein Vortragsnachmittag und ein Liederabend im Großraum Harz angekündigt. Auch dort soll das Thema TddZ eine Rolle spielen. Für den musikalischen Teil werden dabei „F.i.e.L.“ („Fremde im eigenen Land“) aus Mecklenburg-Vorpommern sowie „Mic Revolt“ benannt. Bei Letzterem handelt es sich um den Künstlernamen des NS-Rappers Michael Zeise aus Thüringen. Bereits für den 24. Juni war zunächst eine Zusammenkunft in Goslar terminiert, die dann aber kurzfristig abgesagt wurde.

Quelle

Neonazi-Konzert mit 6.000 Besuchern am 15. Juli in Themar, Auswertung: Gelder, Strukturen und der Umgang der Behörden

Quelle: Thüringen rechtsaußen

Am 15. Juli 2017 fand im Süden Thüringens mit rund 6.000 Teilnehmern eines der europaweit größten Neonazi-Konzerte seit langem statt. Nach dem Erfolg mobilisieren Neonazis für den 29. Juli 2017 unter dem Motto „Sturm auf Themar 2.0″ ein weiteres Mal in die Region. In diesem Hintergrundtext gibt es einen Überblick über den Ablauf einer solchen Konzertorganisation, über die Finanzierung und Gewinne, über einen Teil der beteiligten Strukturen und Unterstützer. Im Fokus stehen auch der Polizeieinsatz, die Versammlungsbehörde und die Gerichtsurteile zum Konzert in Themar. Kurz: Das Landratsamt hätte das Neonazi-Konzert verhindern können, in dem es den Versammlungscharakter abspricht und es zur Kommerzveranstaltung deklariert, es war jedoch nicht gut vorbereitet und hatte seine Darstellungen vor Gericht nicht ausreichend begründet. In der Neonazi-Szene wird gestritten, den Organisatoren aus Themar wird Geldgier vorgeworfen, eine regionaler Thüringer Stützpunkt einer Neonazi-Partei bezeichnet diese sogar als „braun lackierte Kapitalisten“. Für Skepsis sorgen Kontakte von Tommy Frenck zu Mitarbeitern im Landratsamt, hier wurden entsprechende Emails zu gespielt. Für die Versammlungsbehörde gibt es noch ein paar Handlungsempfehlungen, was sie besser machen könnte, um vor Gericht das nächste mal zu bestehen.

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